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Wöchentliche Beilagen

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Nnz«t-er! nehm« «ttgegoi: M< Trptdition ittfe* Blatt««, Mc »mwmin-

Daily Chronicle" meint, es sei

England.

richtet sie die Freiheit der Arbeit

wenn er nur nicht mit zu grobfälligen Mitteln ins Werk gesetzt wird. Es ist an der Zest, daß der Staat die Arbeiter vor einem solchen Zwange in wirksamer Weise schützt, damit die unter dem Drucke der Arbesterführer leidende» Arbeiter nicht muthloS werden und sage»: Der Staat kann u»S nicht schützen, es bleibt uns als» nichts weiter übrig, als uns den Zwangsverbänden und ihren Führern zu verschreiben. Das ist der springende Punkt der ganze» Frage:

rroliren, wozu besondere Vertrauensmänner angestellt i wenn der Staat und die bestehende Rechtsordnung werden. Finden diese einen Maurer, der keine Partei- i sich nicht mächtig »nd thalkräftig genug erweisen, um

unbekümmert um theoretische Bedenke» in diesen praktischen Frage» des tägliche» Lebens die jetzige terroristische Kampfweise der Agitatoren durch aus­giebige und brauchbare Strafbestimmungen unschädlich zu machen, dann werden die schutzlosen Arbeiter auf­hören müssen, zum Staat zu halten »ud sich ins- gesammt unter das Parteijoch der Gegner der jetzigen Staatsordnung beugen. Ist es jetzt doch schon so west gekommen, daß die Arbesterführer die Arbeiter nicht nur zwinge», sich zu coalireu, sondern, daß sie sich sogar darüber die Bestimmung anmaßen, welcher Coalitiou die einzelnen beizutreten haben.

Am meisten vorgeschritten in straffem Zusammen­hang im Sinne der Agitatoren find zur Zeit die Maurerverbände. Sie find völlig in den Hände» der Agitatoren, und diesen selbst ist jedes Mittel recht, um die übrigen, noch außerhalb der Verbände gebliebenen .freien" Arbeiter durch Zwang aller Art zu unterjochen und zum Beittitt und zur Enttichtung von tributähnlichen Kaffenbeittägen zu nöthigen. Tie Agitatoren maße» sich an, die Neubauten zu con-

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Papiere aufweisen kann, so wird einfach a» den Bau­herrn die Forderung gestellt, bett Mann zu entlassen, und ihm erklärt, im Weigerungsfälle würde die Ar- beit niedergelegt und die Arbeitssperre über den Bau verhängt werden. Der Bauherr kennt nun vielleicht de» .freien" Arbeiter als tüchtig und fleißig, dieser Arbeiter ist auch vielleicht Familienvater und auf den Erttag seiner Arbeit dringend angewiesen: thut nicht», die Agitatoren und ihr von ihnen bereits unter­worfener Anhang bestehen rücksichtslos auf ihrem Schein: entweder tritt derfreie Arbeiter" zu ihrem Zwangsverbande über oder er muß von dem Bau­herr» aus Arbeit und Brot entlassen und auf die Sttaße gesetzt werde». Der Bauherr selbst aber weiß genau, daß er große Verluste hat, wenn jetzt die Arbeit bei ihm niedergelegt und der Bau gesperrt wird. Zähneknirschend fügt er sich dem Zwange der Verhältnifle und entläßt den Arbeiter, deffen ganzes Verschulden darin bestand, daß er sich der Gewalt­herrschaft der Arbeiterführer nicht beuge» wollte. Der Entlaffene aber findet nur schwer anderswo Arbeit. Ueberallhi» wirkt die Ueberwachung durch den Ver­band, und überall stößt der Arbeitswillige ans die gleichen widrigen Verhältnisse.

Fügt sich indessen der Bauherr nicht den un- verschämten Anforderungen der Agitatoren, erklärt er, daß er sich darin von andern keine Vorschriften machen lasse, so wstd die Bansperre folgendermaßen oer> hängt: Stteikposten besetzen die Straßenende». Jeder Arbeitswillige, der zum Bau will, wird aufgeschrieben. Er weiß nun, daß sich die Streikenden bei nächster Gelegenheit an ihm rächen werden. Weil er dies weiß, arbeitet er nicht, und deshalb genügen ein paar Streikposten, um de» ganzen Bau zu sperren. Auch sonst wird jedemfreien" Arbeiter das Leben durch Stichelreden und Quälereien seitens der Genossen nach Möglichkeit sauer gemacht, und so werden die Leute in die Fachvereine hineingezwungen.

