St, Btdta, -amov«, PaM X.
Anzeigen nehm« entgehn: bk Expeditisn diese» Blatte«, die Ämtrnit«»
Bürten von Haesen-ein & -Segler, Frankfurt«. M., Caffel, Ma^a-
Warburg
Dienstag, 6. Juni 1899.
Erscheint täglich außer an Werktagen nach kv«n> und Feiertagen.
* Qß Lwartatt-Lbonnenlentr-Preir bei der Lxpeditien 2 Mk-, bei all« NO Idv Leftämtrru 2,26 Mk. (exkl. Bestellgeld). JnsertiouSgebühr: die a» * LL«. Zrtle -d« dmu «an» IV Pt«.. «eklam«. bk Z^le » Pf«.
Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für He Kreise Marburg und Kirchhain. ’•*** 11 Jllustrirtes Sonntagsblatt. *Mma* *
Das Urtheil des Kassationshofes
^PariS bezüglich Drcyfus lautet:
Nach Anhörung seines Berichterstatters, sowie des Wsanwalls und deS BertheidigerS der Frau nyftS, in Anbettacht des Artikels 443, Absatz 4 r Sttasproceßordnung sowie deS Artikels 445, ob» jjbert durch daS Gesetz vom 1. Mai 1899, in Henacht weiterhin deS UrtheilS der Strafkammer k ZaffationshofS vom 29. October 1898, das die Mou grundsätzlich als zulässig erklärte und eine ,quete avordnete, in Anbettacht schließlich der Mcolle dieser Enquete und der beigefügten Docu- Btt beschließt der Gerichtshof e r st e u s über das li dem Schriftstück „Ce Canaille de D.“ gezogene 4 dem Kriegsgericht mitgetheilte Beweismittel
«Erwägung, daß diese Mittheilung zugleich durch jt Aussagen des früheren Präsidenteu der Republik Mir Perier, sowie diejenigen der Generäle Mercier ü Boisdeffce bewiesen ist;
m Erwägung, daß fernerhin Casimir Pörier er» w, von General Mercier zu wissen, daß dieses chiisttzück: Ce Canaille de D. dem Kriegsgericht uzelegt wurde als auf Dreyfus bezüglich, daß »ererseits die Generäle Mercier und Boisdeffre beizt, ob diese Mittheilung statthatte, die Antwort Weigerten und sie so stillschweigend au» rt-unten;
m Erwägung, daß den nach dem Urtheil des ikgsgerichts gemachten Enthüllungen zufolge die «Heilung dieses Documentes auf die Gemüther der Hier einen entscheidenden Eindruck machen konnte, ch bas mitgetheilte Document jedoch heute als u n - rvendbar auf Dreyfus betrachtet werden muß, S diesen Erwägungen erkennt das Gericht, daß es Document eine neue Thatsache darstellt, ge- tznet, die Unschuld des Berurtheilteu zu beweisen, »eitens über die auS dem Bordereau gezogenen hseissittel;
hi Erwägung, daß Dreyfus angeklagt war, die ksMeute, die die Sicherheit des Staates berühren, i daS Ausland geliefert zu haben, Documevte, ®h Sendung von dem sogenannten Bordereau be- Kitet war;
in Erwägung, daß dieses Bordereau als Gründet der Anklage 5 Experte» unterbreitet wurde, wovon «i auf die Schrift Dreyfus' schlossen, daß aber iine Untersuchung über das Her» •»men des Papiers äugefielt wurde;
in Erwägung, daß jedoch die Firma Marion, a das gleiche Papier, wenn auch anderen Formats, ksett, erklärte, dieses Muster sei im Handelsverkehr ichr g e b r äu ch lich;
in Erwägung, daß i» der Enquete des Cassations» $ zwei Briefe auf gleichem Papier vorliege»,
