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Rede des konservativen Abgeord-
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der Räthin mit freudigem Stolz,und dankbarer Rühr- Toilettengelder rechnete, er brauchte für seine eigene
Dasein »ach jeder Richtung genoß; daß in seinem
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em steifes Abendessen. Und als diese Argumente
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hochgeschätzte Gönrerin ließ sich von der Thätigkcit
v werfen. Nun, die Rätht» wußte, Lollo war und Wichtigkeit des seltenen Mannes gehörig imponieren, Person dazu, ihre Drohung auSzuführe«, und! solch' große Worte waren recht nach ihrem Sinn, lend sandte sie die Einladung au den berühmten1 und sie rechnete es dem RegiernngSrath hoch an, daß >stler ab — lieber Gott, ja, er war eine er bei all' feiner Größe und Berufsarbeit doch noch
— lieber Gott, ja, er war eine
er bei all' seiner Größe und Berufsarbeit doch noch
lvoll" mache» und ei» wunderbares Licht auf die »vollendete» Gewohnheiten des HaufeS Dankel-
whäe, und viele würden die Dankelmannsche itltt ohne Zweifel sehr beneide», aber in de» »len eben dieser Familie stand der Umgang mit iltni bisher gar nicht verzeichnet, die Dame der
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seine alten Pläne festhielt — er ließ nämlich durch- blicken, eS könne fich ereignen, daß dies Gartenfest ihm Beranlaflung zv einer endliche» Erlläruvg gegen Hertha gebe» dürste — ei» Gedanke, der da» Herz
wiss-n, meine Herren, daß nach der Ber- alle Prcußen berechtigt find, fich ohne vorobrigkeitliche Erlaubniß friedlich und ohne in geschloffenen Räumen zu versammeln.
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iglichen Staatsregierung eine kurze Spanne Zeit ii eine Anzahl Organisatonen lenke», die «ter sozialdemokratschem Einfluß b, das wirthschaftliche Lebe» in unserem ge-
mten deutschen Vater lande schwer und verderblich
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ung erfüllte. Daß dem stets sehr großartig auftretenden Regiernngsrath das schöne, disponible Vermögen HerthaS sehr willkommen, daß diese weite Reise eine lang geplante letzte Station in seinem Junggej ellendasein gewesen war, ihm noch allen Genuß einer solchen geboten und seine Kasse völlig er- schöpft hatte, das wußte die hochgeschätzte Gönnerin nicht, fie spiegelte fich in diesem künftigen Schwiegersohn, empfand Rcspett vor ihm, ja, sogar eine gewisse Furcht, die fie zum Beispiel verhinderte, ihm von LolloS Idee, den Maler Hansen eiuzuladen, und von ihrer, der Mutter, vothgedrungeneu Enwiüigung zu berichten. Prätorius hatte ein Borurtheil gegen Lollo uud be- urtheilte die Nachgiebigkeit der Geheimräthin gegen dies verwöhnte Kind als eine bedauernSwerthe Schwäche. Mit dem fait accoinpli von deS Künstlers Erscheinen würde fich ein so vollendeter Kavalier wie der RegiernngSrath ohne Zweifel leicht abfinden, und wenn er nun gar bei seiner Abficht blieb, um Hertha zu werben —
Die Geheimeräthin fühlte ihr Auge feucht werden, und mit diesem feuchte» Auge blickte fie der Tochter nach, wie fie wählend, prüfend zwischen den Rosevstämmen hin und her ging. Eigentlich war ein weißes Wollkleid keine paffende Hülle für die baldige Braut eine» RegierungSrathes, der »och dazu ei» Man» war wie PrätoriuS! Aber hatte nicht eben dieser Mana seine theure Freundin oft ermahnt, dem überhandnehmendeu Luxus der heutigen Zeü zu steuern, ihre Töchter ja einfach, recht einfach zu kleiden — je schlichter, desto bester? „DaS kennzeichnet ihn so ganz!" dachte die Räthin gerührt — uud hierin hatte fie recht: das kenn- zeichuete ihn wirklich, vorsorglich uud berechnend, wie er war. Er wünschte fich keine anspruchsvolle Gattin, die kostbare Kleider trug und <mf große
Hauses witterte freie Manieren, schlechten Ton, mit einem Wort, die Boheme, die ihr immer ungeheucheltes Entsetze» eingeflößt hatte. Gern hätte fie fich wenigstens ein vorläufiges Urtheil über Gottfried Hansen gebildet, aber er hatte seinen Besuch abgestattet, als die Familie gerade abwesend war, man fand bei der Rückkehr seine Karte vor, und die Geheimeräthin blieb nach wie vor ihren Zweifeln überlasten, wie „er fich machen werde" und wie sie es aufangeu solle, vor dem Regierungsrath Prätorius, der in solchen Dingen so überaus streng dachte, diesen neuen Umgang mit dem Meister der Palette zu rechtfertigen.
