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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. QuartalS-AbonnementS-PreiS bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2,25 Mk. (exkl. Bestellgeld). JnfertionSaebühr: die ar» Balten« Zeil« oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen: die Zeile 25 Pf g.

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Verantwortlich für di» Redaktion: Redakteur M. Hartmann in Marburg. Redaktion: Markt 21. Telephon 56.

Marburg

Donnerstag, 13 April 1899.

Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition dieses Blatte«, die Annoncrn-

Bureaux von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Caffel, Magdo» q * cy

tzncg, Wien: Rudolf Moste, Frankfurt a. M., Berlin, München, KAu; "4. >ZUljlg>

G. L. Daube & Co., Frankfurt a. 3t Berkin, Hannover, Pari« x.

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die Angelegenheit damit thalsächlich beendet sei und

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wie es die Demagogen darzustellcn belieben.

Fahrzeuge, die wiehernden, stampfenden Rosse, die

Herr Lee behauptet nämlich, Sie

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Vor zwei Tagen hatte er auf der Promeuade

und plaudernd kamen sie näher und Fräulein Ella

(Fortsetzung folgt.

braunen Augen.

Missionare beseitigt erachte, bis eine wirksame deutsche Besetzung erfolge. Es scheint somit recht schwierig zu sein, die Engländer in Peking zu befriedigen, zu­erst entrüsteten sie sich über die scharfen Maßregeln der Deutschen, und nun sind sie nicht damit ein­verstanden, baß die Expedition zurückkehrt; wie aber würden sie sich erst erzürnt haben, wenn Deutschland eine dauernde Besetzung für nbthig gehalten hätte!

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niemand die Ordnung für dauernd hergestellt und das Unwesen der Ausländerhetze und Verfolgung der

in den Augen derselben der civilifirtere Staat. Wen» man sieht, wie wenig Verständniß die deutsche Arbeiter­versicherung im Auslände allgemein findet und wie wenig die ihr zu Giunde liegende Idee in die Arbeitgeb'rkreise anderer Staaten eingedrungen ist, so wird man allerdings Deutschland die Anerkennung nicht vorenthalten können, daß es als Bahnbrecher der Kultur vorangegangen ist und daß es Ein­richtungen geschaffen hat, an welche sich in anderen Ländern erst spätere Generationen machen werden. Die Arbeiterschaft aber, welche, der Socialdemokratte folgend, nur zu gerne die deutschen Institutionen ! herabzu'etzen geneigt ist, wird sich Angefichts solcher

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- Nr. 1.

stzlatz:

würden der Schlittenfahrt fernbleibeu und er bietet sich mir in Folge dessen als mein Kavalier an. Und Sie haben mich doch schon vor einigen Wochen zu dieser Partie aufgefordert: Bitte, bestätigen Sie das diesem Herrn!"

Sie zwinkerte Frederigo listig mit den Augen zu. Er war überrascht, denn er cnffann sich nicht, Ella ' zu dieser Partie eingeladeu zu habe». Was blieb ihm inbeffen anderes übrig, als gute Miene zu dem schlauen Spiel Ellas zu machen? Er durfte doch ^Ella, seinen guten Kameraden, wie sie sich selbst ; nannte, nicht Lügen strafen uud so erwiderte er denn, wen» auch in einiger Verwirrung:

Ja, allerdings. Ich war so frei! Ich habe Fräulein Ebeling um die Ehre gebeten, ihr Begleiter sein zu dürfe» und^ie hat eS mir zugesagt.'

Sie sehen, dear Mister Lee,* lachte die kleine schlaue Person, daß ich ihre Dame nicht sein kann. Also auf Wiedersehen, Herr Prado, bei der Schlitten­partie!*

Eine zierliche, schelmische Verbeugung, dann schritt sie leise lachend davon. Ziemlich verdutzt schauten sich bie beiden zurückbleibenden Herren an, um sich dann mit einem förmliche« Gruß von einander zu verabschieden.

