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Alls Marburg und Umgegend.

Marburg, 10. April. Am Sonnabend Mittag fand im Kreis-Sitzungssaal des Landrathsamtes Hier­selbst eine Sitzung des Kreistages statt. Den Vorsitz führte Herr Landrach von Regelet»,

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nur darauf berechnet seien, Sonst und Boisdeffre zu retten und du Paty zu opfern. Glücklicherweise aber befinde sich das Henry belastende Schrifstück Bäle und C. noch in dem Actenmaterial. (Eclair nennt als den mit C. Bezeichneten einen gewissen CurS). Clömerceau bezichtigt den KrtegSminister Freycinet der Mitschuld an diesen Machenschaften.

In der D r e y f u S s a ch e werden in Paris die Veröffemlichungen deS „Figaro" voraussichtlich noch lange anbauern, und so ist nicht abzuseheo, wohin dieser endlose Preßkampf führen wird, in deflen Mitte sich der Cassationshof anschickt, demnächst seine letzten Verhandlungen zu eröffne». Natürlich wird der Kampf um die Bedeutung der vom „Figaro" ver­öffentlichte» Zeugenaussage» in der Preffe der beiden Lager aufS grimmigste foitgeführt. Die anti- revisionistische Presse will in den Ausführungen Rogets vernichtende Beweise erblickt». Im „Echo de Paris' verstärkt Quesnay de Beaurepaire die Be­schimpfungen, in denen sich Roget über Bertulus er- gangen hat; er wirft ihm vor, in der exotischen Welt in Paris z« viele Beziehungen gehabt zu haben, und mit den deutsche» Jude» höchst intim gewesen zu sei». Der Bonapartist C a s s a g n a c versteigt sich in der „ Autarke" dazu, die republ canischen Richter mit wenigen Ausnahmen noch unter die Zuchthäusler z» stellen. Er würde einen Galeeren­sträfling mit der grünen Mütze lieber als Richter über sich sehen als eine» BertuluS, Baid oder Dumas mit dem rothen Hermelinmantel. Auch die übrige clericale Preffe tritt einmüthig für den Generalstab ein. Auf der ander» Seite fahren die Führer der RevifionSpreffe, Clemenceau, JasreS, Ravc und Aves Guyot fort, die Aussagen RogetS zurückzuweisen, die

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Die „Freisinnige Zeitung" findet es gerechtfertict, daß der Verttieb von Pferdefleisch fortan nur In Räumlichkeiten feilgehalten weiden darf, in denen kein anderes Fleisch feilgehalteu wird, sowie, daß in Gastwirthschaften durch Anschlag erkennbar gemacht werden soll, daß zu den Speisen Pferdefleisch ver­wandt werde. „Es sind das — so schreibt das Richtersche Organ — Vorbeugungsmittel gegen betrügerische Versuche, Pferdefleisch als anderes Fleisch zu verwenden." Merkwürdig, daß der Freisinn in diesem Punkte so unkonsequent ist. Als es sich um Herbeiführung gleicher Maß­regeln gegen die Margarine handelte, die auch nur als Vorbeugungsmittel gegen betrügerische Ver­suche, dieses Produkt an Stelle von Butter zu ver­wenden, zu erachten sind, war der Freisinn anderer Meinung. Die Haltung der Freisinnigen ist eben auch „bald so, bald so, wie's trefft."

habt. Die Fabrikarbeiter waren bis heute vom Steuerfiskus auf ein Einkommen von höchstens 900 s llark einzeschätzt worden. Durch diese mit Namens­nennung erfolgenden Veröffentlichungen jedoch ist er­wiesen, daß unter 900 Mark ein normal beschäftigter Arbeiter überhaupt nicht verdient hat, daß dagegen >ie große Mehrheit über 1150 und 1200 Mark Einkommen gehabt hat. Der Vorsitzende der Ein- kommevsteuer-Einschätzungs-Kommission soll eS des­halb für feine Pflicht gehalten haben, die Steuer- Kommission zusammenzuberufe» und die Steuer nach den wirkliche» Einkünften festzusttzen: Eine für die Arbeiter unwillkommene und jedenfalls unerwartete Folge des Ausstandes.