Dieser „HauSgötze", wie Lollo unehrerbietig genug den bewährten Freund ihrer Mutter titulierte, war soeben von seiner Reise zurückgekehrt, hatte sofort seine Freundin aufgesucht — die drei jungen Mädchen waren auf Einkäufe gegangen — und feine Gegenwart bei dem Gartenfest zugesagt. Er hatte ungeheuer geschäftig gethan — man nähme ihn jetzt in dieser ernsten Zeit ganz ungebührlich i» Anspruch, hundert wichtige Dinge harrten ihrer Erledigung durch ihn, er werde auch zu dem Fest voraussichtlich erst später erscheinen können, da ihn eine unaufschiebbare Angelegenheit von schwerwiegendem Belang zur Besprechung mit einem Kollege» nach Großhesselohe rufe — für den Abend stehe er indessen seiner hochgeschätzten Gönnerin jedenfalls zur DiSpofitto». Die
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den von allen Postanstalten, Landbrief- gern, in der Expedition (Markt 21), sowie unseren Filial-Expeditionen in Kirchhain, stadt und Wetter entgegengenommen
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gefährdet. (Sehr richtig! rechts.) Was daraus werden soll und wie das werden soll, das weiß
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wiffen weiter, meine Herren, daß nach dem ksktz über daS Vereins- und Veisammlungswesen
l l. März 1850 alle Versammlungen, in welchen tliche Angelegenheiten erörtert und berathen n solle», von dem Unternehmer der betreffende» izeibehörde anzuzeigen find. Sie wissen dann Ferneren, daß in den §§ 152 und 153 der sgewerbeordnung, welche, kurz gesagt, über das litionsrecht der arbeitet handeln, bestimmt wird, alle Verbote und Strafbestimmungen gegen Ge- ktreibende, gewerbliche Gehilfen, Fabrikarbeiter kgm Verabredung und Vereinigung zur Erlangung stiger Lohn- und Arbeitsbedingungen, insbesondere cllung der Arbeit oder Entlastung der Arbeiter, gehoben werden und im § 153 gesagt wi.d:
Wer Andere durch Anwendung körperlichen Zwang? u. s.w. der Arbeit abbalten will, erhält Strafe, die bis zu Monaten gehen kann.
Person genug und fand eS auch vollkommen ausreichend, wenn in der Ehe einer von Beiden sein
hört!) Da sehen Sie verschiedene Arten von Marken, rothe, blaue und grüne; Sie sehen auch viele freie Markenstellen, aber jede dieser Markenstelle», auch die mit Marken nicht beklebten, find mit einem Stempel versehen; d. h : sämmtliche Marken sind abgestempelt, und auch in den Wochen, in welchen der betreffende Maurer nicht gearbeitet hat, ist die Markenstelle abg stempelt. Und zwar steht da z. B. hier auf dem Stempel: am Sonnabend, den soundsovielten arbeitslos gewesen, also auch in der Zeit, in welcher der Betreffende keine Arbeit hatte, ist er vom Verbände kontrolirt worden. (Hört, hört! Bewegung) Das sind die Vorgänge, die ja Manchem von Ihnen bekannt sei» mögen, die ich Ihrer Kenntniß unterbreiten wollte, die sich in diesen Verbänden abspielen.
