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lOtftdi rock und Verlag: Joh. Aug, Koch, Univerfitäts-Buchdruckerei in Marburg. Expedition: Markt Sl. — Telephon 55.,
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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg «nd Kirchhain.
Verantwortlich für die Redaktion: Redakteur M. Hartman» in Marburg.
VVHHlWyPVlWIlf Redaktion: Markt 21. — Telephon 55.
^orsta, tatet
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartals-Abonnements-Preis bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2,25 Mk. (cxkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr: die gespalten» Zeile oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen: die Zeile 25 Pfg.
Warburg
Freitag, 6. Januar 1899.
Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition dieses Blattes, die Annoncen-
Bureaux von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Gaffel, Magde» qi CVd'Arrt bürg, Wien; Rudolf Mosse, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; 04. njUlJly.
6. L. Daube & Go., Frankfurt a. M„ Berlin, Hannover, Paris x.
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Französischer Wahn.
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der Li iigfeit i.
für das J. Quartal 1899 auf die krrßrff.
nebst deren Gratisbeilage«
re i S b l att" für die Kreise Marburg uni Hain, „Illustriertes Sonntags
ztt" und „Verloosungsliste der l. preußischen Klassenlotterie" den von allen Postanstalten, Landbrief-
, in der Expedition (Markt 21) sowie,
unseren Filial-Expeditionen in Kirchhain, stadt und Wetter noch fortwährend ent- genommen-
i.Barf.-
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g d mischland-Rußland gegenüber fände!
: vor den Völkern unterliegen, welche nicht durch ihnen auferlegten Lasten zur Unterhaltung ständiger
die Macht unzweifel-
»6er Heere uud durch nöthige Anleihen hierzu sich tttei6en, wenn die europäischen Nationen dabei ber» Ären, sich zu isolireu, sich unter einander zu hassen, ■ in unfruchtbarster Rivalität zu ergehen.
Wie groß eine macht, im Gegentheil, die Macht
l. Hasx Zeichpl., salk uJ kas. Pst
eit sein. WaS wäre daS für ein Tag, an dem
.Hier haben wir also", so fährt Lalance in Sons j»Europ, Nouv.“ fort, ,daS alte Europa auf Bewerb ; Gebiete des Handels, der Industrie und des erbaues einer Nation gegenüber, welche auf allen ------- ulten deS Erdkreises bedeutende Gebiete besitzt, l. Wilhei che von voller Rührigkeit ist und einem Lande,
Welt sich nicht nur dem Zweibund Frankreich- MUlMtschland, sondern dem Dreibunde Frankreich-
ches mit dieser zu fürchtenden Rührigkeit Gartens T $I0bncHeu entfaltet. Europa wird iahercst .
t. öarf.s
Garten» ropas, wenn sie aufhörte getheilt zu sein und en l.Haspeli )e Front machte gegen die anglosächsische Welt, Rah. p« cn Eropa, sich abweudend von den Schlachtfeldern, caycre-s g£ Anstrengungen auf den in diesem Falle frncht- ren Kampf des Handels und der Industrie lenkte, _______ eine wirthschaftliche Vereinigung nur die sichere . ige einer politischen Alliance. Sobald Frankreich [n^ul b Deutschland vereinigt sein werden, sagte eines . lges Herr von Bismarck, werden sie Herren der
e.
orstai Das Kind war so eifrig bei feiner Häckelarbeit,
igebote
i sehnsuchtsvoll — wenn sie diese Geschichten hätte
ltgen, seine empfangenen Eindrücke wiederzugeben
WaS waren das für prächttgc Stunden gewesen! üden sie jemals wiederkehren?
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mb Wildermnth zu Ende las, ehe sie sich beffen sah. Der gemüthswarme, reine Ton der vor-
,Siehst Du, Adelchen, wie sie es hier mit mir jen! Geben mir nichts zu effen und lassen mich in die halbe Nacht allein hier fitzen! In Posen 's schöner, nicht wahr? Weißt Du noch, die
Kleid herab und wurde hastig weggetupft. Jetzt daS Kleid doch schon sehr an Bedeutung in
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fabr is Großchen, wenn Du wüßtest, wie ich hier ganz ». r® sitze!" Eine Thröne tropfte auf das elegante
«b war schläfrig und hungrig, eS kam sich ganz Jplaffen vor und bekam großes Heimweh. „Großchen,
Uhr rridhis Kg:
------ lis Augen verloren — es kam ja niemand, sie 'iarbv w zu bewundern!
h. Kitt : Sie schlich zum Schrank, holte die Puppe Adele itimme) | ihrem Versteck hervor und setzte sich mit ihr auf laviere. | Sofa. Ihre Hand streichelte daS wallende Flachs»
tNachdruck verboten.)
