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Zweites Blatt.

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G-schLftlich- Mittheilungen

Die niedrigen Saffrepreise ermöglichen Jedermann,.

academische Jugend ben Turnvereinen gegenüber ihre

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Turnen verloren; verschwindend klein ist die Zahl

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bürgerliche Leben zuruck, kann stnd sie bem von dem berühmten Weber'» 6aiUbabei Kaffee-

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auf bie Turnvereine Hinweisen unb natürlich selbst in den Turnverein gehen, das wäre eine wesentliche Förderung der Lache. In den Reihen der Turner stehen sie leider nicht, obwohl auch hier sich ein segens­reiches Feld ihrer Thätigkcit eröffnen ließe. Schon die eigene Lehrthätigkeit und Turnsirtizkeit sollte den Lehrer n ahnen, aus dem Bo.n des praktischen Lebens des Turnvereins zu schöpfen und sich nicht auf seinen Leitfaden allein zu verlassen. Selbst lernen und andere lehren, das ist unsere Aufgabe. Weshalb e ftr cki sich die Theilnahme der Lehrer so erheblich auf die Leitung des Gesanges in Gesang« und Kriegervereinen? Und wenn hierzu die damit verbundene Mehreinnahme bestimmend sein sollte, so ließe sich doch noch zweimal in der Woche ein Stündchen zur Hebung des Turn­vereins erübrigen.

Und wenn schließlich ein akademischer Turner diese Zeilen zu Gesicht bekommt, dann möge er stck einmal an die Brust klopfen und fragen, ob unsere

Vaterländischer Frauen-Verein.

Jr der 33. Generalversammlung des Vaterländischen Frauen - Vereins, die mBerlin am 19. d. M. strttfand, erstattete Herr Ober-Regierungsrath von Roux den Jahres­bericht.

Nach derPost" coustatirte Redner mit Genug« thuung, daß unser Vaterland im verflossenen Jahre von außerordentlichen Ereignissen verschont geblieben sei, welche eine besondere Entfaltung nölfrg gemacht hätte, und daß hierdurch derValerländische Frauenverein sich ruhig und regelmäßig habe fortentwickeln können. ES haben sich im letzten Jahre 27 neue Zweigvereine gebildet, davon allein 9 in Westfalen und 8 in Schlesien, die Gesammtzahl ist auf 891 gestiegen. Die Mitgliederzahl beträgt 172 238 gegm 150 966 im Vorjahre und 116 108 vor 5 Jahren. An diesem Zuwachs v n 21272 Mitgliedern haben alle Pro­vinzen theil, jedoch Schlesien mit 12699 und Westfalen mit 3892 ; hier hat sich die Mitgliederzahl in den letzten 5 Jahren mehr denn verdoppelt, in Schlesien beinah verdrei­facht. Diese Vereine stehen hinsichtlich der Enwicklung z.Z.an der Spitz', was aber kein Zufall sei, sondern das Verdienst der Verve ndsvorstänbe. In Schlesien steht die Bildung großer ttreisoereine in engstem Zusammenhang mit der Ausdehnung dec Gemeinde- krankenpfl ge, also derjenigen Einrichtung, durch welche der Verein am vollkommensten seinen verschiedensten strtutarischen Zwecken dient, die Beschaffung der vöthigen Pflegerinnen für den Kriegsfall und die Stiftung von Segen im Frieden. Aus den Vereinen wird gemelder, daß bei Verein Schweidu tz L-nb b noch nicht einjah tgem Bestehen, bereits in fünf Orten 7 Schrestrn angftUt hat und für das lau'enbe Jahr eine Verdoppelung biefer Zahl vor bereitet; an neun weiteren Orten sinb Mebizinschränke »ffgestellt worden, bie Vereme Bunzlou, N.umarkr unb Ohlau verfüge» über 7, 8 unb 12 Kranken- fchwestern. Brer lau Land hat an 28 Orten 14 Kranken unb 20 Spielschulschwestern; bie bei weitem groß-

gewürz beigefügt unb damit Herr tiche Fa be und feines Aroma erzielt wird.

