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gebung staitfaud ober ei« Ruf ertönte. Um 3 Uhr kam der Leichenzug vor dem Begräbnißplatze auf dem Pore Lachaise an, dessen EiufahrtSthor mit schwarzen Draperien bekleidet war. Zahlreiche Kränze waren am Eingänge deS BegräbnißplaheS niederge­legt. Während verschiedene Redner vor dem Katafalk, auf welchen der Sarg gestellt war, Reden hielten, stellten sich die einzelnen Abordnungen für den Vorbeimarsch der Truppen auf, welcher sofort nach der Beendigung der Reden begann. Auf dem ganze» Wege bis zum Pöre Lachaise hat fich, so weit bis jetzt bekannt, kein bemerkenswerther Zwischenfall ereignet. Ueberall hat die Menge eine ehrfurchtsvolle Ruhe bewahrt. Nachdem die Truppeuabordnungen am Sarge FaureS vorbeidefilirt, entfernte sich das Leichengefolge. Nur die Mitglieder der Familie, die Minister und die persönlichen Freunde betraten den Kirchhof und geleiteten den Sarg, welcher ans dem Begräbnißplatze der Familie beigesetzt wurde. Auf dem ganzen Rückwege vom Kirchhofe nach dem Palais Luxembourg wurde L o u b e t von dec in den Strotzen angesammclten zahllosen Menschenmenge lebhaft be- grützt; kein Mitzton wurde laut; um 5VS Uhr traf der Präsident im Palais Lux mbourg ein. — Im Laufe des Tage» erlitten zahlreiche Personen Unfälle.

Dem Gesetzentwurf betreffend die Schlachtvieh- und Fleischbeschau sind die verschiedensten Berech- nnngen beigefügt, liefe; de» eigentlichen Fleisch­konsum in Deutschland wird man aller­dings erst nach der Einführung der Fleischbeschau ganz zuverlässige Zahlen erholten, indeflen liegen Schätzungszahlen »ach dieser Richtung schon jetzt vor. Danach dürste es nicht zu hoch gegriffen fein, wenn die Zahl der jährlichen Schlachtungen im Reiche auf etwa 3x/j Millionen Stück Rindvieh, 4y2 Millionen Kälber, 14 Millionen Schweine und 7 Millionen Schafe geschätzt wird. Die Gesammteinfuhr von frischem und einfach zubereitetem Fleisch ist in den letzten Jahren wesentlich gestiegen. Im Jahre 1893 waren es nur 166 008 dz und im Jahre 1897 schon 479840 dz, im Jahre 1898 sogar 835 963 dz. Speciell die Einfuhr von Wurst hat bis November 1898 gegenüber dem Jahre 1897 um mehr als das Doppelte, aus den Vereinigten Staaten von Amerika nm do» Dreifache zugenommen. Die bisheri­gen Berechnungen des jährl. Verbrauch» an Fleisch von Schlachtthieren auf den Kopf der Bevölkerung sind nicht sicher. Jedenfalls ist der Verbrauch in den Städten und in Gegenden mit entwickelter Industrie erheblich stärker als auf dem platten Lande. Unter Berück­sichtigung aller Umstände dürfte es der Wirklichkeit am nächsten kommen, wenn der Jahresver­brauch mit ettoa 45 kg auf den Kopf der Bevölkerung angenommen wird. Nach einer älteren englischen amtlichen Statistik stellte fich der Fleischverbrauch im Jahre für jeden Einwohner in Australien auf 111,6 kg, Vereinigten Staaten von Amerika 54,4 kg, Großbritannien 47,6 kg, Schweden-Norwegen 39,5 kg, Frankreich 33,6 kg, Deutschland 31,3 kg, Belgien und Nieder­landen 31,3 kg, Oesterreich 29,0 kg, Spanien 22,2 kg, Rußland 21,8 kg nnd in Italien auf 10,4 kg.

