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Deutsches Reich.

♦ Berlin, 31. August.

— Im Anschluß an den Jagdaufenthalt des Kaisers bei dem HofjSgermeister Grafen Thott zu SkabersjS bei MalmS (Südschweben) wird fich der Herrscher zur Herbstpürsche nach 9t o m in t en be­geben. Die „Hohenzollern" bringt den Kaiser am 28. September bis nach Neufahrwasser, von wo aus er nach Rominten mit Sonderzug fährt. Sollte sich bis dahin die gegenwärtige Unpäßlichkeit der Kaiserin vollständig gebessert haben, so wird die hohe Frau ebenfalls auf einige Wochen nach Rominten über­siedeln. Anfangs Oktober wird der Rominter Aufenthalt für einige Tage unterbrochen werden, da der Kaiser sich nach Langfuhr und dann voraussicht­lich auch nach Zoppot zur Theilnahme an der Ein- weihungsfeierlichkest der neuen evangelischen Kirche zu begeben gedenkt.

— Der Kaiser führt bekanntlich u. A. auch den Titel eines „Grafen von Hohenstein". Die Graf schäft Hohenstein im Landbezirk Nordhausen feiert nun am 12. November d. I. die Jubelfeier ihrer 200- jährigen Zugehörigkeit zu Brandenburg-Preußen, indem Kurfüist Friedrich III., der nachmalige erste Preußenkönig, am 12. November 1699 wieder von der Grafschaft Besitz ergriff, nachdem sein Vater, Kurfürst Friedrich Wilhelm, den Grafen Johann von Sayn-Wittgenstein mit der Grafschaft belehnt hatte. Aus Anlaß dieser Jubelfeier findet in Nordhausen an dem Gedenktage ein großer Festakt statt, an welchem der Kaiser in seiner Eigenschaft als Graf Hohenstein Theil nehmen dürfte.

— Miquel» Rücktritt wird von einem offiziösen Mitarbeiter in der Münchener „Allg. Zig." in folgender Form angekündigt: „Der Vizepräsident des Staatsministeriums, Dr. v. Miquel, leidet seit Wochen an einer Affektton der Athmungsorgane. Er steut sich darauf, noch einige Zeit der Ruhe bei seiner Tochter in Schlesien verbringen zu können. Nach seiner eigenen Bekundung steht er dem Zeitpunkt, da er seines schwierigen und verantwortungsreichen Amtes endlich enthoben sein wird, mit Sehnsucht entgegen."' — Der Rücktritt ist schon so oft angekündigt worden, daß mau den Glauben an solche Botschaften verliert. Zudem ist die „Allg. Ztg." kanalfreundlich.

— Die Beförderung des Kriegsministers v. Goßler zum General der Infanterie wird angeblich am Tage der großen Herbstparade er­wartet. Mit ihm zugleich dürfte Generalleutnant v. Stülpnagel, der kommandireude General des 3. Armeekorps, zum General der Infanterie befördert werden.

— Die „Staatsb.-Ztg." wissen, daß die Ver­setzung der Beamten, die gegen die Kanal- Vorlage gestimmt haben, in den einstweiligen Ruhe- staud bereits bestimmt verfügt sei. Sie nennt auch die Namen der Beamten. Es find angeblich der Regierungspräsident von Lüneburg, von Colmar- Meyenburg, und der Regierungspräsident von Posen, v. Jagow, sowie die folgenden Landräthe: Dr. Baarth Posen, v. Berg-Gifhorn, Graf v. Berg- Ostpriegnitz. v. Blanckenburg-Birnbaum, von Bockel- berg-Ost-Sternberg, Dr. Freiherr von Bodenhausen- Bitterfeld, Freiherr v. Bodenhausen-Lebusa-Witten- berg, v. Bonin-Neustetttn, v. Bornstedt-Arnswalde, v. Brsckhausen Dramberg, v. Dallwitz-Lüben, Dum- rath - Strasburg, Westpreußen, Hansen - Tondern, Dr. Kersten-Schlochau, v. Kotze-Kl.-Oschersleben, Kreth-Göritten, Dr. Lewald-Rawitsch, Dr. Schilling- Liegnitz, Wolf-Gerki-Mogilno und v. Wrochem- Wohlau.

— Die „Germania" dementiert die Nachricht, daß das Centrum die Rückgabe des K l o st e r S L e h n i u an einen katholischen Orden betrieben habe.

