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Versammlung des VerschöneruugsvereinS

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«hr; b. Mitglieder - Beiträge 1898/99 962,70

3. Beitrag der Stadt Marburg 300 Mark, 4. Extra-

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• Rark, Augustenruhe 91,80 Mark, Ktrchspitze, Weg i •« der Armine: kneipe, Wehrdaer Wald, Brunnen- lihre rc. 44 80 Mark, Spiegelslust, Kalter Born,

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Inträge und Wünsche aus der Versammlung.

i * Alkinbahnbau. Nach der jüngst dem Abge> «duetenhause zugestellten Nachweisung über die Ver.

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DM + LerschönrrungS • Verein. Im »bereu Saale "Tj bei Restaurants Bärtsch Hierselbst fand gestern Abend $ie General Versammlung des VerschöneruugsvereinS

kerkr^ eilet;

hat; 2. die Aufstellung einer Orientiruugstafel Spiegelslustthurm, weil über die Art der Führung noch nicht endgültig bestimmt ist; 3. die Achtung eines Schutzhauses oberhalb Dreyers quelle, der Plan noch weiterer Prüfung bedarf; 4. Ver­

klage eines WegeS zum Weißenstein bei Wehrda 34 Mark, Wiederherstellung deS BurgwegeS nach 3dnne Frauenberg nebst Pflanzung von 28 Bäumen 150,80 Mark, Grunderwerb und Vermessung eines

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Sandor S chreyer wird am 7. März l^r Abends im großen Museums - Saale ein luntert veranstalten.

♦ Die LandwirthschastSkammer richtet an die

HLiolas Ruhe rc. 113,50 Mark, Weintrautseiche, 3 Mg nach tzansenhaus und von da nach der Kirch- Hainer Straße 28,70 Mark, Mooseiche, Lichterkippel,

100 Mark; Ecgebniß einer Sammlung des Sonntagsstammtisches im Hotel Pfeiffer für eine ntut Tafel an OppermannSruhe 5 Mark (hat dem

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E" 5* Wehrdaer Wald nach der Straße, weil der Krry* Muf der Grundfläche sich bis in den Herbst ver-

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Irrung der Treppenanlagen durch Vorsetzen von Men, wo der Austrstt zu hoch geworden, weil w---Z ^Lorfitzende zu sehr beschäftigt gewesen und andere "-8-- zur Uebernahme der zeitraubenden Arbeit nicht

gewesen. Der Vorsitzende bittet, ihm diese abzuuehmen. I» der vorjährigen Generalver- ^wlung war der dringende Wunsch ausgesprochen die Aufgänge nach Spiegelslust zu vei- 1MtrD- Da .der Hauptzugang Dem 5krummbogen wahrscheinlich schon in diesem Jahre ganz ver- wird (es soll bekanntlich eine Bahnüberführung U^Seführt werden), so war Hiera» zunächst nichts zu E1, Und was den zweiten Hauptzugang von der Er*1*® Sieche aus betrifft, so befand sich der in unteren Theile in einem so beispiellos Zustande, daß eine Zahl von Herren au»

igsprsi Wsabethbrunn«» 23,50 Mark, Frauenberg 15 Mark, Dnyersquelle, Stadtwald rc. 40,24 Mark, zusammen

ä Mark; Wegweiser und G-länder 151,75

-H, ^lark, 18 neue Bänke, Schutzhäuser und Tische 155,25 Mark, Pächte und Recognitionsgebühren ,n 3,50 Mark, Vereinsunkosten 56,15 Mark, zusammen 355,65 Mark; 2. außerordentliche Ausgaben: Neu-

w 1897(98 953 Mark, mithin 9,70 Mark

Dchr; c. Vermögens stand: Einnahme: 1. Cassa- ^5« bestand vom Etatsjahr 1897 98 233,56 Mark, Saat^z Beiträge von 527 Mitgliedern 962,70 Mark, sen.

