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öchentliche Beilagen

ggtimb ÄtrUe: S-h. Äug. Koch, Univ«fitätS-Buchdmckrrei in Marburg.

: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. Jllustrirtes Sonntagsplatt.

Erschrilü täglich aufcti anWerttagen nach «onn- und Feiertagen. tYA AnzUgen nehmen entgegen: die Expedition diese« Blatte«, di- Annoncen.

QuartÄ»-A5onnemtnt«.Prei- bei der Exped tion 2 Ml., bU allen i VU* g Bureaux von Haosmfteto & Bögler, Frankfurt a. M., Caffel, Magd- q a

Postämtern 2,25 Mk. (exll. Bestellgeld). JnsertionSgebuhr: die a- rv 1 onn Sera, Wien: Rudolf Most«, Frankfurt a. M., Berlin, München, Äota; 64. ^ZtlUg.

betone Zeile ober deren Rvuu 10 Pfg., Reklamen: di. Zeile 25 Pfg. FrelMg, 17. MüH 1899. <. L. D-uL. L Lo, K

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Unsere Kolonien.

Die deutsche Kolonial-Politik ist unter wesentlich Lästiger« Bedingungen in'« Leden getreten, «18 der altern Kolonial-Staaten. Diese waren meist der Lage, solche Gebiete zu Kolonien zu machen,

denen sie eine alte Kultur fanden. Infolge dessen ekelte sich sofort ein lebhafter Handel mit der nie, der dem Mmterlande von Anfang an große schaftliche Vortheile und R.ichthümer brachte. Stil jedoch die auf dem Erdball vorhandenen Länder Alt von den früher sich der Kolonial.Thäiigkeit übenden Völkern längst mit Beschlag belegt rden find, liegen die Bedingungen unserer Kolonien 8. Hier gilt e#, erst den Kulturstand zu schaffen, dem kommende Geschlecht« den entsprechenden ziehen können und werden.

Run betonen die Gegner der deutschen Kolonial, lstik fortwährend die großen Kosten, denen ein H an Einnahmen auS unser« Kolonien nicht »über stehe, und die deßhalb als „Opfer" aus allgemeinen Säckel zu verrechnen seien. Ver­ma« den Aufwand für unsere Kolonien mit , was andere Staaten für ihre Kolonien aus- so wird man finden, daß Deutschland seine nun mit den geringsten Kosten verwaltet, ispiklsweise hat Italien im Jahre 1895 für seine tonte Erythrea über 6 Millionen Mark ausge- ««. Dabei ist Erythrea noch nicht so groß wie nun, und Deutschland hat wenig mehr als jene me für fünf Kolonien gebraucht, die alle größr d als die italienische. England hat für seine Be- mgen in Betschuanaland jährlich 2—3 Millionen k ausgegeben, während der Etat von dem ähn- chnl Bedingungen unterworfenen Deutsch-Südwest- linge Zett hindurch nur 300 000 Mk. betrug, dernfiits beiufen sich die Gegner darauf, daß das sche Kapital — wie fte sagen: nut Recht — ere, sich auf Kolonial Unternehmungen einzulassen. s ist leider eine Thatsache. Aber haben sie nicht weist die Gegner der Kolonial - Bewegung selbst «schulset, welche j ne „Opfer" als dauernden Ver- erscheinen lassen und dadurch das Kapital vor nehmurgen in den Kolonien geradezu warnen?

«end ist in büfer Hinsicht der vor einigen en vom Abg. Richter im Reichstage gemachte spruch, unsere Kolonien seien werthlos.

Was von solchen abfälligen Behauptungen zu ist, zeigt ein Blick auf die Berichte der unfern ien vorgesetzten Beamten, die in de« tum Reichs- vom Reichskanzler jährlich zur Kenrttmß- e unterbreiteten Denkschriften der Oefftnt- it zugänglich gemacht werden. Man wird dar- «sehen können, baß unsere Kolonial-Thätigkeit

(Nachdruck verboten.)

Schule des Lebens.

Roman von Marie Bernhard.

(Fortsetzung.)

SontK* an» *> lustig

j. »®ber Du bist treu und gut geblieben, do« weiß * Meiner Erni goldenes Herz, das können sie nicht sandeln!"

j . «Nun weiter — von Dir 1" De« Mädchens zitterten, sie streichelte sanft NanonS Haar. L_8 Mtteft doch durch meine Großmutter zuweilen * mir?"

