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Herrckchsltung unserer eigenen deutschen Rechte. (Sehr
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w vornherein in London und in Washington keinen
umringten die große» bleuen Augen, welche in einem
seltsem »erklärten Glanz erstrahlten. Ein scharfer, welcher sich die Irenen Augen der Mutter auf tarnet
irn Lebe», der Himmel schickt uns auch schwere und
Herrenwelt bezaubern mußte.
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gegebenen Rechtslage, solange diese Akte nicht ch übereinstimmenden Beschluß der unterzeichnenden te modifictrt ist (Sehr richtig), also Achtung Anderen auf Grund dieser Akte zustehenden e, aber auch volle und unbedingte Aufrecht
rauch umatik kl bei
erkaufe»: «eitsha
Da
Dase
99
40.
Brief
agsteller wird es verstehen (Sehr gut!) — ich in meiner amtlichen und verantwortlichen ang nicht Dinge sagen werde, welche eine fried- Beilegung der entstandenen Schwierigkeiten in gge stellen könnten. (Sehr wahr!) Ueber die eschichte der jüngsten Wirren in Samoa hab« mich in der Budgetkommiffion ausgesprochen, habe namentlich darauf hingewiesen, wie eS seit Inkrafttreten der Samoa-Akte dort selten weder Unruhen noch an Reibungen zwischen den Werder drei betheiligten Regierungen gefehlt hat.
unser Verhalten gegenüber diesen Verwicklungen
»selben ft und (2697
Zweifel darüber gelassen, daß wir solche Veränderungen n Samoa, zu denen wir unsere Zustimmung nicht gegeben hätten, als rechtsunverbindlich bekochten müssen. Wir konnten nicht zugeben, daß entgegen dem zweifellose» Text der Samsa-Akte, im Widerspruch mit dem Vertragsrechte ohne uns oder gar gegen uns über Samoa entschieden werde. Dieses von uns ausgestellte und vertretene Princip der noth- wendigen Einstimmigkeit ist zuerst von Amerika und schließlich auch von England angenommen worden. Ein anderer leitender Gesichtspunkt für uns war, uns nicht in die Streitigkeiten der eingeborenen Häuptlinge einzumischen. Den verschiedenen Thron- kandidaten auf Samoa stehen wir an und für sich ohne parti pris gegenüber. Da aber die provisorische Regierung be8 Häuptlings Mataafa von den drei flon'uln anerkannt worden war, so mußte sie unserem Konsul als der legale Status quo so lange erscheinen, bis dui ch einstimmigen Beschluß der drei Mächte eine neue Regierung eingesetzt war. Schon weil wir uns den internen Vorgängen auf Samoa gegenüber neutral verhalte», haben wir das Eingreifen englischer und amerikanischer Schiffe in diese Streitigkeiten weder mitgemacht noch gebilligt. Ueber die letzten Zusammenstöße auf Samoa liege» bisher nur verstümmelte und lückenhafte Telegramme unseres Konsuls und mehr oder weniger glaubwürdige Berichte ausländischer Telegraphenagenturen vor, so daß über dieselben ein abschließendes Urtheil noch nicht möglich ist. Ueber einen Conflict zwischen dem amerikanischen Admiral und dem Commandauten von Sr. Majestät Schiff „Falke* ist uns nicht das Mindeste bekannt (Hört, hört! links), und ich halte in Uebereinsttmmuvg mit meinem verehrten Freunde, dem Herrn Staatssekretär des Reichs-Marineamts, einen solchen Conflict für vollständig ausgeschlossen. Jedenfalls bin ich überzeugt, daß das Verhalten, daß das Ehrgefühl, der Takt, die Selbstbeherrschung unserer Seeoffiziere ebensosehr über alles Lod erhaben waren, wie die Mannszucht der Leute. (Bravo!) Was den in Samoa verhafteten Reichsangehörtgen angeht — es handelt sich augeuscheinltch um den Leiter der Pflanzung Vailele, Herrn Hufnagel — so haben wir sogleich in ernster Weise die Aufmerksamkeit der englischen Regierung auf diesen Vorfall gelenkt und der bestimmten Erwartung Ausdruck gegeben, daß unserem Landsmann kein Leid geschehen werde, sofern derselbe, wie wir bestimmt annehmen, unschuldig sein sollte. Durch diese lokalen Vorgänge auf Samoa kann übrigens der endgültigen Regelung der dortigen Verhältnisse nicht präjudizirt werden. Diese Regelung erfolgt nicht an Ort und Stelle, sondern sie kann nur hervorgehen aus der Vereinbarung der drei betheiltigten Kabinette. Um eine solche Neuregelung herbeizuführen, haben wir die Entsendung einer Spezialkommisstou in Vorschlag gebracht, und für die Beschlüsse dieser Spezial- kommisfion Einstimmigkeit gefordert und nach Ueber-
Ella. Ist sie roch immer so emancipirt wie r?*
,A Bruno! Ella ist wohl ein lustiges, liebes chen, aber emancipirt — nein, da thnst Du ihr echt.*
Ja, ja, mau kennt das. Ihr laßt eine auf die bete nichts kommen.*
Fredda erröthete, unwillkürlich mußte sie an das ame Benehmen denken, welches Ella in den letzten e» ihr gegenüber gezeigt hatte. Sie fühlte, daß *»a8 trennend zwischen sie getreten und daß ein Schatten auf die frühere herzliche, offene Freundschaft Pfallen war.
