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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

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«rfdxint täglich außer e* Wervagen «ach Eon» anb Feiertagen. ’DSTrYvßltV/Y «nMgm nehn«, «ü-e§«; die Expedition diese« Blatte«, bk «nrumte*.

Quartalr-Lbonuementr-Preir bei der Expedition 2 M., bei all« Bureaus een Hmkm-rk L Begier, Frankfurt e. M., Cassel, MaKo-

Mostämteru 2,25 Mk. (exkl. Bestellgeld). JnsertienSaebühr: bte ge» ~ c in 1Qqq WU' v^ste, FrankfuN ». S^BeÄiu, «ünche^KÄ»;

»2nm Zatle ed« der« Non» K «», »«Sa««: di« Zeil« 25 Wg- ^ÜNNllöMl), 10. ^ZUM 1800. t i Danbe » «e., Frmüfurt a. ». Bwftt, H«a«ev«r, PaM x.

34. Jahrg.

Zweites Blatt.

L- Dividenden der Mehlfabriken. Während die mittleren nab kleineren Müller »« '^ftsteuz kämpfen nnd sichtlich zvrückgehe», florieren

^ie neuen deutschen Südsee-Jnseln. y Wen» es nach der Zahl ginge, würde Dcutsch- |L.h der reichste Jnselbefitzer unter den Staaten, E$(in Spanien den Rest seines Conialbesitzes im Eo! Osten: die Karolinen-, die Palau- und die ■tauwerp Inseln au Deutschland verkauft hat. Man Mit nämlich im Karolinen-Archipel über 500 Inseln, K denen allerdings die meisten unbewohnt sind und M als Riffe gelten können. Die Karolinen liegen ■ Großen oder Stillen Ocea» nördlich vom Bis- ■klk-Alchipel zwischen dem 131. und dem 163. ■mb östlicher Länge und zwischen dem Aequator und Kp 10. Grad nördlicher Breite, die Palau-Inseln Wlich von den Karolinen in der Richtung der Milivpinen und die Marianen nördlich von den Keinen. Die Karolinen einschließlich der Palau- ■r.rr: dehnen sich von Westen nach Osten etwa WM Kilometer aus. Der Flächeninhalt dieser Inseln Md auf 1800 Quadratkilometer geschätzt (etwas ■inet als die Herzogtümer Coburg und Gotha), ■er Name Karolinen wurde den beiden Inselgruppen ■ Threu des Königs Karl II. von Spanien ver- ■a. Die Bevölkerung wird auf 50 000 an- ■bea, unter denen sich gegen 900 Weiße befinden. M Der Boden der Karolinen ist fruchtbar ■b gut bewaldet. Brotfrucht, AamS, Kokosnüsse, Mkmohr, Orangen und Bananen wachsen in Fülle, ■arvieh, Schafe und Schweine sind eingeführt ■btn; die Vogelwelt ist reichlich vertreten, und die Me und die Lagunen sind fischreich, auch Schild- [Än werden gefangen. Das Klima ist feucht, Wer nicht ungesund. Die Bewohner gehören W den Mikronesiern, sie sind von hübschem Aeußern, Mbrauner Hautfarbe und schwarzem Haar, freund- M und liebenswürdig. Sie leben in kleinen Staaten, Wt dielen Häuptlingen. Die Frauen üben einen fesatenben politischen Einfluß aus. Der Handel W vorwiegend in deutschen Händen. Die Deutsche Wdels- und Plantagen-Gesellschaft der Südsee W«oa) hat dort zahlreiche Faktoreieu; sonst giebt M Mr noch einige englische Häuser. Ausgeführt find Wfieus Kopra (getrocknete Kokosnußkerne), und zwar ■M die deutschen Firmen jährlich 1000 Tonnen, ■geführt werden nur Tabak, Pfeifen, Werkzeuge, Mgelhaken, Pulver, Blei, Zündhütchen und Gewehre. MÄchlls fürfen wir uns rühmen, daß, sowest die J*<In für den Weltverkehr von Bedeutung sind, dies W ausschließlich dem Fleiß unserer Landsleute zu Mm ist.

