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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universitäts-Buchdruckerei iu Marburg. Verantwortlich für die Redaktion! Redakteur Hans Hupfer in Marburg-
Expedition: Markt 21. - Telephon 55. »l VRedaktion: Markt 21. — Telephon 55.
*30' t va Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition dieses Blattes, die Annoncen-
V-LH- LI Bureaux von Haasenstcin & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Magde- n *
_, , r, . „ bürg, Wien; Rudolf Masse, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; 04. ^5Ul)Ty.
Sonntag, 20. August 1899. C. L. Daube & Co., Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris re.
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(1115 die Kanalvorlage, das Hauptkampfobjict der Tagung.
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Ja, diese Kanalvorlage. Sie hat die G.ister mächtig aufgerüttelt und eine Bedeutung angeusmmen, di- well über das wirthschaftltche Gebiet hinausreicht. Während wir diese Zeilen schreiben, entscheidet sich «Abgeordnetenhaus wahrscheinlich das Geschick dieser
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Man hat sich von liuksliberaler Seite bemüht, *8 Konservativen aus dieser Opposition einen Strick £ drehen und das Schlagwort „Auflehnung gegen die Königliche Gewalt" gehörig ausgebeutet. Gerade «e Kreise, die sich eine Beschränkung der Königlichen «walt über das durch die Verfassung festgesetzte Retz hinaus zur Aufgabe gemacht haben, diesmal
Eine parlamentarische Saison im Hochsommer — strwahr ein äußerst seltener Anblick. Das letzte Mal »ar es wohl im Jahre 1893, daß ein Parlament Men in der Arra der Hundstage zusammentrat — ter Reichstag der zur Berathung der Militärvorlage ta Juli etnberufen wurde. — Damals aber hatte das Parlament nur diese eine Vorlage zu erledigen, während t-m preußischen Abgeordnetenhaus, tas am vergangenen Mittwoch wieder zusammen- getreteu ist, eine Fülle von Arbeiten vorliegt. Das Ginführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuch muß jettizgistellt werden, die Gesetzentwürfe über die Gerichts- und Polizeiorganisation in den Vo orten
Lorlage. Wie es ausfalle» wird, läßt sich, wenn 'XIII auch die Opposition bei der zweiten Lesung • aber eine starke Majorität verfügte, nicht vor-
«ehr Berlin? harren derErlediguug, dieGemeinde-Wahlreform s-ll durchberathen werden, vor allem aber natürlich
. . besagen. Soviel steht aber fest, daß sich 61 ^ese Vorlage, für die der Kaiser persönlich ein- 50<X),-! ^treten ist, noch manche wichtige Entscheidung auf langem igbetem Gebiete knüpfen wird. Die Folge« der . heutigen Beschlüsse bcr Abgeordnetenhauses können waw sich unter Umständen nicht nur in Preußen, sondern en als wch jm ganzen Reich geltend machen und werden rgev HSj ffa uns Konservative jedenfalls von schwerwiegender 68 Bedeutung werden.
fGwtt ®ie Haltung der Konservativen wurde «ch der Dortmunder Kaiserrede viel erörtert, freilich, nm I l>aß dabei etwas sonderlich Gescheites heraus- i^Minen wäre. Es kann ja hier die Frage un- X-i berührt bleiben, ob die g genwättige Haltung der tnselvativen Partei taktisch richtig ist — umsomehr nunn M hte Parteileitung erklärt hat, in dieser Frage, in
L es sich ihrer Auffassung nach um die financielle»
v Grundlagen des Staatswesens handelt, nicht nach ?^°n Gesichtspunkte» die Entscheidung treffen zu 2*1 ®®*tn — dem Umstande aber, daß die konservative
Etion des Abgeordnetenhauses in ihrer Mehrheit ■■■ a Opposition gegen die Krone tritt, müssen wir doch e ewige Worte widmen.
* A* Nachdruck verboten
168161 3m Widerstreit der Gefühle.
Lenes
31ut-
Roman von C. Wild.
j (Fortsetzung.)
! Der Oberförster erhob sich bald und schritt zu« : W in den Hof, nm die Wirthschaft zu inspiziren, sMtz den Hunden zu sehen und seine Leute aus »e Posten zu schicken.
