hat allerdings bedauerlicher Weise in freisinnigen und auch in liberalen Kreisen nicht au solchen gefehlt, die die Regiernng gegen die frondirenden Konservativen „scharf machten* und ihr empfahlen, den „unbot- mäßigen* Beamten ihre Opposition gründlich einzu- tränken. Diese Herren haben in der Hitze des 6c« fechts, verführt vielleicht durch den Gedanken, daß nunmehr in Prenßeu die Aera eines liberale» Ministeriums heraufdämmere, und in der Absicht, den Konservativen möglichst rasch den Garaus zu machen, ihre liberalen, ihre konstitutionellen Grundsätze unbesehen über Bord geworfen. Diese Grundsätze erfordem es ja eben, daß jedem Abgeordneten die Freiheit seiner Abstimmung unbedingt gewahrt bleibe.*
Die Gratulation war verfrüht. Eine klare Auseinandersetzung über die Stellung der Beamte» als Abgeordnete bringen die „Hamburger Nachrichten*. Sie bezeichnen zunächst die Maßregelung als politisch wie staatsrechtlich höchst anfechtbar und führen dann aus:
„Allerdings dürfen sich die Beamten in ihrer amtliche« Thätigkeit nicht durch die Stimmungen ihrer Kreise und die Meinungen der Bevölkerung über die Maßnahmen der Regierung leiten lassen; sie sind berufen und verpflichtet, die ihnen bekannten Anschauungen derselben zu vertreten, die Durchführung zu erleichtern und das Verständniß für dieselben in der Bevölkerung zu erwecken und zu pflegen. Aber diese Verpflichtung erstrekt sich nur auf ihre amtliche Thätigkeit und wenn diese in die Wahlen mit hiueinreicht, auch auf sie. Sie hört jedoch unzweifelhaft da auf, wo die amtliche Thätigkeit der Beamten erlischt und diese nicht mehr als Beamte, sondern als Abgeordnete austrete». Der Beamte, der Abgeordneter ist, unterliegt lediglich derjenigen Verpflichtung, die ihm sein parlamentarisches Mandat auferlegt. Kollidirt diese mit seinen Obliegenheiten als Staatsdiener, so entsteht ein Dilemma und die Frage, ob eS richtig ist, abhängigen Beamten daS passive Wahlrecht zu lassen, oder es ihnen zu entziehen, wie es z. B. hier in Hamburg der Fall ist. Wir bestreiten keineswegs, daß die Beamte» in allen Beziehungen, in welche sie durch ihre amtliche Stellung gebracht werden, sich, wie der Erlaß int „Reichsanzeiger* sagt, gegenwärtig zu halten haben, daß sie die Träger der Politik der Regierung des Königs sind und dieselbe zu vertreten haben Als Beamte sind sie unter keinen Umständen berechtigt, auf Grund ihrer persöulichen Meinungen die Action der Regierung zu erschweren; sie würde sonst, daS ist zweifellos, durch ihrEerhalten die Autontät der Staatsregierung schwächen, die Einheitlichkeit der Staatsverwaltung gefährden, ihre Kraft lähmen und Verwirrung in den Gemüthern hervorrnfen. Aber alles dies bezieht sich, wie wir immer wiederholen muffen, nur auf die amtliche Thätigkeft der Beamteu und nicht im mindesten auf die Ausübung ihres Mandats
Schlage, der ihr droht. Wie gut, daß Du nicht zu spät kommst!*
„Ja, ja, Du hast Recht, Onkel Erich, und ich will auch versuchen, meinem Mütterchen alle Sorge», allen Schmerz abzunehme», so weit dies in meiner Macht steht; aber Du mußt mir auch oft, sehr oft schreiben, den» ich weiß kau», wie ich ohne de» tägliche» Verkehr mit Dir mein Lebe» einrichte» soll,* antwortete Eva, beim Schluß ihrer Rede etwas enöthend.
„Nun, ich denke, in nicht langer Zeit find wir wieder vereint, mein liebes Kind, und da»» trenne» wir «nS nut mit Deinem Willen!'
Eva fühlte, wie ihr eine Blutwelle vom Herze» zum Kopf stieg bei diese» letzte» Worte», Ja, sie konnte ihn nicht mißverstehen, er liebte sie und sprach von ihrer gänzlichen Vereinigung in der Zukunft. Ach, sie war unbeschreiblich glücklich! Wie beseligend war der Gedanke, von einem solche» Manne geliebt zu werd«! WaS würde die Mutter sagen, und der Großvater! — Der Großvater, — da war sie wieder bei dem Punfte angekommen, von dem ihr Gespräch ansgegangen war.
