— Seueralleutuant ,. D. Emilv. TreSckow, geboren am 21. Mai 1811 zu Potsdam, feiert heute fein 7OjährigeS Militärdienst- Jubiläum, da er am 15. März 1829 im 18. Lebensjahre zum Sekondeleutnaut im damaligen 7. Kürassier-Regiment befördert wurde.
— Der Provinzial - Landtag in Posen hat die Vorlage des Provinzial > Ausschusses, betreffend den Bau eines Proviuzialmuseura» und der Kaiser Wilhelm-Bibliothek nebst Ver- trägen und Satzungen einstimmig angenommen.
— Der konservative Abg. Franz Wernicke, Gutsbesitzer in Ober - Sennin bei DüriugShof, ist in der letzten Nacht gestorben. Er war am 1. April 1850 geboten und gehörte dem Abgeordnetenhause als Vertreter des Wahlkreises Laudsberg-Soldiu erst seit dem vorigen Herbst an.
— AuS Loudou geht den ,8. N. N." folgendes Telegramm zu: Ueber einen Unfall, der dem Prinzen Heinrich in Shaugai zugestoßeu fein soll, lassen sich die Londoner „Central News" von rorl telcgraphiren: „Der Prinz wohnte dem Stap.llaus eines Handelsschiffes bei. Dabei löste sich aus d.m Schutzdach, unter welchem der Prinz stand, ein s ch w e r e s H o l z st ü ck und fiel ihm auf den Kopf, so daß eine stark blutende Wunde entstand. Die Schädeldecke blieb jedoch unverletzt".
Friedrichsruh, 15. März. - Se. Majestät der Kaiser trifft voraussichtlich kurz nach ll1/ Uhr in Friedrichsruh ein und begiebt sich in das Schloß. Unmittelbar darauf beginnt die Ueberführung der Särge des Fürsten und der Fürstin Bismarck, die fett gestern Abend im großen Salon des Schlosse» stehen, nach dem Mausoleum. Mitglieder deS Anscharvereins in großer Galauniform tragen die Särge; zuerst den der Fürstin, dann den des Fürsten. Hinter diesem wird Se. Majestät, der Kaiser mit dem Gefolge einherschreiten. Nachdem die Särge, mit dem Fußende nach dem Altar, auf zwei Katafalke gestellt find, findet eine Gedächtniß- feier und Einsegnung statt. Nach Beendigung dieser Feier erfolgt sofort die Abreise Sr. Majestät des Kaisers. Beide Särge werden dann durch Mitglieder des Anscharvereins in die Sarkophage gelegt. Mit dem Kaiser treffen gleichzeitig Graf Waldersee und der Kommandeur des IX. Armeecorps, General v. Massow ein. Eine Kompagnie des 76. Infanterie-Regiments (Hamburger), ebenso eine Abordnung Halberstädter Kürassiere mit mehreren Officieren, und der Lauenburger Kriegervereiu erweisen die militärischen Ehren.
parlamentarisches.
Preußisches Abgeordnetenhaus.
Berlin, 15. Mär». (43. Sitzung.) Das Abgeordnetenhaus führte heute nach unveränderter Annahme de» Gesetzentwurfes wegen Erweiterung des Stadtbezirkes Cassel zunächst bie Generaldebatte über die Elemintarschulverwaltung zu Ende. Bon den Rednern, welche dabei zu Worte kamen, vertheidigten einige die Schulverwaltung mit großem Erfolg gegen die an ihr geübten Kritiken, empfahlen aber auch für die ländlichen Schulen eine ausgedehntere Berücksichtigung der landwiithschaftlichen Verhältnisse, sowie eine größere Anpaffung des Lehrplanes und Lehrstoffes an die Bedürf- nifle der einzelnen Landestheile Die Centrumrredner fuhren in der Tonart fort, welche von ihren Parteigenossen an den vorhergegangenen SitzungStagen angeschlagen war, die polnisch-oberschlestschen Redner führten wieder dar obligate polnische B-schwerde-Jntermezzo herbei.
AuS der Erwiderung des Kultusministers ist die Entschiedenheit hervorzuheben, mit welcher er sich gegen die Zumuthung kehrte, den Lehrern das Ertheilen ron Privatunterricht in der polnischen Sprache zu gestatten, weit er nicht zugeben könne, daß die großpolnische Hetzpropaganda hier einsetze, um die Lehrer, und durch diese wieder die Schuljugend in das Einflußbereich ihrer staatsfeindlichen Bestrebungen hineinzuziehen. Der.Minister erklärte noch, er habe nichts dagegen, wenn die polnische Sprache im privaten Gebrauche stehe, allein der preußische Staat dürfe eine Propagiruug derselben durch seine Schulen nicht begünstigen, einmal weil das Polnische nicht die Landessprache sei und zweitens weil eS zu staatsfeindlichen Agitationen gemißbraucht werde. Das Sprachengesetz müffe unverändert aufrecht erhalten werden.