Ettch dankte der HauSfta» herzlich für ihre Güte Georg rückte nur schweigend einen Kuß aus M Hand. Dann wandte er sich zu Martha, die M ernst gestimmt schien durch den stummen Vor- ihrer Mutter.
R.-Run dürfen Sie aber auch nicht ttaurig sein, Fräulein," begann er, doch sowie er sprach, j ”** eine Thräue in Martha'S Auge.
ich weiß, Mama hat mich falsch der- und da» schmerzt mich so; aber eS war * 6ar nicht, al» kenne ich Sie erst einen Tag, ? darum habe ich erst da» Gefühl, als ob ein ‘ mich der lasten wollte. Jetzt will ich aber ; 5 Muttti gleich sagen, sie muß mich erst wieder y^dlich anblicken, eher kann ich nicht froh werden," T* damst wandte sie sich der Oberftrsterin zu und schlang st«.
" .v .Mütterchen," flehte fie halblaut, „Mütterchen, gut, Du hast mich mißverstanden."
* ».Immer leiser und leiser wurden ihre Bitten, , und Georg traten zum Fenster, denn e» setzte < Verlegenheit, bei dieser «»»spräche zwischen md Tochter zugegen zu fein. Georg fühlte J dadurch jedoch tief bewegt. Er that in diesem T^ttent einen Blick ht dar Seelenleben dieser Mutter
als Vertheidiger der Krone — wirklich ein Bild zum Malen. Wenn man nur nicht wüßte, daß gerade dieselben Parteien den Konservativen später Mangel an Unabhängigkeit vorwerfen werden. Wie aber, wenn jetzt die Konservativen den Spieß umdrehen und die Herren Liberalen, die jetzt über die „unzulässige Haltung der Beamten" zetern, einmal nach dem Recht der freien Meinungsäußerung und deS Wörtchens „liberal" fragen würden?
Soweit die Uebersicht über die Erörterungen, die durch die Wiedereröffnung der parlamentarischen Saison verursacht worden sind. Diese Erörterungen füllten fast ausschließlich den für die innere Politik zur Verfügung stehenden Raum der Zeitungen, da auf diesem inner» politischem Gebiete Ereignisse irgendwie erheblicher Art in der vergangenen Woche nicht zu verzeichnen waren. In das Gebiet der auswärtigen Beziehungen greift eine Forderung ein, die aus Anlaß dcsProcesseS in Rennes von verschiedenen — natürlich dreyms« freundlichen — Blättern erhoben worden ist. Man verlangte von der deutschen Regierung nicht mehr und nicht weniger, als daß sie den nenne, der ihr Dokumente geliefert habe. Diese Forderung ist ein erneuter Beweis dafür, welche Verwirrung der unselige Proceß in den Köpfen angerichtet hat. Die deutsche Regierung hat doch wahrlich schon genug gethan, indem sie erklärte, daß DreyfuS mit ihr nicht in Verbindung gestanden hat. Sollte Drehfus nur unter dem Verdacht stehen, daß er nur an Deutschland Mittheilungen geliefert hat, so besagt doch die bündige Erklärung für jeden vernünftige» Menschen geuug. Unvernünftige aber würde» auch dadurch nicht befriedigt werden, daß Deutschland einen eventuell von ihm benutzten Agenten steigiebt. Es ist daher völlig überflüssig, Worte in dieser Angelegenheit zu verschwenden.
.Charakteristische Momente birgt dieser Dreyfus- Prozeß in Hülle und Fülle. Als am interessantesten freilich möchten wir die Aussagen des Generals Mercier bezeichnen. Daß dieser General allen Ernstes glaubte, Deutschland werde den Fall DreyfuS und die Schimpfreden der Pariser Hetzblätter zu einem cacus belli machen, ist mindestens ebenso drollig wie die durch die Aussagen Merciers bekundete Angst der damaligen Befehlshaber vor einem Kriege mit Deutschland für die Zustände im französischen Heer bezeichnend sind. Auf solche Kriegshelden kann Frankreich wirklich nicht stolz fein.