Schute des Lebens.
Roman von Marie Bernhard.
(Fortt«,»»«.)
prima . _
— Ver >». Sie vertiefte sich derartig, daß sie einen halben
aftbinen ®rn* hob lauschend den Kopf . . . alles still um her — eS mußte aber schon sehr spät sein! Das
itänLp die Hände anfingen zu schmerzen. Erni legte Arbeit fett, nahm das Buch und fing an zu
»en bill k Großchen lesen können! Wie hübsch konnte die r.^rau darüber sprechen und auch das Kind er»
bi r der stummen Gefährtin, und sie.flüsterte ihr t Worte zu.
d. Exp- .
.. Pichen Erzählerin stimmte ErniS Gemüth weich
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Wir verheimlichen uns eS durchaus nicht, daß am Ende es Deutschland fein würde, welches von dieser Nengrnppirung der Staaten Europas die größten Vortheile ernten würde. Zwischen Frankreich und Rußland liegend, wäre es das Handels- Bindeglied, welches sie einte und sein Transit-Verkehr würde in immensem Maße anwachsen. Die Häfen Frankreichs würden sich feinem so unternehmenden und intelligenten Handel öffnen und dies wäre dann ein sehr beträchtliches Absatzgebiet für feine Industrie, die in voller Thätigkeit ist. Ja, Deutschland würde vielleicht mehr Segen vorn neuen Zustande der Dinge ziehen, als feine neuen Verbündeten (dies Mißver- baltniß der Vortheile wüide sich mit bei Zeit ja sicher abschwächen) aber auch Frankreich unb Rußland würden nicht im Dreibund« sein, ohne darin bettächt- liche Vortheile zu finden, garnicht zn rede» von dem damit erreichte» wirklichen Frieden.
Rußland, beruhigt nach dem Westen hin, könnte seine ganze Thätigkeit der Geltendmachung seiner ungeheuren asiatischen Besitzungen widmen. Frankreich, gesichert an seinen Landgrenzen, könnte seine ganze Aufmerksamkeit der wirthschastlichen Entwickelung seines Colonial - Gebietes widmen, das feit einigen Jahren so gewachsen ist, und der Entwickelung feiner Marine, die noch weit entfernt ist den Anforderungen zu entsprechen, welche die Vertheidigung seiner Colonien au sie stellt. Wer weiß es, ob nicht auch der con- tinentak Handel Frankreichs recht rasch und in großem Maßstabe, die Wohlfahrt des neuen Regimes spüren würde? Ein deutscher Politiker, der die Zollunion zwischen Deutschland und Frankreich befürwortet, behauptet, für letzteres würde der Profit meist fein; es wäre aber zweifelsohne für uns Franzosen ein hinreichender Profit, wenn auch wir uns in völliger Sicherheit nur der wiithschastlichen Geltendmachung unserer Colonien widmen könnten.
Und bann, hat biefer neue Dreibund nicht schon seine _ Probe bestanden? und haben Frankreich, Deutschland und Rußland nicht dadurch, daß sie übereinstimmend handelten, im Orient (Ost-Asien) ernsteste Vortheile erreicht? Es Wörde in Zukunft überall so fein, denn diese drei Länder unter sich haben dann keine Wettbewerbs- und Eifersuchtsfragen. Ihre Uneinigkeit nur überliefert Europa der Ohnmacht und fortwährenden Kriegsdrohungen: vereint würden sie den festesten Wall des Friedens bilden, der sich denken läßt."
