J* Z»r Kahrratchtförderuug. BomI6.d.M.ab gt&tn einzeln« Schnellzüge für die B e - kßrderung von unverpackten ein» ngigen Zweirädern freigegeben Es M,» die« o. A. die hier interefstrenden Züge: »r, 43 D u r ch g a u g S üreck e Frankfurt a. M. kastel- Merlin P. Nr.44 Berlin?. -Easiel-Frankfurt. Mannheim. fä. 45, Frankfurt a. M.—Caffl—Berlin (Schics. Kahnhef). Nr. 46, Berlin <Schief. Bahnhof)—Cassel —Frankfurt a. M. Nc. 73 D, Frankfurt a. M.— Gaffel—Altona. Nr. 74 1-, Altona—Cassel-
Frankfurt a. M. Nr. 75 D, Frankfurt a M.— tzaflel—Altona. Nr. 78, Hannover. Hamburg —
Cassel—Frankfurt a. M. Nr. 79, Frankfurt a. M.— Lafsel—Hamburg, l-tztere drei vorn 1. Mai ab. Die mit diesen Zügen zu befö.derndm Räder sind em Packwagen derselben gegen Vorzeigung einer für Schnellzüge gültigen Fahrkarte der Aufgebers und einer Fahrradkarte aufzuliefcrn. Die Bekanntmachung ist auf den für den Schncllzugsverkehr in Betracht kommenden Stationen zum Aushang gebracht.
Münchhausen 14. April. Im Saale der Httrn Becker Hierselbst wird am r ächsten Sonntag,
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meister Heres antwortete auf eine entsprechende Frage, - daß er jung viel in Marburg gebaut hätte, da? so sehr aufblühte, während Fulda dies nicht konnte, weil j e» von der Regierung gar so stiefmütterlich be
ben 16. d. M., Nachmittags 4 Uhr Herr Land. VirthschaftSlehrer Kuhnert aus Marburg einen Vo.trag über Flachsbau halten.
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von hier ist das Konkursverfahren eröffnet worden.
Kulda, 14. April. Der neue Herr Ober- prästdevt der Provinz Hessen-Nassau hat sich beim neulichen Besuche unserer Stadt als einen sehr leutseligen, jovialen Herrn zu erkennen gegeben. Bei der Voistellung der städtischen Körperschaften hatte er für alle 15 erschienenen Stadtverordnete ein Endliches Woit. Excellenz fragte u. A. be i Herrn bäckermeister Simmer, wo er sein Getreide ein- kaufc und warum er gerade norddeutschen Roggen unb süddeutschen Weizen verarbeite; bm Herrn Netzgerm ister und „Tivoli^-Brauereidirecter Gg. ßchwarz (Germania), wo und wie er seine Ochsen
x Heffen-Naffau unb Nachbsrgebiete.
TT ~ Neustadt, 15. April, lieber das Vermögen rt<* des durchgegaugenen Kaufmanns Carl Reichenbach
kaufe und was er von der Grenzsperre und der Fleisch- thtueruug halte; den Korbmacher Herrn Gundlach, aus Melcher Kultur er seine Weiden beziehe. Herr Mauer-
Darauf meinte Excellenz,
^handelt worden sei.
h4? et wisse eben nicht genau, ob die Regierung auch ' n h#it dem Verhalten der Fuldaer stets habe zu-
sakinrrmaschiue vo» Herr« Anders-Dresden; eine | Hetßsatintrmaschiue von Herrn Carl Selb - Wien; ein Doppel-Anastigmat von Herr» C. P. Goerz- Friedenau; Trockenplatten im Werthe von 100 und 150 Mk. von der Actteu-Gesellschaft für Trocken- plattcu.Fabrikation vo.m. Westendorp u. Wehner- Cöln; verschiedene Geldpreise von der Firma F. Dick u. Co.'Luxemburg und von der rheinischen Emulsions- Papierfabrik (Hch. Stollc)-Cöln Ehrenfeld; goldene, silberne und bronzene Medaillen von den Herren Kindermann-Hamburg und F-stge-Ersurt u. s. w. Ferner hat das Großherzoglich Badische Ministerium eine Summe von 300 Mk zur Beschaffung einer weiteren Ehrenpreises bestimmt. Ebenso stehen vom Deuischen Photographen-Verein selbst Medaillen und Diplome sowie et» Pokal als Wanderpreis desselben zum Wettbewerb. Am Abend deS 7. April war im Hotel ChemnitiuS eine öffentliche Sitzung, in welcher verschiedene Neuheiten vorgeführt resp. besprochen wurde», u. A. der Agfa-Verstärker der Acti-u-Ge sellschaft für Anilinfabrikation in Beilin, dar Othello Papier von Arndt u. Trost in Frankfurt a. M., Tablon-Chemikalicn der Firma Linkenheil u. Co. in Berlin, Secco Films der Secco-Film-Gesellschaft Dr. Hesekiel, Moh u. Co. in Berlin, Post- karten der Firma AlphonS Adolph in Passau. Außer.cm fand ein Vortrag statt über das Carl Z-ißsche Teleobjektiv, sowie ein solcher mit Pro- jettionsbildern über das Thema: .Wie entsteht ein photographischer Objektiv?" Der Abend »ahm einen durchaus befriedigende» Verlauf. Auskünfte über die bevorstehende Versammlung und die Ausstellung werden vom Vorsitzenden K. Schwier in Weimar jederzeit bereitwilligst ertheilt.
