Vorlage beim Landtage binnen Kurzem zu erwarten, so daß für ihre Erledigung im Laufe der gegenwärtigen Tagung genügend Zeit bleibt.
^5'Iamentansches.
Preußisches Abgeorduetenhau».
Be'lin. 8. März. (37. Sitzung.) Der bi«her im Allgemeinen ruhige und leidenschaftklose Verlauf der Ver- Handlungen de« Abgeordnetenhäuser wurde heute durch eine erregte Debatte von hochpolitischem Chirccter unterbrochen, indem die Abgg. Munckel und Dr. Langerhan« einen demonstrativen Vorstoz in Sachen de« Friedhofes der Märzgefallenen nnternahmen. Während letzterer, bekanntlich Vorsteher der Berliner Stadtverordnetenversammlung, seinem Bedauern Ausdruck gab, daß man den Märzgefallenen nicht einmal diese« kleine Denkmal gönne, machte der Abg. Munckel, der nicht weniger denn drei Mal das Wort ergriff, gar kein Hehl daran-, daß feine Ausführungen die Verherrlichung de» März- aufruhrS bezwecken.
Natürlich blieben die Expektorationen der FreisiunS- redner nicht unwidersprochen. Eonservative und Freiconser- vative waren einmüthig in der Berurtheilung des geg nerischen Vorstoßes.
Abg. v. Puttkamer-Plauth erging sich in so leidenschaftlicher Kritik de» freisinnigen Standpunktes, daß er sich eine zweimalig« Rüge des Präsidenten zuzog Treffend führte er au»: Ob die Regierung da» Recht hat, eine Verherrlichung der Revo'ution zu verhindern, ist eine Frage de» politischen Takte», über die wir unS mit dem Abgeordneten Munckel nicht verständigen werden. Ti« Parallel« drS Berlin«! MärzaufstandeS mit den deutschen EinheitS- kri«gen von 1870/71 muss n wir entschieden zurückweisen. DaS ist eine Blasphemie. Eine politische Demonstration kann auch mit kleinen Miiteln erreicht werden. ES erfüllt uu» mit tiefem Schmerz, daß im preußischen Abgeordnetenhaus eine reue Verherrlich»»> der Revolution stritgifur.den hat. Im Reichstag sind wir ja so etwas gewöhnt von einer Partei, die die Grundlagen unserer Staats- und Gesellschaftsordnung zu untergraben sucht Aber auf die Invektiven des Abg Munckel mußten wir antworten. (Beifall rechts.) „ c „
Vieeprästdent Frhr v. H e e r«m a n n rügt den Ausdruck Invektiven.
Auf die Sach! selbst einzugehen, lehnten die Redner aus dem Hause ebenso wie bei Minister der öffent lieben Arbeiten mit dem Hinweise ab, daß er nicht richtig sei, eine zur richterlichen Entscheidung stehende Frag« im Parlament auf's Tapet zu bringen. Zugleich verwah t« der Minister sich und die Staatsregierung mit größter Be stimmtheit gegen die tendenziöse Munckel'sche Auffassung von der geschichtlichen Bedeutung des 18. März 1848.
Nach diesem stürmischen Intermezzo wandte sich das Hau« wieder seiner eigentlichen Aufgabe zu. Ueber die künftige organifatorische Unterbringung der Wasserbauverwaltung entspann sich eine Fehde zwischen den Vertretern der Industrie und des Handels einerseits, den Vertretern der Lantwirthschaft andererseits, indem jene gegen, diese für die Uebertragung der Wasserwirthschaft an da» LandwirthschaftSministerium eintrateu.
Auch die Beschwerden der unteren und mittleren Oderuferanlieger fanden ihre Wortführer, denen zunächst ein Kommissar, dann der M i n i st e r selbst mit Richtigstellungen entgegentrat.
Die Verhandlung wird in der heutigen Abendsitzunz fortgesetzt werden.
Ausland.
Belgien.
Brüssel, 8. März. Nach dem heute früh über das Befinden der Königin veröffentlichten Bulletin hat die Königin mehr Schlaf gehabt. Die günstigen Anzeichen treten bestimmter hervor.
Frankreich.