Nun aus eigenster Praxis eine Nutzanwendung. Im August v. Js. war der Amtsvorsteher verreist, und ich war als sein Stellvertreter in Thätigkeit. Da wurde mir vom Gensdarm eines Tages gemeldet, doß in einer Ortschaft des Amtsbezirks ein Streik ausgebrochen wäre. Ich begab mich zu b:m leitenden Maurermeister, um ihn zu fragen, wie er sich verhalten wolle. Er war nicht anwesend. Während ich in seinem Bureau stand, traten zwei Maurergesellen ein. Diese hielten mich für den Meister und fragten mich, ob ich ihnen keine Arbeit geben könnte. Es war mir kurze Zeit vorher gesagt worden, daß für die Kontrole dieser Quittungskarten das Wort maßgebend sei: Hast Du auch reine Wäsche? (Hört, hört! rechts.) Infolge deffen antwortete ich de» Leuten: Gewiß sollt Ihr Arbeit haben; hast Du d-nn auch reine Wäsche? Hierauf erwiderte der Befragte Maurer: Selbstverständlich! zog seine Quittungskarte uud reichte sie hin. Ich stellte mich ihm jetzt als Amtsvorsteher vor und machte ihm Vorhaltungen, daß er seinen sauer verdienten Lohn für diese Zwecke hingäbe und seiner Familie entzöge. Ich sprach ziemlich eindringlich auf ihn ein; und was war die Folge? Der Mann erklärte unter Thränen: so wie ihm ginge es einer großen Zahl von gewerblichen Arbeitern. Ec wäre gezwungen, dieser Organisation bcizutreien. (Hört, hört! reckts.) Wenn er ihr nicht beiträte, so wäre es ausgeschlossen, daß er überhaupt noch Arbeit fände. Und feine wiederholte Frage, die er an mich richtete, war immer die: Können Sie mir helfen, wollen Sie mir helfen? Sie können mir als Amtsvorsteher doch nicht Arbeit geben. Ich bin der Zwangsorganisation mit Haut und Haar unterworfen. Wenn ich nicht für die Socialdemokratie, für den Verband klebe, so verliere ich jede Arbeit; ich bekomme in der Berliner Gegend
Fall er dieser Eine war, verstand fich ja doch von selbst.
Die Geheimeräthin erhob sich von ihrem auf dem Altan und rauschte in ihr Boudoir.
schweres weinrotheS Atlasgewand bauschte fich, in spiegelnden Fasten um sie her. Sie schloß eine schöngeschnitzte Truhe auf und entnahm ihr einen schlichten dunklen Ebenholzkasten — den Schwuckschreiu derer von Dankelmanu. Einen kleinen funkelnden Brillantster», der an einer Spiralnadel saß, steckte sie unterhalb der feinen schwarzen Spitzenbarbe in ihr volle» Haar, allwo die edlen Steine diLcret hervorflimmerte» — eine schwere gerollte Goldkette mit einem Medaillon au» Perlen und Türkisen wog fie unschlüssig auf der rechten Hand. Die hatte fie selbst al» Brant getragen, es war nicht mehr wie recht und billig, wenn ihre älteste Tochter an ihrem Ehrentage den Schmuck als Erbstück überwiesen bekam. Freilich, noch lieber hätte fie die Kette an Lollo gesehen — aber war den» Prätorius nicht diese» Opfers werth? E» ahnte der Dame Schlimmes, wenn fie an den Schwiegefohn dachte, den Lollo ihr dereinst zuführen würde — daß dies eigenwillige Kind ihn fich nicht gleich Hertha würde zuführen laffen, war wohl ohne Frage — die Räthin hob stolz da» Haupt mit dem Brillantster»; diesmal war fie keine schwache Mutter — die Kette blieb i» ihrer Hand, und Prätorius Sieger.
„Run, laßt Euch ansehen, meine Kinder!" Mit diesen Worte setzte fich die imposante Dame von neuem ans dem Altan fest und hob das Lorgnvn an langem Stiel vor die Ange».
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Gestatten Sie mir, daß ich aus dem Amtsbezirk, in dem ich wohne, Ihnen an bet Hand der vor liegenden Aktenstücke einige Mittheilungen mache, wie alle diese gesetzlich?» Bestimmungen, die ich mir eben erlaubt habe Ihnen vorzuführen, gewirkt habe». Ich bin überzeugt, daß ich einem Th il der Herren damit nichts Neues sage; andererseits aber habe ich doch im Laufe der letzten Tage im Zwiegespräch mit Kollege» hier im Hause erfahren, daß doch Vielen, und ich glaube behaupten zu können, der breiten Oeffentlichkeit draußen im Lande, vollständig heute die Kenntniß der Gefahr abgeht, welche uns durch diese Verbände droht, die dem sozialdemokratischen Einfluß unterstellt sind. (Sehr richtig!)
