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Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg ««- Kirchhain.

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Erschrint tSalich außer an SBerftagen nach Sonn« und Feiertag«». »nz«is«i nch-E«ntg-x»:di« EWeditto» db-s«S Blatt.,, di« Ann-nce».

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-alten« Zelle oder der« Stan» 10 M. Reklamen: die Zeile 85 Pf» DieNsMg, 2. MlN I8W.___< L. Dand« & L-., Frankfurt a. Berti», Hannover, PaM r

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für die Monate Mai und Juni auf die

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«ebst deren Gratisbeilagen ,KreiSblatt" für die Kreise Ma rburg un! Kirchhain,Illustriertes Sonntags blatt" undVerlooiungsliste der Kgl. preußischen Klassenlotterie" werden von allen Postanstalten, Landbrief­trägern, in der Expedition (Markt 21), sowie non unseren Filial-Expeditionen in Kirchhain, Neustadt und Wetter entgegmgmommen

Wo sind die Männer?

Ans der Versammlung des Brandenburgischen Provinzial - Vereins für Innere Mission, die vor drzem in Fürstenwalde stattfand, wurde geklagt, daß in den Gemeinden die Männer fehlen und daß eS eine der wichtigsten Fragen der Gegenwart sei, wie sind christliche, charakterstarke Minner zu gewinnen? General - Super­intendent D. Dryander wies darauf hin, daß Misere Z it, in der alles auf Nivellierung hindrängt, besonders ungünstig auf die Erziehung selbständiger, christlicher, eigenartiger Persönlichkeiten wirke. Wie- viele haben denn noch den Muth einer eigenen Meinung? Wieoiele wagen heute tberhaupt etwas anderes zu sagen, als was der Nachbar sagt »der ein allmächtiger Schulze will? Die Feigheit sei heute groß, obwohl sich unsere Zeit auf Selbständigkeit grade etwas zu Gute thue.

Wo sind die Männer? Abgesehen davon, daß der Ruf nach charakterfesten Persönlichkeiten immer ä denjenigen Zeiten am lautesten ist, wo man am «eisten geneigt ist, die charakterfesten Persönlichkeiten fernzuhalten und die allmächtige Schablone in Ge­meinden, in Vereinen und Parteien regiert, können Wh in unseren Tagen den Mangel an selbständigen Persönlichkeiten wohl hauptsächlich von einer allge- «einen Zeitkrankheit herleiten. ES geht uns zu gut, vir find verweichlicht.

®in besonderes Kennzeichen solcher verweichlichten Zetten ist auch immer das Aufkommen der weiblichen Emanzipations-Bestrebungen. In schweren und harten Zeiten, wo Männer erzogen werden, die handeln, zieht sich die Fran in Haus und Familie zurück. In geschwätzigen Zeiten aber, wo die Noth nicht allzusehr drückt, pochen die Frauen auf ihre Rechte und spielen die Herren, während die Männer mit WirthshauS, Kartenspiel, Feste», Sport und Raisonniren in Ver­einen und Versammlungen sich zu schaffen machen. Die großen Gedanken, die Ideale, der Glaube an

Gott gehen verloren und eine allgemeine Unzuftieden- heit, Verttauenslostqkett und Schwarzseherei ergreift die oberflächlichen Geister.

Der Pessimismus ist die Rückenmarks^ Schwind­sucht vieler Schwächlinge, welche, statt nach oben zu streben, am Niedrigen kleben bleiben. Mau fürchtet sich vor jedem Gedanken, der durchschlägt. Halbheit und Energielosigkett werden als Klugheit gepriesen, sie sind ja so bequem und jeder Zustand ist recht, der nur Ruhe verheißt. Wo soll da eine Begeisterung zustande kommen und ein Character heranreifen, wenn der Idealismus verbannt wird und alles nur in dem breiten Sumpf der Gleichgiltigkeit und des sinnlichen Behagens sich wiederfindet? Da ist keine Freudigkeit deS Wirkens, Schaffens und Strebens, sondern ein lahmes Fortmachen von Tag zu Tag, ein müdes und unzufriedenes Zurückschauen und Klagen.

