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kfiff 1 diese Thatsache zu verdunkeln, ist das westnt- Ke Bemühen der sozialdemokratischen Piesse und
waaren theilweise unmöglich zu machen.
(Nachdruck verboten.)
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man hörte deutlich den dumpfen
% " 11 Ahl* Der unbekümmerte Künstler % - so freudig und bekam so glückliche Augen,
Ein eigenartiges Zusammentreffen!
Rodi!
Er-
zu haben —
(Fortsetzung folgt.)
durch ein blitzschnell in Thätigkeit gesetzter
Erni bueb stumm. Sre blickte dem RegierungS-
striert, und jetzt legte er, ganz gegen seine rath gerade iuS Gesicht mit flammende» Augen, »ud
einigten Staaten sich selbst haftbar machen für den Schaden, der den Deutschen auS der eigenen Action der Amerikaner erwächst. Jedoch ist die Gewißheit, daß
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zahllosen Physiognomien, die dar lange Reiseleben ihr vor Augen geführt hatte.
Die Grheimeräthi» warf eine» angsterfüllten Blick durch die offenen Flügelthüien nach dem Garten hinaus. Dort promeuicrten die öfteren Damen Arm in Aim, standen und saßen die Herren mit de» brennenden Cigarren umher, spielte die Jugend
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Roman von Marie Bernhard. (Serrfttinea
Der »Freis. Ztg.* wird aus Hamburg mitgetheilt, daß der d e u t s ch e F l e i s ch e r v e r b a n d einen AgUationsfoudS sammele, „um bei dem Fleischschaugesetz die Bestrebungen der Agrarier zu unterstütz », durch Anordnung einer zweifachen Fleischschau auch für alle ein geführten
wird es nicht nur schwer, den Anspruch auf Gleichberechtigung aufrecht zu erhalten, sondern es muß auch bei den Arbeitern, die sich in einen Haß gegen das Unternehmerthum getrieben sehen, der zu Gewalt- thaten und zu schwerer Strafe führt, e'ne Ernüchterung eiutrete».
Aus hu fern Grunde war es erklärlich, daß die Sozialdewokraten zunächst im Reichstage an das An- schneiden dieser, von ihrer Presse so ausgiebig verarbeiteten Materie gar nicht recht Herangehen wollten. Sie sahen eine große Niederlage im voraus, eine Niederlage von zerschmetternder Wirkung, wie sie ihnen leider aus Schuld der bürgerlichen Parteien erspart blieb. Man betrachtete eben die Angelegenheit, wie gesagt, von kleinlichen Gesichtspunkten aus und glaubte wohl, es handle sich mehr nur um ein Rededuell zw schen dem königlich säch fischen Bundesratbsvertreter und der Sozialdemokratie, als um eine große nationale Sache. Das Verhalte» der äußersten Linken hätte allein schon darauf Hinweisen müssen, welche Wichtigkeit von jener Seite dem Gegenstände beigelegt wurde, und die sozialdemokratische „Gnttübung*, das Lärmen und Toben, welches sich g e r a d e d ann e in - stellte, wenn auf den Zusammenhang des Löbtauer L a n d fr i e d e n s b r u ch e s mit der sozialdemokratischen Verhetzung hingewiesen wurde, hätte den Reichstag auf den rechten Weg führe» müssen, um der Sozialdemokratie eine empfindlichere Niederlage zu bereiten, als sie schließlich davongetragen hat.