So weit Herr Lalance. Die Franzosen hätten wohl längst den Frieden gebrochen, zwänge sie nicht unser Dreibund, in ihm den zu festen Wall des Friedens zu sehen. Eine Zollunion mit Deutschland und Frankreich geht Rußland nie ein, Rußlands Gebiet genügt zur vollständigen wirthschaftlichen Selbstständigkeit. Mit Frankreich würde sich eine
reizende Puppe Elli 'und das Matratzenkiud Gretchen und der niedliche Junge Felix? Aber Du bist immer mein Liebling gewesen, Adelchen, schon weil Mama Dich ftüher gehabt hat. Damals bei Mama waren auch andere Zeiten für Dich, Mütterchen hat gewiß nie so lange aufsitzen dürfen und ist vergessen worden! Hast Du auch solchen Hunger wie ich, mein armes Adelchen, und bist Du auch so gräßlich müde? Wart nur, ich lege Dich ein bißchen aufs Sofa — so!"
Dabei kauerte sich Erni, die Puppe fest im Arm, in die Sophaecke, zog die Füße hoch herauf und ließ den Kopf gegen die Lehne finken. Schlaftrunken murmelte fie noch etwas, riß einmal die Augen gewaltsam auf und blickte ins Lampenlicht — gleich darauf schlief fie fest.
Drüben im Salon ging die Lust in hohen Wogen. Der Graf war mit der rothen Miezi in animiertefter Stimmung aus der Oper gekommen, sie hatten unterwegs noch soupiert, und die Miezi hatte einen Schwips weg; sie wurde bann sentimental, und das bildete einen schreienden Gegensatz zu ihrem fidelen Gasseubudengeficht, daß der Salon von Gelächter widerhallte. Der Graf, ein großer, breitschulteriger Herr, der, dank einer höchst geschickt und diskret angewandten Kosmetik, wirklich noch beinahe jung aussah, lag in einem Lehnsessel, paßte die Fingerspitzen sorgsam an einander und blinzelte zu Miezi herüber, die weinerlich etwas erzählte und von Poldl vergebens zu einem Glase Sect, das er in der Hand hielt, genöthigt wurde.
„Nicht doch, nicht doch!" sagte der Graf wohlwollend, und ließ die Hände herabfinken. „Übertriebener Scctgenuß thut niemals gut!" Er hatte eine leise, säuselnde Stimme, dehnte die Silben oft unmäßig und schien es für feine spezielle Lebensaufgabe zu halten, so undeutlich wie nur irgend möglich zu sprechen.
Zollunion nur unter der Bedingung des Status quo erreichen lasten, den der Frankfurter Friede schuf. Wäre diese Zollunion mit Frankreich und unferm Dreibund möglich, so würde dieser Theil des ConttnentS sich feindlicher amerikanischer, englischer und russischer Zollpolittk gegenüber recht wehrfähig dadurch zeigen können, daß er Gleiches mit Gleichem entgälte!
Umschau.
Ueber diezweijährigeDienstzeit schreibt daS „M ilitair »W o ch en b la 11" in einem Neujahrsartikel: „Beim Rückblick auf das vergangene Jahr und die in ihm entwickelte Thätigkeit können wir nur wiederholen, waS in dem gleichlautenden Artikel vor Jahresfrist gesagt wurde, unb die Arbeit in dem Heere besteht hauptsächlich in dem Bemühen, durch erhöhte intensivere Thätigkeit die Mängel der zweijährigen Dienstzeit auszugleichen. Die Ansichten im Heere, ob dies gelingen wird, gehen noch vielfach auseinander; während die Einen rundweg verneinen, daß es gelingen werde, bei der zweijährigen Dienstzeit die Schlagfertigkeit des HeereS auf derselben Höhe wie früher zu erhalten, und besonders betonen, daß sich dies namentlich bei der Einziehung der Reserven unb Lanbwehr von zweijähriger Dienstzeit zeigen werbe, glauben toieber Andere, daß bei richtiger Ausnutzung der zweijährigen Dienstzeit sich sehr wohl eßne genügende Ausbildung der Führer und Mannschaften erreichen lasse. Ueber die folgenden Bedingungen, unter denen sich diese Ausbildung in zwei Jahren erreichen läßt, sind sich diese ziemlich alle einig: 1. Die Mannschaften müssen während ihrer zweijährigen Dienstzeit auch wirklich vollständig zur Verfügung der Truppe stehen, also alle Ab- fommanbirungen, bie keinen Werth für bie Ausbildung zum Kriege haben, müssen fortfallen. Die in Folge von Abkommanbirung mangelhaft Ausgebildeten fallen jetzt schon bei den Reserve- und Landwehrübungen unangenehm auf; bei der zweijährigen Dienstzeit wird dies demnächst noch mehr hervortreten, unb bie Zahl biefer mangelhaft Ausgebildeten wirb so wachsen, baß die Schlagfertigkeit namentlich der Reserve unb Lanbwehr empfindlich leidet. Deßhalb ist bei der zweijährigen Dienstzeit das Aufhören der Abkommandirungen eine größere Nothwendigkeit wie bei der dreijährigen Dienstzeit. 2. Die Truppen müssen auf einen höheren Etat gebracht werden, wie er theils schon «»geführt ist, theils ungebahnt wirb. Dem entsprechend muß auch ein höherer Etat von Vorgesetzten vorhanden sein und Alles geschehen, um de» Zudrang zur Unter» osfiziercharge zu fördern. 3. Für jede Garnison müssen genügende Uebungsplätze zum Schießen und
„Haben doch heute Mittwoch, waS?"