— Die Meldungen junger Mädchen, welche nach Südwestafrika übersiedeln wollen, sind so zahlreich bei der Deutschen Kolonialgesellschast ein­gelaufen, daß der vorläufige Bedarf gedeckt ist. Weitere Bewerbungen sind daher zur Zeit zwecklos.

— Die Berliner So ciald em okraten haben einen neuen Strike im Baugewerbe augezettelt, in dem die von ihnen gegängelten Akkord- arbeitir mit dem Resultat der Berhandluugen mit dem Arbeitgeberbund des Baugewerbes nicht zufrieden- gestellt sind. Sie haben daraufhin an verschiedenen Stellen die Arbeit niedergelegt uud verlangen eine Erhöhung der Löhne auf de» Bauten usw. Der Ausstand umfaßt jetzt ca. 150 Manu, doch befürchtet man eine weitere Ausdehnung.

Ausland.

Schweiz. Eine lustige Disziplin scheint in der vielgepriesenen Miliz der steien Schweiz zu herrschen. Bei Luzern ist unter den Soldaten eine starke Menterei zu Tage getreten, welche viel Auf- sehe» erregt. ES war am Frestag Abmd, als daS zu de» Gotthard-Truppen gehörende Landwehr. Bataillon Nr. 11 kantouirte. Der Compagniechef, Hauptmann Krütter in Luzern, nahm die Leute aus dem Entlebuch etwas kräftig in die Finger und be­trieb die Gewehr- und Pack-Inspektion etwas gründ­licher, als dies bei anderen Compagnien der Fall war. DaS machte böser Blut »nd durch die Reihe» ging ein lautes Grollen und Murren. Abends 8 Uhr ließ der Hauptmann seine Compagnie nochmals autreten, machte neuerdings Inspektion uud erklärte der Mannschaft, daß Jeder, der um 9 Uhr nicht still und anständig inS Qnartier etngerückt sei, mit Arrest bestraft werde. Diese korrekte, aber scheinbar etwas strenge Behandlung der 2. Compagnie brachte den vorhandenen Unwillen znm lauten Ausbruch. Der Hauptmann wurde im Nu von der ganze»

Compagnie umringt und von seine» eigenen Leuten beschimpft. Man machte Miene, den Worten Thätlich- keiten folgen zu lassen; da griffen der Feldwebel, sowie der Fourier ein und suchten zu vermitteln (!) Während dieser Zeit gelang eS dem Hauptmann, fich aus dem Soldatenknäuel herauszuwinden und sich zu entfernen. Ohne diese plötzliche Flucht wäre Hauptmann Grütter ohne Zweifel von der Mann­schaft thätlich angegriffen und mißhandelt worden. Aehnliche Fälle sind gar nicht so selten. Ob wirklich das Milizsystem, daS von gewisser Seite gern als Muster der Militärorganisation und der Disziplin hingestellt wird, zur--Nachahmung zu empfehlen ist?

Frankreich. Die Lage in Frankreich ist stationär und wird es voraussichtlich bleiben, solange die Verhaudlungeu deS Kriegsgerichts in Rennes dauern. Ein Ende derselben ist einstweilen gar nicht abzusehen, obwohl, wenn die Regierung den Willen bezeigte, der Gang deS ProcesseS wohl einer Be­schleunigung theilhastig werden könnte. Ans der Gelassenheit, womit das Kabinet der Entwickelung der Dinge zuschaut, wird daher vielfach die Folgerung gezogen, daß es den Mitgliedern der Regierung im Grunde ganz willkommen ist, durch möglichst lange Ausdehnung der Gerichtsverhandlungen Zeit zu ge­winnen. Dieser Gesichtspunkt aber wird seinerseits wiederum nur in der Annahme verständlich, daß man sich im Schooße der Regierung noch nicht hinsichtlich der alsdann zu treffenden Maßregeln einig ist und von den Ereignissen hofft, daß sie einer endgiltigen Beschlußfassung Vorschub leisten werden. In den Geueralstabskreisen treten Symptome zunehmender Nervosität hervor.

— Eine interessante Verhaftung ist vor- genontmen worden, indem der frühere Redakteur des „Petit Journal", Lissajoux, w lcher dem General­stabsblatt „Eclair" das Geheimaktenstück „ce Canaille de D." übermittelte, hinter Schloß und Riegel ge bracht wurde. Lissajoux erklärte einem „Ternps"- Jnterviewer kurz vor feiner Verhaftung: Das Original des Dokumentes „Cet animal de Dreyfus“, das er feiner Zeit dem „Eclair* * verkaufte, sei, wie ihm seine Gewährsmänner damals versicherten, ein chiffrirtes Schriftstück gewest u, worin der Name Dreyfus voll ausgeschrieben war. Beachtens weith ist die mit einem Mal aufgetauchte Verschiedenheit der Lesarten. Bisher war immer nur von ce Canaille de D . . .* die Rede.