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Ausland.

England.

London, 9. April. Aus San Francisco wird gemeldet: Der Dampfer „Mariposa", der die Post aus Samoa brachte, meldet ebenfalls, daß Eng­land die Souveränität über die T o n g a i n s e l n erlangt hat. Der deutsche V'zekonsul in Samoa, Grüne, kam vor vier Monaten in Tonga an und verlangte von der Eingeborenen-Regierung 100 000 Dollar, die die Tonganer deutsche» Händlern schul­deten. Ein Theil dieser Forderung ist 20 Jahre alt. Die Regierung von Tonga bestritt di-se Forderung, so daß der Vizekonsul nichts einkassire» konnte. Er drohte dann, ein deutsches Kriegsschiff kommen zu lassen, das von dem besten Hafen der Inselgruppe Besitz nehmen würde. Der König schickte sofort einen Bericht nach Sydney und machte die englische» Behörden mit seiner Lage bekannt. Darauf wurde daS Kriegsschiff „Tauranga" geschickt mit 125 000 Doll., die der Kapitän dem Könige einhändigte. Am folgenden Tage wurde am Sitze der Eingeborenen - Regierung mit viel Ceremonie die Union Jack - Flagge gehißt. Wenn dar deutsche Kriegsschiff ein trifft, dar Grüne kommen lassen will, dann wird dar geforderte Geld ausgezahlt werden, da Großbritannien für die Schulden der Eingeborenen aufkommen will. („Frkf. Zig.")

Japan.

Uakohama, 8. April. In der Provinz Tschun Tschöng in Korea wurde die französische M i s s i o n z e r st ö r t. Ein Priester wurde fort- geschleppt. Koreanische Truppen wurden »ach dem Orte, wo die Ausschreitungen stattfande», abgesandt.

Deutscher Flottenverein.

Es wird gewiß für viele von Interesse sein, zu erfahren, in wie vortrefflicher Weise sich der Deutsche Flottenverein binnen Jahresfrist entwickelt hat. Nachdem seine Gründung am 30. April 1898 erfolgt war, beträgt die M i t g l i e d e r z a h l hmte schon gegen 75 000, darunter sind 51 Vereine, welche ins- gesammt 64 400 Mitglieder haben. So groß von Anfang an das Vertrauen auf die werbende Kraft des Vereins war, ist es noch weit übertroffen worden >urch die freudige Zustimmung, mtt der das Volk das nationale Unternehmen begrüßte. Die „Mit- thiilungen", die der Verein seinen Mitgliedern über­sendet, haben dazu beigetragen, daß die Zahl der Mitglieder immer -größer wurde. Von Mund zu Mund ist geworben worden. Die Lehre von den nationalen Pflichten, der nationalen Ehre und der nationalen Flotte hat stetig und sicher in deutschen Köpfen und Herzen den Anklang gefunden, der ihr gebührt. Nichts spricht deutlicher für die Volksthümlichkeit eines deutschen vaterländischen Unternkhmens, als das fortwährende rasche Zunehmen der Mitgliederzahl. Gleichzeitig mit dem Erfolge ist di: Organisation des Vereins vorgeschritten. In den preußischen Provinzen sind Provincial Comites, in den übrigen Bundesstaaten sind Landes - Comitös des Deutschen Flottenvereins errichtet worden. Durch diese wird alles vorbereitet, um die große Bewegung in die Stä te und Törfer des ganzen Deutschen Reiches zu tragen. Wer in den „Mittheilungen des Flottenvereins" die fortwsh end gesteigerten Fort­schritte verfolgt hat, deren sich der junge Verband rühmen darf, der wird mit Genugthuung und stolzer Hoffnung daraus ersehen haben, daß der nationale Gedanke in unserm Vaterlande kräftig wurzelt.

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trauen und die deutsche Darstelluug abzuwmten. Richtig scheint allerdings die Meldung, daß zwischen dem K a p i t ä n des deutschen Kriegsschiffes „Falke" und dem Admiral Kautz d^e erhebliche Spannung bestehe, da letzterer den ersteren verhindert habe, während der letzten Unruhen den Hafcn zu verlassen. Admiral Kautz erklärt, von dem deutschen Consul, der nach der amerikanisch n Pro'lamation sofort eine Gegenproklamatton erließ, gröblich insultirt worden zu fein. Diese Beleidigung besteht einfach darin, daß der deutsche Covsul den komischen Kautz in der Gegenproklam.tion mtt Recht Lügen strafie.