'•Üßtgen trat. Liebreich streichelte der Vater da» blonde Haupt
Nr. 20.
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*) Die „Oberhess. Ztg “ hat dies bereits gestern ihren Lesern mittheilen können. D. Red.
ingetrag 3. Prei eckelhüud dem h fhren-
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, erksamkeit ist. Auf der anderen Sette werden rtberilÄe es verstehe» — und ich denke, auch der Herr
ter Tochter.
.Ja, ja, mein Kind,* sprach er mit verschleierter
—--* erden, welche auf einstimmigen Beschlüssen der drei
chr Mheiligteu Regierungen beruhen. Wir habe» deßhalb
Jetzt hiett der Wagen vor Freddas elterlichem Hause. Rasch eilte sie die Treppe zu der elterlichen
trockener Husten erschütterte den abgemagerten Körper der Kranke«, welche onhattende Fieber aufs Aeußerste geschwächt hatten.
schlossen.
Fassungslos stand Fredda» »ater am Sterbelager seiner Gattin, mit welcher ihn die innigste Liebe der»
e Veranlassung und empfinden auch kein ürfniß, in dieser Richtung aus eigener Initiative »it besonderen Vorschläge» hervorzutreten. So lange
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„O Mama, der böse Huste» ist wieder da. Doch er soll bald verschwinden. Ich werde Dich pflege», Tag und Nacht.*
Ei» matte» Lächeln flog über die blosse» Züge der Kranken.
„Ich fürchte, wein liebes Kind*, flüsterte sie, „e» giebt für mich keine Beffeiuog mehr — doch »eine nicht, ich mag keine Thränen sehe», wir wollen dar Beste h»ffen.*--
Schwere, sorgenvolle Tage begannen jetzt für Fredda. Sie war unermüdlich in der Pflege ihrer Mama, deren Zustand von Tage zu Tage sich verschlimmerte. Oft wollte Fredda verzweifeln und verbarg schluchzend ihr Antlitz in den Händen. Ihre Wangen wurden blaß; die Augen lagen tief in den Höhlen; sie fühlte sich selbst matt und krank, denn sie verließ ja kaum das Krankenzimmer ihrer Mutter, in da» kein freundlicher Strahl der winterlichen Sonne und kein erfrischender Luftzug drang.
Aber ein Sonnenstrahl fiel doch in da» trübe Dasein dieser Tage, — der Brief Frederigos. Mit Thränen der Freude drückte sie das Schreibe» de» geliebten Mannes au ihre Lippen. Tief, tief gruben fich seine innige Liebesworte in ihr Herz und neue Hoffnung schlich sich in ihre Seele ein. Aber wen» sie dann das todebblaffe Antlitz ihrer Mutter aublickte, kam es ihr fast wie ein Verbrechen vor, hier en dieser Stelle des furchtbare» Ernstes a» ihre Liebe, an ihr Glück zn denken, und sie verschob von Tag zu Tag die Antwort auf Frederigo» Brief.