Die Beschwerde eines pommerschen Abgeordneten, daß in manchen pommerschen Schulen Nachmittags-Unterrichtsstunden ausgefallen feien, um die Schulräume für Versammlungen des Bundes der Laudwirthe frei zu machen, wurde vom Minister als begründet anerkannt. Weiter betonte der Minister, mit den für Schulbauzwecke ausgeworfeneu staatlichen Mitteln seien bereits sehr viele der empfindlichsten Schäden beseitigt und er hoffe, in dieser Hinficht noch Mehreres leisten zu können, dawst dem Mangel an ausreichenden Schullokalen abgeholfen werde.
Schließlich wurde die Sitzung bis heute Abend vertagt.
Ms Marburg und Umgegend.
Marburg, 16. März. Herr Geh. Med.-Rath Professor Dr. Ernst Küster Hierselbst wurde aus Lebenszeit als Vertreter der hiesigen Universität in's Herrenhaus berufen und ist seine vom Senate erfolgte Wahl hiermit bestätigt.
O KreiStagöfitzung. Am Sonnabend, den 8. April, Vormittags 10 Uhr, findet im Landraths, amtgebäude Hierselbst eine Sitzung des Kreistags für de» Kreis Marburg statt.
* Personalien. Uebertrageu mürbe dem Pfarrer Schütte zu Münchhausen, Kreis Marbmg, die OrtSschulinspektio» über die Schulen zu Münchhausen und Simtshausen. Ernannt wurde der Pfarrer extr. Eisenberg zu Wehren zum Gehülfen des Pfarrers Heisen zu Niedermöllrich.
4 Hessischer Geschicht-verein. In der morgen (Freitag) Abend im Museum stattfindeudeu Sitzung spricht Herr Dr. Hermann Diera ei über „Hessische Bolksraaler des 16. und 17. Jahrhunderts".
+ Städtische Badeanstalt. Für die städttsche Badeanstalt wttd demnächst die Stelle eines Schwimm- und Bademeisters ausgeschrieben.
X Ausgestellte Bilder. Von Zett zu Zeit lasse» unsere heimische» Künstler und Künstlerinnen daS Publikum mal einen Blick thu» in ihre Tätigkeit und auf ihre Leistungen. So hat Fräulein Johanna Kuuisch einige — leider anr wenig kunstgewerbliche Arbeite» im Fenster der Firma Phil. Brauer in der Barfüßerstraße ausgestellt. Modern sind diese ureigene» Entwürfe, aber was man sonst mit diesem Begriffe nicht zu verbinde» pflegt: auch schön und ansprechend für den Laien! Die Künstlerin zeigt gerade auf dem Gebiete deS „StilistrenS" nach gegebenen Motiven z. B. Blumen, eine ganz hervorragende Begabung, wäche durch eia wohldurchdachtes und abgewogenes Maß der Farben gebung gehoben wird. So find gerade durch die weise Beschränkung in den Farben die beiden Lederkissen mit chren gebrannten Mustern sehr wirkungsvoll. Das lilla Sammelkisseu zeigt ein geradezu klassisches Muster in sorgsamer Brandmalerei, und der Buchdeckel, der symbolisch köstliche Früchte an knorrigem Apfelstämmchen aufweist, wird wohl für de» zukünftigen Inhalt des Buches eine Empfehlung bilden, welcher voll und ganz würdig zu sein für den Besitzer einige Schwierigkeiten bringen dürfte.
4- Pferdemarkt. In Folge des gegenwärtig herrschenden prächtigen Wetters erfreute sich der heute auf dem Kämpfrasen hierselbst abgehaltene FrühjahrS- Pfeidemarkt eines äußerst lebhaften Besuchs. Nicht nur auS der näheren Umgebung, sondern auch aus entfernteren Orten waren die Pferdeliebhaber und Züchter, sowie Händler erschienen. Vorgeführt wurden 234 Pferde, unter denen sich zum Theil prachtvolle Thiere besonders belgischer Rasse befanden, sodaß man sage» raufe, dafe die Pferdezucht auch in unserer Gegend einen immer größeren Aufschwung nimmt. Der Handel ging recht flott und wurden zahlreiche Käufe abgeschlossen. Die Schmiedemeister Klein auS Weidenhausen hierselbst und Seibert ans Kirchhain hatten die Gelegenheit benutzt, Erzeugnisse ihrer Thätigkeit wie Wagen und Chaisen auszustellen.
