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mit -em Krcisblati für Mc Kreise Marburg und Kirchhain. j

Sonntagsbeilrger AMrstrirteS Goaota-S-latt,

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Bon Privaten Mk.

Do« Aktien» gesell- ILaste« Mk.

unb ausländischen Renten bestimmt. Aber hätten diese Kleinkapitalisten die Möglichkeit, solche klein­sten Nennwerte in den erstklassige deutschen Staatspapieren zu 'kaufen, so würde vermutlich ein nicht geringer Teil von ibnen jene Möglichkeit ausnützen. Wenn einzelne Hypothekenbanken die kleinsten Stücke ihrer Pfandbriefe auf 75, ja auf 50 Mk. bemessen, dann sollten auch unsere Staats- Papiere in solchen kleinen Stücken zu haben sein.

In der Tat ist cs schon mehrfach als eine Art Uebelstand empfunden worden, daß deutsche An­leihen immer nur in die Hände vonBankkonsortien zu kommen Pflegen. Eine größere Beteiligung der einzelnen Sparer würde zweifellos auch auf den Kursstand fördernd einwirken.

.Bleibt es bei der Wette?" fragte sie besorgt. Ja, Fräulein Anne"

.Morgen?" : r v -

tete-ädOfe so grausam störe, ich bin aber beauf­tragt, die Braut zu holen. Ihre kleine Rose wartet ebenfalls voll Ungeduld, lieber Allmers. Darf ich bitten. Gnädigste?"

Anne warf ibm noch einen flehenden Blick zu, dann ließ sie sich zu dem Professor führe», während Jürke mit nicht sehr großer Eile Fräu­lein Willing aufsuchte.

Man tvar gezwungen, den Kirchweg zu Fuß zurückzulegen, denn auf Langeoog gab es keine Wagen wenigstens keine solchen, die als Hochzeits­kutschen in Betracht gekommen wären. Der Pfad vom Hotel bis zum Gotteshaus war dicht mit Grün bestreut, und sämtliche Insulaner befanden fick, auf den Beinen und bildeten Spalier,, denn diese Trauung bedeutete ja ein Ereignis für das stille Fischerdorf. Golden strahlte die Sonne her­nieder, die Paare pfiffen einen übermütigen Fest- marjch, und dazwischen läutete» jubelnd die Glocken. Und als das Brautpaar durch die Pforte der Kirche schritt, da setzte leise die Orgel ein, und süße helle Kinderstimmen fangen ein frommes Lied. Am Altar stand wartend dec Geistliche. Eine kleine, aber erhebende Feier war cs, die sich nun vollzog, eine Feier, die so recht in den schlich­ten Rahme» des Friesenkirchleins paßte.

Hadwig und Jürke Allmers waren die ersten, welche dann eigentümlicherweise gleichzeitig glückwünschend an das junge Paar herantrateu. Biel war es freilich nicht, was sie dabei redeten, aber die schwesterlich-innige Umarmung, mit wel­cher Hadwig die Freundin empfing, und der feste Händedruck, den Jürke mit dem Professor tauschte, sagten beiden wohl mehr, als tausend Worte ver­mocht hätten.

Ein heitere? Festmahl int H<M folgte der kirchlichen Feier. Wie weggeweht waren die k chenbitternnenenk ES herrschte allseitig die fröt

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nähme der Spareinlagen der größte Teil der neu zu begebenden Reichs- und Staatsanleihen in die­sem Reservoir Aufnahme finden.