Wo blieben aber andere Parteien, so das „regierende* Centrum, das fich als die kräftigste Vormacht gegen die Socialdemokratie auszugeben pflegt, als es galt, ei» mannhaftes Zeugniß dafür abzulegen, daß die soc'aldemokratischen Verhetzungen die Schuld an dem Löbtauer Verbrechen tragen? Die Redner der Rechten, Freiherr von Stumm und Dr. Oertel, haben dies in deutlichster Weise und, wie das Toben der Socialdemokraten bewies, mit packender Wirkung gethan. Wie anders aber hätten die Reichstagsverhandlungen abgeschloffe», to:mt alle Parteien — mit Ausschluß natürlich der demokratischen, die ja der Social)emokratie tributpflichtig sind — einmüthig vor aller Welt die Gemeingefährlichkeit der socialdemokrctischen Ktassenverhetzung klargestcllt hätten! Statt dessen äußerte der Centrums redner, der rheinische Ober-Landesgerichtsrath Roeren: „Es läßt sich nicht bestreiten, daß in weiten Kreisen der Bevölkerung die Ansicht besteht, daß die Strafzumessung (die der Redner überdies eine „exorbitante* nannte) mit durch die Erwägung beeinflußt ist, daß die Angeklagten der socialdemokratischen Partei auge- hören und daß mit dieser hohen Strafe nicht nur das Delikt der Angeklagten, sonder» zugleich auch die Sünden ihrer ganzen Partei mit getroffen werden sollen. Ob diese Ansicht richtig ist, oder wie weit sie richtig ist, oder ob sie völlig nnbegründet ist, können wir hier nicht entscheiden.*
Solche Aeußerungen sind natürlich nur Wasser auf die Mühle der Socialdemokratie, dadurch wird indirekt bestätigt, daß Grund vorhanden sei, in de» Löbtauer Verbrechern die „Opfer* einer „Klassenjustiz* zu «blicken. Von Klassenjustiz kann aber keinesfalls die Rede sei», und i» dieser Beziehung hätte Herr
Nach einer Londoner Depesche von gestern Mittag meldet die „Times* aus New-Aork: „Die Ausführungen des Staatssekretärs von Bülow in der Budgetcommission des Deutschen Reichstages und die neuerlichen officiösen Beziehungen, die zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten entstanden find. Deutschland, so meint man hier, hat em kluges Verfahren eingeschlagen, indem es sich an die Vereinigten Staaten um Schutz der Deutschen auf den Philippinen wandte. In diplomatischen Kreisen ist man der Ansicht, daß der Schritt Deutschlands, falls Schwierigkeiten eintreten, Ver-
Roeren schon aus Artigkeit gegenüber den unanfechtbaren Darlegungen des Herrn Oberstaatsanwalts Rüger fich solche Bemerkungen ersparen müsse». Nicht der Klassenjustiz sind die Löbtauer Arbeiter zum Opfer gefallen, sondern dem Klassenverbrechen, der Klassenhetze. Das hätte mit voller Wucht im Reichstage ftstgestellt werden sollen, nicht allein im Interesse der Achtung vor unserer Rechtsprechung, sondern auch in dem bet Arbeiter, die zu ihrem eigenen Verderben dem hetzerischen Eirflusse der Socialdemokratie unt«liegen und rom letzten Ende dafür auch bluten müssen.
in Deutschland. Anstatt die Bestrebungen zu unterstützen, die Vieheinfuhr wieder zu erleichtern, versucht man in der gedachten Weise die völlige Absperrung Deutschlands von dem Ausland in Bezug auf Fleisch herbeizuführen. Und doch ist die größere Fleischeinfuhr aus dem Ausland nur die natürliche Folge der Erschwerung der Vieheinfuhr und der günstigeren Er- werbsverhältniffe der deutschen Konsumunte», deren Fleischbedarf durch die inländische Production nicht befriedigt werde» fanm Dabei muß man fich erinnern, daß die Einfuhr von Fleischwaaren aus dem Ausland ohnehin erschwert wird, durch einen Einfuhrzoll von 17 Mark für den Doppelzentner. Der Zollbettag enthält zugleich einen Schutzzoll für das Fleischergewerbe, denn er ist erheblich höher, als dem Zollbetrag für lebendes Vieh entspricht.* — AuS der Stellungnahme der Freifiunigeu zum Fleischschaugesetz werden die Fleischer endlich eingesehen haben, wie kurzsüchtig und thöricht sie handelten, als fie fich den Freisinn zum Sachverwalter in der Vieh- und Fleischeinfuhr frage bestellten. Sie glauben ihre Interessen dort gut veitteten, weil die Freisinnigen aus Haß gegen die Agrarier für die Aufhebung der Grenzsperren für ausländisches Vieh eintraten, angeblich aus Rücksicht für das Fleischergewerbe und den Flcischkonsumenten". Jetzt ernten die Fleischer den Lohn für ihre Vertrauensseligkeit; jetzt wird auch gegen fie das Jntereffe des „Nichtsalskonsumenten" ins Treff-n geführt, der nur in der Phantasie des Freisinns besteht, da ein jeder arbeitende Mensch in weiterem Sinne auch Producent ist, und ein Interesse daran hat, daß auch seiner Arbeit der erforderliche Schutz zu Thril wird. Dem Freist»» ist eS in dieser Frage, wie in allen anderen nur um den „Schutz des G e l d s a ck s* und das Jntereffe der Vieh- und Fleisch-Importeure zu thun. Producent und Consument kommen nur insofern in Betracht, als fie gegeneinander aufgehetzt werden, damit der Großkapitalist als tertius gaudens sich um so bequemer a u f Kosten beider bereichern kann. — Sind die Fleischer erst zu der Ueberzcugnng gelangt, daß ihre Jnlereffen mit denen der Deutschen Viehzüchter durchaus solidarische si-d: Schutz ihrer ehrlichen sauren Arbeit gegen die unlautere Konkurrenz des Auslandes, gegen die Ausbeutung durch das Großkapital, dann werden sie sich leicht über ein gemeinsames Vorgehen zur Erreichung dieses Zieles einigen können.