Toulon, 8. März. Der Marine. Minister Lockroy traf gestern Vormittag hier ein und besuchte die bei der Pulver-Explosion in Lagoubran verwundeten Personen. Unter überaus großer Be- thetligung der Bevölkerung fand später die Beerdigung von 51 Opfern der Explosion (im Ganzen wurden bis jetzt 58 Leichen geborgen) statt. Der Marineminister und sämmtliche Behörden befanden sich im Leichenzuge, der eine Länge von 2 km hatte. Auf 12 Wagen wurden die Särge, von zahllosen Kränzen bedeckt, zum Kirchhofe überführt.
Aus Marburg und Umgegend.
Marburg, 9. März. Der heutige Tag ist für unS wie für das deutsche Volk ein nationaler Erinnerungstag, ein Tag dankbaren Gedenkens: es ist der 9. März der Todestag unserer ersten Kaisers Wilhelms des Großen.
Die Alkoholftage bei den Negern Südafrikas.
Von PH. H.
(Fortsetzung.)
Ist das nicht ein großer Erfolg, den die Mission hier erzielt hat bei einem Betschuanen-Neger, vor dem weitaus die größte Mehrzahl der europäischen Christen beschämt die Augen niederschlagen muß? Ist nicht schon dieser eine einzige Erfolg die ganze MissionS- arbeit Südafrikas werth? Oder glaubt etwa Jemand, diese christliche Enthaltsamkeit des Negerköntgs sei aus ihm selbst erwachsen? Dies wäre bei ihm so wenig denkbar, als es bei den gesammten Negervölkern, sowcst sie nicht unter dem wirksamen Einfluß der Mission stehen, thatsächlich der Fall ist. Gerade die Reger lieben die berauschenden Getränke überaus, und dem ihnen zugeführten Branntwein zu widerstehen, hätten sie ganz und gar nicht die sittliche Kraft gehabt. Daß Khama letztere erhielt, ist ganz das Werk der Mission. Ich wollte nur diesen einen Zug von dem Negerkönig hervorheben als Beweis für den Erfolg der Mission; Khama ist tndeß auch in jedem andern Stücke Christ geworden. Da die Würde eines afrikanischen Häuptlings auch ganz besonders durch die große Zahl seiner Franen in den Augen seiner Unterthanen repräsentiert wird, so sollte denn auch Khama dem Herkommen gemäß und nach dem Wunsch seines heidnischen Vaters, der Jekhoma, eine Anzahl Frauen nehmen. Aber der christlich gewordene Sohn antwortete mtt Bestimmtheit und
Elf Jahre stad verstrichen, seitdem damals der electrischc Funke die Knude vom Ableben Kaiser Wilhelms I. um die Erde trug; gleich lebendig steht aber auch heute das Bild dieses ruhmreichen, gottbegnadeten Herrschers vor unserer Seele. Unvergessen möge im Gedenken an ihn die Mahnung sein und bleiben, mst der unser, inzwischen auch Heimgegangener Altreichskanzler Fürst Bismarck damals feine ergreifende Kundgebung int Reichstage schloß:
„Die heldeumüthige Tapferkeit, das nationale, hochgespannte Ehrgefühl und vor allen Dinge« die treue, arbeitsame Pflichterfüllung im Dienste des Vaterlandes und die Liebe zum Vaterlaode, die in unserem dahingeschiedenen Henn verkörpert war, — mögen sic unzerstörbares Erb- theil unserer Nation sein, das der aus unserer Mitte geschiedene Kaiser uns hinter taffen. Das hoffe ich zu Gott, daß dieses Erbtheil von unS All», die wir an den Geschäften des Vaterlandes mitzuwirken haben, in Hingebung, Arbeitsamkeit und Pflichttreue treu bewahrt wird." ~ Berufen wurde Herr Professor Fr. F. W. Küster in BrcSlau, früher in Marburg, als ordentlicher Professor und Direktor des chemischen Instituts — der Bergakademie — nach Clausthal im Harz. D-rselbe übernimmt auch die Oberleitung ds Betriebslaboratoriums daselbst.
v Vortrag für Lehrer. Auf Wunsch des Marburger LehrervereinS hat Herr Profeffor Dr. Wernicke in sehr dankenSwerther Weise sich bereit erklärt, am nächsten Sonnabend, den 11. März, Nachmittags 31 /2 Uhr, tut hygienischen Institut, Pilgrimstein 2 (alte chirurgische Klinik), den Lehrern einen Vortrag aus dem für die Lehrer so wichtigen Gebiete der Hygiene zu halten. Hoffentlich werden sich auch recht viele Lehrer aus Marburgs Umgebung zu diesem gewiß hoch interessantrn Vortrage einfinden.