„Beinahe schon gehabt!" entgegnete einer der anwesenden Herren, eine lange dünne Gestalt mit wenig Haar und viel Bart, „'s ist gleich Zwölf."
„So, so — die Mitternacht zog näher schon —* der Graf war stark in Ettal». „Wo ist Bea?"
„Durchlauchtigster Herr befehlens" Beattice, eine qualmende Cigarrette zwischen den Lippen, machte sich aus einer lachenden Gruppe, die im Rücken des Grafen beisammen stand, los und postierte sich in militärischer Haltung vor ihn!
Mit einem wohlgefälligen Schmunzeln sah der Graf zu ihr in die Höhe. Im Gegensatz z» heute morgen sah Beatrice jetzt reizend aus. Ihr dunkel- violetteS, wie gegoffcn sitzendes Sammetkleid hob ihre hübsche Figur hervor und bildete einen effektvollen Kontrast zu ihrer lichtblonden Erscheinung.
„Allerliebst heute, Blondchen!" hauchte der Graf. „Aber — aber — was — sagen — wollte: Wo steckt Lentz, des Hauses redlicher Hüter?"
„Beim Jen!" erwiderte Beattice prompt, während ehr paar der Zunächstfitzenden über den redlichen Hüter lachten.
„So — so — so! Können ihn einmal her- schleife», sobald augönglich — hm? Bin zu faul, mich zu rühren — Lentz wollte mir doch die Tochter des Hauses vorführen.
„Thatsächlich bie Tochter!" bestätigte Beattice.
Die Blondine drehte sich kurz auf den Hacken herum.
„Frisch' Feuer!" rief fie im Kommandoton in ihre Gruppe hinein, es unentschieden lassend, ob das zugleich die Antwort für de» Grasen war. Ohne ihn weiter anzusehen, schwentte sie links ab, einer der grünen, geräuschlosen Thüre» zu, die Erni so sehr in Erstaunen gesetzt hatten. Lentz saß ' mit noch vier, fünf anderen nm einen viereckigen
Gefecht zur Verfügung stehen. Die stets vermehrte» unb besser ausgestalteten größeren Uebungsplätze haben »ach dieser Richtung hin schon Vorzügliches geleistet, aber vollständig genüge« sie noch immer nicht. Durch Erfüllung dieser drei Bedingungen ist die Möglichkeit gegeben, während der zweijährigen Dienstzeit Genügendes zu leisten. Die dem Reichstage jetzt gemachte Militair Vorlage bezweckt wesentliche Fortschritte für Organisation und Ausbildung der Truppe und braucht als allgemein bekannt hier nicht näher berührt zu werden."