Bon der Papier-Wäsch«. In mannigfacher! Gestalt und au8 verschiedenen Stoffen ist dem Publikum schon Ersatz für leinene K agen, Manschetten und Vorhemden geboten worden, in dem gleichzeitigen Bestreben, etwas Praktisches hinsichtlich Form und Gebrauchsdauer, und Vortheilhaftcs in Betreff des Kostenpunktes zu bringen, denn Manchem ist die Ausgabe für die theuere Leinenwäscht beschwerlich oder unmöglich. Unter den erwähnten Ersatzmitteln nimmt heutzutage unstreitig die von der Firma M e y u. Edlich in Leipztg-Plagwitz fabrizirte Papierwäsche mit Stoffbezug den hervorragendsten Rang ein, was am besten durch den außerordentlich starken Absatz derselbe» im Jnlande und in allen ftemden Kulturländern bewiesen wird. Dieses aus gezeichnete Fabrikat vereinigt in der That so viele angenehme und vortheilhaftc Eigenschaften in sich, daß diejenigen, welche sich einmal mit ihm befreundet haben, es unter keinen Umständen wieder aufgeben mögen. Die Wäsche von My u, Edlich ist mit einem blendend weißen Stoffbezug versehe», welcher
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frieden sein körnen. — Als bei der fünfviertel- stündige» Besichtigung dec Fuldaer Stanz- und Emaillirwerke von C. F. Bellinger die Reihe ea die mit beißenden Dünsten gefüllte Beizerei und B-rzinnerei, sowie an die zur Emaillebrennerei thätigen Gasöfen kam, sagte Excellenz: „Aber, hören Sie, da bringen Sie mich fein nicht hinein!" Ober- Präsident Graf Zedlitz - Trützschler ließ sich von der Fabrik in das Kloster, vom bischöflichen Palais in die Kaserne, vom fteiadeligen Stifte in das Siechen Haus fahren. Der hohe Herr hat bei Geistlich und Weltlich den besten Eindruck hinterlassen
Behr«, 14. April. Auf der Strecke Frankfurt—Bebra—Eichenberg, und zwar in der Nähe der Station Cornberg, fiel ein sieben Jahre altes Mädchen aus dem in voller Fahrt befindlichen E t s e n b a h n z u g e. Die Mitreisenden zogen sofort die Nothleine, und nach wenige» Sekunden hielt der Zug auf der Strecke, etwa 200 Meter von der Unglücksstelle entfernt. Da8 Kind hatte nur eine Wunde am Kopfe, sonst war es mit dem Schrecken davongelommen. Vermulhlich hatte fich das Mädchen an die nicht völlig geschlossene Thüre des Wagen- theilS angelehnt und ist dann hinausgefallen.
Coblenz, 15.April. Zu dem hiesigen Duell Döring-Klövekorn schreibt das General- Commando deS 8. Armeecorps: „Der Ehren - rath ist bestimmungsmäßig in der Angelegenheit angegangen worden und hat dieselbe aufs genaueste im Sinne der Allerhöchsten Cabinetsordre vom 1. Januar 1897 von Anfang bis zu Ende geführt." Bemerkt sei hier noch, daß die Rolle deS Ehrenraths keineswegs darin besteht, dem militärischen Duellanten die Einzelheiten des Zweikampfes vorzuschreiben, sondern er hat fich darauf zu beschränken, eine Jncompetenzerklärung auszusprechen, wen» er eine gütliche Einigung für unmöglich erachtet. Die geringe Anzahl der Zweikämpfe in der deutschen Armee ist gerade auf die Wirksamkeit dieser Einiichtung zurückzu- führe», der mau jetzt von manchen Seiten nachsagen möchte, daß fie es sei, die die Offic'erc zum Zweikampfe dränge. Unglaubh astest ist daS Gerücht, daß ein Offizier für de» anderen eingetreten fei. Die Feststellung der Kampfbedinguugen — hier fünfmaliger Kugelwechsel bis zu völliger Kampfunfähigkeit — ist Sache der Zeugen.