* Ernannt wurde der Rentmeister Köhler beim Landeshospital zu Haina zum Inspektor der Jnenheilanstalt zu Marburg.
* UnterverbandStag der Raiffeisen'schen LarlrhnSkaffen. Die heutige Versammlung des Unterverbands der Raiffeisen'schen Darlehnskassen wurde von dem Vorfitzenden, Henn Pfaner Tewaag aus Betziesdorf, um 11 Uyr eröffnet. Derselbe spricht sein Bedauern darüber auS, daß die Versammlung nicht allzu zahlreich besucht sei, fordert die Anwesenden auf in ihren Bestrebungen einmüthig zusammenzustehen und gleich den Soldaten auf dem Felde der Ehre Schulter an Schulter für den Sieg Ihrer Ziele zu kämpfen. Nachdem der Vorsitzende noch Henn Pfarrer Meycnstein von der Filiale in Cassel und Herrn Direktor Bantz von der Raiffeisen schen Maschinenfabrik aus Frankfurt a. M. begrüßt hat, schließt er seine Ausführungen mit einem Hoch auf Sr. Majestät. Einen eingehenderen Bericht behalten wir uns vor.
* Lotterie. Die Ernenernngsloose sowie die Freiloose zur 3. Classe 200. Königlich preußischer Clafsen-Lotterie sind unter Vorlegung der bezüglichen Loose aus der 2. Classe bis zum 13. März, Abends 6 Uhr, bei Verlust d e s Anrechts, einzulösen. Die Ziehung der 3. Classe dieser Lotterie wird am 17. März, Morgens 8 Uhr, im Ziehungssaale des Lotterie-Gebäudes zu Berlin ihren Anfang nehmen.
* Auf eine Nachlässigkeit, welche namentlich Kinder in unseren Straßen leicht in schwere Gefahr ! bringt, sei hier zur Abhilfe hingewiesen. Die Führer der L a st - und Rollwagen pflegen vielfach die am Wagenende befindliche schwere, eisenbeschlagene Auflade-Leiter nur mit einem Holze festzuklammern, statt sie mit der Kette zn befestigen! Wie leicht kann da eine solche Leiter niederfallen und Kinder treffen. Wir bitten die Fuhrherrn, hierzu dem Wagenführer thunlichst ins Gewissen zu reden, daß diese Fahrlässigkeit doch unterbleibe.
* Eine Unsitte ist es, die Hunde beim Einkauf in Seschäftslokalitäten mitzunehmen und daselbst frei umherlaufen zu lassen. Es ist das eine große
Respect dem heidnisch gebliebenen Vater: „Ich weigere mich, eine zweite Fran zu nehmen: das wäre gegen Gottes Wort. Lege mir die mühevollsten Ausgaben auf; Befiehl mir, Jagd auf Elephanten zu machen, und Dir, als Zeichen des Gehorsams, Elfenbein als Tribut zu bringen; verlange aber nicht, daß ich eine andere Frau nehme!" Khama hatte deßhalb die größten Verfolgungen und wüthendsten Mordanschläge seines Vaters zu bestehen.
Das deutsche Volk hat von den untersten Schichten bis hinauf in die höchsten Stände ein zahlreiches Heer trunksüchtiger und unmäßiger Männer, die sich Alle an dem Negerkönig Khama ein gutes Beispiel nehmen können.
Dieser König Khama bei den Betschuana-Regerv ist indeß kein vereinzeltes Beispiel eines Missionserfolges und zwar gerade auf dem Gebiete der christlichen Nüchternheit und Enthalffamkeit. Hören wir noch ein weiteres Beispiel und zwar sei dasselbe den oft und so lange verachteten „Raffern" entnommen. Unter diesen arbeiten gegenwärtig sieben größere Mtssionsgesellfchasten; es sei nur eine derselben genannt : Die Berliner Misfionsgesellschaft (I). Arbeitet die Londoner Missionsgesellschaft unter den Beischu- anen, die wir eben verließen, schon 80 Jahre, so sind eS nun auch schon 60 Jahre, settdem die Berliner Mission unter den Raffern („Brttisch-Kaffern- lanb") begonnen hat. Hier gerade, bei den Raffern, war die Trunksucht außerordentlich int Schwünge, die durch den eingesühtten Branntwein sehr gefördert wurde. Die Mission hat das arme Raffernvolk zu
Rücksichtslosigkeit gegen die Ladeninhaber, gegen welche die Kaufleute völlig machtlos sind, denn sie dürfen es nicht Wagen, ihren Kunden irgend Welche Vorwürfe zu machen. In jedem Geschäfte aber fast miß der Raum berartfg ausgenutzt werden, daß auch auf ebener Erde oft Maaren ausliegen, die dann durch die Hunde ost beschädigt werden, während die Einkäufe gemacht oder aber auch nur Maaren besichtigt werden, ohne also dem Kaufmann irgend ein A-quivalent für die Beschädigung feiner Maare» zu geben. Also, bitte, etwas Rücksichtnahme für den Ladeninhaber.