Wo bleibt hier die CoalitionS- f r e i h e i t, die der Staat seine» Arbeitern gewähr- leisten will? Was hat der Staat bisher gethan, um die wahre Koalitionsfreiheit zu schützen? Bis jetzt muffen sich sowohl die Arbeitgeber als anch die Ar­beiter dem CoalstionS zwange ohne weiteres fügen,

bemüht fein wird, zweckdienliche, vorbeugende Maß' nahmen zur Verhütung dieser Nachtheile rechtzeitig in die Wege zu leiten und auch demnächst in den Fälle», wo dies nothwendig erscheinen wird, auf dem Gebiete der Eifenbahntarife wesentliche Störungen in den Absatzverhältnissen a u s z n g l e i ch e n. Die Durchführung der ^beab­sichtigten großen Landesmelioration wird auch dadurch wesentlich gerechtferttgt und erleichtert, daß die zu­nächst Beteiligten Provinzen und andere kommunale Verbände dieselbe in ausgiebigster Weise und in zweckmäßiger Form unterstützen. Die Staatsregierung gießt der sicheren Erwartung Ausdruck, daß der Landtag der Monarchie feine Genehmigung einem Unternehmen nicht versagen wird, dessen Ausführung von beiden Häusern des Landtags der Staatsregierung im Gesetz vom 9. Juli 1886 zur Pflicht gemacht und von ihr als eine der wichtigsten ihr obliegende» wirthschastliche» »nd politischen Aufgabe» betrachtet wird. Die Staatsregierung muß aber entscheidende» Werth darauf lege», daß die Vorlage »och in dieser Tagung des Landtags zur Erledigung kommt."

DieTimes" führt in ihrem Leitartikel aus, es müßten bei vorurtheilsfteier Durchsicht de» Blau- bscheS über Transvaal zwei Schlußfolgerungen von höchster Wichtigkeit gezogen werden. Erstens fei die Haltung der ReichSregiernng durch den Rath ihrer Vertreter i» Kapstadt und Transvaal bestimmt; zweitens feie» diese Vertreter davon überzeugt, daß die Klagen der UitlanderS den echte» und spontanen Ausdruck des verletzte» Dolksbewußtseins bilde». (?) Das Blatt weist am Schluffe seiner Ausführungen den Präsidenten Stöger darauf hin, daß mit der Zeit die Vorsehung die Ungerechtigkeit bestrafe und er selbst im Innersten wissen müsse, daß die Behandlung, die er den Mitlanier» zu Theil werden lasse, durchaus ungerecht sei. DerStandard" schreibt, die Veröffentlichung der Depesche» in dem gegenwärtigen kritischen Augenblick sei eine Kundgebung der Re­gierung, welche nicht zurückweichen könne.Daily News" sagt, nichts fei mehr geeignet, eine friedliche Lösung herbeizuführe», als die Kundgebung der Einigkeit Seiten» der öffentliche» Meinung in

nicht nur schädlich, sonder» auch sinnlos, wegen einer unbedeutenden Streitigkeit auf Krieg und Vernichtung z» sinnen. DerDaily - Telegraph" meldet aus Kapstadt vom 14. d. M., die Er­klärung der Kapregierung über die politische Lage sei mit Spannung erwartet. Die Veröffentlichung deS Blaubuche» habe die Furcht vermehrt, aber die feste Haltung der englischen Regierung fei beifällig auf« genommen. Große Mengen von Lebensmitteln

Umschau.

