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Wöchentliche Beilagen: Kreis blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
etptbUion: Markt 21. — T-ephon 55. Jllnstrirtes Sonntagsblatt. 8^ww **.****
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Warburg
Sonnabend, 19. August 1899.
Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition dieses Blattes, die Annonccn- Bureaux von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg, Wien; Rudolf Moste, Frankfurt a. M„ Berlin, München, Köln; C. L. Daude & Co., Frankfurt a. M„ Berlin, Hannover, Paris re.
34. Jahrg.
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kie Kanalvorlage in zweiter Lesung abgelehnt.
» Die zweite Lesung der Kanalvorlage hat mit ktr lleberiaschung geendet. Nach dem, was über
* £. Nachdruck verboten
en. W Widerstreit der Gefühle.
hatte dem Oberförster die Hand geschüttelt Bartha gewandt, der er eine gute »üuschte. Wie leise Trauer zog e| bei den bei Freundes über sein Gesicht, doch aut. u » ruhig, indem er die Hand de» jungen unwillkürlich fester drückte.
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ätze: . » Sßd I 60 * r Mkli
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Mrecke ohne das Wasser aus dem Mittelland- val nicht genügend gespeist werden kann.
B (nutet Daß der Mittellandkanal noch bewilligt wird, ieskMA k ßch kaum annehmen. Die absolute Mehrheit
* Abgeordnetenhauses beträgt 217 Stimmen, 228 K Ti« Mi>"kte aber haben sich bereits gegen den Mittel- -der-ri ti!anaI ausgesprochen. ES würde also, selbst ■ flriiHi 65 Abgeordneten, die sich der Abstimmung ... «;.< ^hen haben, und die 15 fehlende» Abgeordneten , /cft! '1!ra Kanal eintrete» sollten, der Mitttellandkanal £ gerettet weiden. Unter dies.» Umständen rückt . 2t’ 'S'bonfe einer Auflösung des Abgeordnetenhauses
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’ r* toenn es auch noch unklar ist, ob sich die
'ess«»» s'.mmg nicht doch noch mit der Annahme des stsur-W "UNmd-Rheinkanals zufrieden giebt.
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"-der den Gang der parlamentarische» Verhaud- A«A üeu am Donnerstag schreibt uns unfet s-Mit- ßeiter:
Kommen — Paragraphen, die ohne die An- r53 ihm- eines Theiles des § 1 völlig in der Luft - Mi>en — und damit die dritte Lesung ermöglicht.
^tte gar keinen Sinn, wenn nicht eine Majorität Hauses der Ansicht wäre, daß sich wenigstens in auf den Dortmund - Rheinkanal eine Ver-
V Stellung der einzelnen Parteien in den FrattionS- Mea an die Oeffentlichkeit gedrungen ist, ja M nach den Ergebnissen des ersten Berathungs- -Uslhll mußte man annehmen, daß sich für den Kw Theil der Kanalvorlage, den Dortmund-Rhein- . aal eine sichere Majorität, für den Mitt.llandkanal >. Am K schwache Majorität ergeben würde. Am Ende I nach zweiten Tages aber hat d:s Haus, ohne alle ebner zum Wort kommen zu lassen, den § 1 des Sahnhoj chtzentwurfs in allen seinen Theilen abgelehut. Die , bgülrige Entscheidung ist damit allerdings noch
ich! gefallen. Man hat die Ueberschrift und Ein- itog des Gesetzentwurfs sowie die §§ 6 und 8
- (Forts«,,us.)
PrDflIS?L^t, Töne hatte» auch Erich uud den Ober. I. °^^^.h"^ngelockt, leise warm sie unter die Thür n»d ließen am Ende deS Liedes Mimische» Wns höre».
l ,^u aber mußt Du mir mein Abeudbrot gebe», rief der Oberförster, .Du weißt, ich (J*® Pedant. Heute habe ich noch ein Stück vom gehalten, Dir uud der Kleine» da zu Liebe, k k°r«eu gehts wieder ftüh an die ernste Arbeit : ■?* «uß denn das Heute bald zu Ende sein*. L*1 glücklicher Stimmung sammelte mau sich nun E? um de» kleine» ruudeu Tisch uud der Ober- ^ erzählte aus feiner Jugendzeit allerlei lustige Schichte», die viel Heiterkesi erregte», bi« Erich ^^Oberförsters Waruung mahute uud aufbrach, wir morgen nach mit Ihnen frühstücke»', be.
