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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

- >ta,,6UT1' Zlluftrirtes Sonntagsblatt. ***

Erscheint täglich nutzer an Werttagen nach Sonn- und Feiertagen. ^STnLVßliTti

»2 OQ Quartals-Abonnements-Preis bei der Expedition 2 Mk., bei allen

M 88 Sonnabend, 15. April 1899.

Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition dirseS Blatte«, die Annoncen- Bureaux von Haasenstrin & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Magd«- q « tata, Wien ; Rudolf Moss«, Frankfutt a. M., Berlin, München, Köln; "4.

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Jnvalidttäts- und Altersversicherung.

Zu de» wichtigsten und umfangreichsten Gesetz- Entwürfen, die den Reichstag in seiner gegenwärtigen Tagung bisher beschäftigt haben, gehört unstreitig die Novelle zum Jnvaliditäts- und Alters-Ver- ficherungs-Gesetze. Die Kommission des Reichstages, der die Berathung dieser Novelle zugewiesen ist, hat seit drei bis vier Wochen Tag für Tag eiftigst ge­arbeitet, und eS ist daher ein kurzer Hinweis auf die ScMtheilung beziehungsweise Umgestaltung, welche der Regierungs. Entwurf bis jetzt in der Commission «fahren hat, wohl angebracht.

Vor allem sei bemerkt, daß auch die zur Zeit »«liegenden Commisfivnsbeschlüsse an der Grundlage der geltenden Fassung d:s Gesetzes, dem Klebe- Wesen, nichts ändern. Es hat sich ein besseres Beweis-Mittel des Renten Anspruches bei näherer Prüfung in der That nicht finde» lassen. Mancherlei Schwierigkeiten sind ja auch durch den Entwurf des Bundesraihs schon beseitigt, da derselbe vorfleht, daß Sammel-Karten eingeführt und Marken für längere Zcittäume geklebt werden dürfen.

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Was aber weiterhin die Hauptänderungen an- betrifst, welche der Entwurf an dem b-stehenden Gesetze vornimmt, so hat stch hier die Commission! im wesentlichen zustimmend verhalten. Zunächst gilt dies von der anderweitigen Vertheilung der Renten- last auf die einzelne» Anstalten. Bekanntlich rst gerade die schwierige Lage einiger BerfichcrungS- Anstalten von entscheidender Wichtigkeit für die Ein­bringung der Novelle gewesen. Diese schwierige Lage erscheint nicht als Schuld der betreffenden Ver- ÜcherungS Anstalten, sonder» als Folge der nach den Landestheilen verschiedenen Alters Gruppierung der Bevölkerung, und die Gerechtigkeit erfordert daher einen billigen Ausgleich mit den Mitteln und auf Kosten der Gesammtheit. Solchen Erwägungen bat sich auch die Commission nicht zu entziehen vermocht mb deßhalb Beschlüsse gefaßt, die geeignet scheinen, wenigstens für die Zukunft das bedauerliche Miß- verhältsniß in der Leistungsfähigkeit der einzelnen Anstalten einigermaßen aufzuheben.

Aehnliches gilt von den im Regierungs-Entwurfe

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vorgesehenen örtlichen Rentenstellen. Zwar wurden gegen dieselben in der Commission mannigfache Be­denken erhoben, schließlich aber fand sich doch auch hier ein gangbarer Mittelweg. Demzufolge werden der Regel nach auch in Zukunft die untern Ver- waltungs - Behörden das zu thun haben, was den Rentenstellen Vorbehalten war. Nur wenn ein be­sonderes Bedürfniß in die Erscheinung getreten ist, können von den Landes-Ceutraldehöiden für einzelne Bezirke dieser oder jener Versicherungs-Anstalt Renten­stellen errichtet werden.

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^Nackdruck v-n-dsteu.)

Glück aus!

Roman aus dem Harze von O. Elster.

(Fortletz.ng.)