Im Abgeordnetenhause gab gestern der Ministerpräsident Fürst Hohenlohe -Schillings­fürst zur Mittelland.Kanal-Frage nach­stehende Erklärung der Staats­regierung ab:

Die Staatsregierung steht nach wie vor eu: dem Standpunkte, daß die Herstellung eines die Fluß- läufe des Lande» verbindende» Kanals vom Rhein dis zur Elbe mit de» sich anschließenden Seiten­verbindungen dringend geboten ist. Der Rhein Elbe- Kanal ist eine nothwendige Ergänzung der BerkehrS- straßen der Monarchie; er ist ein allen Wirths- schaftszweigen Segen bringendes, die allgemeine Wohlfahrt hebendes Kulturwerk, und er erhöht die Wehrfähigkeit des gesummten deutschen Vaterlandes. Bei dem gewaltigen Zunehmen des Verkehrs in den rheinisch.westfälischi» Industriegebieten gewährt der Kanal den Eisenbahnbetriebe» die wirksamste Ent- lastung. In dieser Auffassung ist die Staatsregierung durch die Verhandlungen der Kommission deS hohen Hauses wesentlich bestärkt worden. Die Staais- teßierung verkennt nicht, daß die Ausführung diese» Werkes in den ProduktionS- und KsnfumtionS- bedingungen Verschiebungen Hervorrufen wird, welche mit nachtheiligen Folge» für einzelne Landestheile verknüpft sein können. Wir behalten uns vor, auf diese Frage im Laufe der Debatte zurückzukommen. In­dessen trägt die Staatsregierung kein Bedenken, schon jetzt im Allgemeinen zu erklären, daß sie nach Kräften

Erscheint täglich außer ex Werktagen nach Sona» und Feiertagen. "TMT /l-t» Rt

X» A A(\ QUartatt-Abonnements-Preir dei der Expedition 3 Mk., bei alle» U

Ä 140 Sonnabend, 17. Juni 1899.

-- und vor Allem zur völlige» Unterjochung cün2U Inders denkenden Arbeitswilligen; für diese

TT"" Stumpf und Stiel und setzt an Stelle der up ; ^wnsfreiheit de» CoalitionSzwang.

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: Kreisblatt für die Kreise Marburg «ud Kirchhain. Jllustrirtes Somttagsblatt. *

ßn richtiges Wort über Streikwesen und Coalitionszwang.

Zn einem Schriftchen:Der Schutz der Arbeit» - Men" (Berlin, Heyman») führt C. Cnny, ge- $ auf zahlreiche Beobachtungen folgende zutreffende Stellung der thatsächlichen Lage ins Feld:

Die Streiks waren ursprünglich ein Kampf M der gewerblichen Arbetter, deffen sie sich ledig | zu dem Zwecke bedienten, um eine Verbesserung wirthschastliche» Lage zu erzielen. Dies ist M anders geworden. Heute kommen zahlreiche Diks vor, die keineswegs den Zweck haben, V wirthschastliche Lage der ^Streikenden verbessern, fonbern die in geradezu frivoler W herbeigeführt werben auf Anorbnung bet Moren, um ben Arbeitgebern unb btn zu ihnen Dmden Arbeitswilligen die sociale Macht bet Streit« Üünbe fühlbar zu machen. Die Stteiks ent- jtite heute in zahlreichen Fällen nicht mehr wirth- Mche Lohnfrage», fonbern sociale Mächt­igen. Ja selbst der Stteik ganz großer Wen von Arbeitern veraltet allmählich als ßchfmittel. Solche Streiks find kostspielig, da sie t gesetzlichem Wege nur durchführbar sind, wenn lirbeiter derselbe» Gruppe feier».

Wan hat daher etwas anderes erfunden: das ist Mrbettssperre, welche über einen Einzel- Web verhängt wird. Hier ist der Punkt, in Wem sich die Gefährlichkeit der neuzeitlichen Ent- jtag der Stteiks am deutlichsten zeigt, und zwar D zwei Richtungen hi». Einmal nämlich läßt sich Wlrbeitssperre selten dl nur gesetzmäßiger Weise führen: sie kann meist nur in ungesetzlicher De durch Zwang gegen neu sich meldende Arbetts- Re aufrecht erhalten werden. Zweitens aber M hier noch wirksame Sttafgesetze, die solchen Wg verhindern könnten, »nd in Folge dessen ist pLerhängung der Arbeitssperre über eine Betriebs- gegenwärtig für die Agitatoren eine so einfach Ileicht durchführbare Maßregel, unb sie führt Mess so rasch, mühe- und kostenlos aus Ziel, | tein eine schlimme Verlockung für die Agi- Rtren unb ihren Anhang zu erblicken ist, bei D Gelegenheit, auch um Kleinigkeiten willen, die Mgeber und die Arbeitswilligen ihre sociale Macht W zu lassen. Die Einrichtung der Arbeitssperre M am sichersten zur Ohnmacht der Arbeitgeber püber ben oft maßlosen Anforderungen ihrer

3*1? Professor Werder antwortete schnell, indem 9939 sU^vlich die Thräuen, die ihr in die Auge» ge-

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-Sag' mal, Alte, ich vergaß, Dich bi» jetzt bar» to fragen, hat Barbara nicht» von sich hören

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(Nachdruck verboten.)

