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üchnete»)
öchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg «nd Kirchhain.
*9. koch, wliverfitütS-Buchdruckerei in Äarbnrg. »enuttwortit* für btt »ebtitto«: Redaklcur M. Hartman» i» M-rbur»
»: M«A «. - Telephon 66. VlUll* Äebattte*: Markt 21. - Tel-Phon »
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Marburg
Sonnabend, 6. Mai 1899.
Anzeigen nehm« entgegen: bk Expedition diese» Blatte», die Annoncen-
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Die „Leutenoth".
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(Nachdruck verboten.)
•“•tilge Verlobung, hat mich die Aufhebung derselbe»
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Awaren beide unglücklich geworden. Wir passen zu einander; er so ruhig und erust, der sich
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3m Abgeordnetenhause ist am Montag mit der Verhandlung über ein Thema begonnen worden, das
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Zier, itzel,
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er 66t Allem darauf ankomme, die Landwirthschafl im allgemeinen wieder zu heben. Allein er forderte zleichwohl, daß die Staatsregierung eine Anzahl von Verwaltungsmaßregeln treffe, welche dazu beitragen Sioten, daß die Frage der Leutenoth wenigstens pmildert werde.
Schon die vorhandenen Bestimmungen würden asreichen, den Gestndemaklern und Stellenvermiltleru schaff zu Leibe zu gehen, ja ihnen das Recht, ihr Semerbe zu betreiben, zu entziehen; leider aber ist wn diese» Bestimmungen bisher fe'n Gebrauch gemacht Serben. Die Gemeinschädlichkeit des Betriebes so s-ncher Gefindevermittler, die eS darauf anlegen, pradezu die Leute von ihrem Dienste selbst unter aktbruch abwendig zu machen, ist gar nicht be- ; es muß also gefordert werden, daß in en Fälle» den betreffende» Geschästrleuten scharf die Finger gesehen werde.
Ebenso ist die Forderung, die Herr Freiherr von Hofe» erhob, daß für diesen Eiwerbszweig der b im Umherziehen verboten werden solle, vollen berechtigt. Wird behauptet, dieses Verlangen mit dem Prinzip der Gewerbeordnung nicht im ange, so ist daS unrichtig; denn heute schon ist ganze Reihe von Gewerben von dem Haufierbe ausgeschloffen. Gerade das Umherzieheu der demakler ist geeignet, großes Unheil anzustiften; dabei kommt eS den Geschäftsleuten nicht darauf dem Gefiude und de» Arbeitern gute Stellen und Versorgung zu verschaffen, sondern vielmehr, die gSproviston zu verdiene» — und sie lich durch Ueberredung der „Untergebrachten', wieder deu Dienst zu wechseln, mehrfach zu
feit Jahren die Land Wirth schäft in steigendem Maße beschäftigt, nämlich über den ländlichen Arbeitermangel.
.Ich konnte nicht anders/ schluchzte ste, „wahr. Wig, Fredda, ich tonnte nicht anbei#! Er und ich.
. Fredda mußte unwillkürlich lächelu über die r?iweislung, welche tu deu letzte» Worte» de#
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Mit großer Bestimmtheit sprach fich Herr Freiherr Richthofen »och über die Behandlung der und deS Gesindes aus. .Keineswegs habe — so äußerte er unter Bifall der Rechte» — etwas für den Standpunkt übrig, daß die , daß die Landwirthe ihre Arbeiter schlecht sollen; wo daS der Fall ist, daß ein gebet seine Arbeiter schlecht behandelt, da ierdient er nicht, daß wir in der Volksver- dhwg deS Landes hier uns seiner annehmen; ich “we, daß wirklich doch die Ueberzeugung unter tileu Angehörigen der Landwirthschaft immer mehr « allgemeine wird: man muß aus Christen-
burg, rirchp men ere.
S))W , Fester schmiegte fich Ella an ihre Cousine und “trste bitterlich.
