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öchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham.

8»h Aug. Koch, llnivrrfitötS-Buchdruckkrei in Marburg. SeranNvortlich für die Redaktion: Redakteur M. Hartman» i» Marburg.

«tzpMti-n: Marit 81. - Ttttphon 55. RedaWon: Markt S1. - Telephon 55.

.11 90

Erscheint täglich außer au Werktagen nach Sonn» und Feiertagen.

QuartalS-AbonnementS-PreiS bei der Expedition 2 Mk., bet alle» gWUlVW-V y

Dienstags,18 April 1899.

Anzaigen nehmen entgegen: die Expedition dieser Blatte«, die Annoncen»

Bureaux von Haasenftein & Bögler, Frankfurt a. M., Cassel, Magd»» q j b»ra, Wien; Rudolf Moste, Frankfurt «. M Berlin, München, Köln; 04. xjUlJiy.

<. S. Daube fc Lo., Frankfurt a. Ä Berkin, Hannover, Pari» K.

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bOt K^en sum Ziel fifeen müssen, zu begründen, st ch in die individuelle Freiheit der Arbeitsuchenden

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von amtStoegen" die Lohnsätze

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Dar Wintersemester der Bergacademie war zu . Der Frühling kam, wenn auch etwas später unten in der Ebene, und kleidete die Wälder,

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Socialpolitischer Dilettantismus.

Herr Professor Brentano hat zur Regelung der cheüsbedingungen und Aufbesserung der Lohnver-

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Leiterinnention amtStoegen* eine Organisation zu den, die sie befähigt, die Gewährung ausreichender ihre im Erwerbsleben sich zu erwirken. Ferner achte der Herr Verfasser dem Staate den Vorwurf, »ß er Dilettantenarbeit verrichte, anstatt das Ucbel der Wurzel zu fasten; diese Wurzel seida» gegrenzte Angebot von Arbeitswilligen"; mit einer stchränkung dieses Angebots müsse die staatliche «ialpolitik ihre Arbeiten zur Hebung der Lage der «ifektionSarbeiterinnen beginnen.

Demgegenüber mußte hervorgehoben werden, daß weder Aufgabe des Staates fein darf, derartige gwangSorganisationen', welche ihrem ganzen End- orck nach hauptsächlich die Durchführung von Lohn-

(RaÄdruck oerboteiu)

Glück auf!

Roman aus dem Harze von O. Elster.

r Fortsetzung.)

»v«, itnisie im Gebiete der Konfektionsindustrie jüngst Schläge verlautbart, auf deren Unannehmbarkeit «ur i,i [ dieser Stelle hingewiesen wurde. Indem er die Anfrage als den Ausgangspunkt zur Lösung des "<rn^ m;en Problems bezeichnete, stellte er u. A. an die rbündeten Regierungen daS Ansinnen, den Heim-

&DU a kN und Triften des Harze« aufs neue in frisches >5 6.059#»». Die Schwalben kehrten aus der Ferne nach 4 05ii^ ftg hejmathlichen Nest unter den Schindeldächern f kleinen Bergmannshäuser zurück. Ader wenn

ijugteifen, um ein Ueberangebot an Arbeitskräften »tauzuhalten. Die Brentano'fchen Anforderungen i die Befugnisse zu einer staatlichen Intervention f dem Arbeitsmarkt müßten in ihren Konsequenzen

£ der Frühling und die Schwalben wieder ein» fa waren in das kleine schmucke Bergstädtchen, schied dagegen mancher junge Student von der ^demie, entweder um eine andere Hochschule zu be- ___ *Ot- einen praktischen Cursus in einem Bergwerk wtT 1 ^vunachen oder um endgültig in das arbeitsvolle, wische Leben einer Bergmannes, einer Ingenieurs ® Mischiuentcchnikers einzutreten. Ruhiger fast ' im Winter lag dar Städtchen inmitten der ®en, der grünenden Wälder und der leise Wnben See«, welche die Waflerkünste der Berg» speisten, da. Nur einige Reisende und Touristen jetzt in der .Krone' ein, in der während de» r ««.i ?. laute und fröhliche Treiben der verg- Mstz« vemiker geherrscht hatte.