— Der Proceß Dreyfus ist j tzi bis zur Ver­nehmung des General Delohe gediehen. Der General weist auS der Natur der im Bordereau aufgezählten Dokumente nach, daß sie von Dreyfus geliefert worden sind. Der Rigierungs-Commissar Saniere theilt mit, der Vertreter des Kriegsministers habe ihm geschrieben, daß General Deloye, welcher Direktor der Artillerie im Kriegsministerium ist, beauftragt sei, dem Kriegs­gericht alle erforderlichen technischen Informationen zu geben. Da einige dieser Informationen die Ge­heimnisse der nationalen Vertheidigung betreffen, be­antragt derRegieruugscommiffär die Oeffentlichkeit aus- zuschließen. DaS wird auch beschlossen und außerdem einen Antrag der Vertheidigung ftattgegeben, wonach Major Hartmann und Major DucroS welche von der Vertheidigung zur technischen Discnssion des Bordereaus vorgeladen sind, an der geheimen Sitzung theil- nehmen dürfen.

China. Der russische Gesandte und der englische Geschäftsträger sind übereingekomme», die Schwierig­keit, die in Hankan bezüglich des Besitzes der Firma Jardine, Matheson und Co. entstanden ist, durch Schiedsspruch erledigen zu lasse».

Aus Marburg und Umgegend.

Marburg, 31. August.

* Ein Kunstgenuß steht dem Marburger Publikum in Aussicht; es soll ihm Gelegenheit geboten werden, die beim Casseler Gesangeswettstreit gesungenen Preis­chöre kennen z» lernen. Wie »ns mitgetheilt wird, haben sich die beiden hiesigen Gesangvereine „Lieder- verein" und „Marburger Mänuergesaug - Verein', deren Concerte noch bi angenehmer Erinnerung fein werden, dahin geeinigt, am 29. Oktober d. I. in einem gemeinschaftlichen Concerte neben anderen be­deutenden Chören die Preischöre „Choral von Leuthen", „Der Reiter und fein Lieb" und „Das Todtenvolk" vorzutragen.

4- Katholische Gemeinde. Auf der Durchreise weilte gestern der Erzbischof van de Wetering aus Utrecht in Begleitung zweier holländischer Pfarrer in unserer Stadt. Er las um 8 Uhr die heilige Meffe.

* Literarisches. Bei dem andauerndeu lebhaften Jntereffe, welches weite Kreise unserer Bürgerschaft den anerkannten literarischen Leistungen unserer ehe­maligen Mitbürgerin, der Frankfurter Schriftstellerin Elisabeth Menzel entgegenbringe», wollen wir nicht verfehlen, unsere Leser auf einen neuen künstlerischen Erfolg unserer geschätzten Landsmänubi aufmerksam zu machen. In den Schilderungen der Goethefeier in Frankfurt berichtet der „Frankfurter Generalanzeiger" vom 29. d. M. also: „Das Puppenspiel vom Erzzauberer Dr. Johann Faust". Eine Tragödie in vier Akten nach alten Mustern mit einem Vorspiel und einem Nachspiel hat unsere Mitbürgerbl Frau Elisabeth Mentzel in so feiner Weise bearbeitet, daß einem das Herz im Leibe lacht. Es ist ihr in hohem Maße gelungen, uns ein klares Bild von dem zn geben, was die

Fantasie des jungen, ja damals ganz jungen Goethe zu seiner herrlichen Dichbing „Faust" anregte. WaS der Knabe Goethe sah, war ein Puppenspiel, es ist zur Tragödie geworden, die unsterblich bleiben wird. Die Schülerinnen deS Instituts Lombard

