»Bleib hier zurück — und sollte« wir einander heute noch einmal Wiedersehen . . . Vorsicht! Und tausend gute Wünsche für Dich und meine geliebte Großmama!"
In seine Arme geschmiegt, küßte sie ihn, wie eine zärtliche Tochter den Vater küßt . . . und nun, ohne sich umzuweuden, vogelleicht und vogelschnell, lief sie durch den Wald zurück.
17. Kapitel.
In dem kleinen Tiroler Grenzstädtcheu b.faud sich ein einziges leidlicher Hotel. Es hatte keine be- sonders günstige Lage, denn cs stand nicht etwa, wie seine Pflicht gewesen wäre, im Herzeu der Stadt, sondern ziemlich außerhalb derselben, au eineu niedrigen, langhingcstreckten Bergrücken angelehnt, nach dessen grünen Gelände» sich die Hinterthüren der zweistöckigen, nüchtern dreinsehenden HauseS mit de» grüne» Jalousie» und der ruodumlaufendeu Holzgalerie öffneten. Jetzt gab es noch keine Reise- zeit, der Wirth verfügte nur über ein geringes Dienstpersonal und sehr viel üble Laue, ihm kam eS vor, als würde« die Z iteu immer schlechter, der Fremden- vetkehr geringer, die Lebensmittelpreise theurer . . . Po sollte das zuletzt »och hi»?
Desto erfreuter zeigte sich der sorge»volle Mau», als heute, au diesem kühlen Maiabend, da er, die Hände in den Taschen, vor seiner Hausthür stand, sein Omnibus mit Koffer«, Körben und Taschen be- laden von der Bahn kam und er den Hausdiener mit geschäftiger und wichtiger Miene auf sich loS- steucrn sah!
„Fremde, Gemswirth! Halb' Dutz' oder so! Wollte» lieber z' Fuß, statt i« dem Kasten zu rumpeln! Feine! Z'meist ManuSleut', da»» zwei Dame« — ein« scho' wüst — und die zweit' — ei, daß Dich 1*
®r klemmte ein Auge zu, pfiff u»d schmunzelte vor sich hin. (Fortsetzung folgt.)
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Marburg
Sonnabend, 4. Februar 1899.
Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition dieses Blattes, die Annoncen- Bureaux von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Mägde- n a
bürg, Wien: Rudolf Müsse, Frankfurt a. M„ Berlin, München, Köln; v4.
®. L. Daube & Co., Frankfurt a. M„ Berlin, Hannover, Paris x.
md christlicher Nächstenliebe dem deutsche» Namen
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S$* ®*nl — Erni — mißversteh mich nicht!
y*., '4 Dir helfe» — Gott weiß, es wär' mir
dm Grenze» des Vaterlandes wie in ferne» Ländern Md Erdtheilev, wo deutsche Patrioten weile«, haben
Gefühle innigsten Dankes für Gottes gnädige Führung erfüllte» Mich an Meinem diesjährigen -ebuttstage, wenn Ich den Blick rückwärts lenkte ans die hinter Mir liegenden vier Jahrzehnte Meines Lebens und das erste Jahrzehnt Meiner Regierung. Sind Mir im Wechsel der Zeiten auch tiefschmerzliche Ereignisse und Erfahrungen nicht erspart geblieben, so habe Ich doch in Meinem Hause und in Meinem Hrrrscherberufe Gottes Güte in reichem Maße er- fahre». Eine besondere Gnade war Mir im letzten Jahre dadurch beschieden, daß der sehnliche Wunsch Meiner Jugend durch den Besuch der heiligen Stätten, 6» der Herr und Heiland der Welt gewandelt und sein Erlösungswerk vollbracht hat, erfüllt wurde, und
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ly*,- stiftn — von wer«, es war mir
ja schwer und zu viel I Da ich es nicht kcm» , u»S beide» d«S Herz noch mehr belaste»?
■ vrrt, wie das Leben mit Dir umgeht —*
(Nachdruck verboten.)
SchuLe des Lebens.
Roman von Marie Bernhard.