9914219 Mk. Der Hauplvorstanb schließt 1. Dezember 1898 mit 468 479,99 Mk. ab. Hauptverein gewährte Unterstützungen in Höhe 38 530 Mk.

thätigen Ordensschwestern gerade in den letzten Jahren in erfreulich r 2ßUfe grstiegen. Der Verein umfaßt gegenwärtig die vier außerpreußischeu Landes- d.rvände, 11 preußische Provinzialoerbände und die 2 Bezirksverbände für Cassel und Wiesbaden. Den Ehrenoorfltz deS Bezirksverbandes Crstel hat Prinzeß Leopold übernommen; zur Vorsitzenden des sächsischen Pcovmzialoerbandes ist Frau Staatsminister von ! sicher gewählt worden. Der Verein hat die in Schlesien anläßlich der im Jahre 1897 stattgehabten Ueberschw.mmungen entfaltete Thätigkcit in mehrfacher Beziehung fortgesetzt; er hat in den am schwersten betroffenen Gemeinden Pflegestationen u> b Klcin- ktnderjchulcn begründet, Krank nhäuser unterstützt und in Lahn 50 000 Mk. für den Neubau der Klein­kinder chule bewilligt. Der Gesammtvetrag oller von bem schlesischen Prooinzialverband zur Verthcilung gebrachten Nothstands elder beläuft sich auf 582 156 Mark. Em anderer Nothstond, leider dauernder Art, w rd von dem Provirzialverband und den Zweig- beccinen in Ostpreußen bekämpft bie granulöse Auffu- kcankheit, durch deren Verbreilung bas Volk in seiner Erwervsthärigke t schwer gefähroet ist. Nachdem bie Kri.gskrankenpflege nicht wehr als eine blofe Unter­stützung, sondern als eine n. ter staatlicher Anerkennung stehenbe Ergänzung des amtlichen Sanitäledi nstcs zu betrachten ist, Haven sich die V reine die Uuterrichts- kurse für Krankenpflege besonders angeleg-n sein lassen. St-at, Kreise unb Gemeinden Haden die Bestrcbangen des Vereins v!elsach unterstützt. Die Beziehungen zu den Organen der Arbeiterveisicherungen sind erst im Werden. Der Provinziulmänner - Verein in Schleswig hat 5000 Mk. für Ausbildung heimischer Krankenpflege!innen, die Jnvaliditälsoersicherungs- anstalt 3000 Mk. als Beihilfe für Krankenpflege- stationen zur Verfügung gestellt. Das k nftige Krankenhaus des Berliner Zweigvereins wurde du ch Znsammenwsiken mit Kreis, Gemeinde und Berufs­genossenschaften finanziell sichergestellt. Der Casseler Verein hofft int September den Betrieb der Lungen­

heilstätte Oberkaufungen eröffnen zu können, der sächsische Provinzial - Verband plant die Errichtung wer solchen für Frauen. Die Gründung der lang­ersehnten Schwesternpenstonskasse steht nahe bevor. Im Dienste des Vereins und seiner Hilfsvereine stehen z. Z. 620 Schwestern vom Rothen Kreuz, 685 Diakonissen, 59 katholische Ordensschwestern und 170 Schwestern ohne Mutterhaus; hierunter sind 1150 Krankenpflegeriinen unb 384 Pflegerinnen von Kleinkinderschnlen, Krippen, Waisenhäusern u. s. w Die Zunahme betrug 119 Schwestern. Die Vereine, welche Gemeindekrankenpflege betreiben, stnd auf 296 gestiegen. Unter den zahlreichen Zuwendungen, die der Verein erfahr! n, ist diejenige des Herrn Rudolph Hammerschmidt Petersburg in Höhe von 100 000 Mk. besonders zu erwähnen. Die Gesammteinnahmen des Jahres betrugen 2447 417 Mk., bie Ausgaben 2158119 Mk., btr Kassen unb Kapitalbestand 5 506 935 Mk. Der Werth der Grunbsiücke und Einrichtungen nach Abzug der Schulden ist auf 4407 284 Mk. angegeben, das Gesammtvermögen ist um 1184952 Mk. gestiegen und beläuft sich auf

Warburg

Sonntag. 23. April 1899.

gehö igen der Deutsäen Turnerfchaft. Alle können dazu beitragen, daß außer der Jugend biffenigen gewonnen werden, die nicht zu entbehren sind: Eltern, Vormünder, Lehrherrn unb vor Allen bie gefammtc Lehrerschaft. Wie viele Eltern verlieren ihre Kinder, wenn sie der Schule entwachsen sind, ganz aus den Augen! Der Junge geht tagsüber ins Geschäft ober zur Werkstatt. Und Abends? Ja, das ist der kritische Punkt. Ist er gut erzogen, bann wird er Abends zu Hause bleiben. Das Zollen die Ellern auch nicht bulben. Der Junge soll hinaus, sich erholen von ben Geschäften des Tages unb fusche Kraft an Körper unb Geist sammeln. Over roll er bas nicht? Unb wo kräftigt er ben Körper? In dem Tur v rein. Unb wo kräftigt er ben Geist? Auch ba, wo er mit gleich rltrigerr Genossen sich be­sprechen, über turnerische Dinge Nachdenken, gute Bücher lesen und ans fröhlichen Märschen sich geistig erquicken kann. Unb wenn ber Junge nicht Abends zu Hause bleibt? Dann besucht er bie Abendschule oder er schwänzt sie, ober er hat biese unb jene Ausrebe, um Orte unb Stätten unb Leute zu be­suchen, bie entmeber etwas taugen ober tsichis taugen. I» btn Turnvereinen haben aber bie Eltern unb Vormünber bie Konti vlle in ber Hanb. Sie brauchen nur ben Turnwart nach ihrem Sohn zu fragen, ber giebt ihnen gewiß die richtige AuS-

