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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
"" Srpcdition: Markt al. — r-ltpbon 55. 9 Jllustrirtes Sonntagsblatt. Verantwortlich für di« Redaktion: Redakteur M. Hartman« in Marburg.
____» ____________ Redaktion: Markt 21. — Telephon 55.
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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Lluartals-Abonnements-Preis bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2,25 Mk. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr: die gespalten« Zeile^oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen: die Zeile 25 Pfg.
’BRarßurg
Mittwoch, 15. Februar 1899.
Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition dieses Blattes, die Annoncen-
Bureanx von Haasenstein & Vogler Frankfurt a. M., Caffel, Mägde- - qj cv < bürg. Wien; Rudolf Mofle, Frankfurt a. M.. Berlin, München, Köln: .. 64. ^lMg.
C. L. Daube & Co., Frankfutt a. 3JL, Berlin, Hannover, Paris x.
Erstes Blatt
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Wllld; sprang Lollo auf, neigte sich weit vor,
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1s rS, r äU0 Sie sah das recht gut, aber Z im Bewußtsein ihrer guten Absichten nicht W1* ^durch einschüchtern. Wie ein gutrau« ,Rlnb faßte sie seine Rechte, die eben ans dem
‘ Seroorlam, um nach dem Hut zu greifen, und ** Ne nieder.
Bat. Ucber die Erthetlung dieser Genehmigung soll eine für das ganze Reich zuständige Stelle einheitlichen Gesichtspunkten entscheiden. Was Kreis derjenigen Institute betrifft, welche als otheken-Lanken im Sinne des Entwurfs zugelassen ^rrden können, so geht der Gesetzgeber davon aus,
Roman von Marie Bernhard.
(Fottetzuna.)
her damit! — Jst's eine so hübsche ^^wie der Waldbach, so soll Ihnen verziehen
Das Hypothekenbank-Gesetz.
D.mnächst wird der Entwurf eines Hypotheken- tank-Gesetzes im Reichstage zur Verhandlung gelangen. Kei der Wichtigkeit, welche dieser Vorlage für unser Mthschsstliches Leben znkommt, wollen wir den vesentlichsten Inhalt derselben schon vorher in Kürze telegen, sowie überhaupt einige orientirende Be- «rknngen voraursenden.
Das Hvpotheken-Bankwesen, das nunmehr reichs- zesetzliche Regelung erfahren soll, hat sich in Deutsch- lwd seit etwa sechsunddreißig Jahren unter dem Einflüsse des bald nach 1860 stark hervorgetretenen öredit-Bcdürfnffses erst langsam, dann immer schneller entwickelt. Gegenwärtig bestehen vierzig Hypotheken- j Lansin, von denen sich die meisten ausschließlich der i&fiiebigung des Real-CredÜS widmen. Die von
ihnen ausgegebenen Hypotheken-Pfandbriefe beliefen ; M am Ende des JahreS 1897 auf mehr als 5x/4 ^Wiarden Mark. Den Gegenstand der Beleihungen Met zum weitaus vorwiegenden Theile der städtische Kmidbesitz.
Angesichts der gewaltigen Ausdehnung, welche Ser Geschäftsbetrieb der Hhpoth-kcn-Banken erreicht , mußte sich naturgemäß der Mangel einer rinheit« Mw gesetzlichen Ordnung in stetig wachsendem Maße Mlbar machen. Diesem Mangel nun sucht der vor- Nmbe Entwurf eines Rcichsgesitzes abzuhelfen, «selbe beschränkt sich nicht mehr, wie ftühcre Ent- *fe, darauf, die Stellung der Pfandbrief-Gläubiger tafi p.ivatrechtliche oder konkursrcchtl"che Vorschriften O-fichern, sondern sucht gleichzeitig auch die dem -vsthschaftlichen Gebiete angehörenden Fragen, welche ung ge die Errichtung, den Geschäfts-Betrieb und die Be-
aMchtiguog der Hypotheken - Banken betreffen, zu Mln. Diese Erweiterung des gesetzgeberischen ,e vab Kähmens erscheint schon dadurch gerechtfertigt, daß L, . , , ^deu der Sicherheit des in den Hypotheken-Pfand ^eists mism angelegten Kapitals doch auch das Interesse und B Grundbesitzes in Betracht kommt, der die die Lei Äsotheken-Banken zur Befriedigung seine- Credits infs Gl F Zuspruch nimmt.