Auch Frederigo wurde durch die fröhliche Laune augesteclt; er plauderte angeregt und lebhaft mit Ella, er konnte nicht umhin, ihre Grazie, ihren Geist, ihren Witz zu bewundern, und tr ertappte sich sogar öfter dabei, wie er fich über John Lee ärgerte, wenn der lange Schotte Ella allzu grobkörnige Schmeicheleien sagte. Und auch darüber ärgerte er sich, daß es schien, als ob Ella diese Schmeicheleien gern hört?. Wenn dann aber daS junge Mädchen sich vertraulich ihm zunetgte und flüsterte: »Lassen Sie doch nur den armen Mister John gewähren! Er will sich mrr für seine Profefsorentochter ein wenig ent­schädigen", dann war er zufrieden und mußte anwillkürlich über Ellas Schelmerei, de» langen John Lee uud die Profissoreutochier inhöheren Semestern" lache».

Endlich wurde die Caffeetafel aufgehoben. Die Tische und Stühle waren rasch zur Seite gerückt und lustig auffordernd klangen die ersten Takte eines Strauß'schen Walzers durch den Saal. Umschlungen von den Armen Frederigos flog Ella dahin. Ach 1 Wie pochte ihr Herz! Wie glühten ihre Wangen! Wie blitzten ihre Augen! Sie liebte Frederigo Prado ja sie liebte ihu, das fühlte sie iu diesem Augen­blicke so recht, wie sie sich in seine Arme schmiegen konnte. Und er er sollte sie wieder lieben. Er sollte die blonde Fredda vergess«! Er sollte ihr gehören, ihr fürs ganze Leben! Inniger schmiegte sie sich an seine Brust uud mit leisem, scheuen Druck legte sich ihre Hand in die Seinige. Und da ein seliges Gefühl durchströmte ihr Herz empfand

Unter den Zusätzen, welche die Commisfion be- schloffen hat, darf wohl die freiwillige Selbst- versickerung der kleinen Betriebs- Unternehmer den ersten Plan beanspruche». Schon der Entwurf der Regierung bestimmt, daß der Ar­beiter, der in die Klasse der Arbeitgeber anfsteigt, berechtigt sein soll, freiwillig die Versicherung fortzu­setzen, und ebenso wird für bestimmte Kreise der Lehrer, Erzieher, Betriebsbeamten usw. die Ver- sicherungs-Pflicht vorgesehen. Der Kommissions-Be­schluß bewegt sich daher seinem Grundgedanken nach durchaus in derRichtung der Vorschläge des Bundesraihs.

Unter den Streichungen der Commission endlich erscheinen zwei recht bedauerlich. Einmal ist nämlich aus dem Entwürfe die Bestimmung entfernt worden, daß unständige Arbeiter, die weniger als zwölf Wochen während des Jahres in versicherungspflichtiger Be­schäftigung find, von dem Versicherungs-Zwänge ent­bunden werden sollen, und sodann die, daß für aus­ländische Arbeiter, die nur einen bestimmten Theil des Jahres im Jnlande beschäftigt find, keine Marken geklebt zu werden brauchen. Hoffentlich gelingt es aber doch noch, diese durchaus zweckdienlichen und vernünftigen Bestimmungen wieder in das Gesetz hineinzubringen.

Umschau.

DasReutcr'sche Bureau" meldet ferner aus Apia vom 3. April: Bei der Ankunft des britischen KriegsschiffesTauranga" erließen der biitische und der amerikanische Konsul eine Proklamation, um Mataafa eine letzte Gelegenheit zum Einlenken zu ceben. Die französische» Geistlichen versuchten gleichfalls, ihren Einfluß geltend zu machen, aber alle Anstrengungen schlugen fehl. Die Aufständischen fuhren in der Plünderung fremden Eigenthums fort, zerstörten Brücken und verbarrikadirten die Wege. Nach dem Gefechte am 29. März wurden mehrere Aufständische von den Anhängern Malictoa's getödtet und verwundet, worauf die letzteren die Köpfe der Gefallenen im Triumph durch Apia trugen. Kapitän Stuart, der Befehlshaber derTauranga", war hier- über außer stch, ging zu Maltctor und drohte, jeden Mann nrederzuschießen, den er hierbei betreffe. Maltctoa erließ eine diesbezügliche Proklamation. Der deutsche Konsul schrieb an den Admiral Kautz und fragte, ob zwei große christliche Nationen einen solchen barbarischen Mißbrauch billigten, der gegen die christlichen Gesetze und gegen den Beschluß des obersten Gerichtshofes verstoße. Der Admiral sandte eine spitze Erwiderung: er sei völlig da­mit einverstanden, daß der Gebrauch unmenschlich sei, müsse aber darauf Hinweisen, daß, wenn der deutsche Konsul den Beschluß deS obersten Gerichts­hofes vom Januar auf:echterhalten hätte, kein Blut-