fc wieder, indem er der Frau Oberförsterin die ds^ur küßte, „dann schnüre» wir wieder unsere und maschireu Wetter. Wir haben heute hier itz hrnlichm Tag »erlebt, wie er u»s so bald steuer gebotm »erben wird; aber unsere Ferien, auch ihr«, Sude uud wir habm erst eium kheil van dem schöne» Thüringer Land ge- muffe» als» vorwärts I Nicht wahr,
... ü-tigung mit der Regierung erziele» läßt. Ob 'WuC üse Meinung berechtigt ist, ob die Besprechungen, t am heutigen Freitag hinter den Couliffe» geführt pfllls! erd!», ein positives Ergebniß zeitigen, wird der morgige irbM lehren.
Die Aussichten für den Dortmund-Rheinkanal 8i>' wie oben auSgeführt, nicht direkt kllöN ^lmßig. Es muß allerdings auch mit der Mög- Leu gerechnet werden, daß die natioualliberalen I f k l Mvveraner auch gegen den Dortmund-Rheinkanal «»en werden, wenn die Annahme des Mittelland- Btal® ausgeschlossen erscheint; auch technische Be- Dien könnten erhoben werden, da die genannte
Der Arbeitsminister Thielen eröffnete den Kampf, frischer und fröhlicher denn am Tage zuvor und auch mit stärkerem Geschütz Die Aus- fälle des Grafe» Ballestrem in der letzten Sitzung wies der Minister nachträglich energisch zurück. Er erklärte, daß der Mittellandkanal den Verkehrs- zuwachs des Ruhrgebiets von etwa 8—10 Jahren aufnehmen könne und daß die dortigen Verhältnisse so komplizirt würden, daß eine Verantwortung für die Betriebssicherheit der Bahnen auch seitens des Abgeordnetenhauses nicht übernommen werden könne. Der Kanal würde, auch wenn jetzt eine Ablehnung erfolgte, doch unter allen Umständen gebaut werden, nur später mit desto höheren Kosten und unter Verzögerung dieser für das Land so wichtigen Melioration.
Darauf erklärte Namens der Polen Herr v. I a z d z e w s k i, daß seine Landsleute keineswegs grundsätzliche Gegner eines allgemeinen Ausbaues der Wasserstraßen seien, doch einen Abzug ihrer besten Arbeiten »ach dem Westen befürchtete» und als Ersatz nur minderwerthige Elemente üb» die Grenze erhielte». Hat der polnische Herr Propst wirklich die Erkenntviß, daß seine Landsleute diesseits der preußisch u Grenzpfähle besfer erzogen werden? Die Polen stellten die Forderung auf, daß die Regierung einen vollständigen Plan für be» Ausbau aller Wasserstraßen vorlegen solle.
Noch einen Minister führte der Entscheidung s- kampf auf bie Tribüne, den Landwirthschaftsminister F r h r. v. H a m m e r st e i». Er beschränkte aber seine Ausführungen auf bett Hinweis, daß die Land- wirthschaft durch den Kanal Vortheile, nicht Nachtheile zu erwarten habe. Mit Eleganz trat darauf der Schriftsteller Dr. SB i em er von der freisinnigen Volkspartei vor uud verkündigte mit hohlem PetthoS b« Welt das Glück, daß die gesamwten liberalen Gruppen des Hauses für den Kanalbau eintreten würden.
Damit war das Vorspiel zu Ende und es begann der Hauptakt. Der greife Finanzminister v. Miquel, lange erwartet und vielfach provozirt, trat in die Schranken. Noch niemals hat ein preußischer Finanz- mtnister das Recht gehabt, mit solchem Stolz von seinen Leistungen in diesem so überaus schwierigen Ressort zu sprechen, wie diesmal der alte Herr hinter dem Kastanienwäldche». Es will etwas bedeuten, wenn man aus dem Munde dieses vorsichtige» Mannes vernehmen kann, daß bie preußische» Finanzen nicht nur unbedenklich die Kosten der Kanalvorlage decken könnte», sondern selbst auf einen erheblichen Ausfall in den Einnahmen der Eisenbahnen mit Ruhe blicke» würden. Dieser Ausfall wäre auch ohne den Kanalbau eingetreten, da die vermehrte Anstellung von Eiseubahu- beamten, Verkürzung der täglichen Dienstzeit u. s. w. in Zukunft de» Eisenbahuetat belasten würden. Der polnischen Forderung gegenüber führte der Finanz minister aus, daß ein allgemein» Plan zu den
„Ja, Du hast Recht, es muß geschieden sein, aber ich will a» bie letzten Worte Ihres Liebes beukeu, Iiebe8 Fräulein, unb sagen: Auf Wiedersehen l' Dan» küßte auch » der Obnförsterin die Hand unb stieg mit bem Freunde in sein Zimmer hinauf.
„Unb wie gefalle» Dir nun unsere Wirthe?' rief Erich aus, während er oben sofort eine Cigarre anzündete unb auf bie offenen Fenster zuschritt. „Prächtige Mensche» l Er von altem Schrot unb Korn, gerade unb herzlich, dabei gründlich gebildet und voll her herrlichste» Einfälle. Sie eine feinere Natur unb doch practisch unb tüchtig, mit klarem Blick und warmen Herzen. Wie gesagt, prächttge Mensche»!'
„Nun, und bie Tochter? warf Georg lächelnb dazwischen, „weißt Du von b» gar nichts zu sage» ? Du bist doch sonst ein Fraueneuthufiast, unb hi» fchweigi Deine Beredsamkeit?"
„Keineswegs, mein Junge. Die Kleine bekommt einen Satz ganz für sich allein, bie kann ich nicht so in einem Athem mit den beiden Alten zusammen abthu». Das ist ein echtes Goldkiud 1 Sie hat eine angeborene Grazie unb Noblesse unb in ben großen Augen liegt eine ganze Wett! Unb waS baS schönste an ihr ist, toie Du gleich anfang« bemerttest, dar ist ihr völlige« Unbewußtsein; sie kennt all ihren Liebreiz gar nicht und ihr offene» Gesichtchen ist in der That eine große Frage an die ganze Welt!' Dabei warf sich Erich am Fenster auf einen Stuhl nieder unb blies ben Rauch fein» Cigarre in die Lust.
„Bn gnithst ja ordentlich in Fen«', entgegnete Georg, „unb doch warst Du so schnell dabei, uusne Abreise festzusetze»! Wenn Du auf mich geblickt hättest, bann würdest Du auf meinem Gesicht gelesen haben, wie gern ich Dir widersprochen hätte; ab» bei Dir sprudeü eine einmal «»gefangene Rede so
Unmöglichkeiten gehöre, weil im Laufe der Iah zehnte die Bedürfniffe der verschiedenen Landestheile sich änderten. Eine Vorlage bett, die Regulirung der Weichsel würde die Regierung im nächsten Jahre einbringen. In der Auflösungsfrage habe daS Ministerium noch keine Stellung genommen. Im Uebrigen fei die allgemeine politische Lage eine sehr ernste unb sei c8 bah» ein Akt des Patriotismus, auch auf die Gefahr eines OpfnS an Ueberzeugung in Bezug auf die Kanalvorlage durch deren Annahme ben Schwierigkeiten bet allgemeinen politischen Situation begegne» zu helfen. Mit dem Versprechen, daß die Regierung in Zukunft auch der Landwirthschaft ihre ganze Fürsorge zuwendeu werde, schloß Herr v. Miquel seinen wirkungsvollen Vortrag. Von den noch auf der Rednerliste stehenden 42 Herren gelangte nur »och der Nationalliberale Herr Schmiede» zu Worte. Doch war es klar, daß ihm »ach der R.de des FinanzministerS kein Gehör mehr geschenkt wurde. Dann schloß bie Diskussion und es wurde zur Abstimmung geschritten. Sie brachte eine gewaltige Ueberraschung. Man hatte die Annahme der Vorlage mit schwacher Majorität erwartet; die Polen aber und ein Theil des Centrums traten zur Opposition über und bei Dortmund - Rheinkaual wie bie Er- gänzuugSbauten am Dortmund-Emskaual würben mit 212 gegen 209 Stimmen abgelehnt. Gegen den Mittellandkanal sprach sich eine Majorität von 228 Stimmen gegenüber einer Minorität von 126 Stimme» aus; 65 Abgeordnete enthielten sich bei diesem Punkte der Stimmen.
Abgelehnt wurde» auch die Paragraphe» 2—5. Darauf große Aufregung auf allen Seiten des Hauses. Miquel und Hohenlohe verließen den Saal. Um die dritte Lesung zu ermöglichen, nahm man schließlich den Paragraph 6 nach Auszählung der Stimmen mit 37 Stimmen Mehrheit an. Unter Anwesenheit Hohenlohe'S und Miquels wurde dann Paragraph 7 wieder abgelehnt, Paragraph 8 angenommen. Am Freitag hat das Gentium nunmehr Zett zu Handelsgeschäften mit der Regierung. Wenn dieselben glatt von Statte» gehe», soll die dritte Lesung der Kanalvorlage am Sonnabend stattfinden.
Umschau.
Der § 1 ber Kanalvorlage.
Zum besseren Verständniß der Verhandlungen theilen wir nachstehend nochmals den § 1 der Kanalvorlage mit:
§ 1. Die Staatsregierung wird ermächtigt, zur Ausführung eines den Rhein, die Weser und bie Elbe verbindenden Schifffahrtskanals, bestehend aus
unaufhaltsam hervor, daß kein Unterbrechen möglich ist. Nun, laß es nur gut sein I" sagte er weiter, als Erich ihn mtt betretenem Gesicht unterbrechen wollte, „wir wollen jetzt zur Ruhe gehen; ich wäre recht gern noch einen Tag länger hin geblieben, ab» es muß nun auch so recht fein!
„Ja, aber Herzensjunge, wenn ich nur daS hätte ahne» können!" entgegnete nun doch hastig Erich. „Sonst bist Du ja ab« gar nicht bet Art, daß Du Dich bei Fremde» wohl fühlst! Hast sonst immer Eile gehabt, fort zu kommen; hast mir auch nicht ben geringsten Wink gegeben, wie sollte ich da 6er» muthen, daß Du Dich hier so andnS fühltest! Meinst Du nicht, ich bliebe auch gern? Die Kleine hat mtt'S angethan. Die Augen! Die Augen! Hättest nur sehen sollen, wie sie feucht flimmerten, als ich ihr von Dir erzähtte, Du hattest wohl Recht, al« Du sie eine Fee nanntest, noch ehe wir sie gesehen hatten. Ach, wie thöricht, daß ich die Initiative ergriff und vom Abreise» sprach!'
»Nu«, laß Dtt'S nicht leid fein, Erich,' sprach Georg ruhig; „wir wollen jetzt schlafe», morgen weiden wir sehe», wie sich aller gestaltet. — Gute Nacht, Atter! Ist Deine Cigarre nicht bald zu Ende? Schließe auch die Fenster, ehe Du in'« Bett gehst! Gute Nacht!'
V. Copiiel.
Am nächsten Morgen bald »ach Tagesanbruch »Hobe» sich die Freunde. DaS Bellen der Hunde hatte sie geweckt und sie vermuthete», daß man in diesem Haushalt wohl schon auf sei. So eilten sie denn hinunter und schüttelten dem Oberförster, der richttg schon mtt« d« HauSthür stand, zum frohen Morgeugruß die Hand. Auch die Obnförsterin trat herzu, und nachdem fie gehött, daß die jungen Leute
1) einem Schifffahitskanal vom Rhein in der Gegend von Laar bis zum Dortmund-Ems- Kanal in der Gegend von Herne (Dortmund- Rhein-Kanal),
2) verschiedenen Ergänzungsbauten am Dortmund- Ems-Kanal in der Sttecke von Dortmund bi» Bevergern,
3) einem Schifffahrtskanal vom Dortmund-Ems- Kanal in der Gegend von Bevergern bis zur Elbe in der Gegend von Heinrichsberg unterhalb Magdeburg (Mittelland-Kanal) mit Zweigkanälen nach Osnabrück, Minden, Linde», Wülfel» Hildesheim, Lehrte, Peine und Magdeburg einschließlich der Kanalifiinng der Weser von Minden bis Hameln nachstehende Beträge, und zwar:
zu 1: fünf unb vierzig Millionen zweihundert acht und neunzig Taufend (45 298 000) Mark,
zu 2: vier Millionen sieben unb sechzig Tausend (4067 000) Mark,
zu 3: zweihundert und elf Millionen vierhundert neunzehn Tausend siebenhundert (211419 700) Mark,
zusammen also zweihundert und sechzig Millionen siebenhundert vier und achtzig Tausend siebenhundert (260 784700) Mark nach Maßgabe der von dem Ressortminister festzustellenden Pläne zu verwenden.
Die bei einer der vorstehenden Bauausführungen ersparten Bettäge können für die andere verwendet werden.
Der nächstjährige Marineetat.
Wie über die anderen Einzeletats des Reichshaushalts für 1900 finden jetzt auch commissarische Berathurigen über den Reichsmarineetat statt. Diese Arbeite» haben sich insofern gegenüber früheren Jahren «leichtert, als für die einmaligen Ausgaben des ordentlichen Etats, unter welchen die Gelder für Schiffsbauten und Armttungen gefordert werden, die Gesammtsumme im großen Ganzen sich aus den Bestimmungen des Flottengesetzes «giebt. Im Flotten- gesetz sind für Schiffsbauten und Armttungen 356,7 Millionen Mark bewilligt. Der Durchschnitt der Jahresforderung betrug danach rund 59% Mill. Mark. Im Rechnungsjahr 1898 war dies« Durchschnitt schon nicht bewilligt, sodaß für 1899 bis 1903 jährlich 61,1 Millionen verfügbar waren. Da auch für 1899 nicht der ganze Durchschnitt gefordert ist, so hat er sich natürlich für die Restzeit noch mehr gesteigert, er beläuft sich jetzt auf, über 62 Millionen Mark; in dieser ungefähren Höhe wird man also die Forderungen für 1900 beim ordentlichen Etat bei einmaligen Ausgaben der Marineverwaltuug zu erwarten
sehr gut geschlafen hätten, lud sie sie znm gemeinsamen Frühstück ein.
„Wo ist denn ab« unsere Martha?" fragte erstaunt der Oberförster, „ich habe sie ja noch gar nicht gehört! Sonst ist sie doch gnade Morgens wie ein Vögelchen und zwitschert munter im ganzen Hanse umher, wo steckt sie nur heute?
„Sie wird gleich hi« fein, entschuldige sie nur einen Augenblick, sie ist selber ganz untröstlich, daß sie Dtt heute nicht den Kaffee eingieße» soll. Sie hat eben die Zeit um ein Vintelstündche» verschlafe». Doch ba höre ich sie komme», unb »och zur Zeit,' rief bie Obnförsteri», ben» eben ging bie Thür auf, die Magd brachte de» Morgeuttunk herein unb setzte ihn mtt freundlichem „Guten Morgen' auf ben Tisch, hint« ihr eilte Martha in’8 Zimmer auf ben Bat« zu, dem sie beide Hände um den Hals legte unb ihn herzlich küßte. Daun reichte sie auch ben beiben jungen Leuten bie Hand unb trat an den Tisch, um von der Kaffekanne Befiitz zu nehmen, deren Inhalt sie in bie leeren Tassen goß.
Ei» einfach« gelbleinen« Morgenrock mit dunkelblauem Besatz umschloß die schlanke Gestatt, das schöne Haar war in zwei starke Zöpfe ge- flochten unb am Hintnkopfe aufgesteckt, ein blaue» Schürzeheu, mit weißen Spitzen besetzt, beutete darauf bin, daß daS junge Mädchen sich auch im Hause und in. der Wttthschaft nützlich machen mußte.
„Sei mtt nur nicht böse, Väterchen, daß ich nicht rechtzettig zum Dienst bereit war, aber ich bin so entsetzlich spät eingeschlafen; Herr Höchberg hatte mich mit feinen letzten Worten gestern Abend ganz betrübt gemacht. Warum wollen sie denn aber auch heute schon fort?' wandte sie sich an die jungen Leute, „Sie könnten doch wohl noch einen Tag läng« hi« bleiben!'