Es kann, das müßten die englischen und ameri­kanischen Vertreter in und vor Apia wissen, doch durch einseitiges Eingreifen englischer und amerikanischer Schiffe vor Samoa der endgiltigen Regelung der samoanisch:» Angelegenheiten nicht vorgegriffen werden, die nach der Sam oaakte nur auf Grund eji n st i m m i g e r Beschlüsse der drei Mächte zu erfolgen hat. Die deutsche Regierung hält an diesem Standpunkt unbedingt fest und betrachtet demgemäß jede Ein- srtzung einer neuen Regierung für Samoa, die sich ohne ihre Zustimmung vollziehen würde, als ene Lerlktzung der Samoaakte. Die Kaiserlichen Bot­schafter in London und Washington sind in diesem Sinne mit Weisungen versehen worden. Auch hat nach dem Londoner „Standard" unser Kaiser dem Botschafter White gegenüber die U berzeugung aus­gedrückt, daß alle drei an der Samoafrage beteiligten Mächte Sorge tragen würden, besonnene, versöhnlich gesinnte, nicht übereifrige Persönlichkeiten zu Mit­gliedern der Kommission zu wählen, Männer, die in den Samoa - Angelegenheiten wohlbewandert sind. So würde es möglich sein, die Ruhe auf den Inseln herzustellen und aufrecht zu erhalten. Sie würden geduldig sein und das Uebermaß von Eifer, das die gegenwärtigen Vertreter der Mächte gezeigt haben, vermeiden müssen, ta dies die Hauptursache der heutigen unerträglichen Zustände gewesen sei.

Die deutsche Regierung verbreitet überdies soeben das nachstehende officiöse Communiquö: „Die neuen Labelmeldungen aus Samoa über die Vertreibung der am 4. Januar von den drei Konsuln eingesetzten Provisorischen Regierung ergänze» nur die ftüheren Telegramme. Danach hat ein Theil btt fremden Vertreter in Apia in gewaltsamer Abänderung eines von der Gesammtheit derselben geschaffenen, ihren Regierungen gemeldeten und von letzteren bisher nicht aufgehobenen Beschlusses es unternommen, die Ent­scheidung des Obergerichts in Sachen der Königs­wahl zur Vollstreckung zu bringen, bevor die unter den Mächten eingeleitete Nachprüfung dieser Ent­scheidung vollendet war. Ob diese Exekution auf Antrag des Oberrichters erfolgt ist, ist nicht bekannt. Wie dem auch sei, ist die Vollstreckung eine directe Lerlktzung sowohl des Samoa-VertrageS, welcher solche Exekutionen überhaupt nicht vorfieht und sogar jede separate Kontrolle einzelner der Mächte aus drücklich verbietet, als auch des bekannten Nachtrags- abkommenS vom Jahre 1893, wonach das erste ^rforderniß zu jeder durch Kriegsschiffe zu bewirkende« «xekutiou einer obergerichtliche» Entscheidung, neben dem Antrag des Obergerichts selbst, ein entsprechendes tiustimmiges Ersuchen der drei konsularischen Ver­treter ist.

Der widerrechtlich durch die frtmben Kriegsschiffe M Samoa herbeigeführte Zustanb kann nach ben «teits vorliegenben Erklärungen der drei beteiligten Regierungen der Entscheidung der »ach Samoa zu ®riftnbenben Spezialkommisston nicht präjndiziren. Du neueste» Erklärungen der groß- britannische» und der amerikanischen Regierung gestatten keine» Zweifel Rwüber, daß beide sich auf den vertrags- «äßigr» Bode» stellen."

Umschau.

