Dame die Vorstellung ihres Gastes oder vielmehr der übrigen Anwesenden, denn von ihm wußte Jeder, wer er war.
Er mußte sich neben die Dame des Hauses setzen, Gefrorenes und Wein genießen — gute» Wei», gottlob — uvd sich da»» nach allbeliebter Manier von den Damen auSftage» lasten: war er jetzt male, «au» und wo man ei» Werk vo» ihm bewundern dürfe, ob eS möglich sei, was das Gerücht behaupte, daß er sich auch dem Genre zuwende, — waS er über die Pleinairiste» deuke und so weiter.
Götz Hansen musterte mit seinen klugen Augen rasch all' die lächelnde», plaudernde» Lärvchen, die ihn und feine Kunst wie ein nette« neues Spielzeug auffaßten, daS augenblicklich sehr in der Mode war, mit dem mau sich also auch schon einmal abgebm konnte ... wo blieb unter all' diesen daS eine Gesicht, um tu stellt willen er hierhergekommen war, daS eS ihm derartig avgethan halte, daß er daS Opfer seiner persönlichen Freiheit, seiner Arbeitsstunden gebracht hatte, um dieS Motiv, dies köstliche Motto sich zu sichern? Hier sollte er nun fitzen und all' die» öde Gerede anhöreu und „auf die Kunst" trinken, ein Vorschlag von rosigen Frauenlippe», der mit einem allgemein begeisterte»: .Ach ja, ach ja," ausgenommen wurde. (Fortsetzung folgt.)
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Teil
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Marburg
Mittwoch, 1. März 1899.
Wöchentliche Beilagen
ggtf anbBtrfM = 3oh. Slug. Koch, UniverfitätS-Buchdruckerei in Marburg.
EMrditton: Markt 21. — Telephon 55.
: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Jlluftrirtes Sonntagsblatt. """""
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. QuartalS-Abonnements-PreiS bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2,25 Mk. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgcbühr: die gr- loalten« Zeile oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen: die Zeile 25 Pfg.
Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition diese« Blatte«, die Annoncen- Burcaux von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Gaffel, Magd«- oi
bürg, Wien: Rudolf Moste, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; 04.
®. L. Daube & To., Frankfurt a. M„ Berlin, Hannover, Pari« x.
e°i? Ansiedlungen in Westpreußen
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und Posen.
Die dem preußischk» Landtage überreichte Denk-
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M» Anstedlungs-Thätigkeit in den Bauern-Dörfern Westens, haben sich bewährt. Daneben haben
ichrift über die Ausführung der Anfiedlurgs- Gstltze vom $6. April 1886 zeigt wieder einen er- Mlicheu Fortschritt in der Förderung des Deutsch- chiws in den Ostmarken. Die zur Hebung des 3 R^llifiedler - Zuges getroffenen Maßnahmen, so die ' -kiglichst rege Verbreitung der Kunde von der öst
.J grober die günstigen Berichte, die aus den älter» ßrCIl Wedlungen in die Heimath-Provinzen der Ansiedler jdangten, und die guten Ernte - Verhältnisse des
jierigen Jahres zur Belebung deS Anfiedler-Geschäftes niUB| fcigdragen.
p. Bemerkenswerth ist, daß unter den Herkunfts-
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(14d Gebieten der Ansiedler mehrere Landestheile erscheinen, ,'Ortry bisher gar nicht oder schwach vertreten waren, — ; -j. 8. die Provinz Hannover, namentlich Ostfriesland, -ftmtei Oldenburg, neue Theile der Provinz Sachsen usw.;
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hoher «zveifelhaft „in jüngster Zeit erhöhten Grundstücks- iturei Wfen," und dann auch darin, daß wählerischer beim Jtigst |kiraf vorgegangen wird, weil lebenskräftige An- (3680gS6dttngen nachweislich besser auf gutem, aber
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ieu find auch deutsche Einwanderer auS Oesterreich. Die Anfragen Anstedlungs-Lustiger haben sich außer- tlich gemehlt; sie betrugen 3191 gegen 1180
Vorjahre und durchschnittlich 888 in den Jahren bis 1896; es ist 605 Puuktationen der Zrr- ertheilt worden, womit sich die Zahl der gütigen ags - Abschlüsse gegen das Vorjahr (367) um *5 Procent, gegen 1896 (191) sogar um 217 Proc
Mit woiden.