2 Tie Marianen (auch Ladronen oder Diebes- Mlu genannt) sind rund 1140 Quadratkilometer (etwas kleiner als Lippe) mit 13 000 Etn- «ptrn. Die Inseln wurden von dem Welt- D'rgler MagelhacvS im Jahre 1521 entdeckt, der Jy® wegen der wenig lobenswerthen Eigenschaft der W^eborenen de» Namen Diebesinseln gab; im Jahre wurden sie indeß nach der Wittwe Philipps IV. S? Spanien, Maria Anna von Oesterreich, benannt. WZvsel Guam ist durch den spanisch-amerikanischen Wvensvertrag als Kabelstation an Amerika ob« Mrstv. Fast alle Inseln find stark bewaldet, der W^zenreichthum ist üppig und erinnert viel an den WWlippiue», von wo manche Nutzpflanze», namcnt- W Tabak, emgeführt worde» find. ES wird Reis, ■’S, Baumwolle, Indigo, außer deu bei den Karo-

»wähnten Pflanzen, angebaut, iudeß ist die Md ö l k e r u n g, ei» Gemisch vo» Spanier», ifcS&n und peruanischen Indianern, ungemein träge.

T h i e r w e l t ist ziemlich dieselbe, wie auf den k^liuen. Das Klima ist kühler, aber wilder fr bas der Philippinen, doch liege» Handel und E^ktrie i» Folge der spanischen Mißwirthschaft ^brr und müffen erst durch deutsche Thatkraft zur Blüthe gebracht werden.

Es liegt ein schöner und historisch tiefer Ge- darin, daß das Kaiserthum der Hohenzollern ist, die letzten Reste der spanische» Weltmacht ^guidire». Der Unfähige muß dem Fähige», der ^«dte dem Gesunde» u»d Starken weiche». Und > Mißwirthschaft herrschte »»d Uvftuchtbarkeit, und Haß, dort wird uuter der deutsche» Flagge ?? Segen sprießen, und rastlose arbeit wird W Erfolge ernte».

Ein Kleinbahn-Jdyll.H Folgendes „Kleinbahn- Idyll" aus dem Kreise Stolzenau schildert die „Hanuov. Post". Eine Frau vom Lande kam dieser Tage mit ihrem noch nicht ein Jahr alten Jungen zum Bahnhof in U., um vo» dort »ach M. zu ihrem Onkel zu reise», der de» Heinen Stamm­halter doch auch mal sehe» sollte. Mit dem Juhast einer Milchflache stillt ste ben sehr bemerkenswerthe» Durst des SprößliugS, eine andere hat fie auf de» Tisch im Wartesaal gestellt. Auf daS Abfahrts­zeichen steigt sie rasch ein, und der Zug setzt sich in Bewegung. Er rollte aber noch nicht lange, da bleibt er, durch die Nothbremse festgehalten, stehen. Der erschreckte Schaffner schaut in die Wagen nnb fragt auch die junge Mutter, ob fie die Nothleine gezogen habe. Die Frau bejaht die Frage. „Aber warum denn? — „O, min gode Herr, ick heff up'u Bahnhof den tweeteu Buddel för miu'u Lüttje» stahn late», den mutt ick Webber hebbeu; Hollen Se mau eben ’n beten stille, ick will em Halen!" — Als der verdutzte Schaffner der Frau begreiflich machte, daß man die Nothleine nur im Falle der höchste» Gefahr für ein Menschenleben ziehe» dürfe, bemerkte die juuge Mutter: „Na, is denn min Lüttjer leen Minsch, un is bat feen Gefahr för't Leben, wen he feen Melf hett? — Nach furzen Er­örterungen sah man ben brave» Schaffner schnell »ach dem Bahnhof renne», um ben „Melkbuddel" zu hole», und pustend rasch wiederkehren. Dan» that's einen Pfiff — die Sache war in Ordnung und der Zug rollte dem Onkel in M. entgegen.

die vom Großkapital geschaffenen Großmühlen, besser „Mehlfabriken" genannt, ganz ausgezeichnet und ver theilen Dividenden, bei denen einem das Wasser tat Munde zusammenläuft. So gaben Dividenden: die Bromberger Seehandlungsmühle 12,6 pTt., die Stettiner Walzenmühle 8 pCt., die Ludwigshafener Walzenmühle 8 pCt., die Märkische Mühle in Duisburg 12 pCt. u. s. w. Die Tantiemen für Direktion, Auffichtsräthe, Abschreibungen, Zuwendungen an das Personal u. s. f. sind natürlich noch außerdem verdient worden.

So ist es denn erHsrlich, daß diese Riesen- EtabliffementS wachsen und gedeihen. Einer wird groß, viele andere gehen unter! Ist das ein Wunder Angesichts des Umstandes, daß die geringe Anzahl Großmühlen auch »och Vergünstigungen bei der Ein­fuhr fremden Getreides erfährt? Es ist bas Ver­dienst des sachkundige» Mühlentechnikers Theodor Fritsch, dies unwiderleglich nachgewiesen zu haben in einer Broschüre „Die Vergünstigungen der großen Hafenmühle» (Leipzig, Verlag deS deutschen Müller.)