Nachdem in der Reichstagstagung von 1895/97 die sogenannte Justiznovelle, wegen deren die Tagung über zwei Jahre hingezogen wurde, hauptsächlich in Folge der Meinungsdifferenjen über die Besitzung der Strafkammern der Landgerichte gescheitert war, haben die verbündeten Regierungen sich bekanntlich inzwischen bemüht, einige der darin behandelten Materien einzeln zur legislatorischen Erledigung zu bringen. Mit der Entschädigung unschuldig Verurtheflter ist dies bereits in der vorigen Tagung gelungen, die Ersetzung deS Voreides durch den Nacheid ist Gegenstand eines dem jetzigen Reichstage vorliegenden Entwurfs, und nach den bisherigen Berathungen ist die Hoffnung vorhanden, daß auch dieser Eütwnif wird unter Dach und Fach gebracht werden können. Trotzdem also verschiedene Einzelheiten der früheren Justiznovelle auch ans einem anderen Wege zur Erledigung ge bracht sind oder gebracht werden dürften, sind die verbündeten Regierungen nach wie vor von der ReformbedürftigkeitderSirafprozeß- o r d n u n g überzeugt. Wenn von ihnen dem Reichstag in der gegenwärtigen Tagung keine Vorlage dieser Art gemacht ist, so erklärt sich dies nach jetzt bekannt werdenden Aussagen des Staatssekretärs des Reichs Justizamtes schon daraus, daß es während des letzten Jahres ausgeschlossen gewesen ist, die mit ben umfangreichen Arbeite» zur Durchführung der Civilrechtsreform belasteten Justizverwaltungen der Bundesstaaten auch noch mit strafprozessualisch! n Reformfragen zu befassen. Ohnehin kann auch nicht daran gedacht werden, in diesem, dem nächsten und vielleicht auch noch dem übernächsten Jahre eine Strafprozeßordnung praktisch zur Durchführung zu bringen; denn eine solche Reform würde mancherlei Organisationsänderungen mit sich bringen, mit welchen man in der jetzigen Uebergangszeit von dem alten zu dem neuen Bürgerlichen Rechte die Thätigkeit der Gerichte nicht stören darf. Die Regierung wird es nicht als unnütz ansehen, inzwischen zu erwägen, ob man an die Gesetzesr» Vision nicht von anderem Ge­sichtspunkte ans, vielleicht im Wege einer völlige» Neugestaltung b e 8 Straf­prozesses, heranttetcn sollte, um sicherer zu bem ersehnten Ziele zu gelange».

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Samoa.

lieber bie neuesten Vorfälle ans Samoa liegt von Kutschen Melbungen bis jetzt nur folgendes Tele­gramm des Kaiserlichen Generalkonsuls in Apia vom 24. März vor: „Täglich finden kleine Zusammen- ßöße um Apia statt, bas Bombarbement bauert mit Unterbrechungen noch an. Tann wurde gestern von den anderen Consnln und Commandante» in Mulinuu als König eingesetzt. Die Geschäfte stehen still, seit hem 15. März sind alle Läden geschloffen." UeberdieS

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VjuS find jetzt freilich Berichte aus englischer und amerikani- scher Quelle gekommen, ober wir haben nach Lage bet Sache allen Grund, diesen Darstellungen nicht zu

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

•***•*» 111Jllustrirtes Sonntagsblatt. " *"*”*

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M 84 ÄÄKÄß ÄS'SlÄ?» Dienstag, II, April 1899. H

Deutsches Reich.