auS der Zett der Entstehu»g des BorderauS, deren Echtheit unzweifelhaft ist und die von einem andern Offizier herrühren, der int December 1897 ausdrücklich verneinte, sich jemals dieses Papiers bedient zu haben, in Erwägung, daß die drei von der Strafammer gehörten Experten, die Professoren Meyer, Giry und Moliniöre e i n m ü t h i g erklärten, die Schrift des Borderaus sei die nämliche wie diejenige »er beiden genannten Briefe und daß auch einer der Experten von 1894 sich diesem Gutachten anschloß, betonend, daß er 1897 diese Bergleichsstücke nicht kannte, in Erwägung, daß die Papierexperten erklären, daß das Papier deS Borderaus nach Dicke, Maaß, Liniirung, Gewicht und Gummirung die allergrößte Aehnlichkeit mit dem Brief des erwähnten Offiziers vom 17. August 1894 besitzt;
in Erwägung, daß diese Thatsachen dem Kriegsgericht unbekannt waren, das die Vernrtheiluug des Dreifus aussprach, daß sie aber dazu führen, das Bordereau sei nicht vou Dreifus geschrieben, aus diesen Gründen erkennt das Gericht, daß diese Briefe die Unschuld deS Berurtheilteu dar- t h u n, daß sie deshalb den Voraussetzungen deS Absatzes vier des Paragraphen 443 entsprechen und nicht aufgehoben werden können durch andere zeitlich nach dem ergangenen Urtheil geschehene Thatsachen, wie die von Dreyfus am fünften Januar 1895 zu Lebrun-Renaud gemachten Aeußerungen. Man kann in Wirklichkeit in diesen Aeußerungen kein Schuld- geständniß erkennen, sie beginnen nicht nur mit der Versicherung der Unschuld, eS ist auch unmöglich, ihren Wortlaut genau und vollständig festzustellen in Folge der Abweichungen, die zwischen den aufeinanderfolgenden Aussagen Lebrun-Renauds und denen anderer Zeugen bestehen. Es ist unnöthig, sich bei den übrigen Zeugnissen für die Geständnisse, wie derjenigen Deperts, aufzuhalten, die durch andere direkt widerlegt sind;
in Erwägung schließlich nach Arttkel 445, daß eine neue mündliche Verhandlung nöthig ist, aus al diesen Gründen und ohne ein Bedürfnis! über die übrigen Beweismittel zu beschließen, c a s s i r t und annullirt der Gerichtshof das Urtheil des Ersten Pariser Kriegsgerichts vom 2 2. December 1894, das Alfred DrehfuS verurtheilte, verweist den Angeklagten vor baS Kriegsgericht in Rennes und bestimmt durch eine besondere Berathung im Berathungszimmer deS Gerichtshofs, damit abgeurtheilt werde über folgende Frage: „Ist Dreyfus schuldig, im Jahre 1894 Machinationen hervorgerufen oder Einverständnisie unterhalten z» haben mit einer fremden Macht oder deren Agenten, um sie zu bei» anlafsen, Feindseligkeiten gegen Frankreich zu begehen oder einen Krieg zu unternehmen und ihr die Mittel dazu verschafft zu haben durch Lieferung der im
Bordereau genannten Noten und Dokumente." Das Gericht verfügt, daß daS gegenwärtige Urtheil gedruckt und eiugettage» wird in das Register des Ersten Pariser Kriegsgerichts am Rand der annullirten Entscheidung.
Umschau.