+ Schöffengericht. Vor einiger Zeit geriete in Hermershausen ein größerer Junge mit einem kleineren in Streit. Der jüngere blieb aber fort während im Nachtheil, denn er war schwächer wie der andere und wurde von diesem fortwährend ent ©öffnet. Schließlich nahm der Schwächere eine Rodhacke und schlug sie dem großen Jungen auf den Kopf, sodaß dieser eine blutende Wunde erhielt und 3 Wochen im Bett liegen mußte. Der d Shald Angeklagte bekundet heute, daß bei der Rauferei um die Hacke dieselbe dem Verletzten auf den Kops gefallen fei, welches jedoch durch die Zeugen, mehrere Schul- tnaben, widerlegt wurde. Der Angeklagte wurde in eine Geldstrafe von 30 Mk. hülfsweise 10 Tagen Haft verurtheilt. Der Amtsanwalt hatte eine Woche Gefängniß beantragt.
+ Schweinemarkt. Dem heutigen Schweinemarkt waren 587 Stück zugetricben. Der Handel war gut und die Preise hoch. Saugferkel kosteten 20 bis 35 Mk. und Läufer je nach Qualität 45 bis 65 Mk.
* Witterung. Diese Nacht waren 3,25 Grad C. Wärme. Heute Mittag hatte die Lust eine Temperatur von 8 Grad 0. Wärme. Barometerstand 738 mm, gegen gestern um 5 mm gefallen. Windrichtung: SW.
Sonnen-Aufgang 6,29 Mond-Aufgang 5,29 Sonnen Untergang e,52 Mond-Untergang 3,1 + Grotzseelheim, 8. März. In hiesiger Gegend ist das Gerücht verbreitet worden, der hiesige O r s d i e n e r und Nachtwächter sei bei einem nächtlichen Dienstgange am 3. d. M. erschlagen und ins Wasser geworfen worden. An all' diesem Gerede ist kein wahres Wort, dem OrtSdiener ist überhaupt nichts zugestoßen; dies Gerüchr ist einfach erlogen.
Josbach, 8. März. DaS von Nordeck sche G u t Hierselbst, ca. 280 Acker Land enthaltend, ist für den Preis von 68 500 Mk. an ein Konsortium von Handelsleuten der hiesigen Umgegend verkauft worden. Die Besitzung wird voraussichtlich vereinzelt werden, jetzt ist sie billig gekauft worden.
Hessen-Naffau und Nachbargeüiele.
Cassel, 8. März. Unter dem Vorsitze der Herren Provincial-Schulrath Dr. Otto, Geheimen Regierungs- und Schulrath Sternkopf und Stadt schulrath Bornmann fand in den Tagen vom 6. bis 8. März an der hiesigen städtischen Höheren Mädchenschule die S ch u l v o r st e h e r i n n e n - und Lehrerinnen -Prüfung statt. Die Schul- voisteherinnen-Prüfung bestand Fräulein Helene Wittlener aus Pyrmont. Die Damen Emilie Bippard, Amalie Bode, Anna Breda, Auguste von Dehn- Rotselser, Agnes von Hanxleden, Bertha Harmsen, Emilie Heicke, Emma Holstein, Pauline Hüpeden, Hedwig Köhler, Ilse Meister, Auguste Schäfer, Margarethe Seipt, Johanna Wenderhold und Maria Wild (sämmtlich Schülerinnen des hiesigen Seminars) bestanden die Prüfung für Lehrerinnen an höheren Mädchenschulen. Der Prüfung für Lehrerinnen der englischen und französischen Sptache unterzogen sich mit Erfolg die Damen: Julie Galland, Luise Knatz, Ella Miller, A. Munro, Charlotte Schneider und Ella Unger.
