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öchentNche Beilage«: Kreisblatt M tzie Kreise Marburg und Kirchhain.

Jllustrirtes Sonntagsblatt.

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Zweites Blatt.

Neue Bismarck-Briefe.

Die soeben erschienene 3. und 4. Lieferung von Band VI des Horst Kohl'schen „Bismarck-Jahr­buches" (Leipzig, Göschen) enthält wieder eine An­zahl Briefe an hervorragende Persönlichkeiten, die einerseits interessante Beiträge für die zeitgenössische Geschichte liefern, andererseits einen tiefen Einblick in das reiche Hemüthsleben des Heimgegangenen großen Kanzler» gestatten. Wir lassen nachstehend die inter- effantesten folgen:

Bismarck an Kaiser Wilhelm I. Kisstngen, 27. Juli 1874.

Eure Majestät

wollen huldreichst verzeihen, daß ich meinen ehrfurchts­vollen Dank für das gnädige Schreibe» vom 17. zmückgehalten, bis ich selbst die Feder führen kann; es geht noch schlecht, aber doch so viel, daß ich selbst schreibe» kann, wie sehr mich Eurer Majestät Worte erfteut und gehoben haben. Bei meiner Ernennung zum General sagten Eure Majestät ein huldreiches Wort, welches mein innerliches Gefühl wiedergab, nämlich daß ich Eurer Majestät a«ch als Minister im Sinne des Soldaten diente. Als solcher freue ich mich über eine Wunde im Dienst, und als solcher bin ich bemüht, dem erhabenen Beispiel nachzu- strebe», welches Euere Majestät Ihre» Diener» im Dienste des Vaterlandes geben. Möchte es mir auch gelingen, persönliche Beleidigungen, wie die vom 13. mit dem Gleichmuth hinzunehme», den Eure Majestät in ähnlichen Fällen bewährten; denn der Zorn und der Haß sind schlechte Ralhgeber in der Politik, und ich bitte Gott um Demuth und Versöhnlichkeit. Ich hoffe, Zeit und Kur werden auch der Verbitterung abhelfe», die in öffentlichen Geschäften nicht mit» reden soll.

Ich muß doch zu stemder Hand greifen, um mehr zu schreiben. v. Bismarck.

* . *

BriefeBiSmarckS au seinenSohnHerbert. Frankfurt, 29. Juli 1858.

Mein lieber Sohn!

Zum ersten Male im Lebe» schreibe ich Dir einen Brief und leider aus keiner fröhlichen Ursache. Mit Bedauern lese ich in Mamas Briefen, daß Du wieder Schmerzen hast und still liegen mußt, wenn die anderen im Garten umherlaufen. Mama schreibt mir aber auch, daß Du gedulvig und freundlich bist, und ohne Unart trägst, was Dir Gott schickt, und was Menscheu mit aller ihrer Liebe für Dich nicht ändern können. Darüber habe ich mich sehr gefreut, und wenn Du Gott recht bittest, daß Er Dir hilft, Dich immer vorsichtig und ruhig halten willst, dann wttd er wohl bald bester werde».

.....Im Garten ist viel Kraut gewachst», und die Enten wandern darin umher. Die Bäume sitzen so voll Obst, daß ich gar nicht weiß, was wir mit den Pflaumen und Birne» mache» werden, obgleich der Sturmwind am Sonnabend viele abgeschüttelt hat. Auf der Schwimmanstalt ist er so stark ge­wesen, daß er die hinterste Zeltteihe abgebrochen und die vordere, wo Ihr Euch ausgeklcidet habt, fast anSeinaudergeriffe» hat.

Leb' wohl, mein lieber Sohn, Gott behüte Dich; grüße Marie und Bill von mir und werde recht bald gesuud. Dein treuer Vater

v. Bismarck.

Kgl. Prenß. Gesandtschaft in Frankreich.

Paris, 28. Juni 1862. Mein lieber Herbert!

