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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg nnd Kirchhain.

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erkannt wird, die Möglichkeit geschaffen worden,

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Bestellungen

für den Monat September auf die

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namens der Königlichen Staatsregieruug für Mühe und Hingebung zu danken, mit der Sie "et Durchberathuug der Ihnen unterbreiteten iberischen Vorlagen unterzogen haben. ES dadmch, wie mit besonderer Befriedigung an«

die Einführung des am 1. Januar 1900 Geltung erlangenden neuen Reichsrechts für unser engeres Vaterland zur Voraussetzung hat. Auch auf ver­schiedenen anderen Gebieten der Staatsverwaltung hat sich Ihre Mitarbeit als fruchtbringend erwiesen.

Auf's Tiefste muß die Regierung Sr. Majestät des Königs andererseits bedauern, daß das große Kanalunternehmen zur Verbindung von Rhein^ Weser uud Elbe, welches einem dringenden Verkehrsbefürfniß entsprechen und den Osten und den Westen der Monarchie wirthschaftlich noch inniger vereinigen soll, die Zustimmung des HauseS der Abgeordnetc» nicht gefunden hat. Sie hält im allgemeinen Jntereffe der Landeswohlfahrt an diesem großen Werke unverbrüchlich fest und giebt sich der sicheren Erwartung hin, daß die Ueberzeugung von dessen Rothwendigkeit uud Bedeutung im Volke immer mehr Boden fassen und daß es bereits tu der nächsten Session gelingen wird, eine Verständigung darüber mit dem Landtage der Monarchie herbeizuführe». Auf Grund de» mir

ertheilten Allerhöchsten Auftrages erkläre ich die Sitzungen des Landtags für geschlossen.

Fürst zu Wied, der Präsident de» Herrenhauses, brachte dann das übliche Hoch auf unseren Kaiser aus.

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den mit

Arbeiterschutzgesetzgebung in England.

c. Wie der deutsche Reichstag die Gewerbeord- nungSnovele, die zum Ausbau unseres Arbeiterschutzes manch' werthvollen Baustein liefern sollte, unerledigt gelassen hat, so hat auch das englische Parlament eine Reihe von Entwürfen nicht unter Dach gebracht, die den dortigen Arbeiterschutz, der in vielen Stücken

Dem Liberalismus

liest das uatioualliberaleLeipziger Tageblatt" gründlich den Text, indem es schreibt:

Die nunmehr abgeschlossene oder vertagte KiisiS ist von Erscheinungen begleitet gewesen, durch die der deutsche Liberalismus, soweit er von dort aus dirigirt worden war, geradezu kompromittirt worden ist. Für das Linsengericht einer Berkehrseinrichtung und um den erhofften, aber nicht erlangten Lohn, verhaßte Gegner gedehmüthigt zu sehe», hat die Berltuer uud ein Theil der von Berlin bedienten liberalen Preffe die konstitutionellen Ueberzeugungen und Ueberlieferungen ohne Scham und Gram preisgegeben, mit Füßen getreten. Man be-

Beamten im Abgeordueteuhause uud nach Maß. regelung der festbleibenden gerufen worden, sei eine bewußte Unwahrheit. Aber die Unwahrheit ist auf der anderen Seite, und die Ableugnung erfolgt nur, weil der in der That zuletzt unter­nommene Druckversuch zum eigenen Schaden aus- geschlagen ist, und man sich überzeuge» mußte, daß, wie an einer Stelle auch ehrlich ausgesprochen wurde, die Haltung der Beamten im Abgeordueteu­hausepersönliche« Respekt" herauSgefordert hat. In Wahrheit wolle man die Ausübung verfassungs­mäßigen Rechts verhindert oder bestraft wissen, uud die Demokratie wurde dort, wo sie verhüllt anftrat, nicht schöner und loyaler. So harmlos ist doch auch kein Träger desSystems Miquel", daß er nicht verstehen sollte, was gemeint ist, wenn Preß­organe gegen allen Brauch hinter den Namen von Abgeordneten, die gegen die Regierung gestimmt, deren Beamteucharacter aufführen. Nein, eS war nicht schön und nicht klug."