SV/fo) tiuuuvt«., iv myig uuv rrust, orr ptg
M für seine Bergleute tief unten im Schacht “kresstrt, al# für meine Person. Denke Dir doch tzr, n wußte noch nicht einmal, daß ich keine
Ty^icu anaoqrn» uig. vci eua war ? Lind, wenn fie ihrem Berlobten au# jener Un- __2< ?"d>iß einen ernsthaften Borwurf machen konnte. so®* Mda's Groll verschwand vollständig; fie fühlte Mleid mit ihrer Soufine, welche so reuevoll in
Wiederum brach fie in ein bitterliche# »einen AW 8nb verbarg ihr Antlitz an dem Herze» ihrer
Glück ans!
Roman an» dem Harze von O. Elster. (Fortsetzung.)
Sprich doch nicht mehr darüber, Ella. “ vergangene Zeiten »nd viel mehr, al#
--« -on konservativer Seite verbreftete fich der Abge- nrflnt ebnete Freiherr v. Richthofe» in wiederholten “t** sichlichen und sehr bemerkenswerthen Ausführungen
R 6ic^e landwirthschaftliche Kalamität. Wohl be- $ 'Pli Pute er von vornherein, daß nicht etwa angenommen > 6.75™ gerben könne, daß die bekannten 12 Anträge zur Hebung der Arbeiternoth die große Frage erstöpfend ab definitiv zu regeln geeignet seien, sondern daß
pflicht und im eigeneuJnteresse seine Arbeiter gut behandeln! Und ich begrüße jede Maßregel mit Freuden, wodurch eine bessere Behandlung der Arbeitet, sei es auf dem Gebiete der Wohnungsfrage, sei e# auf dem Gebiete der Natural- löhnung oder auf anderen wichtigen Gebieten herbei- gr führt wird/
In Folge der Agitatton der freisinnigen und socialdemokratischen Presse ist e# leider dahin gekommen, daß die Autorttät und das Rechtsbewußtsein in unserem Volksleben immer mehr schwinden. Darum ist es schon von dem Gesichtspunkte, daß das Rechts- bewußtfein i« Volke wieder gestärkt werde, nöthig, daß man scharf gegen den Konttaktbruch ein» schreitet. Und zwar muß der Konttaktbruch ebenso scharf bestraft werde» am Arbeitgeber, wie am Arbeiter.
Interessant war bei dieser Debatte das Verhalten und das Verstäudniß der Freisinnigen. Die „neuen Kräfte" der Linken wollten fich natürlich auch diesmal wieder — wie der Lieblingsausdruck Eugen Richters lautet — „mausig" machen; fie wurden aber nicht übel abgefertigt. So bewies der vielredende Abgeordnete l)r. Hirsch, die freisinnige „Ge- werkverems-Autorität", feine grenzenlose Unwissenheit auf landwirthschoftlichem Gebiete dadurch, daß er „Beweise" dafür forderte, daß die Kontraktbrüche sich vermehrt haben. Der Herr kennt die ©rquete des des „Vereins für Socialpolitik" nicht, es wäre aber feine Pflicht gewesen, darin wenigstens zu blättern, wenn er überhaupt in dieser Frage mitrebtn wollte. Dort hätte er auf jeder Seite solche „Beweise" gefunden. Ein anderer freisinniger „Neuling", Herr Goldschmidt, bestritt, daß heute schon der Konttakt- bruch kriminell strafbar fei. — Herr Freiherr von Richthofen tonnte den Herrn auf daS Gesetz von 1854 verweisen.
Ferner traten die Herren Kopsch und Ernst, der erste vom männlichen, der zweite vom weiblichen Freisinn ans, um scharf dagegen zu reden, daß die Schulkinder zu Etnteatbetten verwandt werde». Der Abgeordnete Pohl aber, ein Rickerl'scheS „Nord Ost"- Miiglied, erklärte, er könne in einer solchen Verwendung gar nichts Schlimmes sehen. Diesen Redner schweigt — außer der ihn mit großem Hohne überschüttenden „Freisinnigen Zeitung" — die ganze fteifinnig.liberale Preffe tobt! „Schöner Freisinn!" rief ihm Herr Richter im Abgeordnetenhause zu — was aber der sonst mit Zwischenrufen nicht geizende Herr Rickert dazu gemeint hat, ist nicht zum Ausdruck gebracht worden. — Ja, mit der „Bauernfängerei" hat daS so seine eigene Bewaudtniß.
Umschau.