Ich habe mich sehr gefreut, al» ich neulich beim Erwachen Deioeu und Bills Brief fand, und hoffe, Ihr werdet es nicht beim einen Mal bewenden lassen. Ich höre sehr gern vou alle» Euren täglichen Er­lebnissen uud besonders auch von Euren Studien; wie weit Ihr damit seid, was Euch dabei gefällt und was sauer wird. Vorgestern kam ein Brief von Rama mit dem von Großmutter zugleich a». Ich war eben im Begriff, »ach Foatainebleau zum Kaiser zu fahre», hatte dazu stüh aufstehen müssen und las die Briefe im Wagen, nebst einem von Tante Mal- Wine aus Landeck, während ich au der Seine entlang und über den Bastilleplatz, wo jetzt eine große Frei- hiitssäule steht, den langen Weg nach dem Bahnhof fuhr. In Fontainebleau ist ein sehr großes Schloß, a» dem viele Könige vou Fraukreich gebaut haben, b«» Ludwig dem Heiligen au. Da Kaisa führte

mich darin umher und zeigte ( mir unter anderem das Panzerhemd, welches Monaldeschi unter den Kleidern getragen hatte, als die Königin Christine ihn unt bringen ließ. Es waren nach 200 Jahren noch die Blutflecken daran zu sehen, und die Löcher, die sie mit dem Degen im Rücken zwischen den Panzerketten durchgcbohrt hatten, um ihm ans Leben zu komme». Dann gingen wir in den schönen Garten, an den ein meilenlanger Wald mit viele» Hirschen stößt. Beim Frühstück saß ich bei der Kaiserin, die sehr schön und liebenswürdig ist. Uebermorgen fahre ich auf einige Tage nach England hinüber; ich wollte schon heute, bekam aber noch Geschäfte. Man reist um 9 Uhr Morgens hier ab und ist Nachmittags 6 Uhr zum Esse» in London, über Boulogne; am Donnerstag hoffe ich mit Gottes Hilfe wieder hier zu sein. Morgen schicke ich einen Kurier nach Berlin, für den ich soviel geschrieben habe, daß meine Finger ganz steif sind; jetzt ist es 12, nun gehe ich zu Bett. Die Einlage gieb Mama. Nun gute Nacht, Gott beschütze Euch ferner, wie bisher. Grüße alle herzlich von mir, auch Bill, dem ich nächstens antworten werde. Eßt und trinkt mit Maß und arbeitet täglich etwas, wenn der Lehrer fort ist, vergeßt auch das Französische nicht!

Dein treuer Vater v. B.

* * *

Reim», 7. September 1870.

Mein geliebter Junge l

Heut bei Tisch sagte mir der König, daß Du zum Offizier ernannt seist, Bill zum Fähnrich; Du hast von den Ernannten einen vor Dir, ich glaube Behr war der Name, dann Du, dann Dohna und noch eine Anzahl. Ich freue mich, daß Du es im Felde geworden bist und nach einer so glänzenden Waffenthat des Regiments, wie die vom 16. Gott gebe Dir lange Jahre daran zurück z« denke», mit Dank für die Gnade, die Euch beide in diesem Blut­bade bewahrt hat. Die anderen Minister find mit ihren Söhnen unglücklicher gewesen; von Jtzenplitz weißt Du, Roons gute, lange Bombe wurde am 1. in seiner Batterie durch den Unterleib geschaffen, Gewehrkugel, starb am 3. Abends. Mein armer, alter Roo» ist recht krank vor Kummer und liegt im Bette; er sagte mir, daß auch Leonhard einen Sohn verloren habe. Wenige Familien bei uns werden ohne Trauer sein. In Paris ist Republik; ob fie sich hält, wie ste sich entwickelt, müssen wir abwarten. Mein Wunsch wäre, daß wir die Leute dort etwas in ihrer Sauce schmoren laffen und uns in den eroberten Departements häuslich einrichten, ehe wir weiter Vorgehen. Thu» wir es zu früh, so verhindern wir damit, daß sie sich unter einander entzweien. Lange kann ihr innerer Frieden mit dieser ziemlich sozialistischen Gesellschaft an der Spitze nicht dauern. Vor Allem möchte ich, daß unsere Ersatzmannschaften bald eingingen. Die Regimenter haben den bei Wörth erlittene» Verlust noch nickt einmal ersetzt erhalten, und zu Hause steht doch alle» bereit. ES ist viel Zopf in diese» Dinge» und Schreiberei. Bazaine macht aus Metz wieder­holt Ausfälle, heute wieder; über den Verlauf vo» heute erwarten wir noch Nachricht, da der Draht bei Clermont wieder zerschnitten. Bald wird er doch wohl kapituliren müssen wie Sedan. Am 1. und 2. haben wir etwa 90 000 Gefangene gemacht, 60 Ge­nerale uud etwa 6000 Offiziere oder Leute im Offiziersrang. Sttaßdurg hat auf freien Abzug schon kapitulirm wollen, wir möchten ihnen aber die 16 000 oder 18 000 Mann nicht lassen, die darin find. Gott behüte Dich, mein alter Junge, und gebe Dir bald Dein Bein wieder. Herzliche Grüße.