einer Aera socialpolitischcr Wohlfahrt von der Auf» richtung möglichst starker Arbeiterkoalitionen zu er- warten sein soll. Auch die Socialdemokratie steht den staatlichen Maßnahmen zur Verbesserung der Lage der Konfectionsarbeiter mit nur geringem Wohl­wollen gegenüber; auch sie verspricht sich eine durch greifende Wandlung einzig und allein von der Be­gründung festgefügter Kampfgenosseoschaften der Arbeiter und Arbeiterinnen, »ersteigt sich aber doch nicht zur Forderung des Herrn Brentano, der dem Staate zumuthet, eine Zwangsorganisatio» der Arbeiterschaft zur Erzielung höherer Löhne ins Leben zu rufen. Da die wichtigste Aufgabe der nach dem Vorschläge des Herrn Brentano zwangsweise zu organisirenden Heimarbeiterinnen die Hebung der Lohnvethältnisse sein soll, was vrrmuthlich ohne er­bitterte Lohukämpfe nicht zu erreichen sein würde, so wäre es im Interesse unserer socialpolitischen Ideologen nur konsequent, noch einen Schritt weiter zu gehen und vom Staate zu fordern, daß er nicht erst die Gemeinschaften der Berufsarbeiter zur Erzwingung höherer Löhne ins Leben ruft, sondern im Interesse des socialen Friedens sofort die von den Arbeitgebern zu zahbnden Löhne in angemessener, von de» Arbeit­nehmern gebilligter Höhe fixirt. Wenigstens könnte, wer den Brentauoschen Forderungen zustimmt, unbe­denklich auch eine solche weitere Etappe staatlicher Intervention gutheiße».

Herr Professor Brentano spottet über den Dilettantismus, von dem nach seinem Dafürhalten die Socialpolitik des Deutschen Reiches beherrscht ist, er selbst aber geräth in das Gebiet dilettantischer Theorien, für deren Verwicklung im praktischen Leben die Voraussetzungen fehl ». Weder darf der Staat:- begriff in dem von Brentano befürworteten Sinne überspannt, »och die Sphäre individueller Selbstbe­stimmung willkürlich beschränkt weiden. Weder kann der Ko Mionszwang zur Erwickung besserer Arbeits­bedingungen vorgeschrieben, noch darf die Arbeits­freiheit beeinträchtigt werd n, um das Ueberängebot an Arbeitskräften herabzudrücken. Jedenfalls erscheint es ausgeschlossen, daß die Vorschläge des Herrn Brentano die Zustimmung der verbündeten Regierungen finden.

jetzt mit Vorliebe, indem sie ihm mit Hinweis auf den polnischen Klang seines Namens vorwirft, daß er nicht von deutschem Blute sei. Jedes Handbuch, das über deutschen Adel Auskunft giebt, weist nach, daß Graf Posadowsky einem alten deutschen Geschlecht entstammt. ES ist dies das Breslauer Rathsgeschlecht der I e n ck w i tz e, dem z. 8. der Vertreter der Stadt BreSlau auf dem Reichstage zu Augsburg im Jahre 1530 angehörte. Der Name Posadowsky wurde einem Zweige der Jenckwitze zur Unterscheidung von einem anderen Zweige des weit verbreiteten Ge­schlechts nach dem Gute P o s a d » w i tz, jetzt P o st e l w i tz, im Kreise Oels, zunächst adjektivisch beigelegt. Das Geschlecht der Posadowsky, daS seinen deutschen Ursprung bis zur Mitte des 14. Jahr­hunderts mkunblich zurückführt, hat fett Jahrhunderten den deutschen Kaisern und den preußischen Königen in angesehenen Stellungen gedient. Unter der Neu­tralitätsconvention, in Folge deren BreSlau Friedrich dem Große» seine Thore öffnete, steht der Name eines direkten Vorfahren deS Staatsministers Grafen Posadowsky. An der Schlacht bei Hohenfriedberg nahm ein Kavalleriegeneral Graf Posadowsky ent­scheidenden Anthetl; er wurde dafür von dem großen König mit dem Schwarzen Adlerorden belohnt. Das sind Daten der vaterländischen Geschichte. Demo­kratische Organe mögen freilich dergleichen nicht für wisscnSwerth erachten oder auch zum Zwecke wohlfeiler Witzelei mit Stillschweigen übergehen.*

Auge» in die Ferne. Der kurze, pelzbesetzte Schnüren­rock hob seine schlanke Gestalt vortheilhaft hervor und die bunte Mütze stach prächtig gegen das tief­schwarze, lockige Haar ab. An. den Fenstern des Pensionats dort drüben sahen die jungen Mädchen, welche die Schlittenpartie noch nicht mitmachen durften, dem Voiübersahrendeu nach, bis er hinter der nächsten Biegung der Straße verschwunden war.

In wenigen Minuten war das HauS des Majors erreicht. Kaum hielt der Schlitten, als auch berestS Ella, im knappen, blauen Winterkostüm, mit lachendem frischen Gesichtchen auS der Thür trat. Auch Tante Lore tauchte, mit einem »ngeheuren Fußsack beloben, im Rahmen der Thüre auf.