Ich erlaube mir, Ihne» zunächst ein paar Acten- stucke vorzulegen, die meinem heimathlichen Amtsbezirke angehören — ich bin stellvertretender Amts- vorsteber; wir haben einen commissarischen Amts- Vorsteher anstellen müssen, da die Lasten der Geschäfte für ein Ehrenamt zu groß sind —, welche überschrieben find: Zahlstelle deS Verbandes der Maurer in Deutschland, Zahlstelle des Verbandes der Bau- und Erdarbeiter, Zahlstelle der Maschinenbauer, Metallarbeiter, Holzarbeiter usw. In diesen Actenstück n befinden sich vorn die Statuten dieser Verbände, die ziemlich gleich aussehe». Mit geringen Abänderungen haben sie olle ziemlich denselben Inhalt. Es heißt in § 1: Pflege der Solidarität und des geselligen Verkehrs, sodann Regelung des Arbeitsmarktes, Pflege der Berufsstatistik, Gewährung von unentgeltlichem Rechtsschutz in gewerblichen Angelegenheiten usw. Wie werden nun diese Organisationen draußen gehandhabt? Ich habe mir erlaubt, Ihnen, einige Mitgliedsbücher, Stteikfondskarte» vom Centralverbande der Maurer in Deutschland, über de» ich speciell im Lause des Sommers Gelegenheit gehabt habe, einige Erfahrungen zu sammeln, mitzubringen. Sie sehen in diesem Mitgliedsbuch Nummer soundsoviel — dem Inhaber habe ich in die Hand geloben müssen, daß ich in der Oeffentlichkeit nie von seinem Namen Gebrauch machen werde —, eine Eintheilung, wie wir sie durch Quittungskarten der socialen Gesetzgebung kennen, in Carreaus eingetheilt mit Marken, jede Marke mit einem Qttttungsstempel versehen. Jedes Verbandsmitglied muß in dieses Quittungsbuch Marken von 10, 40 Pfennig bis 1 Mk. allwöchentlich einkleben und wird genau kontrolirt, ob es dies gethan hat. Der Secretär der Zahlstelle stempelt die einzelne» Marken ab, kurz, ein völlig organi- sirt-r Verband in dieser Form ist in ter That in der Lage, jede Bewegung, j-de Handlung seiner Mitglieder zu ‘ beobachte». — Dann habe ich Ihne» zwei Karie», auch vom Centraloerbsnd der Maurer in Deutschland, mitgebracht, QuittuugSkarten über gezahlte Beiträge zum Streikfonds. (Hört,
Bestellungen
für den Monat März auf die
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in der Sitzung des Abgeordnetenhauses am 15. Februar 1899.
Abg. Ring: Meine J&erren, ich wollte merksamkeit des hohen Hauses sowohl wie
.«h| W recht verfangen wollten, die Geheimeräthin so- den Vorwurf, fie fei undankbar gegeni^p bun g. Mittäter ihre» Kindes, mit Seelenruhe entgegen» da erklärte Lollo rund heraus: lade die Mama ** „Meister" nicht ein, so Werbe fie, bie Tvchter, I ** auf eigene Faust unternehmen, natürlich in ; Kenias Namen — baS würbe fich doch wenig
Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
erfind» Berfa»; Joh. Aug. Koch, UniverfitütS-Buchdruckerei in Marburg. Verantwortlich für die Redaktion: Redakteur M. Hartman» ix Marburg.
' Expedition: Mar« 21. - Telephon 55. Redaktion: Markt 21. — Telephon 55.
rdsch, heu
(Nachdruck verboten.)
Schute des Lebens.
Roman von Marie Bernhard.
(Forifetzunss?