( Die Zulassung neuer Hypotheken-Banken wird dem Em würfe in allen Fällen an eine obrigkeit- Gerehmigung geknüpft, was bisher nicht der
«sch« en M tener
(Nachdruck verboten.)
Schute des Lebens.
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Kühl!
« Sj. r—*vuy uu|, ucim« |IU) weil vor, < um schärfer zu sehen, stieß ein paar unverständ- W» Laute aus und flog dann pfeilgeschwind einem ___i ^emachslnen, in weißen Flanell gekleideten Herrn iv«Mar--”' bcr btn schmalen Waldpfad zur Rechten ."^m Schlendern entlang gegangen kam. Er l. »7 die Hände im breiten Seidengurt seines hellen g: I^tai»6embe8, der große Strohhut saß ihm, tief npn ( ^attt«b, über Stirn und Augen, als habe er den ..... M'.das Antlitz de» Wanderers zn verbergen. er Lollo Dankelmann noch nicht, erst ——* ihn athemlos anrief; »Meister, Meister!"
>m jjüij;'” und blickte auf. Dieser Aufblick war n'cht ilber,A dt ^eut' unb et hellte sich auch nur wenig auf, i Blch utie 8 o, Dankelmann jetzt dicht vor dem Herrn im
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er, El» ^-Meister, Meister, Sie dürfen nicht böse fein, ich und ' für Sie — so etwas Schöne-!'
Brt* kz,-'"°d das muß nun gleich auf der Stelle in den „ 1 6s „fl,nIa8tn genossen werden? Können wirS nicht
-öll, kj,?°^.en lassen. Kleines? Ich hab einen solchen enschse ^amkiusdmst!«
liMj,' Sie können später Einsamkeit genug trinken.
chS doch nun gerade zur Stelle ist —‘
daß es für Privat-Unternehmungen, die Hypotheken- Geschäfte betreiben, unter allen Umständen eines von Anfang an gesicherten und thunlichst gegen nachträgliche Verminderungen geschützten eigenen Kapitals bt- darf. Diesem Erfordernisse leisten die Actien-Gesell- schaften und die Commandit-Gesellschaften auf Actien infolge der für sie maßgebenden gesetzlichen Volschriften Genüge. Die in einer der bezeichneten Gesellschafts- Formen errichteten Bodenkredit. Anstalten, aber auch nur di.se, erkennt daher der Entwurf als Hypotheken- Banken an.
Zur Ueberwachung des Geschäfts. Betriebes der Hypotheken-Banken wird ferner fortdauernde Staats- Aussicht ungeordnet. Die Rechte der Pfandbrief- Gläubiger endlich werden noch dadurch besonders geschützt, daß der Entwurf die Bestellung eines mit der Wahrung ihrer Rechte betrauten Vertreters sowie ihre vorzugsweise Befriedigung aus den zur Deckung der Pfandbriefe dienenden Hypotheken ins Auge faßt. Der Entnurf bemüht sich also nach j.der Richtung hin, die Tätigkeit der Hypotheken-Banken mit den Jnteresstn der Allgemeinheit in möglichster Ueber- einstimmung zu bringen, und wird deßhalb sicherlich von westen Kreisen mit lebhafter Freude begrüßt werden.
Umschau.
Ueber die Benrtheilung, die die Verhandlungen des deutschen Reichstages vom Sonnabend in Betreff der Beziehungen Deutschlands zu den Vereinigten Staaten in der englischen Presse finden, wird ans London depeschirt: Die »Times" begrüßen die Verhandlung des deutschen Reichstags als ein gutes Omen für die Errichtung einer festen Basis für M neue Lage der Dinge, wie sie durch die Niederwerfung der Weltmacht Spaniens geschaffen sei, und bemerkt sodann: „Das deutsche Volk betrachtet, wie wir, das, was geschehen ist, vom praktischen Standpunkt aus. Die Wiederannäherung Deutschlands und Amerikas wird in England herzlich begrüßt werden als eine weitere Garantie für den Frieden und den Fortschritt der ganzen Welt." Die „M o r n i n g P o st" führt aus, die Vereinigten Stauten müßten jetzt, wo sie in eine neue uusgedehnte Bohn treten, die bisher gegen Deutschlund geübte Politik der Nadelstiche auf- geben. Das Blatt giebt der Hoffnung Ausdruck, die Behörden in Washington würden die Hand gern annehmen, die ihnen Staatssecretär von Bülow so offen geboten habe. Ferner wird über Aeußerungen inPariserBlättern Nachstehendes aus Paris vom Sonntag gemeldet: Die gestrigen Reden des deutschen Staatssecretärs des Aeußcren, Staatsministers von Bülow, werden von den Blättern sympathisch besprochen. Die „Liberte" schreibt:
„Gottl Skizze! Waldbach! Wer denkt denn daran? Viel, — viel etwas Schöneres! Etwas, das lebt!"
