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schäft veranstaltete, theilnehmea werde. Jubelnd war ihm Ella um den Hals gefallen, obgleich Tante Lore bedenklich den graue« Kopf schüttelte und meinte, als sie noch jung gewesen, sei eine Braut niemals ohne den Bräutigam zu einem derartigen Vergnügen gegangen. Der Major und sein Töchterchen kümmerten sich aber nicht um die altmodischen Ansichten der Taute. Die Bälle und sonstige Vergnügungen wurden ebenso eifrig besucht, wie voriges Jahr. Ella war glücklich und ihre fröhliche Lauue bewies dem Major, daß er das Richtige mit seiner Anordnung getroste» hatte.
In der Gesellschaft zeigte man sich anfangs über das Wiedererfcheineo Ellas etwas erstaunt, die junge Herrenwelt indessen begrüßte daS schöne und lebensfrohe junge Mädchen mit großer Freude. Eifriger denn je umschwärmte man Ella nnb namentlich John Lee war eS, welcher sie in fast übertriebener Weise auSzeichnete. Tante Lore wollte oft Einsprache gegen dieses wenig passende Benehmen deS Engländers er-
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heben, Ella meinte aber lachend: .Laß doch dem armen John Lee fein Vergnügen, Tante Lore. Ich bin ja verlobt und da hat es keine Gefahr mehr."
Dennoch empfand sie ein unbehagliches Gefühl, welches nur allzusehr der Reue glich, als kurz vor Weihnachten ein Brief Frederigo'S eintraf, welcher meldete, daß er auf dar WeihnachtSfcst drei Tage Urlaub erhalten habe und sich unsäglich freue, diese Tage bei Ella verleben zu können. Sie fühlte sehr wohl, daß sie Unrecht grthan hatte, sich den gesell- schastlicheu Vergnügungen hinzugeben, während ihr Verlobter in harter Arbeit um ihre Zukunft rang. Dann aber warf sie ttotzig dar Köpfchen zurück und flüsterte: .Wäre aller noch wie ftüher, bann hätte ich nicht nithig, ohne Fieberig» bit Vergnügungen z« besuchen. Ich kann boch nichts dafür, baß er sein
lanb und Englanb herrschenden Spannung verlohnt es sich, den Gedankengang der Peny'schen Bettachtungen zu verfolgen.
Perry betont zunächst, baß sich im Laufe deS letzten Vierteljahrhunberts ein wunderbarer Umschwung n den Anschauungen seiner Landsleute über die Völker deS Festlandes vollzogen habe. Er sagt: .Wie lange ist eS her, als wir Engländer auf Reisen ast durchweg mif die übrigen Europäer mit dem Befühle unserer unermeßlichen Ueberlegenheit und mit mitleidiger Verachtung herabzublicken pflegten? Zwar erregten die Sprache», die Sitten und Gebräuche, die Bauwerke uud Institutionen derselben ein gewisses Interesse in uns, aber ein Interesse, das nicht viel höher und edler als die Neugierde war, mit der wir nach dem Zoologischen Garten gehen, wo wir uns darüber wundern, daß es so absonderliche, drollige Geschöpfe überhaupt geben kann. Wir vermeinten geradezu, daß wie diese Geschöpfe, so auch die Nichtengländer eigentlich nur dazu bafein könnten, uns, ben Wesen einer höheren Gattung, zeitweilig zur Erholung und zum Amüsement zu dienen. Der sich dann allmählich unter dem Einflüsse deS mächtigen Fortschrittes des cnl- turellen LebenS Deutschlands vollziehende Umschwung
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beunruhigenden Gradmesser für unsere politische und wirthschaftliche Stellung in der Gegenwart, wie Deutschland. Denn wir Engländer find mit den Deutschen
die längste Vorbereitung, sie läßt sich nicht nach einem Normal-ArbeitStag regeln, sondern, wer sich wissenschaftliche Kenntnisse aneignen will, um sie in seinem Beruf zu verwerthen, der muß seine ganze Kraft und freie Zeit nur den Studien widmen. Nur durch solches unermüdliches Forschen, in dem ein Mensch vor keiner Arbeit zurückschreckt, kann etwas geleistet werden; nur dadurch sind die gewalttgen Fortschritte in der Industrie, im Eisenbahnwesen, in Telegraphie rc., von denen wir allen Nutzen haben, zustande gekommen.