^^»ch Frederig» Prado hatte feine Studien be» "8t Gewissenhaft, wie sein Charakter war, hatte och selbst dem Abgaugrexameu unterworfen, welches ihn, den Ausländer und Sohu de» reichen ^»»ischen SilbermtuenbefitzerS kaum einen prakttfcheu haben konnte. Er hatte die Prüfung mtt «zeichunug bestanden, sodaß die Profefloren be. ^ttrn, den jungen talentvollen und wiflenschastlich «btteu Bergtechniker nicht in Deutschland zurück.

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oang., ilirfe», so sind auch starke Organisationen nicht Aeußi ch eines, sondern aller betheiligten Jnteressenten- «S, l8 sife heute die Garantien eines Friedens, bei dem ng. ch die Arbeiter, ohne zur Revolutton getrieben zu £>ff-1 Äen, bestehen können.'

V' Bei dem vom Herrn Verfasser beliebten Vergleiche

b' _ lserer Armee mit den orößtentbeils unter social- >ill. A» «vkratische Leitung gelangten Kampfgenossenschaften icht »acht man sich nicht lange aufzuhalten. Die Armee

Der Herr Verfasser wendet sich gegen diese Aus- s Best fangen ndt einer in der MünchenerAllgemeinen )ttal ita>6" veröffentlichtenAbwehr.' Er setzt nochmals illigst« »einander, daß er vom Staate die Organisation (147F Heimarbeiterinnen verlange, weilbis jetzt alle ee sjwahmen zur Besserung der Lohnverhältnisse der ^7^ eiwarbeiterivnen an der unbeschränkten Konkurrenz test 0 F isolirten Arbeitswilligen zu Schanden geworden , Herr ib*. Gewiß müßten, heißt es weiter, solche >6stw»i Wnisationen den Betheiligtenauch die gelegent- je Führung eine» Krieges ermöglichen', aberwie rrff| « in den stehenden Armeen keine Bedrohungen, ^V^abern die Garantien eines ehrenvollen Friedens

ist die stärkste Schutzwehr der bestehenden Staats- ordnuna, jene gewerkschaftlichen Verbände hingegen stehen in überwieaender Zahl unter dem Einflüsse einer Partei, die sich die Niederwerfung der Staats­ordnung zum Ziele gesetzt hat. Im Uebrigen wieder­holt der Herr Professor hier genau das, was wir als den Grundgedanken seiner früheren Auslaffungen hervorgehoben hatten: die staatliche Jnittattve zur Errichtung von Kampfgenosseuschasten, um höhere Löhne zu erftreiten; er glaubt, den Weg zum socialen Frieden in dem Bestehen einer allumfassenden Organi­sation der Arbeitnehmer gefunden zu haben. Die Verirrungen dieser dokttinären Lehrmeinung find so häufig nachgewiesen und durch die praktische Er. fahrung bestätigt worden, daß man dieselbe« hier nicht zu erörtern braucht. Wir haben dem Brentano- schen socialpolitischen Actiors Programm namentlich deßhalb Berücksichtigung geschenkt, weil der Herr Ver- faffer seine Forderungen gewiffermaßen al« die Frucht reifer fachmännischer Erkenntniß dem staatlichen .Dilettantismus' gegenübergestellt hatte. Der Herr Verfasser beruft sich darauf, daß er in den ein­schlägigen Fragen seit 30 Jahren auf dem Kampf­plätze stehe. Seit 30 und mehr ist aber auch die staatliche Socialpolitik in Deutschland am Werke, und sie hat, wie dies dieVerl. Corresp.' sehr richtig hervorhebt, wahrlich mehr positive Erfolge ge. zeitigt als die theoretischen Konstruktionen des Herrn Profeffors Brentano, der über dieDilettantenarbeit' der verbündeten Regierungen spöttelt, weil diese auf den gegebenen Verhältnissen weiter zu bauen sich für verpflichtet erachten. In diesrm Stteben werden sie auch durch Henn Brentano sich nicht irremacheu lassen.

Umschau.