An der Hand eingehender Beweise führt Fritsch ans, daß unser bisheriges Verfahren der Zoll-Ver­gütung für ausgeführter Mehl zur zollfreien Einschleppung fremde» Getreides führt und dadurch die biunenländischen Mühle» ruinireo hilft. Fritsch »erlangt, das alle exportiren- de» Mühle» unter streuge zollamtliche Kontrole ge­stellt werden. Nach seinen Angaben sind in ben letzten Jahren nicht weniger als 77 000 Tovnen auslänbischcs Getreide jährlich im Deutschen Reiche zollfrei eingeführt worbe». DaS daraus ge­wonnene Mehl würbe in Deutschland abgesetzt und konnte, da daS (Betreibe nicht durch Zoll belastet war, erheblich billiger auf den Markt gebracht werben.

So würben die Müller und die Landwirthschast gleichmäßig geschädigt.

Fritsch geht in schärfster Weise mit diesen Miß- ständen zu Gerichte. „Die ganze deutsche Mehl- Ausfuhr", schreibt er wörtlich, „von heute ist nur ein Scheinmanöver, eine Koulisse, hinter der sich ein anderer Zweck verbirgt: nämlich die erfolg­reiche Umgehung der Schutzzölle."

Es ist ein dankenswerthes Unternehmen, um so werthvoller, als ein Fachmann es wagt, diese Auswüchse zu kennzeichnen. Herr Fritsch ist kein Neuling auf dem Gebiete volkswirthschaftlicher Schrift­stellerei. Besitzen wir doch aus früheren Jahren von ihm ein ausgezeichnetes Buch „Bodenwucher und Börse", (Leipzig, Hermann Beyer). In welchem Sinne Fritsch wirkt, daS mögen die Schluß­worte seiner Broschüre zeigen, welche kanten:

„Wohl werden durch.de» Handel Reichthümer geschaffen — in den Händen Einzelner und aus den Taschen Anderer; aber eine wahre Vermehrung der Gesammtgüter der Natton liefern nur die produktiven Erwerbszweige: die Landwirthschast, das Gewerbe und die Kunst. Handel und Verkehr mögen be­günstigt werben, solange fie sich für die Produktion förderlich zeigen; aber überall da, wo fie störend in die Erhaltung der produktiven Stände eingreifen, sind sie int Interesse des Gesammtwohles in vernünftige Schranken zurückzuweisen.

Am allerwenigsten aber darf eine vernünftige Politik das Wohlergehen der produktive» Klassen opfern zu Gunsten des immer bedrohlicher empor- wuchernde» Großkapitals, das in seinem Ziushnnger immer gieriger auf alle Gebiete übergreift und rücksichtslos Alles unter feine Füße tritt.

Das schaffende Volk will bestehen, und in Ehren bestehen, und seine Gesunderhaltung liegt im ßebenSintereffe des Staates selber. Das redlich schaffende Volk ist unent­behrlich."

Wahrlich, daS find Worte, welche in Soldbuch- stade» gedruckt werden müßten!

Zur Erwägung überwiesen!

B. L. „Immer langsam voran!" hieß eS zm Zeit der alten Reichsarmee und so heißt es auch vielfach heute noch, wenn es sich um ernste wirthfchastliche Frage» handelt.

Seit Jahren ist die Nothlage des deutsche» Schäl­walds, feiner Besitzer und Arbeiter kein Geheiwniß mehr, und trotzdem hat sich weder daS Parlament noch die Regierung dazu aufraffen können, energisch Abhilfe zu schaffen. Auch in dieser Session sind dem Reichstage wieder Petttionen von angesehene» Körper­schaften (». a. dem Rheinische» Ba»er»verein, dem

Kreistag in Trier, der Landwirthschafiskammer für Schleswig-Holstein) zngegangen, welche einen Einfuhr­zoll auf ausländische Gerbstoffe verlange» zum Schutze unseres heimischen Schälwalds.

Die Petitions-Commission hat dieselbe» geprüft und „dem Herrn Reichskanzler zur Er­wägung überwiesen".

Damit wäre die Frage wieder einmal auf die lange Bank geschoben, wenn nicht daS Plenum anders beschließt.

