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Die Kaiserrede in Hannover und englische Geschichtsauffassung.
Wir Deutschs pflegen die Entscheidungsschlacht l:om 18. Juni 1815 den Tag von Belle-Ailiance *u nennen und haben mit diesem Namen zur Erinnerung an die endgiltige Befreiung Europas von dein napoleonischen Joche unsere Plätze gegiert. Es sollte damit nicht nur die Erinnerung an das belgische Dorf int Volke cndgiltig erhalten 'w^rden»--dos den 9Zomen Belle Alliance tragt, fvrrdern auch die Erinnerung an die Bundesge- 'Uossenschaft zwischen den Deutschen und den Engländern, die damals gemeinsam gefochten haben. Dieser Empfindung hat auch der Urenkel Friedrich Wilhelms ILL, unser jetziger Kaiser, vor einigen Tagen Ausdruck gegeben und. indem er mit Stolz hervorhob, das; Blücher Wellington's Stellung am Nachmittage des 18. Juni gerettet habe, hat er der treuen Waffenbrüderschaft gedacht in der damals Deutsche und Engländer für eine gemeinsame Sache kämpften.
Diese Rede unsere? Kaisers bei den Negi- meniSfeiern in Hannover hat der englischenPresse abermals Veranlassung zu Ungezogenheiten und Unverschämtheiten geboten, die jenseits des Ka- nalssick allemal dann hervorwagen, wennDentsch- land eben wieder, wie jüngst bei der Annahme bt'S englischen Handelsprovisoriums, einen Beweis von Entgegenkommen gegeben hat. Die englischen Blätter halten sich für berechtiat, Kaiser Wilhelm daran zu erinnern, das; er der Neffe ihres Königs sei und glauben ihm daraus die Verpflichtung auflegen zu dürfen, dost er alles, 'was englisch ist, wie in einer Art von S-tkigen- schein zu sehen habe, insbesondere natürlich den englischen Waffenruhm. Im vorliegenden Falle ist die Aufreaung der Londoner Zeitungen doppelt unverständlich, denn der Herzog v. Wellington hat ja selbst am Schlüsse seines Berichtes bont 19. Annt offen zugestanden: „Ich würde meinem eigenen Gefühle nicht genuqtnn und eine Unge- rechiiakeit gegen den Marschall Blücher und das vreustische Heer begeben, wenn ich den guten Erfolg des schweren TaaeS nickt der herzlichen und recklzeitiaenHilie zttsckiebe, die Sie mir brachten."
Zu dieser offenen Anerkennung der preußischen Verdienste war Wellington umsomehr verpflichtet, als er selbst am IG. den Feldmarsckall Blücher bei Lignp schmählich im Stiche gelassen und tote Gneisenau am 17. August 1815 aus Paris an Ernst Moritz Arndt schreibt, dgs; er das schwere bei Lignp erlittene Unglück durch sein Zurückbleiben verschuldet batte. Die tadellose Ordnung, mit der damals Mucker von Lignp auf Wawre zurückging, während Napoleon ihn auf heftiger Flucht nach dem Rheine glaubte, ermöglichte es den: Marschall Vorwärts am zweiten Tage nach der verlorenen Schlacht die Verbindung mit Wellington wieder hcrztistellen und rechtzeitig genug eiuzuireffen, um diesen zu entlasten. Niemand, am allerwenigsten der Deutsche Kaiser, haben bestritten, das; an diesem Tage die Engländer wie Helden gesockten haben. Die Namen ihrer Führer sind in Deutschland hoch in Ehren gehalten. Mit berechtigtem Stolze darf auch darauf hiuaewiesett werden, das; unter den Truppen, welche der Herzog von Wellington befehligte, gerade der deutschen Legion cm3 der schönsten
25 (Nachdruck verboten.)
Frau Hadwlq.
Eine Strandgeschichte von Ella Lindner.
^orHebmta.)
„Natürlich," beeilt sich diese zu versichern, denn tic hoffte, das; Hadwig sich zu Gunsten Jiirkes entscheiden würde.
„Dann gib mir bitte Herbart —"
Jürke Allmers steht auf der Schwelle uiib Höri es. Alles hat er von dem Hochzeitstag ge- hvfft. Nun sieht er. das; fein Hoffen umsonst gewesen. Dieses verblendete Weib! Fassen hätte er Hadwig mögen — die beiden Handgelenke fassen — fest — web muhte es ihr tun — und sie so ztvingen zum Geständnis ihrer Liebe. Aber er iämvfte es nieder, dies sinnlose Verlangen. L „Fräulein Anne —"
Hadwig durchzuckte es bei dem unerwarteten .Klang 'einer Stimme. Er bemerkte es mit innerer Genugtuung — nimmt aber keine Notiz davon.