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Aut Weimar schreibt man unS: Am 6. und 7. April fand hier die diesjährige Vorstands-Sitzung des Deutsche» Photographe»»Bereins statt. Hauptgegenstand der Berathung war die Fest- »ud Tagesordnung für die vom 18. bis 22. September tu Baden-Baden stattfindende XXVIII. Wanderversammluug, mit welcher eine Ausstellung von photographischen Bilder» und Gebrauchsgcgenständen verknüpft ist. Es ist bi» jetzt schon eine bedeutende Anzahl von Ehrenpreisen für diese Ausstellung zugesagt, von bene» wir die nachfolgenden besonders hervorheben: Eme Heiß-
einen Unterschied gegenüber der besten reinleirene» Wä'che kaum bemerke» läßt. Die Mey u. Edlich'schc Wäsche ist nicht waschbar; ihr äußerst billiger Preis gestattet, daß nach erfolgtem Gebrauch der Gcgen- tand weggeworfen wird. Für den weiteren Gebrauch >ient ein neues Exemplar und man trägt somit stets wirklich neue, tadellose Wäsche, ohne fich den bekannten Verdrießlichkeiten mit der Wäscherin und Plätterin ausgesetzt zu sehen. Die Wäscheartikel werde» von der Firma Mey u. Edlich in einer großen Anzahl von Formen und Größen angefertigt, so daß Jedermann eine gewiß befriedigende Wahl tresftn kann. Auf guten Sitz der Kragen rc., sowie auf Darbietung vorzüglichster Qualität unter Ausschluß aller schädlichen Materien legt die Fabrik besonderen Werth. Die Wäsche von Mey u. Edlich ist für alle Berufsklassen geeignet und wird meistens nach einem wenige Pfennige kostenden Versuche zu dauerndem Gebrauche ausgenommen. Für die Mey u. Edlich'schc Wäsche giebt es fast an allen Orten Verkaufsstellen, welche durch die ausgestellten Placate leicht erkennbar find. Außerdem erscheinen in regelmäßigen Zwischenräumen Annoncen der Firma, in denen die Nicde lagen und Verkaufsstellen dem Publikum bekannt gegeben werden (ev nt. können die betr. Firmen namhaft gemacht werden.) In Orten, wo sich keine Verkaufsstellen befinde», wolle man sich direkt an daS Versandtgeschäft von Mey und Edlich in Leipzig-Plagwitz wenden.
Verhafteter Sänger. In München wurde, wie daS „B. T." meldet, der Kammersänger Bariton Bertram auf Rcquifiton des Hamburger Staatsanwalts verhaftet. Bertram hatte, obwohl auf zehn Jahre an München gebunden, im September vorigen Jahres einen Kontrakt mit dem Stadttheater in Hamburg geschloffen und 10000 Mark Vorschuß genommen.
Eingesandt.
Für bitte Rubrik übernimmt die Redaktion nur die preß- ge etzliche Verantwortung.
Der Bilder-Streit, der um de» Janssen- schen Gemälde-Cyclus in dieser Zeitung ansgebrochen ist, fft mit de» letzten dieses Thema behandelnde» Aufsätze» in ein neues Stadium getreten. Während ftüher die Mitarbeiter em der „Oberhffsischen Zeitung" sich damit begnügten, daS hinlänglich geschilderte „sonderbare Bild" mit seftener Einmüthigkeit zu verurtheilen, wurde» nunmehr auch die übrigen Bilder, soweit sie bekannt sind, in die Besprechung gezogen und wurde versucht, für die noch zu malenden eine bestimmte Direktive zu gebe». Dabei wurde mit vollem Rechte verlangt, daß in dem Bilder - CycluS nicht nur das Mittelalter und die Zeit vor der ^Reformation, sondern auch die spätere Geschichte unserer Stadt Berücksichtigung finde, und daß In ben zum Schmucke beS UniversitätS - Gebäudes bestimmten Bilder» doch wenigstens einmal auch die Geschichte der Hochschule selbst zum künstlerischen Vorwurf genommen werde.