„Sage mir, Onkel, hat die Mama Euch etwas ernster über Großpapa's Befinden geschrieben, als mir? Aus meinen Briefe» habe ich niemals eine bestimmte Lesorgniß herausgehört! Ach, ich hatte mich schon so auf de» Großpapa gefreut! Die Spaziergänge mit ihm waren schon von Kindheit auf meine größte Freude!*
(Fortsetzung folgt.)
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war auch Eva. Sie war sich ihrer eigenen
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garnichts zu. Ich glaubte, Du hättest bei uns t, jedem unabänderlichen Ereigniß gestählt gegen- zu treten, wenigstens hatte ich geglaubt, Dir
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itt Justiz schien sich mitunter in ein Theater verübelt zu haben. Sowohl von Seiten der Ver-
fein. Der jetzige Augenblick ist aber vielleicht dazu geeignet, die Eindrücke, welche die bisherigen Ver-
fflf die Teufelsinsel verbannt oder ihn der bürget« lchen Gesellschaft zurückgiebt. Schon stellt man hie nnb da Mnthmaßnngen an, wie das Urtheil aus- fallen wird; die einen prophezeien eine glänzende Freisprechung, andere eine abermalige Veturtheilung, die brüten eine Freisprechung mit 3 gegen 4 Stimmen, also auf dem Benefiz der Minderheit. Uns kümmern
re». Wen» aber unsere deutsche DreyfuSpresse |t, eS sei „wirklich gar so alber»*, daß DreyfuS
die nur solche abenteuerliche Geschichte» vortruge», wie jener, der im Schlafgemach des deutschen Kaiser- Beweise für die Schuld des DreyfuS gefunden zu haben glaubte, wirft ein sehr bezeichnendes Licht auf die Anschauungen deS heutigen Frankreich, Anschauungen, die sich vielleicht nach den Niederlagen von 1870 festgesetzt habe». Das Bemühen, die Verantwortung für alles Geschehene abzuwälzen — ein Bemühen, daS auch jetzt bei den Generalstäblern in Rennes zu Tage tritt — hat damals zu der Behauptung geführt, daß Frankreich vettathen worden sei. Diese Wahnidee hat sich festgesetzt; auf Schritt und Tritt glaube» die Franzose» vom Auslande verfolgt und verrathen zu werden. Dazu kommt noch eine Ueberhebung, die blind macht für die eigenen Fehler, eine Ueberhebung, die sich selbst als unvergleichlich höheres Wesen werthct, als die Leute draußen in der Welt, die Barbaren. Es ist die Eigenschaft, die man man häufig bei hochentwickelten Nationen findet, die den Trägern der Kultur deS klassischen Alterthums anhaftete und der wir heute die Chinesen einen in unfern Augen oft so drolligen Ausdruck geben sehen. So läßt sich die verletzende Art verstehe», in der man das Ehrenwort des Ausländers als verdächtig, fein Zeugniß als erlauft behandelt, so lasse» sich die Mittel begreifen, mit denen die Parteien ihren Kampf ankfechten nnb die einzelnen Persönlichkeiten ihr „Gesicht* zn bewahre» suche». Aus der Eitelkeit und Verblendung, auS der Unaufrichtigkeit und dem Mangel an Selbstsucht entspringt der Kampf, der jetzt die französische Nation zu zerrütten droht.
Was sonst die Verhandlungen in Rennes gebracht haben, giebt zu Bemerkungen allgemeiner Natur wenig Anlaß. Hingewiesen aber muß werden auf die haß- lichen Szenen, die durch die Leidenschaft vielfach herbei- geföhrt werden und die auch auf die Disziplinlosigkeit in der Armee Licht werfe». Hauptmann Freystätter erklärte, daß Oberst Maure! nicht die Wahrheit sage, der ehemalige Krtegsminister Mercier nennt Freystätter, der nachträglich Gewissensbisse über die Veturtheilung des Dreyfus empfindet (der „bestochen* worden ist, behaupten seine Widersacher), einen „Lügner*, der Bertheidiger Labori den General Mercier einen Betrüger nnb du Paiy einen Simulanten — und von alledem ist die Armee Zeuge! Man kann diese nur herzlich bedauern.