Schloß Böhnhausen.

Von M. Buchholtz.

(Fortsetzung.)

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1wenn Du ein junges Mädchen hier ge- hast, war er natürlich Barbara Hatten, sie khe Du kamst, fort. Als ich hineingegange» d>,llte sie auf meinen Wunsch »»r noch die ^hirr auzünden."

Barbara Hatten nannte sie sich »nd eine vom Later, al» ich mich ihr vorstellte, w»d wtt in unserer Bekanntschaft noch nicht

G Ölt die traurige« Erinnerungen, die das Gespräch Geschworen, zu verscheuche», die Rührung, die _ v» Aller bemächtigt, z» unterdrücken, sagte der 1 -j Wer nach einigen Minuten des Schweigens, wie Gsttelt, in dem er seine kleine, bewegte Frau

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10.

3riet *

Ware», zerdrückte:

v - 14l^ Alterchen, das habe ich über der Freude, ' z ^"derzusehn, bi» jetzt ganz vergessen, denke ' 1 *6<tbara war gegen Abend ein Stündchen hier, 00M j .7 das Examen mit Glanz bestanden und sogar 96 J 3 ^knpreis bekommen."

ver Tausend," lachte der Professor vergnügt/ G ein Mädel, überall die Beste.

sprecht Ihr von der jungen Dame, die ich bei Zukunft hier auf der Veranda traf?" sagte Jitereffert

'Vas, hast D» sie noch getroffen?" rief Fran

gekommen, sie schien es eilig zu habe». In ihrer äußeren Erscheinung ist sie ein selten liebliches, wahr­haft schönes Mädchen, wohnt sie in Genf?"

3a, sie ist seit 9 Jahren hier in Pension bei Madame La Röchelte, heute hat sie ihr Lehrerinneo- Examen gemacht, aber nicht die mindeste Lust, das- selbe auszunutzen, ihr sehnlichster Wunsch ist, sich in der Musik auszubilden; Vater meint, sie hat eine außergewöhnliche musikalische Begabung und eine selten schöne Stimme dazu."

Beides hat sie, er wäre ein Unrecht, wollte man diesem Talente hindernd in den Weg treten, Barbaras Stimme, ihre außerordentlich musikalische Veranlag­ung, berechtigen zu den schönste» Hoffnungen, »nd was an mir liegt, soll gethan werden, sie in richtige Bahnen zu lenken."

Wo stammt sie her? Wo leben ihre Eltern?"

Sie ist eine Deutsche, ihre Elter» find lange tot," erwiderte der Professor,ihr Vater von dem sie die herrliche Stimme geerbt hat, war seiner Zeit einer der erste» deutschen Sänger. Nach dem Tode der Etter» wurde Barbara von ihren hochadelige» Verwandten, denen die kleine bürgerliche Waise ein Dorn im Ange zu sein scheint, erzogen, d. h. sie gaben sie, nachdem sie die Waise ein Jahr bei sich gehabt, hierher und sie scheint sich hier wohler ge- fühlt zu haben, al» bei ihrem Onkel Freiherrn von Nymwege» auf Böhnhausen, dessen Schwester eben ihre Mutter war. Ich kann «tt auch nicht denken, daß .die Verwandten ihre« Wunsche hindernd im «ege stehen werden, sie habe» dazu alle die Jahre hindurch an ihr z» wenig Interesse genommen, al» daß es ihnen nicht gleichgültig wäre, was Barbara würde. ES käme höchsten» die Geldfrage in Bettacht, nun, die» wäre kein Hinterniß, wir brauchen da» Geld ihrer Onkels zu ihrer Ausbildung nicht, es wäre mir ein Genuß, dies Talent bir zu feiner höchsten

Blüte zu pflegen und meine Alte kenne ich auch zu genau, um nicht zu wissen, daß ich ihr keine größere Freude machen könnte, al» mit dieser Pflegetochter."