Die innere Lage in Italien hat fich zu einer Kabinetskrifis zugespitzt: das Ministerium Pelloux hat am Mittwoch feine Entlassung eingereicht und die Demisfion in der Kammersitzung angezeigt. In Pelloux Erklärung daselbst heißt eS: „Der Verlauf der Debatte hat den Beweis geliefert, daß eine starke Minderheit des Hanse# unser Vorgehen in China nicht billigt, für welches wtt
ihren Armen weinte. Nein, nein, Ella war nicht so schlecht, die Zante Sore verstand fie nur »icht zu behandeln; wenn fie, Fredda, einige Zeit hier sein würde, sollte schon Alles wieder iu das richtige Geleise kommen.
„Beruhige Dich nur, liebste Ella," sprach fie, indem ste deu dunkle« Krank topf der Freundin zärtlich streichelte, „es wttd alles noch gut werden und wir Beide wollen tteue Freundinnen bleiben."
„Fredda, ist da# wirklich Dein Ernst?I"
„Ja, ficherlich, Du thörichteS Kind."
„Und Du bist mtt nicht mehr döse?"
„Wie könnte man Dir wohl böse fein, Du Närrchen."
Jubelnd umarmte Ella ihre Soufine und drohte ie fast mit ihren Küssen zu ersticken.
„O Du liebe, gute HerzenSfredda, wüßtest Du wie ich Dich lieb habe! Ich wollte, ich könnte stets bei Dir bleiben, dann würde ich auch sicherlich keine dummen Streiche mehr machen!"
Fredda befreite sich an# den Umarmungen und meinte lachend, daß eS nun endlich Zeit zum Ein- chlafeu fei, Ella möge in ihr Bett gehen.
„Ja, mein liebe# Herz', entgegnete Ella „ich will ja Alle# thnn, wa# Du sagst, wenn Du mir nur nicht böse sein willst". Dann küßte fie ihre Confine noch einmal zärtlich und schlüpfte iu ihr Bett. Nach wenige« Minuten schon zeigten ihre ruhigen, gleichmäßigen Athemzüge an, daß fie sanft wie ein Sind schlummerte.
nur eine schwache Mehrheit erlangt haben würden. (Zurufe, Unterbrechung.) DaS ganze HauS indessen, Gegner und Freunde unserer Chinapolittk find darin einig, das von der Regierung in dieser Angelegenheit eivgeschlagene Verfahre» zu mißbilligen. (Zurufe, Unterbrechungen, Lärm.) Das Kabinci mußte mit den Umständen rechnend nun prüfen, was eS in einer solchen Lage im Interesse deS Landes zu thnn hatte. ES würde ihm nicht schwer gefallen sein, sich sowohl bezüglich der Prinzipienfrage zu vertheidigen, ob nämlich Italien überhaupt auf jede Akion im äußersten Orient hätte verzichten sollen oder nicht, wie auch bezüglich der von ihm befolgten Methode, und eS wäre ihm ein Leichtes gewesen, nachzuweisen, daß diese Inangriffnahme einer bescheidenen kommerziellen Aktion die Besorgnisse, denen man hinsichtlich einer militärischen Expansionspolitik Ausdruck gegeben, in keiner Weffe rechtfertigen konnte. ES wäre dem Kabinet noch leichter gewesen, eine Vertagung auf unbestimmte Zeit herbeizuführen über jeden Vorschlag, der dem Votum der Kammer unterbreitet worden wäre. (Zurufe.) Aber die Regierung hielt eS für patriotischer, mehr dem allgemeinen Interesse ent'prechend, weder die eine noch die andere Abstimmung zu veranlaffen. Der eventuelle Rückzug unserer Schiffe au# dem Gelben Meere erschien uns als eine That derartig der Ehre und Würde deS Landes entgegenstehend, daß wir davon entschieden abgesehen haben. (Sehr gut im Zentrum.) Hinsichtlich der Abstimmung über den Vorschlag, die Erörterung deS einen Antrages zu vertagen, waren wir der Ansicht, daß der Sieg, obgleich er uns sicher war, nichts entschiede» hätte. (Zurufe.) Angesichts dieser Sachlage hielten wir e8 für unsere Pflicht, unsere Demission dem König zu über» reichen. Der König behielt fich vor, die Sache zu erwägen. Inzwischen bleibt das Ministerium auf seinem Posten, um die laufenden Geschäfte zu erledigen und für die öffentliche Sicherheit zu sorgen. Ich bitte das Haus, seine Arbeiten zu unterbrechen". Der Präsident erklärte, die Kammer müsse ihre Arbeiten unterbrechen. Die Sitzung wttd unter großer Erregung geschloffen. Wie die „Agenzia Stefani" meldet, bestehe iu Rom die Meinung, General Pelloux werde mit der Neubildung des Kabinets beauftragt werden.