Dieses letztere Verlangen ist indeß auch von Janffe» nicht übersehen worden; in dem mehrfach genannten Artikel der „Kunst für Alle" wird als geplant auch d» Bild erwähnt, in dem der Auszug der früheren, dem katholischen CleruS angehörigen Lehrer und der Einzug ihrer protestantischen Nachfolger in das CollegienhauS dargestellt »erben soll, das der Universität als erste Heim stätte bien'.e. Weniger glücklich läßt sich aber kaum die in ben CycluS unbedingt gehörige Gründungsfeier her Universität darstellen, deren bildnerische Vorführung am meisten Anspruch darauf hätte, die Stelle des abgelehnten „sonderbaren Bildes" ein zunehmen. Und mit der Ausführung dieses Planes dürste Janssen ebensowenig Beifall finden, wie mit feinem Elisabethbilde: eS gäbe wahrscheinlich wiederum nur ein mißrathenes Tendenzbild. Denn ein Tcndenzbild sollte »ach der Absicht des Künstlers doch wohl auch das „sonderbare Bild" fein, mag man dabei annehmen, Janssen habe den in ihrer überwiegenden Mehryeit protestantischen Universitätsangehörigen ein Schnippchen schlagen wollen, indem er sie zu stundenlangen Betrachtungen einer katholischen Kftchenheiligen im Augenblicke ihrer auf die Spitze getriebenen Selbstentsagung zwang, ober mag man annehmen, er hätte es mit seinem Bilde auf eine Verspottung der Askese abgesehen,
wie sie das katholische Mittelalter ver
stand. Er hat es mit dieser seiner Tendenzmalerei nur fertig gebracht, alle Kreise, sowohl protestantische, wie katholische, in gleicher Weise zu verletzen. Ein anderes Ergebniß können wir auch von einem Bilde nicht erwarten, worin katholische Kleriker und protestantische Geistliche und Laien einander gegenüber gestellt werden sollen. Die Einkleidung, die der Künstler einem solchen Thema giebt, ist dabei völlig gleichgültig, unb es macht keinen Unterschied, ob er die abziehendeu Kleriker etwa im Gänsemarsch oder zu Zweien zu einer Thüre hinausgehen, ihre Amtsnachfolger zu einer anderen Thüre eintreten läßt, ober ob er die beiden Gruppen einander frontal gegenüberstellt, vielleicht mit Einfügung einer Figur, die den Einen die Thüre weist, ober den Anderen ein Willkommen beut. Immer muß er dabei vor die Frage kommen, in welcher Weise er die seelischen Empfindungen in den Gesichtern der Abziehenden ober Eivziehenden zum Ausdruck bringen will. Malt er die vertriebenen katholischen Geistliche» in würdiger Gestalt, mit melancholischen, betrübten ober entrüsteten Mienen und stellt er ihnen triumphirende ober schabenfrohe Gesichter ber Protestanten gegenüber, so würbe baS Gemälde fich als ein bilbnerisch fixirter Protest ber Verdrängten gegen bie neue Orbnung ausnehmen, unb da bas menschliche Herz einmal so organisirt ist, baß es in erster Reihe für bie Unterbrückten Partei nimmt, so würde bei einem solchen Bilde die katholische Seite die Sympathie für sich habe». Malt Janffe» aber die ausscheidenden katholische» Kleriker in abschreckender Gestalt, als zornmüthige dickwanstige Mönche mit häßlichen Gesichter» ober als magere Asketen mit fanatischer Beschränktheit in ben Zügen u dgl., so entsteht au» dem Bilde eine tend-nziöse Sarritatu1', die keinem ästhetisch feinfühligen Menschen gefallen kann und sicher nicht zum Schmucke einer UniversitätSaula geeignet ist. Läßt Janssen die Gesichter der Ein und Ausziehende» endlich ausdruckslos, verzichtet er also gerade auf daS, worauf ihn sein besonderes Talent hinwcist, auf die Gestaltung seelisch belebter Figuren, so entstünde damit ein völlig anodineS, nichtssagendes Gemälde ohne künstlerischen Wertb, bei dem man nur an den historischen Unsinn denken müßte, die beiden Gruppen überhaupt einander gegenüber stellen zu wollen: denn selbstverständlich waren die Katholiken auS dem Collcgiengebände längst fort, als die protestantischen Lehrer einzogen.
