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Die Reform des Gemcinde-

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ßeila^t zu No. 57 -er Oberhessislhen Zeitung

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Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universitäts-Buchdruckerei in Marburg. — Verantwortlich für die Redaktion: Redakteur M. Hartmann in Marburg.

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(Fortsetzung folgt.)

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Ehe noch der Entwurf betreffend die A b ä n - ruug des Gemeindewahlrechts ver-

auf dieselben erkannt haben. — Hierin liegt vollste Bürgschaft dafür, daß die Prügelstrafe da zur Anwendung kommt, wo bie” Stimme Menschlichkeit sie gebieterisch fordert."

nach welcher die Prügelstrafe erst vollstreckt werden darf, wenn der zuständige Strafsenat des Oberlandes- gerichtS dieselbe genehmigt hat. Der Genehmigung bedarf eS nicht in den Fällen, wo die Schwurgerichte

zu treten beginnt, als es in früheren Perioden unseres Verfassungslebens der Fall gewesen ist. Die Betonung des gemeinsamen „religiösen Empfindens" gegenüber der völligen Religionslosigkeit der Socialdemokratie erscheint ohne Zweifel als außerordentlich geeignet, eine einigende Wirkung auf alle staatserhaltenden Elemente aus­zuüben. . Diese Ansicht wird, nach dem Verhalten der nationalliberalen Aba»arb«»t,«

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. . . und nun gar ein junger Mädchen, das NN» fteieste aller Geschöpfe! Wer Welt und Leben kennen gelernt hat wie ich, und hat nicht Einsicht gelernt — und hat nicht begriffen, daß es hundertmal heißt, abwarten und näher zuschauen und tiefer blicken — der verdient nicht dar Leben gelebt zu haben 1*

Herr Regieruugsrath PrätoriuS hat daS nicht ge. lernt!" sagte Erni bittet.

Hansen hob die Schultern.

„Nein — bei Leuten, die Alles nach ihrer eng» brüstigeu Beamtenmoral zuschmide», mufftn Sie solche Erkenntniß nicht suchen, die urthelle» nach dem Schein und wünschen selbst, ebenfalls darnach deurtheilt zu werden. Schade, daß nicht Zedermann in der Lage ist, ihnen den Gefallen zu thun!"

DaS junge Mädchen stutzte bei dem etgenthüm- lichen Ton, mit dem dieser letzte Satz heraus kam, und sah Hansen aufmerksam au.

(Fortsetzung fotzt.)

Alkoholgehalr); 5 546 OOO 000 Ltr.Bier, 322 000 000 Liter Wein oder auf den Kopf 13,2 Liter Brannt­wein, 106,9 Liter Bier und 6,44 Liter Wein. Das kostet unS direct etwa 50 Mark auf den Kopf oder 250 Mark auf eine Duichschnittsfamilie ober mehr als 2500 Millionen Mark für unser ganzes Volk. Daß wir nicht so reich finb, diese Summe für ent­behrliche und gefährliche Getränke opfern zu dürfen, liegt auf der Hand.

Angesichts dieser Darlegungen dürften wohl die nachstehenden Zeilen, welche die Alkoholsrage bei den Negein Südafrikas behandeln, insofern auf Interesse hoffen, als jene schwarzen Völker — soweit sie zum Chlistcnthum bekehrt sind — uns Deutsche in der St llung zum Alkohol theilweise leider beschämen. Zugleich wird aus nachfolgender Darlegung hervor­gehen, daß die so oft unterschätzte Misflonsarbeit bei den Heidenvölkern doch nicht so ohne Erfolg und sichtbaren Nutzen ist.