Und dann kam die entsetzliche Stunde, in
ankommt, sich nicht das richtige Augenmaß beein trächtigen zu lassen und jrde Frage nach ihrer realen Bedeutung einzuschätzen. Dabei dürfen wir aber Zweierlei nicht vergessen: Einmal, daß wir die Pflicht haken, Handel und Wandel, Eigenthum und Erwerb unserer Lands leute auf Samoa zu schützen, dann aber, daß wir auf Samoa vertragsmäßige Rechte besitzen, deren Auftecht- erhaliung da» deutsche Volk als eine nationale Ehren- ache empfindet. (Sehr richtig! Bravo!) Wir verlange» auf Samoa nichts mehr, als uns dort vertragsmäßig znsteht. Diese unsere vertragsmäßigen Rechte aber dürfen und werden wir nicht verkürzen lassen. (Lebhafter Beifall.)*
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Als er seine Schwester geküßt und in die Arme geschlossen, blickte er ihr forschend in die Augen, indem er sagte:
„Du hast geweint, liebes Kind? Gräme Dich nicht zu sehr, es kann ja noch alles gut werden.'
„Ach Bruno,* entgegnete Fredda mit den Thränen kämpfend» „weshalb habt Ihr mich nicht ftüher zurück- gerufen.*
„Mama wünschte eS nicht. Sie wollte Dir Dein Vergnügen nicht verkürzen. Aber jetzt dursten wir Dich allerdings nicht länger bei Ella lasten. *
„O mein Gott! So steht eS doch schlimm um Mama?*
„Weßhalb soll ich es Dir verhehle», Schw ster, Du würdest es ja doch sehen, wenn wir nach HauS kommen. Die Aerzte befürchte» das Schlimmste.. .*
Rasch öffnete Fredda die Thür, welche, wie f wußte in das Himmer ihrer Mutter führte und mi dem Ausruf: „Mutter, liebe Mutter!* flog sie an taS Beit ihrer kranke» Mama z».
„Mein Kiud, mein liebes Kind — bist Du wieder da — mein liebes, herziger Mädchen —* so flüsterte mit leiser heiserer Stimme die Kranke, während sie die Stirn und Wangen ihrer Tochter mit zärtliche» Küsten bedeckte.
Endlich löste fich Fredda au» der Umarmnng der Mutter und setzte sich neben das Bett, die Hand der Kranken in der ihrigen haltend. O wie hatte fich das liebe, gute Gesicht der Mutter in bei wenigen Wochen, wo Fredda eS nicht gesehen, verändert. Tiefe Schatten
laatssekretär von Bülows Antwort
f die gestrige Samoa-Interpellation Reichstage lautet:
„Ich bin gerne bereit, meine Herren, mich über e Angelegenheit auszuspreche», welche die öffentliche nnung mit Recht lebhaft beschäftigt und die für Regierung seit Wochen ein Gegenstand ernster
Windung nicht unerheblicher Schwierigkeiten auch durchgesitzt. (Bravo!) Ich freue mich, mittheilen zu können, daß die englische Regierung durch ihren diesigen Botschafter mir nunmehr amtlich erklärt hat, sie acceptire die Vorschläge der deutschen Regierung hinsichtlich der Verhandlungkweise und der Funktionen der Spezialkommisston.*) Die Funktionen und Be- fnguiffe der Spezialkommission kann ich in Kürze, wie folgt, zusammenfassen: Die im Hinblick auf die in Samoa ausgebrochenen Unruhen und zum Zweck der Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung dafelbst durch die drei Signatarmächte der Berliner Samoa- Akte ernannte Kommission wird die provisorische R gierungsgewalt über die Samoa-Inseln übernehmen. Zu diesem Zwecke soll die Kommission die höchste Amtsgewalt auf den Inseln ausüben. Alle und jede anderen Amtspersonen daselbst, sei eS, daß deren Amtsgewalt ans den Bestimmungen der Berliner Generalakte oder anderweit hergeleitet ist, haben den Befehle».der Kommission zu gehorche», und die drei Mächte werden ihre konsularischen und Marinevertreter zu entsprechender Unterordnung anweifen. Keine Maßnahme, welche von den Kommissaren in Gemäßheit ihrer vorbezeichneten Amtsgewalt getroffen wird, soll rechtsgültig fein, wenn nicht alle drei Kommissare der Maßnahme zustimmen. ES gehört zu den größten Aufgaben der Kommissare, zu erwägen, welche Bestimmungen sie für die zukünftige Landesregierung oder die Abänderung der Berliner Schlußakte für noihwendig erachten, und an ihre Regierungen über die Auffassungen, zu denen sie schließlich gelangt sind, zu berichten. Meine Herren, wir geben uns der Hoffnung hin, daß es der Spezial- kommisflon gelingen wird, zu einer gerechten, billigen und für alle Theile annehmbaren Regelung der Verhältnisse auf Samoa zu gelangen. Wir werden nur solchen Beschlüssen unsere Zustimmung geben, durch welche die klaren deutschen Rechte und die gewichtigen deutschen Interessen auf Samoa nicht beeinträchtigt werde». In einem Theile der ausländischen Presse ist darauf hingewiesen worden, daß der Werth von Samoa nicht im Verhällniß stehe zu der Bedeutung, welche diese Inselgruppe in der internationalen Politik und für die internationalen Beziehungen gewonnen habe. Gewiß, meine Herren, auch wir Deutschen glauben, daß wegen einer Inselgruppe in der fernen Südsee, die von 30 000 Wilden bewohnt wird, unt-r denen kaum 500 Europäer leben, mit einem Gesammt- handel von kaum 3 Millionen Mark, zwischen drei großen und gesittete» und christlichen Völkern den Krieg zu enifeffeln, im höchsten Grade ruchlos sein würde. Ich bin auch davon durchdrungen — und rathe, dies auf keiner Seite zu vergessen —, daß es in der auswärtigen Polit'k vor alle» Dinge» darau
Umschau.
