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Äebattt«*: Markt 81. Telephon 85.

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Sturm oder Sonnenschein brachte, die Worte blieben bestehen für alle Ewigkeit! Eine heilige Ruhe über­kam sein Herz, er wußte fich geborgen unter dem Schutz dieser edlen Liebe und er schwur, niemals dieser Stunde zu vergessen, da die Worte Freddas ihn zu neuem Leben, za neuem Glück erweckt hatten.

Seit längerer Zeit machen fich in den Kreisen der deutschen Hochseefischerei-Interessenten Bestrebungen geltend, das Jnteresie au der in früheren Jahrhunderten von Deutschland aus lebhaft betriebenen Fischerei im Nordmeer neu zu beleben. Einen ge­eigneten Platz, von wo aus der Fischfang auSgeübt und wo die Vorbereitung der Fangergebnifse für den Weiterversand vorgenommen werden kSnnte, glaubt man in der etwa halbwegs zwischen Norwegen und Spitzbergen belegeneu Bären-Jnsel gefunden zu haben. Um einen ersten Versuch zu machen und dabei die in Bettacht kommenden Verhältnisse näher zu erkunden, ist von Seiten des Fischerei - Vereins Ende vorigen Monats auf zwei Schiffen eine Expedition nach jener herrenlosen Insel abgesandt. Zur wissen- schaftlich-geologischen Erforschung der Insel find einige Bergleute mit an Bord genommen. Auf Vorstehendes reduciren fich die Ziele der Expedition, über welche kürzlich von deutschen Blättern verschiedene, auch in der ausländischen Presse bemerkte, unrichtige Nach­richten gebracht wurde». Mit Spitzbergen hat die Expedition nichts zu thun. Dem Unternehmen eines Herrn Theodor Lerner steht die Unternehmung des Fischerei-Vereins völlig fern. Die Bäreninsel, ein gewöhnlich zur Gruppe von Spitzbergen gerechnetes Eiland, ganz aus sekundärem Sandstein und Kalk gebildet, mit bedeutenden Kohlen- und Phosphatlageru, liegt ungefähr 225 Kilometer südlich vom Südkap Spitzbergens und umfaßt 68 Quadratkilometer. Zum Vergleich erwähnen wir, daß Helgoland 0,59 Quadrat­kilometer groß ist. Die Insel Wollin ist 245 Quadrat­kilometer groß.

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Nachdem unlängst die im März d. IS. vorge­kommenen Eisenbahnunfälle nach der im Reichseisenbahnamte geführten Kontrole veröffentlicht worden find, läßt fich ein Ueberblick über die Be- ttiebsunfälle des mit diesem Monat endigenden Etats­jahres gewinnen. Borgekommen find auf den voll­spurigen Eisenbahnen Deutschlands (ausschließlich der bayerischen) im Ganze» 352 Entgleisungen und 217 Zusammenstöße gegenüber 350 Entgleisungen und 258 Zusammenstößen im Vorjahre. Bei der Ver­gleichung verschiedener Jahre ist tndeß die Verkehrs­leistung zu berücksichtigen. Da im Jahre 1898 377 Millionen Zugkilometer gefahren worden sind gegen 350 Millionen im Vorjahre, so entfalle» cm die Einheit von 10 Millionen Zugkilometer in 1898 9,34 Entgleisungen und 5,76 Zusammenstöße, im Vorjahre 10,00 Entgleisungen und 7,40 Zusammen­stöße. Zurückgegangeu ist also namentlich die Anzahl der Zusammenstöße. Ueberhaupt aber giebt sich eine erfreuliche Abnahme der Zugnnfälle und damit eine Zunahme der Betriebssicherheit auf den deutschen Eisenbahnen kund, denn im Jahre 1850, aus dem die erste allgemeine Eisenbahnunfallstatistik stammt, entfiele» 47 Zugnnfälle auf 10 Millionen Zug­kilometer, zehn Jahre später noch 27, während fich

)ie Zahl heute auf 15, also im Laufe von zwanzig Jahren auf weniger als den dritten Thetl verringert hat. Besonders begünstigt war das verfloffene Jahr insofern, als es von schweren Unfällen beinahe ganz verschont geblieben ist. Bei sämmtliche» den Züge» zugestoßenen Vorkommnissen haben nur 3 Reisende daS Leben verloren und 55 Reisende Verletzungen davongetrageu, wogegen im Vorjahre 21 Reisende ge- tödtet und 296 verletzt worden waren. Diesem Um­stande allein, nicht aber, wie seiner Zeit vielfach be­hauptet wurde, einer ungewöhnlich großen Anzahl von Unfällen, verdanft das Jahr 1897 seinen un­heimlichen Ruf in der Geschichte der Eisenbahnen.