Zurzeit überwiegt bei den preußischen Spar­kassen die Anlage in Hypotheken noch beträchtlich. Zu dem gedachten Zeitpunkt waren an städtischen und ländlichen Hypotheken mehr als 3% Milliar­den angelegt. Der Grund ist vornehmlich in der höheren Verzinsung der Hypotheken gegenüber den Reichs- und Staatsschuldverschreibungen zu suchen. Die Sparkassen wenden sich diesen höher verzinslichen Anlagen aus dem praktischen Grunde zu, um für die Spareinlagen selbst eine höhere Verzinsung gewähren und so die Neigung zum Sparen verstärken zu können. Abgesehen hiervon, liegt aber zweifellos in der,geringen Neigung un­serer Sparkassen, ihre Bestände in Reichs- und Staatsschnldenvcrschreibung anzulegen, so daß der größte Teil der neuen Anleihen anderwärts be­geben werden muß, einer der wesentlichsten Gründe des niedrigen Kurses, den unsere Reicks- und Staatsschuldenverschreibungen trotz ihrer, ab­soluten Sicherheit zurzeit haben. Es kommt hinzu daß, abgesehen von dem Interesse, das England und Frankreich bei den erwähnten öffentlichen Kassen mit Rücksicht auf ihren hohen Bestand von Konsols und Renten an der Erhaltung eines hohen Kurses dieser Vaviere haben, alle Einrich­tungen vorhanden sind, um vorübergehenden Schwankunaen desKitrKs nach unten vo^-ubeugen Wir sehen int Gegenteil, daß nur zu häufig, wenn die Begebung von Reichs- und Staatsanleihen in naher Aussicht siebt, mn wkehrt die Kapitalisten veranlaßt werden, ihren Besitz an Reichs- und Staatsan-leihen zu vermindern, tun gerade zu diesem Zeitpunkte herausaebrachte Jndustriewerte oder erotische Aitleiheu dafiir zu erwerben. Menn von der Notwendigkeit gesprochen wird, für einen besseren Kurs der Reichs- und Staatsanleihen zu sorgen, so wird man die beiden vorstehenden, hier erwähnten Momente nicht unbeachtet lasten dür­fen und in Erwägung nehmen nrüssen. inwieweit hier die bessernde Hand angelegt werden kann.

Auf eilten besonderen Umstand weist eine Zu­schrift an denHann. Conr." bin, die kleinere Stücke der Staatspapiere, als bisher aitsapgeben werden, verlangt, weil dadurch der Markt ver­größert und so der Kurs gehoben würde. Eine Voraussetzung dastir aber sei,daß die kleinsten Stücke unserer Staatsvapiere eilten geringeren Nennwert aufweiseu als gegenwärtig. Bei tttt- seren Reichsanleihen bat das- kleinste Stück sowohl bei der 3t«Proz. Anleihe wie bei der 3proz. An- leihe einen Nennwert von 200 Mark: die 3% Proz. preußischen Konsols weisen in ihren kleinsten Ssiicken einen Nennwert von 150 Mark auf, nur die 3vroz. Konsols sind in Stücken von 100 Mark zu haben. Diese Bemessung der kleinsten Stiicke ist nicht geeignet, diekleinen" undkleinsten" Sparer als Käufer unterer Staatspapiere heran- zuziehen. Den Vorteil davon hoben in erster Linie die Sparkassen, ht zweiter Linie di? Hy- Pothekeitbanken, von denen ein großer TeilVfand- Briefe in Stücken zu 100 Mark ansaibt, und atts- lättdische Staaten, wie Oesterreich, Ungarn, Ita­lien, die Stücke zti 85 bezw. 80 Mark emittieren. Gewiß ist es überwiegend der 4proz, Zinsfuß, der auch Kleinkapitalisten zum Erwerbe der klein­sten Nennwerte von Hypothekenbankpfandbriefen

Erscheint wöchentlich siebe« mal. -ar*.

Druck tmi Verla,' Iah. »uv «och, Umversttätr-Vtlchdruckmt Marburg, Markt 2L Telephon 55.

Diese Zahlen beweisen eine Opferwilligkeit unb arbeiterfreundlichc Fürsorge, die vvn keinem aubeten Lande übertroffen werden.

Pension?« unb Unterltühungsfonds, Stiftungen für Angestellte unb Arbeiter - - - -

Prämien, Gratifikationen, turnt statu­tarische Gewinnanteile, Gewinn­beteiligung ...... . - . - ArbeiterwohlsahrtSzwecke, ntcht spe­zialisiert

Gemeinnühtge Zwecke tm allgemeinen Kinderfürsorae - - Altenheime, Stifte - - - Kranken-, Verwundeten' und ®e- nekungsfürsorge, Wöchnerinnen- pflege - - - - Geiundheitrpflege, Bader, Retten-

totnnien, Ferien für Angestellte

uttb Arbeitcr Erholungsstätten, Volksparks . . . Blinden- und Taubstummrnsürsorge

Krüppelpflege - - - - - - - - Obdachlosen u. Eetlassencnsürsorzr Wohnungsfürsorge ........ Erziehunes», Unterrichts- unb Er« baunngszwecke. . . . . - - - - Btldnnrs- u. Verentszwecke, Btblto- tbeten, Museen Innere Mission -

dlrmenunterstützunq im allgemetnen Bekämpfung der Ttttnksucht - - Rettungswesen, Feuerschutz - - Spetseanstalten, Ernährun gssürsorge

Umschmr.