Sorstäud« der laudwiithstaftlichen Vereine da» Er- kchal, für-die am Mittwoch, den 15. März, xowlitta».» 10 Uhr, im Saale des Evangelischen LereinshauseS in Gaffel stattfinaenden 5. Geueral- jgersammluag des Vereins-Ausschusses Landwirthschafts kammer die Wahl der xelegirten baldmöglichst veranlassen und das ßesnltat derselben dem Voistande demnächst rach tz-ffel mittheilen zu wollen. Die Tagesordnung für pfohifi ij/Geueral'Versammlung ist folgende: Jahresbericht. F-;ikr|ihi jjeawrtl der 3 Mitglieder des Vereins - Vorstandes. bisMii Kahl einer Kommission zur Hebung der Pferdezucht. " Allere Erfahrungen über den Kartoffelbau. Bericht- erftottee: Herr Professor Dr. v. Eckenbrecher Berlin.

Senkung des Fonds zur Förderung des Baues ,»n Klein b a hn en find bis zum Schluffe deS ZghreS 1898 für Hessen-Nassau als Bei- , Hilfen bewilligt 1,2 Million und in Aussicht ge-

ihal-iA Narburg statt. Aus dem von dem Vorsitzenden, yriebw Herrn Rentier Littmann erstattete» Jahresbericht ist Folgendes zu erwähne»: a. Zahl der Mitglieder 189899 527, 1897/98 487, mithin 40 Mitglieder

MMMmdungiN: Beitrag d.r Gesellschaft Weinstube —^Äersandt durch Herrn Oberstleutnant von Lengerke

, . Lege und Anlagen: Dammelsberg, Thierwiese,

ä 1 schöne Aussicht, Stadlpark und Götzenhain 49,50

Verein 19,50 Mark gekostet), Stiftung des Herrn )Cllcl -Hrof. Dr. Ludwig von Sybel zur Wiederherstellung Ratten bei alten Burgweges nach Ruine Frauenberg 85 Mark, t zu psawmen 190 Mark, Summa der Einnahmen Mens 1686,26 Mark. Ausgaben: 1. Ordentliche:

pfifft , GeschichtS-Verein. In der am nächsten hlhTeieeßafl *m Museum stattfindeuden Sitzung deS Geschichtsvereins spricht Herr Privatdozent 'U 'to. Thiele, über .Fuldaer Miniaturen auS der i^rülingerzeit.^

.j. FortbildungS-Berein. Am nächsten Montag

HrrL „Professor Dr. v. Below in der Aula der «^Ischnle einen Vortrag über da» Thema: „Der hwtschk Zollverein."

« Concert. Der ungarische Violiu» und Cello-

W«ees nach dem Wehrdaer Wald in der Gemarkung ^8ehrda 116 Mark, zusammen 300,80 Mark, Summa t«! Ausgaben 1073,49 Mark. Einnahme 1686,26 ««{, Ausgabe 1073,49 Mark, Bestand 612,77 ■nSeibN l rf" ^on diesem Bestand gehen für noch nicht ; gfj Zahlte Rechnungen ab 18,35 Mark, bleibt wirklicher ' Erstand 594,42 Mark. Ein derartig hoher Bestand ^»ite zu falschen Schlüssen führen, und sei deßhalb hier erwähnt, daß die Ausgaben im vergangenen 'Kfa in jeder Weise eingeschränkt worden find, um M dieses Jahr die Mittel zur Ausführung einiger Eerer Projekte mit Landerwerb zu besitzen. Richt F1 Ausführung gelangt sind folgende in Aussicht kommen gewesene Arbeiten: 1. Die Wegeanlage