Herr Ebeling, welcher mit Briefschreiben in seinem Privatcomptoir beschäftigt war, «achte ein höchst er­stauntes Gesicht, als ihm der Diener die Visitenkarte des Colonels Don Enrico Prado überreichte mit der Meldung, daß der fremde Herr vor der Thür stehe und Herr» Ebeling dringend zu sprechen wünsche. FreddaS Vater erhob fich, um dem Fremden entgegen» zugehen.

«Ihr Same, mein Herr*, so sprach er,ist mtt nicht unbekannt. ES freut mich, daß ich jetzt auch Ihre persönliche Bekanntschaft machen kann. Sie find wohl auf der Durchreise begriffen?*

Allerdings*, erwiderte Don Enrico,aber wie lange ich hier bleiben werde, dar solle» Sie mir sagen*.

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,3a, Sie, mein verehrter Herr Ebeling, denn Sie haben jetzt nicht allein über mein Schicksä sonder» auch über dasjenige meines Sohne» zu ent­scheiden*.

,86er, mein bester Herr, ich verstehe kein Wort*.

,Per dio*, rief lachend der Peruaner, ,die Sache ist einfach genug l Soeben komme ich von Ihrer

Tochter, die übrigens die schönste und reizendste junge Dame ist, die ich je kennen gelernt habe, zu ihrem Schutze habe ich meinen Sohn Frederigo bei ihr zurückgelaffeu. . .*

Herrn Ebeling fiel es wie es Schuppen von den Augen. Er sah sich überrumpelt und drohte Don Enrico scherzhaft mit dem Finger.

Fürchten Sie nicht*, fuhr dieser mit komischem Ernst fort,daß dieser Schutz Ihrer Fräulein Tochter unangenehm werden könnte. Wenigsten» schien fie es nicht ungern zu sehe», daß ich fie mit meinem Frederigo allein ließ. Doch ernsthaft gesprochen, ver- ehrttr Herr, ich komme in der That zu Ihne», um für meinen Sohn nm die Hand Ihrer reizenden Tochter anzuhalten*.

Ja aber', entgegnete zögernd Herr Ebeling, in- dem er ziemlich raihloS in dem Zimmer auf unb ab- ging,dar kommt so überraschend, man weiß nicht wie und wo . . .*

Hören Sie mich an, weither Herr. Ich verstehe Ihre Bedenken vollkommen, ich hoffe aber dieselben durch einige Mittheilungen vollständig zu zerstreue». Daß Frederigo ein braver Junge ist, wttd Ihnen Ihre Tochter beffer als ich auseinander setzen können. ES fließt deutsche» Blut in seinen Adern, denn seine Mutter »ar eine Deutsche. An» diesem Grunde hören Sie mich auch ganz leidlich deutsch sprechen. Frederigo hat deutsche Schulen und schließlich auch die Berg» alabemie im Harz besucht, wo er ja ihre Tochter lernten lernte. Er ist ein halber Deutscher, er liebt

christlichen Gedanken zu verbreite» und zu »erliefen, muß unser aller eifrigstes Bestreben fein, denn nur >ann können wir hoffen, auf ftiedlichem Wege die Anschläge unb Pläne der Umsturzpartei zu nichte zu machen. Mißlingt diese Anfklärungsarbett, so kann nichts den Blutigen Austtag des JnteressenkampfeS verhindern.*

Diese treffenden und ttefflichen Worte verdienen auch außerhalb der grün-weißen Grenzpfähle die weiteste Beachtung. Dadurch ist in der That kurz und bündig die Richtlinie bezeichnet, auf welcher fich der Kamps gegen die Socialdemokraiie bewegen muß, wofern er Erfolg haben soll: Scharfe Maßnahmen, Anwendung aller staatlichen Machtmittel gegen die socialdemokraiischen Führer und Agitatoren, Aufklärung und Heranziehung derMitläufer* durch Fürsorge und Bruderliebe. Nichts ist der Socialdemokratie so unbequem, als ein solcher Hinweis auf die Qualität derMillionen* von Stimmzetteln, mit denen vor der ganzen Welt geprahlt wird. Wie gering die Zahl überzeugter .Genoffen* unter jenenMillionen* ist, zeigt aber jede socialdemokratische Versammlung, zeigt der verhältnißmäßig geringe Stand der politischen Organisation und zeigt die Gleichgültigkeit, mit welcher in soweltbewegenden* Fragen, wie beispielsweise in derBernsteinfrage*, die große Masse der Arbeiter fich verhält.