Frisch wie ein junges Reh sprang Ella die Treppe herab und reichte dem auf sie zukommenden Frederigo mit freundlichem Lachen die Hand.

Ah, Herr Prado, wir haben Sie schon erwartet. Wir werden doch nicht zu spät komme»? Ich freue mich königlich auf die heutige Fahrt. Das Wetter ist ja eutzückend! Komm nur, Tante Lore, setz Dich zuerst in den Schlitten und schlag' Dir die Decke recht warm nm die Füße.*

Mau half der alten Dame in den Schlitten, dann sprang Ella leichtfüßig hinterdrein, indem sie sich nur wenig auf die Hand Frederigos stützte.

Glück auf!* rief sie, indem sie sich wie eine zierliche Maus in die Pelze und Decken verkroch,da bin ich l Und jetzt kommen Sie, Herr Prado! Da setzen Sie sich! Wenn Sie recht, recht artig sind, gebe ich Ihnen auch eine Pelzdecke. 3«, ja thun Sie nur nicht so! Es wird Sie schon frieren. Bis zur Festenburg müssen wir über eine Stunde fahre». Wo treffe» wir den» die Schlitte»? Vor dem Thore am ZechenhauS? ES sollen ja hundert Schlitten sein.*

Jetzt fuhr Frederigo's Schlitten vor. Leicht schwang er sich auf den Sitz, ergriff die Zügel, schnalzte leise mit der Zunge uud fuhr im raschen Trabe die Straße entlang, ohne nach rechts »der liuks zu blicke», obwohl manches Frauenauge dem hübschen jungen Ausländer sehnsüchtig uachschaute. Wie interessant er heute wieder aussah! Schwer- müthig blickten die dunkle», mandelförmig geschlitzten

Die Demagogie liebt es bekanntlich, die fremsd- ländischen Verhältnisse auf Kosten der heimische» zu loben uud namentlich den deutschen Arbeitgeber» ihre College» im Auslande vielfach als Muster vorzuhalten. Es ist dabei stets zu beobachten gewesen, daß die Socialdemokratie am liebt vollsten die Staaten mit republikanischer Verfassung, wie die Schweiz und Frankreich, behandelte. Daß das Aus­land in der Fürsorge für bie Arbeiter allgemein gegen Deutschland zurücksteht, ist eine be­kannte Thatsache. Neuerdings hat man nun auch in Frankreich versucht, einen Zweig der deutsche» Arbeiteifürsorge, die Unfallversicherung, allerdings lange nicht in dem Umfange, wie er in Deutschland vorhanden ist einzuführen. Was ist in dem von der Socialdemokratie als Land der Freiheit solange gelobhudelte» Frankreich die Folge? Die Arbeitgeber sind ärgerlich darüber, daß die verschuldeten Unfälle, namentlich Todesfälle, ebenso wie die unverschuldeten entschädigt werden müssen und haben e8 zum Geschäftsprinzip er­hoben, dieverheirathetenArbeiter, deren Familien im Falle des Todes ihrer Ernährer Anspruch

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Unsere emeine zratis: omane, «meine mailich wissen-

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die Deutschen die Wirkung ihrer bisherigen Maß­nahmen abwarten werden. Wenn sich ein Erfolg z ige, würden keine weitern Schritte unternommen werden. Die Deutschen seien jedoch entschlossen, dem jetzt herrschenden Geiste der Gesetzlosigkeit Einhalt zu gebieten. Es scheine so, als ob bie Bevölkerung in ihrem Verhalten von ben Ortsmandarinen bestärkt werde. Der Vertreter der PekingerTimes* be-

-Hotel zur Krone*. Einer »ach dem Andern fuhr davon, um die Dame des jedesmaligen Herrn des Schlittens nebst Mutter, Tante ober sonstiger Ehren­name abzuholen. Die Schlitten waren von den Studenten mit den Farben der verschiedenen 8er» dinbungen ausgeschmückt. Die Pferde trugen am Styfgeften Federbüsche uud Schleifen in den Ver-

Fahrzeuge, die wiehernden, stampfeuben Rosse, bie!Ah vortrefflich, Herr Prado, baß wir Sie schlanken Gestalten der Studenten, die in P-lze und treffen,* sprach sie lächelnd.Da können Sie be» Decken eingehüllten Damen, die lachende» Gesichter, j stätige», was mir dieser zudringliche Herr Lee nicht

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Umschau.