In kühnen Bildern leistet dieBoss. Ztg." hin und wieder recht AnerkennenswertheS. Neuestens ergötzt sie die Welt mit folgendem köstlichen Aus- spruche:Die Konservativen haben in der That das Ei des Kolombus (!) zerschlagen, sodaß der Dotter auSlief und aus dem Eiweiß dem Centrum nicht einmal eine Omelette gebacken (!) werden konnte."

Eine Ausschlachtung Goethe'S zu socialdemokratischer und anarchistischer Propaganda ist daS neueste GeschäftSunternehmen der findigen .Genosse»". Durch Auszüge theils unverstandener, theils übel angewandter Aussprüche des großen Dichter» wolle» die Soclaldemokrate» den Schein verbreiten, al» sei Goethe einer der ihrige» gewesen! Bisher hat ma» auf socialdemokrattscher Seite über Excelleuz von Goethe" gespottet heute durch, stöbert ma» seine zahlreichen Werke, um etwas herauszuschlagen". Selbst die nicht gerade im Mammon wühlenden Berliner Anarchisten lassen es sich etwas kosten und geben al» August-Ausgabe des Socialist" ein sehr hübsch auSgestattetes Heftchen mit Aussprüchen Goethe'S heraus. Darin heißt eS u. A.:Du fühlst eS ja doch selbst, du junge Generation, daß Goethe kein großer Todter, sondern »nser ewiger Zeitgenosse ist". Hätte Goethe daS erlebt!

Umschau.

Der Schluß der Landtagssession.

Die verschleppte Krisis" ist doch wenigstens zu etwas gut. DieFreisinnige Zeitung" nämlich benutzt die Gelegenheit, i» folgender Form Geschäftsreklame zu machen:

Die verschleppte Krisis wird in ihren Wirkungen und in ihrem Verlauf auch in den folgenden Wochen alle politischen Kreise lebhaft beschäftigen. Man abonnirt auf dieFreisinnige Zeitung" u. s. w."

Also immer heran, wer vonverschleppter Krisis" hören will. DaSAllerneueste" auf jedem Gebiete zu dem billigsten Preise allein in dem politischen Geschäftslokal des Herr» Eugen Richter! Die goldene Huudertzehu kann von dem Herausgeber derFrei- sinnigen Zeitung" noch viel lernen!

Diejenigen, welche von der Schlußsitzung der Häuser des Landtages noch eine besondere aschung erwartete», find durch die Thalsachen enttäuscht worden. Die erhoffte Strafpredigt für konservativen ist ausgeblieben. Kurz vor 3 Uhr n der Saal des Abgeordnetenhauses sich laug- zn füllen. Auf der Rechten und im Centrum ü die Zahl der LandtagSmitglieder langsam an, d die Besetzung auf der Linken sehr dürftig - Die Unterhaltung war eine sehr lebhafte, bis b Minute» »ach 3 Uhr Fürst zu Hohenlohe an Spitze des Ministeriums eintrat, und der Präsi­des Herrenhauses Fürst zu Wied, die Sitzung ete. AIS der Reichskanzler daS Wort erhielt, ten die Landtagsmitglieder schnell den Minister- /kn W und bei gespannter Aufmerksamkeit verlas ------ -Ministerpräsident die Allerhöchste Botschaft, welche den ^btr beidenHäuser de» Landtages auSsprach. Kaum JT. « geendet und die Botschaft dem Präsidenten Zeichen lassen, als dieser sogleich daS übliche Hoch Dringen sich anschickte. Doch Fürst Hohenlohe c abwehrende Armbewegung, er war noch '/KKrt ®nbe Jetzt trat eine gespannte Stille ein, * uran eine Stecknadel fallen gehört hätte, bis zv -rnischeinlich kam nnn die ltberalerseitS angekündigte -chredigt. Aber eS wurde wieder nichts. Fürst verlas »nr folgende Erklärung:

11111» Meine Herren! Am Schluffe dieser! ungewöhnlich nuvg iffiea und arbeitsreichen Session ist es mir Bedürfniß,

gegen de» unsrtgeu »och zurücksteht, auszubaueu be­stimmt wäre». Unter de» unerledigten Entwürfen befindet sich ein solcher, der die Ausdehnung aller SanitätSvorschrifteu auch auf die Heimarbeiter aus» dehne» und für die gesundheitlichen Verhältnisse ihrer Wohnungen sowohl HauSeigeuthümer als auch Mieter uud Vermieter haftbar machen will. Weiter solle» neue Vorschriften über Lichtzuführung, Kanalisierung und Ventilation in Fabriken erlaffen, uud soll eine Neuregelung der Frauen und Kinderarbeit, in Bezug auf welche bei uns schärfere Lorschristeu bestehen, vorgenommen werden. Ein anderer Antrag auS dem englische» Parlament will die Herbefführung eines Verbots an die Arbeitgeber, ihre Arbeiter zum Aus­tritt aus einer Koalition, oder zum Beitritt zu einer solchen zu veranlasieu, oder dies zu einer Bedingung ihres Arbeitsvertrages zu machen. Unsere Social- demokraten und Socialpolstiker gehen in dieser Hinsicht weiter, sie möchte» de» Arbeitgebern überhaupt ver­bieten, sich zur Vertheitiguug gegen die Gewerkvereine zu koalieren. Anscheinend ist man in demsocial- politischen" englischen Musterstaate lange »och nicht s» fortgeschritten" wie bei uns.

n. Vereinzelte Pestfälle werden aus portugiesischen wie auch aus russischen Plätze» fignalisirt, was zu dem Schluffe führen könnte, daß sowohl im Weste» wie im Osten unseres Welt« theil» die Seuche int Vorrücken begriffen ist wenn nicht der ganze Charakter dieser Krankheit ein langsames, stetiges Borrückeu auf der ganzen Front sehr wenig wahr­scheinlich machte. Die Pest ist nicht wie die Cholera, weder ihrer Entstehung?- noch ihrer Fortpflanzungsweise nach, und selbst wen» sich in Portugal wie in Rußland einige richtigeSeuchenherde" gebildet habe» sollten, so folgt daraus doch keineswegs eine entsprechende Steigerung des AuSbreitungSvermügenS über Länder mit normaler VolkShygiene. Wie fast alle orientalischen Epidemie» gehört auch die Pest zu den Krankheiten, welche zur Entfaltung ihres vollen Ernstes des traditionellen orientalischen Milieus, also des Fatalismus, der Abneigung gegen energische Reformen in Bezug auf Gesundheitspflege, Lebenshaltung :c. bedürfe», und außerhalb des ihnen zusagenden Nährbodens sehr rasch den Charakter einer Masseuheimsuchung ver­lieren. Mit gelegentlichen Eiuzelfällen wird natürlich jede vorausschauende Behörde zu rechnen und danach ihre Vorkehrungen zu treffen habe», namentlich in Welthandelsplätzeu wie London rc. Allein wenn der oberste Sauitätsbeamte des Londoner Hafens, Dr. Collingwood, seiner festen Ueberzeugung Aus­druck giebt, daß eine Pestepidemie nicht zu besorgen sei, so ist dieses Urtheil nicht etwa das Ergebniß eines beschwichtiguugSteudenziösenOptimiSmuS, sondern stützt sich auf die auS langjährigen praktische», in de» Pestländern gemachten Erfahrungen, daß die Krankheit in noch höherem Grade als die Cholera, iu ihren ersten Anfängen zu ersticken ist, wenn man

erkannt wird, die Möglichkeit geschaffen worden, kommt zwar jetzt zu lese», die Behauptung, daß diejenige» Gesetze rechtzeitig zu verabschiede«, welche »ach einer Pression auf die kanal-oppositionellen

Waah FreiSblatt für die Kreise Marburg uni bbei9 irchhain",Illustriertes Sonntags l satt" undVerlooiungsliste der (557* !gl. preußischen Klassenlotterie" gjAn -erden von allen Postanstalten, Landbrief- tigern, in der Expedition (Markt 21), sowie ichend m ""seren Filial-Expeditionen in Kirchhain, eustadt und Wetter entgegengenommen.