Die Petitionen geben ein anschauliches Bild von dem Niedergange eines uralten Zweiges deutscher Production. So wird u. a. ausgeführt, daß iu einer einzigen Bürgermeisterei des Regierungsbezirks Trier mit 3000 Einwohnern die frühere Einnahme aus den Schälwaldungen 73 500 M. betragen haben, jetzt aber auf 31500 M. zuiückgegangen sei. Aehn- lich stehe es auch in anderen Gemeinden. Für den Kreis Trier wird bei einem Preissturz von 100 M. für den Morgen der Kapitalverlust auf etwa 4'/z Millionen Mark berechnet.

DaS sollte doch zu bedenken geben, zumal es sich hier nicht um Großgrundbesitzer, sondern um kleine Leute handelt, welche ftüher dort ihren lohnenden Verdienst fanden und denselben jetzt völlig verlieren.

Wie der als Regierung? commissar in der Petitions­commission anwesende Geheime Regierungsrath Herr Meuschel erklärte, haben sich die verbündete» Re­gierungen von der Durchführbarkeit und Zweckmäßig­keit eines Zolles auf Gerbstoffe „nicht zu überzeugen vermocht". Der hohe Buudesrath hat vielmehr be­schlossen, keine Folge zu geben, zumal wie der Re­gierungsvertreter ausdrücklich erklärte, ein Zoll der „deutschen Lederindustrie schweren Schaden zufüge» würde". —

Trotz dieser Ausführungen des Regierungsvertreters beschloß die Petitionscommisfion, die Bittschriften nicht einfach in ben Papier korb zu werfen, sondern dem Reichskanzler zur Erwägung zu überweisen, „weil es ben Anschein erwecken könne, als wen» ber Reichs­tag ben Wünschen ber Petenten gleichgültig gegen» überstehe".

Mit biefem platonischen Trost müssen sich nun bie nm ihr Dasein kämpfenden Schälwaldbauern und -Arbeiter zufrieden geben. Viel ist es nicht, denn ob ber Herr Reichskanzler sich anbers entschließen wirb, als der Bunbesrath bereits gethan, bas ist boch sehr fraglich.

Unb bie Moral von ber Gcschicht' ? Sie ist sehr einfach. Interesse an ber Einfuhr ber ausländischen Gerbstoffe hat zugestandenermaßen nur der­jenige Theil der Gerberei, welcher mit großen Kapitalien arbeitet. Diese Großgerbereien verarbeiten hauptsächlich Quebrachoholz und ähnliche Stoffe. Zu ihren Gunsten wird der Schälwalb geopfert.

Es ist hier genau so wie beim Kampf der Klein­müller gegen die großkapitalistischen Mühlenbetriebe unb wie bei zahlreichen ähnlichen wirlhschaftlicheu Prozessen. Das Großkapital ist ber Feinb. Ar­gentinien unb fein Gerbstoff ist nur Mittel zum Zweck.

Bebauerlich bleibt nur, baß bie Regierungen glauben ben Jutereffen jener großkapitalistischen Betriebe Rechnung tragen zu müssen. Das ist ein Zeichen ber Zeit. Unb in biefem Sinne ist ber Vorgang in ber Petitionscommisfion beachtenswerth. Man weicht langsam vor bern Großkapital unb feinen Interessen zurück.

Ist bas ein würdiges Schauspiel?

Nimmermehr!

Möge das Schicksal des dem Großkapital ge­opferte» uralten deutschen Schälwalds dem deutschen Volke eine Warnung sein.

Vermischtes.

An- Como vorn 7. d. M. wird berichtet: Die Jury des Internationalen Telegraphen- KongresseS für das Wetttelegraphiren kam zu folgendem Ergebniß: 1. Für die beste Leistung mit dem Morse - Apparat erhielt Gerowini - Mailand die goldene Medaille und den KönigspreiS, bestehend in einer brencenen Franklin - Statue. Die kürzeste Zeit, die z»r Uebermittelung einer Aufnahme von 520 Worten gebraucht wurde, betrug 42 Minuten 42 Secnnden. 2. Für die beste Leisttmg am HugheS- Apparat erhielt Sruber-Münche» die goldene Medaille und einen Werthgegenstand; den vierten Preis erhielt Kaeß-München in Gestalt einer broncene» Medaille. Die kürzeste Zeit, die auf diesem Apparat für die Uebermittlung von 1040 Worten benöthigt wurde, war 32 Minuten 38 Sekunde».

Bom Büchermarkt.