haben das Puppenspiel am Samstag iw überfüllten Saal der Loge Karl am Mozartplatz aufgeführt und zwar mit einer solchen Hingabe, so innigem Verständniß, daß die überaus zahlreich erschieneuen Festtheiluehmer nach jeder Scene reichsten Beifall spenden mußten. Schon der Festprolog, de» eine junge Dame in jeder Beziehung fesselnd vorzutragen wußte, brachte die richtige Stimmung — und dann erschienen sie alle: Faust, Wagner, Mephisto, die Frau Rath, der kleine Wolfgang und Kornelia, seine Schwester, der Herzog und die Herzogin von Parma, und sprachen so natürlich bei allem noth- wendigen Pathos, daß man mit größter Aufmerksam­keit lauschte und sich noch, und dies nicht im Ge­ringsten, über de» prächtig wiedergegebene» „Hans­wurst" erfreute. Als der Vorhang fiel, wurde Fräulein Klinkhammer, die das Spiel elnftubiit hatte, wiederholt stürmisch hervorgerufen und der Verfasserin eine herzliche Ovation bereitet. Die Darstellerin des jungen Goethe trat in den Zu­schauerraum und überreichte Frau Mentzel eine Blumenspende unter Akklamation der Zuhörerschaft.

* Personal-Rachrichten. Versetzt: der Förster Löffert zu Sieberz nach Häuserdick in der Ober­försterei Salmünster, vom 1. Oktober d. I. ab. — Verliehen: dem Univerfitätszutspächter Ober­amtmann Brennemann z» Caldern der Königliche Kronenorden 4. Klasse.

* Jnvaliditätk- und Alters - Versicherung. Während der Zeit vom 1. Januar 1891 bis Ende Juni 1899 sind von versicherter! Personen deS Kreises Marburg (Stadt) durch Vermittelung des Magistrats in Marburg im Ganzen 20 Anträge auf Bewilligung von Altersrenten gestellt worden. Davon kamen bis Ende Juni 1899 zur Erledigung: 14 durch Fest­setzung des Rentenanspruchs, 4 durch Ablehnung, 2 durch den während des Verfahrens eingetretenen Tod der Antragsteller rc Die bewilligten Altersrente» betrugen: für 6 männliche und 8 weibliche Personen zusammen jährlich — 1863 Mk. 60 Pfg. Von den 14 Rentenempfängern sind bezw. waren beschäftigt: 3 in der Industrie, 7 durch Lohnarbeit wechselnder Art, 1 im Staats- rc. Dienste, 3 im Gestndedienste. Ende Juni 1899 blieben, nach Abgang durch Tod rc, noch 6 Altersrenten mit zusammen 815 Mk. 40 Pfg. zu zahlen. Die Zahl der in der Zeit vom 23. November 1891, von welchem Tage ab gesetzlich zuerst Anspruch auf Invalidenrente erhoben werden konnte, bis Ende Juni 1899 durch Vermittelung des Magistrats in Marburg gestellten Anträge auf Be­willigung von Invalidenrenten beträgt 75. Davon kamen bis Ende Juni 1899 zur Erledigung: 55 durch Festsetzung des Rentenanspruchs, 10 durch Ab­lehnung, 4 auf sonstige Weise. Die festgesetzten Invalidenrenten betrugen für 25 männliche und 30 weibliche Personen im Ganzen jährlich 6981 Mark. Von diesen Personen waren beschäftigt: 5 in der Land- und Forstwirthschaft, 7 in der Industrie, 2 im Handel und Verkehr, 16 durch Lohnarbeit wechselnder Art, 25 im Gesindedienste. Nachdem 12 Invaliden­renten durch Tod der Empfänger und 1 durch Wieder­gewinnung der Erwerbsfähigkeit der Empfänger rc. in Abzug gekommen waren, blieben Ende Juni 1899 noch 42 Invalidenrenten im Gesamrntbetrage von jährlich 5376 Mk. 60 Pfg. zu zahlen.

* Nach dem Ve.wallungSdericht der Juva- lidenversichcrungeaustalt Heffen-Raffau für das Jahr 1898 betrugen die Einnahmen 5 774141 Mk., die Ausgaben 5 486 648 Mk., der Bestand 287 493 Mark. Unter uen Einnahmen figuriren die Beitrags­leistungen mit 3 621234 Mk., der Rest oeitheilt sich auf eingegangene Zinsen, Kapitalien u. s. w. Unter den Ausgaben sind hervorzuheben Invaliden­renten 515 287 Mk., Altersrenten 373 984 Mk., Kosten des Heilverfahrens 90 878 Mk., Erstattung von Beiträge« in Fällen der Veiheirathnng 131043 Mark, desgl. in Todesfälle» 25162 Mk., Ber- waltungSkoste» 127 036 Mk., Ueberweisung an den Reservefonds 550000 Mark, Kapitalanlagen 3 621117 Mk. u. f. w. Das Gesammtvermöge» der Anstalt betrug Ende 1898: 22 439 894 Mk., Ende 1897 betrug das Vermögen 19 466 097 Mk , also hat sich das Vermögen um 2 973 797 Mark vermehrt.