Neber die bisherigen Leistungen der Sozialdemokratie auf sozialem

Gebiet

schreibt die »Köln. VolkSztg.':Weder Bebel noch Molkenbuhr, welcher sich in der letzten ReichStaqSsihuna bemühte, die sozialpolitischen Verdienste der Sozialdemokratie in das richtige Lickt zu rücken, konnten den Beweis erbringe», daß die Sozialdemokratie große positive Leistungen a"ch auf dem sozialpolitischen Gebiete aufzu- wüsen bat. Geradezu kindlich mutete er an, wenn Molkenbuhr darauf hinwieS, wenn das, was die Sozialdemokratie im Reichstag bereits alles beantragt habe, angenommen worden wäre, gebühre ihr dis Palme auf dem Gebiete der Sozialpolitik. Kommt e? denn bei der Frage nach dem politischen Verdienst einer Partei nur auf die Zahl der Anträge an, welche sie gestellt Frt? Dann wäre eL leicht, den politischen Rckord zu erreichen. Die positive Wirksamkeit einer Partei gibt sich vor allem darin zu er­kennen, welche durchführbaren Wünsche sie auch wirklich durchsetzt. Und hier hat die Sozial­demokratie nicht viel aufzuweisen, was. ihrer eigenen Initiative entspringt. Jede Partei muß ihre praktischen Forderungen den Zettumständen anpassen; statt mit übertriebenen Forderungen abzustoßen, muß sie für ihre Forderungen werben unb so den Arbeitern schrittweise die sozialpolitischen Vorteile sichern. Die Sozial­demokratie tut aber von alledem das Gegenteil. Indem sie ihre Absicht hervorkehrt, trotz aller sozialpolitischen Errungenschaften den Klassen- kawpf um seiner selbst willen zu schüren, zeitigt sie in manchen Kreisen geradezu einen Wider­willen gegen die Sozialpolitik, und wenn die Scharfmacher" wieder nach einem Soztalisten- gefttz ttt'ett, so sind nickt in letzter Linie die Sozialdemokraten daran schuld: sie haben eben durch ihr eigenes Verhalten in manchen Kreisen tticht bet uns die Meinung erzeugt, daß auf dem Wege der Sozialresorm doch eine Ge­sundung der Arbeiterbewegung nickt erreicht werden könne. Statt sachlicher Kritik hat auch diesmal int Reichstage die Sozialdemokratie in der Hauptsache Agitation setrteben."

Aber es ist doch eilt Frevels Fühlen Sie das denn nicht?"

Er zuckte die Achsel».

Herbart liebt Hadwig. Ich fürchte, daß71

Ich weiß alles"

Und dennoch?"

Gerade darumck"

Das verstand Amte nicht. Sie schüttelte be­kümmert das Haupt.Darf ich Hadwig nicht wenigstens in Kenntnis setzen?"

Um keinen Preis, Fränlein Anne! Ich hab' Ihr Wort! Aber bitten möchte ich Sie bei dieser Gelegenheit um etwas."

Reden Sie nur. Wen» ich kann

Gewiß. Sie sollen nur Hadwig Fra» Otten meine letzten Grüße bringen, falls mir mor­gen ein Unglück passiert. Man muß mit allen Möalichkeiten rechnen"

Annes Augen füllten sich mit Tränen.

Ich will es tun. Aber ick dachte Sie hatten vielleicht heute noch das Bedürfnis, selbst mit Hadwig zu sprechen sich auszusöhnen mit ihr."

«Ick batte es auch, Fräulein.Anne. Ich suchte sic deshalb in der Kirche auf, doch sie wies jeden Versuch zurück."

Weil sie nicht wissen kann, daß daß o Gott! Zu denken, daß es heute für Sie der letzte Tag fein könnte!"

Liebes Fräulein Anne!" Er zog ihre Hand, gerührt über so warm? Altteilnahme, an die Lippen.

Allmers, Sie Schwerenöter t Machen Sie den» jeder die Kur? Verzeihung, daß ich dies

Der schlechte Kursstand der Reichs­und Staatsanleihen.