(S»rtf«tz«UL)
It*. ulclcu mit yuiupeucnocict
, ; 777^8, auf halbem Wege stehen geblieben, unfähig J uru ^4 selbst weiter zu helfe» in der Welt,
ensak £ wildes einzusetzen und ihm die Grundlage seiner gedeihlichen Weiterentwickeluvg, den Frieden, mit GottcS
'■ytt sehr i ^ilft zu erhalten.
Ich ersuche Sie, diesen Erlaß zur öffentlichen
innte Pi telegraphisch zum Ausdruck gebracht worden find. In ; Nicht
Dl» ttnnlBi zu bringen.
Beilin, den 1. Februar 1899.
Wiche Vereinigungen und Veranstaltungen aller Art ' 3eug»iß von d m.Bewußtsein dcr engen Zusammen- gehirigkcit von Fürst und Volk abgelegt. Hochbeglückt danke Ich allen Betheiligten aufrichtig für diese Äscherungen Neuer Liebe und Anhänglichkeit. Sie bestärken Mich in dem Bestreben, Meine volle Sraft auch ferner für das Wahl und die Grüße des Vater-
M iDenn ^ch die Gelegenheit böte loSzukomme« — rJ™ mc’n Schicksal. Sag' das «einer Großmutter, z« ^»1 Konrad!"
fc,, ttT schneidend kam das von den jungen st ~ dem alten Mann ging es durch nnd durch, etl, R e* hörte, aber er schwieg. Hatte eS einen . aa- ru reden?
toirb spät, Onkel Konrad, wir müffeu uns n Hu» ; ta; sagte Erni nach einer Weile mit ganz j? Sttmme.
d>ar aufgestanden und hatte ihre beiden Hände IpTI lluF: 'WlHTM.
Wilhelm I. R.
8n den Reichskanzler.
en, reitz Ich zugleich zur Förderung deS deutschen Ansehens li” i016“ ^rnen Landen beitragen durfte, in denen ih • viele unserer Landsleute als T'äger deutscher Kultur
werd» korst»» itiet
Jeder» ßh« machen. Die herzliche Antheilnahme an d m glücklichen Verlaufe Meiner Palästinafahrt ist Mir Säger @i «ch i« dm überaus zahlreichen Kundgebungen ent» ähun di gegeogetreten, durch welche Mir beim Eintritt in ein "überst 10,(8 Lebensjahr warme Glück- und Segenswünsche ir gültig Ms allen Kreisen der Bevölkerung schriftlich und
Würde ihm das vor dem Gesetz angerechnet werden «-mir helfe»? Zum Böse» verleitcn? Nur die That die That hat Geltung, und er hat mich überredet, zu stehlen, noch zu morden, »och zu «itügen 1 Und was weiß ich und sehe ich nun schon A3ahrcn ... »le kann ich, die ich so lange ge» ^'egen, plötzlich als Ankläger auftreteu wider den Ibargi ! 2?R(n Bater, der »och immer hofft, durch mich seine iu werden . . . ihr flammten die Augen, der rarttg.1 $ ^per zitterte wie ein Rohr im Winde. Zsl" ‘ aIf°» nicht wahr? Weit erlebe» wie jetzt, Ilätzei von diesen Menschen mit halbvvllendeter
Aus den Parlamenten.
Die von dec Preußische» Regierung herauSge- fltbene Berliner Correspondenz bringt unter vorstehender Ueberschrift die folgende treffende Auslassung:
Wiederholt sind während der gegenwärtigen parlamentarische» Saison sowohl von Regierungs- bertieter« wie von Mitgliedern der rechtsstehenden Parteien Worte der Anerkennung über den maßvollen und besonnenen Ton gesprochen worden, in welchem abweichende Ansichten im Parlamente vorgebracht wurden. Diese Anerkennung ist durchaus berechligt und eröffnet die besten Aussichten für einen normalen und erfolgreichen Verlauf der parlamentarischen Arbeiten.