Die „Kölnische Zeitung" giebt die Nachricht der „Chinesischen Allgemeine» Zeitung" ans Amoy wieder, nach welcher Mitglieder der zehn dortigen kaufmännische» Gilden wegen fortwährender Erpressungen Seitens der Mandarinen kurzer Hand beschlossen, den Versuch zu machen, deutsche Unterthanen zu werden. Sie wandte» sich an de» deutsche» Consul in Amoy unb erbaten bie Er- laubniß, Tafeln mit bet Inschrift „Deutsche Kaufleute" an ihren Häusern anzubringen unb sich hierdurch unter den Schutz des Reiches zu stellen. Der Consul soll versprochen haben, die Angelegenheit feiner Regierung zu berichten. Einige kleine, diesen Kaufleuten gehörende Hafendampfschiffe zogen seitdem bereits bie bentsche Flagge auf. Die „Kölnische Zeitring" bemerkt hierzu, selbst wenn bie Erzählung nicht in allen Einzelheiten wahr sei, so bilbe fie boch ein erfteuliches Zeugniß für das Ansehen, welches die Deutschen bei den Chinesen genießen.
Der im Reichs-Schatzamt au8gearbeite Entwurf eines neuen Zolltarifs ist den Regierungen aller deutscher Bundesstaaten, welche eine eigene Zollverwaltung haben, im vergangenen Herbste zugegangen, wie das seiner Zeit miigetheilt wurde. Der Entwurf ist ein sehr umfangreiches Schriftstück, welches übrigens neben dem neu entworfenen Serif» schema auch die bisherigen Zollsätze bei den einzelne» Tarifstellen enthält. Es steht nicht zu erwarten, daß dec Entwurf vor dem Spätherbst dieses Jahres mit Berücksichtigung der eventuell seitens der Regierungen gewünschten Aendeiungen so weit fertig sei» w'rd, daß er als Unterlage für die weitere Benützung dienen kann. Daher wird er auch dem Wirthschaftlichen Ausschuß wohl erst gegen Ende dieses Jahres miigetheilt werden. Ma» darf ferner annehmen, daß der Entwurf dann gleichzeittg auch anderen berufenen Körperschaften, welche den Handel, die Industrie unb bie Landwirthschast vertreten, wirb bekannt gegeben werden. Der Ausschuß des Deutschen HandelstagS hat vor Kurzem in einem an das Reichsamt des Inner» gerichteten Schreibe» bemerkt, eS sei auf- gefallen, daß die Handelskammern von de» Re-
Tisch, der mit dunklem Tuch bezogen war. Ei» paar Herren machten die Zuschauer, zwei davon hatte» die Hände in den Hosentaschen, trugen eine nachlässige Gleichgültigkeit zur Schau, die drei anderen ftanben dicht hinter den Stühlen der Spielenden und paßten scharf auf.
Edgar Lentz, neben dem Bankhalter fitzend, schien im Verlust zu fein, er hatte nur einen Bankzettel unb einige Goldstücke vor sich auf dem Tisch, womit seine Hände mechanisch spielten.
Beattice neigte sich von rückwärts her über ihn und sagte, sodaß die übrigen verstehen konnten: „Der Graf möchte, daß Du Dein Versprechen hättst. Kannst Du hier abkomme»?"
„Sofort I" sagte Lentz, sich halb erhebend. Er setzte die paar Goldstücke nachlässig auf die Treffdame, wartete bie Entscheibimg ab, bie günstig für ibn fiel, strich mit bet flachen Hand fein Gelb zusammen und legte es auf eine marmorne Spiegel- lonfole hinter sich. „Die Herren entschuldige» mich einstweile» — es soll »icht lange dauer». Auf Wiedersehen!"
Er reichte seiner Freundin den Arm, und Beide verließe» das Spiel-Zimmer.
Sie sprachen nichts auf ihrem Wege.
An Ernis Thür war kein Riegel vorgeschoben, die Beiden konnten ungehindert eintrete».
Da lag das Kind in seinem weißen Kleide, die Füßchen hinaufgezogen, feine Puppe im Arm, auf dem Sopha und schlief. DaS kleine Geficht war rosig überhaucht vom Schlummer, die strahlenförmig gewachsene» langen Wimpern legten dunkle Schalte» auf dir weichgerundeten Wangen, die blühenden Lippen waren ein wenig geöffnet, säuselnde gleichmäßige Athemzüge drangen dazwischen hervor; der Gesichtsausdruck des Kindes war ein friedlicher und glücklicher. (Fortsetzung folgt.)