sie den leichten Gegendruck seiner Hand uud spürte daß er sie fester an sich preßte. In ihrem Herzen jubelte es auf. Sie würde den Sieg davontragen.

Und Frederigo? Auch in seinem Herzen quoll ein seltsam warmes, beseligendes Gefühl empor, als er die weiche Gestalt Ellas in seinen Armen hielt. Berauschend fast umwogte ihn der Dust der Hyazinthen, der sich mit dem zarten Parfüm vo» Ellas Locken vermischte. Ihre vorhin so übermüthig blitzende» Augen sahen jetzt mit scheuer Innigkeit zu ihm empor und die halb geöffaetkn rothen Lippen leuchteten ihm, wie ein eben aufgebrochenes, thau- stisches PurpurröSleiu, entgegen. Er befand sich iu einem Taumel, in einem Rausch der Sinne; er vergaß alles um sich her, er vergaß auch das stille von blonden Locken umrahmte Antlitz Freddas. Er wich den ganzen Abend nicht von Ellas Seite, sodaß er sich dem Zorn der übrigen Mädchen auS- setzte uud seinauffallendes Benehmen" einer scharfen Kritik Seitens der alten Damen unter­zogen wurde.

Doch auch dieser Abend mußte ei» Ende nehmen. Der Mond stand hoch am nächtlichen Himmel, als klingend und klirrend die Schlitten vorfuhren, um die fröhliche Gesellschaft wieder nach der Stadt zurück zu bringen.

War die Ausfahrt schon herrlich gewesen, so war die Rückkehr von einem romantischen Zauber umflossen, die selbst die Herzen der älteren Damen und Herren gefangen nehmen mußte. Lautlos ruhte die mouderhellte Winternacht über der durch die blitzende Schneedecke verhüllten Erde. Nur das Ge­läute der uuzähligen Glöckchen, da8 Knirschen tes Schnee'S, das Schnauben der Pferde unterbrach die Stille der Nacht, durch welche dann und wann ein lauter Knall der Peitschen klang, sodaß die Damen