Bei der Erörterung der Ursachen, warum die Preußischen und deutschen Staatsanleihen, na­mentlich im Vergleich mit den englischen Konsols und der französischen Rente einen so niedrigeo Kursstand haben, wird in der Regel nicht die grosw Verschiedenheit der Verhältnisse inbezug «mf- den Absatz unserer Anleihen im Vergleich zu jenen der westeuropäischen Großstaaten be­achtet. Zum Teil infolge gesetzlicher Bestimmung, attin Teil infolge langjähriger fester Uebung bil­den die Sparkassen in jenen Ländern eine überaus reiche Absatzquelle für die Staatsschuldverschrei- bungeu. In England hatten am 31. Dezember 1902 die Post Office Savings Banks 144 605 087 Pfund Sterling Kapitalbestand. Davon waren rund 100 Millionen in Konsols angelegt. ES hatten die Trustees Savings Banks an demselben Tage einen Bestand von 52 505 081 Pfund Ster­ling, von denen nicht weniger nls 52 323 570 Pfund Sterling in Konsols angelegt waren. Ja Frankreich hatte di? Caisse National? d'6pargnc am 31. Dezember 1900 einen Bestand von 1010 264 193 Frank, von denen rund eine Milliarde in französische Rente und französischen Schatzdonds angelegt war. Zu demselben Termine belief sich der Kapitalbestand der Caisses d'äpargne vrivües auf 3 263 994 342 Frank: von diesen waren 3 257 000 000 Frank in französischer Rente und französischen garantierten Staats- und Eiscn- bahnpapieren sotvie in Schatzbonds angelegt. Im ganzen sind also von den 4274 Millionen Frank Spareinlagen in Frankreich nicht weniger als 3495,5 Millionen Frank in französischer Rente und 705 Millionen in französischen Schatzbonds angelegt. Auch in Rußland findet die Anlegung der Bestände der Postsparkassen in der Hauptsache In Reichs- und vom Reiche garantierten Pa­pieren statt.

Welch ein ganz anderes Bild ergibt sich bei bett vteußiichcn Sparkassen! Deren Bestand belief sich am Ende des Jahres 1901 auf nicht weniger als 6 236 458 932 Mark. Von diesem ganzen Be­stände waren aber ht deutscher Reichsanleih? nur angcleat 139 901 300 Mark und in preußischen Konsols 576 421 200 Mark. Während also so- wohl ttt England als in Frankreich der weitaus größte Teil der Bestände der öffentlichen Spar- kaffen in Konsols und in Renten bezw. in Schatz- bonds angelegt ist, beträgt ttt Preußen die An­lage der Sparkassen in Reichs- und StaatSschuld- verfchreibungen kaum 12 Prozent der Gesamt­summe. Obwohl der Bestand der englischen Spar­kassen kaum 40 Prozent desjenigen der preußi­schen betrügt, übersteigt dort die Einlage an Kon- sols dicjeniage der Einlagen der preußischen Sparkassen an Reichs- und Staatsschnldenver- schreiöungcn um mehr als das Vierfache. Ganz ähnlich stellt sich das Verhältnis zwischen Frank- reich und Preußen. Bedienten sich die preußi­schen Sparkassen in demselben Maße wie die cng- sischcn und französischen unserer Reichs- und Staatspapiere zur Anlegung der Spareinlagen, fo würde der weitaus größte Teil der Reichs- und Staatsanleihen in den Sparkassen Aufnahme fin­den und insbesondere auch bei der stetigen Zu-

Deutsches Reich

Berlin. 30 Dezember.

Vom Kaiserlichen Hofe ist zu be­richten: Seine Majestät der Kaiser hörte am gest- eigen Dienstag den Vortrag des Chefs des Mtsi- tärkabinetts. An der Mittagstafel der Maiestu- fett nahm der Reichskanzler Gras Bulow teil.- Der Hofansage zufolge werden die folgende» Winterfeste abgchalten werden: Frettag, den 1« Januar: Neujahrsgratulationen bet ^9rett Kat- serlichcn und Königlichen Majestäten. Frettag, den 15. Januar: Fest des Hohen Ordens vom Schwarzen Adler. Sonntag, den 17. ^anuar:

Gruppen ;

Ein Vierteljahr sozialer

Daß die Arbeitgeber von bet kritischen Presse immer als .gew^ beutet bingestrllt werben, ist w Die linkslibkrale Presse aber, * triefenden Worten über ArbettersürU als wenn sie dazu das Monopols wohnlich fo wenig anständig, da? Wendungen, welche für Arbeitnetz. . werden, mit Stillschweigen übergeht, glei

die fozialdemokratischen Zeitungen auch.

groß die Opferwilligkeit in den Kreisen der Arbeitgeber aber ist, zeigt dieEhrentafel", welche Bibliothekar P. Schmidt regelmäßrz veröffentlicht unb die für daS dritte Vierteljahr 1903 folgende Zuwendungen ausweist:

lNachdruck verboten.)

