Auslasd.
Italien.
Nom, 6. März. DaS heute Morgen 91,'2 Uhr auSgegebeue Bulletin über daS Befiudeu der Papstes lautet: DaS Allgemeiobefiuden und der Zustand der Wunde find fortdauernd sehr be. friedigend; infolge dessen wird bis morgen Abend kein Weiteres Bulletin ausgegeben. Körpertemperatur 36,6, Puls 66, Athmuug 20, Mazzoni. Lapponi.
»elgiem.
Brüssel, 6. Mär». Dem Vernehmen nach habeu die Kräfte der Königin sehr a bge- nommen, so daß ein tödtlicher Ausgang immer noch zu befürchten ist. Bis jetzt ist der Zustand indeffen noch so befriedigend, daß der Hofalmosenier daS Schloß verlassen konnte. Dr. Thiriat bleibt dagegen dauernd bei der Königin.
Krankretch.
Paris. 6. März. In der Deputirtenkammer beantragte heute der Deputirte Allard einen Kredit von 200 000 Frcs. für die Hinterbliebenen der bei der Katastrophe in Touion Getödteten zu gewähren. Ministerpräsident Dupuy gab in ergreifenden Worten seinem Mitgefühl an dem Unglück Ausdruck und unterstützte den Antrag AllardS, welcher alsdann der Budgetkommission überwiesen wird.
Türkei.
Konstantinopel, 5. März. I» der Stadt D j e d d a sind in Folge der aus sanitären Gründen getroffenen Verfügung, daß Pilger die Stadt nicht betreten dürfen, Unruhen ausgebrochen. Die SauitätSbarackeu vor dem Mekkathor wurden zerstört, und es kamen Plünderungen vor. Der Sultan hat an die Behörden den Befehl gegeben, die zur Wiederherstellung der Ruhe und zur Durchführung der sanitären Maßregeln erforderlichen Anordnungen zu treffen.
Amerika.
New-Aork, 6. März. Der deutsche Kaiser hat an die Gattin des erkrankten amerikanischen Schriftstellers Rudyard Kipling hier das nachstehende Telegramm gerichtet:
„Als ein enthusiastischer Verehrer der unver- gleichlicheu Werke Ihres Mannes erwarte ich mit Spannung Nachricht über sein Befinden. Gott gebe, daß er Ihnen und Allen erhalten bleibe, die ihm für die herzerhebende Art dankbar find, io der er die Thaten unserer großen gemeinsamen Rasse besungen hat."
Frau Kipling hat durch Vermittelung des deutschen Botschafters in Washington dem Kaiser ihre» tiefgefühlten Dank aussprechen und gleichzeitig melden lassen, daß sich Herr Kipling auf dem Wege der Besserung befinde.
Aus Marburg und Umgegend.
Marburg, 7. März. Der letzte der diesmaligen Vortragsabende im Fortbildungs-Verein erfreute sich eines ganz außerordentlich zahlreichen Besuchs. Herr Professor Edward Schröder hielt gestern Abend in der Aula des Realschulgebäudes einen interessante» Vortrag über die Ortsnamen der Marburger Gegend und die erste Besiedelung Oberhessens. I» der Ein- lestung präcistrte er den Gegenstand. Nicht um die prähistorischen Vorkommnisse handele es sich bei ihm. Seine Ausführungen seien allein auf der Sprach- und Wortforschung begründet. Das Arnold'sche Werk sei dafür verdienstlich, aber bei seiner Abfassung nicht genügend durch die Germanisten unterstützt worden. ES gießt zwei Ursprünge für die Ortsnamen: 1) solche Ortsnamen, die von Flurbezeichnungen herrühren; 2) echte Ortsnamen, die ausdrücklich den Hinweis auf den Menschen als Siedler enthalten, entweder an erster oder an zweiter Stelle z. B. Rodenberger Hof oder Schröders Hof. Marbach ist zunächst der Name des Bachs, wird dann zugleich der Name des Dorfs; endlich erhält davon auch Marburg seinen Namen als Ansiedelung zum Zweck des Schutzes (bürg) für die Bewohner. Ockershausen ist eine Ansiedelung des Otgcr oder für den Otger, Werda Werd, Wörth, nieberb. Werber bezeichnet ein Laub am Wasser. Es käme nun darauf an, daS verschiedene Alter der Ortsnamen zu er Mitteln und zunächst einige feste Punkte für die Zeitbestimmung zu gewinnen. Dahin gehören solche Ortsnamen die aus der Zeit des 7. und 8. Jahrhunderts, der Bekehrung zum Christenthum herrühren müssen. Das find solche, in denen das Wort: Kirche, Zelle vorkommt z. B. Kirchhain, Neukirchen, KirchverS, Bronzell, Echzell. Freilich ist damit nicht