Es zeugt in der That von einer großen Rückständigkeit der Socialdemokratie, daß sie immer wieder auf solche, in ihren eigenen Reihen widerlegte Behauptungen zurückkommt. Auch in der socialdemo- kratiichen Partei bewerthet man bekanntlich die .Intelligenzen" höher als die Handarbeiter, und wenige von den socialdernokrattschen Führern würden im Stande fei«, „schwielige Hände" zum Zeichen dafür, daß fie znm .arbeitenden Volke" gehören, vorzuweisen. Das nennt aber die Socialdemokratie .Aufklärung", wen« fie den Mafien dadurch schmeichelt, daß fie behauptet, die Arbeiterklasse sei es, von welcher daS Wohl und das Wehe der Menschheit abhänge. Würde man alle die beseitige», die die Socialdemokratie unter die NichtSthuer rechnet, so würden dies ohne Frage die Arbeiter am schwersten empfinde», und fie würde» ttotz ihrer Körperkräfte nnb ihrer mit Schwielen gezierten Fäuste nicht aus nnb ein wissen.
licher unb wissenschaftlicher Größe verhalfen habe. Unb diese Principien seien von solcher allgernein- giltiger Bedeutung für die Menschheit, daß sie sicher«
Em Urtheil des, »Nineteenth Century“ über.Deutschland.
Von Dr. Henkel.
Einen tiefen Eindruck, und zwar nicht blos nm des sensationellen Interesses willen, haben in ganz England in ben jüngsten Tagen die Betrachtungen der mir vorliegende» Aprilnummer der englischen Zeitschrift „Nineteenth Century“ über Deutschland in der Gegenwart gemacht. Bei der weiten Verbreitung des hochangesehenen Blattes in der ganze» gesitteten Welt, des Blattes, dessen Mit« arbtüer der Mehrzahl nach zur höchste» Geistesaristokratie von Großbritannien gehören, ist das Aufsehen ein begreifliches. Und ia der That haben die Engländer seit langer Zeit keine so deutliche Sprache und schonungslose Kritik über ihre nationalen Vorurtheile und schweren Jrrthümer vernommen, als dieses Mal. Der Berfafier dieser Abhandlung: Gennany as an Object Lesson, ist der auch sonst in Deutschland bekannte C. C. Perry. Die übrigen Essays rühren durchweg von bedeutenden Persönlichkeiten her, darunter Lord Brafiey an der Spitze.
Angesichts der gegenwärtigen, zwischen Deutsch-
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stammverwandt, stehen auf etwa gleichem intellectuellem und ethischen Niveau, entfalten dieselbe zielbewußte Thatttaft wie unsere Vettern, müssen gleiw ihnen rastlos für die endlosen Bedürfnisse einer beständig wachsenden Bevölkerung sorge». Deutsche und Engländer treten also nothgedruugen in die Rennbahn des Wettbewerbs ein, und zwar auf der Basis allgemeiner Ebenbürtigkeit. Freilich meinen viele meiner Landsleute, es wäre jetzt endlich einmal an der Zeit, nicht immer wieder von ben lästigen Deutschen zu sprechen, von ihrer Musik in unseren Tonhallen, von ihren Telegramme» (sic) unb von ihren schlechten Fabrikaten. Die so sprechen, irren sich gewaltig. Unsere Beziehungen zu Deufichland werden von Tag zu Tag mannigfaltiger und wichtiger und werden das wichtigste
von Hause ans mit so wenigen Glücksgütern gesegnetes Volk wie das deutsche, beffen nationale Einheit aus so buntscheckig zusammengewürfelten Elementen anfgebant ist, daS vorbem allem Fortschritt nnb aller Aufklärung abhold war (sic! antagonistic to all progress and englighten- ment, lautet der englische Text), uns jetzt nicht allein durch seine sittliche Größe imponttt, sondern auch auf jedem Arbeitsfelde menschlichen Könnens und Wissens unter allen Völkern der Erde daS höchste inteHectueHe Niveau, das die Weltgeschichte kennt,
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Knllurfaktoren, die nach dem Irrwahn der englischen Chauvinisten den Deutschen als Nation am meiste» hinderlich gewesen seien/ am meisten zu ihrer achtunggebietenden Weltstellung beigetragen hätten. Denn wie kläglich und hoffnungslos auch vor Zeiten die politischen und socialen Zustände in Deutschland ge- wesen sein möchten, beute muffe es als ein untrügliches Factum in bet Völkerpsychologie unb Philosophie der Geschichte anerkannt werde», daß es das ziel- bewußte, unwandelbare Festhalten an großen ethische» Principie» von ungemcffener Tragweite für alles menschliche Thun und Lassen gewesen ist, welches Deutschland durch die ttübsten Zeiten polittscher Ohnmacht unb wirthichaftlichet Schwäche hindurch zu stüunenswerther nationaler, militärischer, wirthschast-
Vermögen verloren hat unb nun bie Vergnügungen verachtet, bei bene» er sonst stets der Erste war."