Gerade diese Scenen geben aber die Gewißheit, daß mit dem Lttheil deS Kriegsgerichts eine Beruhigung der Gemüther nicht eintreten wird. Zu sehr schon hat man sich auf beiden Seite» verrannt; die Generalstäbler werde» ein freisprechendes Urtheil ebenso wenig achten, wie die Vertheididiger der Re- vifiou eine erneute Schuldigsprechung. Eine Abrüstung wird auf keinen Fall eintreten. Der Bürger- krieg, der jetzt schon in unblutiger Weise wüthet, wird weitergeführt werde». Wird et immer unblutig bleiben ?
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gar nicht in bet Oberförsterei gemeldet worden; Evtha wußte nur ungefähr, wann daS Examen Mstnden würbe, nnb hatte auch bem Vater herüber
Für die Franzosen charakteristisch ist auch der Mhalt eines großen Theils der Zeugenaussagen, Inhalt, den jeder Unbefangene sofort als Klatsch Enint. Daß man überhaupt Zeugen citiren konnte,
s, Erich bemerkte diesen Zustand einer gewissen jWfbeit, die sonst Evas Wesen so gänzlich ftemd fc®-. Er fragte sie theilnehmend, ob fie Angst vor der ^Ufung empfände und sagte lächelnd:
wohl bewußt und empfand keinerlei Befürchtung; 5 fühlte fie eine dumpfe Schwere, die ihr auf ^bf und Herzen lastete, ihr bas Arbeiten von Tag
nicht auf Nimmerwiebersehen, und wenn wir auch nicht mehr reifen, so wirst Du Dich wohl noch nicht hi bet Oberförsterei festfetzen, nnb ich denke, D« kehrst schon bald einmal wieder bei uns ein.*
Auf der Heimatsstation fanden die Reisenden den leeren Wagen ihrer wartend, zu Eva's Erstaunen, die mit Bestimmtheit gehofft hatte die Mutter schon an der Bahn begrüßen zu können. Der alte Kutscher, der in de« Dienst der Oberförsterei ergraut war, zog schmunzelnd den Hut und bestellte von der Frau Doctor einen schönen Gruß, und die Herrschaften möchten nur nicht erschrecken, daß fie nicht selber mttgekommen wäre, aber dem Papa ginge es heute gar nicht gut, und da hätte sie ihn doch lieber nicht so lange allein laffen wollen. Das Fräuleinchen möchte nur aufpasseu unterwegs, Vielleich käme die Frau Mama ihr entgegen.
Geht eS denn dem Großpapa so schlecht?* fragte Eva bestürzt.
„I uu nein, nicht eben viel schlimmer als schon lange, die Frau Doktor hat nur überhaupt das Fräulein nicht ängstigen wollen, und da hat fie wohl nicht so ganz genau geschrieben, wie es hier bei uns steht,* meinte bet Alte kopfnickeud, „ich denke aber, der Oberförster hat seine besten Tage hinter sich! — Wer das geglaubt hätte! Der alte Herr hätt's noch lange machen können,' und dabei vergaß er, daß er selber schon ein ganz Stück filier war als sein Herr.
„Nun, siehst Du, Eva,* begann Erich, als fie das Stationsgebfinbe im Rücken hatte», „ba bietet stch gleich eine ernste, aber schöne Mission. Nu» tritt als helfende Schwester neben die Mutter und sei Du ihre Stütze bei dem neuen schweren
Umschau.
Preßstimmen zur Maßregelung.