Berlin, 9. April. DieKaiserl. Majestäten unternahmen gestern Morgen den üblichen Spazier­gang. Se. Majestät der Kaiser hörte darauf im Auswärtigen Amt den Vortrag des Staatssecretärs, Staateministers v. Bülow und nach seiner Rückkehr in das König!. Schloß die Vorttäge des Chefs des Generalstabes der Armee, Geaeraladjutanten, Generals Der Kavallerie Grafen von Schlieffen und des Chefs des Militärkabinets, Generaladjutanten, Generals der Infanterie von Hahnke. Um 1 Uhr nahm Se. Majestät der Kaiser eine große Anzahl militärischer Meldunge» entgegen, darunter die des zum kom- mar-birenben General bes X. Armeecorps ernannten Generals von Bomsborff, deS neu ernannten kom- manbirenben Generals bes V. Armeekorps, Generals von Stülpuagel, sowie bes zum kommandirenben General bes neu formirten König!. Sächsischen XIX. Armeekorps ernannten Generals von Treitschke; ferner bet General-Leutnants von Renthe-Fink, von Kessel, Freiherrn von Hansen, Grafen Vitzthum von Eckftädt; ber Königlich Sächsischen Generale Sachse, Freiherrn von Uslar-Gleichen unb Kirchhoff; bei Generale Beß, Frhr». von Schele, Grafen zur Lippe- Biesterfelb, von Gersdorsf, Kohlhoff, von Moltke unb Grafen Hülsen Häseler. Der König!. Bayer. General Frhr. Reichlin von Meldegg sprach seinen Dank für bie ihm verliehene OrbenSauszeichnurg aus, ber König!. Sächsische Oberst Graf Vitzthum von Eckftädt, bisheriger Militär-Bevollmächtigter, meldete seine Ernennung zum Kommandeur des Grenadier- Regiments Sr. Majestät des Kaisers Nr. 101.

— Am Gedenktage der Schlacht von Eckern­förde, dem 5. April, richtete die F-stversammIung zu Eckernförde an den Kaiser nachstehende Hul­digungsdrahtung :

Xie zur Feier der 50. Wiederkehr dis Sieges bei Eckernförde zahlreich versammelten Sompfgtnefien und Tausend« von Gästen sprechen Ew. Majestät bin herzlichsten Dank für Entsendung der deutschen Flotte aus und ver­sichern aufs Neue unverbrüchliche Treue.

Der Kaiser sandte noch am Abend des 5. April folgende Antwort durch den Draht:

Den Offizieren, Beizten und Beamten der ehemaligen schleswig-holsteinischen Armee, versammelt zum Gedächtniß des Kampfe« vom 5. April 1849, sende Ich Meinen landet - välerlichen Gruß. Was die alten Vorkämpfer jener Tage eriofften, ist nun herrlich erstanden, D rjentgen, die vor 50 Jahren g> kämpft, gedenken Ich und die Kaiserin mit berechtigtem Stolze

— Das Staatsministerium trat heute Nachmittag 3 Uhr unter dem Vorsitz seines Vize­präsidenten Dr. Miquel im Dienstgebäude am Leip­ziger Platz zu einer Sitzung zusammen.

— Bei dem Fiuanzminister v. Miquel findet Donnerstag, 13. April, ein Diner statt, zu dem der Kaiser fein Erscheinen zugesagt hat. Außer den Minister» haben u. A. Einladungen erhalten Oberpräsibent von Achenbach, Herr v. Levetzow, Frhr. v. Hnene, Frhr. v. Zedlitz-Nenkirch, Frhr. v. Stumm.

— Wie der „DreSd. Anz." meldet, ist Land- gerichtsprästdent Lr. v. Schwarze in Freiberg zum Reichsgerichtsrath ernannt worden.

— Laut telegraphischer Meldung an ben Admiral­stab der Marine ist S. M. S. „Kaiserin A u g u st a", Kommandant: Kapitän zur See Gülich, am 6. April in Taku angekommen unb a» dem- selben Tage wieder in See gegangen; S. M. S. „Irene", Kommandant: Fregatten-Kapilän Obenheimer, ist gestern in Hongkong eingetroffen.

— Für die streikende» Krefelder Textil - Arbeiter mache» sich unangenehme Folgen des Ausstandes bemerkbar, au welche kaum einer von ihnen gedacht haben wird, als sie sich kopfüber in den Skreik stürzten: die steuerliche Nemesis ereilt sie. Die Fabrikanten hoben damit begonnen, die Löhne ihrer sämmtlichen Sammetweber in ben Krefelder Zeitungen zu veröffentlichen. ES wirb dadurch bestättgt, daß kotz ber eingeschränkte» Arbeitszeit von durchschnittlich 9 Stunden der Durch­schnitts-Verdienst über 21 Mark wöchentlich betrug. Fleißige Arbeiter habe» bis zn 1680 Mark im Jahre verdient, viele kommen über 1300 bis 1600 Mark. Das hat nun eine eigentümliche Folge ge-