Ein Thema von weitttageuder Bedeutung für die bessere Entwicklung des Rechtsbewußt» seins im deutschen Volke hat Prof. Krückmaun an der Universität Greifswald unlängst als Vortrag in der dortigen Lehrervereinigung behandeü. Unter dem Titel: „Die Entfremdung zwischen Recht und Volk" ist die Rede jetzt im Druck erschienen. (Leipzig, Diettich'sche Verlagsbuchhandlung, Th. Weicher.) Prof. Krückmaun kommt zu dem Schlüsse, daß die objettive Entfremdung bei uns nicht größer ist, als bei anderen Völkern, jedenfalls nicht so groß, wie die Laie» annehme», und daß die Aufgabe, an ihrer Beseitigung zu arbeite», sowohl de» Juristen, als den Laien und der Regierung zufällt. Er bemerkt, was hier erwähnt sei, in seiner Rede in einem Exkurs über die Pflege des Idealen an der Schulei „Man kann der heutigen Jugend zunächst nur vor» werfen, daß sie nicht die Ideale der Väter habe, daS ist ober ihr gutes historisches Rechts; will man ihr sonst noch Vorwürfe machen, so weise man nach, daß sie allen den Idealen gegenüber sich ablehnend verhält, die ihr en Stelle der väterlichen Ideale entgegengettagen werden. Diesen Nachweis kann man aber solange nicht erbringen, als man der heutigen Jugend immer nur die väterliche» Ideale entgegen» bringt, vou denen man mit Recht nichts wissen will. Daß unsere Jugend auf der Suche nach dem Ideal ist, aber mangels richtiger Führung in Gefahr geräth, sich zu verirre», wird bewiesen durch diebedeukliche Hinneigung zum Socia- l i s m « s, die an Hochschulen sich gezeigt hat. Sie ist ein glänzender Beweis für de» Idealismus der studtteuden Jugend, aber auch ein Beweis dafür, daß die Jugend nicht richtig geleitet ist, und die Verantwortung hierfür trifft nicht sie, sondern ihre Väter. Die Jugend hätte hingewiesen werden müssen auf streng nationale Ideale, auf den Kampf auf Leben und Tod, den wir mit anderen Völkern, sogar mit der eigenem germanischen Rasse führen müssen, um vor künftigen Geschlechtern makellos dazustehen, auf unser historisches Anrecht auf einen entsprechenden Antheil bei Vertheilung der Erde. Neben diesen Dingen verschwindet das zur Jnternationalität und Weltbürgerthum hineigende sociale Ideal an Bedeutung. Man flöße der deutschen Jugend nur etwas mehr von diesem Geiste ein, gebe ihr Gelegenheit, die nationale Ideale» wirksam kennen zu lernen, und der Vorwurf, daß sie keine Ideale hätte, wird
verschwinden". Schon jetzt sei der Anklang be. merkenswerth, den die rein nationalen Bewegungen be der Jugend finden.
In Madrid stellt sich von den Morgenblättern des 3. Juni der „Liberal" wegen der Abtretung der Inseln an Deutschland überrascht und tabelt, weil er durchaus tadeln will, de» Verkauf des nationalen Gebietes hinter dem Rücken des Landes «nd der Cortes, muß aber selbst zugeben, daß die Inseln Spanien nichts mehr nützen können. Das revolutionäre Hetzblatt „PaiS" nennt das Abkommen einen Staatsstreich und die Liquidation Spaniens, bezeichnet aber ebenfalls als zweifelhaft, ob Spanien die Inseln hätte behalten können. Der „Jmporcial" sagt dagegen, daß die Bevölkerung mit der Abtretung zufrieden sei, da Spanien eines Tages die Inseln doch verloren hätte. Laut deu Blättern zahlt Deutschland fünfundzwanzig Millionen Pesetas (es wäre» nach heutigemCurS 153/± Millionen Mark), gewährt Spante» auf den Insel» die Rechte der meistbegünstigten Nation und die Achtung der religiösen und Besitzverhältutsse. Außerdem erhält Spanien das Recht, Kabel- und Kohleustattoneu iu den drei Inselgruppen (drei, wen» man die Palau-Inseln besonders nimmt) anzulegen.
Die „Köln. Ztg." schließt eine Bettachtung über dasUrtheil des PariserKassationshofeS wie folgt: „Nicht mit derselben Genugthuung, mit der bet Philanthrop die Beendigung des Leidens eines unschuldig Verurtheilteu und die Sühne eines RechtsirrthumS begrüßt, Wird der Politiker der weiter» Abwickelung deS Dreyfushandels entgegen» sehen können. Wird die Politik des auslöschenden Schwammes, di« gegenüber den noch schwebenden Verantwortlichkeiten von vielen Seiten wohlwollend empfohlen wird, der aufgestörten Republik die Beruhigung bringen, deren sie so dringend bedarf? Wird es nicht vielmehr nothwendig werden, mit fester Hand durchzugreifen und die Schuldigen, so hoch sie einst gestanden haben mögen, ihrem Richter zu Überantworten, wenn der Riß, den diese Angelegenheit zwischen Volk und Heer gezogen, dauernd auSgefüllt werden, wenn das gegenseitige Vertrauen wiederkehren soll; und werben sich in der dritten Republik noch Männer finden, die den Muth haben, die Axt an die übrigens schon morschen Wurzeln zu legen? Heißt eS nicht anderseits, eine Prämie auf neue Schandthaten setzen, wenn die Fälscher und Eidesbrecher, ihre Hehler und ihre Helfer straffrei aus- gehen, und werden die journalistischen Hyänen der Revision — denn auch auf dieser Seite giebt eS solche — jetzt entwaffnen, nachdem sich ihr Brodkorb, den die Ungunst der öffentlichen Meinung ihnen eine Zeit lang so hoch gehängt hatte, zu füllen begonnen
(Nachdruck verboten.)