J. .3«, aber sie wird mir nur das gesagt haben, S fit für gut fand, und da« war wenig. Ein Sfbtn wie Du es führstest, das konnte ich mir , ’tfien Willen nicht vorstellen, konnte mir Dich 6 ««ht da hineindenken

^laub ich Dir!"

Es,, Mi »«Ute, erzähle mir von Dtr, willst Du?" lkE „Gern. Ach, Erni, Liebste, wie war das schwer inA L®(<* aIe Du gegangen warst. Ich habe mich — gesehnt — unbeschreiblich. Mit dem . i — | wollte e8 nicht mehr gehen, ohne Dich, und

- j — . T*» da« war mir vollends zuwider, ich habe nach

: i » na(5 all' meine Puppen weggeschenkt, weil sie L nx)-« ® iu sehr an Dich erinnerten. Jede Nacht habe

,i/t 19«% ■ Dir geträumt, und ein Tagebuch führte ich

•% 1 Dich, ba standen alle meine Gedanken und Er-

- ?®ut brln, das sollte Dein: Großmama Dir schicken. , ” fit eS nicht gethan?"

.Gewiß doch, Nanon! Aber nur wenige Briese von . °Svama sind zu mir gelangt, es geschah nur, so lange ’i’ialwe hatte — da« war unser Dienstmädchen itiii ^in. Später haben sie alle Briefe anfgefangen . - ® vernichtet, sie wollten, ich solle Alle« von daheim

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nicht nur richtig geleitet ist, sondern auch bereit» Zu stände geschaffen hat, welche die Erwartung rechtfertigen, daß die Zeit der Erträge im Anrücken ist. Die Be­richte find krineswegs „rosenfarbig" gehalten, etwa «m falsche Hoffnungen zu wecken und zu nähren; die störenden Momente, welche der Entwicklung am Wege standen, werden mit derselben Unpart-ilichkeit behandelt, wie fle dem Überall erkennbaren Fortschreitin bet Dinge gewidmet wird. Diese Fortschritte find so erheblich, daß eS geradezu als ein Verbrechen am Botnlande gelten muß, wenn die Kolonial-Gegner fortfahren, — wie neuerdings wieder im Reichstage — immer nur von den Opfern und Kosten und dem in unserer Kolonial-Politik „weggeworfene«" (Selbe zu rede«.

Nach dem Urtheil Sachverständiger enthalten unsere Kolonien, wie ber Abg. v. Kardorff dem Abg. Richter gegerüber mit Recht betonte, einen großen Schatz an fruchtbaren Ländereien und an Produkten, die wir sonst aus den Kolonien anderer Länder be­ziehe« müßten. Hätte« die linksstehende« Parteien nicht die Abneigung des Kapitals gegen unsere Kolonien planmäßig genährt, so würden wir zweifellos heute schon weiter fein.

Umschau.

^Sur Auflösung des Reichstags wird es nunmehr doch nicht komme«. ES liegt nämlich feit gestern Mittag in der Absicht, neben den Commissions-Anträgen heute drei Resolutionen zu be- schl'ißen, durch welche außer de» beiden in ber Budget Commission bereits angenommenen Resolutionen Graf Stolberg und Gröber, betreffend Kapitulanten für baS fünfte Diensthalbjahr und Einstellung von Civil- handwerkem in die Militär-Werkstätte« auch noch, der Anregung des Centrums entsprechend, die Bereit­willigkeit erklärt werden soll, wen« bis Ablauf des Ouinquennats mit der jetzt bewilligten Friedens- Präsenzstärke nicht ansgereicht wird, eine weitere Ver­mehrung ber Friedenspräs,nzstärcke in Erwägung nehmen zu wollen. Man hofft, daß durch bi fe Resolution n die Brücke zu einer Verständigung zwischen Buudesrath und R-ichstag geschlagen sein wird. Nach der „Post" hatte geßern Nachmittag ber Kriegsminister von Goßler eine Audienz bei Sr. Majestät dem Kaiser, die zu dem Ergebniß führte, daß sich die Heeresverwaltung mit den Be­schlüssen der Budgetkommisston zur Militärvorlage bei der heutigen 3. Lesung einverstanden erklären wird. Dec „Hann. Eour." will diese Nachricht al« unrichtig bezeichnen können.