+ Eingestellter Omnidus-Verkehr. Wie man hört, Hai Herr Fuhrunternehmer H-ppe hierselbst die Omnibusfahrten einstellen lassen, weil er nicht auf eine Kosten kommt. Er ist defehalb mit einem Er- üchen an die Stadt herangetreten, ihm entweder eine Beihülfe zu den Betriebskosten der Omnibusfahrten zu gewähren oder ein Geleise in den in Frage kommenden Straßen zu legen, da man wohl auch das schlechte Pflaster als Grund der minimalen Benutzung der Fahrgelegenheit betrachten könne.
+ Besitzwechsel. Eines der Funke'schen Häuser n der Frankfurterstraße ging durch Kauf in den Besitz des Restaurateurs Gnndlach über.
* Nachbargemeinden und Schlachthäuser. Die dem Reichstage vorliegende Gewerbeordnungsnovelle enthält auch, was bisher nicht hervorgehoben st, eine Neuerung, welche die Gemeinden, und zwar betreffs der Schlachthäuser angeht. Nach der bisherigen Fassung der betreffenben Bestimmung in der Gewerbeordnung darf das der Landesgesttzgebung vorbehaltene Verbot der ferneren Benutzung besehender und der Anlage neuer Pr ivat- chlächtereien nur für solche Orte erlassen werden, in welchen öffentliche Schlachthäuser in genügendem Umfange vorhanden sind ober errichtet werden. Einzelne Gemeinden haben nun ihren Angehörigen die ausschließliche Benutzung des in einer Nachbargemeinde vorhandenen, in Folge Vereinbarung ihnen zur Mitbenutzung überlassinen öffentlichen Schlachthauses auferlegt. Die gesetzliche Zulässigkeit einer solchen Auflage ist von Gerichten höchster Instanz verschieden beurteilt worden. Nach dem jetzigen Wortlaute der betteffenden Gewerbe- ordnungsbestimraung erscheinen die Bedenken gegen die Zulässigkeit berechtigt. Da aber andererseits anerkannt werden muß, daß die thaisächlichen Verhältnisse es erwünscht erscheinen taffen können, die Benutzung von P r i v a i s ch l ä ch te r e i e» auch in solchen Orten zu untersagen, für welche zwar nicht im Orte selbst, wohl aber in unmittelbarer Nachbarschaft ausreichende Gelegenheit zur Benutzung eines öffentlichen Schlachthauses sich bietet, so schlägt die Novelle eine Fassung der Bestimmung vor, durch welche diese Möglichkeit zweifelsfrei gewährt wird.
4 Schöffeugericht. Bekanntlich ist den Dienstmännern verboten, sich während des Einlaufes der Züge im Bahnhof aufzuhalten. Als nun am 24. Februar ein Dienftman» das Verbot übertrat, wurde ihm ein Strafmandat zugeschickt, gegen welches er gerichtliche» Schiedsspruch beantragte. Er gab heute an, daß er nur die Fahrpläne studirt hätte, da er eine Reise haben mache» wollen. Durch Zeugen wurde jedoch bekundet, dafe die Sache nicht so war und so lautete denn auch das Unheil auf 1 Mark Geldstrafe und Tragung der Kosten. — Ein wegen Beleidigung mehrerer Soldaten angeklagter hiesiger Handwerker, der dieselben beschuldigt hatte, sie feien ihm stets über das Geländer gestiegen, um Brennmaterial für ein Nachtlokal zu holen, wurde nur in die Koste» des Verfahrens verurtheitt, da der Siraf- antrag zurückgezogen worden war.
* Witterung. Diese Nacht waren 0 Grad C. Heute Mittag hatte die Lust eine Temperatur von 14,25 Grad C. Wärme. Barometerstand 757 mm, gegen gestern um 1 mm gefalle». Windrichtung: 0.