Leitung des deutschen Fleischerverbandes', bemertt dazu das Richiersche Organ, „setzt fich damit in Widerspruch mit den Interessen aller Fleischkonsumenten
Umschau.
Zu der diesjährigen Plenarversammlung deS deutschen Handelstages waren zahlreiche V itceter von Handel uud Industrie aus allen Theilen- des Reiches, sowie Staatssekretär Posadowsky erschienen. Geh. Rath Frenzel eröffnete die Verhandlungen mit einem Nachrufe für den Fürsten Bismark und den Grafen Caprivi. Hierauf begrüßte Staatssekretär Graf Posadowsky die Versammlung und drückte die Hoffnung aus, der Handelstag werde bei der Aufnahme der deutschen Produktionsstatistik die Regierung mit seinen Erfahrungen unterstützen. Wen» die Handelsbilanz trotz der bisher noch nie erlebten vorjährigen Thätigkeit des deutschen Erwerbslebens eine zunehmende Passivität aufweisen, so beweise daS, daß das deutsche Volk kaufttäftiger und Verbrauchs fähiger geworden sei. Je pasfiver nun die Handelsbilanz werde desto aktiver muffe die Zahlungsbilanz fein. Deßhalb müsse die Produktion verbeffert, das Absatzgebiet erweitert und eingehend geprüft werden, ob und wieweit die gesetzlichen Grundlagen, wodurch der internationale Waarenaustausch beruht, der Ergänzung und Berichtigung bedürfen. Hebei die in diesem Sinne nothwendigen Schritte könnte nur durch eine Produktionstertistik, durch die Angabe, was im Inland verbraucht wird und wohin der Ucberschuß geht, Klarheit geschaffen werden. Die Judustrie erweise sich selbst den größten Dienst, wenn fie zahlenmäßige Nachweise für die einzelnen Zweige vorbringe. Nach der Wahl des Bureaus wurde der Geschäftsbericht vorgelegt und nach längerer Debatte einer Erklärung zu dem Ges-tzentwurf über die privaten Bersicherungsunternehmungeu zugestimmt, welche eine Mod fikation desselben, Beschränkung auf die Lebens- Unfall'Haflpflicht, die Feuer- Hagel- und Vieh-Versicherung sowie Beseitigung der verschiedenen Besteuerungsarten in Deutschland und die privatrechtliche Regelung des Versicherungswesens verlangt.
sbgeschnitten und zwar durch 6en Regierungs- innere Sie sich vielleicht zufällig meiner, Fräulein $atte 6ci Ernis Anblick betroffen gestutzt, Erika Lentz — oder ist Ihnen Ihr anderer Name 4a”8tn eingekniffen, als traue er seinen Sinnen geläufiger?
Warburg
Sonnabend, 4. März 1899.
Wöchentliche Beilagen
nebStriefl: Joh. Lug. Koch, UuiverfitütS-Buchdruckerei in Marburg. Expedition: Markt 21. — Telephon 55.
Verhetzung.