Depeschen aus Manila zu Folge herrschte dort in der Nacht zum 23. große Austegung, weil an verschiedenen Stellen von Brandstiftern Feuer an­gelegt war. Die Löschmannschaften wurden von Eingeborenen am Eingreifen gehindert und die Schläuche zerschnitten. Auf Truppen, welche die Ordnung auf­recht hielten, wurde aus Häusern geschossen, wobei mehrere Soldaten verletzt wurde». Morgens fingen die Filipinos an, die Amerikaner zu beunruhigen. ES entspann sich ein ziemlich heftiger Kampf. Eine Depesche des Generals Otis an die Kriegsverwaltung in Washington bestätigt, daß ein energischer Versuch gemacht wurde, Manila in Brand zu stecken. Das Feuer war in drei verschiedenen Stadtvierteln ange­legt, wurde aber von den Truppen nach großer An­strengung bewältigt. Eine erhebliche Anzahl Brand­stifter würbe erschossen. Einige Soldaten find ver­wundet. Der durch den Brand angerichtete Schaden dürfte eine halbe Million Dollars betragen. Aus Anlaß dieses Zwischenfalls erließ Otis eine Ver­fügung, wonach sämmtliche Einwohner bis auf Weiteres nach 7 Uhr Abends in den Häusern bleiben müssen. Gleichzeitig wird eine strenge Bestrafung für Brand­stiftungen angedroht. Gestern früh machte eine große Abtheilung Insurgenten einen Vorstoß in der Nähe von Caloocan, derselbe wurde aber zurückgeschlagen.

Deutsches Reich.

Berlin, 23. Febr. Se. Majestät bei Kaiser hörte heute Vormittag von 9*/2 Uhr ab den Vortrag des Kriegs Ministers, Generalleutnant» von Goßler, sowie anschlietzeub baran denjenigen des Chefs des Militärcabinets, GeveralS von Hahnke.

— Se. Majestät der Kaiser wird heute Abend einer Einladung des Kriegsministers, Generalleutnant» v. Goßler, zum Diner entsprechen.

— Heute Vormittag fand in der katholischen HedwigSkirche eine Trauerfeier für den ver­storbenen Präsidenten Fan re statt. Eine reiche Tranerdekoratton schmückte die Kirche. Die französische Kolonie war vollzählig versammelt. Gegen 11 Uhr erschienen im Gotteshause sämmtliche hier anwesende» Prinzen, ferner die Botschafter, Gesandten, der Reichs­kanzler Fürst Hohenlohe, Staatssekretär v. Bülow, Minister Freiherr v. d. R.cke, die Generalität und Admiralität. Um 11 Uhr erschien der Kaiser, gefolgt von dem Oberhofmarschall Grafm Eulenburg und dem Kommandeur des Hauptquartiers, General leutuaut v. Plcffe». Er wurde am Ei»ga»g vo» dem französische» Botschafter Marqui» be Noailles

und von der Geistlichkeit empfange». Der Kaiser nahm neben dem Altar Platz. Hierauf wurde ein Requiem aufgeführt. Der Kaiser reichte uach Schluß der Trauerfeier dem Marquis be Noailles, der ihn bis an ben Wagen begleitete, wiederholt die Hand.

— Die Mitglieder des Deutschen Land- wirthschaftSrathS vereinigten fich gestern Abend zu einem Festmahl im Savoy - Hotel, zu welchem auch der Landwirthschaftsminifter Freiherr vo» Hammer st ein und Staatsminister Graf Zedlitz, Oberpräfident von Hessen-Nassau, erschiene» waren. Der Vorsitzeode, Landeshauptmann v. Roeder, brachte das Hoch auf den Kaiser und die Bundes- füiften auS, Freiherr v. Soden ei» solches auf den Landwirthschaftsminifter, welcher dankend eiwiderte: Er könne nur wünschen, baß der Deutsche Landwirth- schaftSrath den bisherigen Kurs unentwegt weiter nehme: fachlich und gründlich! Dann werde er niemals einen Dragoman bei der Reichsregierung brauchen, dann werde er stets ohne Mittler deren volle Beachtung und Anerkennung finden. In diesem Sinne bringe er dem Deutschen LandwirthschaftSrath, seinen Mitgliedern, dem Vorsitzenden und dem Büreau sein Hoch. Graf Zedlitz, vom Landesökonomierath Uhlemann gefeiert, brachte fein Glas der deutschen Landwirthschaft.