der Stadtvertretung an den Vereins - Vorsitzenden, unter Zusicherung der Beschaffung der Mittel, die Aufforderung richteten, einen 4 m breiten Streifen Land vom Anlieger Schädla znm Preise von ca. 348,50 Mk. zu erwerben, um darauf, unter Er­haltung des schönen Baumbestandes, einen Fußweg neben dem gefährlichen Fahrwege anzulegen. Der Vorsitzende hat den Kauf abgeschlossen. Nachdem aber inzwischen der Fahrweg vom Bauunternehmer WeiShaupt gepflastert worden, und die Herstellung eines Fußweges vorläufig nicht mehr dringend noth- wendig erscheint, macht die Beschaffung der Mittel Schwierigkeiten. Da der Verkäufer auf Erfüllung des Vertrage» drängt, dem Vereins-Vorsitzenden aber nicht zugemnthkt werden kann, den Betrag aus eigenen Mittel» zu beschaffen, so muß an die Generalversammlung daS Ersuchen gerichtet werden, da» Kaufgeld so lange aus Vereiusmittelu vorzu­strecken, bis er aus anderen gedeckt sein wird. Nach längerer Debatte über diesen Punkt einigte man sich dahin, aus der Vereinskaffe 143,50 Mk. zu ge­dachtem Zw cke auszuwersen. Zur Ausführung in diesem Jahre wird neben den laufenden Arbeiten noch empfohlen: die Durchführung deS vorerwähnten Fußweges, sowie der vom Vorjahre zurückgebliebenen Arbeiten und die Fortsetzung des Promenadenweges vom Götzenhain »ach Marbach. Letzterer Weg muß geschaffen werden, und wenn er auch nur nach und nach stückweise sollte zur Aussüh ung gelangen können. Die Kosten für diese Arbeiten sind im Etat für 1899/1900 angegeben. Schließlich möchte der Borsitz-nde an dieser Stelle noch eine dringende Bitte für Marburgs schönsten Punkt, für Spiegelslust, einlegen. Die Anlagen auf bei Höhe, die Aufstiege und nicht zuletzt der Fahrweg dahin (von der Wirth, schäft soll hier nicht gesprochen werden) befinden sich in einem Zustande, der Marburgs nicht würdig ist Was der Verschönerungs-Verein aus seinen Mitteln zur Besserung hat thnn können, ist nur ein sehr schwacher Nothbehelf gewesen; soll hier Wandel geschaffen werden, so muß mit ganz andern Mitteln eingegriffcn werden. Nun fügt es sich gut, daß von den Zinsen der Bopp'schen Stiftung, welche zur Verschönerung der Umgebung Marburgs ver­wendet werden sollen, eine Summe von ca. 1500 Mk. am 1. Januar er. angesammelt war, zu der noch ca. 90 Mk. Zinsen für daS laufende Iahe hinzukommen. Eine bessere Verwendung dieses Geldes als für Spiegelslust ist nicht zu denken, und es wird daher beantragt den Magistrat und Herrn Bopp zu er­suchen, dasselbe für diesen Zweck zu bestimmen, und wenn erwünscht, den Verschönerungs-Verein mit der Ausführung zu betrauen. Eine Beanstandung in der Stadttechnung, die Anlage der Grasplätze im Stadt­park betreffend, gießt dem Vorsitzenden noch Ver­anlassung, hier einiges über die Aufwendungen mit- zutheilen, die unsere Nachbarstadt Gießen für ihre öffentlichen Anlagen macht. Die amtliche Mittheilung lautet: Die durchschnittlichen Unterhaltungskosten der städtischen Anlage» und Baumpflanzungen (in Gießen) haben in den letzten 5 Jahren Mk. 4600 jährlich betragen, die Unterhaltung und Pflege der Rasen Plätze allein Mk. 1150 jährlich. Die Ausbesserung derselben hat jährlich 300 Pfund Grassamen er­forderlich gemacht, der vorwiegend von einer aus­wärtigen Firma bezogen worden ist. Nachdem die Rechnungen geprüft und für richtig befunden waren, wurde dem Kassierer Decharge ertheilt. Hierauf folgte die Beschlußfassung über die diesjährigen Arbeiten und Genehmigung des Etats. Die Er­gänzung der Ausschußmitglieder erledigte sich dahin, daß man die seitherigen Mitglieder wiederwählte. Für den von hier verzogenen Herrn Forstmeister von Tenspolde ernannte man dessen Nachfolger, Herrn Forstmeister von Bismarck znm Ausschußmitglied. Nachdem noch die Anwesenden den Vorstandsmit- gliedern für ihre Mühewaltung den Dank durch Er­heben von de» Sitzen zum Ausdruck gebracht, fand die Versammlung gegen 11 Uhr ihren Schluß.