Wo sind die Männer? Wir kranken alle, Gebildete und Ungebilcete daran, daß wir daS Ge- heimniß aller großen Erfolge nicht als solches an­erkennen wollen, nämlich das Vertrauen auf d a S Unsichtbare, auf den Geist, der allein stark macht. Die Herrlichkeit eines Zieles, die Zeii- gemäßhett einer Sache, die Nothwendigkeit einer Reform, die Macht eines Gedankens genügen heute nicht mehr, uns zu begeistern, um Hand ans Werk zu legen. Der Weg muß schon sauber geebnet, und die Bausteine müssen zusammengetragen und alle Schwierigkeiten beseitigt sein, bevor wir an das Zustandekommen glauben. Wenn nicht Glücksgüter die Menge aufgehänst sind, so meinen wir, wir könnten nicht glücklich sein. Wenn nicht dieser oder jener einflußreiche Mann seine Mitwirkung zusagt, wagt man den Plan nicht aurzuführen, als ob eine Sache, die aus Gott fft, eine Sache, die recht und gut und zeitgemäß ist, nicht durch sich selbst siegen könnte und siegen müßte.

Wenn Gottverttauen, Frömmigkeit und Herzens­reinheit nicht auch ein bischen zeitlichen Vortheil zur Folge haben, so sinken sie in den Augen unseres Geschlechts sofort im Preise. Solche gelähmten Geister werden keine Charaktere und können auch nicht für die geistigen Ideale eivstehen in Staat und Kirche, sie lassen sich leiten wie eine Herde Schafe von dem, der sie am besten zu locken oder ein zu­schüchtern weiß, und mit der Selbstständigkeit des Denkens und Handelns ist es dahin. Der Luxus der endlosen Reden, der zahllosen Vereine, der zügel­losen Preffe, die Tag für Tag Millionen taube Blütheu treiben, hat es verursacht, daß wir klagen müssen:Wo sind die Männer?" Die Norh, die auf solche Zeitkronkhett folgt, wird uns die Männer wiedergeben und Charactere schaffen helfen, die furchtlos und treu find.

Umschau.

Se. Majeßät der Kaiser hat an den Präsi­denten der Vereinigte» Staaten folgendes Telegramm gerichtet:

An den Präsidenten der Vereinigten Staaten, Washington.

Der Kaiserliche Generalpostmeister hat Mir soeben ge­meldet, daß Euer« Excellenz fr«undlichst Ihre Zustimmung zur Landung b«8 deutschen Kabel« an den Küsten der Ver­einigten Staaten ertheilt haben. Diese willkommene Nach­richt wird einmüthige Befriedigung und Freude im ganzen Deutschen R«iche Hervorrufen, und ich danke Euerer Excellenz dafür auf« Herzlichste. Möge das neue Kabel unsere beiden groben Nationen noch enger verbinden und Frieden. Wohlfahrt und Wohlwollen unter ihren Angkhörigen

fördern helfen!

MB 8W___

Mi l h e l m. I. R.

Hierauf ist vom Präsidenten McKinley folgendes Antworttelegramm eingegangen:

An Seine Kaiserlich« und Königl. Majestät Wilhelm II.

Potsdam, Schloß.

Ich habe mit Vergnügen Eurer Majestät Telegramm über die Verbindung der beiden Länder durch ein direktes Kabel erhalten. ES gereichte mir zur aufrichtigen Be­friedigung, der Landung dieses neuen Kabels an den Küsten der Vereinigten Staaten mein« Zustimmung zu ertheilen, um so mehr, als ich darin eine Gelegenheit erblickte, die hohe Ausgabe deS internationalen TelegraphenverkehrS zu fördern, indem dadurch räumlich getrennte Nationen enger verbunden, und ihr« Angehörigen in inniger« Beziehungen gebracht werden im Jntereffe wechselseitigen Vo theils und freundschaftlichen Wohlwollens. Daß das neue Kabel sich als wettere« Band zwischen den beiden Ländern bewähren möge, ist mein heißer Wunsch und wein« Hoffnung.