— Der Bundesrath hat in seiner heutigen Plenarsitzung einem Anträge, bett, die Feststellung des Ruhegehalts von Reichsbeamten, die Zustimmung ertheilt und die Vorlagen: bett, den Entwurf eines Gesetzes über die Patentanwälte; bett, die Einfügung eines Spezialtarifs für die bestimmte Eilgüter in das deutsche Eisenbahngütertarifschema; endlich bett, die Anerkennung belgischer Prüfungszeichen für Hand­feuerwaffen im Deutschen Reiche, den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Schließlich wurde über eine Reihe von Eingaben Beschluß gefaßt.

— Laut telegraphischer Meldung an das Ober- Kommando ist S. M. S. „B u s s a r be, Komman­dant : Korvetten Kapitän Mandl, am 22. Februar in Aden angekommen und will am 26. Februar nach Port-Said gehen; der Reichs-Postdampfer .Preußen" mit der abgelösten Besatzung S. M. S. „Möwe", Transpoitiührer: Ober­leutnant zur See Kühne, ist am heutigen Tage in Port-Said angekommen und will noch heute die Heimreise nach Neapel fortsetzen.

parlamentarisches.

N-ich-tag.

Berlin, 23. Febr. (40. Sitzung.) Bei der heutigen Fortsetzung der Berathung des Juftiz-tatS im Reichstag glaubte die demokratische Linke SukkurS Dom Centrum zu erhalten, insof-ru der Abgeordnete R o e 11 n für den Reichs­tag da» unbeschränkte Recht in Anspruch nahm, eine Kritik richterlicher Urtheile vorrunehmen.

Sozialdemokrat vr. Gradnauer erging sich in Folge dessen in einer weitgehenden Beurtheilung ve.schiedener Fälle, insbesondere auch des LöbtauerS.

Das Verdikt, das er über die Richter fällte, rief den entschiedensten Widerspruch der Staats ekrelärS Dr. Nieder ding hervor, ter zwar in Bezug auf das Recht des Reichs tags zur Kritik ton Gerichtsbeschlüffen mit dem Abg. Roeren übereinstimmte, sich aber sehr nachdrücklich dagegen verwahrte, daß au# dem Reichstage ohne Unterlagen die öffentliche Meinung gegen die Gerichte und die Richter be­einflußt werde.

Abg Frhr. von Stumm-Halberg widerlegte dann in tr ffender Weise die Angriffe von sozialdemokratischer Seite, die aus Anlaß seiner Beurtheilung des Löbtauer Falles gegen ihn gerichtet wurden.

Die von dem Königl. sächsischen Bundesbevollmächtigten Rüger nachdrücklich in Schutz genommene Darstellung des Löbtauer Falles im „Dresdner Journal" wurde vom ozialdemokratischeu Abgeordneten Heine, der im Prozeß persönlich al# Vertbeidiger fnngirte, als eine .systematische Irreführung der öffentlichen Meinung" bezeichnet. Um eine sozialdemokratische Aufhetzung habe eS sich in keiner Weise gehandelt Nicht die That, sondern da# Urtheil sei eine Frucht der Verhetzung gewesen.

Der kalten Zurückweisung dieser Logik und der In chutzuahme der sächsischen Regierung, der sächsischen Staats­anwälte und Richter Seitens des wiederholt genannten Bundesraths Vertreters schloß sich als sächsischer Abgeordneter das Mitglied der konservativen Partei vr Derlei an, der ich in seiner Beurtheilung des Löbtauer Falle« im wesent­lichen mit Frhrn. von Stumm-Halberg begegnete und die Unterstellung znrückwies, daß die Konservativen kein Mitleid mit den Veruitheilten und ihren Familien hätten. Das ei durchaus der Fall, aber seine Freunde be­dauerten, daß an Stelle der Verurtheiltev nicht die Hetzer gesessen, das Weh und die Thränen fielen ans sie.