* Vorsicht im Walde! Zu dem schon erwähnten Brande im Walde Bei Spiegelslust schreibt man uns: Am 23. d. M. Nachmittags zwischen 3 und 4 Uhr war im Walde in der Nähe von Spiegelslust Feuer ausgebrochen. Eine hohle anbrüchige Eiche brannte im Innern ans, durch herabfallende faule Holztheile entstand ein Bodenfeuer, das sich bei der großen Trockenheit im Nu dem anschließenden Kiefer- bestande mittheilte, in dem es der Wind bergauf trieb. Einem schnell hinzueilenden Beamte», der sich unterwegs mehrere zum Leseholzsammeln ausgegangene Frauen zu Hilfe nahm, gelang es unter großer Mühe und Anstrengung des Feuers Herr zu werden und so großen Schaden abzuwenden. Es verbrannten nur einige Ar. Wäre nicht schnell Hilfe zur Stelle gewesen, so hätte leicht der ganze Hang nnter Spiegels­lust dem verheerenden Element zum Opfer fallen können. Die Eiche wurde später durch herbeigerufeue Holzhauer abgehauen und das Feuer vollends gelöscht. Daß das Feuer von ftevelhafter Hand angelegt worden ist, unterliegt keinem Zweifel. Man ist den Thätern auf der Spur und wird es wohl nicht1 schwer fallen, die Persönlichketten festznstellen. Das Publikum kann nicht genügend gewarnt werde», alle feuergefährlichen Handlungen z. B. auch das Rauchen rc. im Walde zu unterlasse», denn wer einen Waldbrand verursacht, fügt einmal dem Staats- ober Piivatvermögen einen Schaben zu unb kann auf der anberen Seite sich selbst unglücklich machen, weil er als Thäter mit Gefängniß bestraft wttb unb ben entstandenen Schaden ersetzen muß. Gleichzeitig wirb barauf aufmerksam gemacht, baß bei Waldbränben nach Ausforberung Jeder bei Strafe verpflichtet ist, zu Hilfe zu eilen.

+ Bestohlen wurden heute Morgen einer Fra» m der SSettergaffe ans einem vor der Thüre stehenden Korbe für ca. 80 Pfg. Biödchen.

+ Fackelzug. Gestern hielt der sog. „ Löwen- bunb" in hiesiger Stadt eine Zusammenkunft ab. Gegen 9 Uhr Abends trafen von auswärtigen Universitäten etwa 60 ehemalige Corps - Studenten ein, welche mit den hiesigen Corps - Mitgliedern in einem eigenartig zusammengestellten Fackelzug durch die Stadt nach dem Marktplätze marschirten und später im Restaurant Blenke einen solennen Commer» abhielten.

+ Circuü Mark. Gestern Abend fand im Circus Mark, der seit einigen Tagen auf dem Kämpfrasen aufgeschlagen ist, die Eröffnungsvorstellung statt. Die Darbietungen fanden bei dem zahlreich er­schienenen Publikum lebhafte» Anklang und konnte man sehen, daß der CircuS über vorzüglich geschulte Kräfte, sowie gutes Pferdematerial verfügt. Be­sonders gefielen die Leistungen der Acrobaten- Truppe Lökel, zwei kleine Kinder führen hier mit ihrem Vater die schwierigsten Sachen au8. Auch sämmtlicke andere Nummern des Programms ge­langen oorttefflich und tourbm größteniheils mit leb­haftem Beifall aufgenommen. Da der Circus nur noch heute Abend, morgen und übermorgen Vor­stellungen giebt, so dürfte ein Besuch desselben zu empfehlen sein.

* Märkte im Monat März. 1. Altenkirchen. 2. Wetter. 7. Berleburg. 8. Hatzfeld. 9. Mar­burg. 13. Brilon. 14. Nieder - Eisenhausen und Kirchhain. 15. Battenfeld. 16. Marburg. 17. Gladenbach. 20. Hallen berg, Soest und Dillen­burg. 21. Biedenkopf und Gießen. 22. Meschede, Frankenberg und Hachenburg. 23. Herborn. 24. Marburg. 28. Battenberg und Breidenbach. 29. Erndtebrück und Hatzfeld.