Bom Büchermarkt.

*** Cbilo'S illuftittte Wochenschrift für junge Mädchen Junge Welt". Preis Mk 1.95 p o Quaital. Verlag Hans Ludwig Chilo, Berlin W. 50, Rankestr. 2 -.

*** Der Osterstimmung, die alljährlich um diese Z u Jung und Alt mächtig ergreift, trägt auch bieGarten­laube" nach Inhalt und Ausschmückung in ihren neuesten Nummern Rechnung Außer ber Kunstverlag-Qsterfrüden" , von H. Kantsky erfreuen namentlich die farbigen Bilder Osterblümlein" von Frank Kirchbach und W ZtrgesIm elften Lenz" Auge und Herz. Fritz Döring feiert In warrn- empfundenen Seifen, Meister Püttner im Bilde ben Oster- morgen und F. Reiß' Stift fuhrt uns ei: e ganze Reihe , Osterhasen vor. Eine naturwissenschaftliche Plauderei be­handelt da« zeitgemäße ThemaErstes Grün".

*** Der Frühling ist da, und somit ist für solche Damen, die noch nicht genügend für Ergänzung und Aufarbeiten ihrer Sommer-Garderobe Sorge getragen, die höchste Zeit, sich dieser bei der heutigen kompIiziiten-Mode so viel Nachdenken und Geschick erfordernden Arbeit hinzu - geben. Den Leserinnen derModenwell" Berlin, Franz Lipperheide nicht zu verwechseln mitGroße Modenwelt" oderKleine Modenwelt", wird dies allerdings nach Möglichkeit erleichtert, wie die uns vorliegende neueste Nummer dieser Zeitung wieder zeigt.

*** $le Woche Die vierte Nummer dieser mo­dernen illustrirten Zeitschriften (Verlag von August Scherl, Barlin SW.) enthält anläßlich der Gastspiels der russischen Schauspielerin Frau Sawina im Lessing-Theater einen in­teressanten Aufsatz von Frau Olga Wohlbrück überRussische Schauspielkunst." In der reichhaltigen RubrikBilder vom Tage" festeln besonder« die Aufnahmen des Spezial­photographen derWoche" von der feierlichen Begrüßung i derVulgärla" In Hamburg. P odenummeru derWoche" sind von der G-schästSstelle, Zimmtrstraße 39 41, gratis und fr ar ko zu beziehen. DieWoche" kostet pro Heft 20 Pfg.

Ruf zum Turnen.

Wenn auch im Laufe ber Jahre bie deutsche Tu rn fache einen großen Aufschwung genommen hat, o steht boch bie Zahl ber zur brutschen Tmnerschaft gehörigen 600 000 Personen nicht im richtigen Ver- häitniß zur Bevölkerungszahl. Dieses Veihältniß ist umso weniger gerechtfertigt, als heute bas Turnen überall zum Schulunterricht gehört. Erst wenn etwa 10 % bei nicht schulpflichtigen Jugenb turnten, bann wird annähernb bas Verhältniß richtig frrgestellt sein Inb.'stlilten wächst die Turnsache von Jahr zu Jahr lang aut, nicht aber im richtigen Vertzättniß zum Anwachsen ber Bevölk rurg. Darf ein solcher Zu­stand uns befriebigen? Hierauf giebt ber Vorsitzende Der deutschen Turner schäft Dr. med. Feld. Götz in seinem Neujahrsgruße bie treffende Antwort:Unb hätten alle diejenigen, die heute als Reformatoren im Gebiete der Leibesübungen auftreten, von jeher ihre Kraft und ihre Begeisterung in bett Dienst ber auf bem Boben bes vom Feind zertretenen Vaterlandes in Kampf und Roth so kräftig unb herrlich erstandenen deutschen Turnsache gestellt und in ihrem Schoß reformirende und neue Ideen verbreitend gewirkt, dann wäre vielleicht schon jetzt die Turnsache mit all ihren Zweigen ber Leibesübungen las umfassende Meer, das bie Grenzmark bes VaterlanbeS schützend umfluth-t!