Al« während der Rede de# GeneralfiaatSanwaltS Dr. Rüger der Lärm auf sozialdemokratischer Seite zu stark wurde, forderte der Vizepräsident Schmidt nachdrücklichst Ruhe, und bestand darauf, daß die .Genoffen", die fich um den Platz des BundeSrathSbevollmächtigten gruppirt hatten, ihre Plätze einnähmen. Die energische Art, in der Herr Schmidt sein Recht geltend machte, wirkte abkühlend auf daS rebellische Blut einiger Herren in der vordersten Reihe der Sozialdemottateu, die vorübergehend geneigt (bienen, etwa# hervorzurufen, wa« einem Tumult ähnlich gesehen haben würde. Der Abg. Heine wurde, als er am Schluß feine# letzten Vortrags von .Schmähworten" de# sächfischen GeneralstaatSanwaitS sprach, zur Ordnung gerufen.

Da# Gehalt de# Staatssekretär# wurde am Schluß der dreitägigen Debatte bewilligt.

Morgen Fontsetznng der Berathung.

Pr-i»tzifche- Abgeordnetenhaus.

Berlin, 23. Februar. (26. Sitzung.) Die In der heutigen Sitzung de# Abgeordnetenhause# weiter und zu Ende geführte Generaldebatte über die Denkschrift wegen Aufbesserung der Beamtengehälter zerlief in eine Reihe von Einzelaktionen, indem von den Rednern ans dem Hause für ganze Beamtenkategorieo eine notfi ausgiebigere Gehaltserhöhung für wür.schenSwerth be­zeichnet, diese Wünsche indeffen im Jntereffe deS Zustande­kommen# der Vorlage zurückgestellt worden.

Gegenüber der Behauptung, al# ob die Unter- be amt en im Ganzen zu schlecht fottgekommeu fehl, wie# ber Bicepräsideut be« Staatsmiuisteriums darauf hin, daß die Untet beamten zweimal, im Jahre 1890 unb jetzt wieder, eine Gchalt#aufdeffernng erfahren hätten,

unb daß sie insgesammt um SO Prozent besser gestellt wären al« vor dem Jahre 1890. «ährend die Aufbesserung bei den höheren unb mittleren Beamten b^schnittlich nur 10 Prozent betrüge. War bie Frage ber Dienst­wohnungen anlange, so wird nach Maßgabe der ver­fügbaren Mittel Sorge gehagen «erden, dort, wo ein Be« dürfniß in dieser Richtung besteht, mit der Vermehrung der Dienstwohnungen vorzugehen. Die« gilt insbesondere auch für die ®enebormerie, wenngleich eine noch weiter gehende Aufbefferung ber Gehälter, nachdem die Erhöhung bet dieser Beamtenkategorie schon 33'/, Prozent, also wett mehr al# der allgemeine Durchschnitt betrage, mtt Rücksicht auf die für die übrige Beamtenschaft fich daraus ergebenden Consequerzen tanz unmöglich sei.

Nach Schluß der Generaldebatte traten die Frei­sinnigen, welche au« der Generaldebatte gemerkt hatten, daß fich für gewisse Beamtenkategorien tm Haue Sympathien zeigten, mit handschriftlichen Anträgen auf Gehaltserhöhung der Eisenbahntelegraphiken, Ladrmeister und Werkführer hervor. Seitens der Regierung wurden alle diese Anträge al» völlig unannehmbar bezeichnet unb nach längerer Geschäftsordnungsdebatte sämrntlich abgelehnt

Abg Schulz machte sich zum Mundstück von allerlei angeblicher Mißvergnügtheit in den Krrisen der Zoll- und Steuerbeamten.