Hersfeld, 8. März. In seltener körperlicher und geistiger Frische feierten gestern Herr Waisenhaus- Inspektor a. D. Konrad Hebel und seine Frau Gemahlin Katharina Sophia geb. Münscher dahier das Fest der goldenen Hochzeit. Im Kreise einer zahlreichen Familie von Kindern und Enkeln wurden dem Jubelpaar von seinen vielen Freunden
der Erkenntniß geführt, daß das Laster der Trunksucht, namentlich soweit ihm gerade durch Branntwein gefröhnt wird, den Grund zum leiblichen und geistigen, zum zeitlichen und ewigen Verderben legte. Es haben dann sogar große Versammlungen von Raffern die englische Regierung gebeten, sie von dem Hebel der eingeführten Branntweinpest zu befreien, welches sonst ihren Untergang herbeiführen müsse. Ja, ein Raffer, James Bowula, hat ein Schriftchen gegen den Branntwein ausgeben lassen, welches in tiefernster, poetischer Weise dem Branntwein das Ur- theil spricht. Die Diener des Königs „Tod" streiten sich um die Ehre, ihrem Herrn am Besten gedient zu haben, aber nicht „Fieber", nicht „Unfall", nicht „Schwindsucht" noch „Hungersnoth" erhalten den Preis, sondern dieser kommt dem „Branntwein" zu. Der Schluß dieser merkwürdigen Schrift lautet: „Der König war im Begriff, seinen Diener "Krieg" zu krönen, da wurde er durch ein heiseres, hohles Lachen hinter sich gefrört. Er zögerte, da trat vor ihn hin fein Diener in kräftigem Jngendalter, und ftterte ihn an. Es war ein Mensch, gekleidet in Lumpen, schmutzig, als ob er eben erst von einem Schmutzhaufen aufgestanden wäre, seine Augen ftierten roth ans seinem Gesicht hervor, seine zitternde Hand hielt ein Glas. Wie ein reißendes, unreines Thier, das die ganze Menschheit in Schande bringt, stand er vor dem Könige. Er hielt sich fest am Throne seines Königs von wegen seines Schwankens; seine Rniee bebten, mit seiner rauhen Stimme sagte er: „Warte ein wenig, Herr König, hier steht der Mann von der
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Raumes nur im Familienkreise ftattfinben konnte
und glücklichen Lebensabends zu erfreuen.
Rückers (Kreis Fulda), 7. Mä'z. An ei der letz'vergangenen Tage wurden auf der hie Verbindung»strotze zwischen Schweben 21 der meinbe Rückers gehörige junge Bäumchen ruchloser Hand total vernichtet. Ess
ein Racheact vorzuliegen. Hoffent ich gelingt es, |&Ien. Thäter ausfindig zu machen, damit er der verdiech
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war dem Jubelpaar zu Ehren eine kleine kirchH Feier in der HoSpitalkirche, die aber des klei," “
-—.„Wei die von dem Herrn Superintendenten Hebel, jm Felsberg, dem Sohne des Jubelpaares, abgelja^ Lber wurde. An die kirchliche Feier schloß sich von 5^ ab die Feier im festlich geschmückten Saale desH^ , „Zum Stern", die in recht schöner Weise veitz Möge es dem Paare vergönnt fein, sich eines ruhjz, un
und Bekannten von Nah und Fern Glück- Segenswünsche zu ihrem hohen Tage barge&tnSr^met Gegen 11 Uhr Vormittags brachte Herr Superinte^^ zns Dr. Via! als Vorsitz nder des Presbyterium l evangelischen Kirchen gemeinde- dahier — dem * *7.7^ Hebel als Kirchenältester avgehört — seinen wünsch dar und überreichte dabei dem Jubelpaartz,.(B ihm von den hohen Majestäten verliehene tzh, jubiläumsmedaille. Nachmittags 4 m
Strafe nicht entgehe.