Die Völker Afrikas lieben schon seit de» ältesten Zeiten berauschende Getränke, die sie sich selbst zu bereite» verstanden, ehe ihnen die Europäer das Gift des Branntweins zufühlten. Von den südafrikani­schen Völkern stellten sich z. B. die Hottentotten das Honigbier her, indem sie das gegohrenr Honiggetränk durch Einlegen einer giftigen Wurzel zu einem wahre» Tollwasser machten. Die Koffern brauten sich aus dem Mais oder Kafferukorn, wie auch aus gegoltenen Fruchtsäften das sogenannte Kaffernbier. Ein wahres Höllengift aber führten die Europäer mit dem Brannt­wein in Afrika ein. Dieses Getränk ist - im 17. Jahrhundert bei Anlegung der Capstadt (1652) durch die Holländer nach Südafrika gebracht worden. Wir haben dafür ein unzweideutiges Zeugniß, indem Ribeck, der erste Gouverneur, unter dem 6. Mai 1660 selbst erzählt, daß am Himmelfahrtstage eine Schüssel Branntwein mit Arak vermischt auf den freien Platz im holländischen Fort gestellt worden sei, aus welcher die Hottentotten sich so betrnnten hätten, daß sie die wunderlichsten Gesichter schnitten. Seit­dem spielte der Branntwein bei allen Begegnungen bei Weißen mit den südafrikanischen Völkern eine Hauptrolle. Außer der großen Einfuhr dieses Gift- geträukes von Europa her betreiben aber auch die

der größten einheimischen d. h. von Einge­borenen gegründeten und bewohnten Städte AftikaS, die in Zukunft anderen als Vorbild dienen kann. Sie nimmt einen sehr großen Flächenraum ei» und zählt 30000 Seelen. Sobald sie bewohnt war, wurde die alte Stadt verbrannt. Ungeachtet ihrer raschen Entstehung ist Phalapye eine gut gebaute Stadt. Mau sieht dort breite Straßen und Gassen von verschiedener Größe und wohl unterhalten. Mitten in bet Stabt ist ein weiter Versammlungs- Platz. Wie niedlich erheben sich die Hänschen auS rothem Thon, mit Stroh bedeckt und jedes von einem Garten umgeben. Große Bäume, worin zahllose Vögel nisten und zwitschern, gewähren den friedlichen Bewohnern er quickenden Schatten. Die Lage PhalapyeS ist eine äußerst gesunde, der Boden sandig, die Luft rein, daS Wasser im Ueberfluß vorhanden, die Gegend malerisch schön, ein Panorama von Berge» entzückt daS Auge. Dort also restbirt der 1860 von den H-rmannSburger Missionaren getaufte und feit 1865 unter der Pflege der Londoner Missionare stehende christliche Negerkönig Khama, dessen Name jetzt wohl in der ganzen civilistrten Welt bekannt und geachtet ist. In den 60er Jahren stehend, ist er noch kräftig und von hoher Gestalt. Seine breite, hohe Stirne giebt ihm ein intelligenter Aussehen. Seine ganze Person hat etwas Edles und Ausgezeichnetes. Man fühlt sich einem energische», sich selost beherrschenden Manne gegenüber. Zugleich ist ihm eine solche Einfalt, Bescheidenheit und Hesterkeit eigen, daß sich jeder seiner Untertanen zu ihm hingezogen fühlt. Khama hörte zum ersten Male das Evangelium von einem eingeborenen Katechisten, den Missionar Moffat von der (1817 von den Londoner Missionaren ange­legten ältesten) Station Kuruman aus zu den Bawangwats gesandt hatten. Ein Hermannsburger Missionar unterrichtete dann von 1858 ab den künftigen König, half ihm zu einer durchgreifenden Bekehrung und taufte ihn, wie schon gesagt, im Jahre 1860.

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Kolonisten in Südafrika die Kleinbrennerei in der ausgedehntesten Weise. Es werden in der Kap- kolonie jährlich ca. 7 Millionen Stier Branntwein hergestellt. Damit ergießt sich eine wahre Flnth von Verderben Über Südafrika.