Sonneu-Aufgaug 6,12 Mond-Ausgang 7,18
Sonven-Untergang 6,04 Mond-Untergang 12,33
* Angeblicher Schwindel. In der Fritzlarer, wie in der Waldeck'schen Zeitung lesen wir heute eine gleichlautende Correspondenz aus Marburg, wonach ein stud. Shrant hierselbst verhaftet sei, weil er versucht habe, den Onkel seines Freundes um 1000 Mk. zu beschwindeln. Wir mache» daraus aufmerksam, dafe da» Studenten-Verzeichuife hiesiger
ÜniverfitÄ für da« soebe» beendete Wintersemester eine» stud. Syrant gar nicht aufweist.
Heffen-Naffau und NachdsrgeLiele.
-m. Fritzlar, 15. März. Vergangene Nacht find aus dem in der Nähe de» Bahnhofes befindlichen Gerätheschuppen die dem Komrauualverband gehörende« Handkarren und die StrafeenreinigungSmaschine heraus- geholt und in die Edder geworfen worden. Heute haben die Strofeenarbeiter die Geräthschaste» au» der Edder herausgeschafft.
Fritzlar, 15. März. Zu Niederurff verschied gestern Herr Major a. D. von Urss, Ehrenritter des Johanniterorden, Ritter hoher Orden, im Alter von 70 Jahren. Der Verewigte gehörte viele Jahre dem Kreistage und Kreisausschusse als Mitglied an und war lange Zeit erster Kreisdepntirter. Der Kreisausschufe und Kreistag widmet dem Verstorbenen einen ehrende« Nachruf.
Frankfurt 16. März. In manchen Straßen Frankfuns steht eS jetzt ans, al« kämen zur Mobilmachung in ununterbrochener Reihe die legistrirten Ersatzpferde heran, denn von Mittag bis zum Abend widerhallt es von dem Geklapper der Hufe. Hier kommt ein Zug von etwa sechzig edlen Thiercu, da- i unter zwei prächtige Apfelschimmel: die sind für die Gefolgschaft Prinz Engens, des edlen Ritters, auf d e m Reiterfest im Hippodrom am 17., 18. und 19. März noch bestimmt. Do:t geht eine Abtheilung von ebenso viele» schlanken Rennern: die sollen die Rothröcke bei der Parforcejagd über die Hürde» und Mauern und Gräben tragen. Da ist auch schon der Pique«-, um den im bunten Gewimmel die Hunde sich drängen. Zweierlei Tuch aller Farben bevölkert die Umgebung deS Hippodroms. Offiziere unserer besten Regimenter, bie beim Feste actio mitwirken, dann die Lästerallee der die Proben tritifrrenben Kameraden, schließlich die große Schaar der Pfleger der paar hundert Pferde. Ein buntes Bild. Schon bauen sich förmliche Wagenburgen am Nachmittag um das Hippodrom auf, denn die Proben säranttlicher Nummern sind in vollem Gange, so daß sammtliche Theilnehmer zur Stelle eilen müssen. Auch die Requisiten sind schon da. Bst dem gestrigen Retten erschienen die Pferde der Hunnenquadrille schon zum Theil mit den flatternden Thierfellen als Schabracke auf dem Rücken, mit buntem Gefrans am primitiven Zaumzeug,, die Reiter mit dem Wurfspeer in der Hand. Stürmischen Beifall des kleinen, aber sachv:rständigen Probenpublikums erregten gestern namentlich die Evolutionen der Reitergeschwader Prinz Eugens mit den erbeuteten Fahnen des Prophet,n; dann auch der schneidige Aufmarsch der reitenden Batterie aus Napoleonischer Zeit. Wenn die Geschütze in donnerndem Galopp in die weite Arena rasseln, giebt es ein prächtiges Schauspiel Von märchenhafter Pracht verspricht das letzte Bild zu werden: die Prunkfahrt in flüchtigen Schlitten aus der Zeit Katharinens II. Die acht Gefährte zu diesem Corso sind ein Meisterwerk, das über die Flitterkunst circensischer Ausstattungskomödien weit hinausragt. Jeder Schlitten zeigt in seiner Dekoration einen anderen Farbenton und ist je nach der Stimmung desselben mit Gold oder Silber reich verziert. Die Verzierungen an den Schlitten sind sämratlich mit der Hand gearbeitet. Vorn an den Schlitten sind Engel, Amoretten und andere Figuren angebracht, die Blumengewinde, Kränze und andere Embleme tragen. Die Schlitten laufen auf drei großen Rollen, von denen die vordere um ihre Achse drehbar ist, so daß sie sich nach allen Richtungen lenken lassen. Die Pferdegeschirre zu diesen Schlitten sind in denselben Farben gehalten, wie die dazu gehörigen Schlitten und aus Sammet mit Silber bezw. Gold hergestellt. Alles in allem verspricht das Reiterfest, soweit sich nach den Proben nttheile» läßt, eines der glänzendste» und vornehmsten Schauspiele zu werden, die in Deutschland je gesehen sind.