Der springende Punkt in den Retchstagsverhand- tn über das bekannte Urtheil des Dresdener mgertchtshofes ist unseres Erachtens in der
t nicht genügend in den Vordergrund gestellt en. Theils stellten sich Zeitungen, welche den emokratlschen Terrorismus genau so verurtheilen wir, auf einen docttinären Standpunkt und be- tla in erster Linie die Frage, ob der Reichstag in welchem Umfange er berechtigt sei, zu solchen genheiten Stellung zu nehmen; theils brachten öttrachtungkn darüber, daß es doch wohl ein gewesen sei, die Oeffentlichkeit bei den Ver- lmigen auszuschließen. DaS sind Angesichts der welche sich die Socialdemokratie bei den siche» Reichstagsverhandlungen gegeben Hai, sehr -che Gesichtspunkte, die billigerweise hätten znrück- ivgt werden müssen, um die große principielle
DiesHwe der Sache mehr zur Geltung zu bringen.
WWW Es ist ferner ein nebensächlicher Vorwurf, i die Socialdemokratie dem Dresdener Gerichtshöfe |P” rnüber erhebt, daß das Urtheil zu hart gewesen !| unb daß gegen die Verurtheilten das Delikt des *’ i drschlags nicht hätte erhoben werden sollen. Diese Ä würfe bringen die Socialdemokraten nur an, bei den „Bourgeois* das „Humanitätsgefühl* |)E erregen und um im allgemeinen gegen L Dresdener Spruch Stimmung zu machen. 6 die — übrigens im Reichstage hinreichend «legte — Behauptung, die im „Dresdener mral* gegebene Darstellung des Thatbestandes richt richtig und die Bemühungen, diesen That- kmd dadurch zu verdunkeln, daß man die Land- densbrecher als ganz harmlose, unbescholtene Leute "dni b’e durch einen nicht einwandfreien Ban- einehmer arg gereizt und zudem betrunken gewesen
», ist nebensächlicher Natur. Das Schicksal r B e st r a f t e n ist es wahrlich nicht, was Socialdemokratie Schmerzen verursacht; denn jene ldi^hat über so manchen ihrer Anhänger und ds Familie schon weit schlimmeres Elend hervor-
Fleischwaaren die Zufuhr ausländischer Fleisch- legenheiten für Amerika int Gefolge habe kau», und ------- -e. ----->» „Die eS wird bereits darauf hingewiesen, daß die Ber-
Anzcigen nehmen entgegen: die Expedition dieser Blatter, die Annoncen-
Bureanx von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Caffel, Magd«- qj -
bürg, Wien: Rudolf Moffe, Frankfurt a. M„ Berlin, München, Köln; 04.
C. L. Daube & So., Frankfurt a. M„ Berti», Hannover, Pari» K.
Kreisblatt für -re Kreise Marburg uud Kirchhain
Verantwortlich für bic Redaktion: Redakteur M. Hartman» i» Marburg.
SSVIIIMUgyVlUll* Redaktion: Markt 21. - Telephon 55.
► Alev, ohne jemals deßhalb Gewissensscrnpel zu (U Stoben.
ermeß Was aber bei dem Löbtauer Falle der Sozial- l. ’ ukralie nahe geht, ist der Umstand, daß d«selbe :—Frucht ihrer Verhetzungen darstellt,
-Meine eigenen Töchter hätten —* hier stockte ^rheimräthin, denn aus der Mitteühür deS Garten- kam Erika Lentz.
ich ü das hervorragendste Bestreben der „Genossen* weg i .Reichstage. Hatte schon der „Vorwärts* vor
Erscheint täglich außer an Werttagen nach Sonn- und Feiertagen.
KJ Quartals-Abonnements-Preis bei der Expedttion 2 Mk., bei allen J19. di Postämtern 2,25 Mk. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr: die ge» _____________walten« Zeile oder deren Raum 10 Pfg., Rcklamen: die Zeile 25 Pfg.