Wenn die ftanzöfische Depntirtenkammer »icht durch die auf den Stand der „Affaire" bezüglichen Interpellationen für andere Dinge vollständig unempfänglich gemacht wird, so wttd fie Gelegenheit finden, ihr Augenmerk in stärkerem Maße als bisher dem Schutze der Kolonien und der Seeküsten Frankreich# zuzuwenden. Eine in der Bevölkerung des Landes weit verbrettete und ständig an Terrain gewinnende Ueberzeugung geht nämlich dahin, daß Frankreichs koloniale und strategische Jntereflen bei der jetzigen Organisation der kolonialen und der' Küstenvertheidigung nur unvollkommen gewahrt find, und daß, um dieser Ausgabe in vollem Umfange gerecht zu werden, die Schaffung eines besonderen Kolonial- und Marineheeres angezeigt
ist. Diese Armee würde völlige administtattve Selbständigkett, sowie ihren eigenen Etat Haden und dem Marineministerium zu unterstellen sein. Ebenso müßte fie ihren eigenen Generalstab haben und in dem Großen Generalstabe durch einen im Generalsränge stehenden Offizier vertteten sein. Gleich der Hanptarmee würde auch die sog. „Marine-Armee" in Brigaden, Divisionen und Korps organistrl werden, und ihre Aufgabe würde in der Vertheidigung der Kriegshäfen, der Flottenstützpunfte und der Kolonien bestehen; event. würde fie auch bet der Vertheidigung der Lendeshauptstadt mitzuwirken haben. Die jetzt auf zwei MinisterialressortS vertheilte BefehlSfübruug unb Verwaltung der Kolontalttnppen würde künftig in der Hand des Marineministers vereinigt werden. Die Stellung der Offiziere der Mainarme würde in ganz specieller Weife durch ein bezügliches KadreSgefetz zu regeln sei», und würden fie, von de» Generale» abgesehen, niemals außerhalb des Rahmens ihre# besonderen Heeresverbandes zu verwenden sein. Nur die Generale können im Falle eines großen europäische» Krieges zu Kommando# in der Landarme herangezogen werden. Der Effectivstand der Marinearmee soll in den Kolonien aus den eingeborene» Bevölkerungselementen gedeckt werden, nur Offiziere und Unteroffiziere sollen Europäer fein. Der in Frankreich stattonirende Theil der neuen Marinearmee würde aus den dort zur Einstellung gelangenden Mannschaften mitgedeckt werden; man will die Kapitulanten durch Zuwendung von allerlei Vortheilen für die Kapitulanten begünstigen. In den Kolonien deS Senegal, des Sudan und von Dahomey endlich sollen „Expeditionsreserven" sormirt werden, welche unter Führung von Weißen aus Negertruppen bestehen.
Nach einer Drahtung ausManila pflogen die Abgesandten der Filipinos Mittwoch Vormittag eine zweistündige Besprechung mit General Otis unb besuchten bann die amerikanischen Kommissare, aber bie Uuterhanblungen machten keine wirklichen Fortschritte. General Otis erklärte in einer Unter» rebnng, bie Abgesandten hätten eine breimonatige Waffenruhe für den ganzen Archipel bei langt unb eingeräumt, daß ihre Führer »icht all-Inseln tontroliren, aber fie wünschten bie Meinung be# ganzen Volkes zu ermittle». Die Amerikaner glauben, Aguinaldo wolle nur Zeit gewinnen; fein Gesuch um vorläufige Waffenruhe wurden abgelehnt. Am Donnerstag besetzte bann die amerikanische Brigade des Generals Wheato» San TomaS »ach heftigem Gefechte mit ■ den Ausständigen, welche erbitterten Widerstand leisteten.