„Mann, Weib, Kind ober Thier des Waldes?"
„Nichts von Allem! Noch wird es von dem großen Baum da verdeckt. Sehen Sie nichts durch das Laub schimmern, Meister?"
„Etwas Helles, ja! Jst's das?"
„3a — und nun kommen Sie!"
Erni war auf ihrem Bänkchen sitzen geblieben — Lollo lief einem Herren entgegen — doch wohl ein Bekannter des Dankelmannschen Hauses, um Ende gar der vielgenannte Regierungsruth PrätoriuS — und sie saß hier so unculfiviert, ohne Hut und ohne Handschuhe . . . was mußte ein solcher Mustermensch von Lollos Hüterin für Begriffe bekommen? Ob sie nicht wenigstens den Hut noch uns dem GraS aufgriff und aufsetzte? Sie bückte sich und bekam daS Hütchen zu fassen — du kamen die Beiden näher. Nein, das konnte unmöglich der Rath Prätprius fein — so konnte er nicht uussehen! Lollo sah ja auch so glücklich drein — sollte dieser weißflunelleue Tennisspieler vielleicht —
Da war er schon heran und zog den Hut, zeigte ein luftgebräuntes Antlitz mit dnuilem, dichtem Haar und einem viel Hellern, spitz zuluufenden kurzen Bart, und große Augen von reinstem Blau — feurig blickende, ausdrucksfähige Augen, die gar kein Hchl daraus machten, daß ihr Besitzer etwas zu bewundern hatte.
Ach, Erni kannte alle Schattierungen der Bewunderung: daS bloße erstaunte Aufschauen — „ist es denn möglich — wo kommt mit einemmal eine solche Erscheinung her?" — daS beifällige Mustern, — „du kannst mir gefallen, gäb es doch viele deinesgleichen auf der Welt!" — daS zudringliche'
„Wir können uns nicht der Bemerkung enthalten, daß, wenn alle Minister des Aeußern sich mit solchem Freimuth, solcher Rechtlichkeit ausdrückten, inttr- nationale Schwierigkeiten selten in Conflicte ausarten würden." Das „Journal des DebatS" sagt: „Staatsminister von Bülow hat mit vollendetem Tact und Discretion gezeigt, was gewisse sensationelle Meldungen werth waren. Ec hat hierdurch der Sache Europas und des Friedens einen werthvollen Dienst geleistet." „Republiqne Fran^aise" meint, die Erklärungen des Staats Ministers von Bülow würden in Amerika tiefen Eindruck Hervorrufen. Auch Frankreich werd: daraus Nutzen ziehen, denn es sei den Vereinigten Staaten und England gegenüber in ziemlich ähnlicher Lage wie Deutschland.