Wilhklm U c Kinley.

Ans Anlaß deS Abschlusses der Verhandlungen mit den Vereinigten Staate» vo» Amerika über das Landungsrecht für ein deutsch-amerikanisches Kabel ist überdies dem Staatssekretär des Reichs-Postamts v. P o d b i e l s k i vo» Sr. Majestät dem Könige der Königliche Kronenorden erster Klasse verliehen worden. Es wird nunmehr die deutsch atlantische Telegraphengesellschast in Köln mit der Errichtung einer Seekabelfabrik in Nordenham Vorgehen, wofür die Errichtung einer besonderen Aktiengesellschaft mit einem Kapital vo» 23 Millionen Mark vor- gesthe» ist. ____________

In einigen Blättern wird die jüngst imReichs­und Staats-Anz." veröffentlichte Mahnung an die Beamte» b e 8 Reichs und Preußens, sich von Vereinigungen fern zu halten, deren Be­strebungen nicht vereinbar sind mit den Verpflichtungen, die den Beautten durch den von ihnen geleisteten Eid und ihre amtliche Stellung auferlegt werden, fort gesetzt zum Gegenstand einer abfälligen Kritik gemacht. ES wird dabei von einer Beschränkung der staats­bürgerlichen Rechte der Beamten und einer Degradirurig der Letzteren zu Bürgern zweiter Klaffe gesprochen, obwohl in der Kundgebung der Reichs- und Staats- regierung ausdrücklich erklärt ist, daß eS denselben fernliege, den Beamten die Bildung von Vereinen und Gesellschaften zur Verbeflerung ihrer wirihschaft- lichen Lage, zur Hebung der geistigen und sittliche» Ausbildung der Mitglieder und zur Förderung ihrer Standesinteressen zu verwehren »der find in ihrem Petitionsrechte zu beschränke». Der in der besagten Kundgebung vertretene Standpunkt der Reichs- »nd Staatsregierung, daß für die Beamten die Theilnahme

an Vereinen nicht statthaft sei, welche sich in Wider­spruch setzen mit den Pflichten eines Beamten, und deren officieHe Organe sich einer ungehörigen und unzulässigen Sprache bedienen, die Unzufriedenheit schüren, das Verttauen z» den Vorgesetzten untergrabe» und durch eine fortgesetzte Herabsetzung der Achtung vor den Letzteren die Discipli» gefährden, ist, wie die Nordd. Allg. Ztg.' nur zu richtig bemerkt, ernst­haft garnidjt anzufechten. Die energische Wahrung dieses Standpunktes ist eine un­abweisbare Pflicht der Regierung, deren gewissenhafteste Erfüllung in einer Zeit, wo die Umsturzpartei an den Grundfesten deS Staates und der Gesellschaft zu rütteln versucht, besonders wichtig erscheint. Die Reichregiemng wie die preußische Staatsregierung ist davon überzeugt, daß die Be­amtenschaft mit geringen Ausnahmen festhält an de» überlieferten Grundsätzen der Treue, der unentwegten Pflichterfüllung und der Disziplin; im Interesse der Beamtenschaft liegt es, diese Thatsache nicht durch das ungehörige Verhalten einiger Vereine und Ver­einsorgane verdunkeln zu lassen. Daß Anlaß zur Vorsorge in dieser Richtung vorliegt, ist nicht zu leugnen. Die Reichs- und Staatsregierung gebe» sich der Erwartung hi», daß die jetzt erlassene Warnung und Mahnung ihre gute Wirkung nicht verfehle» wird. Erfüllt sich diese Er­wartung nicht in allen in Bettacht kommenden Fällen, so darf man s i ch überzeugt halten, daß man an zuständiger Stelle auch nicht vor einem energischen 3ugreifen zurückschrecken wird, um bie staatliche Autorität zur Geltung z» bringen.