Deutsches Reich.
Berlin, 4. Mai. Heute Vormittag befichttgte in Straßburg Se. Majestät der Kaifer den Neubau der katholischen Garnisonkttche, bie am 28. b. M. eingeweiht werben soll. Hieraus fuhren Ihre Majestäten ber Kaiser unb die Kaiserin nach Schlettstabt zum Besuch ber Ruine Hohkönigsburg, von wo dieselben heute gegen Abend nach Straßburg
Fredda lag noch lange Zeit wachend im Bett nnb dachte über die Geständnisse Ella's »ach. Sie freute fich jetzt, daß fie fich zu der Reise hierher ent- schloffen hatte, denn fie glaubte, daß Ella# Herz int Grunde gut geblieben war und daß es nur einer ernsten unb sicheren Leitung bedurfte, »m da# lebensfrohe Mädchen auf dem richtigen Wege zu erhalte». Sich selbst gekaute fie aber zu, daß fie Ella diese ernste und sichere Leitung gewähre» tonnte. Der Stachel, welchen die Treulostgkett FrederigoS in ihrem Herzen zarückgelasse» hatte, «ar verschwunden und nur ein tiefe# Mitleid mit den beiden jungen Menschen- fiebern beseelte fie, welche fich gegenseitig nicht verstanden hatten und fast unglücklich geworden wären, »eil fie eine flüchtige Neigung für ernste und wahre Liebe gehalten. Diese Liebe tonnte man nur einmal im Lebe» fühle»! Fredda hatte die Macht derselben empfunden, jetzt war fie überwunden, fie war tobt, ste tonnte nicht wieber zu neuem Leben erwachen, aber gerabe bebhalb vermochte Fredda'# Herz, den Selbe», welche ste einst so schwer getränft hatte», z« verzeihen «nd in stiller Freudschaft ihrer z« gedenken.
XII.
Das alte Einvernehmen zwischen den beide» jungen Mädchen schien äußerlich vollständig wieder hergestellt z« fein. Von Frederig» war »icht mehr die Rede zwischen ihnen; er selbst kam niemals nach der Stadt und in ber Gesellschaft, mit welcher Fredba wieber mehr und mehr in Berührung kam, war man takt
voll genug, von bem früheren Verlobten ihrer Coufine nicht zu sprechen. Ella war ganz wieder das flöh- liche, herzliche Mädchen von früher; da# letzte Jahr schien spurlos an ihr vorübergegangen zu sein. Jn- deffe» glaubte Fredda doch zn bemerken, daß ihre Coustue nicht ganz anfrichttg gegen fie war. Seltsam wenigstens war e#, baß man, wo fich bie beiben Mädchen auch zeigten, mit John Lee zusammenttof und daß dieser und Ella es stet# so einzurichten wußte«, eine Zett lang allein und unbeobachtet durch die Gesellschaft zusammen plaudern zu können. Ja, selbst auf einsamen Spaziergängen, welche btt beiben Coufine« unternahmen, begegneten fie nur allzu häufig Herrn Lee, ber dann jedesmal in leicht ironischer Weise seinem Erstaunen Ausdruck gab, dir Damen zu treffen. Fredda bemerkte jedoch sehr wohl die bezeichnenden Blicke, welche John Lee und ihre Coufine mit einander wechsetten. Ja, es kam auch vor, daß Ella, wenn ma» Nachmittags in dem Gärtchen des Majors zufammensaß, welches an das freie Feld, Wiese nnb Wald, grenzte, plötzlich verschwunden »ar, und erst nach geraumer Zett mtt bochrothe« Wangen wieder anftauchte, indem fie verficherte, nur einen nothweudtgen Gang in das Städtchen nach Sttckgarn oder sonstigen kleine« Bedürfnissen für ihre Hand- arbeit gemacht zu haben.
Alle» dieses hatte da# Vertraue« Fredda» auf» Nene erschüttert, so daß ste fich voraahm, bei paffender Gelegenheit Ella über ihr auffallendes Benehmen zur Rede zu stellen. (Fortsetzung folgt.)