Gegen dieses noch unausgeführte Bild sollte sich bie zur Ueberwachung des künstl rischen Schmuckes der Universität bestellte Kommission auftthnen, ehe es wiederum zu spät ist, unb dafür ein Gemälde verlangen, da» die Einweihung der neuen Universität durch ihren Begründer in würdiger Weise darstellt. In ihm könnte auch, wie gewünscht, in vornehmer Form der von dem Stifter beabsichtigte protestantische Character der Universität zum Ausdruck gebracht werden.
Die in dem letzten Artikel weiter in Vorschlag gebrachten Bildermotive fehlen unserer Ansicht nach in ihrer Mehrzahl dadurch, daß sie nicht die Geschichte der Stadt und Univerfikät Marburg, sondern überhaupt hessische Geschichte veranschaulicht wissen wollen. Dazu sollte man erst greifen, wenn die Ortsgeschichte keine» ausreichenden Stoff bite. Deshalb können wir uns von den dort gemachten Vorschläge» nur für denjenigen erwärmen, der eine Darstellung des ReligionSgesprächeS zwischen Luther unb~ Zwingli verlangt. Auch mit seiner Ausführung würde dem Wunsche nach speziell protestantische» Handlungen entsprochen werden. Die Geschichte der Universität dürste auch »och zu andere« Darstellungen Raum geben, und el dürste fich dabei wohl auch die Möglichkeit zu PorttaitS finden laffen, die eine Anstalt für Gelehrte zu verlangen hat, denen Wahrheit und historische Treue als Ideale vorschweben, mag cs auch dem Künstler bequemer fein, in pseudohistorischcn Darstellungen nur das Spiel seiner Phantasie walten zu laffen. Und wenn Herr Janssen wegen ihrer Bedeutung für unsere Stadt die hl. Elisabeth nicht vergesse» haben will, so braucht sie ja nicht gerade als Hauptbild, auf allen Biere» und in abstoßender Umgebung dargestellt zu werden. ES giebt bereit» so viele Elisabcthbilder, deren Anblick Jedermann erbauen und erfreuen kann, daß e» mit einigem gutem Wille» auch Janssen möglich sein wird, nach diesen Mustern ein unanstößige» Bild herzustellen.
I» dem einen Artikel wird mit besonderem Eifer der streng protestantische Charafter unserer Universität
betont, unb eS besteht in der That kein Zweifel darüber, daß ihr Gründer ihr diese» Charafter verleihe», mit ihr einen Hort für de» Protestantismus schaffe» wollte. Allel» die seit 1885 für unsere Universität geltenden Satzungen wifl u von dieser confesfionellen Beschränkung ober Bestimmung nicht» mehr, und die Fakultäten der hlestgeu Univeifität mit natürlicher Ausnahme der theologischen haben demgemäß in preußischer Zeit niemals Bedenken getragen, auch andersgläubige Dozenten für vakante Professuren in Vorschlag zu bringen, »och die Regierung, sie zu berufen. Ein Viertel der Studierenden der hiesige» Hochschule gehören nicht der protestantischen Konfession an. Unter diesen Umständen kann man mit Recht nur noch von einem „vorwiegend" protestantischen Charafter der Universität Marburg sprechen. Auf- fälligerweife Hirt man die Anschauung von dem streng konfessionellen Charakter unserer Universität häufig gerade in denselben liberalen Kreisen aussp'echen und Folgerungen daran knüpfen, die nicht einmal für konfessionelle unb von den kirchlichen Behörden überwachte Volksschule» fich begeistern wollen. Streng protestantische Staatsuniversitäten würden in Preuße» auch streng katholische, vielleicht auch eine streng jüdische Staatsuniveisttät zur nothwendlgen Folge haben, und bie confesfionalisirten, vielleicht auch noch in reformirte, lutherische, unierte, renitente u. s. w. Universitäten geschiedenen Hochschulen dne Einmischung der Kirchenbehörden auch bei Besetzung der nicht- theologischen Professuren und sonst förmlich herausfordern. In ultramontamn und engeren konservativen Kreisen würde man eine solche Entwickelung gewiß nicht ungern sehen; wie man aber im liberalen Lager, das sich als Bollwerk der Gewissensfreiheit und freien Forschung fühlt, mit solchen Anschauungen auftreten kann, bleibt uns unerfindlich. A» dem Grundsätze, daß bei Besetzung von UniversitätS- lehrstühlen ausschließlich das Wissen, unb nicht die Konfession oder politische Gesinnung entscheidet, sollte man nicht ohne Roth rütteln. — Aber selbst wenn die Ansicht von dem streng protestantischen Charakter der Universität Marburg zu Recht bestände, würde immer noch die Anbringung von konfessionellen Tendenzbildern unangezeigt bleiben. Gegen die Einführung von Bilder», die den früheren unzweifelhaft protestantischen Charakter der Universität in würdiger Weise zum Ausdruck bringe», wirb auch kein berftänbiger Nichtprotestant Einwendungen erheben. i.