Schloß Böhnhauseu.
Von M. B u ch h o l tz.
(Fortsetzung.)
vielen
. -illr es nun dem alten Freiherr nach "Vtt leib geworden fei, feinen Sohn fortgeschickt £ toben, und er Aufrufe in allen großen ameri-
Zeittmgeu hat einrücken taffen, Baron Haus doch wieder komme», er wolle ihm alles vrr- , da fei Taute Ulrike fast vor Angst ver- , Baron Hans könnte am Ende wiederkommen, nicht das geringste Lebenszeichen hätte er ge» und der alte Freiherr hat sich darüber zu Tobe
Babette sagt, viele Jahrhunberte hätte fen be» Freiherren von Seudlinge» gehört, t8 ist dem alten varo» sehr schwer geworden, atit ihm der Name ausstirbt »nd das Gut, > Taute Ulrike, auf den Name» Nymwege» kommt. ; lllrickeus Vater hat auch ein Testament hinter- 3®» i» dem er seinem Sohne alles verziehe» hat, er ober ein Sohu von ihm wiederkommt. Babette meint, Taute Ulrike könnte sicher fein, F** Hans käme gewiß nicht wieder, der wäre 5® gestorben, ober in dem großen, große» Lande 2c<tl(mgen, sie sagt, er fei fo gut und weich ge« Sanz anders wie Tante Ulrike, und hätte ge» die flehenden Aufrufe feines Vaters geant- wäre er noch «m Leben!"
» -Siehst Du, Waldemar," fuhr die Beine Sprecherin u’ ^e i» ihrer lebhaften Kinderweise den eigenen 2™ni über den sie hoch iuterefterenbe» alten 6e« BabettenS vergessen hatte, „siehst D», des» toten ich mich so recht »erlassen fühle, dann ■ <« liebsten hier zum Bilde von Baron
Hans, der ist gewiß auch ttaurtg und verlassen in dem große» Land gewesen, wen» er auch seine Frau gehabt hat, aber Babette meint, sie wäre sicher, daß sich der junge Baron oft nach Hause gewünscht hat; hätte seine Mutter noch gelebt, bann wäre wohl alles anders gekommen; — armer Baron Hans," fügte sie mitleidig hinzu, „es wäre doch viel besser, Du könntest hier wohne», als die böse Tante Ulrike!"
Waldemar hatte die Hand seiner kleine» Gefährtin ergriffe» und War ihrer Erzählung in athemloser Spannung gefolgt, jetzt als sie schwieg, meinte er:
„Wunderbar, ich habe nie von irgend jemand, selbst nicht von Mama, über diese» Baron Hans sprechen hören."
„Ich glaube das find schon 20 Jahre her, denke doch, dar ist doch kaum mehr ouSzudenken, Taute Ulrike ist damals »och ein junges Mädchen gewesen, aber damals gewiß schon so stolz und böse wie heute; deu» als Bars» Haus das letzte Mal hier in Böhn- hause» war und sie angefleht hat, für ihn beim Vater zu bitte», da hat sie ihm nur böse Worte gesagt und eS nicht getha». Sanz zuletzt ist Baron HanS auch bei Babette gewesen und hat ihr für immer Lebewohl gesagt und ihr erzählt, er ginge nach Amerika. Seine Brant, die er als seine Hebe Frau mittnehmeu wollte, würde ihm alles ersetze» und er hat Babette daS Blld gezeigt, und Babette sagte, sie sei schön gewesen wie ein Engel. An welcher Krankhett sie wohl gestorben sein mögen, der Baron Hans »»d seine junge Frau," setzte sie in ihrer kindliche» Art hinzu, „ob sie sich auch so lange quälen mußten, wie meine Mama?"