* Soweit wir es übersehen könne», werde» die Maßregelunge» nur von einigen nationalliberalen Zeitungen gebilligt. Die „Magdeburger Ztg.* meint sogar, der Erlaß bedeute für daS Ansehen der Regierung keine» Schade«:
„Liegt eine Herabsetzung darin, daß die Regierung einen kleine« Bruchtheil von Beamten, die sich als nicht geeignete Werkzeuge für die Ausführung der Regieruugspolitik erwiese» habe», auf Wartegeld setzt, so könnte mit demselben Recht das Disciplinargesetz selbst als eine Herabsetzung des Beamtenthnms bezeichnet werden, und es müßte der gleiche Vorwurf den Erlaß vom 4. Januar 1892 treffen, der die Pflichten der politischen Beamten feststellt. Auch die Beamten sind Mensche», und es liegt »ichtS Ehren- rühriges darin, wenn fie an ihre Pflichte» erinnert werden, so wenig wie in bet Versetzung in ben Ruhestand eine Strafe erblickt werden kann. Es ist eine im Interesse bet Einheitlichkeit der Verwaltung nothweridige Maßnahme: auch in ihr ist eS nicht möglich, daß die Pferde vorn und Hinte» an den Wagen angespannt werde».*
Recht nobel denkt die „Kölnische Zeitung*; ihr find die Maßregelung noch nicht genug:
„Selbst wenn jetzt jene frondirenden Beamten beseitigt sein werden, so ist damit an sich noch herzlich wenig ausgerichtet. Es wird sich vielmehr fragen, welche Anweisungen fortan an alle politischen Beamten ergehen werden, um den Bestrebungen und Plänen der Staatsregierung nachdrücklich Geltung zn verschaffe», und welche Kraft eingesetzt wird, um diesen Anweisungen Nachachtung zu sichern. Werden wir erleben, daß nun endlich allen politische» Beamten, vor allem auch den Orts- und Gemeindevorsteher», bei Strafe der Entlassung geboten wird, alle B e - ziehnngen zum Bunde der Landwirthe abzubrechen, de» gemeingefährliche» Be- strebunge« seiner Agitatoren entschiede» entgegenzu- treten und dafür zu sorgen, daß die alten wohlbewährten landwirthschaftlichen Vereine wieder neues Leben gewinnen, um eine gediegene Regsamkeit für die Hebung praktischer Landwirthschaft zu entfalten?
Der nationalliberale „Schwäbische Merkur*, der den Erlaß ohne den Kommentar der „Berliner Korresp.* gelesen, schreibt:
„So sehr man auch int Interesse der Regierung und ihrer Autorität gewünscht hätte, daß sie nach ben vielen großen Worten hätte Thaten sehen lassen, so wäre boch eine Maßregelung bei 2 Regierungspräsidenten und 20 Landräthe, die gegen die Kanal- Vorlage gestimmt haben, ganz verkehrt gewesen. Daß die preußische Regierung diesen Plan, wenn fie ihn überhaupt ernstlich in's Ange gefaßt hat, hat fallen laffen, dazu kann man ihr nur gratulire». Es
Nachdruck verboten
I« Widerstreit der Gefühle.
Roman vo» C. Wild.
(Sortfelxnfl.)
Der Tag vo» Eva's Prüfung war ans Erich's
___^Vichts Genaues mitgetheilt, ba sie dem alten hott! u Aufregung erspare» wollte. Es hatte
6«, e^B llanz ausgeprägtes aflmathischeS
die Kraft gegeben zu haben, die vor nichts zurückschreckt; dies habe ich angestrebt, indem ich Dich in die Schönheiten der alten Dichter und Schriftsteller habe blicken laffen*.
„Dn sollst auch sehen, baß Du Seine» Zweck erreicht hast, Onkel Erich*, entgegnete Eva, sich gewaltsam auftaffenb. „Ich will Dir alle Ehre machen, Dir und Deiner Erziehung!*
Und er schien wirklich, al» ginge eine Umwandlung mit ihr vor. Sie blieb ernst, aber nahm mit frischerem Interesse die letzten Studien auf, und als Großpapa Saalfelb fie am ersten Examentage Abends gegen sechs Uhr auS bem Seminar abholte, tarn sie ihm sehr heiter entgegen und erzählte, wie eS ihr ergangen war, schilderte die verzweifelten Miene» einzelner ihrer Kameradinnen, kurz blieb ben ganzen Abend über heiter.
Erich, der mit mehrere« der erste« Schnlmänner« der Residenz bekannt war, gelang eS, schon am ersten Tage daS Resultat von EvaS Arbeiten zu höre», und schon ehe er nach Hause zurückkehrte, hatte er ben glücklichen AuSgang in bie Oberförsterei telegraphirt und für einen btr nächsten Tage ben Wagen an die Station erbeten zum Abholen.
DaS Einpacken wurde von Großmama Saalfeld mit aller ihrem Alter eigenen Umständlichkeit besorgt, nnb manches Scherzwort fiel von ihr über einzelne noch ans Eva's Kinderjahren stammende Kleinigkeiten, die dabei zum Vorschein kamen. Eva erwiderte nur gezwungen lächelnd darauf und schien beim Abschied von den alten Herrschaften ganz untröstlich.*
„Nun, nun, mein Töchterchen,* meinte beschwichtigend der Professor, „wir scheide» ja noch!