Wie im Vorjahre, so sind auch im Jahre 1898 hältnißmäßig zahlreiche polnische Güler erworben den. Der Anfiedelungs-Kommissto» wurden zum f angeboten aus deutscher Hand 210 Güter und bäuerliche Grundstücke (107 795 Hektar), auS ’ "cher Hand 42 Güter und 32 bäuerliche Gründest 963 Hektar). Als für Ansiedelungs-Zwecke ignet sind im Berichtsjahr 15 Rittergüter, 9 größere, ändige GutSbezirke bildende Besitzungen und 9 nein-Grundstücke erworben. Die Fläche der 1898er d Erwerbungen mit 14 828 Hektar ist, infolge im vorigen Jahre beschlossene» Verdoppelung des Medelungsfonds viel größer als die vorjährige, die W 4914 Hektar ausmachte. Auch für 1899 werden
:. 600, 780,
(Nachdruck verboten.)
Schute des Lebens.
Roman von Marie Bernhard.
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g-, iswüe» Streich zu spiele» uod da» Local z» die Mama »ar ohnehin selbst aufgeregt " stüsterte den Töchter» einmal mit besorgter
wnn, als auf geringem, billigem Boden gedeihen. Der Gesammt-Erwerb der Ansiedelungs-Kommission faßte am Schluß des Jahre» 1898: 112467 « zu einem Kaufpreise von 717, Millionen «art, davon sind aus deutscher Hand 32,77 Prozent, polnischer 67,23 Prozent. Bis zum 31. Decemder 1898 waren an Anfiedeler vergeben 50 757 Hektar . W einem Werth von 34 Millionen Mark. Fast NYg deuffche Anfiedeler Familien mit einer Serien«
ere Ankäufe als nothwendig angekündigt. Der ■ Ähre 1898 durchschnittlich für dcn Grund-Erwerb ihrige Mite Preis belief sich auf rund 774 Mk. für °1 Hektar, gegen 766 im Vorjahre. Die steigende Achtung der angelegten Grundstücks - Preise findet wch der Denkschrift ihre Begründung einmal in den
- Ä ' (Fortsatz»»,.)
'/* ~ Herren sandten vielfach verstohlen suchende Blicke . wollte oder sollte denn dies Fräulein die hier als Gesellschafterin figurierte, immer Hintergrund verweilen? Man hatte sie flüchtig ^der Vorstellung gesehen und sie .hervorragend" dann hatte sie sich zurückgezogen, wahr» ^alich auf .höheren Befehl". Wirklich malitiös ? alten Dankelmann sie war eine so prätentiöse Hertha so correci langto.Uig und Lollo, die Epische Kleine, »ar heute merkwürdig zerstreut, -- u?e jede Minute nach dem Eingang des (Barten« und wetzte so unruhig auf ihrem Sitz hi» 4 iiS'r h? als fiele es ihr schwer, nicht aufzuspringen ’• bavonzulaufen.
4| " 1 bei That kochte es vor Ungeduld in ihr. i " ^Uln kam Erni nicht wieder herein, und wo blieb : 5 der für sie diese ganze Gesellschaft erttäglich 1 »en beleben sollte? Lollo wagte eS nicht,
*1 - ; Mutter, die fie soeben noch schwer erzürnt hatte.
zahl von 18—20 000, in 120 Anstedeler-Gemeinden und 60 Einzelstellen ober kleineren Gruppen sind damit ansässig gemacht. Der Verkauf von 665 Stellen im Jahre 1898 bedeutet eine Besiedelung von 10 000 Hektar gleich 1,8 Ouadratmeileu mit 605 Kleinwirthen» welche die Neubildung von etwa 20 ländlichen Dorf-Gemeinden nöthig macht.
Die Gesammt-Ausgaben des Ansiedelungsfonds von 1886 bis Ende 1898 betrugen 109 Millionen, die Einnahmen 20 Millionen, die Netto-Ausgaben mithin 89 Millionen. Da sich die aufgewendeten Summen im Anstedelungs - Geschäft mit etwas über 2 Prozent verzinsen, der Staat sich aber das Geld zu 3 Prozent verschaffen kann, so betlägt jetzt der Zuschuß, de» der Staat für diese großartige Förderung deutscher Kultur Bestrebungen in den umbranbeten Gegenden ber Ostmark zu leist n hat, kaum eine Million Mark, eine Summe, die ben Erfolgen gegenüber als sehr gering bezeichnet werben muß.