vergießen nothwendig gewesen wäre, und daß, obschon es ein alter Brauch auf Samoa sei, er doch erst vor zehn Jahren der Welt bekannt geworden sei, als die Köpfe einiger ehrlicher deutschen Soldaten von dem barbarischen Häuptling Mataafa abgeschnitten worden seien, welchen der Vertreter der großen christlichen Macht Deutschland jetzt unterstütze. Die Samoaner erzählen, Mataafa sei bet drei Gelegenheiten ent­schlossen gewesen, fich zu ergeben, aber der deutsche Konsul habe ihm aerathen, es nicht zu thun. Jetzt erkläre Mataafa, er werde sich nie ergeben, sondern bis zum Tode kämpfe». Aus New-Iork liegen folgende neuere Depeschen vor: Der deutsche Botschafter Dr. v. Holleben theilt mit, daß er zwar gegen die Vertreibung der provisorischen Regierung und die Krönung des Königs Tanu protestirt, dagegen keine Beschwerde über die angebliche Beleidigung der deutschen Flagge erlaffen habe, weil alle bisherigen Berichte darüber als Un­wahrheiten erschienen. Eine Meldung aus Washington besagt: England dürfte, wenn es nöthig sein sollte, das Anerbieten Neu-Seelands annehmen, ein Regi- ment Soldaten nach Apm zu senden. Nichtsdesto­weniger find die Mitglieder des Kabinets in Washington der Ansicht, daß keine Vel­ar lassung zu einer so erregten Stimmung vorliege. Die deutsche Regierung habe fich während des spanisch - amerikanischen Krieges den Vereinigten Staaten gegenüber nicht unfreundlich gezeigt. Wenn auch vielleicht gewisse Beamte deutlich ihre Sympathie für Spanien zu erkennen gegeben hätten, so habe sich doch nichts ereignet, was offiziell zu Klagen Anlaß geben konnte. Unter diesen Umständen seien die Vereinigten Staaten nicht geneigt, schon im Voraus anzunehmen, daß Deutschland allein für die Wirre» i» Samo« verantwortlich sei. In einer Unterredung mit einem Vertreter derAssociated Preß" in London sagte der amerikanische Botschafter Choate bezüglich der gegen die Deutschen in Samoa erhobenen Anklage auf Verrath, daß sich in den aus Samoa eingetroffenen Nach­richten keine Bestätigung für die Behauptung finde, daß Deutschland in den neuesten Vorfall verwickelt sei. Das Blutvergießen sollte die drei Mächte ver­anlassen, eine definitive Verständigung zu beschleunigen. In Washington sind, demReuter'schen Bureau" zufolge, die Nachrichten aus Samoa mit großer Besorgniß ausgenommen worden. Der britische Botschafter bedauerte auf das Tiefste, daß die Kollision in dem Augenblick eingetreten sei, wo er gehofft habe, daß die Verwickelurg auf dem Wege zur Regelung sei. Die britischen Beamten hegten in­dessen das Vertrauen, daß hiermit die Aue sichten auf eine Verständigung nicht vernichtet feien. In diplo­matischen Kreisen sei man geneigt, die Nachrichten als sehr ertft zu behandeln. Es werde erklärt, daß scharfe Differenzen zwischen dem britischen und dem

in den Schlitten erschreckt emporfuhren. Als die Dämmerung des Waldes die Schlitten umfing, der Mond sich hinter den Bergen versteckte, die Bäume leise rauschten und knartten und zuweilen der un­heimliche Schrei einer Eule durch die stille Nacht schallte, da schmiegte sich wohl manches junge Mädchen ängstlich an ihre» Begleiter und duldete es, daß er die Deck« fester um sie legte. Als in­dessen die Musik, welche sich in der Mitte des Zuges befand, ein lustiges Studentenlied anstimmte, war der Zauberbann gebrochen und alle, Herren wie Damen, stimmten fröhlich in das Lied mit ein.

Nur Ella saß still da. Sie wußte recht wohl, daß Frederigo diese laute Fröhlichkeit nicht liebte; deßhalb unterdrückte sie die Last, mit zu fingen und fühlte fich auf das köstlichste belohnt durch den feurig-dankbaren Blick ihres Begleiters.

Die Stadt war erreicht. Noch einmal ein fröh­lichesGlück auf", dann trennten sich die Schlitten, um die Damen nach Haus zu bringen. Für Frederigo und Ella war der Augenblick deS Ab­schiedes gekommen. Tante Lore war eingeschlafen; mühsam ermunterte sie sich, reichte Frederigo die Hand, bedanfte sich für die angenehme Unterhaltung und stieg langsam die Treppe hinauf, nach dem Hausschlüssel in der Tiefe ihrer Tasche suchend. Frederigo hatte die Zügel dem Kutscher zugeworfen, welcher langsam davonfuhr. Der junge Student stand mit Ella am Fuße der Treppe, ihre Hand in der seinen haltend. Wie sonderbar! Heute Morgen noch hatte er nur flüchtig an Ella gedacht und jetzt vermochte er es kaum über sich, ihre warme kleine Hand freizugeben. Ella blickte lächelnd zu ihm auf. Ihre weißen Zähnchen blitzten gleich Perle» zwischen den rothen Lippen hervor, da überkam ihn heiß auf- auellend der Wunsch, die rothen Lippen zu küffen,

deutschen Auswärtigen Amt bezüglich der Abreise der Kommission am 19. April beständen. Groß­britannien habe neue Einwendungen so verwickelter Art erhoben, daß biefdüen nicht auf telegraphischem Wege verhandelt werden könnte». Deutschland halte stch unter diesen Umständen für berechtigt, mit der Ernennung seines KommiffarS noch zmückzuhalte». Die ganze Samoa-Frage schwebe gegenwärtig nicht zwischen den drei Mächte», sondern zwischen Deutschland und Großbritannien. Die Nachrichten aus Samoa seien von der Re­gierung und den Departements nahezu mit Be­stürzung ausgenommen worden, die höheren amtliche» Kreise weigerten fich, über die Sache zu spreche». AnS Berlin wird uns berichtet:

In der Samoa - Angelegenheit mußte unsere Re­gierung mit allem Nachdrucke darauf bestehen, daß die durch das einseitige Einschreiten der amerikanischen und englischen Schiffe geschaffene Lage nicht als recht­mäßig anerkannt würde und daß die Maßregeln zur Wiederherstellung der Ordnung nur mit ausdrücklicher Zustimmung Deutschlands getroffen werden könnten. Das Auswärtige Amt hat diese Forderung mit äußerster Energie vertteten, obgleich das thige Machtmittel Schiffe nicht zu Ge­bote stand, und hat sie schließlich trotz dieses Mangels durchgesetzt. Lord Salisbury hat nach längcrm Zögern die Berechtigung des deutschen Standpunkts vollkommen anerkannt, und infolge dessen ist auch sofort von Sr. Majestät der deutsche Delegirte für die Kommission in der Person des Bolschaftsraths in Washington Frhrn. Speck von Sternburg ernannt worden.

In Apo hekerkreisen beschäft gi man sich in letzter Zeit eifrig mit der Frage der technischen Durch­führung derSelbstablösungderAporheken- w e r t h e. Gelänge es, hier einen gangbaren Weg zu finden, so würde eine Abänderung des jetzigen Systems der Betriebsrcchte sich leichter vollziehen lassen, als bei der Durchführung andrer Pläne; denn es würde damit eine Schädigung der zeitigen Besitzer vermieden werden können. Neuerdings ist ein Vorschlag veröffentlicht, der auf den ersten Blick recht bestechend wirkt. Danach würden für alle Apotheken die Jdealwerihe durch einen Ausschuß fest- gestellt weiden müssen. Für die Summe dieser Werthe sollen 3V2 prozentige Pfandbriefe ausgegeben werden, von denen alljährlich ein gewisser Betrag amortisirt wird. Die Pfandbriefe werde» der Reihe nach auf die einzelnen Apotheken vertheilt, und zwar so, daß die verhältnißmäßig am wenigsten Verschuldeten die-

er beugte sich zu ihr nieder und bat leise flüsternd: Ella, mein Schlittenrecht."

Ob sie ihm die Lippen gereicht; ob er die zier­liche Gestalt an sich gezogen, sie wußten es später nicht zu sagen. Einen Augenblick brannten ihre Lippen leidenschaftlich heiß aufeinander und ihr Arm umschlang liebend seine» Nacken.

Der Tante Loore war eS inzwischen glücklich gelungen, die Hausthür zu öffne».

Kommst Du, Ella?"

Ja, Tante, sofort!"

Auf Wiedersehen, süßeS Mädchen," flüsterte Frederigo. Noch einmal fühlte er ihre» innigen Händedruck, dann sprang Ella leichtlüßig die Stufe» hinauf, winkte mit der Hand und war in dem

dunkel gähnenden Hausflur verschwunden. Knarrend schloß sich die schwere Thür. Einsam, tief auf»

athrnend stand Frederigo da in der feierlichen,

stillen, sternhellen Winternacht.

Großer Gott und ich konnte mich amüsieren, konnte luftig fein ?! Aber ich hätte ja gar keine Ahnung komm' Bruno, laß uns rasch »ach HauS fahren ..."

3a, j«, gieb mir Deine» Gepäckschein und nun komm!"

Nach wenigen Augenblicken war das Gepäck be­sorgt und der Wagen setzte fich iu Bewegung. Ge­dankenvoll blickte Fredda in daS trübe Wetter hinaus, welches hier unten statt des klaren Frostes oben auf dem Harz herrschte.

Wie geht es denn dem Onkel Major und der lustigen Ella?" »ahm jetzt Bruno daS Gespräch wieder auf.

(Fortsetzung folgt.)