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* walten« Zelle oder bereit Raum 10 Psg., Reklamen; die Zeile 25 3& Donnerstag 31. August 1899. S. L. Daube & So', Frankfurt -.^.."^li^HannEr.^Par^s >)Ärg

6 Nachdruck verboten

S| I« Widerstreit der Gefühle.

S6d Roma» von C. Wild.

** ] r tFortfotzmr»)

IX. Capitel.

*» ist, daß er Vergangenes bald in den Hiuter-

im

harte sich schnell in der ProfessorS-Familie ® der Residenz eingelebt. Sie war noch in

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k die Professorin nannte, brachte dem Kinde /**le Liebe entgegen, daß dasselbe selbst diese ^Anwandlungen bald überwand »nd stets nur 94fr und zufriedene Zeile» au die »uu so viel

Mutter saudte.

JXteMht? paar Jahre flössen schnell dahin. Eva machte ^»«schritte in der Schule und verbrachte all- erficht 5 die große» Sommer- und die kurze» Weih- Sersitk"We« im großväterliche» Hanse, wo man sie .flitbe* Ungeduld erwartete uud mit heller Freude lS1#i N- Da gab eS den» natürlich des Erzählens

" utl oitfiocni tingcicui. e>ie war not» m y ' Wtflfee« Jahren, wo der Reiz jeder Nenhett A iH ist, daß er Vergangenes bald in den Hiuter- tS-» » drängt.

v gU fand in der große» Schulanstalt schnell 87N Finnen, und wenn sie auch weder de» verstorbenen

Vi v. "a-h ihr ferne» Mütterehe» vergaß, so erblaßte

% . **8 Bild de» Elftere« sehr. Mtt dem wöcheut-

y IsM 1 ®tief in dir Oberförsterei flog natürlich jedes- y21O0J ist warmes Kindesgefühl in heißer Liebe zur , kl Anfangs empfand sie auch, besonders beim

l'* Angehen, ein heiße» Sehnen nach den Mutter-

I aber die warmherzige Großmama Saalfeld,

Eva hatte einen Helle» Blick und eine scharfe Be­obachtungsgabe, so daß sie alle Schulfreundinnen, die Lehrer die Bekannte» des Saalfeld'sche» Hauses sehr tteffeud schildei te und besonder» dem Großpapa Oder- förster durch einzelne ihrer charakteristische» Bemerk­ungen viel Vergnüge» machte. Wen» Martha manch­mal tadeln wollte, so pflegte der alte Herr wohl lächelnd z» sagen:

Gieb Dir keine Mühe, Mamachen, daS ist der Fortschritt der Zeitalters; Du warst lange nicht so klug al» unser Eschen, uud nun gar ich erst. Die Kinder find heutzutage sch»« von 6eburt an scharf­sichtiger, als eS früher Mode war."

AthemloseS Jntereffe verrieth Eva jedoch stet» von Neuem, so oft Martha oder der Großvater zu ihr voo den Reisen oder Studien de» verstorbenen Vater» sprachen.

Hat Dir denn der Papa nicht auch so schöne Sache« mitgebracht, wie Onkel Erich neulich Groß­mama Saalfeld geschenkt hat? Zu schön, Mama," sprach sie eine» Tages. Vic les hat aber Großmama ja nicht genommen, schöne Schmucksachen, Stoffe uud allerlei wundervolle Geräthe! Die hat sie Onkel Erich alle zurückgegebeu und sagte dabei:DaS paßt für uns alte Leute nicht mehr; da» wolle» wir Alles sorgfällig verpacken, bi» Du Dir einmal eine Fran suchst, «etu Junge!" Onkel Erich hat dazu aber nur den Kopf ernst geschüttett und mir, denn ich war natürlich dabei, als er auspackte, über da» Haar gestrichru und gesagt:Sieht Eva ihrer Mutter nicht wirklich sehr ähnlich?"Ja, sprechend ähnlich," hat die Großmama geantwortet und dann hat Onkel Erich sehr laut geseufzt und ist hinausgegaugeu. Aber er hat mir einige ausländische Kleinigkeiten für