Das Organ desBundes der Landwitthe' spricht sich sehr energisch gegen die Kanal-Vorlage aus. Es weist jetzt auf die Berechnung Dr. Ballod's in derKöln. Volks-Zeitung* hin. Nach ihr beziffert sich trotz billiger Preise der reine Geldwerth der landwirthschaftlichen Production Deutschlands in einem Jahre auf mindestens 6500 Millionen Mark. Dieser an und für sich recht hohe Werth wird noch dadurch bedeutend schwer- wi gender, daß die produciertrn Dinge vollständig un­entbehrliche und unersetzliche Lebensbedürfnisse für die Bevölkerung sind.Es wäre, so heißt es nun, doch ein Ding der Unmöglichkeit, jährlich für 6'/2 Milliarden Landwirthschaftsproducte vom Auslande mehr zu kaufen als gegenwäit'g, fei ft wenn alle 50 Millionen Deutsche sich mit der Herstellung von Jndustrieartikeln als Tauschobjecte und mit der von Binnen Wasserstraßen als bequemer Zufuhrwege für ausländische Landwirthschastserzeugnisse beschäfttgen

halten zu können. Aber Frederigo Prado sehnte sich nach feiner Heimath, nicht so sehr, weil er dort allein sich wohl fühlte, sondern um eine Angelegenheit zu Ende z>r bringen, welche fein Herz und seine Sinne im Banne hielt. Er war ein Anderer geworden gegen früher I Er war nicht mehr so nachdenklich und still, er konnte fröhlich und lustig bis zur Ausgelaffeu- heft fein, nm bann wieder stundenlang in finsterem Brüten dazufitzen.

Man flüsterte sich über diese Veränderung in dem Wesen Pratos allerhand Veimuthuugen zu, aber diejenigen hatten Recht, die behaupteten, daß die schöne dunkeläugige Ella Ebeling die Ursache dieser Verändriung sei.

Ja, Federigo war in heißer Leidenschaft zu Ella Ebeling entbrannt. Jene Schlittenpartie im verflossene» Winter hatte sein Geschick entschieden, er vermochte sich nicht «ehr aus dem Zanberbanne der braunen Augen Ella» zu befreie». Er lebte in einem Taumel der Leidenschaft, deren Flammen die Koketterie EllaS immer von Neuem zu schüre» wußte. Noch öfter erinnerte er sich wohl der sanften, blonde« Schönheit Fredda» und ein Lebenszeichen von ihr, eine Antwort aus feinen Brief hätte ihn noch aus de» «nfeligen Rausch feiner Sinne erwecken können. Iber die Antwort Fredda« blieb au», und er war zu stolz, sich noch wetter nm die Liebe eines Mädchen» zu bewerbe», welche» ihn nicht einmal einer kurzen Antwort ge­würdigt hatte.

Er ward vom Tage jener Schlittenparfie en ein fast täglicher Gast ttn Hause des 'Major». Ella» frische, fröhliche Laune verstand eS, die traurigen Ge­danken, die ihn noch »ft überkommen »ölten, zu »er. scheuchen. Wie leuchtete» ihre Ange», wenn er in da» Zimmer trat! wie herzlich hieß sie ihn will, komme»! Wie verttaulich reichte sie ihm beide Hände entgegen xnb wie allerliebst wußte sie zu plauder»

wollten und könnten! Noch höher als in rein materieller ist der Werth de» landwirth­schaftlichen Berufes in idieller Be­ziehung zu veranschlagen. Au» ihm gehen die Vesten Rekruten für die Armee der friedlichen Arbeit und für die zum Schutze de» Vaterlandes gegen äußere Feinde hervor, seine Angehörigen bilden zugleich denrocher de bronce* gegen den Umstu'z unserer Staat»- und Gesellschaftsordnung durch die rothe Internationale. Die Landwirthschaft alletti ist der ewige Jungbrunnen für die deutsche Volkskraft. Die deutsche Landwirthe nehmen danach einen so hohen Rang unter den nationalen, productiven und idealen Kräften de» deutschen Volkes ein, daß einer eng» beg' enzten wenn auch geldmächtigen Klique aus den Kreisen gewisser Großgewerbe nicht das Recht zusteht, zu bestimmen, wie und wo das landwirthschaftliche Gewerbe eingescharrt werden soll. Dieses darf auch nicht im Bette des projectirten Riesenkanals geschehen. Wenn die deutsche Landwirthschaft auch nur allein einmüthig das Kanalproject alsurter den jetzigen Verhältnissen verwerflich' dezeichn-te, so müßte dieser Stimme ein höherer Werth betgemessen werden, als derjenigen der grobgewerblichen Kanalftennde; den deutschen Landwirthe« stehen bei ihrer Gegnerschaft gegen de« Kanal bei der gegenwärtigen Sachlage aber noch zahlreiche Bundesgenoffen au8 den Kreisen der Industrie und des gewerblichen Mittelstandes zur Seite. Der Wetth dieser gegen den Bauplan der neuen großen Binnenwafferstraße Verbündeten ist sowohl nach dem unerbittlichen Werthmaßstabe ihrer Bedeutung in der nationalen Gesammtproduetion, wie nach dem ihrer allgemein volkswirthschaftlichen und socialen ein unendlich viel höherer, als derjenige der an dem Kanalbau interesfieiten VolkSlreise. Die Entscheidung kann unter diesen Verhältnissen keinem gewissenhaften Volksvertreter, der von der Größe seiner Verantwortung durchdrungen ist, schwer fallen'.