~ Gießen, 16. März. Der Verein zur Züchtung reiner Hunderassen zu Gießen veranstaltet am 23. April auf seinem Schliefplatze („Schöne Aussicht") sein diesjähriges FrühjahrS- S ch l i e f e n für Dachshunde und Foxterriers. Das Richteramt haben übernommen die Herrn C. Sauer in Coblenz, Vorsitzender de» deutschen Foxterriers- Klubs; Rechtsanwalt Selzer. in Offenbach, Vorsitzender des Dachshund-Schliefklubs tu Fraukfurt a. M.; Förster Kuhl in Katzenfurt, und Förster Rozgendorf in Oberbiel, Vorstandsmitglied des Vereins in Gießen. Es sind vorgesehene Jugend-, offene und Siegerschliefen für Dachshunde, sowie für Foxterriers, im ganzen 6 Schliefe», welche mit je 6 Geldpreisen, nebst zahlreichen Ehren- und Spezialpreisen, dottert find, und dadurch eine starke Betheiligung erziehlen dürsten. Das ausführliche Programm ist erschienen und wird Interessenten vom Schriffführer des Vereins stanko Übersandt.
Wetzlar, 16. März. Der „Staats-Anz." veröffentlicht folgende» Erlaß des Königs: „Auf den Bericht vom 22. Februar d. I. will Ich genehmigen, dafederZinfufederAnleihevon 344 200 Mk, zu deren Aufnahme die Stadt Wetzlar im Regiernngsbezttk Coblenz durch das Privilegium vom 12. Juni 1882 ermächtigt worden ist, von 4 auf 3 V2 Prozent herabgesetzt werde, mit der Maßgabe, daß die in dem Privilegium festgesetzte Tilgungsfrist ivnegehalten werde, sowie dafe die noch nicht getilgten Anleihescheine de» Inhabern rechtzeitig für de» Fall zu kündigen find, dafe die Anleihscheine dem Bürgermeisteramt zu Wetzlar nicht bis zu einem von diesem festzusetzenden Termin zur Abstempelung auf 37, Prozent eiugereicht werden."
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Bodenverhältnissen, hat ein schönes glattes 8tott, was sich zufolge durch Wind und Regen leicht «j, hält. Reinlich urd anspruchelos ist auch der Bockz, dorn, oder Teufelszwirn genannt, Lycium europaeim, er hat Dorren, blüht recht niedlich, Fliegen yi Mücken meiden den Strauch sehr, aber der Hinkeutz kommt nach, so auch hier; er macht sehr viele Wurzä, ausläufer, verunreinigt somit daS Land und es zich auch int Frühjahr zuweilen in der Hecke trockn» Froststellen, die sich mit Nachpflanzen schlecht <a& bessern lassen und daher im Sommer fehlerhaft ayi- eben. Die allermeiste Verwendung zu Hecken finde einer Bewährtheit (Dornen) wegen der Weißdm Cratacyus oxiacanta, ihm auch von verschieben« Punften unstreitig der erste Raum gebührt; aber da nahen Verwandtschaft halber mit den Obstbau«« bürgt doch manches Bedenkliche in sich, wenizstett
der Baumwrißling, einen dem Kohl- ähnlicher Schmetterling, einige 8aum> und dann noch besonders die Schild-
.... . .. .. g« 0«'»•»« auuea löäckeki Zweifel geratben, welches wohl das Geeigneteste ■» $eb ei Daher ist es wohl rathsam, jetzt in der Passes «ittagr
Einiges über bie Wahl von Gehst», 4 ßnn 4H« MmV »tAM »1^ shr m
ist mit Vorsicht und Ueberlegtmg dazu zu rath«,,.
weil eine Weißdornhecke unmöglich ungezieferfrei st ”n ’
läuft. Die Rainweide, Lyustrum ovalifolium, inst
' j. vulgare sind besonders für niedrige, unter » _ _ Meter hohe Zierhecken zu empfehlen, erstere behüt • V das sehr schöne glänzende Laub den Winter übt:. r letztere ist nur im Sommer grün. Die Stechpalme, Slex Aquifoliuni, ist ebenfalls als immergrün Zierhecke zu empfehlen. Der Paterstrauch oder ich Schneebeere genannt, Symphoricarpo raccmosus, Symphoricarpos vulgaris etc., sind desgleichen st niedrigeren Zierhecken unter angebrachten Umständ» sehr wohl zu vet wenden. Es wäre von dies« Thema noch Manches anzuführen, jedoch für diesst Mal mag es genügen.