Als gelegentlich der Etaisberathung i» der lleichstagsiagung von 1894/95 der Staatssekretär der ReichsjustizarntS Rieb erd in g de» große» gesetzgeberischen Plan entwickelte, welcher sich mit dem Bürgerlichen Gertz b u ch verknüpfte und theilweise eine Folge )e8 letzteren darstellte, gab er der Hoffnung Ausdruck, »aß eS gelingen würde, das ganze Werk bis zum Ende der vorigen Legislaturperiode durchznführeu. Diese Hoffnung hat fich zwar nicht erfüllt, aber der größte Theil der damals angekündigten Gesetze war bis zu dem erwähnten Zeitpunkte unter Dach und Fach gebracht, darunter, außer dem Bürgerlichen Gesetzbuch«, daS neue Handelsgesetzbuch, die Grundbnch- orbnung, das Subhastationsgesetz u. s. w. In der gegenwärtigen Tagung liegt dem Reichstage der damals gleichfalls angekündigte Hhpothekenbankgesetz- enttourf vor. So ist den», wenn auch nicht der zuerst in Aussicht genommene Zeitpunkt innegehalten werden konnte, doch sicher, daß die meisten der damals angetünbigbn Gesetze mit bem Bürgerlichen Gesetzbuch« zusammen Geltunz erlangen werben. Nur zwei der damals erwähnten legislatorischen Arbeiten befinden fich noch in der Vorbereitung und zwar find dies die etnheitlicheRegelung deSBer- ficherungsrechts und die Revision deS Urheberrechts. Was die erstere betrifft, so ist ein Entwurf über die privaten Bersicherungsunter- nehmnngen bekanntlich vor einiger Zeit im „Reichsanzeiger* veröffentlicht. Gutachten sind von sachverständiger Sette in großer Anzahl dazu ergangen, sodaß nunmehr ein reiches Material vorliegt, um zur Feststellung eines enbgiltigen Entwurfs zu schreite». ES barf gehofft werben, daß die Verhandlungen über einen solchen zwischen den Einzel- regierungen schließlich zu einem positiven Ergebniß führen werben. Die Revifion beS Urheberrechts ist gleichfalls in der Zwischenzeit stark gefördert worden. Eine besondere Sachverständigenkommission hat vor einiger Zeit über einen ersten Entwurf für dieselbe
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, —.hi, so kann ich dasselbe zusammenfassen in den
Machen Satz: Festhalten an der durch die Samoa-
Erscheint täglich außer an Werttagen nach Sonn- und Feiertagen.
M/S QQ QuartalS-AvonnementS-PreiS bei der Expedition 2 Mk., bei allen 09 Postämtern 2,25 Mk. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr: die gehalten« Zeil« ober denn Raum 10 Psg.. Reklamen: die Zelle 25 Pfg.