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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
ggrfMbltafag: Joh. Aug. Koch, UniversttätS-Buchdmckerei tu Marburg. Verantwortlich für die Redaktion: Redakteur HanS Hupfer in Marburg.
Expedition- Markt 21. - Telephon 55. V HlUUßV VUU U Redaktion: Markt 21. - Telephon 55.
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m Wchbulbrou, ihren Thränen freien Lauf lassen? Diesen ,e ( «Zug zum Theatralischen kau» man durch den steht WM» Proceß Hindureh verfolgen; nicht das, was E°n sagt, sondern wie man es sagt, soll die Richter
Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition dieses Blattes, die Annoneen-
Bureaux von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Gaffel, Magde-
<onn bürg, Wien; Rudolf Mosse, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln;
-LNeNslNg, 9. öCptCtnDCr lo99. 6. S. Daube & Co., Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris re.
bestimmen. Charakteristisch in dieser Beziehung ist, daß die DreyfuSpresse ihrem Schützling zu wiederholten OH 1 Solen vorwarf, er sei nicht „theatralisch* genug, er „ verstehe nicht zu „wirken*. Erst jüngst hat sie ihm « ii Men Borwurf daraus gemacht, daß er mit dem “ Hauptmann Lebrun-Renault wie ein Officier mit dem . “beten diskutirt hat, statt ihm in theatralischer Weise 18 ien feine grenzenlose Verachtung zu erkennen zu geben.
Lei der französischen Pr, sie lassen sich solche Vorwürfe Ebings aus den National - Eigenthümlichkeiten er-
. Handlungen gemacht haben, an uns vorüberziehen zu l1“en 1 laffen.
Die Art nnb Weise, wie bieser Prozeß geführt ZOMorde» ist, hat uns Deutsche sehr befrembet. Von -ßrkleinem sachlichen Bemühen, bie Wahrheit zu finden, »ar stellenweise nur wenig zu bemerken. Die Stätte
.20 «nb Herze» lastete, ihr bas Arbeiten von Tag .00 : ?,£°g schwerer machte, baS sich schließlich auch
flt (gg ?r. •
Hk' v” i« „W11.UIU4 yui |v uivtm , UBfj *nci)|u»
it 3» «mn wieder ben Officierstaubpunkt betonte, er bliebe auf «Ic8 schuldig, was man von ihm e r te a r t e, so Wege i llßt das eigentlich nur die Deutung zu, daß ihr die i. Al «rson des Angeklagten gleichgültig ist, daß man aber urtnst men Fall zu gewisse« Zwecke« auSbeute« möchte.
idigung, wie vo« Seite« der stch als Ankläger ■ derl gebärdenden Generalstäbler wurde hauptsächlich auf iizeulii Erzielung dramatischer Effekte hingearbeitet. Durch sie sollte auf die Richter, vielleicht noch mehr auf fit Zuschauer gewirkt werden. Wen« Dreyfus in res gn Thrfine« ausbricht, so ist das schließlich zu verstehen, hcrrlb toi8 soll man aber sagen, wenn gar Labori anfängt ius i M weine», ober wenn Offiziere, wie ber Oberst
KirU diese Prophezeiungen, die ja mehr ober weniger rm« । de» Parteistandpunkt ausdrücke», wenig, wirb doch
* mit dem Urtheil die „Affaire* selbst nicht abgeschlossen
eingestellt, wobei natürlich jede Auftegnng Erregung vermiede» werden mußte, llebrigens Wellen weder Großpapa noch Martha an Eva's lartB E?8' fie kannten Beide die große Talente und l*«1 »Wetten des junge» Mädchens und waren somit 5er ben Ausgang beS Examens ziemlich beruhigt.
z-j Prozeß-Eindrücke.
•K M \ ** Die Prozeßverhandlungen in Rennes nähern ■ stch ihrem Ende. In wenigen Tagen wird ber Spruch des Kriegsgerichts falle», ber Dreyfus entweder wieder
,Ov »Wenn Du mit solchem Gesicht anfängst am .10 £“5 ExtamStage, so traut man Dir ja vo» vorn