Dein treuer Vater v. ».

FerriSreS* 23. September 1870.

Heute vor acht Jahren wurde ich, dünkt mich, Minister.

Mei» geliebter Junge!

Ich erhalte heute zwei Briefe vo» Deiner Mutter vom 15. und 16., aus denen ich mit Kummer ent­nehme, daß eS noch immer nicht gut mit Deiner Wunde geht. Du hast an Körperleiden ein schweres Jahr, aber dennoch preise ich dankbar Gottes Schutz, daß er Dich, so wie eS ist, den Ritt deS Regiments vom 16. August hat überleben laffen; denn es ist nicht Vielen gegeben, zu erzählen, daß fie dabei ge­wesen sind. Steif wird Dein Bein mit GotteS Hilfe

deßhalb werden wir aber doch, so. Gott will, noch manchen Ritt zusammen durch den Varziner Wald machen. Hier gicbt eS nichts mehr zu reiten, läßt Dir der Kronprinz sagen, der bei mir war, als ich die Briefe erhielt, und dem ich die mütterlichen Klagen vorlas. Was hier noch zu thun ist, wenn Überhaupt etwas anderes als Aushungeru, wttd von Infanterie und Artillerie besorgt. Daß ich Bill bei Meaux im Kantonnement besuchte und wohl fand, werdet Ihr inzwischen wissen. Die Briefe an ihn habe ich erhalten und befördert; auch den von Malle erhalten. Die Kränkung über Wilhelmshöhe begreife ich; die Küche, Stall und Livreen sind gegen de» Willen des Königs von Berlin geschickt worden, und Napoleon hat darauf seine eigene schnell entlassen und verkauft, um zu sparen. Im übrigen ist uns ein gut behandelter Napoleon nützlich, und darauf allein kommt es mir an. Die Rache ist GotteS. Die Franzosen müssen ungewiß bleiben, ob fie ihn wieder­bekommen, das fördert ihre Zwistigkeiten. Sie haben sich vorgestern Nacht schon mit Geschütz in den Straßen von Parts geschlagen. Wir haben nicht die Aufgabe, sie gegen uns zu einigen. Sage Mama, daß ich mit dem Vorschuß an den Mesendorfer Schulzen sehr einverstanden wäre und ihn nicht zu mahnen bäte. Ich habe hier mit den Franzosen (Favre von Ring und Hall, sehr kleinlaut, begleitet) schon dreimal stundenlang verhandelt, ste bekamen aber über daS Elsaß noch immer so schweres Bauch­grimmen, daß wir abbreche» mußten. Fünftausend Millionen Franken glauben ste zahl » zu können und schienen bereit dazu, wenn wir ihnen Straßburg ließen. Aber ich sagte ihnen, von dem Gelbe wollten wir erst später reden, vorher die deutsche Grenze feststellen und dicht machen. Denn so bald fie zu Kräften kämen, griffen fie uns doch wieder au, sagte ich, was sie unter ganz pomphaften FriedeuSschwüreu be­stritten. Alles schon dagewesen. Was aber noch nicht dagewcsen, ist die schnelle und volle Heilung, die ich Dir, mein Herzensjunge, wünsche und von Gott erbitte, mit tausend Grüßen an Mama und Marie. Dein treuer Vater

v. ».