Umschau.
Das Organ des Bundes ber Landwirthe ist sebr unzufr-eben mit den Bestimmungen für ausländische Fleischwaaren, wie sie der neue Gesetzentwurf über Schlachtvieh- unb gleifd)- beschau bringt. Es heißt hierzu in ber „Corresp. d. B. d. Ldw.': Die Einfuhr ausländischen Fleisches darf künftig nur über bestimmte Zollämter erfolgen, bei denen die Untersuchung erfolgen soll. Der Bundesrath kann anorduen, inwieweit das Fleisch von zusammenhängenden Thierkörpern unb Thiertheilen eingeführt werben darf. Er ist auch ermächtigt, die Einfuhr vo» Fleisch, Hessen Unschädlichkeit für die menschliche Gesundheit nicht wehr zuverlässig festgestellt treiben kann, zu verbiete». Andererseits ist er aber auch ermächtigt, die Untersuchung ausländische» Fleisches ganz zu unterlassen ober einzuschränken, wenn das Fleisch nach der Art feiner Gewinnung und Zubereitung erhebliche Gefahren für die menschliche Gesundheit erfahrungsgemäß nicht bietet. Wie will der Bundesrath die „Uugesähilichkeit" des im Auslande „gewonnenen" und „zubereiteten" Fleisches konstatiren? I» der Begründung heißt es in dieser Beziehung:
„Andeiersrit« find Fltischzuberciiunxen int Verkehr, von welchen eine Gefah für die menschliche Gesundheit licht befürchtet zu werden braucht, obwohl eine bezügliche Feststellung von bei feit gen Waaie nicht wehr möglich i st. Es kommt hier beispiel-weise Fleisch, besten Zu- beieitungrweise das Abkochen oder Abdämpfen bei hohen Hitzegraden in sich schließt, in Betracht Derartige Maaren können von der Untersuchung befreit oder doch leichteren Uuterfuchungrbedinguvgen unterworfen werden. Es wird z. B. unter Umständen lediglich eine äußere Besichtigung oder die zeitweise Untersuchung von Einzelproben bestimmter Handelsmarken als genügend erachtet werden können."
Obgleich das Fleisch von deutsche» Ochse» und Schweine» im Allgemeine» doch auch nicht roh ge- geffen zu weiden pflegt, sondern durch „Abkochen oder Abdämpfen" seine eventuelle Gefährlichkeit verliert, muß der deutsche Landwirth, der deuffche Schlächter sei» Schlachtvieh einer sorgfältige» Untersuchung vor und nach der Schlachtung unterziehen, während man sich beim Importeur amerikanische»
Miene zu: „Ich kann doch nicht früher in den Garte» gehe» lasse», als bis PrätoriuS da ist — ich möchte nur wissen, wo er bleibt? worauf Lollo die gleichmüthige Antwort gab: Vielleicht ist er ent« gleist unb liegt bei Großhesselohe im Graben!"
Da kam eS die Sandsteinstufen, die in den Gartensaal führte», Hera« in raschem elastischem Schritt, und in die schwüle Aihmosphäre bleierner Laugeweile, die auf ben Gemüther» zu lasten begann, drang ein frischer Luftzug, ein neuer Odem.
Lollo war aufgesprungen und lief zur Thür — glückstrahlend, freudebefchwingt. Er kam, er war da, kurios für sie anzusehtn in feinem feinen schwarzen Gesellschaftshabit, den Hut im gebogenen Stirn, fein reiches dunkles Haar, das er im Atelier so selbstvergessen zerwühlte, forgfältig gevidoet, aber doch „er" mit feinen geiststrahlenden Blauaugen, mit feinen humorvollen, weichgeschwungeven Lippen, »dem echten Künstler mund", wie Ernt zu Lollo geäußert hatte.