Das sinb Worte, bie nicht achtlos verhallen hülfen; enthalten sic doch neben dem Zeugniß, daß unsere deutsche Turnsache in Kampf und Noth groß geworden sei, daß sie aber noch viel größer wäre, wenn nicht nur viele, sondern aus­nahmslos ein jeder seine Pflicht erfüllt hätte, innerlich noch die Mahnung, daß eS nicht genüge, ber Turnsache anzuhängen, sondern daß jeder ihrer Zugehörigen die Pflicht habe, für sie zu werben durch Wort und Beispiel, durch Kraft und Begeisterung. Das sind zunächst die An-

blldung gehindert wird.

Allerdings müssen das die jungen Leute selbst wollen. Es ist doch ihr eigenes Interesse, daß sie es wollen und dieses Interesse muß von früh auf wach gerufen und geföidert werden. Das Turnen liegt im Schulplan, ob es aber so gepflegt wird, daß die Schüler, wenn sie mit der Schule fertig sind, gar nichts anders wissen, als daß sie in den Turnverein müssen, um das Turnen sortzusetzkn, das ist fraglich. Das ist nicht zu bestreiten, daß ein Lehrer viel mehr thun kann, als im Leitfaden steht. An freien Mittagen hier unb ba mit dm Schülern spielen, vor Allem sie

fortsetzen. Wo turnt der Assessor, ber Doktor, d r Amtsrichter noch? Gebe sich jeder selbst bie Antwort! Uebercill hört man in den Festreden, wie bas Turnen um sich greife, wie es sogar in bie besseren Kreise ein ;ebrungen si! Ist es wirklich wahr? Nein, aber wahr sollte es sein, bas Turnen sollte überall ein- bringen, und wem allenfalls der Turnverein nicht paßt, nun, der mache ihn sich passend, lege aber nicht die Hände in den Schooß. Das widerspricht ganz dem außerordentlichen Eifer und dem turnerischen Thun, das die academische Turnjugend auf ben Universitäten an den Tag legt. Deßhalb ihr Eltern: Schickt eure Kinder in die Turnvereine, ihr Lehrherrn, kommt euren Leuten entgegen und schickt sie zum Turnen! Ihr Lehrer, turnt selbst mit, lehrt bie Turnvereine turnen unb schickt bie Jugenb in die Turnvereine! Ihr Acaderniker bleibt auch im Philisterleben treu unserem Wahlspruch: frisch, fromm, fröhlich, frei! Ihr habt auf der Hochschule demselben zugeschworen, die Turnvereine wollen euch haben. Und zum Schluß: Du Reservist, der du des Königs Rock ausziehst, suche dein Heil nicht allein im Krieger­verein; im Turnverein setze das fort, was du von Jugend auf getrieben, damit Stirne unb Beine ge­stärkt sinb, wenn bie nächste Hebung von bir ver­langt wirb.

Alles soll turnen, man raffe sich auf unb lege ben faulen Menschen ab, bann wirb bes Eingangs bieses bewährte Wort in Erfüllung gehen, bann wird die Turnsache mit all' ihren Zweigen ber Leibesüb­ungen bas umfassende Meer fein, das die Grenzmark des Vaterlandes schützend umfluihet.

Der Ausschuß des IX. Mittelrhein. Kreises der deutschen Turnerschaft. i

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Einer btr vielen Arik ! w-Ich« bis vor wenigen Dececnicu ausschli-.ßlch vorn Auslände importirt wurden, ii b.c Cigarette Jetzt bringt bieOrientalische Tabak und C gorettcnfabrik g) e n 1 b f e in D e; btn", die sich in Folge ihrer streng reellen Grundsätze zu einer der ersten UMer- nehmungen dieser Brauche in Deutschland heiausgebilbet bat, seit eimm Jahre unter der gesetzlich geschützten Be­reich ung Salem Aleikum eine Cigarettenmark- in ben Han re!, bie hinsichtlich ber Preiswürdigkeit als bas vollendetste in C garre ten, welche orientalische Tabake ent- noittn. bezrlch er werden kann; sie bildet In rhien Qualitäts- cb'iufmigtn j bem, auch d m di höcksten Anfoiberungen stellenden R-ucher zweifelt ohn wirkliche Befried-gurg und , be Genuglhuung, für ein bis dahin bevorzugtes aus länbifches Fabrikat mmbestenS ebenbürtigen, richtiger gesagt aber, übetkgeren E satz gefunden zu haben Untt b - wandten Uinüänden unterliegt es keinem Zweifel, baß ter oeutiche Rauchrr sich immer mehr und mehr von bem ihm keinerlei Vortheil bielenben auslänbischen Cigarette auch in ihrer Heimath zu ihrer wohlberechtigie» Anerkennung in immer ausgedehnterem Maße verh.lfen wird.