Der Vicevräs ident de« Staats- Ministeriums erachtet die p'eußischen Beamten für zu klug, als daß st nicht wiffen sollten, wo ihre wahren Freunde zu finden seien. Der vertrauliche Erlaß, der dem Vorredner den Stoff z: feiner Philippika lieferte, war dem Minister unbekannt, doch könne er nur durch groben Veitrauenskruch in die Press gelangt sein, unb müsse man sich bie Frage vo legen, ob ti nicht angezeigt erscheine, gegen ba8 beamtenseilige Halten von Hetzorganen wie das, welches den in 9t.be stehenden Erlaß mit dem Ausdruck der Erwartung, nur« mehr noch weitere vertrauliche E. lasse ausg liefert zu be­kommen, veröffentlichte, v o r z n g e h e n. An Wohlwollen in Ansehung ihrer Beamten laste fich die Regierung von Niemandem übertreffen, den Steuer- und Zollaufsehe n stehe eine GehaliSerhöhung von 24 Prozent, also weit über ben Durchschnitt hinausgehend, in Aussicht. Ueberbem seien 2 Millionen Mark zur Erstellung von Dienstwohnungen für diese Beamten im laufend- n ©tat ausgebracht. Sollte das Haus gegen den Widersp nch der Regierung Gehalts­erhöhungen ganzer Beamtenclaffkn über den Rahmen der Vorlage hinausgehend in« Auge fassen) so mäste man fich fragen, ob da« nicht mit einer Ablehnung der ganzen Vor­lage gleichbedeutend fei. Er mäste daher gerade im Interesse ber Beamten dringend vor j.ber Aenderung der Vorlage warnen Das HauS ging sodann auch über die Anträge mit großer Mehrheit zur Tagesordnung über.

Fortsetzung der Verhandlungen morgen.

Ausland.

Belgien.

Brüssel, 24. Februar. Der Herzog von Orleans organisirt hier eine öffentliche Ver­schwörung, (?) w lche auch seine Umgebung offen ein­gesteht. Sein Sekretär Montcourt äußerte gegenüber einem Vertreter der Preffe, der Herzog werde bei der ersten Gelegenheit die Grenze überschreiten und fich an die Spitze seiner Anhänger stellen. — Die Linke beabsichtigt, in der Kammer eine Anfrage an die Regierung zu stellen wegen der Duldung einer orleanistischen Verschwörung auf belgischem Bode». (Solche Nachrichten sind mit größter Vorsicht auf« zumhmen, sie sind ja ein gutes Mittel zur Festigung der Republik und w:rden wahrscheinlich auf Pariser Winke fabricirt. D. R.)

Aus Marburg und Umgegend.