Die Gäste, vo» bene» die meiste» ben berühmten Maler vo» Ansehen konnten, blickte» einander staunend an. Wie ging das zu? Gottfried Hansen der Ungebundene, der abgesagte Feind aller tobte» Form, hier, hier im Hause ber Geheimräthi« Dankelmann, ber „Madame Etikette", wie man sie genannt hatte, der Feindin aller Kunst? Sollte eS am Ende doch etwa»
Büchsenfleisches und amerikanischer Schinken begnügt, letztere sorgfältig von außen anzugucken und von Tausend Büchsen vielleicht eine aufzumachen. Das Gesetz in seiner vorliegenden Form enthält eine directe Bevorzugung des ausländischen Fleisches unb bildet nur eine Belastung der heimischen Viehzüchter und Schlächter. Andererseits ist auch durch die dem BundeSrath eingeräumte dis krettonäre Befugniß der Zulassung re'p. Nichtzulassung ausländischen Fleisches die Gefahr nahe gelegt, daß politische Fragen mit dieser wirthschaftlichen Frage verquickt werden und letztere hier oder da als Kompensationsobjekt benutzt wird, wobei die Interessen der deutschen Fleischproducenten und Konsumenten entschieden zu kurz kommen dürften. Wir können uns nur vollkommen dem Beschluß des Deutschen Landwirthschaftsraths an- schli'ße», daß der Erlaß eines Reichsgesetzes den bereinigten Forderungen der deutschen Landwirtschaft nur dann entspricht a) wenn in dem Gesetze selbst ausländisckes Fleisch und ausländische Fleischconserven genau nach denselben strengen Grundsätzen der Cou- trole behandelt werde» wie die inländische Maare gleicher Art, b) wenn alle nicht oder nicht sicher controllirbaren Körperteile von Thieren sowohl wie Fleilchconserven (auch Würste) ausländischer Herkunft, sofern sie nicht untersucht sind, von der Einfuhr überhaupt ausgeschlossen werden, c) wenn nach Erlaß dieses Gesetzes es in allen denjenigen Staaten, in welche» dies roch nicht ber Fall ist, eine obligatorische Schlachtviehveisicherung unter Heranziehung obn öffentlichen Mitteln eingerichtet wird.
Der „Reichs an zeig er" schreibt: In einer Auslassung gegen ben Entwurf d e s Fleisch- s ch a u g e s e tz e S schreibt bie „Deuffche Tageszeitung" :
„Daß die Bestimmungen über die Einfuhr ausländischen Fleisches den Anschauungen des Staats sekreiärs des Reichsamts des Innern ober gar denen des preußischen Land- wirthschafts-Mivisters entprechensollen, ist nicht anzunehme». Sie sind jedenfalls durch das Auswärtige Amt hineingebracht worden.
Gegenüber dies-r völlig willkürlichen Bemessung des Antheils einzelner ReffortS an dem Gesetzentwurf ist hervorzuheben, daß, toie ber gefammte Inhalt deS Entwurfs, so insbesondere auch die Bestimmungen über die Einfuhr ausländischen Fleisches auf einmüthige» Beschlüffen des preußischen Staats Ministeriums beruhen.
Bei der Erörterung einer reichsgesetzlichen Regeluns des Apothekenwesen» in der Presse ist letzthin auch mehrfach die Rede vo» dem Voffchlage gewesen, eine Selbstablösung der Werthe der bisher verkäuflichen und vererbliche» Apotheken- rechte durch die Apotheker mit Hilfe eines Amortisationsfonds unttr staailicher Leitung und Beaufsichtigung herbeizuführe». Auf diesem Wege hofft man zu einer einheitlichen Neugestaltung der Apothekenbeiriebsrechte zu gelangen, ohne die berechttgte» Ansprüche der jetzigen Besitzer dieser Rechte zu schädigen. Wenn von einigen Blättern bemerkt wird, dieser Voffchlag sei bereits zur Grundlage der Neuregelung des
sein mit bem Maltalent bet kleine» Lollo, von bem man munkelte, daß eine berühmte Kunstgröße es anerkenne und stütze?
Jedenfalls flog besagte kleine Lollo glückselig ans ihren „Meister" zu, faßte ohne jede Zermouie seine Hand, zog ihn zu ihrer Mutter hi» und rief in Hellem Jubel: „Mama, Mama, daS ist er, bas. ist Herr Gottftied Hansen!"