Es war am Nachmittag deS heiligen Abends. Das kleine HauS deS Majors war festlich geschmückt. ES roch darin nach frischgeRlckenem Kuchen, wie i» einen Bäckerladen. Die sauberen eben aufg-steckten Sardinen hingen in gleichmäßigen Falte» vor ben blitzblank geputzten Fenstern. Tante Lore hatte ben ganzen Tag in ber Küche gekocht nnb geschmort; ber Gänsebraten sollte heute Abenb ganz besonberS gut ausfallen, kam doch ihr lieber, guter Frederigo um 6 Uhr en. Der Weihnachtsbaum stand anfgepntzt in der besten Stube, die blitzende» Silberkugel» unb bie feinen Marzipansachen sahen schmuck unb verführerisch zwischen ben dunklen Zweigen hervor, welche säuberlich mit weißer Watte belegt waren, so daß es schien, als komme der Baum soeben ans dem tief verschneiten Walde.
Ella hatte für Frederigo einen prächtigen Teppich gestickt, bei welcher Arbeit Taute Lore allerdings sehr fleißig hatte helfe» müfieo, nm sie fertig zu stellen. Ella hatte zu viel mit ben Vorbereitungen für bie Weihnachtraufführung in ber Harmonie zu thu» ge» habt, sollte fie boch bie Haupttolle bei Schneewittchen spiele«. Noch heute Nachmittag war bie Generalprobe gewesen unb Ella war kaum zur rechte» Zeit aus ben Bahnhof gekommen, um Frederigo zu empfange».
Frederigo hatte fie rntt warmer Herzlichkeit in die Arme geschlossen. Ella entwand fich jedoch rasch seiner Umarmung unb sprach leicht schmollend: »Aber, Frederigo, hier vor allen Leute«. War soll man von uuS denken?" Erstaunt sah Frederigo fie an, er hatte fich den Empfang anders auSgemalt.
Tante Lore begrüßte ihn mtt alter Herzlichkeit unb wahrhaft inniger Freude. Der Major schüttelte
ihm krSfttg bie Hand und meinte, er sähe recht wohl und stattlich an8, aber Frederigo vermißte de» warmen Ton, welcher sonst in ben Worten des Majors gelegen hatte. Ein unbestimmtes Etwas schien fich ent« fremdend zwischen ihm und Ella, sowie deren Vater eingeschoben zu habe». Das unbehagliche Erstaunen ward noch vergrößert, als Ella zu ihrer Tante sagte: „Die Generalprobe ist vorttefflich ausgefallen", nnb fich bann zu ihrem Verlobten wendend hinzusetzte, „hab' ich Dir schon geschrieben, Frederigo, daß ich am ersten Festtag bei der Aufführung in der „Har- monie" mitwirke?"
Betroffen schaute ihr Bräuttgam fie an. „Wie", entgegnete er, „Du willst am ersten Festtag Theater spielen? Du haft mir nichts davon geschrieben. ES ist mir nicht angenehm, ich hatte mich so darauf gefreut, mit Euch allein das Fest zu verlebe». Was sollen wir dort unter den gleichgültige» Menschen? Laß u»S hier bleiben, Ella?" Er streckte ihr btttend die Hände entgegen, boch Ella schien eS nicht zu be- merken, fie wandte fich ab und sagte kmq: „Ich kann nicht mehr zurück! WaS sollte man von mir denke«, wenn ich jetzt im letzte» Augenblick ab« sage» würde."
„Ella, mir z» Liebe ..."