gesagt, daß die sogenannten Orte nicht schon f üher auch bestanden haben, z. B. Kirchhain hieß früher Werslo. Bei Fulda giebt eS gegen 20 Ortsnamen mit Zell, alles Gründungen vom Kloster auS. Die allerjüngsten Orsnamen sind im 12. Jahrhundert entstanden. Wichtig für die Altersbestimmung ist der Nachweis, wann die germanischen Chatten unser Laud eingenommen habeu. Tacitus in seiner Germania (um 90 n. Ehr.) sagt, ein Theil der Chatten sei an den Niederrhein gezogen, aus denen der Stamm der Bataven entstanden sei; sonst aber seien sie autochthon. Dem ist aber nicht so: Bis 400 vor Ehr. wohnten hier int Lande Kelten, die damals unseren Vorfahren in mannigfacher Hinsicht überlegen waren, wirthschaftlich und politisch. Beweis dafür ist, daß 2 wichtige Worte ihnen entlehnt find: Reich und Amt. Die hiesigen Kelten hießen B o l» c a e, Walche, heute Welsche. Die Germanen saßen bis 400 v. Ehr. hinter dem hercynischen Waldgürtel. DaS eigentliche Stammland der Germanen ist die Elbegegend vom Eintritt in Sachsen bis zur Mündung, die jütische Halbinsel
und die dänsschen Inseln. Zu uns aber kamen sie nicht von der See. Die Spuren der alten Selten» spräche hier zu Lande finden sich vielfach in de» Namen der Flüsse, z. B.: Leine, was dasselbe wie Lahn ist. Gegen den Rhein und den Mai» finden sich überall keltische Flußname». Im Stromgebiet der Elbe ist der Flußname nicht germanisch. Der Name Weser ist schon verdächtig. Die Flußnamen- endung ana ist keltisch: Logana, Sequana (Laho, Saine). Keltisch ist Nidda wie die Nied in Lothringen, die Kinzig am Main und in dem ganz keltischen Schwarzwald. Keltisch find auch die Nameneudungen kleinerer Flüsse —affa — niederdeutsch, —pe — hochdeutsch — phe »der f. vrrgl. Aschaffenburg, (ASphe), (Asapha), Rosphe, Lasphe, Banfe, Dautphe. Dieselbe» finde» sich durch Westfale» hindurch (z. B. MilSpel bis uach Holland und Belgien. Der erste Theil ist deutsch, der zweite Theil aber keltisch. ASphe heißt Eschenwasser, Rosphe—Roßwasser, Lasphe - Laxwass r, Perff— Bärenwaffer, Schlirf—Schlierbach—lehmiger Bach, Banfe—Bärenwasser. Die Ortsnamenendungen —lar —mar. Die Deutungsversuche für —lar waren bisher vergeblich, z. B. in Wetzlar, Fritzlar, Dorlar, Uslar, Buttlar. Dagegen —mar bedeutet Meer, Sumpf, sumpfige Quelle. Davon leitet sich auch das Wort ab. Beispiele find: Geismar ist Sprndefauelle, ein Name, der bei Göttingen, in Hessen und Westfalen vorkommt, und Weimar in Thüringen und bei Marburg. Alle diese Namen entstammen der 3 it der ersten große» Germanenwanderung um 400 v. Chr., als die Chatten vom Thüringer Wald in ihre jetzigen Wohnsitze kamen. Außerdem gehören zu den ältesten Namen auch die auf —loh, —urig, - a, e, i, z. B. Schröck aus Schröckla, Moischt aus Muscheda. Auch eine Fülle isolierter Namen, die nicht zu deuten, aber uralt find, wie Cölbe, Wetter, Calder». Germanisch sind sie wohl nicht erklärbar. Aber deßhalb können sie doch germanisch fein; nur sind unsere Sinne zu abgestumpft, während unsere Vorfahren die feinsten sinnlichen Eapftndmigen in charocieristisch verschiedener Weise, z. B. nach Farbe, Rauschen u. a. in den Namen bezeichneten. Oder man muß die keltische Sprache zu Hilfe nehmen. Es sind entweder Bezeichnungen für uraltes keltisches Sicdelungsgebiet oder für erste germanische. Man muß eben bedenken, daß die Germanen erst recht spät zur Urbarmachung ihres Landes schritten. Bisweilen läßt sich in den Namen eine alte germanische Kultusstätte erkennen: Wimere (Weimar) kann kaum anderes sein als heilige Quelle. Bei Witzenhausen fehle» die älteften Namen gänzlich. Nur die Hochfläche von Lichtenau, worüber der alte Salzweg führte, macht eine Ausnahme. Das Kernland von Hesse» ist bei Cassel, Fritzlar, Homberg, Made», wo es heißt: „Dorle, Werkel, Lone, Hessenlandes Krone. Dissen, Deute, Haltdorf, Ritte, Banne, Besse, das find der Hessendörfer alte Sasse."