Unter der Ueberschrist: Demokratische Kampfes- weise schreibt dieSchlesische Zeitung*: Wo sachliche Gründe gebreche», pflegt die demokratische Presse die freisinnige sowohl als die socialistische den Kampf gegen die Vertheidiger der Staats­ordnung mit persönlicher Stichelei zu führen. Arn Grasen Posadowsky, der ihr besonderen Aerger zu bereiten scheint, übt sie ihre Geistrswaffen

«9 arte«, »sch«« (1483 stein 12,

(Nachdruck »erboten.)

Glück aus!

Roman aus dem Harze von O. Elster.

(Fort'rtz Hfl.)

111.

Der von der jungen Welt langersehnte Tag der Schlittenpartie war herang'kommen. Prächtiges, klares Winterwetter begünstigte das von den Studenten veranstaltete Fest. Hell und fteundlich lachte die Sonne von dem wolkenlose» Himmel. Der Schnee glitzerte uud blitzte, als fei er mit tausend tob aber tausend Brillanten besät. Der frische Südostwind hatte an de» Straße« gewaltige Schnee- bämme aufgethürmt uod manche schlanke Taone in kn Wäldern des Harzes zersplitterte unter der Last der Schueemasseu, aber die großen Schnee- Mge hatten auf den Straßen breite und bequeme Lahn geschaffen, so daß eine prachtvolle Schlittenbahn ttiftonben war.

Die kleine Bergstadt uud die umliegenden Städtchen tob Dörfer konnten kaum genug Schlitten stellen, toi sämmtliche Theiluehmer der Partie aufzunehmeu. 3« langen Reihen standen die Schlitten vor dem

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9.10

bie luftigen Augen, bie wehenben Locken und (glaube« will, flatternden Schleier das Alles zusammen genommen bot ein hetteres lebensfrohes Bild, das jedes Auge entzücken mußte.

Frederigo Prado stand auf der Treppe deS Gast­hauses und schaute mit sinnendem Blick ben davon­fahrenden Schlitten nach. Wie sehr hatte er sich auf diesen Tag gefreut. Wie sehnsüchtig hatte er ihn seit Wochen herbeigewünscht. Hatte er doch ge­hofft mit der blonden Fredda zusammen, eingehüllt in Pelz und Decken durch den glitzernden Wald fahren zu könne«. Was halte er ihr nicht Alles sage« wollen, wenn er, dicht an ihrer Seite, im Schlitten neben ihr gesessen, ringsum der schweigende, tiefverschneite Wald, vor ihnen die glatte Bahn und hoch über ihnen der sonnenklare, winterliche Himmel! DaS wäre bie Stunde gewesen, wo er de» Muih gefunden hätte, von seiner Liebe zn sprechen. Und jetzt? Jetzt war Fredda fort, fort ohne ihm nur einmal Lebewohl gesagt zu haben, feit vielleicht auf Nimmerwieder­sehen 1 Aber er mußte Gewißheit haben! - Er konnte nicht länger in diesem qualvollen Zweifel leben; des­halb hatte er an sie geschrieben und ihr sein ganzes Herz auSgeschüttet. Seit einigen Tagen schon wartete er in fieberhafter Ungeduld, auf Antwort und nur der Zufall hatte es gefügt, daß er heute an dieser Partie theilnahm.

gleitet die Nachricht über die bevorstehende Rückkehr der deutschen Strafexpedition nach Kiaulschou mit dem Bemerken, Deutschland habe nunmehr sein Recht fest- gestellt, unabhängig von den chinesischen Behörden im Snnern Schantungs Ordnung zu Raffen. JJlan be-, ^sachen doch wohl sagen müsse», daß die Arbeit- ** °ber m Peking den schnellen Ruckzug Deutschlands nicht so schlecht sein kann,

deutschen Abtheilungen als unklug und voreilig, ba -

Die brutschen Truppen haben Zischoufu nicht betreten, sind aber bis in bie Nähe bet Stadt vorgerückt. Jetzt sind sie aus dem Rückwege begriffen, "uf Entschädigung erhebe» können, z u e n 11 a f f e» nachdem sie drei m der Umgegend gelegene Dörfer, nilt nod) u n v e r h e i r a t h et e einzu- in welchen Angriffe auf die Deutschen vorgekommen stellen. Was für einen Lärm würde die Demagogie waren, zerstört hatten De» Ort Jit-chau halten die^Len haben, wenn in Deutschland e.was Aehnliches ff ff vorgekommen wäre ? Frankreich aber bleibt trotzdem

Socialpolitischer Dilettantismus.