Wenn man die Art der Opposition, wie sie in früheren Sessionen gegen die Politik der Regierung geübt wurde, mit den gegenwärtig beobachteten urbanen Formen der Diskussion vergleicht, so teilt der Unterschied zwischen einst und jetzt in der That augenfällig hervor. Selbst bei solchen Debatten, in denen es sich um monatelang von der Fiaktionspresse leidenschaftlich erörterte prinzipielle Fragen handelte, ist in den parlamentarischen Erörterungen von der allgemein erwarteten Leidenschaftlichkeit kaum etwas zu spüren gewesen. Abgesehen vielleicht von den sich an die Leitartikel der „Freisinnigen Zeitung" etwas stark anlehnenden Reden des Herrn Abgeordneten Eugen Richter, find selbst die Verhandlungen des Abgeordnetenhauses über die Ausweisungen in Schleswig, die koch während der ganzen parlamentslosen Zeit de» willkommensten Diskussionsstoff der demokratischen Presse gebildet hatten, auch von der linken Seite des Hauses in vollkommen sachlicher Weise und sogar meist unter eingehender Würdigung der in Betracht kommenden national.» Gesichtspunkte geführt worden. Und in der letzten Dienstagssitznng der preußischen Volke Vertretung sahen sich Redner der Rechten veranlaßt, dem freisinnigen Abgeordneten Ehlers für die sachliche Behandlung landwirthschaftlicher Fragen ihren Dank ausznsprechen. Daß sich anläßlich einer agrarischen Debatte ein freisinniger Redner den Dank seiner konservativen Zuhörer verdient hätte, wäre in der vorigen Session kaum denkbar gewesen und darf als ein bemerkenswerthes Zeichen sich anbahnender parlamentarischer Wandelungen mit Befiiedigung registrirt werde».
Die Soeialdemokratie freilich kau», was die Anerkennung fteundlicherer Discu'sionsformen anlangt, in dieses Lob nicht gut eingeschlossen werden. Die Art, wie in der letzten Montagssitzung des Reichstages die socialdemokratische Anftage wegen Beeinflussung der Danziger Werftarbeiter bei den ReichetagSwahlen vertrete» wurde, läßt einen Unterschied in der Art des DebatttrenS socialdemokratischer
„Ja — es ist hart!"
Tief sahen sie einander in die Augen. Sie hatte» beide daS Gefühl, sie würde» einander schwerlich noch Wiedersehen im Leben.
„Wann reisest Du ab, Onkel Konrab?"
„Morgen früh!" erwiderte er nun ohne Zögern. „Meine Zeit für ben Gardasee war ohnehin nahezu abgelaufe», und da ich wohl nicht hoffe» darf, Dich »och einmal ungestört zu spreche», so wie jetzt —"
„Nein!" fiel ihm Erni hastig inS Wort. „Ich sagte Dir schon, wäre dies nicht der erste Tag hier am Ort, niemals hätte ich es so einrichten können — wir müssen dem Schicksal danke», daß eS «öS dies Zusammentteffen gegönnt hat!"
„DaS thue ich! Und ihr? Wie lange gedenkt ihr noch in Riva zu bleiben ?"
„Weiß ich daS? Kann ich etwas sage«? Vielleicht zwei Tage, vielleicht zwei Wochen, vielleicht nur heut abend noch!"
„Wo seid ihr zuvor gewesen?"
„Wir sind die Riviera entlang gegangen. Wir kommen von Monte Carlo herauf!"
Die Blicke der Beide» begegnete» sich. Erni zog die Brauen zusammen und wandte sich ab.
„Und — und — eure Begleiter — sie, die ich heute mit Dir zusammen bei Tisch sah — weiden sie bei euch bleiben?"
„Was weiß ich!" sagte daS junge Mädchen gleichgiltig. „Sie kommen und gehen. Zuweilen bleibt man ein paar Monate zusammen, daun wieder nur einige Tage. Heute find es Diese, morgen Jene, die fich zu uuS finde». ES fragt in einem solchen KreiS Niemand nach dem Andern — man trifft einander ohne Frende und scheidet ohne ben geringsten Kummer ... mir wenigsten» geht ei so! WaS verbindet den» diese Leute unter einander? Der
Redner gegen früher keineswegs bemerken. Die Ec- fiärung deS Henn Staatssekretärs deS Reichs-Marine- Amts, daß die Werftdiicction in dieser Weise nicht hätte vorgehen dürfen, und daß ihr diese Ansicht der vorgesetzten Behörde auch bemerklich gemacht worden fei, hat die Socialdemokratie von einer weiteren Fructificirung des Falles durchaus nicht abgehalten. Vielmehr wird von dieser Seite noch immer von den Arbettern als von „Sklaven" gesprochen, gleichzeitig aber die Sache so dargestellt, als ob nunmehr jede mahnende und warnende Gegenwirkung der leitenden Organe in staatlichen Bettieben gegen die social- demokratische Verhetzung der in diesen Betrieben beschäftigte» Arbeiter als unstatthaft anerkannt sei. Es siebt nun aber doch unzweifelhaft fest, daß die Arbeiterschaft der Staatsbetriebe sich in einen unversöhnlichen Gegensatz zu dem Staate stellt, deffen Zwecken sie ihre Dienste widmet, wen» sie bewußt die Ziele einer die Beseitigung der Ordnungen eben dieses Staates beireibenden Partei fördert. Und daß die verantwoltlichen Leiter der Staatsbetriebe für diese Lage der Sache keinen Blick und für die hieraus ihnen eiwachsenen Pflichten kein Verständniß hätten, werden auch die Führer der Socialdemokratie nicht anuehmev.
Die Debatte über das neue Schutzgebiet von Kiantschon entfesselte die gewohnten Redeflüsse der Socialdemokraten, wobei die eigenartige Art, mit Zahlen und Daten umzuspringen, von den social- demokratischen Rednern wiederum in zum Theil erheiternder Form geübt wurde. Die Marineveiwaltung erklärt, eine Besatzung von 1700 Mann im neuen Schutzgebiet zu unterhalten. Herr Bebel aber weiß, daß es 2150 Mann seien, und erklärt mtt sicherem strategischen Blick, daß 400 bis 500 Mann schon genügen würden. Herr Liebknecht spricht mehrfach von der Art der Ausübung der Prästdentenpflichten durch den Gräfin Ballestrem und über die „Knebelung" der Presse statt Über Kioutschou und erhält schließlich einen Ordnungsruf, dem bald ein zweiter wegen Beleidigung eines conseivativen Redners folgt. Daß ein so erfahrener Parlamentarier, wie Herr Liebknecht es ist, auf kein anderes Mittel, die Aufmerksamkeit seiner außerparlamentarischen Gefolgschaft auf seine Reden zu lenken, verfällt, als auf die Provokation eines Ordnungsrufs, kann nur als Anzeichen eines im staatserhaltenden Sinne günstigen Verlaufs der parlamentarischen Verhandlungen angesehen werde». Hoffen wir, daß der weitere Gang dieser Verhandlungen dem günstigen Beginn derselben entsprechen werde.
Umschau.
Zur Fabel von der Fleischnoth theilte Herr Freiherr v. E r f f a - Wernburg im Abgeord-
momentane Vortheil und Gewinn, im besten Fall ein flüchtiges Amüsement. Tota und den alte» Grafen — ihm verdanke ich mein verunglücktes Debüt bei dem Balletmeister — kennen wir noch von Berlin her, wir trafen sie vor ein paar Wochen in Nizza und sie schloffen sich u»S an."
„Sie Alle schmeicheln Dir sehr und feiern Dich, Kind, nicht wahr?
„Natürlich!" sagte Erni ruhig. Wie sollten sie nicht? Wa» sie an mir bewundern und feier», da» ist mein Gesicht — von meiner Seele wissen sie nichts und wollen auch nichts wiflen."
„Wird diese immerwährende Schmeichelei Deine Seele nicht gefährden?"
„Ich weiß er nicht, Onkel Conrad! Noch kämpfe ich redlich — sage das meiner Großmutter, «vch denke ich ihrer in grenzenloser Liebe, und das hilft mir bis jetzt! ES kann aber auch die Zeit kommen — und da» sage ihr nicht! — da ich den Kampf aufgebe, weil er aussichtslos ist und ich müde bin und bann kann eS sich ereignen, daß ich «erbe, wie Jene!"