Die meisten dieser Namen find uns gänzlich dunkel nach deutscher Etymologie. Es ist ur
alter Siedelungsboden und mit Sicherheit vielfach keltischer. Zu den jüngeren Namen gehören die mit —berg —bürg gebildeten. Sie bezeichnen sehr wahrscheinlich Ansiedelungen zur Vertheidigung. So z. B. Amöneburg, Marburg, Stauffenberg, Königsberg; die mit —dorff (lat. turba) bezeichnen Grupp m- stkdelungen, die auf —Hausen, —haim sind überall verbreitet. Im 8. und 9. Jahrhundert beginnen die Siedelungen durch die Kirchen, Klöster, hier besonders von Fulda, Hersfeld und dem Karolinger Haus. Noch später haben die Dynasten durch Urbarmachung ihrer Wälder neue Orte begründet, die bann meist auch ihren Name» tragen. So vom 8. bis zum 12. Jahrhunbert. Dahin gehören Namen auf —rode, wie Brotterode, rode ist ost mit Frauennamen zusammengesetzt. Zu ben allerjüngsten Namen gehören auch bie auf Hagen (Veckerhagen). In ben ältesten Urfanbett fehlen diese noch ganz. Damit wirb ei» mit einem Heckenzaun umhegtes Terrain benannt, wie es meist an unfreie Siedler in herrschaftlicher Waldung ober auch auf Klosterbefitz übergeben war. Es führt meist ben Namen bes herrschaftlichen Besitzers. Hier bet Marburg kommt weder ein —Hagen, noch ein —rode vor, erst bei Kirchhain und Ziegenhain, wo die Dynasten zahlreicher, sich vorfanden. WaS die sogenannten Wüstungen oder ausgegangenen Orte betrifft, so ist die Annahme falsch, daß sie durch den 30 jährigen Krieg ausge- gangen wären. Das sind nur ganz vereinzelte. Schon etwas mehr sind durch die ritterlichen Fehden zerstört, ober auch da» wird übertrieben. Bei Weitem die meisten haben durch das Aufblühen der Städte im 13. und 14. Jahrhundert aufgehört zu bestehen. Die meist einladenden Ansiedelungen wurden von ihren Bewohner» verlassen, um die Vortheile des Lebens i» der Stadt dagegen einzutauschen. Schließlich ist »och daraus hinzuweisc», welche interessante Einblicke manche Ortsnamen in die dortigen natürlichen Zustände früherer Z it gewähren. Beispielsweise enthalten die Namen Urf und Wiesenthal de» Hinweis, daß dort in alter Zeit die bei uns längst ansgestorbeneu Thiere der Urzeit, die Auer ochsen und Wisenta gelebt habe». Seit dem 12. Jahrhundert ist von diesen Thieren nicht mehr die Rede, also müssen die Orte weit älter sein. — Nachdem der Vorsitzende des FortbildungSvereinS, Herr Geheimrath Professor Dr. Westerkamp, dem Herr» Redner im Namen des Vereins feinen Dank ausgesprochen, folgte die Generalversammlung. Genannter gab einen kurzen Rückblick auf die ThäÜgkeit und Wirksamkeit deS Vereins im verflossenen Jahre. ES feien Unterrichtsstunden ertheilt, Vortragsabende gehalten und auch gut besucht worden. Auch die Bibliothek habe zugenommen. Im nächste» Jahre würde» jedenfalls die Statuten revidirt und der Verein eingetragen, damit derselbe eine freiere Entfaltung nehmen könne. Die Mitgliederzahl betrug
vier Personen verletzt, schließlich mit einer
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Kopf gehauen.