Wiederum war gest rn in Berlin der Circus Busch, in dem die sechste Generalversammlung des Bundes der Landwirthe statt- fand, schon lange vor Beginn der Versammlung in allen Theilen dicht gefüllt. Der erste Vorsitzende, Abg. Frhr. v. Wangenheim (Kl. Spiegel) eröffnete die Versammlung, indem er zunächst des im Sommer v. I. verstorbenen ersten Bundesvorsitzenden v. Plötz Döllingen gedachte. „Im Kampfe für unsere heilige Sache hat er sein Leben geopfert, mit so manchem unserer tapfersten Vorkämpfer ruht er jetzt in deutscher Erde, die uns nur noch theurer geworden ist, seit sie so kostbares Gut birgt". Im Weiteren gedachte der Redner des Dahinscheidens des Fürsten Bismarck. Zn all seiner schier übermenschlichen Größe stand er doch uns besonders nahe, denn er war einer der Unseren. Mit frohem Stolze dürfen wir cs bekennen: Er war ein treuer Freund unseres Bundes. Mit durchdringendem Blick erkannte er, was wir wollten, als noch alle Welt uns verspottete und verhöhnte. Er sah, daß das Samenkorn gut war und reiche Ernte tringen müsse. Er hat dem Bunde die Wege gewiesen, welche dieser von Anfang an gegangen ist und ferner gehen wird. Der Direktor des Bundes, Abg. Dr. Diederich Hahn, erstattete alsdann den Geschäftsbericht. Danach hat sich der Bund seit dem Vorjahre um rund 1000 Mitglieder vermehrt und zählt zur Zeit 188 000 Mitglieder. Davon wohnen 97 000 westlich und 91000 östlich der Elbe. 158 600 gehören dem Kleingrundbesitz an, 28 000 dem mittleren und 1400 dem Großgrundbesitz. Diese Ziff rn zeigen, daß der Bund fein Bund ostelbischer Großgrundbesitzer ist. Im Namen des Vorstandes und Aus- schuss S unterbreite er der Versammlung folgende Erklärung: „Die 6. Generalversammlung des Bundes der Landwirthe spricht ihre Freude darüber aus, daß, nachdem auf der 5. Generalversammlung deS Bundes im verflossenen Zahre die Wiederauf-
Prüfen — „keine Schminke, keine Farbe, kein gebranntes Haar — Alles echt?" — das freche An- starren, das wie Beeidigung wirkt, und daS un- b.fangene Entzücken, das den Blick nicht wegweuden kann und darüber ganz vergißt, daß der Gegenstand dieses offenbaren CultuS nothwendig etwas wie Verlegenheit dabei empfinden muß.
Was Erni in diesen Äugen las, war ehrliche Kunstbegeisterung, nichts weiter; sie sagte es sich selbst, sie war selten in ihrem Leben s» „unpersönlich" bettachtet worden. Hier war eS nicht der Herr, der ein schönes junges Mädchen anschaute . . . der Künstler war'S der mit einer Art von Andacht ei» unerwartet reizvolles Motiv in sich aufnahm. Er hatte ganz mechanisch zu Lollos vorstellendeu Worten den Hut gezogen und sich verneigt, das war Alles ganz „nebenher" für den „Menschen" Gottfried Hansen, der wie eine aufgezogene Marionete seine Schuldigkeit that . . . Gottfried Hansen, der Künstler, halte Anderes zu thnn!
Erri sprach ein paar Worte: „sie freue sich sehr, und Lollo hätte ihr schon so viel erzählt — ganz München erzähle sich ja, und sie habe fich's schon lange im stillen gewünscht, persönlich mitreden zu können" — die- glaubte sie dem berühmten Maler schuldig zu sein, eS kam ihr auch ganz natürlich vor, das auszusprechen, mal sie wirklich dachte, und er sah' ihr auch nicht sehr jung mehr au8, wie et da mit diesem conzentrierten Blick so vor ihr stand — aber er antwortete nidt8, und das matte sie doch ein wenig stutzig. Sie neigte sich seitwärts und wollte sich auS lauter Verlegenheit den Hut auf den Kopf sitzen — er nahm ihn ihr ohne weiteres aus der Hand und sagte in überredendem Ton: „Ach, nicht doch — ich bitte!" und dazu brach ein Lächeln, ein Glanz aus seinen Augen, daß Erni fühlte, wie sie errötete.