* Witterung. Diese Nacht waren 4,25 Grad C. Kälte. Heute Mittag hatte die Lust eine Temperatur von 2,5 Grad C. Wärme. Barometerstand 758 mm, gegen gestern nm 2 mm gestiegen. Windrichtung: NO.

Soumn-Aufgaug 6,66Mond-Aufgang 5,50

Sonnen-Untergang 6,29 Mond-Untergang 6,40

A Wetter, 26. Febr. Der nächste Lieh- und Krammarkt findet am 2. März Hierselbst statt.

Hessen-Nassau imh Nachbargebiete.

Cassel, 24. Febr. Unter einer überaus großen, nahezu gewaltigen Betheilignng aller Schichten der Bevölkerung erfolgte gestern Nachmittag die Be­stattung der irdischen Ueberreste des vor einigen Tagen auf so tragische Weise durch Mörderhand ge­endeten Brauerei-Directors Lorenz Schmid.

$ Arolsen, 24. Febr. Unter dem Vorsitz des Herrn Provinzialschulralhs v r. H e dj e I m a n n aus Münster wurde die Abiturienten-Prüfung am Gymnasium abgehalten. Von den 24 Primanern, welche sich der Prüfung unterworfen, hatten 21 be­standen unb 13 Examinanden waren von der münd­lichen Prüfung dispensirt worden.

Schenklengsfeld, 24. Febr. Gestern Abend brannte es in der Scheune des Ackermanns Georg Wolf. Das verherende Element griff so schnell um sich, daß bald noch zwei andere Scheunen in Flammen aufgingen. Trotz der Windstille brannten schließ! ch drei Scheunen und zwei Wohnhäuser nieder.

Hanau, 23. Febr. Zur Benrtheilung einer Mordaffäre im Mörtenbacher Filialdorfe Weiher mögen folgende Einzelheiten dienen: Am Sonntag besuchten 5 in Wald-Michelbach wohnende italie­nische Bahnarbeiter im Weinheimer Hospitale einen befreundeten Landsmann, welcher vor 14 Tagen gelegentlich einer Rauferei zu Wald-Michelbach durch Dolchstiche lebensgefährlich verletzt wurde. Zur nächtlichen Heimreise benutzte» die 5 Freunde von Mörlenbach aus ein Fuhrwerk. Bei der Tilgerschen Gastwirthschaft in Weiher wurden die singenden Wageninsasse» von italienischen Mitarbeitern ihres Gesanges wegen verhöhnt, worauf 2 Italiener den Wagen verließen und mit ihren obligaten Dolchen blindlings auf die Spötter losstachen, die sich natürlich gleichfalls ihrer Haut zu wehren suchten. Ein Gestochener stürzte sofort leblos zusammen, während ein zweiter besinnungslos zusammen­brach. Er wurde ebenfalls für tobt gehalten, erholte sich aber inzwischen wieder einigermaßen, doch soll sein Zustand noch besorgnißerregend sein. Auf diese letztere Thaffache ist das entschuldbare Gerücht zurückzuführen, es seien 2 Todte auf dem Kampf­plätze geblieben. Nach beendeter Schlacht setzte» die Italiener unter dröhnendem Sangsgeheule ihre Heim­fahrt fort, als ob nichts Schlimmes geschehen sei. Bis zum Morgen waren 7 der Betheiligten durch die Gendarmerie aus Wald-Michelbach und Mörlen­bach verhaftet. Unter der großen Schaar der italienischen Bahnarbeiler befinde» sich zwar sehr viele recht friedsame, anständige, fleißige und spar­same Leute, aber eS vergeht wohl kaum ein Sonntag, an dem nicht rauflustige Elemente mehr ober weniger bebeutenbe Blutbäder anrichte», der kleinere» Schar­mützel gar nicht zu gedenken. Der Bevölkerung der vom Bahnbau Mörlenbach—Wald - Michelbach- Wahlen berührten Gemeinden hat sich daher eine ge­wisse Beunruhigung bemächtigt.