In ber gestrige« Sitzung hielt im Abge - ordneteuhause vor ber Eröffnung ber Präsident

„Unb bann, wie ich ba so in Posen weiter da­hinlebte, und die Lehrer waren unzufrieden mit mir unb ich wurde immer verschlossener unb scheuer — da kam Papa wieder einmal beruh er unb be­kümmerte sich etwas mehr nm mich als sonst — ich glaube, e« geschah auf Anregung Deiner Großmutter — und ich gefiel ihm gar nicht. Er sagte, in Dir habe zehnmal mehr Geist und Lebe« gesteckt als in mir, und ich sei in Wahrheit nichts anbei« als Erni Lentz' Schatte«, ganz ohne jede Individualität. Da hatte er recht, ich habe wttklich gar keine Eigenart, ich bin eben ba«, was ehr sehr geliebter Mensch au« mir macht."

Die» Bekenntuiß kam so einfach, rührend von Nanon« Lippen, daß Erni fich über ihre Hand neigte, um fte zu küssen.

„Meine bewunderte Erni küßt meine Hand — früher war e« immer umgekehrt. Nun, mag e« immer fein, eS ist ja . . . ober Wetter! Wovon sprach ich? Ja, also Papa schalt und sagte, so dürfte das nicht weitergehen, unb er that mich in ein große» Pensionat in Köln. Da bin ich ein paar Jahre geblieben."

„Unb hast viel, viel lernen können!

„Ich hätte wohl können . . . aber, weißt Du, den richtigen Trieb zum Lernen, den hab ich nie ge­habt — ich wurde durch Dich mitgeriffen, Du warst ehrgeizig, Du machtest mir Lust— oft, oft hab' ich nur gelernt, um Dir zu gefallen — hast Du denn da» niemals gemerkt? Ich sagte Dir'S nickt, denn Du behauptest immer, man müsse He Wissenschaft lieb haben und darum lernen! ad) — und ich liebte meine Erni und lernte darum — und ohne Erni —"

„Hattest Du denn keine don deinen PenfionS- genosfinnen lieb?» '

„Lang- nicht so wie Dich. Kein Tag verging, da ich nicht an dich dachte, mir ausmalle, wie Du jetzt lebtest wie es wäre, wen« wir einander wieber- fänben. Unb so ging e» fort, bi» ich «wachsen war unb Papa mich mit sich nahm nach Paris."

Hi« stockte Nanon und sah von Erni fort.

„Nun, mein Herz? Du willst mir irgend etwa« verschweigen?"

„Rann ich denn, auch wenn ich eS möchte? Sieh, Du weißt, mein Papa war so entzückt von Dir und stellte Dich mir hundertmal zum Beispiel auf. Er sprach oft von Dir und machte fich Gedanken über Dein Schicksal Nun ehe wir nach Pari» gingen, war er in Brüssel gewesen und dort —"

„Ah!" machte Erni, ihre Hände ballten fich, ihr Äthern fing an, rasch zu gehe«.

„Er hat mir nicht gesagt, was er dort erfahre« hat, Liebling — mit keiner Silbe!" Nanon sprach erregt und bittend. „Aber er nahm mir damals das Versprechen ab, zu keinem Menschen, es sei, wer eS sei, jemals Deinen Namen zu nennen, noch jemals zu erwähnen, daß ich Deine Freundin gewesen sei. Ich weinte unb sträubte mich, aber er blieb fest auf seinem Wunsch bestehen, mit dem Zusatz, für Dich selbst könne es bedenklich sein, wenn man einen Zu­sammenhang zwischen uns ahne. Ich vnstand bas nicht, mußte aber endlich feinem Befehl nach'ommen und weht Wort geben. Daher hat atch mein Mann niemals «fahren, daß ich eine sehr geliebte Freundin Erika Lentz habe."

Erni sah au» dunklen, thränenschweren Augen vor fich hin. Es mußte wett gekommen fein, wenn Gaston Latour, d« sorglose Welt- unb Lebemann, fein« Tochter verbot, ihren Name« auszusprechen.