(Schluß folgt).
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Herr Jnstizrath Uckermann beging am 3. b. M. fein 50jähriges Jubiläum unb verlieh ihm
Publikums hier statt. U. A. waren auch die neue Vorstandsmitglieder Frau Prinzessin Leopold v Preußen, Oberpräfident Graf Zedlitz Trützschler ne Gemahlin zugegen. Landerbankrath Dr. Ostus stattete ben Geschäftsbericht. Zu dem Verbände hören jetzt 34 Vereine mit 4675 Mitgliedern. Beginn bis Ende 1898 hat bet Bezirksverb 2 022 000 Mark für seine Zwecke verausgabt. D gesummte Vermögen bei Vereine betrug Ende v. 907 904 Mark, das Grundvermögen allein 434 5 Mark. Drei Ortsvereine haben eigene Häuser, vom Kaiser gestiftete Rothe Kreuz-Medaille erhic
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316 ständige, 37 unständige unb 16 Freunde, also so ziemlich derselbe Stand wie im vorhergehenden Jahre. Daß der Verein sich ein eigenes Heim zulege, müsse immer im Ange behalte» werde». Die Zeft sei »och «icht gekommen. Der seitherige Vorstand, nämlich die Herren Geheimrath Professor Dr. Westerkamp, Böde, Weintraut, Siebert, A. Unkel, Ehsel unb Stolpe würben schließlich wieder- gewählt, nachdem die Rechnungslegung erfolgt und dem Kassierer Decharge ertheilt worden war, worauf die Generalversammlung ihr Ende sand. In einem Auszuge aus dem Jahresbericht des Vereins werden wir demnächst das Nähere mittheilen.
L Kirchen -Concert. Am Sonntag Palmarum, also am 26. März d. Js, Nachmittags 6 Uhr wird der reformirte Kirchenchor fein für diesen Winter erstes Conceit in der hiesigen reformirten Kirche geben, bei welchem u. A. der 42. Psalm „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser", von Mendelssohn für Cor, Solostimmen unb Orchester
aus diesem Anlaß Se. Majestät der König Rothen Adler Orden IV. Classe.
r Oberrealschule i. b. C. Herr Nau ist Oberlehrer vom 1. April an ernannt worben.
runge in eine Stube eingebrnngen sein und sich ch^g'l» Hausfriedensbruchs schuldig gemacht hab«.
ltz Cappel, 7. März. Gestern Nachmit^ Ras| wurden die Einwohner unseres Ortes durch **
Schöffengericht zu Gladenbach wurde er deshalb 8 Monaten Gefängniß verurtheilt. Hiergegen er Berufung ein und schilderte den Sachverhalt t wie folgt: An dem fraglichen Abend habe er in Wirthschaft ruhig fein Glas Bier getrunken, als junger Bursche plötzlich laut skcmdalirt hätte, (der Angeklagte) habe jetzt gesagt: „Haltet Ruhe, die Nachkirme» kann so ruhig ablaufen, die Kirmes." Nun wäre man allgemein über hergefallen, nachdem man ihm ein GlaS «n
ein Grundstück von 8 Hektar erworben, mit dem der Anstalt, in der etwa 110 Betten aufgefitO werden sollen, bereits begonnen. Die Kosten werd« 300 000 Mark überschreiten. Was den O.tsvereii Cassel anlangt, so zählt derselbe 885 Mitglieder, bi Ausgaben in 1898 betrugen 165 424 Mark, dri Kassenbestand beträgt trotzdem noch 353 981 Mal! DaS Vermögen deS Casseler Vereins betrag 391 530 Mark.
Hersfeld, 6. März. Am morgigen Dienst« feiern Herr Waisenhaus-Jnspector a. D Hebel W> dessen Gattin das seltene Fest der golden^
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+ Zimmerdranb. In einem hiesigen Rest raut, in welchem gerade eine Tanzbelustigung fand, fiel vorgestern Nacht eine Lampe um, wo ein kleiner Zimm-rbrand entstand, der alsbald löscht werde» tonnte.