Wiesbaden, 8 März. Heute trat hier eat
Konferenz von 80 Mitgliedirn der Eiseii Mk
bahnoerwaltungen zusammen, welche ijg |b 2 Fahrpläne und Wagenzustellungen berathen soll. iMZahri Freitag ist ein Besuch des Nationaldenkmals auf Wt er Niederwald geplant. Wheill
Homburg, 7. März. In den letzten TqMfahn ist durch Zeitungen das Gerücht verbreitet tooibtÄrenb daß Ihre Majestäten der Kaiser und West Kaiserin Mitte März Beilin verlassen und in §*bm bürg Ihren Aufenthalt für einige Zeit neMii 20* würden. Diese Nachricht entbehrt jeder BegrmdiuWht g Da sie aber fast alljährlich um diese Zeit auftliMigeri so ist sie wahrscheinlich damit in Verbindung । ftb bi bringen, daß in jedem Jahre Anfang März 8 Hl u
Reisen der Herren Hofmarschälle zur Revisioi htigt der Königlichen Schlösser in den Pn -gliche
vinzen beginnen. enannti
Frankfurt, 8. März. Der Händler Ring! fr. v. dorf wurde bei der letzten 1898er Schwurgericht Mei
ersotz ist laut „Frkftr. Zig." nunmehr in der H
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Untergang ist nahe. Wer kau» solche Thaten । wie ich? Ich thnc Wunder. Tausende und < tausende treibe ich wie jenes Mädchen in ein P Grab, noch ehe sie das Leben gevoffen haben, starken, zähe» Männer unterwerfe ich mir, sie » alt und zitterig vor der Zeit und gehen am unter. Scheut sich bet Jüngling, ist er zuerst furchtsam, ich fülle ihn mit dem Safte des Sew (Schluß folg
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von zwölf hundert Mk. bewilligt woiden. es zur Zahlung kam, hatte ein Gläubiger Ri dorf's Beschlag darauf gelegt. Das Gericht jedoch diesen Anspruch als unzulässig zurückgewüs Ringsdorf gelangte mithin in den Besitz des GelPahct. mit dem er sich einen neuen Erwerb gründen
abend Abend hierselbst anwesend, um die Einrichtung! der hiesigen electr. Centrale in Augenschein I • nehmen und sich von den Vorzügen dieser 8f leuchtungsart persönlich zu überzeugen.' Wie i „Wittg. Ztg" hört, sprachen sich dieselben sehr» friedigt über das Gesehene aus und dürfte hierb die Frage der Errichtung einer electr. Centrale unserer Nachbarstadt ihrer Lösung wesentlich v gerückt fein.
r Feudittgeu, 8. März. Sestern Ai nach 729 Uhr brach im hiesigen Stationsge und zwar im Wartesaal II. Classe Feuer welches sich sehr rasch aus die im ersten Stock legene Wohnung des Stationsvorstehers ausde Durch das rasche Eingreifen der Eisenbahner
tagung im Wiederaufnahmeveifahren freig! qefiel sprachen, nachdem er wegen eines angeblich mue Raubveisuchs auf die Wirthstochter Hieronymi Weiskirchen bereits fünf Vierteljahre i
Sieh, wi-Mmli-t l Tätige
U ßhri c im nrä
Flasche, ein Nachkomme des reißenden Th des Zauberers T i g e r m i l ch, des schwank Baumes, des übelriechenden Athems. Ich kann beweisen, daß ich mehr erschlagen habe, als Alle, vor mir Deine Ärone beanspruchten. Siehst jenes schöne Haus mit den Flügelthüren und hell erleuchteten Fenstern, wo die Leute £ag^ Nacht hineingehen? Das ist die Herberge des b ■ wo ich meine Zauberkünste treibe. Hunderte > r die solchen Orten siehst Du auf den Eitelkeitsmärkter ganzen Lande, an allen Straßenecken der Städte ’ -Ron Dörfer; in den Häusern, wo die Reichen sich' sammeln, an den Wegen, wo die Wagen W e fehlt es nicht an solchen Herbergen. Wo ich komme, da kommen auch die Leute.
Leute dahin strömen, Schaaren von Männern Frauen, alte und junge. Dorr geht ein
Mädchen hinein, schön von Angesicht, gut gep aber zaghaften Schrittes, verleitet von einem i* Manne; sieh, da tritt sie wieder heraus mit 1 Gürtel, sie hat ihre Schönheit, ihre Ehre, Menschenwürde eingebüßt, sie eilt in bett Tob,
± Weide« hausen bei Gladenbach, 8. M Gestern machte ein 23jähriges Mädchen von hier unbekannten Gründen seinem Leben durch Erhan ein Ende.
Laasphe, 7. März. Die Herren Stobt» , aus Biedenkopf waren am vergangenen Sos i \
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Zuchthaus gesessen hatte. Er stellte auf ®rm des Gesetzes zur Entschädigung unschuldig Eil uitheiltcr beim Justizminister durch das hieß ouu Gericht eine Entschädigungsforderung. Der SchadkMten