„Erni! Einzigste, mißversteh mich nicht! Mir ist auf Dein liebe» Bild nie ber Schatten eines Zweifel» gefallen!"

von Kröcher nachstehende Ansprache: Morgen, an dem Tage, wo der hochselige Kaiser Wilhelm zur letzten Ruhe bestattet worden ist, wirb auch bie Beisetzung beS Fürste« Bismarck in Friedrichsruh Rattfinben. Ich habe bereits vor einiger Zett dem jetzigen Fürste« BiSmarck, dem älteft-n Sohne des verstorbene« Altreichskanzlers, die Ansicht ausgesprochen, daß da» Hans der Abgeord­neten den Wunsch haben werde, bei der Beisetzungs­feier mit einer größeren Deputation von Mitgliedern vertreten zu sein. Der Fürst sprach aber ans, daß er sehr wohl verstände, wie die Ehrung für seinen verstorbenen Later eine größne sein würde, wenn das Haus durch eine größere Deputation von Mit­gliedern vertreten sein wäre, bedauerte aber, mich er­suchen zu müsse«, davon Abstand zu nehmen und zwar auS folgenden Gründen: Erstens ist der Raum im Mausoleum so beschränkt, daß er durch die An­wesenheit Sr. Majestät des Kaisers und seines Gefolge» und der Fam'lie nahezu vollständig besetzt w«den wird und der Fürst ist deswegen auch in der Lage, anderen Korporationen, sowie Universitäten, Städten, deren Ehreniürg« der Fürst gewesen ist, zu schreiben, daß sie an der Beisetzung lieber nicht Theil nehmen möchten. Ein Hauptgrund ist auch d«, daß der Trauerzug über die sehr verkehrsreiche Hamburger Bahn im Niveau geführt werden muß, daß deßhalb bei einer größeren Anzahl ber vfficiellen Theilnehmer an dem Zuge fein einziger Mensch die Verantwortung dafür tragen kann, daß nicht Gefahr an Leib unb Leben entsteht. Aus diesem Grunde mache ich den Vorschlag, daß Sie Ihre Präsi- beuten beauftragen, morgen an der Beis.tzung im Namen des Hauses t h e i l z u n e h m e u unb auf dem Sarge de» Fürsten einen Kranz niederzulegen und einen zweiten auf dem Sarge seiner ver­ewigten Gemahlin, welche gleichfalls morgen mit in bas Mausoleum übergeführt wird. (Zustimmung ) Dieser Vorschlag hat die Zustimmung des Hauses. Ich werde danach verfahren. Mit herzlicher Antheilnahme folgt das deutsche Volk seinem großen Kanzler auch auf diesem letzten Gange, und doppelt mächtig tritt uns in dieser feierlichen Stunde Alles vor die Seele, was er uns gewesen ist und bleibe« wird für alle Zeiten. Das Mausoleum in ber waldumrauschten Etnsamkeit von Friedrichsruh wird der Nation ein Mahnzeichen sein, wenn sie einmal schwach werden sollte an opferbereiter Hingebung an das Vaterland, es wird zu einer Stätte werden, zu d« noch späte Geschlechter wallfahren werden, um ihren Dank abzn- statten dem großen Schmiede deutscher Einheit und um das Gelübde zu «neuern, für des Reiches Einheit und Größe einzustehen in dem Geiste des ManneS, der, was ihm fein an Kämpfen mb Erfolgen über­reiches Leben versagte: Ruhe und Frieden fand.