* Witterung. Diese Nacht waren 6,75 Grad Kälte. Heute Mittag hatte die Luft eine Temp
von 5,75 Grad (’. Wärme. Barometerstand 747 gegen vorgestern um 8 mm gefallen. Windrichtung: 8 Sonnen-Aufgang 8 33 Mond-Aufgang 4,41
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in Mnfik gesetzt, zur Aufführung gelangt, vollständige Programm wird in einigen publicirt werden.
* Jubiläum. Der Rechtsanwalt und
U Lohra, 6. März. Die Bohrnngsarbeit« 9) an unseren salz- und mineralhaltigen Quellen M seit einiger Zeit eingestellt. Die Wiesengründe, welchen sich die Bohrlöcher befinden und die d bie umfangreichen Wellen kenntlich gemacht werd«,
sinb zum Theil an ben betreffenben Stellen überflutet
zu bringen. [
Güster« Hain, 5. März. Am Freitag Ml; 3. b. M. wmbe bei Bergmann Aug Klei», Tl als fleißiger Arbeiter bekannt ist, in der Braunkohles grübe „Wohlfahrt" bahier von einem Unglück eiej; das leiber ben Tod zufolge hatte. Klein war dem Abbau der Braunkohlen (Stempeln des von dH Braunkohlen entledigten Stollenraumes) befcbäfM. dabei wurde er von einer beträchtlichen ErdnM verschüttet, sodaß der Tod wahrscheinlich durch =y sticken erfolgte. Die herbeigeeilten Arbeiter konM nur die Leiche de» Verunglückten aus dem SE hervorziehen. Er hinterläßt eine Wittwe neb | Kinder. 1
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+ Kaufmännischer Verein. Auf die für die Kolonial - Abtheilnng Marburg heute Abend im Physiologischen Institut veranstaltete Vorführung von Lichtbildern au8 Kiantsch0u machen wir unsere Mitglieder hiermit noch besonders aufmerksam. Der Eingang zu dem e wähnten Institut befindet stch an der Elisabethkirche.
* Concert. Für das heute (Dienstag) Abends 8 Uhr im MuseumS-Saale angekündigte Concert des ungarischen Violin- und Cello- virtuosen Sündor Schreyer ist folgendes Programm vorgesehen: 1. Concert brillant von Schreyer, 2. Das Gebet der Geige von Schreyer, 3. Karneval von Venedig von Nicolo Paganini, 4. Cellosolo „Das verlorene Glück" von Davidoff, 5. Ungarische Zigeunerweisen von Plotinyi, 6. Waidesflüstern von Schreyer. Wir machen unser kunst- finnigeS Publikum auf dieses auserlesene Programm aufmerksam und empfehlen nochmals den Besuch dieses heutigen Concerts.
V Stenographisches. Die ®eneralber = sammlungdes „Mittelwestdeutschen Stenographen- burideS" Stolze-Schrey findet am 1. und 2. Juli d. I. hier in Marburg statt. Der Burd, dessen Geschäftsleitung seit 3 Jahren in den Hände» bes Vorortvereins Marburg liegt, umfaßt zur Zeit 40 Vereine mit ca. 1000 Mitgliedern. Da Marburg dikanntlich immer sehr gern von Fremden bei festlichen Gelegenheiten besucht wird, so steht auch für die obigen Tage eine große Betheiligung Seitens der zum Bunde gehörigen Vereine zu erwarten.
+ Landwirthschastlicher Verein. Gelegentlich bes am nächsten Sonnabend im Saale bes Restaurants Bänsch abzuhaltenden 5. Frühjahrs-Saatmarktes hält auch der Landwirthschaftliche Kreisverein Marburg eine Sitzung daselbst ab.
+ Ein Deserteur in Civilkleidern wurde heute Morgen hier eingebracht. Zu welchem Truppentheil der Mann gehörte, konnten wir nicht seststellen.
4- DaS traurige Geschick, welches bie nunmehr völlig ausgestorbene Familie Reitz Hierselbst betroffen, erregt hier allgemeine Theilnahme. Nach- bem der junge Herr Reitz in der Blüthe feiner Mannesjahre plötzlich dahingerafft, folgte ihm »ach zwei Tagen bekanntlich seine alte Mutter, bie eist ben Schmerz gehabt, ihren Gatten wie auch ihre sämmtlichen Kinder im Laufe der Jahre inS Grab finken zu sehen. Die Verblichenen, welche ganz naher Verwandten entbehre», haben in hochherziger Weise testamentarisch verschiedene WohlthätigkeitS- a n ft a 11 e n unserer Stadt mit Legaten bedacht.