-j- Märkte. Im Jahre 1900 werden in der Stadt Marburg folgende Märkte abgehalten: 1. Februar Krammarkt, 15. Februar Schweinemaikt, 8. März Vieh- und Schweinemarkt, 15. März Pferdemarkt, 26. März Krammarkt, 1. Mai Krammarkt, 17. Mai Vieh- und Schweinemarkt, 21. Juni Schweinemarkt, 3 Juli Krammarkt, 12. Juli Schweinemarkt, 9. August Schweinemarkt, 6. September Vieh-, Schweine- und Schafmarkt, 11. September Pferde­markt, 1. Oktober Krammarkt, 11. Oktober Schweine­markt, 19. November Krammarkt, 22. November Schweinemarkt, 31. December Krammarkt.

* Ter „Lahn", Verein jüngerer Buchhändler, feiert am 16. und 17. September fein 15. Stiftungs­fest. Die Festordnung ist jetzt in folgender Weise festgesetzt worden. S o n n a b e n b, ben 16. September, Abends 9 Uhr: Fest Commers im Hotel Fretbhof (Kasernenstraße). Sonntag, ben 17. September: Vormittags 11 Uhr: Frühschoppen im Restaurant Seebobe (Reitgasse); MsttagS 1 Uhr: Festessen im Hotel Fretbhof (Gebeck ohne Getränke Mk. 1.50); Nachmittags 2V2 Uhr: Ausflug per Kremser nach Gladenbach. Nach Rückkunft AbschiebSschoppe» im Kaiserhof.

* Beleuchtet die HauStreppeu! Bei bem jetzt schon wieder früher eintretenben Beginn ber Dunkelheit seien bie Hausfrauen unb vor Allem die Hausbesitzer in ihrem eigenen Interesse an die Be- leuchtung der Treppen und Flure erinnert. Für jedes auS bem Fehlen ber Beleuchtung entstehenbe Unglück ist ber HanSeigenthümer haftbar.

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4 Turnfahrt. Auch bie hiesige Turnaem-^. ser veranstaltet am nächsten Sonntag, falls ungüs.v*r; Wetter ben Ausflug nicht vereitelt, eine Turnst * 6t Die Theilnehmer fahren mit dem Frühzuge um 6^ Vbe8 vom Hauptbahnhof auS nach Friedensdorf. $ sLph dort aus wird über Hommershausen, NiedereisE ß bi hausen, Gönnern u. s. w. nach Gladenbach man** von wo AbenbS die Rückreise erfolgt. Da die sC gesehene Tour reicher landschaftlicher Reize mch behrt, dürste eine rege Beteiligung zu empfehlen

verwies dieselbe an die Strafkammer, — sEj, Mine e gutes Zeuguiß) verschaffte sich jüngst q «n ben hiesiges Dienstmädchen auf bequeme Art. Als । auf bie

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4- Schöffengericht. [®in angenehm Hausgenosse.) Vor einiger Zett entließ $ hiesiger Dienstherr seinen Knecht, verrechnete sich bei der Auszahlung beS Lohnes zu dessen 8«^ ■ um 10 Mk. Als am anderen Tage der ■

nochmals in der Wohnung erschien, um sich ihn, ■ hörige dort liegende Sachen zu holen, trat ihm j Ehefrau seines einstigen Dienstherrn entgegen machte ihn darauf aufmerksam, baß er erst bie Loh» angelegmheit in Drbnung bringen möchte. £ie Mann gab sich bamit zufrieben, kam aber bald wich, Kcdniari und verlangte seine Peitsche. Als ihm auch dH $ nicht gegeben wurde, stieß er die F.au zurück, dr» D-mnsch in das Zimmer unb nahm sich bie Peitsche. j« gaf bedrohte er noch die Fian und das Dienstmähchi «ch eit mit nicht wiederzugebeub.lt Ausdrücken. Das Seii^ »ar nui erklärte sich in der Sache schließlich unzuständig m wnmisia

seine Stelle verließ, schrieb es sich eigenhändig g ,ii bene

ein Stück Papier ein gutes Zeuguiß. Daun m hatte, aulaßte es ein 12jähriges Schulkind, ihm biefi Miere Zeuguiß ins Dienstbuch bei der Rubrik „Grund d, aß die Dienstaustritts" einzutragen. Das Kind folgte dich euch bie Weisung und stand beßhalb heute wegen Urknuiq plren b

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bie Gebäude rc. aufgewendeten CapitalS auf 30