Bietzen, 24. Februar. Gestern beging bei Geheime Medizinalrath, Herr Prof. Dr. Eckhardt sein 50jährigeS Jubiläum als Doktor der Philosophie in voller geistiger und körperlicher Frische. Im Laufe de» Vormittag» wurden demselben die Glückwünsche von feiten der medicinische» und philo­sophischen Fakultät bei Lande» Univeifität und von einet Deputation bei Stubitenden bei Medici» übet- bracht. Der Herr Dekan bei philosophischen Fakultät übetieichie in Begleitung änderet Mitglieder bei Fakultät, mit bem Henn Rector an bet Spitze, dem Jubilar das von bei philosophischen Fakultät bei

Universität Marburg, vo» welcher Herr Geheimrath Eckharb vor 50 Jahre» ben philosophischen Doktorgrab erhielt, zu bem gestrigen Tage erneuerte Doktordiplom. Möchte e8 bem Senior unserer Hoch­schule noch eine lange Reihe von Jahren begännt fein, an unser alma mater Ludoviciana zu wirken.

Erndtebrück 23 Febr. Zu einem schlimmen Auftritt kam e» am verflossenen Sonnabend, laut „Wittgenst. Ztg.', in der Wirthschaft de» Wirthes Weinhold zu Aue. Dort gerieten einige Gäste untereinander in Strett, in dessen Verlauf einer derselben ein an der Wand hängendes Geweht ergriff, um dasselbe auf seinen Gegner anzulegen. Der Wirth sprang hinzu, um bem Rasenben da» Geweht zu ent­reißen. Jetzt wandte sich der Mann gegen den Wirth und brachte demselben eine schwere Wunde am Kopfe bei, außerdem wurde» auch noch mehrere Gegenstände zerttümmert. Hierauf ergriff der Thäter die Flucht und wurde nun von seinem Gegner mit dem inzwischen geladenen Gewehr verfolgt, der ihm eine Schrot- l a b u n g nachsandte, bie nur zu gut getroffen hat. Die ganze Sache wird für bie Betheiligten recht unangenehme Folg-» nach sich ziehe».

Vermischtes.

Ans Berlin. Wegen des gemeldeten lieber« falles des Ftl. Borchert an der sog. „Parade­pappel" wurde der Grenadier Schieben von der 8. Compagnie des Augusta-Regimentes verhaftet. Er soll die That schon eingeftanben habe». Schieben, bet aus Straßburg im Elsaß gebürtig ist, bient im 2. Iahte beim Regiment und ist schon ein­mal befertitt. Es scheint, daß er geistesschwach ist. Ftl. B. hat eine geradezu entsetzliche Verletzung erlitten, durch die sie wohl zeitlebens verunstaltet bleiben dürste. Gerade unterhalb der Augen zieht sich eine etwa acht Ceutimeter lange dnrch's Seiten­gewehr verursachte Wunde, das Nasenbein wurde zum Theil zerschmettert. Trotz des Schreckens und des Blutbenustes vermochte es Fil. B., ihren Weg fortzusetzen und in die elterliche Wohnung zu gelangen.

Stzrachkiinstler. Von einem kleinen „Sprach­künstler" wird der „Tägl. Rundschau" aus München geschrieben: Dieser Tage erklärte ein Lehrer an der St Petersschule die Bedeutung der Vorsilbe „zer" in zerreißen, zerbrechen, zertreten u.s. w. und forderte dann seine Schuler auf, in einem Satze das Gehörte zu verwertheu. Zum Erstaunen des Lehrers hob der keineswegs als Geisteslicht bekannte Xaver vor allen anderen sein Fingerl in die Höh und gab folgende Weisheit zum B-sten: „Wenn ich in der Früh aufsteh, zieh ich „zer"st die Hosen an!"

Neueste Telegramm-

Wolffs Büreau.