In ben Nrn. 78 und 79 ber wissenschaftlichen Beilage zur MünchenerAllgemeinen Zeitung* ver- zffentlicht Professor Lujo Brentano zwei Artikel, die von den ArbeitS- und Lohnverhältnissen in der deutschen Aonfectionsindustrie ausgehen, alsdann die in ber letzten Novelle zur Gewerbeorbnung beantragten Maß­nahmen zur Verbesserung der Lage ber Coufections- arbeiter einer Kritik unterziehen und zum Schluß bie Anschauungen beS Herrn 33eifaffei8 über bas, was in biefer Richtung seines Erachtens geschehen müsse, entwickeln. Die Coufectionsiudustrie mit ihrem über­reichen Angebot von Arbeitskräfte» ist in bett Augen des Herrn Professorsein Jbealreich ungehemmter Arbeitswilligkeit*, in welchemkeinerlei Coalitiön* bie einseitige Festsetzung bet Arbeitsbedingungen Seitens ber Unternehmer störe. Die bisherigen Maß­nahmen zur Aufbesserung ber Lage ber Confections- dtbeiter erscheinen dem Herrn Verfasser als durchaus unzureichend. Unter den gegenwärtig geplanten neuen Bestimmungen erregt fein besonderes Mißfallen bie in Aussicht genommene Anordnung, wonach den Ar- ! Leiterinnen und ben jugeublichen Arbeitern, sofern ihre Beschäftigung in ber Fabrik bie gesetzlich zu­lässige Arbeitszeit erreicht, Arbeit nicht mit nach Hause gegeben werbe» bürfe, da eine soiche Verfügung, nach L Ansicht des Herrn Verfassers, zur Folge haben könnte, baß bie Werkstattarbeir in noch breiterem Maße als bisher durch Heimarbeit ersetzt wird. Hierzu heißt es: Der ganze Vorschlag ist Dileltantenarbeit, denn er . wagt es nicht, das Nebel an dec Wuizel zu fasten; diese Wurzel ist das unbegrenste Angebot von Arbe tswilligen; statt mit einer Beschränkung der Arbeitswilligen zn be­ginnen, werden Maßnahmen in Vorschlag gebracht, welche di« Mißstände, bi« beseitigt werden tollen, vergrößern vüiden , . . Alle Arbeiter schutzvo.schriflen lasten die Lohn frage unberührt, und diese ist denn doch der Kern des ganzen Problems."

Als einziges Mittel, um ben Heimarbeiterinnen bessere ArbeitS- und Lebensbedingungen zu schaffe», astd von dem Herrn Professor die Organisation der­selbenvon amtswegen* bezeichnet.

Mst diesen Organisationen hält« man vor Allem Organe, welche weit wirksamer als noch so viele männliche und weibliche Grwerbeinspekloren zur Durchführung oller im Interest« d«r Heimarbeiterinnen etwa zu erlaflenden gesetzlichen Bestimmungen herangezogen werden könnten, lln) hätten si« sich in dieser Aufgabe einmal bewährt, wär« in Durchführung derselben di« Erkenntniß der gem«insamcn Znteresten bei den H«imarbeiterinn«n erwacht und der Ge­meingeist entstanben, der bereit ist, um zukünftiger Vortheile Villen in der Gegenwart Opfer zu bringen, so e auch bi« Grundlage geschaffen, von ter auS später die Hebung ger Lohnverhältnist« in Angriff genommen werden könnte."

Der Voischlag deS Herrn Professors Brentano, die Heimarbeiterinnen zu orgauistreu, entspricht jenem bottrinären Programm, nach welchem ber Anbruch

biubungSfarben. Diese blan-weiß-roth, bie Farben Ella Ebeling in Begleitung des Herrn Lee gehofft», ber Montania, jene blau-weiß, die Farbe» der Ihne» auszuweichen war nicht mehr möglich. Lachend Hercynia und jene dort schwarz-weiß-grün, bie unb plaudernd tarnen sie näher und Fräulein Ella narben ber Borussia. Die Kutscher waren mit einem begrüßte Fieberig» Prado mit freundlichem Neige» farbigen Bouquet an ber Brust geschmückt und bunte bes Kopfes und einem schelmischen Aufblitze» ber Stober zierte« bie langen Peitschen. Die geschmückten

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