In diese Kategorie der charakteristischen Momente gehören auch zwei Folgeerscheinungen des Process.s. Der Kampf der Leidenschaften hat zunächst ein häßliches Verbrechen gezeitigt. Labori, einer derVertheidiger des DreyfuS, ist von einem Landstreicher durch einen Revolverschuß verwundet worden. Daß das Attentat von den Nationalisten vorbereitet worden ist, wie die Dreyfusler behaupten, möchten wir, trotz dem ja in Frankreich fast Alles möglich ist, bezweifeln.
und dieser Tochter, und er wünschte, daß es ihm vergönnt sei» möge, diesen edlen Frauen nicht wieder ftemd zu werden.
Nach einigen Minuten wandte sich die Ober- sötsterin zu den jungen Männern, legte Georg die Hand auf die Schuller und frogte in freundlichem Ton:
„Wollen Sie sich nun meinem Manne zngeselleu? Wir haben in Han» und Hof tüchtig zu schaffen und kommen den Herren später nach in den Wald. Wir wissen den Weg zu den neuen Pflanzungen ganz genau."
Damit verbeugte sie sich und schritt aus dem Zimmer, von Martha gefolgt, die im HinauSgehe» den Herren durch Thränen zulächelle und ihnen zurief:
„Auf Wiedersehen im Walde!"
Erich und Georg Hollen au» ihrem Zimmer ihre Hüte und rillen dem Oberförster nach, nm mtt ihm ihre Wanderung anzutreten. Sie fanden ihn im Hofe mit einem allen Waldwärts am Hundestall beschäftigt.
„Nur heran, meine Herren, ich statte hier eben einen Ehrfurchtsbesuch ab. Sehen Sie nur den schönen allen Hühnerhund, er ist ein würdiger all» Herr, bcr mir mehr al» zehn Jahre hindmch treu gedient hat. Sie glauben nicht, wie ich an dem guten Thi« hänge, e» ist mir wie ein lieber Freund geworden, und jetzt sehe ich mst «uftichtigem Schmsz sein baldige» Ende voran». Sie können sich gar nicht eerftelen, wie man sich an ein solches treues Thier gewöhnen kann. Nicht wahr, Feldmann? Ihr nnb ich, wir haben den alten Hektor am liebsten?"
„Zu Befehl, Herr Obttförster," antwortete der alle runzelige Mann, indem er militärisch grüßte,
Die Untersuchung wird darüber wohl Aufklärung geben. Streift dieser Vorfall das Tragische, so greift die Verhaftung Döroulede's und die beabsichtigte Verhaftung des Antisemitenführers Gueiin mehr auf da» komische Gebiet hinüber. Döroulede, der schon seit Langem nicht mehr ernst zu nehmen ist, soll angeblich ein Complot angezettelt haben. Bis jetzt aber hört man noch nichts übs die Beweisstücke für das Bestehen eines derartigen Anschlages; die Regierung wird sich wohl nur dieses Schreiers haben versichern wollen, um Kundgebungen in RenneS oder Paris nicht aufkommen zu lassen. Bei Guerin ist ihr aber die Verhaftung gründlich mißlungen, Eue? in hat sich int Hause der Antisemitenliga verbanikadirt und wird dort von Infanterie und Polizeibeamteu regelrecht belagert. Ja, um daS Kriegsspieleu noch vollkommener zu machen, verhandelt Waldeck-Rousseau mit ihm durch Parlamentäre über die Bedingungen der Uebergabe. Fürwahr eia seltsames Schauspiel, das natürlich die Pariser in Massen anlockt.
Die große Frage der Auseinandersetzung zwischen England und Transvaal ist noch nicht entschieden. Transvaal ift abermals einen Schritt ent« gegengetommen, indem es einer Prüfung der Chamber- lain'schen Vorschläge durch eine Commission zustimmte, falls Garantieen für die Selbstständigkeit Transvaals gegeben würden. Ob damit aber Chamberlain, bet auf eine völlige Unterwerfung Transvaals hinarbeitet, gedient ist, scheint mehr als fraglich. Vielleicht mahnt ihn allerdings auch der bedeutsame Schritt, den Rußland durch die Erklärung TalienwanS zum Freihafen und die Ankündigung des Baues einer russischen Stadt bei diesem Hafen soeben gethan hat, dazu, sich in Afrika nicht allzu stark zu engagirett. Auch die ^stetig zunehmende Gährung unter den Einwohner» Südaftikas dürfte ihn kcum ermuthigen, die Dinge auf die Spitze zu treiben. Vielleicht bringt die nächste Woche in diese Angelegenheit eine Klärung.