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größerung ber Exerzierplatzes unb bie EinriW desselben mit 4°/0 verzinst. Die Stadtverordnete $ Versammlung ersucht deshalb den Magistrat, wü» Militärverwaltung in obigem Sinne einen SetW 1

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ST Wehrda, 31. Aug. Gestern Abend ge 11 Uhr ereignete sich hier ein recht bebaueili Unglücksfall. Ein bei ber Dreschmaschine thäti 26 Jahre alter Mann, Namens Johannes A aus Kernbach gerieth beim Einführen des Gettei

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und dessen zukünftiger Schwägerin ein Disput, is « Brin damit endigte, daß die letztere einen Schlag aus Wer Belc

Hessen-Nassau und Nachbargebiete.

Fritzlar, 30. August. 13 Veteranen im Fritzlar, welche feit 1895 anerkannt, aber da vorn Staate bewilligten Mittel zur Beihilfe nicht ® reichten, zurückgestellt waren, ist nun die sta " Beihilfe von jährlich 120 Mk. bewilligt worben. Die Stadtverordnetenversammlung hat sich ihrer le?! Sitzung einstimmig für bie Beibehaltung ber Garni ausgesprochen. Sie ist bereit, bie für bie ein»

brachte ben Unglücklichen sofort in bie chiruigP Klinik nach Marburg, wo ihm bas Bein arnpnf werben mußte.

kennen, worauf feine Festnahme erfolgte.

Carbach, 30. August. Ein höchst bebaut werther Unglücksfall ereignete sich am Bau

Getreidesilos. Man ist augenblicklich baten, Alißenwänbe auszufugeu. ES sollte nun ber w? Theil beS Gerüstes entfernt werben. 3m Veg^ einen Gerüstbalken herunterzulassen verlor ber WCj Müller baS Gleichgewicht unb stürzte vom 3. 6®* teerte ans hinunter. Nach wenigen Minuten ga"

tu । schini igtn ! «sch- tenb

fopfer

im besten Atter stehenbe kräftige Mann lew Geist auf.

Walde», 30. August, »ei bem vorgestrig Unwetter entzündete ber Blitz bas Wohnhaus Landwirths Bohland. Jrn Nu hatte fich das auf die Nachbargebäude deS Landwirths SüS ' beS Revierförsters a. D. Waldschmidt fortgep“® Alle drei Anwesen wurden total eiugeäschert.

Frankfurt a. M., 30. August. Der Fr- fttrter Oberbürgermeister AbickeS veröffentlicht as--

<4>aft

in bie Maschine mit einem Bei» in das RädermHe nach Die Maschine zermalmte bas Bein vollstänbig.

Kopf erhielt. Da eine blutende Wunde entft mußte sich bie Getroffene in ärztliche Behänd begeben. Der „liebenswürdige Schwager", ben zur Anzeige brachte, würbe zu 1 Monat Gesäo unb 3 Tagen Haft, sowie dl bie Kosten verurih

* Witterung. Diese Nacht waren 14,25 Wärme. Heute Mittag hatte bie Luft eine Temperet« 21,75 Grad C. Wärme. Barometerstand 748 gegen gestern um 1 mm gefallen. Win! rchtung:

Somim-Aufgang 512 Mond-A»fgeus 1,13 Sonntu>Unlerg«H8 6,49 Mond-Umergarz 4,85

fälschung unter Anklage. DaS Urtheil lautete g S doch Freisprechung. — [®in 11 e b e n 8 to ü r b igt Spruche Schwager.) Arn 24. Juni d. Is. entstand i «e Ane bem Nachbardorf S. zwischen einem jungen Mim tarn, d

freie Unterbringung der Garnison Hierselbst nothwr werdenden Ausgaben auf die ©tabkaffe zu nehmen, falls die Militärverwaltung die Unterbot sämmtlicher Anlagen einschließlich des ringend)^ [ 0|)er Exerzierplatzes wie auch bie Errichtung eventn« Erweiterungen unb Neuanlagen selbst überniw® dagegen der Stadt eine 59/oige Verzinsung des, ü

abzuschließen.

Cassel, 31. August. Der seit Monaten I) fje Bankier August Kersten, Inhaber der Firma Kn»> u. Co, ist hierher zurückgekehrt unb hat sich (F® t) fje Morgen 6 Uhr im hiesige» LanbgerichtSgesängniß ? be­stellt. Kersten erschien in Begleitung seiner ' am Portal des Gefängnisses unb gab sich i°