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? iwki gutgenähltr ArbettLpferde in gemüthlichem vorwärts zogen. In demselben saß ein junges bemüht sich mit ihrem Regenschirm, so gxt
in streifen; der Kutscher desielben aber wandte & seiner schweigsamen Insassin und sagte mit gewissen Stolz: „Das war unser junger Herr Freileincheu, mit unsre in diese« Jahr ^>ahreneu Fichs l Der junge gnädige Herr »er.
sehen konnte, da fie sich vor ihm der Thränen schämte, die wieder und immer wieder in ihre Augen drangen, so sehr fie sich auch bemühte, dieselben zu unterdrücken.
Abgespannt und ermüdet von der weiten Reise, war fie vor einer Stunde in O. angekommen; daS unfreundliche Wetter trug dazu bei, ihre ttübe Stimmung noch gedrückter zu machen, ihr war so herzenbang zu Muthe, wie damals, als fie zum ersten Male, vor 'mm zehn Jahren, nach Böhnhause» gebracht wurde. Eine« Augenblick hatte fie gehofft, Hildegard würde vielleicht auf dem Bahnhose fein, um fie zu empfange», aber nur einen Augenblick, im nächsten mußte fie selbst über diese Idee lächeln, »ein, dies hoch- wüthige, unliebenswürdige Kind war in den Jahren, in denen fie fie nicht gesehen, gewiß nicht liebens- würdiger geworden, die war ficherlich bem damaligen Charakter treu geblieben.
Richt einmal einen Lerdeckwagen hatte man für gut befunden, ihr bei de« regnerischen Wetter zn schicken, mein Sott, mit einem Gesellschaftsftäuletn, da» fie ja jetzt war, pflegt man auch nicht viel Um» stände zu mache»; fie hatte bitter vor sich hingelächelt ob fuhr nn» ihrem Bestimmungsorte zu.
Als Horst a» ihr »orbeijagte ohne Sruß, ohne Blick, stieg ein Gefühl beS Haffe» in ihr ewpor; natürlich wußte er sehr gut, wer fie war und die Nichtachtung, die in seine« vollständigen Ignoriere» lag, empörte fie aufs Tiefste. Q, diese Berwaudteu, wa» wollte» fie von ihr? warum zwangen fie fie,
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I» Paris erklärte gestern zur Frage der Ca» binetsbildung in seiner Unterredung mit dem Präsidenten Loubet Bourgeois, die Lage sei durchaus nicht kritisch, wie fie gewisse Blätter dar» stellen. Die kreigniffe in Frankreich würden im Auslände nicht so pessimistisch aufgefaßt. Bourgeois erklärte, er halte das Werk, an dem man im Haag arbette, für eins der schönsten, woraus sich glückliche Folgen für Frankreich und die Welt ergeben könnten. Er sei mtt Leib nnd Seele bei dem Werke, er habe
liche Autorität und staatliche Vollmacht überttagen find, aber nie ein Privatmann." Indem die Sozialdemokratie fich gegenüber den widerstrebenden Ele- mente« innerhalb der Arbeiterbevölkerung auch noch das Staatshoheitsrecht der Exekution anmaßt, will fie ihr Werk der Sründung eines neuen Staates im alten krönen.
In dem Dargelegten liegt der Kern der tteffliche» Ausführungen des Grafen von Pofadowsky. Auf die ebenso wirkungsvolle Einzel - Begründung, welche derselbe de» verschiedenen Paragraphen zu Theil werden ließ, könne» wir an dieser Stelle leider nicht eingehen. Hingewiesen sei nur noch darauf, daß insbesondere das i» Aussicht genommene Verbot des Streikposten-StehenS und tumultuarischer Zusammenrottungen durch den Staatssekretär in tteffender Weise begründet wurde. So erscheint denn die Rede des Grafen von Pofadowsky in jeder Hinsicht geeignet, einer richtigen Auffassung des Gesetz. Entwurfs Bah» zu brechen und die Hindernisse für ein Einverständniß der staatserhaltenden Parteien hinwegzuräumen.