nähme der Wirthschastspolitik des Fürsten Bismarck zum gleichmäßigen Schutze der gefammten vaterländischen Arbeit als das Hauptziel jeder Politik der Sammlung ausgesprochen worden war, runmehr auch die Reichsregierung sich auf diesen Boden ge» stellt und die Nothwendigkeit der Umkehr zu der Bismarck scheu Wirthschaftspolitif anerkannt hat. Die Generalversammlung erwartet aber, daß die Regierung nicht allein in der richtigen Ausgestaltung deS Zolltarises und den daraus neu zu begründenden wirthschastlichen Beziehungen zum Auslande die Erfüllung einer nationalen Wirthschaftspolitik erblicken möge, sondern in gleicher Weise in dem Schutze der productiven Arbeit gegenüber allen denjenigen wirthschastlichen Mächten, welche im Jnnlande durch Vcrtheuerung des Geldes, durch speculative Einwirkung auf die Preisbildung der meisten Producte, sowie durch groß- copitalistische Unternehmungen, welche den Handwerker- unb Kaufmannsstand bedrohen, durch Einrichtung immer neuer Surrogatindustrien u. s. w. den redlichen Erwerb der schaffenden Stände deS Vaterlandes be- ‘ einträchtigem Gegenüber dem sogenannten Fleisch, nothschwindel erwartet die heutige Generalversammlung von der Reichsregierung, daß auf dem Gebiete der Vieh- und Fleischeinfuhr das Ausland nicht vor demJnland bevorzugt werde." (Stürmischer Beifall.) — Diese Erklärung fand die vollständige Billigung der Versammlung. Um 5 Uhr war letztere beendet.
Deutsches Reich.
Berlin, 13. Febr. Se. Majestät der Kaiser hörte heute Vormittag die Vorträge des Chefs des Civilcabinets, Wirklichen Geheimen Raths Dr. von Lccarus, des Staatsekretärs des ReichS-Marineamts, Staats-Ministers Tirpitz und des den Chef des Marinecabinets verttetenden Kapitäns zur See von der Gröben. Um lf/2 Uhr Nachmittags begaben sich Ihre Kaiserlichen Majestäten vom Stettiner Bahnhof mittelst Sovderzuges nach Werbellinsee und von dort zu Wagen nach dem Jagdschlösse Hnbertus- stock, ■ wo sie einige Tage Aufenthalt zu nehmen gedenken.
— Bei der Ankunft des mit einer großen Anzahl Deutscher und Amerikaner auf der Orientreife begriffenen Hamburger Schnelldampfers „Auguste Victoria" in Villa Franca (Nizza) sandte der kommandirende Admiral des dort ankernden französischen Mittelmeergeschwaders einen Offizier an Bord und gestattete den Passagieren und der Mannschaft die Bestchtignng der Kriegsschiffe.
— Der Pariser „Ganlois" wußte vor einigen Tagen von Meldungen aus Algier zu erzählen, wonach Offiziere und Mannschaften S. M. S.
Dies Erröten aber ließ den Künstler in ihm für den Augenblick zum Schweigen kommen. Er setzte sich neben sie auf die kleine Bank, die für zwei Personen knappen Raum bot. Lollo konnte sehen, wo sie blieb.
„Sie haben sich den Götz Hansen zivilisierter gedacht, Gnädige, nicht so?" fragte er, und eS klang hübsch, wie er sprach — das S und R sehr scharf, wie die Bewohner der Ostseeprovinzen eS haben. „Aber sehen Sie, die Künstler, das sind komische Leute, bei denen geht eben alles dmchs Auge. Darf ich fragen, ob Sie viele unseres Gelichters kennen? Es sieht fast so aus, als hält ichs nicht nötig Ihnen die Künstler zu erklären!"
„Die lassen sich ja gar nicht erklären!" entgegnete Erni lächelnd.
„Gut gesagt! Und bei mir halten Sie, bitte an diesem Ausspruch ganz besonders fest, denn ich komme vielen Menschen und auch mir selbst oft ganz unerklärbar vor. Augenblicklich fteilich weiß ich nur zu gut, was ich mir wünsche!"
„Und ich weiß eS auch!" fiel Lollo mit kekern Mut ein — sie war Gottfried Hansen gegenüber nut besangen, wenn sie in feinem Atelier war und feine Bilder sah. „Sie wollen meine schöne Erni malen, nicht wahr?"
Er sah mit einem humorvollen Zucken des Mundes über die Schulter gewendet, nach dem dreisten Kinde hin.
„Vielleicht hätl' ich's auch ohne Vormund fertig gebracht!" meinte er, halb ärgerlich und halb lachend.
LolloS rasches Züngelchen fuhr heraus. „Ach Gott, Sie find mir doch nicht böse?"
„Keinen Schimmer davon; Kinder haben immer den Mund voran, und Sie find in allem noch ein rechtes Kind — nur in der Kunst dürfen Sie verlangen, ernst genommen zu werden. (Fortsetzung folgt.)