Die Räthin hatte sich vo» ihrem Sitz erhoben, sämtliche Gäste thateu ihr bas »ach, unb er, ber Mittelpunkt all' dieser Blicke, all' dieser Menschen, lachte, lachte fein sorgloses, gewinnendes Lachen, neigte sich ritterlich über die gnädig dargereichte Hand der Hausfrau und sagte: „DaS nennt man jemand effektvoll in Szene setzen, Gnädigste!" Hier als» ist Gottftied Hanse» unb wünscht zunächst, feinen Dank für Ihre so überaus gütige Einladung abftatten zu dürfen!"
Da» klang nicht »ach Boheme und Formlosigkeit. Such sah der Mann, der die verbindlichen Worte ge redet hatte, nicht so au», wie die Geheimeräthi» bisher die Herren Künstler bei seltenen Gelegenheiten zu sehe» bekommen hatte: in Sammetröcken, mit flatternden Halsbinde» unb wüsten Haaren. Dieser hier konnte sich sehen laffeo! Und die höfliche Ansprache mit einigen liebenswürdigen Worten von „großem Vergnügen" und „lange gehegtem Wnnsch" erwidernd, übernahm die
Apothekenwesens genommen, so greift diese Annahme den Thaisachen wett voraus. Die Frage ist zwar an zuständiger Stelle in Erwägung genommen, die Verhandlungen find aber über die ersten vorbereitenden Stadien noch nicht hinausgekommen.
In einem Artikel der „Times" über bie Philippinen- Frage heißt es: Wir sind dessen ganz ficher, daß ebensowenig ein triftiger Grund zu einer Trennung der Interessen Deutschlands und der Vereinigte» Staaten vorliegt, wie zu einer Jntereffen- scheidung zwischen England und jedem dieser beide» Staate». Aber Nationen lassen sich ebenso sehr durch Stimmungen als durch Logik lenken, und in Anbetracht ber Größe und Schwierigkeit der Aufgabe, die die A m e r i f a n e r bezüglich der P hil ip p i »en haben, ist es nur eine billige Forderung, daß Unheilstifter bei Zeiten ferngehalten werden. WaS nun aber auch geschehen mag, soviel ist ficher, daß der Weltfrieden auf Jahre hinaus gestört werde» kann, trenn man Eifersüchteleien, Beargwöhnungen und Antt- palhien zum Vorschein bringt, die doch nicht in einer eisten Divergenz der Interessen wurzeln, unb die durch Anwendung von ein wenig Taft vermieden werden können.
Deutsches Reich.
Berlin, 27. Febr. Se. Majestät der Kaiser hö:te heute Vormittag nm 10 Uhr de» Vortrag des Chefs des Civilkabinets, Wirkliche» Geheimen RathS Dr. von Lucanus und von 11 Uhr an die Vorträge des Staatssekretärs des Reichs-Marineamts, Staats- Ministers Tirpitz und des den Ches des Marine- kabinets vertretenden Kapitäns zur See von der Gröben.
— Anläßlich der heutigen Wiederkehr des Hochzeitstages Ihrer Kaiserlichen Majestäten wurde denselben namens der Generäle und Offiziere des Kaiserlichen Hanpiquartiers durch den General- atjutanten v Plessen ein kostbares Blumenarrangement überreicht.
— Das Abgeordnetenhaus setzte die am Sonnabend bei Berathung der Bergveiwaltung begonnene socialpolitische Debatte fort und erörterte eingehend den Antrag Hirsch, betreffend Heranziehung von Arbeitervertretern bei Beanffichtigung der Bergwerks-Arbeiten. Dann ward die Sitzung bis Dienstag vertagt.
— Der Kronprinz und die Prinzen Eitel Fritz und Adalbert find in Begleitung ihrer Gouverneure heute Nachmittag ans Plön in Kiel eingetroffen, um die Baggerarbeiten in den große» Trockendocks auf ber Kaiserwerft, sowie ben Neubau bes Schlachtschiffes „Ersatz König Wilhelm" ans der Germaniawerft zu besichtigen.
Offenbach a. M., 27. Februar. Das Berbands- organ der deutschen landwirthschastlichen Genoffen- schaften theilt mit, daß auf Befehl des Kaisers der Hausminister Graf Wedel mehrere der kö n i g l i ch e» Familiengüteri» Pommern mit Buttererzeugung demB erkanfSverband der norddeutsche» Molkereien angeschlossen hat, um das ländliche Genoffenschaftswese» zu unterstützen.