Neueste Telegramme
Wolffs Büreau.
Berlin, 15. April. Von ber englischen Regierung wurde, wie die „Nationalzeitung" zuverlässig erfährt, der deutschen Regierung erklärt, daß die Nachricht über angebliche englische Absichten auf Tonga unbegründet fei.
Bamberg, 15. April. Gestern Abend 6 Uhr entgleiste der Schnellzug Ni. 36, von ' Bamberg nach Schweinfurt fahrend, vor der Station Schonungen. Die Maschine und ber Dienstwagen wurden auf die Seite geschleudert. Der Lokomotivführer unb der Heizer wurden schwer, einige Passagiere leicht veil tzt. Der Materialschaden ist bedeuttnd.
Greifswald, 15. April. In Gremersdorf bei Grimmen brannte ein Viehst all eines Hofbesitzers nieder, wobei 4 Personen umS Leben kamen unb viel Vieh verbrannte. Man ve.muthet Brand- ftiftung.
Auszng aus de« Standesbüchern des Rau Preutz. Standesamtsbezirls Marburg.
Vom 8. bis 15. April 1899.
Verehelichte.
1. Schreiner Adolf Ernst Winterstcin mit Catharine Elisabeth Qtto, beide wohnh. hier. 2 Friseur Ludwig Victor Heinrich Reidt mit Anna Emilie Ossig.
Geborene.
1. Catharine, T. bei Weißbinders Conrad Sauer zu Ockershausen. 2. Elisabeth Hedwig Ottilie, T de« Loh- ge berS Georg Christoph Mootz. 3. Maria Elisabeth, T. deS SperglerS Christian May
Gestorbene.
1. Anna Catharine, T. des Schuhmacher» August Geisel, 1 I alt. 2. Anna Catharine Haubensack geb Reiber, 85 I. alt. 3. Bergmann Werner Braun, 66 I alt. 4 Ober-RegierungSrath a D. Eduard Scheffer, 80 I alt. 5. Privatier Friedrich Wilhelm Wick, 61 I. alt.
Marktberichte.
Marburg, 15. April, war gut besucht.
Butter kostete anfangs 1 Mk., ging auf 80 Pfg. herab.
Hühnereier 8—9 St. 40 Pf.
Enteneier 1 St. 6-7 Pfg.
Gänseeier p. St. 12—15 Pf. Käse per Stück 10—12 Pfg.
KäSchen per Stück 3 Pfg.
Kochkäse per Pfd. 40 Pfg. käsematte per Stück 5 Pfg.
Honig p. Pfund 90—100 Pf.
Zwetschen- und BirnenmuS 1 Maastopf 180-200 Pf
Aepfel 4-5 Stück 10 Pfg. per Korb 3 4 Mk.
Erbsen 2 Liter 25 Pfg.
Linsen 2 Liter 50 Pfg.
Weißkraut p. Kopf 10-12 Pf.
Kartoffeln per Korb 160 . bis 1.60 Mk
Der heutige Wocheuuu-k.
Rothkraut p. Kopf 30-50 Pf. Nüßchen 1 Ltr. 10—15 Pfg, Unterkohlrabi p. St. 8 -12 Pf. Blumenkohl per Kopf 30 bis
50 Pfg.
Meerettig per Pack 10 Pfg. Salat 1 Kopf 10-18 Pfg.
Spinat per Ltr. 10 Pfg. Rupfsalat 1 Ltr. 10 15 Pf. Endivien p. St. 5—10 Pig. Radieschen p. Pack 7-8 Pf.
Rettig per Stück 10 Pfg Hafergrütze p. Ltr. 35 Pf. Zwiebeln p. Pfd. 10 Pf». Knoblauch per Knolle 5 Pi. Wolle p. Pfd. 1,00-1,20 Mk. Enten p. St. 1,50—1,80 M'. Hühner p. St. 91—120 Pf?, Hähne p. St. 100- 150 Pfg.
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