DieLeipziger Volkszeitung* sucht dasMärchen von den Mitläufern* durch Auszüge aus der Reichs­tagswahlstatistik zu widerlegen. Wie kindlich ist aber dieses Unternehmen! Selbst wenn aus der Statistik ersichtlich wäre, ob die Wähler, die socialdemokratische Stimmzettel abgegeben haben, Arbeiter waren und wie ihre Gesinnung zu Religion unb Monarchie ist, würden solche Ziffern nicht beweiskräftig sein. Ge­lingt es doch sogar den Gewerkschaften, die nur materielle Interessen z» vertteten undparteilos* zu sein vorgeben, nicht, auf einen grünen Zweig zu kommen und auch nur die Hälfte der Wähler, die einenrothen* Zettel in die Urne geworfen haben, für fich zu gewinnen! Es bleibt also dabei; Trennung derMitläufer* von den zielbewußten Socialdemo- kraten muß im Kampfe gegen die Umsturzpartei die Losung sein!

Ihr Vaterland und ich glaube, er würde lieber hier bleiben, als mit mir wieder nach Peru znrückkehren.*

Das erleichtert mtt allerdings den Entschluß wesentlich,* entgegnete Freddas Later,beim ich würbe doch Bedenken hegen, wenn meine Tochter drüben bei Ihnen leben sollte. Ich liebe Fredda auf das Zärt­lichste und möchte fie gern in meiner Nähe behalten.*

Ich kann e» Ihnen nicht verdenken. Darüber läßt fich ja »och spreche».*

Ich würde Ihre» Sohn, wenn es ihm sonst zn- sagte, gern in «ein Geschäft mit aufnehmen. Ich selbst werde alt, will mich vorn Geschäft zurückziehen, das Geschäft aber ist zu groß, als daß e» mein Sohn allein verwalten könnte.*

Wenn Frederigo damit einverstanden ist, mir ist es recht,* rief Don Enric».Und damtt Sie sehen, daß auch ich etwas für die Zukunft de» jungen Paares thun will, überweise ich hiermit meinem Sohn die Summe von 400,000 Mark, welche ich in guten Wechsel» auf die Bank von London in einem hiesigen Bankhause deponieren werde.*

Herr Ebeling sah Don Emico erstaunt an. Dan» brach er in Lachen a»S und sprach:Wir beschließen hier schon über daS Schicksal unserer Kinder, ohne zu wiffe», »b fie fich wirklich gefunden haben. Komme» Sie, Herr Prad», lasse» Sie uns »ach meine« Hause zmückkehren und sehen, ob Fredda mit dem Schutz Ihre» Sohne» zufrieden gewesen ist*.

Lachend stimmte D»n Enrico zu und vergnügt «achten fich bann die beiden alten Herren auf den Heimweg. (Fortsrtzmg folgt.)

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kehrung der Machiverhältuisse in den dortigen bürger­lichen Parteien herbeiführen werde. Ei» dritter Artikel ttttt de» Bedenke» wegen einer angeblich rein äußerlichen »nd mechanischen Scheidung der zweiten von der dritten Abtheilung entgegen.

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Die Mitläufer der Socialdemokratie.

Auf der diesjährige» Generalversammlung des conferüatitien Landesvereins im Königreich Sachsen aMete der Vorsttzende, Herr Geh. Hoftath Dr. Schober, den Jahresbericht und führte dabei «gefähr Folgendes aus:

Das wichtigste, für Deutschland und das deutsche gelt bedeutungsvollste Ereigniß war zweifellos der Heimgang des Fürsten Bismarck, des eigent- lichen Begründers des neuen Deutschen Reichs, des größten Mannes, de» Deutschland seit Luther hervor- gtbiadjt hat. Die ungeheure Bewegung, die bei der Nachricht vom Tode des großen Mannes durch alle Nutschen Gaue ging, läßt darauf schließen, daß selbst ii unserem Zeitalter, dem vielfach und nicht ganz mtt llurecht materialistisches Streben und Mangel an Idealismus und Hochfinn »orgeworfen werden, das -efühl der Dankbarkeit und der Würdigung Wahrer Kröße »och nicht abhanden gekommen ist. Und dieser für uns tröstliche Gedanke fand in den letzten Tqen neue Nahrung, da unser Sachsenland die Er» innemngSfeier an die Feuertaufe sser es alitier ehrten Königs so be­geistert begangen hat. Wenn auch nicht alle wider­strebenden Elemente mit Herz und Mund an dem herrlichen Feste fich beteiligten, so hat doch auch diese Feier wiederum überzeugend bewiesen, daß unser Sachsenvolk in treuer Anhänglichkeit unserem vielge-

scheiden. Erstere bekehren zu wollen, ist ein ver­gebliches Unternehmen, weil bei vielen, ja den meisten, die ganze Existenz mit Bern Fortbestand der Um­sturz - Partei verknüpft ist. Um so intensiver «üffen jedoch unsere Anstrengungen sein, die Waffen derjenigen Arbeiter wiederzugewinnen, in bereu Herzen Christentum und Königstteue noch nicht «Serben sind. Diese geben bei Wahlen nur deshalb sozialdemokratische Stimmzettel ab, weil fie b der Sozialdemokratie dieArbeiterpartei*, bie Vertreterin der Interessen des kleinen Mannes scheu. Daß dem in Wahrhett nicht so ist, wissen vir alle, denn bie sozialdemokratische Partei hat niemals zur Besserung der Arbeiterverhältnisse beigetragen, weil eine solche gar nicht im persönlichen Jutereffe der Führer läge, wohl aber war sie und leider mit Erfolg bestrebt, in den Lohnarbeitern Zu­friedenheit, Genügsamkeit, Vaterlandsliebe und Gottes­furcht zu ersticken, ungezügelte Begehrlichkeit, Genuß­sucht, Neid und zuchtlosen Sinn zu erwecken und den Lethörten mtt der Zufriedenheit mit den jetzt be­stehenden Zuständen auch die Hoffnung auf ein besseres Jenseits zu rauben. Die Arbeiter über bie Ziele und Zwecke der sogenannten Arbeiter­führer aufzuklären, den monarchischen und

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tittagi «haust geladen.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen.

-wj» inn QnartalS-AoonnemeutS-PreiS bei der Expedition SM., bei alle» J12. Postämtern 2,26 Mk. (exkl. Bestellgeld). JnsertionSgebühr: di. go-

tadtatt Lest« oder deren Ra»« 10 Wg., Reklamen: die 3rite 85 Big.

Umschau.

Das Organ der Staatsregierung, dieBerliner Korrespondenz*, widerspricht in einemDas kom­munale Wahlrecht und die Sozialdemokratie* betitelten Arttkel der Befürchtung, dasDurchschnitts­prinzip* des neuen kommunalen Wahlgesetzes werde in vielen Fällen, namentlich in den größeren Städten, die dritte Abtheilung der Gemeindewähler in bedenk­licher Weise von den staatstrcuen Elementen entblößen und gänzlich der Sozialdemokratie ausliefern. Ein weiterer Artikel derBerl. Korresp.* behandelt die Befürchtungen, daß der Entwurf des neuen Kommunal­wahlgesetzes vermöge einer Verstärkung der oberen Abteilungen durch einen Nachschub von unten her in den größeren rheinischen Städten eint Um«

(Nachdruck verboten.)

Glück aus!

Roman au» dem Harze von O. Elster.

(Fortsetzung.)

Don Enrico hatte das Zimmer leise verlaffen; a wußte, daß er jetzt hier überflüssig geworden war.

Eine Weile standen die Liebende» in stummer, inniger Umarmung da, bann enttoanb fich Fredda er- ritzend den ärmen Frederigo». Dieser indessen er» fssßte aus» Nene t« Hände und bat:Nur das eine süße Wort sage mir, meine Fredda, »b Du mich dicklich liebst, »b Du mtt vertraust und mein sein Est für alle Zeiten . . . .*

. Fredda schlug die großen, blauen Augen ans, «ab istu mit ernstem aber gütigen Blick auseheud, sprach f* mit fester Stimme, indem fie bie Hand Frederigo» innig und wann umfaßte:Ja, Frederigo, ich ver- stüwe Dir jetzt, ich liebe Dich und will Dein sein lnr alle Zett.....*