h. Marburg, 24. Febr. Das gestrige vierte Concert des Academischeu Concert- V er eins war ungemein zahlreich besucht. Zu verwundern war dies bei der auf dem Programm stehenden Aufführung nicht. Robert Schumanns ©eenen au» Göthe'» Faust für Solo­stimmen, Chor und Orchester aufzuführen, ist an und für fich eine große Aufgabe. Ueber den Geist und Inhalt dieser Compositiou Schumanns ist in unseren jüngsten Nummern schon ausführlich berichtet worden. Schwieriger als Viele ahnen, ist die Durch­führung solcher Aufgabe in einer kleinen Stadt, wie Marburg. DaS Heranziehen der geeigneten Solisten, die Sorge für ein thunlichst vollkommenes Orchester, bie Einübungen des Chors find hier Dinge, die dem leitenden Unternehmer gar gewaltige Sorgen und Mühen schaffen. Sie alle hat unser Herr Univerfitäts- Musik Direcior Jenner in erfteulichster Weise wieder zu überwälttgen verstanden. Hierfür gebührt ihm von allen Marburger Musikfreunden ebenso aufrichttger Dank, wie für seine Sorge und Mühe überhaupt, uns musikalische Werke von Werth und Umfang hier zu Gehör zu bringen, wie man sie sonst nur selten selbst in den Großstädten zu hören bekommt. Herr Director Jenner hat fich hiermit um unser Marburg schon wahrhaft verdient gemacht. Die Ausführung der gestrigen Aufführung war, wenn natürlich auch feine in Allem vollendete, so doch eine so glückliche, daß wtt Schumann'« Werk doch in ausreichender Weise zur Geltung kommen sahen und anhören konnten. Mögen e8 anderwärts Zett und Umstände gestatten, die Chöre und da» Orchester viel längere Zeit, also häufiger eiozuüben und die mufikalischen und gesanglichen Details in Gesammtwirkungen noch bester hervorzubringe», wa» unter hiesigen Berhältniste» möglich war, ist in angenehm überraschender Weise von Chor und Orchester, wie von Einzelstimmen aus dem Chor voll befriedigend geleistet woide», und macht ben Sängerinnen und Sängern des Chores, wie den Musikern wirklich alle Ei>re! Wenn wtt noch auf bieSolifte» zurückkommen, so fei zunächst erwähnt, baß Herr Anton SistermanS aus Frankfutt e. M. unter ihnen der bei Weitem geschulteste, ja fertige Sänger war, der sich mit schöner Stimme und mit voll durchgeistigtem, wie die Empfindung wiederspielendem Ausdrucke seiner ansehnliche» Partie entledigte. Sein Gesang wirkte ungemein vortheilhaft. Wir wollen aber gleich bei dem sehr erfreuliche» Ausdrucke und der Empfindung bleibe», die wtt auch im Gesänge eine» jüngere» Sänger» gestern schon recht anerkennen»- werth fanden, bei dem Tenoristen nämlich Herrn Ludwig Heß au» Berlin. Hier »ttd ja bei einem

ben Kirchengesang, so glauben wtt ihm eerc sz.

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ttächtigte ihren Gesang. Die Altistin Frau

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lassmig geben könnte, bie Auflager in unzulässig Nrchha!

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Krebsgasse hierselbst zutrug. Unter ber Anklage Körperverletzung mittelst gefährlichen Werkzeugs st ber Arbeiter Heinrich D. von hier, weil er bem fraglichen Morgen bent Schriftsetzer Hoffmann von hier etwa 4 Messerstiche versetzte, baß bieser lebensgefährlich verletzt sofort in bie 81 gebracht würbe, bort vier Wochen zugebracht hat i jetzt noch nicht völlig genesen ist. Der Angektt ist 19 Jahre alt und wegen Sachbeschädigung ft einmal vorbestraft. Er gab bei seiner Vernehm an, der Gestochene sei sein bester Freund getri und habe ihn auch an dem Abende abgeholt. 1 eien bann zusammen mit noch onberen jungen Le» n mehreren Wirthschafte», zunächst bei Jesk päter bei Engel gewesen unb zum Schluß hätte« m Cafü Breilstabt noch einige Flaschen Wett lunfeti. Bon da nun sei Hoffmann mit sei« fingeren Bruder und noch einem jungen Morgens gegen 4 Uhr uach Hause zu gegaflS Er sei gefolgt und habe sich an der Ecke der 8k gaffe mit seinem Messer eine Cigarre abschn^ wollen. In diesem Augenblick habe er gesehen, J unten in dem Gäßchen eine Gestalt auf ber » gelegen unb mehrere Leute dabei gestanden h^ Im zu sehen, wa» da passtrt sei, wäre er h« gelaufen und habe den auf der Erde liegenden Bü des Theodor Hoffmann aufgehoben, wobei ihn lep zurfickgestoßeu hätte. In der Aufregung unb Tiu» ;eit habe er nicht mehr an das in seiner Hand (übliche Messer gedacht und ben Theodor HoW unabsichtlich damtt getroffen. Daß er zu bem ® letzten geäußert, ob sein Benehmen Bruberltebe könne stimmen. Der als Sachveistäubige vernoms Assistenzarzt der hiesigen chirurgischen Klinik sch'--' nun die Verletzungen, die Hoffmann davongett« Dieselben seien in hohem Grabe gefährlich gei* >enn bie Stiche seien neben bas Herz, durch Brustwanb gegangen und die Wunde am Obers«^ habe eine Länge von 7 cm gehabt. Der Betm Hoffman», bei noch nicht ganz wiederhergesteßr' teht im 19. Lebensjahre. Er wußte sich N® ganzen Sache nur noch zu erinnern, daß ihm D Cafe Breilstabt Geld abborgen wollte. Snterw war die Aussage eines Schlossergesellen, der p ständig unbeteiligt ben Morgens nach 4 Uhr ’ Markte herkommenden jungen, anscheinend sehr trunkenen Leute» begegnete und ohne jede lassrmg durchgeprügelt wurde. Die anderen die an dem Abende nnd während der Nacht; Hoffman» verkehrt, gaben nun eine au»fMt

