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Eine Kaiserrede.
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daß Ich dabei auf Ihre getreue Mitarbeit rechne.
die Mark Brandenburg und ihre Mitglieder! Hurrah!
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mderen Fürsten und schon zu einer Zeit, wo vielleicht dergleichen Gedanken und Gefühle noch nicht
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In Oesterreich haben sich die Vertreter der deutsche» Volkspartei, der deutschen Forlschritts- partei, der Vereinigung des verfassungstreuen Groß-
Eaufen.
18 II.
amten sich äußert, hat der Letztere noch der „unausgesetzt geäußerten" Anschauung des Disziplinarhofs seine Nichtqualifikation als Beamter erwiesen. Die Ueberhebung und das über die Maßen gesteigerte Selbstbewußtsein der Socialdemokratie birgt die Gefahr in sich, daß einzelne, der soctaldemokratischen Verlockung besonders ausgesetzte Unterbeamte Zweifeln in dieser Richtung Raum geben könnten. Die letzten unzweideutigen Erklärungen vvm Tische des Bundes- rathS aus werden dazu beitragen, die Beamtenschaft im Bewußtsein ihrer Eides- und Gewissenspflicht zu klären und sie in der Socialdemokratie lediglich den geschworenen Feind des Staates und des Deutschen Rciches erkennen zu lassen."
„Mein verehrter Oberpräsident und liebe Branden- bürget Männer! Die Rede, die wir soeben 6er»
gangbar waren, die persöaliche Verantwortlichkeit dem Herrscher im Himmel gegenüber fühlten und vertraten. Der zweite Umstand war der, daß sie das Volk der Macker hinter sich hatten.
Wenn wir unS in den Augenblick versetzen, wo
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Präsident SlaatSminister Dr. von Achenbach int Englischen Hause zu Berlin den Mitgliedsrn des Provinziallandtages der Provinz Brandenburg gab, js Erwiderung auf den Toast deS Oberprästdenten
Reife an die gelobten Stätten und die geheiligten Orte wird Mir behilflich fein, diesen Baum zu beschützen und zu fördern und zu pflegen, wie ein guter Gärtner die Zweige zurückzuschneiden, die überflüssig sind, auf die Thiere zu gehe», die feine Wurzeln benagen wollen, um sie auSzurotten. Ich hoffe bann das Bild zu sehen, daß der Baum sich herrlich entwickelt, und vor ihm steht der deutsche Michel, die Hand am Schwertknauf, den Blick nach außen, um ihn zu beschirmen. Sicher ist der Friede, der hinter dem Schild und unter dem Schwert des deutschen Michel steht.
Es ist ja ein herrliches Beginnen für alle Völker, den Frieden herbeisühreu zu wollen; aber es wird ein Fehler bei den ganzen Berechnungen angestellt. So lange in der Menschheit die unerlöste Sünde herrscht, so lange wird eS Krieg und Haß, Reid und Zwietracht gebe», und so lange wird ein Mensch versuche», den anderen zu übervortheilen. Was aber unter den Menschen, das ist auch untern den Völkern Gesetz. Deswegen wollen wir trachten, daß wir Germanen wenigstens Zusammenhalten wie ein fester Block. An diesem rocher de bronze deS deutschen Volks, draußen weit über die Meere und bei unS zu Hans in Europa, möge sich jede den Frieden bedräucnde Welle brechen!
Wer Mir dazu zuerst zu h«lfen berufen ist, das
in den Reichstag und die Betheiligung an den gesetzgeberischen Arbeite» nicht verwehrt werden. In der Verwaltung des Reiches und des Staates aber kann und darf für sie fein Raum sein. Diese Ansicht der Reichsregierung ist ihr gestern mit voller Deutlichkeit zu erkennen gegeben worden.
Der Ausspruch des socialdcmokratischen Abgeordneten Singer, daß die Socialdemokratie Leute, die ihre Versammlungen mit ein ent Hoch auf den Kaiser be - ginnen und schließen, in ihren Kreisen nicht dulden werde, ist die denkbar schärfste gegen die monarchische Structur der Reiches gerichtete Demonstration. Daß die von solchen Anschauungen geleitete Partei die Erklärung deS StaatSsecretärs des Reichs Postamts, ein Beamter dürfe keine socialdemokratische Gesinnung haben, gleichwohl mit „großem Lärm" beantwortet, beweist, welchen Grad die Herrschaftsgelüste der Socialdemokratie bereits erreicht habe». Die Social- demokrolie negirt die Grundlagen der Staatsordnung, verlangt aber dennoch, an der Handhabung eben dieser Ordnung betheiligt zu fein. In der That muß auf Seiten der Reichsregierung, wie der Herr Staats- fecretär sich ausdrückte, „unbedingt daran fe st gehalten werden, daß Klarheit darüber besteht, wer Herr im Hause
der Landeshauptmann und zum Kurfürsten ernannte Friedrich I. sein herrliches fränkisches Heimathland «it der Mark vertauschte, die damals in einem Zustande war, wie wir es uns kaum nach den Beschreibungen der Historiker vorstellen könne», so ist dieser Tausch nur so zu verstehen, daß der Herr in U den Beruf fühlte, in dieses Lat d zu ziehen, selcheS ihm anvertraut war von Kaiserlicher Huld, ms hier geordnete Zustände herbeizuführen, nicht bloß M des Kaisers willen oder um seiner selbst willen, sondern weil er überzeugt war, daß ihm die Aufgabe von oben gestellt war.
Dasselbe können Wir bei allen Meinen Vorfahren »erfolgen. Die großen Kämpfe nach außen, die Entwickelung und die Gesetzgebung nach innen find
Umschau.
Unter der Ueberschrift „die Socialdemokratie und die Beamten" schreibt die amtliche „Berl. Corresp.": Der 3. Februar brachte der Socialdemokratie im Reichstage eine ebenso vollständige wie verdiente Niederlage. Gestützt aus ihre numerische Stärke, hat die socialdemokratische Fraction des Reichstages einen Ton herausfordernder Ueberhebung anzuschlagen begonnen, dem gegenüber die Vertreter der Reichsgewalt zu energischer Abwehr und zur Hervorhebung des unversöhnlichen Gegensatzes gezwungen wurden, der zwischen der socialdemokratischen Anschauung und den Lebensbedingen unseres nationalen Staates besteht. Nach Lage der Gesetzgebung deS Reiches kann der Socialdemokratie das Eindringen
(N aner,
wattigste Kampf, der je auf der Erde ausgesucht.» worden ist, der Kampf um die Erlösung der Menschheit von dem Einen ausgefochten wurde. Diese Thatsache hat Mich dazu bewogen, an dem Tage gewissermaßen noch von neuem Mir den Fahneneid zu schwören nach oben, nichts unversucht zu lassen, um Mein Volk in sich zu einigen und das, was es trennen könnte, zu beseitigen.
Beim Verweilen aber in dem fremden Lande und an den verschiedenen Stätten, wo für uns Germanen der uns so theuere Wald und das schöne Wasser so mangelten, fielen Mir die märkischen Seen mit ihrer dunkeln, klaren Fluih und die märkischen Eichen- und Kiefernwälder ein, und da dachte Ich bei Mir, daß wir eS doch, trotzdem wir in Europa zuweilen über die Achsel angesehen werden, in bei Mark weit b.sser haben, wie in b.-r Fremde. Wenn Ich an den Baum, an bie Behandlung desselben, an die Liebe für den Wald denke, so fällt Mir dabei ein Ereigniß ein, was gerade für uns und den Anfang des Ausbaues unseres Reichs von hohem Interesse ist.
Es war nach den großen erhebende« Vorgängen deS Jahres 1870/71. Die Truppen waren wieder eingezogen: der Jubel und die Begeisterung hatten sich gelegt, und die alte Arbeit und die Gründung und Entwickelung des neugewonnenen Vaterlandes sollten nun beginnen. Da saßen die drei Paladine des großen alten Kaisers zum ersten Mal allein bei gemeinschaftlichem Mahle, der große General, der gewaltige Kanzler und der getreue Kriegs - Minister, und nachdem das erste Glas auf den Landesherrn und das Vaterland geleert worden war, ergriff der Kanzler das Wort und, sich zu seinen beiden Genoffe» wendend, sagte er: wir haben nun Alles erreicht, wofür wir gekämpft, gestritten und gelitten haben; wir stehen auf der Spitze dessen, was wir uns nur je geträumt haben; was kann für uns noch irgendwie Jnter- «ssantes und Erhebendes oder Aneiferndes kommen nach dem, waS wir durchlebt haben? Eine kurze Pause folgte darauf, und da sagte der alte Schlachtenlenker mit einem Mal: Den Baurn wachsen sehen! Und tiefe Stille verbreitete sich im Zimmer.
Ja, meine Herren, der Saum, den wir wachsen sehen und für den wir sorgen müssen, ist die deutsche Reichseiche. Gesundes Wachs- thum ist ihr bestimmt, weil sie in der Hut der Märker steht, in deren Land ihre Wurzeln sich befinde». Sie hat manche» Sturm durchgemacht und oft auszugche» gedroht; aber der Stamm und das Reislein, in die märkischen Sande gesenkt, wird, so Gott will, in alle Ewigkeit halte».
Ich kann somit heute nur von Neuem geloben, Alles zu thun, was Ich dazu vermag. Auch die
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r nachstehenden Trinkspruch ausgebracht:
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. Der Verlauf und das Ergebuiß der Reichstags-
die Mark zu stützen beabsichtige nach wie vor, und Verhandlungen vorn 3. Februar wird namentlich der
Aufgabe in dieser Weise zu lösen. Der eine, der W« Hauptumstand, ist der gewesen, daß sie vor allen
Nm Abend deS 3. Februar hat Se. Majestät ohnu, . pg Kaiser bei dem Diner, welches der Ober»
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ite 2od »ommen haben, hat in patriotischer Weise, vergoldet fliniM uiii poetischem Schwung, die Thaten Meines Hauses ab aitie ®C1$WC Unseres Volkes in kurzen Umrissen bergelegt. Ich glaube wohl au8 dem Herzen eines
14 m 3ede" von Ihnen zu sprechen,' wenn Ich sage, daß —' j»ei Umstände eS gewesen sind, welche es Meinen
rmtethr, Vorfahren und Meinem Hause ermöglicht haben, diese
—tl. ^ge vorübergezogen sind, theilS religiöser theilS
Worischki Art, theils auch aus dem modernen Leb/n. !I , Bon "den Eindrücken der erhabenste und er- poifendste war doch nächst Unserer Feier in Unserer Kirche der, auf dem Oelberg zu stehen und bie zu sehen am Fuße besselben, wo ber ge-
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■■/> nn ™ Wrßltrd an* nehmen entgegen - die Expedition dieses Blattes, die Annoncen.
3’0 32 ZureaH von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Magde.
•*- Dienstag, 7. Februar 1899. 34' '5üW
Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg «nd Kirchhain. te221 Jllustrirtes Sonntagsblatt.
Beamtenschaft zu innerer Festigkrit dienen. „Ein Daher erhebe Ich bas Glas unb rufe, es lebe, Beamter barf keine socialdemokratische Gesinnung -m-.,« *—-t. -<■ it-- o. .. haben." Wo eine solche Gesinnung bei einem Be-
zu neu ""wer nur von dem Gedanken geleitet gewesen ber ... II. s Verantwortlichkeit für bas ihnen untergebene Volk, t-t-Z t für das ihnen an vertraute Land.
ioersi'.A -$et $etr Oberpräsident hat gütigerweise Unserer *t s« ?iBe. Stbac^t und der dort von Mir vollzogenen '' '(764 Tatsachen. Ich kann wohl sagen, daß manche und 'A vielseitige Eindrücke erhebender Natur an Meinem
...... ist." Sollte die Socialdemokratie ernstlich daiüber
ist die Mark, daS find die Märker, und da Ich an- im Zweifel gewesen fein, so weiß sie es jetzt: In nehme, daß es Ihnen nicht schwer fallen kann, dem dem Hause, das sich das deutsche Volk mit Opfern schwarzweißen Banner und Ihrem rothen, dem ber an Gut unb Blut gezimmert hat, ist für bie Social- Markgrafen, zu folgen, so hoffe Ich, baß Ich baffir bemolratie ein beherrschender Platz nicht vorhanden. Verständniß unter Ihnen finde, daß Ich Mich auf
arkt 5.
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-Wie aber — wie erfuhren Sie —* Nebensache! Mir war'« lange nicht geheuer in Como war so eine Affäre gewesen —
(Nachdruck verboten.)
SchuLe des Lebens.
Roman von Marie Bernhard.
(ForttttkA»«.)
1.6* zu wfl ffe 21. :
» $°&tn *ohl nicht durchschaut — ich
(, "Echt dabei betheiligt, nur der Graf, Beatrice igg-l. «>d - ^d —•
part. geplündert — es scheint aber doch, er hat änThtfi .^schichte gemerkt unb hat auch Zeugen gefnnben
’tr. 23-
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rg 5.
»Es war ba so ein harmloser Deutscher in Como bin hatten sie gefangen unb beim Sorten» J^geplünbert — es scheint aber doch, er hat
•Kein Vater. Spreche» Sie es nur auS!"
»Seiber! Unb baß sich bie Anderen auch nicht sich» mehr fühlte», hab' ich längst gemerkt — d'e wohl auch
,3a!"
j. Eurz diesmal wird die Sache klappe». Helfen ^uen Sie nichts, ob Sie dabei find ober nicht, unb V--, gl r? ®’e dazu kämen, vor Gericht Ihre völlige u». unb Nichtbetheiligung zu beweisen — was sich r ' ' öerteufelt schwer beweise» läßt — ba bürste hübsche Zeit vergehe». Die Leute fackel» nicht Mitgefangen — mitgehangen heißt e8 ba. HtttfUiae das nicht wollte nnb es mir leib that llKK ete, daher hab ich Sie gewarnt. So, sehen Sie. - ^^uen wir da« Dors."
7, 1J «irklich tauchten aus ben Nebelmassen zu ihren
ifittlti ^ «nzelne Hauser auf.
^* 7« wollte von neuem stehen bleibe».
.Dies Alles hat keinen Sin», Iota. Sie haben es ,, ®'t wir gemeint und dafür danke ich Ihne», aber •‘•’ben Sie nur, zu helfe» ist mir nicht!"
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„Vorwärts — nur weiter! Wir können sprechen während des Gehens. Also zunächst: warum soll Ihnen nicht zu helfen fein?"
„Weil man mich doch finden wird."
„Glaub' ich nicht, denk' ich nicht. Man würde Sie mitfeflsetze», wenn man Sie in der Gesellschaft fände, daran ist kein Zweifel . . . aber im übrigen bin ich fest überzeugt, daß man auf Sie gar nicht fahndet. Der- gerupfte Deutsche hat die drei Personen angezeigt, die ihn in Como hochgenommen haben — darunter find Sie nicht. Sie reifen schon seit langer Zeit unter dem Namen einer Contesfina Rodi . . . tauche» Sie in München jetzt als eine Erika Lentz auf, so kann Ihnen meiner Meinung nach Niemand etwas anhaben; Ihr Signalement wird man auch überhaupt gar nicht aufgenommen habe», und so könne» Sie bis auf Weiteres unbehelligt dort leben."
„Ich — unbehelligt in München leben? Wovon, wenn ich frage» barf — unb als was?"
Tota räusperte fich ein wenig verlegen, währenb er nach wie vor stark aukschritt unb Erni nöthigte, ein Gleiches zu thun.
„Ja — viel Wahl bleibt uns nicht! Zusammen können wir nicht bleiben, eS könnte doch Verdacht erregen, abgesehen davon, baß Sie bies auch nicht wünschen würben. Ich bin baher entschlossen, wieder norbwätts zu gehen — biese ganze südliche Campagne war mir zu auftegenb, man geht mir immer zu gewagt vor, ich mag nicht immer auf einem Vulkan fitzen — lieber einen kleineren Gewinn habe». Ich bi» überhaupt, als wir uns trafen, nur Ihretwegen bei ber Gesellschaft geblieben — sagen Sie nichts bar auf, ich weiß, Sie machen fich nichts an« mir! JebenfallS bin ich sehr froh, Sie aus ber Umgebung loSmache» zu können! Durch Ihren Vater weiß ich, baß Sie noch eiue einzige Verwanbte haben, eine
Großmutter, bie Sie sehr lieben — zu ihr können Sie aber nicht — Ihr Vater würbe Sie, fobalb er frei kommt, sofort dort suchen und rcclamieren. Auch etwaige Berliner Freunde können Sie au8 diesem Grunde auch wieder nicht aufsuchen, eS muß eine ganz frembe Stabt, eine ganz neue Umgebung sein. Wenn Sie fich nun in München eine Stelle suchen —"
.Als was? Ich habe Alles nur halb gelernt."
Die ersten Dorfhäuser lagen vor ihnen. Tota zuckte ungebuldig bie Achseln.
„Guter Gott, ein Mädchen wie Sie findet hrmdett Erwerbsquelle» — warum machen Sie Ihre Hand los? Ich denke an nichts Böses! Sie können Gesellschafterin werden, eine reiche Heirath schließen —'
„AIS Erwerbsquelle außerordentlich empfehlens- werth!" warf Erni athemlos ein.
„Wird von tausend Mädchen nicht anders ausgefaßt. Gleichviel! Hier haben wir wohl das Gasthaus, die Schaukwirtschast des Dorfes? Richttg. Bemaltes Schild über der Thür, erleuchtete Fenster! Warten Sie hier auf der Bank einen Augenblick!"
„Aber was soll —"
„Liebe Erni, es ist wirklich keine Zett zu so vielen Wenn und Aber! Wenn Sie mir das doch nur glauben wollten! Sie müssen mich schon disponiere» laffe», wie ich es für das beste halte. Für de» Ausgang kann niemand stehen, auch ich nicht; es muß Ihnen genügen, daß ich nach meinen besten Kräften für Sie sorge, ba mir ein anderes Auskunftsmittel nicht eingefallen ist. Also Geduld! Ich bin gleich wieder da!" Er öffnete die unverschlossene Thür, und Erni sank in halber Betäubung auf bie kleine hölzerne Bank nieder.
Sie war »eher zu rechter Besinnung noch zu Äthern gekommen, als Tota schon wieber erschien von
einem schwerfällig gehenben Man» in bunfler Loden- joppe, eine blankgetragene Lederkappe auf dem Kops, das kurze, glimmende Pfeifchen im Munde, begleitet.
„Dies ist bie Dame. Fränkin Erni, tiefer Mann wirb Sie in feinem Bauernwagen zur nächsten Station fahren, es finb etwa anderthalb Stunde» Dann haben Sie noch fünfzehn bis zwanzig Minute» Zeit dis zum Abgang des nächsten Zuges nach München. Gehen Sie dort einstweilen in den „Bayrischen Hof," das ist ein solides Hotel in ber Nähe des Bahnhofes. Hier, guter Freunb, einst- wellen bieS, — macht etwas rasch voran mit bem Anspanne». ^Wir folgen Euch auf bem Fuß."
Der Mann rückte seine Leberkappe unb murmelte ein paar Worte in seiner Tiroler Muubatt. Tota zog Ernis Arm durch den seine», u»d Beide paßten ihre Gangatt der deS voranschreitenden Tirolers an. Sie stiegen Im Zickzack bergauf, bergab, an friedlich daliegenden Häuschen und Sehöfen vorüber — der Abend war jetzt rasch mit einer lichtgrauen Dämmer- ung eingefallen, die Nebel standen wie hohe weiße Wände vor dem (Sebirge, in welches das langhin- geftreefte Dorf eingebettet lag, hinter den kleinen Fenstern blitzten die Lichtchen auf.
Erni sagte nichts mehr. DaS Gefühl, das sie vor kurzer Zeit ihrem alten Freunde, dem Justiz.ath geschildert, ba8 Gefühl, alles Erlebte nnr zu träumen, er so fremd, so unpersönlich anzusehen, als schritte sie neben einer zweiten Erni her, bie sie ruhig als ein ganz merkwürdiges Object betrachtete, war jetzt in voller Stärke überg sie gekommen, sie widersprach nnb stritt nicht länger, sie wartete mit einer gewissen gelassenen Neugier ob.
(Fortsetzung folgt)