„Erni, Erni, es ist entsetzlich, baS anznhöre«! Gott wolle da» verhüten!"
„Vielleicht!" sagte sie gedankenvoll. Gleich darauf riß sie, fich besinnend, die Uhr aus dem Gürtel. „Die höchste Zeit! Ich muß fort! Vielleicht schreibe ich Dir einmal, vielleicht bietet fich mir wieder eine ähnlich günstige Gelegenheit wie heute. Ich will denken, Gott hat Dich mir geschickt, Onkel Conrad, um mich zu ermutigen, zu warnen. ES ist so viel Bitterkeit und Scham und Gram über meine Seele gegangen, aber noch darf ich die Augen zu Dir aufschlagm und Dich ausehen — so!"
Sie warf den Kopf zurück, «nd ihre herrlichen Augen glänzten durch Thränc» zu ihm empor.
netenhanse folgende interessante Thatsache mit: Ende December hat in Dresden die Vergebung der Fleischlieferung an säwmiliche Truppen- theile, die in und um Dresden garnifoniren, statt» gefunden, und dabei find von der Garnisonverwaltung folgende Preise bewilligt worden — immer gerechnet für 1899 mindestens —: für das Kilo Ochsenfleisch 98 Pfg., für das Kilo Hammelfleisch 100 Pfg., für das Kilo Schweinefleisch — ausdrücklich ausbedungen : Braten ! — 120 Pfg., für Schweinefleisch ohne Beine, Rückgrat und Kopf 110 bis 112 Pfg. für das Kilo. Dabei ist zu bemerken, daß der Preis sämmtlicher Fleischsorten fich versteht für Fleisch ohne Knochenbkilage, ohne Beine, Kops, Hals und Bauch- loppen. Wenn das — so bemerkte der konservative Redner zutreffend — eine Fleischnoth ist, was hier eine Garnison wie b’e Dresdener zur Lieferung für die xesammten Truppen akkordiit, so ist mit btit Herren, die die Fleischnoth erfunden haben — denn darauf kommt es hinaus, es ist eine dreiste Erfindung — überhaupt nicht mehr zu reden.
Die Ausgaben für die gefammte Arbeiter-Versicherung werden fich von Jahr zu Jahr steigern, bis das Beharrung sstadinm erreicht ist. Von amtlicher Seite ist eine Berechnung über die Höhe der Steigerung ausgemacht. Danach waren im Jahre 1897 für jede» Versicherten im Durchschnitt an Ausgaben für die Jnvaliditäts- und Altersversicherung 3,77 Mk., für die gewerbliche Unfallversicherung 8,68 Mk. und für die Krankender- ficherung nach dem Durchschnitt von 1892/96: 15,45 Mk. entstanden. Diese Ausgaben werden bis zum Beharrungsstadium mindestens anwachsen aus 14,10 Mk. bei der Jnvalidiläts- und Altersversicherung, auf 20,00 Mk. bei der gewerblichen Unfallversicherung und auf 15,45 Mk. bei der Krankenversicherung. Man ersieht hieraus, daß nur die letztere Verstcherungsart den Durchschnitt der Jahres, auSgabe für die einzelnen Versicherten bereits erreicht hat. Die Steigerung insgesammt wird das l,8fache deS im Jahre 1897 auf jeden Arbeiter verausgabten Bettages auSmachen. Die Deckung dieser Ausgaben wird bekanntlich durch Beiträge der Arbeitgeber und Arbeiter, sowie durch ReichSzuschuß aufgebracht. Da bei der Krank «Versicherung, wie die obigen Zahlen erweise», in den JahreSaufwendnngen wohl Schwankungen, aber im Allgemeinen keine Steigerungen ein» treten werden, so werden sich auch die Beiträge gleich bleiben. Bei der Jnvaliditäts- und Altersveesicherung ist durch die getroffene Art der Beitragserhebung vorherzusehen, daß eine Beitragserhöhung voraussichtlich nicht erforderlich werden wird. In dem neuen Jnvalidenversicherungsentwurf sind bekanntlich sogar die Beiträge in Lohnklaffe I auf 12 Pfg. und