„Du verlangst Unmögliches. Außerdem finde ich es nicht sehr rücksichtsvoll von Dir, diese Forderung an mich zu stelle». Ich habe lange genug hier einsam unb allein gesessen, ich ertrage eS nicht mehr, bie Einsamkeit erdrückt mich l Die Rolle einer wartenden Brant ist gerade nicht sehr interefiant".
Starr blickte Frederigo auf feine Verlobte. War denn daS noch ferne Ella? War das noch biefelbe freundliche, liebenswürdige, hingebende Ella» wie er fie vor einem Jahr kennen und lieben ge» lernt hatte? folgt.)
Kapitel ber Weltgeschichte im fommenben Jahrhundert ausmachen. Auf welche Ursachen ist nun also Deutsch- lands gegenwärtige Weltstellung zmückzuführen? Natürlich kann Niemand den Irrwahn hegen, daß eS dieselbe lediglich seiner überlegenen Militärmacht verdanke, der doch zwei andere verbündete Mächte gewachsen sein können. ES find noch wichttgere und bedeutendere nationale Lebensfactoren, um derentwillen wir Engländer den Deutschen unsere Achtung und Bewunderung zu zollen haben. Auch der in England am weitesten verbreitete Glaube, daß der materielle und wirthschaftliche Aufichwung von seinem unübertrefflichen UnterrichtSwesen herrühre, trifft noch nicht das Richtige, wenn er auch der Wahrheit sehr nahe kommt. Wie ist eS nun zu erklären, daß ein
Das arbeitende Volk.
11 Der „Vorwärts" wärmt in einem schwülstigen Artikel über diesogenannteMaifeier wieder ntimal die Legende auf, daß die Gegenwart unb bie Zukunft ber Menschheit auf der Arbeiterklasse ruhen. „Wesse» Hände schaffen die Machtmittel der bürget- sichen Gesellschaft; find eS die Grafen, Kraut- und Schlstjunker, die unsere Flotten bauen und die Waffen schmieden für unsere Heere?" ES ist „das arbeitende Bo lk", so beantwortet das social- kmokratische Blatt diese Frage. Wer ist daS „arbeitende Volk"? Der „Vorwärts" behauptet, daß jeder ein NichtSthuer sei, der nicht „schwielige Hände" vorweisen könne. Enffpricht das der Wahrheit ? Kun und nimmermehr! Arbeiten müssen wir alle. Kur wenigen ist er vergönnt, in unverdienter Ruhe das Leben zu genieße«, und diese führen durchaus licht immer ein beneidens weriheS Dasein. Wenn vir unS aber die andere, „nicht körperliche Arbeit" ,iher ansehen, so werden wir bemerken, daß fie nicht weniger anstrengend ist, als die „Hand-Arbeit" am SmboS, an ber Drehbank oder in ber Fabrik.
Nährt fich denn ein Fabrikbesitzer, ein Arbeitgeber mir von dem Schweiße seiner Arbeiter mb faullenzt? Wenn der Leiter der Fabrik ein Fmllenzer ist, so wird es bald im ganzen Betriebe rückwärts gehen. Die „Arbeiter" würden es bitter empfinden durch Lohnabzüge und Entlassungen, was eS heißt, in einer schlecht geleiteten Fabrik thätig zu sein, weil bann bie Bestellungen immer mehr nachlassen würden, und die Fabrik sich nicht mehr imtiere» könnte. Wenn der Kopf nicht gedacht hat, hat die Hand nichts zu ihun. In den BüreauS der Fabriken kann man sehen, mit welchen sorgenschweren, nachdenklichen Gesichtern die Fabrikherren über ihren Büchern sitzen und in redlicher Anstrengung fich abmartern 1
Nach socialdemokratischer Auffassung ist auch der Handwerksmeister ein NichtSthuer. Kommen diese etwa durch den Fleiß ihrer Gesellen und Lehrlinge vorwärts, wenn sie Faullenzer sind? Haben diese Meister feine „Arbeit" zu verrichten? Nu», vd meine», jeder Lehrling, ber bei einem ordentlichen Meister arbeitet, wird das Gegentheil bezeugen können; er wird wissen, daß die Kundschaft deS Geschäftes von dem Fleiß und ber Sachkennttnß des Meisters abhängt. Der Meister muß ber erste Arbeiter seines Geschäfts fein.