Umschau.
Die Ansprache des Kaisers bei S t. P r i v a t.
Die Ansprache, die der Kaiser bei der Enthüllung des Denkmals des erfien Garderegiments z. F. bei St. Privat gehalten hat, ist bedeutungsvoll vor Allem durch die Ehrung, die der Kaiser neben den deutschen auch den französischen Gefallenen hat zu Theil werden lassen. Zweifellos wird diese Ehrurg jenseits der Vogesen ihres Eindruckes nicht verfehlen; ist sie doch ein neuer Ausdruck der echt ritterlichen Denkweise Kaiser Wilhelms und ein Beweis der hohen Achtung, die er den unterlegenen tapfere« Gegnern zollt. Es wird auch nicht an
Stimmen fehle», die die Ansprache des Kaisers gleich seinem Besuche auf der „Iphigenie" für ein Symptom
„aber Seiner hat ihn so gut gekannt, al» der Herr Obersörster und ich, und der Hund kennt uns beiden auch am besten. Nur das kleine Fräulein noch, die hat ds alte Hektor auch lieb; die hat er auch groß ziehen helfe«, nicht wahr, Alter?" und dabei klopfte er mit der Hand dem Hunde den schönen Kopf mit den guten treuen Augen und den langen hängenden Ohre«.
„Wissen Sie wohl noch, Herr Obeiförsts, wie wir uns gefreut haben, als daS kleine Fräulein so et ft sechs oder sieben Jahre alt war und dann unter des Alten Schutz hinau» kam und dem Herrn Oberförster das Frühstück brachte?" Das Körbchen trug fie an einem Arm, mit dem anderen Händchen hielt fie den Heüor am Halsbande fest, und so kamen die Beide an, wenn wir auf den Pflanzungen ober beim Holzfchlagen waren. Na, da hätte mal Siner daS Kindchen anfaffen sollen, der Hektor hätte ihn wohl selbst umgebracht l"
„3a, ja, alter Feldmann." unterbrach ihn jetzt der Oberförstn lächelnd, indem er den jungen Leuten zublinzette, „ich weiß da» Alle» «och sehr gut, und den Herren hin könnt Ihr'» noch ein andneS Mal erzähle«; ich muß nun hinaus. Also wie gesagt, gut auf die Suppe für den Hektor Acht geben, beißen kann d« alte Herr nicht mehr, darum macht e» ihm nur mundgerecht. So lange wir ihn noch haben, wolleu wir ihm da» After so viel wie möglich er. ttäglich machen."
„Die Suppe besorgt das kleine Fräulein schon, Herr Oberförster, da» läßt fie fich nicht nehmen, — na, und sür aller «niete werde ich schon nachhelfen,' brummte bet alte F.ldmaun und daun redete er dem Hunde zu, fich zu nheben und aus seinem Stalle zu
eines sich vollziehenden Ausgleiches des deutsch- französischen Gegensatzes erklären. lleberhiebene Schlüsse wird man aus der Rede natürlich nicht ziehen dürfen; immerhin deutet sie aber von Neuem auf die ftiedliebende Gcfinnnng des Kaisers hin, die nachgerade übrigens auch bei unseren Nachbarn im Westen immer mehr zur Anerkennung gelangt.
AuS der Partei.
Die Leitung der konservativen Partei erläßt folgende Erklärung: ES ist neuerdings mehrfach der Versuch gemacht worden, in der Presse die Meinung zu erweck-n, al» sei die konservative Partei von den im Tivoliprogramm niedergelegten, insonderheit von den auf die Judenfrage bezüglichen Grundsätzen abgewichen. Diese Behauptung ist grundlos und unbewiesen. Eine Aendsung in der Stellung der Partei ist nicht eingetreten und wird von keiner Seite geplant.