Frau Hadwig.

Eine Strandgeschichte von Ella Lindner. E lFortfetzunq.)

Allmers hatte für Rose Willing riu Bouquet Ca France vom Festland konunc» lasten, worauf das kokette Ting nicht wenig stolz war. Er un- rerhiclt sich just lebhaft mit ihr, als Hadwig an Herbarts Arm über die Schwelle trat.

Da," sagte das Mädchen,Fran Otten! Wie schön sic noch immer ist, und fr? kann doch kaum mehr so jung feilt, nicht wahr?" Kindlich tut- schuldig sahen die braunen Augen zu ihm empor.

Er nickte zerstreut. Die Lust, Konversation zu führen, war ihm plötzlich vergangen. Er blieb fortan schweigsam, trotzdem seine Dame sich krampfhaft bemühte, ihn zu beleben. Die Stim- mung war überhaupt int ganzen eine seltsam ge­druckte. ..Wie bei einem Leichenbegängnis," dachte Jürke und ihm war, als müsse er ersticken ttt all her Feierlichkeit, welche die lieben Nächsten der Sitte entsprechend um das Brautpaar austürm- ifit. Er sehnte sich nach Hadwigs silberuein Lachen aber das war in letzter Zeit völlig verstummt, und jetzt saß sie neben Anne und machte genau solch eine Leichenbittermiene, wie die anderen. Herrgott! Man ging doch nicht zu einem Be­gräbnis! Man feierte eine Hochzeit! Ob das alle vergeßen hatten? Zwei Menschen, die sich licb hatten, sollten sich nun angehören dürfen fürs ganze Leben! Da mußte matt sich doch freuen wir ihnen und nicht cinhergehen. als fei man z» einem Lkichencffen geladen.

ihtr; bevor sich der Zug zum Kirchgang ord­nete, fand Anne Gelegenheit, eine Minute unqe- stvrt mit Jürke Allmers zu sprechen.

' -vierteljährlicher Bezugspreis: bet Edition 3 Mk.

gnq btt allen Postämtern 2,25 Mk. ^cl. Bestellgeld). . ***** 9

JlS. OOö JnserttonSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pf,. DüNNttstaa. 31. TCKttlDCT 1903

Ncclamen: die Zeile 25 Vsg. ° --

lichste Stimmung. Einige gab cs freilich. denen war das Lacken Qual. Aber fic beherrschten sch und zeigten es nickt. Und wenn Sadwtgs Wange« sich trotz des Weines nicht röten wollten, uns zwischcn Jürkcs Brauen eine senkrechte scharfe Falte saß, so war dockt Hcrbart um fo auSgelal? fetter Man kannte ihn nicht wieder. Gr. hielt dic witzigsten Reden, toastete auf alles, sttcß mit jedem an nur nicht mit Allmers. Dem gmg er aus dein Weg, tmd dieser suchte ihn auch nicht.

Plötzlich vermißte der Kleine HadwtgS Strauß. Wo sind denn die Blumen?" .

Auf dem Zimmer" 1

.O, grau Hadwig!"

Es lag so viel Schmerz tu Ment kurzen Aus« ruf, das; sie weich gestimmt wurde. . >

Verzeihen Sie mir, Herbart, aber ich we­bte Geranien nicht tragen

Jürke, der das WortGeranien" horte. I aufmerksam.

..Nicht? Warum denn? Früher mochte

sie doch so gern"

Ja früher" ein Schatten glitt

ihre Zügefrüher"

,UnS jetzt?"

"Ouälcn Sie mich nicht so, Herbart! Sie sind der reine Untersuchungsrichter." D amit wollt! sie die Sach? ins Scherzhafte ziehen, aber es zuck' so verräterisch um ihre Lippen, daß der V völlig mißglückte.-*

Pardon"

ein Glas We»-

Blicke den»