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Beermanu-Lützeler aus Düsseldorf ka» ihrer immerhin wohl beachtenswerthen Ältst nicht recht zur Geltung. Sooi l von dm S — Die Aufführung im Ganzen machte jedenfalls Leiter des Academischeu Concert - Verein» und Vereine selbst alle Ehre!

4- Neuwahl In Folge Ablebens des tagsmitgliedes Bürgermeister Herrmann zu He hausen ist zur Ergänzung des Kreist« bie Neuwahl eines Mitgliedes im Wahlverdandk Landgemeinden erforderlich geworden. Die der zu Grunde zu legende Wählerliste Hegt im des Landrathsamts zu Jedermanns Einsicht «

* Die Schilder-Maler werden in diesem gute Geschäfte machen. Vom 1. Januar 1900 dem Tage, an welchem das neue HandelSges eingeführt wird, müssen sämmtliche Inhaber lieber Läden, ob sie eingetragene Firmen besitzen nicht, ihren Familiennamen mit mindesten» ei ausgeschriebenen Vornamen an der Außenseite am Eingänge deS Labens in beutlieb lesbarer S anbringen. Wer fich also neue Schilder machen sollte gleich auf die neue Verordnung Rücksicht ne

* Hochbauwesen. Der Minister ber ö lieben Arbeiten hat bie Bestimmungen vom 16. 1890 über bie Aufstellung von statistisch Berechnungen zu Hochbaukonstr Honen, sowie über bie hierbei anzurrehme Belastungen unb Beanspruchungen einer gänzung unterzogen. Es soll fortan für Fluß allgemein eine Beanspruchung auf Zug unb von 875 kg für ba» qcm zugelassen werben: bars diese Zahl bei ben ©liebem genau berechn zusammengesetzter Konstiuktionssysteme auf 1000 höht »eiben. Eine Beanspruchung be8 Fluße! von 1000 kg für ba» qcm auch bei Trägt bereu volle freie Spannweite, von Auflagermüte *e uu Auflagermitte gemessen, in Rechnung gestellt wird, W dagegen ausgeschlossen worden, weil über bie LäM- ber Auflager eiserner Träger allgemein gültige R tocn nicht bestehen unb eine solche Bestimmung V r 1

hübsche unb ausgiebigere Sopranstimme, als, pKflten. anfangs annehmen mußte. Sie ist eine royy -jat, alp Sängerin, legte aber bie Routine etwas effccthast , sta auf ba» laute Hervorstoßen der hohen Töne j t Menst das Orchester piel, was ihre« Gesänge etwas $ ^n h tralische» gab unb ben Eindruck nicht vermeiden > zahlreib als wolle sie das Orchester „führen". Dies h, ^ß« gefe

Organ sehr banloare und Erfolge verheißerGe Car- Der

prophezeien zu könne». Bei Herrn Ernst Hu«, i aus Leipzig bewunderte» wir die Tiefe feiner Cq, jfcttigten seine Vortragsweise ist uns, wir möchte» fast st zghr. zu unfrei und vermag so natürlich nicht zu ftg 2,$ un Sri. Marie BuSjäger au» Bremen hat" ^n F

4- Strafkammer. In der heutigen Sitz« beschäftigte man sich zunächst mit der Messerasfti dUl welche sich am Morgen des 15. Januar in I -