Sind endlich etwa bie, die mit dernKopfe arbeiten, NichtSthuer? Wohl keiner außer de» Eocialdernokraten wird zu behaupten waren, daß geistige Arbeit keine Arbeit wäre. Die Kopfarbeit der Gelehrten, Beamten, Geistlichen, Aerzte, Redacteure K. ist unzweifelhaft die aufreibendste. Sie erfordert
(Nachdruck verbolvll)
Muck auf!
Roman aus dem Harze von O. Elster.
(Fortsetzung.) vin.
Weihnachten war herangekommen. Wiederum «hüllte Schnee unb Eis die Berge und Wälder deS Harzes und Wochen vergingen, ohne daß die Sonnenstrahlen de» dichte» Nebel durchdringe» konnte», welcher Iber der Erde lagerte. Näher rückte» die Mensche» zusammen nnb bas gesellige Leben warb eifriger ben» je gepflegt. Auch in ber kleinen Bergstadt waren die winterlichen Vergnügungen auf der Tagesordnung und Lälle, Concerte, Schlittenpartie» und Theateraufführ- m>ge« ließen bie Gesellschaft des Städtchens nicht zur #«6e kommen. Der Winter glich i» dieser Beziehung Sanz dem vorjährige», als Fredda zum Besuch bei Ella Ittoeilt hatte.
Ella hatte im Anfang deS Winters oft seufzend «r jene schöne lustige Zett gedacht und fie sehnsüchtig zurückgewünscht, denn in diesem Winter sollte fie ja «IS Braut alle jene Vergnügungen entbehren, welche fstr ihr Glück und Wohlbefinden nun einmal noch« wendig waren. Papa Major hatte bie trübe Stimm» nng seines Lieblings wohl bemerkt. Eines Abends fand er Ella sogar in Thränen vor, als er aus der -Krone" zurückkam, Als er nach dem Grund dieser Thränen fragte, gestand fie ihm schluchzend, daß fie stch einsam nnb unglücklich fühle, daß sie fich so sehr danach sehne, einmal wieder fröhlich unter fröhlichen Menschen zu sei». De» Thränen seines Lieblings ver- wachte Papa Major nicht zu widerstehen; er bestimmte, daß man ttotz ber Verlobung an ben Ser» Uügnngen, welche bie „Harmonie" unb bie Stubenten-
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»rtaetnt täalto allster an Werktagen nach Sonn« und Feiertagen. tVZ» Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition dieses Blatte«, die Annoncen-
ALs-AÜnnemeMS-Preis bil der Expedition 2 Mk ^bei allen »«Won lÖ.Äta’ÄÄ 34. Jllhrg.
Mittwoch. 26. April 1899.
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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für bie Kreise Marburg nnb Kirchhain.
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habe bei ber bentenben nnb ausgebildeten Minderzahl intellcctuelle Niveau, daS die Weltgeschichte kennt, der Engländer zur ernsttn Selbstprüfung und Ver- erreicht hat? Wie kann diese scheinbare Anomalie in gleichung englischer unb deutscher Zustände, dagegen der natürlichen Entwicklungsgeschichte des deutschen beim großen, unwissenden Haufen ber englischen Be-' Volkes unserem Verständniß näher gebracht werden? völkernng zu rohe» Ausbrüchen der Erbitterung und'Man erntet doch keine Trauben von Dornen ober Wuth geführt. Bei Allen aber, bei Hoch und Niedrig, ’ Feigen von Disteln".
herrsche gegenwärtig beim ©ebneten an Deutschland j Perry kommt dann zuletzt auf dem Wege seiner ein äußerst unbehagliches Gefühl; denn eS handle weiteren Untersuchungen zu dem Schluffe, daß fich die fich um die beiden wichtigsten materiellen Lebens- ■ Engländer von j her in Bezug auf Deutschland in factoren Englands, um Handel und Industrie irn ihrer nationalen Verblendung unb aracr Uv Wesenheit Existenzkämpfe gegen Deutschland. „Unter den in der Völkerkunde der gröbsten Ungerechtigkeit schuldrg Völkern Europas, fährt Perry fort, liefert uns kein; gemacht haben, indem sie unter Anderem nicht er- einziges einen so genauen und deswegen bedenklich: kannten, oder einsehen wollten, daß gerade diejenige»
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