Da war eS nun die Mission, welche durch ihre treue Arbeit dieser Fluth einen nachhaltigen Damm entgegenziisetzeu vermochte. Und zwar zunächst bei den West - Bet s ch u a n e n, welche400 Stunden nordöstlich von der Kapstadt im Innern Südafrikas wohnen. Das Betschuanaland liegt nördlich vom Oranjefluß zwischen Deutsch-Südwest Afrika und den Buren-Freistaaten (Oranje- und Transvaal-Freistaat) und steht unter englischem Protektorat. Hier arbeitet die Londoner Misstonsg-sellschaft seit 1817; bei vielgefeierte englische Missionar Moffat (seit 1821) und dessen Schwiegersohn Livingstone (seit 1845) wirkten hier. Aber auch die Hermannsburger Misfionsgesellschaft war hier (1858—1863) thäiig, als sich während dieser Zeit die Londoner Missionare wegen der Feindseligkeit der Buren hatten zmück- ziehen muffen. Die Hermannsburger Missionare waren zu dem Beffchuana-Stamm der Bamangwats, nordweblich vom Transvaal - Freistaat, gegangen. Während die 5 Stämme der West - Betschuana zu­sammen etwa 200000 zählen, kommen auf den einen Stamm der Bamangwats etwa 40 000. Hier hat Gott der Hermannsburger Missionsarbeit eine liebliche Frucht, einen sichtbaren Erfolg gegeben. Die Missionare tauften und trauten 1860 dort den damaligen Königserben Khama, der seit 1872 selbst als christlicher König regiert. Das geschah in der damaligen Hauptstadt Schoschovg. AIS dieselbe aus Wassermangel unbewohnbar geworden war, gründete Khama eine neue Residenz, nordöstlich von der alten Hauptstadt, einer fruchtbaren, gut bewässerten, mit Riesenbäumen bepflanzten Hochebene. Sie heißt Phalapye (sprich Phalapsche) und ist seit 1889 die königliche Residenz. Im Jahre 1862 waren die Londoner Missionare wieder zu den Bamangwats, mit denen sie seit 1842 verkehrt hatten, zurückgekehrt und seit 1865 war Schoschong ihre Hauptstatton, die 1889 »ach der neuen Residenz mit verlegt wurde. Phalapye heißt „die Wunderbare" und ist nun eines

61 Wagen fuhr und fuhr. Hansen hatte dem * angesagt, ein gutes Stück in die Jsaranlagen fahren — jetzt, da der Mann sich fragend 6 hohen Sitz umwandte, winkte er ihm zu — Leiter, hinaus, nach Herlaching zu! Die « der freien, wilden Luft, dar viele Grün

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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Bonn« und Feiertagen. QirartalS-AbonnementS-PreiS bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2,25 Mk. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr: die ge- walten« Zeile oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen: die Zeile 26 Pfg.

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Die Alkoholfrage bei den Negern Südafrikas.

Von PH. H.

„Die „Oberh. Ztg." vorn 3. Decernber v. I. brachte folgende Notiz: „Auf der Station Prestaneck der Strecke Wien-St. Peter entgleisten dieser Tage zwei Waggons eines Lastzuges. Die Waggons enthielten Fässer, die mit Branntwein gefüllt waren. Eines der Fässer erhielt ein Leck, und der Alkohol floß durch die Fuge» aus dem Waggon. In kurzer Zeit hatten sich aus der nahen Orthschaft Prestaneck mehr als 150 Personen, Männer und Frauen, mit Ge­fäßen versehen, einaefunden, welche den Branntwein damit auffinge». Den Bahnbediensteten war cs nicht möglich, der Uebermacht Einhalt zu gebieten, weßhalb »ach St. Peter um Gensdarmerie telegraphirt wurde. Als diese ankam, hatte der Alkohol bereits seine Wirkung in der fürchterlichsten Weise verrichtet. Sämmtliche Bewohner waren total betrunken, und vier Personen hatten durch de» übermäßigen Genuß ihr Leben eingebaut."

Dieser Vorgang läßt einen Blick thun in eine entsetzliche Alkoholgicr, die sich leider nicht vereinzelt, nicht etwa nur am vorgenannten Orte findet, sondern durch alle europäischen Völker, in bald größerem, bald geringerem Maße, verbreitet ist. Alle bei der Beurtheilung der schädlichen Wirkungen des Alkohol- MißbrauchS in Betracht kommenden Fachmänner, in erster Linie die Nerven- und Irrenärzte, sodann die Staatsanwälte, Gefängnißdirectoren und Gefängniß- geistlichen sind auf ihren Kongressen in folgendem Satze — soweit er sich . auf unser deutsches Volk bezieht — einig: „Die wachsende Trunksucht, selbst beim weiblichen Geschlechte, ist es, wflche die Irren­häuser und Gefängnisse in so erschreckender Weise stillt. Mindestens % aller in Irrenanstalten, im Ge- fängniß und in Arbeitshäusern befindlichen Personen find mittelbar oder unmittelbar durch den unmäßige» Alkoholgenuß dahin gekommen."