• * *

Versailles, 12. November 1870. Mein geliebter Junge!

Ich danke Dir für Deinen Brief und verstehe und theile Deinen Verdruß über die Versetzung zur Depot-Schwadron; ich hätte mich gefreut, wenn Du gekommen wärest, aber ich bi» ein zu abergläubischer Vater, um etwas dafür zu thun, uud nehme die Dinge, wie Gott ste fügt. Dienstlich bist Du jetzt! dort nützlicher, als hier. Das Regiment liegt jetzt noch immer in Tremblay und Umgegend, exerziert und reitet Ersatz, selten kommt die Abwechslung eines Gefangenen-Transports. Bill war mit Philipp vor drei Tagen hier, 7 Meilen schlechter Weg hin und her, beide dick und gelangweilt, besahen Sckloß uud Garten und schliche» zwischen Straße und Frühstück umher. Du versäumst nicht viel hier, selbst die Franzosen schießen ihre 33 Thalerkugeln nicht mehr ins Blaue und unsere haben noch immer keine Munition. Welche Eivflüffe deren Ankunft etwa hindern, darüber habe ich meine Gedanken, schreibe fie aber nicht nieder. Meine Tintenklexer aber manövriren Tag und Nacht und inttiguiren nach Frankfurter Art. Wenn nicht ei» deutsches Unwetter dazwischen fährt, so wttd mit diesen Diplomaten und Bureaukraten der alten Schule nichts zustande kommen, wenigstens in diesem Jahre nicht. Wir verlieren nichts beim Warten. Von Deiner Mutter habe ich heut zwei liebe Briese gleichzeitig erhalten und danke ihr h-rzlich für Psalmen und Liebe. Ich schicke ihr einliegend einige Blätter von einem Bouquet, welches mir gestern ein 47 er Unterofficier, von feinen Schlesiern im Feuer der Franzosen für mich gepflückt dienstlich mit strammer Meinung von den Vorposten brachte. Heut um 10 Uhr weckten mich die 82er etwas früh, aber doch angenehm mit Ständchen, Naffauer und Heffeu. Der Soldat hat viel für mich Lang, die Fürste» wohl feine Rosen oder Dorne», aber leider viel Zeit, die mir meine kostet. Grüße Mama und Marie herzlich. Dein freuet Vater

v. B.

» * *

Mit ThierS waren die Verhandlungen recht an­regend, er ist ziemlich der liebenswürdigste Gallier, den ich kennen gelernt habe, aber auf Waffcnst llstand

nicht werde», aber die Bewegung wird längere Zeit wie eingerostet sein, sagen die Aerzte; die Zerreißung

habe ich schon vor dem eisten Worte nie einen Augen­blick gerechnet; er wohl, aber seine Wünsche täuschten

der Muskeln ist zu groß, die Neubildung und die ihn über seine Landsleute in Paris, die ihn fast Einlernuug der neuen Faser für die Bewegung geht gesteinigt hätten. Wir haben Zeit, bis fie ihre langsam; Roon» Wunde ist eine leichtere gewesen;!Hunde und die schöne» langhaarigen Katzen gegeflen

haben werden, zu schießen werden to:r vielleicht nicht brauchen, nachdem eS bisher nicht geschehen . . .

Versailles, 26. Deccmber 1870. Mein lieber Herbert

Herzliche Wün'che zu Deinem Geburtstage kann ich leider nur dem Papier antiertrauen uh» in der Ferne Gott danken, daß et Dich in diesem Jahre in allen Gefahren gnädig beschützt und uns erhalten hat. ES wäre ein schwerer Trauertag für uns alle an Stelle Deines Geburtstages getreten, wenn so manches nur um ein Haarbreit anders kam, in Bonn, auf dem Schlachtfeld und in Nauheim, danke Gott mit mir für Seine Gnade und für die Freude, mit der ich Deiner gedenke. Ich habe Mama geschrieben, daß ich Dir cig Gewehr schenken wollte, suche es selbst aus, mit Eiulagerohren als Büchsflinte, Kasten, Wappen und der Jahreszahl 1870 unter letzterem auf der Platte .... Hier werden wir, wie ich hoffe, Deinen Geburtstag mit den erste» Leistungen der Artillerie feiern. GotteS Wille ist eS nicht ge­wesen, daß eS »ach meinem ging.... Gott segne Dich 1

Dein treuer Vater v. ».