Auch bie Einlabung Gottfried Hansens zu ihrem enfeft hatte Lollo durchgesetzt. Die Mama ver-
i fich gegen Kunst und Künstler ziemlich gleich- — seitdem ihre jüngste Tochter diese» CultuS it trieb, sogar ablehnend, und Lollo wußte das zu gut. Allein fie bewies ihrer Mutter, daß schon eine große Ungezogenheit gewesen sei, „ihren Oer," der ein so freundliches Jutereffe an ihr e, bisher noch niemals in ihr HauS gebeten zu — daß eS aber der Gipfel der Unmanier fein , ihn nicht zu diesem Gartenfest zn bitte», daS • den Maler, in feiner zwanglosen Form ent* n viel lieber sei, als etwa ein officieller Ball
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(|h statt" und „V erl o o! ung s liste der ö Kgl. preußischen Klassenlotterie"
der Balken, auf dem ich stehe, wird durchgesägt. (Hört, hört! rechts.) Dieser Maurer bekannte daS ganze Elend, was auf ihm und Tausenden lastet, und gerieth zuletzt ganz außer fich. — DaS ist der Vorgang, den ich mir^rlauben wollte, Ihne» kurz vorzutrage».
Die Nutzanwendung davon ist — und das darf ich Namens meiner politischen Freunde erkläre» —: wen» es nicht gelingt, diesen Verbänden gegenüber, die heute so scharf in unser gesammtes wirthschaft- liches Leben eingreifen, — wenn es nicht gelingt, diesen freiwilligen Zwangsorganisationen, wie ich fie Mal nennen will, gegenüber Abhilfe zu schaffen, wenn wir bie Arbeiter vor dieser Art des Zwanges nicht icttm können, ja, meine Herren, erstens schwindet dann jedes Zutrauen zum Staate überhauptbie Leute sagen: Der Staat kann uns nicht schützen, wa» sollen wir ihn»? wir werden uns daher lieber diesen Verbände» anschließen und lieber auf diesem Wege unser Heil versuche», und zweitens schaffen wir dann einen Staat im Staate. (Sehr richtig!) Ich bin damals zu de» belheiligien Maurermeistern hingegangen, habe Jeden einzeln ausgefragt, wie er fich zu diesen Organisationen verhalte. Die Antwort war sehr bezeichnend. Auch die Maurermeister sagten mir: Helfen Sie uns doch, uns und unsere Arbeiter zu schützen vor dieser Art des Streiks, insbesondere vor dem Postenstehe» und vor dem Absperren unserer Bauten! Das können Sie nicht, und da Sie da» nicht könne», so thun wir, was von diesen Verbänden von uns verlangt wird. Der Staat hilft uns doch nicht! (Hört hörrl rechts.) Muthlosigkeit bei den Arbeitern, Muthlosigkeit bei den Meistern. Einer sagte: Wen» morgen der Verband der Maurer zu mir kommt und mir die Erklärung abgiebt, anstatt 1/2 Stunde Fiühstück wird 1 Stunde Frühstück, anstatt 1 Stunde Vesper werden 2 Stunden Vesper gemacht, ich mache Alles, was der Verband verlangt, denn ich komme dabei am besten weg. Einzelne Maurermeister erklärten mir zähneknirschend, fie müßten sich fügen, aber es sei ihnen bie Lust und bie Liebe zur Arbeit uab zum Handwerk überhaupt vergangen.
Der Zweck dieser Erzählung, bie ich Ihnen vorgetragen habe, ist, anzuregen, ob es nicht möglich ist, hier einmal Bresche zu schießen unb unsere gesummte Arbeiterschaft zp retten vor blefen freiwilligen Zwangsverbänben. (Sehr richtig! rechts.) Denn, meine Herren, ber Bestaub bes BürgerthumS, der Bestand des Staats ist in der allerschwersten Weise
Erscheint täglich außer an Werktage» nach Sonn- und Feiertagen. Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition diese» Blatter, die Annoncen-
QuartalS-AoonnementS-PreiS bei der Expedition 2 Mk., bei allen U Bnreanx von Haasenstein L Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Magd«- 94
Postämtern 2,25 Mk. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr: die ge- cy< onn tz»a, Wien; Rudolf Mosse, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; O».
spalten« Zeile oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen: die Zeile 25 Pfg. ^DUlIlÜts, XO. yCDrUttt 18"". w. L. Daube L Co., Frankfurt a. M.» Berkin, Hannover, Pari» re.
auf Mr em Bau mehr Arbeit, weil die Andere» mit ,ou unD wie oae roei8t” ,ou' 008 mir zusammen nicht arbeite» würde», ober ich werben‘$‘-
in einem finstere» Winkel halb todtgeschlage», bie In blefen Statuten steht am Schluß eine Be- Kleider werden mir mit einem Messer zerschnitten und ftimmung, die lautet ungefähr: