Einzelbild herunterladen
 

Wählern erfahren. ES erscheint auch gerechtfertigt, daß die steuerkräftigste Oberschicht, welche durch die Steuerreform den erheblichsten Zuwachs au St* lastung empfangen hat, in ihrem bisherigen Wahl* recht nicht allzu einschneidend verkürzt wird. Wenn diese Reform in Folge der Verschiedenartigkeit der Verhältnisse vielleicht auch nicht in allen einzeln« Gemeinde» die im Jahre 1891 vorhanden gewesene Bertheilung der Wähler auf die Abtheilung« völlig gleichmäßig wieder Herstellen wird, so werden die neuen Bestimmungen im großen Ganz« doch diejenige auSgleicheude Wirkung auf das Gemeindewahlrecht ausüb«, welche bei Beibehaltung der überlieferten bewährten Grundlagen als wünfchenSwerth und zweck« mäßig sich heranSgestellt hat.

Deutsches Reich.

Berlin, 23. Mai. Se. Majestät« der Kaiser hörte am Pfingstsonntag, nach dem Gottesdienst, Mittags im Neuen Palais de» Vortrag des Staats­sekretärs des Auswärtige» Amts, Staatsministers v. Bülow und wohnte am Pfingstmontag dem Stiftungs­fest der Lehr-Jnfantertt-Bataillons bei. Heute nahm Se. Majestät von 9 Uhr Vormittags ab den Vortrag des Thefs deS MilitärkabinetS, Generals v. Hahnke uud hierauf die Borträge des Staatssekretärs deS ReichS-MarineamtS, Staatsministers, Contre-AdmiralS Ttrpitz, der Chefs der Admiralstabes der Marine, Contre - Admirals Bendemavn uud der Chefs deS MarinekabinetS, Contre-AdmiralS Freiherr» v. Senden- Bibran entgegen. Um 12 Uhr empfing Se. Majestät de» »«ernannte» argentinischen Gesandten, General Manstlla. Nachmittags fuhr der Kaiser zum Graf« Finck v. Finckenstein nach Alt-Madlitz zur Rehbock- Pürsche.

Der Kaiser hat den bisherigen außerordent­lichen Gesandten und bevollmächtigten Minister in Marokko, Wirklichen Geheime« Rath Freiherrn Schenck zu SchweiuSberg van diesem Posten abberufe» und, unter Verleihung deS Sterns zum Rothen Adler-Orden zweiter Klasse mit Eichenlaub, in den einstweiligen Ruhestand versetzt.

Kultusminister Dr. Bosse hat sich heute mit Urlaub zu einer dreiwöchigen Brunn«- und Badekur nach EmS begeb«, uud gedenkt am 15. Juni zur Theilnahme an den parlamentarische» Ver­handlungen »ach Berlin zurückzukehr«. Seine Ver­tretung wird inzwischen von dem Unterstaatssekretär v. Bartsch wahrgenommen.

Der Präsident des heute beginnenden CongresseS zur Bekämpfung derTuber- cn l ose .als Volkskrankheit, der Herzog von Ratibor, wurde gestern Mittag nach Beendigung des historisch« SchrippenfesteS in Potsdam von dem Kaiser empfange», not über den Stand der Coagrcßarbeiten Vortrag zu halt«. Der Kaiser, welcher an de« Verlauf der CongresseS ein lebhaftes Interesse nimmt, gab dabei seine» Wunsch zu erkennen, eine Anzahl

Himmel sammette» sich in dichten Schaar« die Schwalbe», um ihre Flugübung« für die weite Reise nach dem fern« Süd« vorznuehme». Fredda war «lei» zu Hau«. Sie saß an dem offenen Fenster und sah den leicht beschwingten Schwalben zu, welche dott ob« in hoher Lust hin und wider schoffeu. Unwill­kürlich mußte ste daran denk«, daß sich jetzt auch Frederig, rüst« werde, nm mit seinem Vater in die sonnige Heimath der Süd«S zurückzukehr«. Sie seufzte tief auf und eine Thräue perlte langsam über ihre Wange».

Da» Dt«stmädch« ttat in dar Zimmer, in der Hand eine Difitenkatte Hastmd.Gnädiger Fräulein", sprach da» Mädchen,da draußen steht ein sonder­barer Herr, welcher ste zu sprech« wünscht. Hier ist seine Karte".

Erbleichend le» Fredda d« Nam« Euttco Prado. Noch stand sie unschlüssig da, al» die Thür ge­öffnet wurde und Dou Enrico auf der Schwele erschien.

I beg your pardon, Miss Fredda, rief Don Enrico, indem er dem jungen Mädchen die Rechte eutgeg« streckte, aber einmal mußte ich Sie »och sehen, eh« ich wieder nach Amerika dampfe".

Fredda hatte ihre Faffung endlich wieder ge- wonneu und begrüßte mtt freundlichem Lächeln de» Her«.

,6» ist sehr gütig von Ihnen, Don Enrico", sprach sie,noch einmal bet nn» vorzusprecheu 1 Leider find Papa und mein Bruder nicht daheim, sie würde» sich sicherlich sehr gefreut habe», Sie kennen

Ie«en'. (Frrtschrmg folgt.)

sioi I

' der

«rin

Form.

gleichgebliebeuen Ser»

Ms

Ozean» die feindliche Küste bespül«. Da»

Nachf

I«

^«itnie Kriegsfahrzeuge geschützt werden. Mau

RO.

GEL

;en d len alw

nach der

le«

em L

(3

:. 75.

hältniflen, den oberen Klaffen znzuweiseu sein. Da»DurchschnittSpriucip" findet nnr dott Anwendung, wo die Wähler mti Steuerleistungen, welche den Durchschnitt überschreiten, nicht schon durch die ein­fache DreÜhttlung einer der oberen Klaffe» zugetheilt werde». ES greift also nur da ein, wo wirklich ein Bedürfniß zu einer anderweitigen Dertheiluug der Wähler besteht. Gerade tu dieser relativen Wirkung, in der Anpassung au die verschiedenen Berhältuiffe liegt der Hauptvorzug diese» neuen Vorschlages. Die Abgrenzung nach dem Durchschnitt greift im Uebrigen nur zwischen der zweiten nnb dritten Klaffe Platz. Die beide» oberen Klaffe» unter sich werde» wiederum, wie bisher üblich, nach der Quote der Steuersumme geschiede». Abgesehen von der Ergänzung der Drittelung durch das DurchschnittLprincip enthält die Vorlage sachlich nur noch wenige, zum Theil nur auf die Be- seitiguug entstandener Zweifel über die Auslegung des bestehenden Rechts gerichtete neue Bestimmungen. Die Wirkungen dieser Reform deS kommunalen Wahl- recht» werden nach den angestellt« umfangreich« statistischen Berechnung« die fein, daß annähernd diejenigen procentualen Lerhältniffe der Wählerklassen zu einander werd« herbeigeführt werde», welche etwa im Jahre 1891/92, also vor Beginn der Steuer- reform bestanden hab«. Jedenfalls wttd die dtttte Klaffe nach Einführung des neue» Gesetze» einen er­heblich« Theil ihrer Wählerschaft durch Auftückeu an die zw-.ite Klaffe adgebeu. Letztere würde in un­gleich breiterem Umfange als bisher die für das Gemeiudeleb« besonder» wichtig« Schichten de» besser« Mittelstandes" in sich aufnehmen. Die erste Klasse wird dagegen int Allgemein« zumeist nur eine müßige Erweiterung ihre» Bestände» au

t-C* eien Rh, »utend chatt en

cidtt ch.

iac, Herrn », 16.

Kauffahrer anderer Nationalität find« werden, die den btttisch« Insel» ein« Theil der nothweudige» Uuterhaltungsmittel zuführeu werd«.

Sei» llrtheil faßt GermanimS in folgende Worte zusammen:Ueberall wird eS in letzter Linie auf ein« Kampf herauskommen. Die blockirend« Ge­schwader werden fich mit dem ausfallenden Gegner meff«. Auf den Kreuzungen der Handelsstraßen wird der Handels-Schützer mit dem Handels-Zerstörer ringe». I» allen Fälle» aber wird die in starken Schiffen aufgehänste Schlachtkraft die Entscheidung bringen."

Auf die Einzelheiten der Beweisführung können wtt nicht eingehen; wir möchten nur noch einmal nachdrücklich auf da» Ergebniß Hinweis«, und das ist, daß die einzige Möglichkeit, England zur See erfolgreich zn bekämpfe», in der Schaffung einer gleichartigen Schlachtflotte liegt. Auch in Frankreich fehlt eS nicht an sachverständigen Stimmen, die laut vor d« abenteuerlichen Jrrthümern derjungen Schule" warnen. Für nn8 aber liegt die Sache »och klarer. Wir müssen eine Schlachtflotte haben, stark genug, die Herrschaft in der Nordsee wie in der Ostsee gegen jeden Gegner zu vettheidigen.

Der § 1 der Vorlage giebt demgemäß nur den geltenden RechtSzustand wieder, indem er bestimmt, daß für die Wahlen zur Semeindevettretnug die Wähler in drei Abtheilung« zu theileu find, sodaß auf jede Abtheilung ein Dritttheil der Gesammt- summe der Steuerbettige aller Wähler fällt. Für jede nicht zur StaatSeiukomm«st«er veranlagte Person ist auch fernerhin an Stelle dieser St«er ein Bettag von drei Mark in Ansatz zu bringen. Neben der bisherigenDrittelung" ist aber u« aus­genommen der Grundsatz, daß Wählern, deren Steuerbetrug über ein bestimmtes Mittelmaß hinauSgeht, auch ein Wahlrecht wenigstens in der mittleren, d. h. der zweiten Klasse, zu gewähr- leiste» ist. Als j«eSMittelmaß" gilt der rech»ettsche Durchschnitt, der auS dem gesammten, der Abtheilungsbilduog zu G«nde liegenden ©teuer» betrage auf den einzelnen Gemeindewähler entfällt. Die Tragweite der Neuerung erhellt ans folgendem Beispiel. In Berlin schloß bei den Rovemberwahlen deS Jahre» 1897 die zweite Abtheilung nach unten mit einer St«erleistn»g von 943,60 Mk. ab, während der Durchschnittssatz für alle Gemeinde­wähler sich auf nur 160,60 Mk. bezifferte. Wähler, deren Steuerleistung über letztere Ziffer hinans- reicht, würd« demnach bei Geltnmig der neuen

Vorlage, unter saust

, diesen Besitz zu ergreifen und zu erhalte», England in seiner stark« Schlachtflotte, die die e zu den feindlichen Häfen blockiren soll.

die feindlich« Torpedoboote werd« die cdoboots-Zerstörer angewandt werden. Ueberall . wo der kreuzende Handels-Zerstörer mit einiger rscheinlichkeit darauf rechnen kann, Kauffahrer zu , wird er auf schützende englische Schiffe stoße», den Scheidewegen der Welthandels-Straßen, vor altar, Suez, New-Iork, dem Kanal, werden fich

Schlachtschiffe verstärtte Kreuzergrvppen auf»

> die d« französischen Angreifern nicht ohne Kampf den Weg freigeben werden. Schiffe, tot Lande Nahrungsmittel nnb Rohstoffe zu- svllen, werde» zu ConvoiS vereinigt und durch

>er Imhof, swürdjJ . (34Ü

hmidt

Umschau.

Der dem Abgeordueteuhause zugegangeue Ent­wurf eine» Gesetze», betteffend die Bildung der Wihlerabtbei Inngen bei de» Gemeiudewahleu, bezweckt, auf dem Gebiete deS kommunalen Dreiklaffenwahlsystems diejenigen Verschiebungen de» Wahlrecht» auszugleichen, die seit dem Beginn der Steuerreform im Jahre 1891 ein» getreten und auch »ach dem Gesetz vom 29. Juni 1893 noch verblieben find. Diese Verschiebungen finden ihr« Ausdruck hauptsächlich in einem starken Zusammenschmelze» der erst« und zweiten Abtheilung der Gemeindewähler, sie hab« sich indessen i» dm einzelnen Gemeinden höchst nngleichattig entwickelt. In manchen Fällen ist die Zahl der Wähler der beide» oberen Abtheilungeu nicht nur nicht gesunken, sondern sogar noch gestiegen; im Allgemeinen ist da» Zusammenschmelze» der beiden ober« Abtheilungeu am stärkst« erfolgt in Berlin sowie in beit übrigen großen und Mittelstädte» und in den industriellen Landgemeinden; i» geringerem Maße hat e» fich in de» Kleinstädten und eigentlich« Landgemeinden gellend gemacht. Unabhängig von der Steuerreform haben ferner wirthschaftlich - soziale Berhältuiffe im Allgemeinen und örtliche Bedingungen im Besonderen auf die Veränderungen der Wählerklaffe» eiugewirtt. Der vorliegende Gesetzentwurf hat die Grundgedanken der preußische» Dreiklaffenwahl, nämlich die Ab­stufung des WahttechtS nach der Stcuerleistung und die Vereinigung möglichst gleichartiger Elemente in einer Abtheilung, beibehalteu. Selbst die für die Verwirklichung dieser Gedanke» überlieferten Formen erfahre» »nr insoweit eine Korrektur, als sie ihr« Zwecken nicht mehr genüge». Echallen bleibt die Eivtheiluvg in Klass«, die Zahl dieser Klass«, die Stenerleistnng als Merkmal für deren Abgrenzung.

Ker.

itzd

MchM 3t" ...

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg nnb Kirchhain.

Ang. Koch, UaiversitStS-Buchböckerei tu Marburg. Saautwvrüich ffc di, Redaktion: Redakteur M. Hartman» i» Untat».

(Wtien: M.ttt 21. - Iriden M. ÖVUHWgWW«* Redaktt«.- Markt «. - Telephon «

Schlachtschiff oder Kreuzer?

Zm Maiheft derPreußisch« Jahrbücher" be- tfun wtt einem augenscheinlich von hervorragend ch,«ständiger Seite herrührenden Auffatze, der an e Beispiel Frankreich» die auch für uns wichtige rage: Schlachtschiff »der Kreuzer? erörtert. Der jtStrmanicuS" unterzeichnende Verfasser beschäf- >t fich besonder» mit de» Anschauung« der ftan« en sogmanuteu jungen Schule, auf die fich Kreuzer-Schwärmer mtt Vorliebe berufen.

Diesejunge Schule", vertteten u. a. durch den Aube, den geg«wärtig« Marineminister y, den Chef des Mlltelmeer - Geschwader», iral Fournier, geht davon au», daß Frankreich in offener Seeschlacht nie mit England werde

eh»m können, da es immer die Minderzahl der schiffe haben werde. Eine Seeherrschaft im en Sinne giebt eS nach Ansicht dieser Schule mehr. Sie will daher eine Seeschlacht unter Umstände» vermeide» uud «nr den Seehandel

Gegenstände de» KttegeS machen, nm durch Weg- der englisch« Handelsschiffe England, da» die Einfuhr von fast alle» Lebensmitteln ange» ist, binnen wenigen Wochen aushungern zu Zu diesem Zwecke verlangt die junge Schule Krmzer, die überall das Meer unsicher machen jede» feindliche Handelsschiff erbarmungslos in Grund bohren. Weiter verlangt ste Küsten- uugeu, die den eigen« Schiffe» Schlupfwinkel Operations-Basen gewähren und die feindliche zur Theilmig der Stteitträfte zwing«. Durch menen» und Mörserboote soll jede feindliche Stadt, dir man beim Ausbruch be» Krieges herankomm« , in Brand und Trümmer geschossen werden, »boote schließlich solle» durch rasche Angriffe blockirend« Schiffe in die hohe See drängen.

Erscheint täglich außer an Werktage» »ach Sonn» und Feiertagen. Anzügen nehme» entgegen: bk Spedition diese» Blattes, die Amwncen-

M» 4QA OuartalS-AbommnentS-Prei» bei der Expedition S Mk., bei all« Bureemx»»»HaasmM» E Booster, Frankfutt a. M., Cafftt, Magd«- QJ

J12. ItiV Postämtern 2,25 Mk. (exkl. Bestellgeld). JnsertionSgebühr: die ge- nc ryy» A onn Hw», Wien; Rudolf Mosie. Frankfntt a. M., Bertiu, München, ftota;

watane Zettel« der«, Rama 1» Pfg., Reklam«: die Zeil« 25 Pfg. D0NNerMg, 20. MM H Dante E g» Frmckfiltt « M, Berkin, Hannover, P«M x.

StfoitL diesen Anschauungen setzt fich Sermanicus ,-^Wiidlich auseinander. Er sagt unter anderm: Die "^Mberrschast, wie sie fich England feit Nelsons Zetten ilNüsisAr nnb wie fie inNaval defence act geplant besteht darin, daß England» Flotten nach der ^ckött Mzr-Erklärung die unumschränkte Herrschaft auf II jfc Sieere» beanspruchen bi» dorthin, wo die Wellen

;mäu-

ine

jßtjrit

in

lei

theilcs weiT^ borg

(Rachdruck verboten.)

Glück auf!

Roman aus dem Harze von O. Elster.

(Fortsetzung.)

mrd billigte» durch«,» die hochherzig« Gründe, UMFredd» bewog« hatte», die Pflege Frederigo» v \ to andere» Verunglückten zu übereebm«.

i«'/ sprach tief bewegt Fredda'» Uldem er feine Tochter in den Arm schloß, ylil^ iischickte Krankenpflegerin Du bist, hast Du letzttn Krankheit der Mutter bewies«, ^vmßt Du Dich ober erhol«, mein Kind, Du Dich zu sehr o»gestr«gt z» haben. Deine /"to sind schmal und blaß geword«. Wie wäre wtt noch einige Woch« an die See

34 danke Dir, Papa," erwiderte Fredda, in« ^.tme leichte Röthe ihre Wang« überhauchte, fühle mich vollständig wohl, die Ruhe hier ^«em Hanse wttd mir gut thnn."