sprach erheben, wenn nun auch von anderer Seite — wo man die Kanalvorlage in anderem Sinne als im Westen als „Lebensfrage" anfieht — nackte Inter» essenpolitik gettieben wird. Man hatte gehofft, die Schlesier durch vage Versprechungen gewinnen zu könne» und muß nun die Erfahrung machen, daß nicht nur die Schlesier sehr sicher gehen wollen, sondern daß auch andere Leute so klug sind, ihren materiellen Vortheil zu wahren. Ob dadurch der Mittellandkanal aukflchtSvoller geworden sei, darüber mögen die Kanalschwärmer fich selbst Rechenschaft geben; jedenfalls wird die Finanzverwaltung nicht mit sehr leichtem Herzen die lawinenartig anschwellenden KowpensationSfordernngen über fich ergehe» laffe». — Würden diese Forderungen aber nicht jetzt erhoben, so würden sie sich unfehlbar später desto lauter geltend machen; und da »ach dem alten preußischen Wahlspruche suum cuique nicht daran zu denken ist, etwa nur einen Theil jener Ausgleichsmaßregeln zu bewilligen, um nur dir für da» Zustandekommen deS Kanals absolut nothwendige Zahl der Abgeordneten zu gewinnen, wird die erforderliche Summe eine so erhebliche sein, daß mit einem Schlage die wichtigste Seite der Kanalvorlage, nämlich die finanzielle i» den Vordergrund treten wird. Die konservative Partei, von welcher gerade diese unser ganzes Finanzwesen bedrohende» Folgen des Mittellandkanalprojekts nnabläsfig hervorgehoben worden sind, kann auf die neue Wendung der Angelegenheit mit einer gewisien Genugthuung blicke». Wohl wird man fich kaum der Hoffnung hingeben dürfen, daß die Freunde des Kanals nunmehr sich dazu verstehen werden, die konservative Gegnerschaft objekttv zu würdigen; allein fie werden schließlich doch zu der, wenn auch nur still im Busen bewahrten Anerkennung gezwungen werden, daß die Konservativen auch i» diesem Falle nicht Sonder- ititereffen, sondern das Gemeinwohl im Auge gehabt haben. Wir wünschen demgemäß nichts lebhafter, als daß die Äanalfrage nicht bloß in der Kommission, sondern auch in weiten Kreisen jetzt zur letzten Stunde noch einmal bezüglich ihrer finanzielle» Rückwirkung eingehend geprüft werden möge. Die Finanzverwaltung wird ohne Zweifel zu einer solchen Nachprüfung ernsthaft schreiten muffen; allein es wäre gut, wenn dies auch im Lande geschähe. Man wttd dann vielleicht am letzte» Ende doch zu der Ueberzeugung kommen, daß die Konservativen recht haben, wenn fie unbeirrt durch die für und wider sprechende» Souderinteressen an dem Standpunkt festhalten, daß der Kanalbau unser Land in unabsehbare finanzielle Schwierigkeiten bringen würde.
Die Rede des Staatssekretärs Grafen von Pofadowsky.
Bei der erste» Berathu»g des Gesetzentwurfs j Schutze der gewerblichen Arbeitsverbältnisses Reichstage hat der StaatSsecretär des Innern,
toi», gegen die Unbill der Wetter» z» schützen, i .Artz fuhr an dem zu Seite biegende« Wagen schlankem Trabe vorbei, ohne ihn weiter mit einem
lm®en war und mm Böhnhause» entgegen fuhr, 3e nichts auf diese Mittheiluuge», hielt viel- »« Schum so, daß bei Kutscher fie nicht
8 forsche Fahre» ob Leben," setzte 'er da»» ! vertraulich Hinz», „der alte gnädige Herr hat 'manche tausend Thaler für ihn bezahlt." -^bara, die heute mit dem MÜtagSzuge in O.
Umschau.
Zur Kanalvorlage schreibt die „Tonserv. C o r r e s p.": Wenn die Kanalschwärmer mit großen Hoffnungen auf daS Ergebniß der neuen Berathunge» der Kanalvorlage in der Kommission blicken, so ist die» unserer Ansicht nach ein wenig verftüht. Wie die Dinge heute liegen, kann man mit irgend welcher Berechtigung nicht behaupten, daß sich die Aussichten des Entwurfs gebessert, sondern man könnte viel eher sagen, daß fie sich verschlechtert habe». Selbst die „Kölnische Volkszeitung" steht fich geuöthigt, den überttiebenen Hoffnungen eutgegenzutteten und festzustellen, daß „nichts geschehen sei, als daß Zeit gewonnen sei für weitere sachliche Verhandlungen." Daß aber daS führende Organ der CentrumSpartei über die derzeitige Lage der Dinge gut orientirt sein müsse, wird man nicht bestreiten können. Wa» nun die „sachlichen Verhandlungen" betrifft, für welche durch die Zurückverweisung der Vorlage in die Kom- misston „Zeit" gewonnen worden ist, so werde» dieselbe» nicht sowohl die Kanalvorlage selbst, sondern vielmehr nur die „Kompensationen" zur Grundlage habe». Während aber bisher eigentlich nur Kompen- sationSforderunge» einer Provinz, nämlich Schlesiens, in Betracht genommen worden find, regt es sich fitzt allenthalben in denjenigen LaudeStheile», für welche durch den Bau de» Mittellandkanals Nachtheile zu befürchte» sind, um ebenfalls Ausgleichsmaßregeln zu erlangen. So erwähnt beispielsweise die „Köln. Volkszeitung" derartige Forderungen von CmttumS- abgeordneten für das Lippethal, die Moselgegend nnd die Lahn- und Sieg-Industrie; so werden solche gestellt von den Provinzen Brandenburg und von allen östlichen Provinzen. Kurz, die „Kompensationsfrage" dürfte nicht gerade leicht zn lösen fein. An sich macht dieses äo-ut-äo8-Stadinm der Kanalvorlage keinen erhebenden Eindruck. Allein wie die Rheinländer die nackte Jnteressenpolttik in dieser Sache mit aller Gewalt und mit jedem Mittel verfechte», so könne» gerade fie am allerwenigsten dagegen Wider.