Sie anders klangen diese ernsten, milben Worte medda» in dem Herzen Frederigo» wieder, wie da- «rls, al» eine Andere ihm ebenfalls Treue und Liebe Sdobt hatte. Damals Hangen bie Worte wie ftöh- Ars Vogelgezwitscher, jetzt wie bet ernste To« btr dtocke, welcher ergreifend zum Herzen bringt und Weihevolle Andacht in bie Seele gießt. Diese Worte, fühlte er in der Tiefe seine» Herzen», enthietten reme, lautere Wahrhett, sie konnten nur einmal ge» sprochen werben, fie konnten fich nicht änbent, ob auch auf Jahr vorüberrauschte, ob auch daS Leben

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Deutsches Reich.

»erlitt, 25. Mai. Se. Majestät der Kaiser hörte im Renen Palais heute Morgen den Vorttag des KriegSministeiS, Generalleutnants von Goßler. Heute Vormittag 10 Uhr 10 Minuten sind Ihre Kaiserlichen Majestäten von der Station Wildpark nach Cassel abgereist. In Begleitung der Majestäten befinden sich Ober-Hofmeisterin Gräfin von Brockdorff, Gräfin von Gersdorff, Graf von Keller, Ober - Hof- und HauSwarschall Graf zu Eulenburg, die ChefS des Civil- und Militärkabinet»; ferner General von Pleffeu, Flügeladjutanteu Oberst von Mackensen unb

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ist, wenn auch bie Reichstagrwahlen im Juni v. I. > anscheinend das Gegentheil bewiesen. Aber wir 7 aussen zwischen überzeugten Social- iv bemolraten und Mitläufern unter-

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rn-j liebten König ergeben ist, unb daß ba8 Gift der 1=4)111 Lerführung bei der großen Mehrheit bis jetzt wenigstens nicht in die Seele deS Volkes gedrungen

Wegen Einführung eines Schutzzolles gegen auswärtige Gerbstoffe, insbesondere Que- !> rach 0 h »lz find auch in diesem Jahre wieder verschiedene Petttionen an den Reichstag gerichtet worben. Die PeiitionSkommisfion hat beschloffen, bei bem Plenum zu beantragen, diese Bittschriften dem Reichskanzler zur Erwägung zu überweisen*. Die Regierung steht bekanntlich auf dem alten Stand- mnkt, daß ihr durch die Haudelsverttäge die Hände ge­bunden seien. Der Regierungskommissar erklärten, a.:

Für die Neugestaltung der Zolltarif« nach dem Ab­lauf dieser Verttäge ist die wiederholte Prüfung der Frage schon früher zugesichert worden. Inzwischen wird die Angelegenheit seitens der ReichSverwaltung nicht aus dem Auge verloren. Um dir Unterlagen für die Beurthellung zu vervollständigen, bat der Bundesrath in neuerer Zett auch für zerkleinertes Ouebrachoholz und für Quebrachoholzextrakt di« besondere statistische Nachweisung der Einfuhr und Ausfuhr vor geschrieben. Ferner sind von den mit Hilfe d«S wirthschaftlichen Ausschusses einge- leiteten Erhebungen verwerthbare Aufschlüffe namentlich über den Umfang der inländischen Ledererzeugung zu erwarten. Diese Maßnahmen werden die Prüfung der Frag« erleichtern, ob nach dem Wegfall der gegenwärtigen vertragsrechtlichen Hindernisse den Wünschen der Schälwald­besitzer auf zollpoliüschem Gebiet ohne Schädigung der ein­heimischen Lederindustrie entsprochen werden kann.*

Wtt find davon überzeugt, baß biePrüfung* dieser Frage gar nicht anders ausfallen kann, als daß man sich davon überzeugt, daß ein Schutzzoll gegen ausländische Gerbstoffe tu jeder Beziehung noth- wendig ist. _____________

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

>»h Aug. »och, UnivrrfitätS-Buchdruckerei i» Marburg. Verantwortlich für bk Rrdoktwn: Redakteur M. Hartman« i» Marönr»

Anzeigen nehme» entgegen: di« Expedition diese» Matte», die Annoneen»

SÄICITV*** Q Lureaux von Haasenstein & Bögler, Frankfurt e. M., Cassel, Mazdo- oj Ccrtfirrr

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Sonnabend, 27. Mar 1899. cl. Mn e««*, H-m-v«, «.

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