Zimm«! l. Js!i tllk,

tun ft. Aber wie viele Eltern sagen: Mein Sohn arbeitet den ganzen Tag so viel, daß er Abends ruhen muß. Gewiß, dafür ist auch nicht jeden Abend Turnstunde, wöchentlich nur Wohl zwei Mal; kommt aber der Junge nicht auf ganz andere Gedanken, wenn er sich ein paar Male Abends perlich ordentlich austobt? Sieht man nicht unfern Jungen unb Mädchen, die ans der Schule nach kräftigem Lauf, Sprung unb Turnen nach Hause kommen, die rothen Backen an, daß es eine Lust ist? Schmeckt das Butterstück nicht noch einmal so gut? Schläft es sich nicht noch einmal so gut? Bemerkt man nicht ben Unterschied sofort gegen einen Jungen, der nicht Turnen darf ober besten Eltern das Turnen nicht fein genug ist? Soll ber bleichwangige Ladenlehrling, ber hinter bem Pult ober bem Lader tisch in staubigem Lokale stand, nicht durch Körperbewegung, die anders ist, als die gewohnte alltägliche, sich neue Blutzufuhr und gesunde Gehirnthätigkeit verschaffen? Gewiß muß der Zimmer­geselle schwere Balken schleppen unb bie Axt ge­brauchen, ber Schlosser kräftig hämmern, ber Schmied fest zuschlagen und der Bauer ftüh und spät hinter dem Pflug herlaufen u. s. w. Aber ist diese Thätig- keit, gewiß auch eine turnerische, nicht eine völlig einseitige? Wo bleibt bei dem Kaufmann überhaupt die Muskelthätigkeit, beim Schmied und Schlosser diejenige d-r Beine, beim Bauer diejenige der Arme? Diese werden vernachlässigt, der Mensch wird ein­seitig ausgebildet. Und wenn wir nur allein unsere Militärpflicht berücksichtigen wollten, dann müßten wir alle schon deßhalb turnen das ist von den Mil tärs anerkannt unb jeher Turner - Soldat wirb am besten wissen, wie es ihm ging.

Alle Eltern sollten aber auch berücksichtigen, baß heute die Jugend eine anbtre ist. Kaum der Z chule entwachsen, fühlt sie sich flügge, es muß geraucht und gftrurten werden und schließlich kommt sehr balv das ewig Weibliche. Auf den Dörfern besteht ber Spinnstuben-Unfug unb auf allen Pfosten und Treppen sitzt rauchend und nichisthucnd unsere liebe Jugend, oder sie treibt sich mit den Weibsleuten am Brunnen fr rum. Wäre all denen nicht ein kräftiges Tnrugeräth ober ein schönes Ballspiel besser? Hier müßten bie Eltern unb Lehr Herrn ansetzen! Aber wie viele Meister, Geschäfts- unb Lehrherrn ent» fremben nicht aus Eigennutz bie ihnen anvertrauten Leute ber Turnsache? Jede freie Zeit beanspruchen sie; was zwei Mann leisten können, soll einer thun, selbst bie gesetzliche Ruhezeit möchte man gern auch noch nehmen. Unb wenn nur ein klein bischen Wohlwollen vorhanben wäre, bann müßte bei ver- ftänbiger Zeiteintheilung boch trotz vieler Arbcits- unb Ausbildungszeit noch genügend freie Zeit zu finden sein, daß diese nicht beeinträchtigt, ber junge Mann aber auch nicht in seiner körperlichen Aus-

Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition dieses Blattes, die Annoncen-

Bureaux von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Caffel, Magde- Qi bürg, Wien; Rudolf Moste, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; 04.

t. L. Daube & Co., Frankfurt a. M., Berkin, Hannover, Paris »

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artigste Leistung eines Zweigvereins. In Landestheilen mit gemischter Konfesfiou ist eine ausgedehnte Thätigkcit ©artejf Bur bei harmonischem Zusammenwirken beider Kon- 1 gjj; ftjfioncn möglich und ein solches findet nach ben ringe« ied ai4 gangenen Berichten statt; bie Vereine stellen je nach der (1831 fijertoiegenben Konfession entweder Diakonissen ovr Ordensschwestern an unb ist somit bie HB Z>hl ber für ben Vaterländischen Frauen - Verein

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg nnd Kirchhain.

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