hierher zurückzukehren. Warum ließen sie fie nicht dort, wo fie zufrieden und glücklich war? Sie wollte ja nicht» von ihnen, war es denn ihnen eine solche Lost, fie zn quäle» und zu demüthigen? Unter solchen Gedanken fuhr fie vor dem Schlosse vor, Niemand al» ein Diener kam heraus und belud fich, ohne ihr beim AuSsteigm zu helfen, mit ihren Sachen, über die Schulter hin zu ihr sagend, fie möge doch auf ihn warte», er würde ihr da»» ihr Zimmer zeige».
Barbara war über diese» Empfang außer fich, ei» ohumächtiger Zorn wallte ht ihr auf, ihre Thränen waren versiegt, stolz richtete fie fich auf nnd sagte i« einem befehlenden Tone, de» fie sonst Untergebenen gegenüber nie annahm:
„Dann beeilen Sie sich gefälligst, ich habe nicht Lust zn warte«.
Der Mensch sah fie zuerst ganz erstaunt an, aber die ungezogene Antwort, die ihm schon auf den Lippen geschwebt hatte, unterdrückte er, als er in da» gebietende ernste Antlitz der junge» Dame schaute, ob höflicher al» bisher, öffnete er ihr die Thür zur Halle, rief ein Zimmermädchen und sagte dienstbeflissen:
„Lisette, führe» Sie dar gnädige Fräulein auf ihr Zimmer."
„Gnädig," sagte Lisette leise und doch berechnend laut genug für Barbaras Ohre» und zuckte dabei spöttisch die Achseln, „Sie find wohl dumm, Johao l"
Marburg
Freitag, 23. Juni 1899.
Graf von Pofadowsky, nach einer kurze» begründenden Einleitung de» Reichskanzlers den Inhalt de» Entwurfs in eingehender Weise gerechtfertigt. Mit meisterhafter Klarheit und vollendeter Sachkenntuiß begründete der StaatSsecretär sowohl die allgemeine Tendenz des Entwurfs, wie die einzelnen gesetzgeberischen Vorschläge.
Den Ausgangspunkt der Darlegungen des Grafen von Pofadowsky bildete der Begriff der Koalitions- Freiheit? Was heißt Koalitions-Freiheit? Die zutreffende Antwort hierauf kann nur lauten: Koalitions- Freiheit ist die Freiheit, sich zu vereinigen oder auch den Beitritt zu einer Koalition abzulehuen. Seitens der socialdemokratisch organisierten Arbeiter aber wird die Koalitions-Freiheit längst in einem wesentlich andern, durchaus entstellten Sinne aufgefaßt. „Die Koalitions-Freiheit der Socialdemokratie ist ein Januskopf mit zwei Gesichtern: das eine Gesicht gegenüber dem Staat und dem Arbeitgeber trägt die gesicherten Züge der Freiheit, das andere Gesicht zeigt aber die Züge absoluten, bedingungslosen Zwanges." Offenbare Rechtswidrigkeiten werden, wie der Staatssekretär mittelst einer Reihe einwands- fteier Zeugnisse darthat, von der Socialdemokratie als nothwendige Voraussetzungen für die Ausübung der Koalitions-Freiheit angesehen. Diesem mißbräuchlichen Freiheits-Begriffe will die Vorlage eine Schranke setzen. Jedem Arbeiter soll das vollkommen freie Selbstbestimmungs-Recht, unter welchen Bedingungen er arbeiten will oder nicht, wiedergegeben werden.