3« bet Cnltusdebatte von Dienstag dieser Woche führte der Herr Minister D. Söffe im Abgeord­netenhaus nach einer Rede des Herrn Abg. Heere- mann vom Centrnm Folgendes auS: „Ich habe nicht bie Abficht, bie konfessionellen Gegensätze hier in die Erörterung zu tragen, ich kann aber die Ausführungen des Vorredners nicht alle unwidersprochen laffen. Er ist der Meinung, daß der Staat überhaupt nicht die Aufgabe hat zu lehre«, sondern daß diese Aufgabe allein ber Kirche zusteht. ES mag sein; nach ge­wisse« Seiten hin mag die katholische Kirche diese Aufgaben für sich in Anspruch nehmen. Allein der preußische Staat hat sich von jeher diese Aufgabe beigemessen, daß er das Volk zu erziehen hat, aller­dings christlich zu erziehen, und diese Ausgabe wird sich der preußische Staat nicht nehmen lassen. Dabei sollen Religion und Kirche zu ihrem Rechte kommen. Kein preußischer Staatsmann wird auf einem anderen Boden stehen können. Ein gewisse» Kondominium soll die Kirche haben, meinte der Vorredner, Staat und Kirche sollen also gleichberechtigt fein. Da» mag in der Theorie sehr schön fein, aber wer soll in Zweifelsfällen den Streit beilegen, und solche Fälle werden nicht auS» bleiben. Damit kommen wir nicht au», unb ich glaube, ba» einzige Privcip ist das, wa» ich ver- trete: Der Staat ist Dominus, aber er soll der Kirche unb der religiösen Erziehung ihr Recht lasse«, und darin unterstütze ich Sie g«n.

Obgleich man in Washington halbamtlich erklärt hat, daß eine Verständigung zwischen den drei samoanischen Vertragsmächten zu Stande gekommen sei, ist doch in Wirklichkeit an dem Stand der Dinge auf Samoa nicht viel geändert. Die provisorische Regierung bleibt weiter provisorisch und Chambers bleibt Oberrichter. Das Unheil Chamber» über die Königswahl zu Gunsten Malietoa Tanus ist nicht in Kraft gef tzt worben, Tann bleibt vielmehr an Bord des englischen Kriegsschiffes Porpoise. Alle schwierigen Fragen befinden sich noch im Stadium der Ver­handlungen.

Deutsches Reich.

Berlin, 15. März. Se. Majestät der Kaiser hörte heute Vormittag um 10 Uhr den Vortrag des Chefs des Civilkabinets, Wirklichen Geheimen Raths Dr. von Lucanus unb empfing um 11 Vs Uhr den sächsischen Kriegs-Minister, General der Infanterie Edler von der Planitz.

— Der „Reichs-Anzeiger" veröffentlicht das Ge- setz betreffend bie Einrichtung eines besonderen Senat» für das bayerische Heer bei dem Reichs-Militärgericht in B.rlin, batirt vom 9. März 1899.

Sie «ickie nur unb ließ ihre Hand in Nanon» — zu sprechen vermochte sie nicht.

„Unb verunheile auch meinen Baier nicht. Er hat wohl gehanbelt, wie « mußte. Sein Standpunkt mag Dir eng und kleinlich erscheinen, wir wissen ja aber nicht, was ihn dorthin getrieben Hal. Lebte er noch, ich riefe ihn her, sich vor Dir unb vor mir zu ver- theibigeu — aber —"

„Herr Latour ist tobt?"

„Ec starb ganz plötzlich infolge einer Lungen- entjünbnng — ich konnte noch nicht einmal bei ihm fein, mich traf die Todesnachricht auf meiner Hochzeitsreise!"

„Willst Du — willst Du — mir nicht davon sprechen?*

„Wovon, Liebling? Doch nicht von meiner Hochzeitsreise?"

„Nein l" sagte Erni und erwiderte Nanon'« Lächeln mit Anstrengung. „Da» meine ich nicht . . . sondern . . . sondern — wie ihr euch nun fandet!"

„Ach, Götz und ich!" In Nanon» arme«, ab­gezehrte» Gesicht flieg ein rasches Roth. „Da» war in Paris. Ec studierte ba, unb bie Deutschen ver­götterten ihn schon — bie Franzosen wollten ihn wohl nicht aufkommen laffen, ab« ein wirkliche» Genie macht sich eben Bahn. Ich hatte fein Bild „daö Hüitenb«^ werk" gesehen und zwei Porttät», und r» ließ mir keine Ruhe, ich mußte ihn kennen lernen. Papa erging e» wie mir: feto Gesichtspunkt war wohl (in anderer — Alke», was irgendwie Sensation erregte, von sich reden machte, da» zog ihn an, « mußte immer mit dabei fein. Es kostete ihn Mühe genug, in ein« Familie, in welch« Götz bann und wann verkehrte, Zutritt zu erlangen, aber er setzte e» durch — setzte e» auch durch, daß Götz mein Porträt malte. (Fortsetzung folgt.)