Mark, süchtig!) Im Interesse der Ruhe auf Samoa wie h,Sa I Interesse ruhiger Beziehungen zwischen den be= lnpstati igten Regierungen würden wir es an und für nützlich finden, wenn die nach und nach unzu- tib geworbene Samoa-Akte ersetzt werben könnte eine ber gegenwärtigen Situation besser ent- chende Neuregelung. In biescm Sinne habe ich er Zeit im Hinblick auf bie mannigfachen Unzu- lichkeiien, welche bie Dreiherrschaft in Samoa sich bringt, in bei Budgetkommission gesagt, wir n geneigt, wie ich mich ausbrückte, in eine rein- Scheibung zu willigen, da sich aber bie Nach- e des gegenwärtigen Zustandes ber Dinge für beiden anderen betheiligten Mächte ebenso bar machen wie für uns, so haben wir
sorgenvolle Tage. Doch faste Dich und komm. Mama erwartet Dich.*
IV.
Es war eine traurige Fahrt gewesen, welche Fredda nach ihrer Heimath zurückgebracht hatte. Das junge Mädchen hatte viel geweint während der langen, einsamen Stunden der Etsenbahnfahrt. Ihr war so beklommen um's Herz. Sie konnte fich selbst diese qualvolle Angst nicht erklären. Es war ihr, als habe sie von dem Glück ihres Lebens Abschied genommen. Bald sah sie ihre Mutter sterbend auf dem Lager liegen, bald stieg vor ihren Augen die Gestalt Frebe- rigoS empor, mit bleichem, verzerrten Antlitz, büsteren, thräneuersüllten Augen, bie Arme sehnsüchtig nach ihr ausstrecklnd. Balb glaubte sie bas spöttische Auflachen ihrer Couflne wieder zu vernehmen, mit dem Ella am Abend vorher ihr Frederigo entführt hatte. Mit Gewalt verscheuchte sie die wirre» Bilder ihrer Phantasie und athmeie erleichtert auf, als der Zug i» den Bahnhof ihrer Heimathstadt einfuhr.
Ihr Bruder »ahm sie in Empfang, indem er sie zärtlich auf die Wangen küßte.
Sinne Ebeling, ein hochgewachsener junger Man» von 28 Jahre», war ei» prächtiger Mensch von gold- reinem Herze» u«d brav m Charakter. Seit einigen Jahre» leitete er die Fabrik seine» Vater fast ganz selbstständig. Aenßerlich etwa» steif und pedantisch, besaß er doch ein inniges Mitgefühl für alle Leidende»; vor Allem aber liebte er seine Schwester Fredda auf da» Zärtlichste und wachte über ihr Wohlergehen mit fast väterlicher Sorgfalt. Seinem ernsten Wesen war die lebenslustige Cousine Ella nicht allz» sympathisch,
Warburg
Sonntag, 16. April 1899.
, Mftaben nach und dem Geiste nach. Wortlaut äTM Tendenz der Samoa-Akte fv'dern, daß auf tonoa nur solche endgültige Entscheidungen getroffen
«Nachdruck verboten.)
Glück auf!
Roman aus dem Harze von O. Elster.
(Fortsetzung.)
„Ja, ja, mein Kind,* sprach er mit verschleierter wenn er auch zugestand, daß Ella von anßerordeut- Auslaß Stimme. Es ist nicht Alles eitel Glück und Glanz sicher LiebeSwürdigkett fein konnte, welche die junge
Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition dieses Blatte«, die Annoncen-
Sureaui von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Gaffel, Magd» qi CYnfnvr bxrg, Wien: Rudolf Masse, Frankfiirt a. M., Berlin, München, Köln; 04. x)Ul)ly.
t. L. Daube ft do.. Frankfurt a. 3R„ Berlin, Hannover, Pari» k.
Hübe m bie Samoa-Acte zu Recht besteht, muß bieselbe verkauft 6 allen Betheiligten loyal beobachtet werben, bem
Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marbnrg und Kirchhain.
^nub Berka»: Zoh. Ang. Koch, UniverfitätS-Buchdrnckerei in Marburg. Verantwortlich für die Redaktion: Redakteur M. Hartmann in Marburg.
™ Expedition: Markt 21. — Delephon 55. HlVV W"HlHUßVVIUH* Redaktion: Markt 21. — Telephon 55.
99% » i „Sie sind recht munter und gesund und lassen ' Bilid) grüßen. Onkel Major spielt noch immer ~ j men Scat und brummt, wenn er bann verliert. Jrn _ “*Lrigen ist er ber liebenswüibigste Onkel und Papa, ich kenne.*
tai „Es wäre recht gut*, versetzte Bruno emst, ß^s er die Zügel etwas straffer anzöge, wenigstens
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> Eontrs «ohnun» empor und warf fich laut aufschluchzend in J. Me Arme ihres Vaters, der ihr an der Eorridorthür