+ Einen netten Anblick gewährte gestern ein junger Bursche eines benachbarten Ortes, der sich per Rad zur Musterung begeben. Der schmucke Radfahrer, der anscheinend Soldat werde» mußte, machte sich Nachmittags mit seinem mit Blumen und Bändern geschmückten Fahrrade auf den Heimweg.
+ Nachweis der Bevölkerungsvorgänge in bet Stabt Marburg vom Monat Februar 1899. Lebendgeboren: 29 männlich, 27 weiblich, insgesammt 56. Todtgeboren: 1 männlich. Gestorben: 17 männlich, 22 weiblich, insgesammt 39, darunter Kinder bis zu 1 Jahr 3 ehelich, 5 außerehelich. Von den Geburtsfällen entfallen auf hiesige Einwohner 27, auf Auswärtige 29. Von den Sterbefällen kommen auf hiesige Einwohner 27, auf Auswärtige 12. Von den Todesursache» betrafen Brechdurchfall bei Kindern bis'zu I Jahr 1, Lungenschwindsucht 4, akute Erkrankungen der Athmungs- organe (Znfluenza) 5, an sonstigen Krankheiten 29.
+ Strafkammer. Bei dem ersten Falle der heutigen Sitzung handelte eS sich um eine sehr umfangreiche Sache, denn eS erschienen außer dem Angeklagten, nämlich dem Dienstknecht Philipp Diettich aus Hermannstein, seither in Untersuchungshaft, nicht weniger «IS 15 Zeugen. Der Angeklagte, welcher sich wegen Körperverletzung zu verantworten hatte, ist im Jahre 1866 in Hermannstein geboren und schon dreimal wegen ähnlicher Geschichten vorbestraft. Am 18. September v. I. kam eS nämlich gelegentlich bet Nachkirme» in Hermannstein in der HauS'schen Wirthschaft zu einer gehörigen Schlägerei und bei dieser Gelegenheit soll Dietrich mittelst einer Sense
Vermischtes.
Ertrnnken. Au» Triest, 6. März, wird „W. T.-B." gemeldet: In der Bucht von M«i wurden gestern sechs junge Leute in einem Boote der Bora überrascht; fünf ertranken; < konnte sich nach fünfstündigem Kampfe mit Wellen retten. _
scheugewordenes fremdes Chaisenpferd, das stch »ch in ben Stall bringen ließ in große Aufregung s-tzt. Das Thier rannte, wüthend ausschlazend, burt die Straße unb rouroe erst nach längerer Zeit, nachdq es vollständig ermattet war, von Feldbienst üb Jägern eingefangen.
+ Heskem, 5. März. Vergangene» Fr sind die S t ö r ch e wieder hier angetemmen haben ihre alte Wohnung auf der Scheune des He Wege wieder bezogen. Hoffentlich giebt es bald lindes Wetter, damit die langbeinigen Gäste ihre Nahrung finden können.
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fammlung des Vat erländischen Frauen Vereins für tun Regierungsbezirk Cassel fand an ?cr80n(.
C ffel, 7. März.
Die Iahresveft «tais;b
Traubei
14 Personen im Bezirk. Vom ßentralcomite Berlin wurden für die Lungenheilstätten in Ob» |— kaufungen 20 000 Mark gespendet. Der Bezirk verein spendete zu demselben Zwecke 2200 Mari Im Ganzen sind für diese Lungenheilstätte 285 OOI--
Mark zusammengebracht. Es ist von dem Foiststskii! ,
Hochzeit.
Hana«, 6. März. Ertrunken aufgefunt: wurde gestern früh im Stadtgraben in der Nähe i* Schlachthauses eine Person weiblichen Geschieh Dem Vernehmen der „Han. Ztg." nach handell « ^S! sich um eine früher hier ansässige, zuletzt 3 ■»-. Frankfurt a. M. wohnhafte französische Sprachlehrer» N namens Bauer, die Abends zuvor ihren Koffer ff < der „Stadt Frankfurt" niedergelegt hatte mit Auftrage, denselben ihrer hier wohnhaften SchioeM*UpI