Von den Nationalliberalen wird der national» liberale Abg. Lehr wegen seiner höchst n n - politischen Begründung der jüngsten Samoa- Interpellation im Reichstage ebenso abge­fertigt, wie von de» konservativen Blätiern. So schreibt dieKöln. Zig.':Die Einleitung der Interpellation ließ den glücklichen Ausgang eigentlich nicht vorauSsehen, und es war sehr beklagenswetth, daß ihre Begründung einem Herrn übertragen worden war, der für die Notwendigkeit, auswärtige Fragen mit Mäßigung und Tack zn besprechen, augenschein­lich kein Verstäudntß hatte. Die Begründung der Anfrage durch den Abg. Lehr war keine StaatS- rebe, sondern höchstens eine Rede, die in eine auf­geregte Volksversammlung passen mochte und die, auf der Tribüne des deutschen Reichstags gebalten,

und ru scherzen! Ja, seine Freunde hatten recht, Ella Ebeling war das reizendste, liebes würdigste Wesen der Welt und er war blind gewesen, daß er so lange achtlos an dieser lieblichen Blume vorübergegangen war. Er fühlte sich so wohl in ihrer Nähe; alle Bedenken, Sorgen und trüben Gedanken verschwanden vor dem leuchtenden Glanz ihrer lachenden Augen.

Major Ebeling sah den Verkehr des reichen Aus­länders mit feiner Tochter nicht ungern, glaubte er doch zu bemerken, daß sich das Band immer fester und inniger um die Herzen der beiden jungen Leute schlang. Er freute sich darüber, daß feine Ella, fein Liebling, eine Partie machen sollte, welche alle feine Erwartungen und Hoffnungen in Bezug auf Glanz und Reichthum übertraf. Er hatte sich insgeheim »ach be« Verhältnissen FriderigoS erkundigt, welche ihm al» die denkbar günstigsten geschildert worden waren. So hatte er denn nicht nur nicht» gegen die Besuche deS jungen Peruaner» einzuwenden, sondern er begünstigte sogar noch den Verkehr der beiden Liebenden, indem er öfter des Abend» eine Stunde länger in seinem Club fitzen blieb, wenn er wußte, daß Frederigo Prado bei Tante Lore und Ella wellte. Tante Lore, daS war ihm sehr wohl bekannt, war keine allzuscharffinnige «nb strenge Ehrendame und wenn ich unter ihren Augen die Verlobung der beiden Leute vollzog, bann würde e» ihn gar nicht Wunder genommen haben. Außerdem war aber auch Tante Lore Frederigo sehr zngetha», sodaß fie sicher- lich feiner Liebe zu Ella nicht im Wege stehen würbe.

DaS wußte auch Frederigo und dankbar nickte er der Tante zu, als diese fich heute Abend aus dem Zimmer unter einem ziemlich nichtigen Vorwand ent­fernte und Frederigo mb Ella allein ließ.

6» war überraschend für Ella gekommen. Mtt

die deutschen Interessen empfindlich hätte schädigen körnen, wenn nicht die nach der Bülow'schen Rede erfolgende Verleugnung des Herrn Lehr durch 'alle Parteien den üblen Eindruck wieder aufgehoben hätte. ES war fast tragikomisch, wie ein Parteiführer nach dem andern auf der Tribüne erschien, nur um zu erklären, daß, wen» die Parteien auch die Inter- pellation unterschrieben hätten, sie doch weit entfernt wäre», die Art und Weise zu billigen, wie fie Dr. Lehr begründet habe. AnS diesem Hereinfall wttd die nattoralliberale Partei die Lehre zu entnehmen haben, daß man bei wichtigen internationalen Fragen nur ernste und ihrer Verantwortung voll bewußte Abgeordnete als Redner vorschicken soll und keine $a Im ib o I i bi t er*.