Die Socialdemokratie und die Frauen.
Im Jahre 1897 waren in den Gewerkschaften 14644, hn Jahre 1898 14381 Frauen organistrt, das ist ein Verlust von 1153. Er erhöht sich noch um etwa 600, denn unter den 13481 weiblichen Mitgliedern in diesem Jahre befinden sich die 600 Buchdruckerhülfsarbeiterinnen, die obgleich organisirt, 1897 in den Listen nicht aufgeführt werden. Für die Leitung der Generalstreikkommisfion ist die That- sache sehr schmerzhaft, um so mehr, als sich die Antheilnahme des weiblichen Geschlechts an der ErwerbSthätigkeit in fortgesetzter Steigerung befindet. Gründe, weßhalb die Frauen von der organisirten Socialdemokratie nichts wissen wollen, sind natürlich feil wie Brombeeren und die Generalstteikkommission sagt iu ihrem Bericht:
„Es ist zu berücksichtigen, daß die jüngeren Arbeiterinnen in der Hoffnung, durch bett Eintritt in die Ehe aus ber Fabkrik ausscheiben zu können, wenig Neigung zeigen, an ben ernsten Bestrebungen ber Gewerkschaften theilzunehtnen. Die ver- heiratheien Arbeiterinnen betrachten ben Arbeitslohn vielfach als einen Zuschuß zu dem Arbeitseinkommen des Mannes und sind nur schwer dafür zu gewinnen, diesen Zuschuß durch den Lohnkampf zu erhöhen."
Mit anderen Worten, sowohl die jüngeren als auch die älteren «ibeiterknen sind von bett Bestrebungen ber socialbemokratische» Gewerkschaft wenig erbaut. Das ist ein Lichtblick, baß die deutschen Arbeiterinnen kühl bis in's Herz gegen die socialdemokratischen Lockungen bleiben. Alle die socialdemokratischen Rednerinnen, die Ihrer, Zetkin, Wengel, haben Tausende von Reden gehalten, in socialdemokratischen Phrasen förmlich „gemanscht" und das Alles ist für nichts gewesen.
kommen, indeß die Herren durch das Hau» zurückgingen.
Der Oberförster trat noch einmal in fein Zimms, hängte Flinte und Patronentasche um, steckte Cigarren und Feuerzeug in die Tasche, griff nach einem tüchtigen Stock, bet mit etlichen seiner Brüder in ber Ecke stand und lud die Herren gleichfalls ein, sich eine ordentliche Stütze aus seiner Sammlung auszu- suchen. Alsdann schrstt er den jungen Leute» rüstig Vota» in ben schöne» Wald hinein.
Da» Gespräch knüpfte fich an ben alten Hund und ben alten Forstmensche» an und in Allem, wa» ber Oberförster sagte, zeigte fich sein einfacher grabet Sinn, aber auch sein braves Hsz unb sein reine» Gemüth. Seinem Herr» »»b seinem Gotte treu gewissenhaft zu bienen, feiner Familie ein wahrer Beschützer nnb Bata, seine» Leuten ein milder aber gerechter Vorgesetzter zu fein, das waren die Ziele, die ber Oberförster einzig nnb allein im Ange hatte; darüber hinan» hatte er keine Wünsche. Er erzählte den junge» Leuten, wie er eigentlich vo» seinen Elter» zum Offizierstande bestimmt worbe» sei, wie eS ihm aber eng beklommen in ben Schulklassen gewesen sei und er, nach glänzendem Durchfallen im Examen, mit Hilfe ber sanfteren Mutter eS erreicht hätte, feinen eigenen Weg in ben grüne» Wald zu gehe» und die Forstkarriere einzuschlagen. Damals seien dafür noch nicht so viele Prüfungen nöthig gewesen, und so habe er sich denn sofort in die volle Praxis gestürzt und fei nun doch wohl ein ganz erträglicher Försts geworden. Dann zeigte er den jungen Leuten Wege unb große Anpflanzungen, die ganz und g« unter ihm entstanden waren; Erich nnb Georg konnte» gar nicht genug bewundern wie Herman» jede» Banm, jede» Bäumchen kannte