Gewiß, Alterchen, Barbara habe ich von Herzen lieb, aber ich fürchte, D» bist zu hoffnungsfreudig, wer weiß, ob ihr Onkel und Vormund ihr die Er- laubuiß zu dem Studium giebt, um das Geld handelt es sich doch erst in zweiter Reihe."

Nun, es heißt eben abwarten, ich freue mich fürs erste, daß ich Madame La RochetteS Erlaubuiß für Barbara habe, sie in dem WohtthättgkeitS- Concert miifingen lassen zu dürfen, die guten Genfer werde» die Ohren spitzen, wenn sie die Stimme zu hören bekommen, der im Grunde die rechte Schulung noch fehlt, und die doch schon in ihrer Kraft und Rein- heit so einschmeichelnd und hinreißend schön ist. Doch ich denke, für heute ist genug geplaudert, morgen ist auch noch ein Tag."

Der Professor erhob sich, wünschte seinem Sohne gute Nacht; seine Frau ließ sich'» aber nicht nehmen, ihre« großen Jungen auch noch in sein Stübchen, da» er, so lange er hier wohnte, inne gehabt hatte, zu leuchten und als sie nach zärtlichem gute Rachi-Knß gegangen war, stand Hans noch lange am offenen Fenster und sah in die milde dunkle Nacht hinaus, während Lergaugenhett und Zukunftsbilder an seinem Geiste vorüberzogen.

Setten sprach er von der Vergangenheit mit de» Etter», er wußte, sie liebten das nicht, er hatte es ihnen auch heute deßhalb nicht erzähü, daß er vor zwei Jahren auf der Durchreise durch Hamburg sich einige Tage dort aufgehatte» hatte, um die Stätte seiner ersten leidenvollen Kindheit wiederznsehen und vielleicht dott einen Anhalt zu finden, der ihn über seine Geburt aufklärte. Aber die Zett war damals zu kurz gewesen, er auch nicht selbstständig genug und noch zu jung, um geeignete Schritte thu»

zu könne»; er nahm sich aber vor, wen» er sich in Berlin erst ein gelebt und e» dann seine Zett erlaubte, mit voller Energie nach seinen Eltern z» forschen.

Dann wanderte» seine Gedanken zn Barbara, von der feine Pflegeeltern mit großer Liebe gesprochen, »nb die in ihrem jungen Leben schon so viel Trüber er­fahre» hatte. In ihrer jugendftischen Schönheit hatte sie heute einen tiefen Eindruck auf fein Gemüth ge« gemacht. Wie befangen und lieblich hatte sie ansge- sehe», als ihr die WorteBaron Hans" entschlüpft waren. Eine Aehnlichkett mit ihm und irgend einem Baron Hans ihrer Bekanntschaft hatte sie wahrscheinlich zu dem Ausrufe veranlaßt, er lächelte vor sich hin, als er ihrer große» Verlegenheit nach dem Ansrnf dieser Worte gedachte und hätte doch nicht vermocht, ix scherzhafter Weise zu seinen Ettern davon zu sprechen; er that ihm sogar leid, in ihrer Gegenwart darüber gelacht zu haben. Dann gingen seine Gedanken weiter, er dachte, wen» er jetzt Stellung und ein reiches Ein­kommen hätte, wie schön es fein müßte, solch ein süßes Geschöpf wie Barbara Hatten als fein liebe» Weib, sein Eigen »eenen zu können, warum er gerade an Barbara dabei dachte, das wußte er nicht, aber er wußte bestimmt, daß er nie ein zweites Leben an >aS feine ketten würde, ehe er nicht wußte, wer feine Ettern wären. Er wollte vorher wisse», »b er nicht einer schuldbeladene» Vergangenheit entstammte, ob eine Eller» noch lebte», nie hätte er vermocht, ein anderes Wesen, da» einer makellosen Geburt sich er­beute, an fein Leben zu fesseln und es möglicherweise »adurch in dunkle trübe Verhältnisse, in eine ver­wandtschaftliche Stellung mit vielleicht ehrlosen Mensche» hineinznziehe». Endlich suchte HanS sein Lager ans und schlief in dem Hanse, das ihm ein zweites Eltern­haus geworben war, bis in den späten Morgen.

(kvrtsotznng folgt).