Zur Characteristik der National-Sociale» schreibt treffend dieConserv. Corresp.": Wie der frühereGenosse" Mox Lorenz, hat auch der be­kannte Pfarrer Paul G o e h r e dem nationalsocialen Verein den Rücke» gekchrt. Andere, der verschwom­mene» Naumalln'schenPolitik" abholde Mitglieder werden folgen. DieHilfe" schreibt, der Anlaß des Goehre'schen Ausscheidens liegelediglich" an der im Laufe der Zeit zwischen ihm und den National- socialen immer stärker getont benen Verschiedenheit bet nationalen und socialen Ausfaffungen; gleichwohl nennt Herr Naumann imBriefkasten" seines Blattes bie bczm liche Nachricht eineunerwartete" unb er­klärt, sein Kurs bleibe burch das Ausscheiden beb Herrn Goehrevöllig unverändert". Wohin aber der Kurs führen soll, weiß Herr Naumann selber nicht, seinen Kurs bestimmen die Conservativen; der nationalsocialeFührer" segelt grundsätzlich immer in bie ber conservativen Politik entgegengesetzte Richtung unb in biefei Hinsicht bleibt sein Kurs allerdings völlig unveränbert".

Die amerikanischen Verluste in dem Feldzuge auf den Philippinen belaufen sich bis zum 28. April auf 198 Tobte und 1111 Ver­wundete. Das New - DörferEvening Journal" meldet aus Manila, Angninaldo erbet sich mit

Machdruck verbaten.)

Glück aus!

Roman aus dem Harze von O. Elster.

(Fortfitzung.)

Tante Lore war noch niemals so aufgeregt ge» Visen, wie in diesem Augenblicke. Ella empfand bie Fahlheit ber Worte Tante Lore'S und beschämt tafte sie ben Kopf, während der Major brummend dem Zimmer ging unb bie Thüre krachend hinter ßch zuschlng.

Mögen bie Frauenzimmer", f» sprach er zu «chihre Liebesgeschichten allein mit sich aus- vachen. Ich kümmere mich nicht mehr barunt". 3» sehr übler Laune erschien er bei dem gewohnte» Frühschoppen in berKrone" und fast wäre üvischen ihm unb bem Postdirektor ein ernsthafter Streit ausgebrochen.

Mehrere Tage vergingen. Der Major kam nicht lieber auf bie peinliche Angelegenheit zurück, Tante «tte schwieg ebenfalls unb Ella ging von den »er« Siebenen Gefühlen gequält mit verweinten Augen *®b blaffen Wangen im Hause untrer. Sie konnte * keinem festen Entschluß kommen und verschob * Antwort auf ben Brief Fieberig»'« von Tage tage.

Heute gegen Abenb hatte sie nun einen kleinen Spaziergang gemacht unb kehrte, als es schon rleite, nach Hause zurück, ihr Spaziergang hatte

hi den nahen Wald geführt nnd dort war fie zu

ihrer eigenen Ueberraschung mit John Lee zusammen­getroffen.

Muß mau in ben Wall» gehen", sprach mit feinem, etwas spöttischen Lächeln John Lee,nm Sie mein gnäbiges Fräulein, zu treffen ? Aber einerlei, ich bin glücklich, Sie wiederzusehen".

Dieses Glück", entgegnete Ella,hätten Sie wohl selbst herbeiführen können, wenn Sie uns nur einmal wieder die Ehre Ihres Besuches ge­schenkt hätten".

Aber burft ich denn kommen, Fräulein Ella, so lange Ihr Bräutigam bei Ihnen weilte?"

Ella stampfte leicht mit bem Fuße auf. Diese fortwährende Erwähnung ihres BriuttgamS durch John Lee ärgerte fie und machte fie ungeduldig.

Aber s» spreche» Eie doch nicht immer von Herrn Prado'rief fie,der übrigens schon am zweiten Weihnachtsfeiertage wieder abgereist ist".

Ah, Herr Prado ist nicht mehr hier, daS habe ich nicht gewußt! Wie glücklich würde ich fein, wen» . . ."

John Lee hielt inne, als ob er sich vor bem AuSfprecheu feiner Gedanke» fürchte und sah Ella mtt bittendem Blick in die Auge».

Weshalb vollende» Sie Ihre Rede nicht", fragte Ella.Sie würden glücklich fein, wenn . . . nun, bitte, fahren Sie fort".

Darf ich, Fräulein Ella?"

Ich bitte sehr darum".

Nun denn, ich würde sehr glücklich sein, wenn Herr Prad» überhaupt nicht toiebertäme".

Eine tiefe Purgurgluth überfluthete die Wangen Ella's. Sie wandte fich ab, um ihre Berlegeuhett zu verbergen.

Sehen Sie," fuhr John Lee fort,jetzt find Sie mir doch böse wegen meiner Worte."

Rasch wandte fich Ella ihrem Begleiter wieder zu und sprach leise ihn fest aoblickeud:Ich di» Ihnen nicht böse, Herr Lee und und wer weiß, b Ihr Wunsch nicht in Erfüllung geht."

Ella!" jubelte John Lee auf, ergriff ihre Häude unb preßte fie stürmisch an bie Lippen. Wenn es wahr wäre, Ella wenn wenn Herr Prado » Sie würden mich zu dem glück­lichsten der Sterblichen machen!"

Sie würden nicht schlecht von mir denken?"

Ich, schlecht vo» Ihne» denken, wenn Sie ein Lerhältniß lösten, daS in der Uebereilung geschloffen ist? O Ella, wenn Sie mir glauben, wenn Sie mir verttauen wollten . . ."

Ich vertraue Ihnen, vertrauen Sie auch mtt. Auf Wiedersehen t"

Rtt sanfter Gewalt löste fie ihre Hände au» den feinigen und eilte davon.

Es war schon gut, baß ber Abend bereits herein- gebrochen war, als Ella ihr väterliches HauS erreichte. Man hätte sonst in ihren leuchtenden Augen und auf ihren glühenden Wangen ihre innere Erregung lesen könueu. Sie stürmte in das Wohnzimmer, warf Hut, Mantel, und Muff ab und stand eine Weile tief»

athmend da. Sie war eutschloffen, fest entschloflen, diesem unhaltbaren Zustande, indem fie fich befand, ein Ende zu machen. Nur daS Pflichtgefühl und eine gewisse Scheu vor dem Gerede ber Leute hatten fie abgehalteu, schon längst bie Fessel zu sprengen, die fie sich selbst thörichter Weise auferlegt hatte. Pflichtgefühl auch nur unb Scham vor bem Einge­ständnis!, daß fie fich getäuscht, hatten fie an ber Seite Frederigo's festgehalten, den fie einst zu lieben geglaubt, um dessen Liebe nub Gunst fie aber doch nur geworben, weil fie es in ihrer Eitelkeit nicht er- trug, daß er eine Andere ihr vorzog.

Jetzt wo Frederig» ihr nichts mehr bieten konnte, was ihre Ettelkeit und ihre Genußsucht reizte und be» friedigte, war auch das Gefühl verflogen, welches fie einst für ben interessanten Ausländer empfunden und für Liebe gehalten hatte. Nein, nein, fie wollte nicht in der Oede und Einsamkeit ihr Leben vertrauern, ein neuer Hoffnungsstern war ihr aufgegangen, ihm wollte fie folgen und nicht mehr bem Irrlicht ihrer einstigen Neigung, durch welche fie so schwere Ent­täuschungen erfahren hatte.

In diesem Augenblicke trat ihr Vater in das Zimmer.Nun," sprach er mürrisch,noch kein Licht?" Aber Ella flog auf ihn zu, schlang zärtlich ihre Arme um seinen Nacken und flüsterte:Lieber bester Papa, ich habe Dtt ein Geständniß zu machen . . ."

(Fortsetzung folgt.)