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Frucht socialdemokratischer
Schute des Lebens
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7/s * meine gehört zu haben, die junge Dame t8 2 ~ würde es die gnädige Frau nicht für
v ot Pflicht erachten, eine Ihrer eigenen Töchter im
, iv Jicuviy uhu veuuu fv gi.uu.wujc «ugcu, kür ihn die Sonne auf. Er dachte nicht v. ^se spontane, innige Begrüßung zum
ei» sonderbares Lickt auf das junge tgjrf ^rfeu mußte, von deffen Begegnung »od ^hvidem Gespräch mit ihm die imposante Dame InfW1 . «b»ung hatte. Sie öffnete eben die Lippen X. . Bemerkung, die für Erni verletzend genug ” °Uen wäre, allein auch diesmal wurde ihr das
rr”- “8er Zeit die Parole ansgegeben, der „Löbtauer 1 * sei nichts anderes gewesen als eine jener »ke»e» Schlägereien, wie fie fast täglich Vorkommen, tüfi Wen die sozialdemottatische» Redner im ReichS-
1 bemüht, die Sache in derselben Weise darzu- Der Sozialdemokratie ist eS eben zur Zeit, J 'sie den Ruf aufrecht erhalten will, fie sei eine y4 W Vväßigte* Partei, der Gewaltthätigketten fern ! # tt», überaus störend, wenn ihr urkundlich , '^gewiesen werden kann, in welcher ^rise ihre Lehren wirken. Treten solche : H bchte ihrer Agitation, wie die zu Löbtau hervor,
in diesen flammenden Augen war kein Schuldbe- wußtsei» zu lesen. Ja, sie entsann fich zufällig seiner Physiognomie von Monte Carlo her. Sie hatte ihn täglich im Casino, im Spielsaal, auf der Terrassenpromenade getroffen. Er war kein professioneller Spieler gewesen, hatte nur hier und da einmal ein paar Goldstücke gesetzt — aber unter den berufsmäßigen Flaneurs von Monte Carlo, die für ihre verbrauchten Netven einen p:ickelnde» Reiz darin finde», dies aus allen Nationen und Ständen bunt zusammengeworfene Schauspiel zu genießen, wie ein Feinschmecker ein pikantes Gericht, war er einer der bemerkenswerthesten gewesen. In diesem haut göut, der dort in Monte Carlo gleichsam in der Luft lag, hatte fich der in München so solide, angesehene RegierungSrath durchaus in seinem Element gefühlt. ErniS ftische Schönheit war sehr wohl von ihm bemerk worden, er hatte sie aber jedesmal so umringt gesehen, und seine Ange»- und Zeichensprache war so völlig unbeachtet von ihr geblieben, daß er keine
Annäherung versuchen konnte und nur immer von
neuem das reizvolle Geschöpf, daS ihm der Zufall
ost ein halbes Dutzendmal des Tages entgegenführte,
mit ausgiebiger Bewunderung musterte. Eben dies
ausführliche Mustern, daS auf Erni in diesem ihr
ohnehin fatalen Gesicht doppelt widerwärtig wirke,
war ihr gut genug im Gedächtniß geblieben, trotz der
Schall der aufprallenden Holzkugeln herübertönen. Daß nur Niemand kam, fie zu holen, daß nur nm Gottes Willen Niemand etwas merkte, vor allem Lollo nicht!
„Und wenn Sie dort in der That die junge Dame unter einem anderen Namen auftreten sahen, mein Herr, — was weiter?* fragte Gottftied Haufen gelaffen und stellte fich neben Erni, als gehöre er zu ihr.
„Ah — eS darf mich nicht wundernehmen, daß Sie fich hier zum Ritter aufwerfe»!* entgegnete der RegierungSrath, daS Sie* stark betonend
er war empört, daß dieser Maler eS wagte, ihn
Da ich
kurzweg mtt mein Herr* anzureden.
höre, Sie wünsche» aus diesem Hause ein — Modell
sonstige reservierte Manier, eine seiner wie gewöhnlich fischig feuchten und falten Hände auf die Rechte der Seheimeräthin.
„Sie verzeihe», verehrte Frenndi»! Die junge.. er zögerte einen Augenblick, bann gleichsam mit Ueber- toinbung weiterredend, „die junge . . . Dame da ist Ihre Gesellschafterin?*
So eigenthümlich scharf war Sttmme und Betonung, daß die Räthi» förmlich erschreckt znrückfuhr.
„Ja!* antwortete fie unsicher.
„Seit wann?*
„Sett — feit — mein Gott PrätormS — vaS haben Sie — was wissen Sie — ich — ich —*
„Seit wann?* wiederholte der Regierungsrath mi- gebnlbig.
„Drei Wochen werde» eS sein — etwas darüber hinaus!'
„Unb bei Name?*
„Erika Lentz!*
Sehr intereffant l* sagte PrätoriuS »achläsfig.
Als ich fie in Monte Carlo sah, hieß fie Eontessina