Demokratische Blätter geben ihrer Entrüstung darüber Ausdruck, daß in derBerl. Correspondenz' der vor einigen Tagen in Halle abgehalteneII. C o n gr d u t s ch er B e r g - und Hütten­arbe i t e r* als eine socialdemokratische Veranstaltung gekennzeichnet worden ist. DerVorwärts' hat sogar behauptet, daß der von den Führern deS alten social- demokratischen Verbandes einberufene Congreß im Gegensatz zu der socialdemokrattschen Partei stehe. Richtig ist, wie demgegenüber beurteilt werden muß, nur, daß der Congreß die Erötterung patteipolittscher Themata in zweckbewußter Absicht zu vermeiden be­strebt war. In welchem Maße aber die in Halle versammelt oder vertreten gewesenen Bergarbeiter unter dem Einflüsse und der Beifang der socialdemo­krattschen Partei stehen, erhellt, von den ftüher an­geführten Thatsachen abgesehen, unter anderem daraus, daß den Vorfitz im Congreß der bekannte social- demokratische Agitator, ehemalige Bergmann Schröder (der auf dem vorjährigen Kongresse, nach seiner Ent­lassung au» dem Zuchtbause, zum Ehrenvorsitzenden gewählt wurde) und em socialdemokratischer Reichs« tagSabgeorbneier führten Die im Zusammenhänge mit dem Congreß in Halle abgehaltene General­versammlung des deutschen Berg- und Hüttenarbeiter» verbanses aber wurde von einem früheren social- demokratischen Reichstagsabgeordneten eröffnet, während ein gegenwärtig dem Reichstage angehörender social- demokratischer Abgeordneter die Hauptrede hielt. Wie unter solche» Umstände» bestritten werden kau», daß Congreß und Verband ein socialdemokratisches Gepräge an sich trugen, ist unverständlich. Bemängelt wird ferner unser Hinweis darauf, daß der alte social- demokratische Verband nur einen Bruchtheil der d-utschen Berg- und Hüttenarbeiter in fich schließt. Die Zahl der Berbandsmitglieder wird von dem eigenen Vorstände ans höchstens 2 8 0 0 0 angegeben. Da aber nun nach der Gewerbezählung die Zahl der Berg- und Hüttenarbeiter in Deutschland ungefähr

einem Freudenschrei war sie von de« Schaukelstnhl aufgesprungen, als Frederigo in daS Zimmer trat.

O wie schön, daß Sie kommen,' rief sie indem fie lachend in die Hande klatschte.Ich hatte Sie heute nicht erwartet. Papa ist in den Club und Taute Lore. . . .'

Tante Lore geht schon, mein liebe» Kiud!' unterbrach mit schlauen Lächeln die alte Dame ihre Nichte.Ich habe jetzt »och etwas in der Küche zu besorgen, in einem Viertelstündchen bin ich wieder hier!'

Sie waren allein. Wie reizend Ella hente Abend wieder aussah. DaS purpnrrothe Haus­kleid, welche» in langen Falten zur Erde nieberftel, hoben ihre zierliche und doch volle.Gestalt »orthett- haft hervor. Ihre Wangen überhauchte ein zartes Roth, ihre dunklen Augen sahen mit scheuer Zärtlichkeit zu ihm auf.

Frederigo konnte fich nicht mehr länger be­herrschen ; er ergriff ihre bebenden Hände und be­deckte fie mit unzählige» Küsse». Verwirrt blickte fie zu Boden.

.Frederigo', flüsterte fie,lassen Sie michy. . . wenn die Tante ober Papa zurückkäme . .

Ich würbe doch Ihre Hcmb in der meinen be- halten l Ella, nicht länger kann ich verschweigen, baß ich Sie liebe, mit der ganzen Kraft meines Herzen«. Ich wollte es Dir eigentlich »och nicht gestehen, sonder» ich wollte zuerst mit meinem Vater sprechen und Dtt drüben, in meiner schönen Heimath ein herrliches Nestchen bereiten. Iber ich ertrage es nicht länger, schau mtt in« Ange und sage mir, ob Du mein sein willst, mein für» ganze Leben?'

Selig schaute fie jetzt |u ihm auf n»b flüsterte: Mein Frederigo, ich will, ich will Dein fei« für ewig . . . .*

(Fortsetzung folgt.)