*** Am 1. Januar 1900 tritt da« neue Bürger­liche Gesetzbuch für das Deutsche Reich in Kraft. — Wie die Verhältnisse liegen, lernt das Volk fein Recht nicht ans den Gesetzbüchern kennen, auch wenn sie noch so gemein­verständlich geschrieben wären. Ebenso sind auch die popu­lären Darstellungen für den Bedarf unpraktisch, denn waS der Laie im einzelnen Fall der Roth wissen will, weiß er dort nicht zu finden. Das einzig Praktische für den Laien bleibt deshalb immer eine alphabetische Anord­nung des Stoffs unter zahlreichen Schlagwörtern. Ein solches Werk ist das vom Amtsgerichtsrath Dr. Kaden in Dresden bearbeitete, soeben im Verlage der Roßberg- 'chen Hofbuchhandlung in Leipzig erscheinende „Hand­lexikon des Bürgerlichen Gesetzbuchs"; bie 1. Lieferung kostet 2 Mk, das vollständige Werk wird sich auf etwa 7 Mk. stellen. Das ttaden'sche Werk bietet inso­fern Neues, als es das Gesetz toortgetien in Form eines Lexikons wiedergiebt; jeder Paragraph deS Bürgerlichen Gesetzbuchs ist in dem Werke unter einem bestimmten Stichworte wörtlich genau ausgenommen. Die zahlreichen Stichwörter und Verweisungen dürfte» auf alle Fragen Auskunft geben, so daß man nicht leicht vergeblich das Buch zu Rathe ziehen wird Auch den Juristen wird das Werk, besonders bei ber Einarbeitung in das neue Recht, gute Dienste leisten.

V Unter Bismarck. Von C. W. AllerS. (Gedächtniß-Ausgabe.) Lieferung 17/20 ä 50 Pf. Stutt­gart. Union Deutsche Verlagsgesellschaft. DaS schöne Werk, auf deffen Foitschreiten wir bereits beS öfteren hin­gewiesen haben, liegt nunmehr mit ben soeben erschienenen vier letzten Lieferungen vollständig vor. Ein echtes Volks­buch — so stellt sich diese GedächtnißauSgabe bar, bie keine Wiederholung ber bekannten Schilderungen von Bismarcks Thaten giebt, sondern einen tiefen Blick in das Wesen deS großen Mannes, in sein arbeitsames Leben und in den Kreis der Getreuen, die um ihn waren, gewährt. Von dem großen geschichtlichen Hintergründe hebt sich die Gestalt des Kanzlers leuchtend ab, wir verfolgen seine Laufbahn von Anfang bis zu Ende, bis zu den Trauertagen des vergangenen Sommers, da der Tod den greifen Fürsten feinem Volke entriß.

*** Neuerdings steht Afrika durch bekannt« Vor- kommiffe der letzteren Zett, inSbefendere aber durch das Projekt einen 7600 Kilometer langen Eisenbahnlinie durch den ganzen Erdiheil im Vordergründe des öffentlichen JntereffeS. Mit Rücksicht darauf veröffentlich soeben die bekannte Familienzeitschrift „Jlluftrirte Chronik der Zeit" (Union Deutsche Verlags gesellschaft, Stuttgart) einen zeitgemäßen Artikel, betitelt: „Die südafrikanischen Burenrepubliken", von denen in den letzten Jahren so viel die Rede gewesen ist

♦** Ueber die Schnelligkeit beS Reisens bringt die be­kannte Familienzeitschrift „DaS Buch für Alle" (Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgart einen sehr interessanten Artikel.

«-schäfiltch- Mittheilrrrrge».

Unter den mannigfaltigen Systemen moderner Unter­kleidung hat sich in letzter Zett ein System immer mehr Anhänger erworben, welches mit dem Namen „Media- Kleitnng" belegt wurde, weil es in glücklicher Combination die Vorzüge des Leinen- und Wollsystems in sich vereinigt. Die innere Schicht des doppelschichtigen Media-Stoffes besteht ans Leinen-, die äußere aus Wollfäden, fo daß einerseits kein Reiz die Schweißdrüsen zu stärkerer Thätigkit veran­laßt, andererseits das naturgemäß producitt« Excret »ob ber Wollschicht schnell ausgenommen und zur Verdunstung gebracht wird. Die Serwenbung beS so gearteten Stoffe« hat sich insbesondere für die Fußbekleidung ausgezeichnet bewährt, und wurden die Mediasocken u. a. auch vom König!. KriegSminister'um empfohlen. Der Alleinverkauf wurde der Firma Phil. Brauer, Juh. I. Herdieckerhoff, übertragen.