* * *

Varzin, 29. Oktober 1890. Lieber Herbert!

Deine» Brief vom 24. er. erhielt ich mit Dank. Der Küchenschornstei» ist ein alteS Wahrzeichen von Schönhausen und trägt »och im Stein die Jahres­zahl nach der llebergabe, 1563, und unsre Väter haben seit 200 Jahre» darin gekocht. Ist er Dir aber im Wege, so nimm ihn fort, nur weiß ich nicht, wo dann der Küchenrauch seine» Weg nach oben finden soll. Die Absicht der alten Bans war, den Küchengeruch auSzuschließe»; bisher ge­lang es.

DaS Niederlege» der oberen Brauerei Baus ist ein alter Traum von mir; bevor eS geschieht, wirst Du wohl de» Inspektor hören, ob er die großen Kornböden miffen kann, die, jetzt dort find. Die Balkenlage im Saal ist ärgrlich; eiserne Unterzüge find doch vielleicht anzubiingen. ... Der Architekt sagt nicht, ob daS Treppenhaus bis an das alte Brauhaus reiche» und dort vielleicht die Küche ein­gerichtet werden soll. Wegen der Frage nach trockenem Holze wende Dich nach Friedriche ruh, ich glaube aber nicht, daß Kiefern dort vorräthig fein werden; Buchen und Eiche» in Planken find da.

Die Pfeife an Rosebery werde ich schicken. In etwa 10 Tagen hoffe ich »ach FriedrichSiuh über­zustedel». UuS geht eS leidlich; kall und regnerisch; Tiras von einer Bache lahm geschlagen. Sehnen­klapp Hinte». Dei» treuer Vater

v. ».

Count Herbert Bismarck Wyngard Park Engi, and Stockton on Tees.

* * *

A» Landrichter Stroßenrenter. Berlin, 10. Dezember 1874.

Geehrter Herr!

Bei unserer letzte» Begegnung auf dem Bahn­hofe von Schweinfurt, hatte» Sie die Güte, mir mitzutheile», daß Kullman» auch Ihne» gegenüber als eins feiner Motive die Thatfache bezeichnet habe, daß „feine" Fraktion, die des Centrums, von mir beleidigt worden sei. Diese berettS am Tage der That vo» ihm gebrauchte Wendung ist in dieser Form, mtt diesen Worten, in de» Schwurgerichts­verhandlungen nicht reproduzirt worden und wird aus diesem Grunde von feiten der Centrums- Fraktion bestritten, daß fie Überhaupt von Kullmann gethan worden fei. Ich würde daher Eurer Hoch­wohlgeboren sehr dankbar sei» für eine Aeußerung darüber, ob eS thuulich ist, daß Sie mir direkt eine Bestätigung des oben Gesagten geben, oder ob ich, nm eine solche aktenmäßig zu erhalten, einen be­sonderen Antrag in irgend einer amtlichen Form stellen muß. ES ist gewiß kein kluger Schackzug, daß die Partei, in deren Interesse Kullmann zu handeln meinte, die in unserer raschlebigen Zeit fast schon vergkffene Sache wieder in den Vordergrund gezogen hat; aber wie ich höre, will das Centrum noch eine Reichstagsverhandlung über Kullmann herbei­führen. Die Folgen meiner Verwundung mache» sich »och immer etwas fühlbar, wenn ich bei eigen­händigem Schreiben auf die dritte Seite gelange, auch sonst bei Anstrengung der rechte» Hand und bei nervöser Erregung.

Mit vorzüglicher Hochachtung bin ich Ew. Hochwohlgeboren ergebender

v. Bismarck.