„War Deine Mama so lange krank?" sagte Waldemar mitleidig, „erzähle mtt doch von ihr uud Barbara erzähtte ihm von ihrem kurzen und doch
so schweren geben, erzählte ihm, wie viele Menschen bei ihnen ein» und ausgegangen wären, wie der Vater so herrlich gesungen hätte und Wie glücklich sie alle gewesen wären. „Dann kam die Krankheit, Papa verlor seine Stimme und wir bezogen eine andere kleine Wohnung, in der Papa bald starb; und von da ab sah ich Mama so viel weinen, sie saß den ganzen Tag am Fenster und nähte auch oft in der Nacht," sprach Barbara traurig, „wenn ich zufällig aufwachte, sah ich sie noch nähen. Dabei wurde sie so mager, der goldene Ring, siehst Du, diesen den ich hier au der Schnur um den Hals trage, der fiel ihr immer vorn Finger ab. Eines Tages schrieb sie einen langen Brief, hier nach Böhnhauseu an Onkel Egon, und darauf dachte fie, würbe er sofort zu uns kommen. Mama erzählte mir von Onkel und Taute, und sagte, fie würden mich gewiß zu sich nehmen, wen» fie nicht mehr bei mtt sein könnte, dann sollte ich ihnen eine ebenso gute Tochter sein, wie ich die ihre wäre. Ach ich mochte es nicht hören, daß Mama sterben uud mich allein lassen würde und weinte daun immer so, daß sie mich kaum beruhigen tonnte. Aber eines Tages starb Mama, ohne daß Onkel Egon bei ihr war, der kam erst an dem Tage, al» fie Mama in dem häßlichen schwarzen Sarge sortttugen, und darauf uahm et mich hierher mtt »ach Böhnhauseu.'
„Ich wollte, Mama hätte mich lieber mtt in de» schwarzen Sarg genommen," fuhr fie in leidenschaftlichem Schmerz fort, „als daß ich hier bleiben soll, wo fie alle mich quälen und Taute Ulrike mtt nach jeder Morgenaudacht sagt, ich möchte dem Heben Gott noch ganz besonders danken, daß fie mich hier aufge- nommeu hätten, ich wäre aber ein undankbare«, lieblose» Kind. Ja hier kann ich auch nicht gut sein und wäre Babette nicht, die so gut zu mir ist, ich
wäre schon längst fortgelaufen, weit, Weit fort, weißt Du, bis dahin, wo mich niemand finden kann."
Waldemar lächelte. Dan» sprach er sanft; „Du mußt nur immer artig sein, bann wird Dich auch Deine Tante lieb gewinnen und wenn ich erst erwachsen bin uud Janttkau selbstständig bewirthschaste, bann hettathe ich Dich, ja ganz gewiß, Barbara, da» thue ich; D» Willst mich doch, nicht wahr?"
„Ja, gewiß will ich Dich, aber das ist noch schrecklich lange hin und"--
„Waldeyrar! Waldemar!" riefen jetzt mehrere Stimme», wo steckst Du nur? wo bist Du? Deine Mama will forffahren! —
Mit einem Ruck waren die beiden Kinder aufgefahren. Waldemar beugte sich schnell zu Babara nieder und küßte fie herzlich: „Adieu, Barby, vergiß mich nicht, weine nicht so viel, die Jahre, bis ich Dich heiratheu werde, werden schnell vergehen!"
„Adieu!" erwiderte Barbara, „und ich danke Dtt auch, Waldemar, daß Du so gut gegen mich gewesen bist!"
Gleich darauf huschte die Beine Gestalt dmch eine Seiteupforte davon und Waldemar eilte den Rufenden entgegen.
Bald darauf fuhren Gräfin Schyritz uud Waldemar ihrem Gute zu, eine Wette saßen fie schweigend, dann schmiegte fich Waldemar an seine Mutter und fragte leise:
„Mama, sag', weißt Dn auch, daß Fran von Nymwegen einen Bruder Hau» hatte, dem eigentlich Böhnhauseu gehörte, und daß er nach Amerika gegangen und nie von dort znrückgekommen ist?'
(Fortsetzung folgt).