Berlin, 25. Febr. Der „Kreuzztg " zufolge fand gestern Abend ein Fractiousdiuer unter vollzähliger Betheiligung der c o n f er b a t ib en F aktion des Reichstages statt. Es nahmen ferner die Staatssekretäre Graf Posadowsky b. Podbielski, Minister b. Goßler, Colonialvirector Buchka Theil. Das Hoch auf drn Kaiser brachte der Abgeordnete v. Lebctzow aus. Au das Festmahl schloß sich ein Bierabend.

Auszug auS deu Standesbüchern des «oi. Preutz. StaudeSamtsbezirks Marburg.

Bom 18. bis 25. Februar 1899.

Verehelichte.

Fahrbursche Friedrich Pfeiffer mit Katharine Vogel, beide wohnhaft hier.

Geborene.

1. Wilhelm Carl, S. des Fabrikarbeiters Johann Conrad Kalthäuser. 2. Gustav Hermann, S. des Maschinen­meiste: s Carl Körner. 3. Theodor Ludwig Carl, S. des Krankenwärter« Ludwig Weber. 4. Gotthard Wilhelm, S. des Schriftsetzers Wilhelm Wißner. 5. Carl Heinrich, S. de« Maurers Johannes Müller.

Gestorbene.

1. Wiltwe Mathilde Winneberger geb. Kuntz, 63 I. alt. 2. Taglöhner Adam Heinrich Schäfer, 33 I. alt. 3. Wittwe Johanna Maria Rahlf geb. Würtz, 68 I alt. 4. Wittwe Maria Draenert geb Bohl, 78 I. alt. 5. Wittwe Elisabeth Müller geb. Fennel, 64 I. alt 6 Buch­binder Johanne- Becker, 41 I. alt. 7. Verkäuferin Emma Weicker, ledig, 24 I alt. 8. August Werner, S. de« Malermeisters Georg Werner Schnaut, 23 Tage alt. 9. Schuhmacher und Gä tner Heinrich Lohrey zu OckerSbausen, 72 I. alt. 10. Ernstine Weber ged. Hohenstein, 65 I. alt.

Marktberichte.

Marburg, 25. Februar, war gut besucht.

Butter kostete p. Pfd. 86 bis »5 Pfg.

Hühnereier per St. 6—6 Pf.

Gänseeier p. St. 10—12 Pf.

Käse per Stück 10—12 Pfg.

Käschen 6 Stück 20 Pfg.

Kochkäse per Pfd. 40 Pfg.

Käsematte per Stück 6 Pfg.

Honig per Pfund 90 bis ICO Pfg.

Aepfel 4-5 Stück 10 Pfg. per Korb 3 4 Mk.

Birnen 2—3 Stück 10 Pfg

Erbsen 2 Liter 25 Pfg.

Linien 2 Liter 60 Pfg.

Weißkraut per Kopf 10—12 Pfg

Rothkraut p. Kopf 30—60 Pf

Der heutige Wochemnartt

Uuterkohlrabip. St. 8-12 Vf.

Blumenkohl per Kopf 30 bis 60 '1 fg.

Meerettig per Pack 10 Pfg. Salat 2-3 Köpfe 10 Pfg.

Endwien p. St. 6—10 Psg.

Radieschen p. Pack 7-8 Pf.

Rettig per Stück 10 Pfg Hafergrütze p. Ltr. 35 Pf.

Zwiebeln p. Pfd. 10 Pst.

Knoblauch per Knolle 6 Pf.

Wolle per Pfd. 1,00 bi» 1,20 Mk.

Enten p. St. 1,60—1,80 Mk.

Hühner p. St. 93—120 Pst.

Hähne v. St. 100—160 Pfg.

Rehe, per Pfund 60 Pfg.

Marburger Förstertabak, Mu Cigarrenabfall, sondern sorgfältig herge­stellte wohlschmeckende Mischung.

2 Beutel ä 5 Pfd. = 10 Pfd. für Mk. 8.- franko unter Nachnahme. 1 1 — Rudolf Straub, Marburg a. L.» Cigarren- x. Tabak-Spqial- * Veriandt-Geichäst.