Dich mstgegeben. Er ist auch gleich nach L. ge­fahren und hat mich mttgenomme» und wir haben zusammen Papa'» Grab besucht. Ach Mama, da hättest Du ihu sehen sollen! Er muß Papa sehr geliebt haben und ich habe ihn auch »ach viel lieber feit jener Reise! Er ist auch so gut zu mir; wenn er Nachmittags Zeit hat, ruft er mich stets in seine Stube und spricht über meine Arbetteu mit mir, »nd so, als ob ich schon ganz vernünftig wäre, »nd dann komm ich mir immet viel größer und erwachsener vor uud manchmal denke ich, ich könnte wirklich etwas leiste». Er ist ein wundervoller Mau», Mamachen, nur eins gefällt mir nicht an ihm: daß er nicht hat mit zu Dir kommen wollen. Ich bat ih« selber, mich zu begleiten, aber er Hai es mir gleich und sehr ernst abgeschlagen »nd gesagt:Ich kann nicht mein Kind, bitte mich nicht darum; später werde ich schon einmal mit Dir reifen." Ist das nicht sehr sonderbar, Mama? Ich kann es nicht begreifen."

Zerbrich Dir nur nicht Dein thörichteS Köpfchen darüber," entgegnete lächelnd die Mutter.Ich kann mir natürlich Onkel Saalfeld'S Gründe auch uicht er« klären, um so mehr, da er so herzlich an mich ge­trieben hat, aber Du weißt, Gelehrte find wunder­same Heilige und da Du im übrige» tägliche Beweise von Onkel Erichs Liebe empfängst, so mußt Du Dich schon au seine kleine» Eigeuthümlichkeite» gewöhnen.

Eva reifte denn auch stets wieder sehr vergnügt in die Hauptstadt zurück und die sie Halbwegs be­gleitende Dorothea konnte nie genug erzählen, mit welcher Freude die, Eva, entgegenkommende Großmama Saalfeld das Kind empfange» habe.

So rückte auch der Termin zu Eva'S Einsegnung Hera» u»d eS wurde eiusettig beschloffe», daß der

Großpapa Oberförster »nd Martha nach der Haupt­stadt reifen sollte», um der feierliche» Handlung bei- zuwohue».

Erich hatte mit »uermüdlicher Sorgfalt an der Ausbildung deS jungen Mädchens gearbeitet und ihr fast alle seine freien Stunden gewidmet. Wie er­staunt, ja fast entsetzt war mm Eva, als der Vor­mund, etwa eine Woche vor der Einsegnung, plötzlich beim Abeudeffeu die Mittheilung machte, daß er ganz rothgedrunge» eine Reise machen müsse, da er in dm Archive« einer benachbarte» Universität Nachforschungen vorzunehme» hätte, welche seine Gegenwart erforderten, und zwar sofort!

Großpapa »nd Großmama Saalfeld schüttelte» taurreud und mißbilligend ben Kopf, Eva schlich trübselig zur Ruhe. Am nächste« Morgen schon reiste Erich. Ihm ft Iber schien der Abschied auch schwer zu werde», doch versprach er Eva, ihr a» ihrem Ehre»- tage zu beweise», daß er iu Gedanke» bei ihr sei» werde.

Eva'» Frmde war dadurch sehr gestört. Immer wanderte» die Gedanke» zu dem Fetueu, und selbst >ie Ankunft der Mutter und des Großvaters konnte >as Bild des Vormunde» nicht in de» Hintergrund drängen.

Martha war nicht wenig erstaunt, bei ihrer Am !ünft zu finden, daß Erich verreist war; die Entfernung konnte ja eine zufällige fein, aber unwillkürlich drängte sich Martha das Gefühl auf, daß Saalfeld gegangen sei, um ihr auSzuweiche», und das gab ihr zu denke» und zu grübeln.

(Fortsetzung folgt.)