In schlagender Weise zeigte der Staatssekretär, wie die auf Zwangsherrschaft über die gesammie Arbeiterschaft abzieleuden Forderungen der Sozialdemokratie sich gesteigert haben. Noch 1891 hat die sozialdemokratische Fraktion im Reichstage durch ihre Anträge zu § 153 der Gewerbeordnung körperlichen Zwang, Drohung, Ehrverletzung und LerrufSerklärung als Waffen in den Arbeiterkärnpfe« unter Strafe gestellt wissen wollen und dadurch die Verwerflichkeit dieser Karnpfesrnittel und ihre Entbehrlichkeit für eine berechtigte Ausübung deS Koalitionsrechtes ausdrück- lich anerkannt. Heute aber heißt eS bereits: Ohne Drohungen und überhaupt ohne die rechtswidrigen Mittel, die in dem Gesetzentwürfe unter Strafe gestellt sind, ist da» Koalitionsrecht nicht anSzuüben.
Die» bedeutet nichts anderes als die Forderung von Zwangsrechten. Einer solchen Forderung aber muß der Staat im Interesse seiner Selbstbehauptung mit aller Schärfe entgegentreten. Treffend bemerkte Graf von Pofadowsky: „Wenn der Staat duldete, daß die Sozialdemokratie den Arbeitern Beschlüsse auferlegt und diese Beschlüsse auch gegen jeden Widerwillige» exekutirt, so würde man in der Thai sage» könne», der Staat lege das Schwert seiner Gewalt au» der Hand. ZwogSrechte kann nur der Staat a»8üBe» und der, dem die Zwangsrechte durch staat
Dann ging fie Barbara voran, die Treppe hinauf und öffnete die Thür zu einem kleinen Zimmer- chen, das in seiner Einrichtung gegen die anderen, mtt höchster Eleganz ausgestatteten Zimmer der Löhnhauser Schlosser fast ärmlich zu nennen war.
„Hier", sagte fie, hat Frau Baronin angeordnet, daß Fräulein wohnen soll, ich werde mit Johann die Sachen noch »ach oben tragen; Frau Baronin läßt auch sage», daß Fräulein um sechs Uhr, also in einer Stunde zum Thee kommen sollen," damit verschwand fie, um nach wenigen Minuten mit Johann den Koffer nachzubringen.
Daun gingen Beide und Barbara blieb allein. Sie blieb allein und ein Gefühl grenzenloser Verlassenheit überkam fie, ohne an ihre regenfeuchte» Kleider zu denken, setzte sie fich auf das kleine harte Sofa, das an einer kahlen Wand ihres Zimmers stände, legte beide Arme auf den vor ihr stehenden Tisch «ub ihren Kopf auf dieselben niederbeugend, saß sie so ganz M, als wäre fie vor übergroßer Müdigkeit eingeschlafen. Aber fie schlief nicht, wie hätte ihr in Erregung klopfender Herz fie auch schlafen lassen, sie strebte nur mit ihrer ganzen Energie danach, ruhiger zu »erben, und plötzlich stieg eine Sehnsucht in ihr auf, eine übergroße Sehnsucht sterben zn können, für immer Ruhe haben zu dürfe» vor allem Erdeuleid und aller Erdenqnal.
(Fortsetzung folgt).
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j Di« „ObrrhessischI Z«itung" hat «s fich in «str Reih« zur Aufgabe gestellt, «inzutreten für die Macht ch daS Ansehen von Kaiser und Reich, für Thron, Vatir- kb und Altar l
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Di« „Ob«rhrssischr Z«itung" sucht bi«8 Ziel kd) gediegene, sachlich gehalten«, populär geschrieben« Ät-rtitel zu erreichen. In ihrer Rubrik „Umschau" wird bum bisher «ine Uebersicht über di« wichtigstrn TageS- echmsie auf drm Gebiete der inneren und äußeren Politik ch deren Besprechung bringen, und die Vorgänge in den talamtnten, in Reich und Staat, unter dem Tagesbericht »bisher zufammenstellen.
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Marburg, im Juni 1899.
Redaktion und Erpedition
£ der „OberhefsischenZritnug."
L •Serbammt," murmelte Horst, „heute gerade in § offne« Wage» zu seinl" unb er lockerte die daß bie herrliche» Füchse mit bem Sturm * »ie Wette zu laufen schienen. Auf bem Wege n Böhnhause» holte er einen offenen Wagen ein,