Eater schüttelle zweifelnd den Kopf.Dein ET'to gefällt mtt aber garnicht. Sprich off« zn

6*** E^toba, wen» irgab etwa» Dein Herz bedrückt. Kr*tifct, daß Du mir vertraue» kannst, wie ich

ttch volle» Lerttaneu sch«ke."

| vermochte d« zärtlich prüfend« Blick

vättrliche» Hause ward Fredda auf da» begrüßt. Ihr Vater und ihr L«der ver«

ihres Baier» nicht länger zu ertragen. Die Thränen entstürzte» ihren Augen und fie schlang die Arme um seinen Nacken, ihr Antlitz an seiner Brust verbergend.

Wa» ist Dtt, Kind?" fragte besorgt der Later, indem er seine Tochter zärtlich in die Arme nahm und ihr Kinn saust eruporhob.

Fredda ttocknete fich die Thränm, strich fich mit den Händen über da» wirre, blonde Haar und sprach mit melancholischem Lächeln:Nicht wahr, Papa, Deine sonst so ve, ständige Fredda kommt Dir heute sehr unverständig vor. Aber ich will wieder ruhig und bernüftig werden, die dumm« Thränen de» Herzen» vergeffen . . . ."

Aha, als» doch, da» Herzchen ist mtt im Spiele! Und nun gestehe, wer ist der böse Mann, der da» ruhige Herzchen meiner vernünftig« Fredda in solche Unruhe versetze» konnte."

Eine tiefe Gluth Überflammte da» Antlitz Fredda'», aber fie hielt den lächelnden, fragend« Bllck ihre» Later» ruhig an» und entgegnete mtt lei» zitternder Stimme:Du sollst alle» wiss«, Papa. E» ist meine Pflicht, e» Dtt zn sag«."

Und dann erzählte Fredda die Geschichte ihrer Liebe und ihre» Leiden» von Anfang bi» zu Ende. Sie erzählte, wie schon bei ihrem ersten Besuche im Harze sie sich für Frederigo interesfirt, wtt auch er ste scheinbar geliebt, wie er fich dann durch Ella zum Trenbruch habe verleit« laff«, wie Ella ihn verlaff« und wie fie e» dann nicht über da» Herz habe bring« können, ihn so allein auf seinem Schmerzenslager zu

wissen.Das Papa", so schloß fie,ist der wahre Beweggrund, weßhalb ich nachGlück auf" ging, ich will mich nicht besser machen, al» ich bin, Du wirst mtt ja auch sicht böse fein, nun, da ich Dtt Alle» gestanden habe".

Nachdenklich hatte der Baier Fredda'» Geständ­nissen gelauscht, jetzt streichelte er zärtlich ihre Wangen und sprach:Ich bin Dir nicht böse, mein liebe» Kind, Du hast Dtt nichts vorzuwerfen, aber jetzt mußt Du auch stark g«ng sein, Seinen Hoffnungen und Wünsch« wtsagen zu können, da an eine Erfüllung derselben wohl kaum zu denken ist".

Ich werde stark fein, mein Later", erwiderte Fredda mit leiser aber fester Stimme.

So laß nn» nicht mehr von der Angelegenheit sprech«, ich weiß, daß ich Dtt verttan« kann".

Seit diesem Gespräch war fast ein Monat ver» flvssm, Fredda hatte keine Nachricht« mehr an» dem Harze empfang«, mtt Ausnahme eine» kurzen Briefes der Tante Lore, welche über ihr eigenes schlechte» Befind« und Über da» seltsam »eränberte Wes« Ella» klagte. Ella sei nicht wieder zu ertöne«, blaß und schweigsam gehe fie umher, ihre sonst so ftöhliche Laune sei »erschwund«, fie sei mürrisch und bitter geword«, ob Fredda nicht wüßte, wa» Ella fehle. Fredda kormtt fich da» veränderte Wes« ihrer Confine wohl erklär«, aber fie hielt fich nicht für berechtigt, ihre Vermnthnngen der Taute Lore »der s»nst Jemand« mitzntheU«.

Der Herbst war gekomm«. Rn dem bleichen