Die Consum-Ziffern find wahrhaft erschreckend. 68 werden in Deutschland zur Zeit im Jahre ver­trunken: 686 951 799 Liter Branntwein (zu 33 °/0

einen ober bet anberen ber politischen oder konfessio­nellen Gruppen angehört. Die Verhältnisse können nur allgemein geregelt werden, und daS bei der Durchführung der Steuerreform auf Drängen aller Parteien, insbesondere auch der nationalliberalen Partei ertheilte Versprechen der Staatsregierung, Vorkehrungen gegen eine plutokratische Veränderung des Wahlrechts zu treffen, darf loyaler Weise nicht deßhalb unerfüllt bleiben, weil in einzelnen Orten

lajum, Qtnter oem es sich hätte verbergen können, im Wage» saß. Zuweilen auch hatte jemand, Gottfried Hansen erkannt und versucht, im Fluge festzustelleu mit wem er denn da fuhr. Jetzt traf man nur noch einzelne Fußgänger an, die Sonne schickte schon schräg- fallende Strahlen durch das Laub, von ber tanzenden, sprudelnden Isar wehte eS erquickend kühl in die weiche Abendluft herein, und ein vielstimmiges Vogelconcert von Zweig und Busch und Baum stieg wie eine anspruchslose DankeShymne zum ruhigen Sommer­himmel auf.

Erni begann tief zu athmen, mit halboffenen Lippen. Als sie bemerkte, daß Hansen sie ansah, wandte sie daS Gesicht seitwärts, so wett sie nur konnte. Er zog sofort den Arm von ihrer Taille und senkte den Blick. Erni empfand dies als Zattheit und Güte. „Ver­zeihen Sie!" sagte sie schüchtern.

„Was denn? fragte er ruhig. „Sie find erregt — da» ist kein Wunder. Sie wollen doch mit mir kommen?.

sehr dankbar sein, aber ich kau» noch nicht recht. Wirklich, »och kann ich eS nicht!"

„Wenn Sie daS nicht beunruhigt — mir macht e» ganz und gor nichts I"

»Aber eben mich beunruhigt es!"

„Ich meine, ohne jeden Grund. Sie können ja gar nicht wiffev, wie es sich in meinem Hause lebt, ob eS Ihne» wirklich darin zusagt, Sie mithin über­haupt Ursache haben, mir zu danken!"

Erni schüttelte nachdrücklich den Kops.

„Sie wiffen sehr gut, wie ich es mdne. Meinen Dank verdienen Sie sich dadurch schon, daß Sie mich, ein fremdes Mädchen, von dem Sie nichts als Schlecht-s gehört haben, überhaupt in Ihr Haus auf­nehmen wollen!"

„Nehmen wir an, ich hätte nicht Alle», was ich über Sie gehött, unbedingt geglaubt, wozu mich ja bekannttich Niemand zwingen kann! Dann auch: was heißt schlecht? Es ist ein variabler Begriff, wie jeder andere! Falsch ist eS, wenn wir sagen:

cmlicht ist, hat die „Kölnische Zeitung" aus Anlaß vielfach verbreiteten Mittheilungen Über den In­der Vorlage heftige Angriffe gegen den Herrn

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marbnrg «nd Kirchhain.

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Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition diese» Blatte», die Annoncen-

O'*v**' ■ * D »ureaur Don Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Magd* q A c^^va

Donnerstag, 9. März 1899. 34' '5 l 9'

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machte daS ohnehin Wunde und aufgeregte des leidenschaftlichen Geschöpfs so elend, daß Plötzlich die Hände vom Gesicht riß, um sich und mit einem raschen Satz aus dem Wagen gen versuchte.

■ «tifrieb Hansen legte ohne weiteres den Arm « und hielt sie fest. Er redete vorerst kein Wott ■ J®» ru ihr herabgeneigt, in ihr verstörtes Gesicht

«uckte sie mit der freien Hand in die Wagen- hinein. Eine kleine Weile wehtte sie sich . _ —j als sie fühlte, daß ihr Widerstand ihr nichts

enI8«b sie ihr Sträuben auf und sah au» großen,