Pflanzzeit über die gebräuchlichsten Gehölze die hjx^ zur Verwendung komme«, besonders unsere gev>^ j» den liche Fichte, Pinus abics L., zu empfehlen, die fa, viele gute Eigenschaften als Heckenpflanze besitzt.
Fichte nimmt es mit sehr mäßigem Boden Borlti wächst zu einem dichten Zweiggewirr ineinander, tz ghefrat Sommer wie Winter grün. Die Obstschädlii» xie» finden darin keine Brutstätte, bietet de» Singvög^ in jeder Jahreszeit Schutz, wie auch in der NitzM recht viel Geborgenheit. Dann zunächst wäre die Hainbuche, Carpinus betulifolius, zu erwähn« indem sie dichter und widerstandsfähiger gegen @e»^ ft als die L »de, zudem die Linde auch sehr ty Ingeziefer nährt, besonders wenn es die behaanr, Arten und Abarten sind. Soll es eine Linderrhch ein, so ist die gewöhnliche Linde, Tilia europaea, allen anderen vorzuziehen; sie ist ansp uchsloser m
Vermischtes.
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Rufes bei den Fachleuten des In- und Auslaß । zu erfreuen, denn alljährlich werden fie von es»
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fördern und anregend auf feine Mitarbeiter zu ®l von denen eine große Anzahl au vielen Au Deutschlands in seinem Sinne und Geiste zum M der Taubstummen wirke«. Mit dem Verstör hat unsere Stadt einen seltenen Mann verloren, Mann, der gleich ausgezeichnet war in seinem sch Berufe, wie als Mensch und Character. Mit tif<rr Fleifee hatte sich der Verewigte ein staunens«^- allgemeineS und berufliches Wissen erworben, des in de» Dienst barmherziger Nächstenliebe zu st nie müde geworden ist bis zu dem Augenblicks
gröfeeren Anzahl derselben zu Studienzwecken W®" In feiner 35 jährige» Wirksamkeit als Lehrer * Taubstummen ist Köbrich unausgesetzt bemüht F wesen, das Wohl der ihm antiertranten Schülp
Nachruf. Am Sonnabend v.rschied in Halli s nach längerem schwerem Leiden der Director tir Da t Provinzial-Taubstumraen-Anstaltzu Halle Friev Riten rich Kö brich. In dem Verblichenen verliert mH kt llntci nur diese Anstalt ihren thätigen und umsichtiger sm Bet Leiter, auch für die gejammte deutsche Taubstumme» vi> bitte lehrerwelt bedeutet Köbrichs Hinscheiden einen herber «r recht - - ■ Der
eine heimtückische Krankheit seinem rastlosen ein Ziel setzte. Wer das Glück gehabt N' M )QttS Entschlafenen als Freund jahrelang näher ml.- der mufete sich hingezogen fühlen zu dem hochachs^ 'M > Character voll Lauterkeit der Gesinnung, voll *.
und Wahrhaftigkeit. Al» edler Menschenfreuo-
Gebiete deS Taubstummenbildungswesens sowohl aü auch durch seine practische Tüchtigkeit in der Schule sich einen geachteten Namen zu verschaffen ge»E weit über die Grenzen unserer engen Heimath hüm^ — Die maßgebenden Behörden habrn wiederholt f” 1?» bi gediegenes Urtheil über einschneidende Fragen tit ll ma Taubstummenbildungssache eingefordert. Das Gaffer trauen feiner Fachgenossen berief ihn in den Borsts *wje des deutschen Taubstummenlehrerbundes und an “ “wolli Spitze des neugegründeten „Vereins der Taubstumme'' _ lehrer von Sachsen-Anhalt." — An der Taubstumme» anstatt zu Homberg für seinen Beruf vorgebM wirkte Köbrich später al» Mitarbeiter und Nächst^ Hille's, deS Reformators auf dem Gebiete deS Tb stumraenbildungswesens, in Weißenfels. 1890 er zum Leiter der Anstalt in Halle berufen. von ihm geleiteten Anstalten haben sich eines 9^
gaben und einer unermüdlichen Arbeitskraft, hat baMecke : Verstorbene durch seine theoretischen Arbeiten auf bei « ftühl
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