„Fräulein Anne. ich komme mit einer Bitte," sagt er so laut, das; Hadwig es hören must. ' „Wollen Sie mir nicht Fräulein Willing als .Brautiungfer geben?"
„Ja — gern —" Anne ist enttäuscht. Es kommt ihr so scknell. Die Willing ist ja solch ein Gänschen! Was der an dec hat, sie kann es nicht oegreifen.
„Danke vielmals? Ich iverd's ihr gleich mal verkünden. Am Tennisplatz treffe ich sie."
Hadwig beugt sich tiefer auf das Buch. Wie gut er weis;, wo sie zu treffen ist! So hat er'S auch einmal von ihr gewusst — aber — jetzt nicht mehr —
Ruhmesblätter gebührt. Als die ätHtie der Schlachtlinie Wellingtons durchbrochen war, führte der Herzog selber die Hannoversche Bri- gade Kielmannsegge herbei und ihr gelang es die entstandene Lücke vorläufig wieder zu schließen. Aber immer ungestümer drängte NapoleonsGarde vor, Wellington's letzte Reserven waren beran- gezogen und der beherrschende Punkt vor feiner Mtte La Hape Sainte blieb in den Händen des Feindes, auch der tapfere Bernhard konnte sich auf dem linken Flügel nicht mehr bastelt und Wellingtons Besorgnis stieg auf§ höchste. Schon feit mehreren Stunden hatte er einen Adjutanten nach dem andern an Blücher abgesandt mit der dringenden Bitte um Hilfe, mit der Uhr in der Hand stand er unter seinen Offizieren und sprach das geschichtlich bekannte Wort: „Blücher oder die Nacht!" Er wußte nicht, daß bereits seit zwei Uhr nachmittags trotz der unerqrültdlichen Wege preustische Kolonneir Napoleon in der Flanke bedrohten und diese gezwungen hatten, vier ,Gardebataillone ihnen entgegenzuwerfen,, die im anderen Falle die vollständige Vernichtung Wellingtons hätten bewirken können. Am späten Nachmittage würgten sich Blüchers ermutigte Truppen heran und gingen sofort zu einem Flankenangriff gegen die Franzosen vor, der so furchtbare Ser- Wirrung in deren Reiben trug, toie sie die ganze Kriegsgeschichte jener Zeit selbst an hkn.'^5licks- tagen von Jena und Austerlitz nick,- <vst. Hvt hat. Wellington selbst war im^1' dieser entstandenen Verwirrung a>-n, nur die Verfolgung des geschlagenen fZ^ndes amzuitehmen. Vergeb- sich bi'»>uoke er sich seine wirr durcheinander ge- schitilelteli Trubppenteile wieder zu ordnen, ms- besondere die Trümmer der beiden Reiterbriga- deit Ponsonbp und Somerset zur Verfolgung heranzuziehen. Es gelang kaum, zwei Schwadro- «en zusammenzustellen, während Blücher gerade on diesem Tage seinem Namen des Marsckall Vorwärts durch eine bis zum rücksichtslosen Hergeben der letzten Kraft durchgeführte Verfolgung erneute Ehre machen konnte.
Wellingon hat später die rückhaltlose Anerkennung der preußischen Verdienste abgeschwächt, wohl on5 dem politischen Grunde, daß Englands Wort bei den Friedenverhandlungen schwerer wiegen müßte, tvenn den britischen Waffen eine größere Genugtuung bliebe. Das alles ist so weltbekannt und so unbestreitbar erwiesen, das; der in London ausgebrochene Zorn mehr als komisch wirkt. Er beweist nur aufs neue die bei den meisten Engländern herrschende bodenlose Unwisseii- heit in Sachen ihrer eigxnen Geschickte, obwohl ein Gang durch das United Service Museum und ein Blick auf den dort aufgestellten Schlacktplan jedem Engländer zeigen könnte, toetcfieii Anteil die Deutschen an der Entscheidung des Tages haben, den sie Waterloo nennen.
Umschau.
Deutschlands Außenhandel in den 11 Monaten Januar bis November 1903.
Nach dem vom Kaiserlichen Statiftischen Amt herausgegebenen Navemberhest 1903 der monatlichen Nackweise über den auswärtigen Handel
Klar und hell brach Annes Hochzeitstag an. Leuchtender Sonnenschein lag über den tauglitzernden Wiesen am Watt, und wolkenlos blaute ein Lichthimmel über dem Meer. Am frühen Morgen schon toat* Anne zum Strande gegangen und hatte der See Blumen in den Wogenschoß geworfen. Ihr Abschiedsgruß sollten sie sein und ihr Dank. Hadwig war inzwischen in der Kirche und schlang eine Guirlande ans Strandweide und Meerastern um die Stühle des Brautpaares und beftreute den schmalen Gang, der zum Altar führte, verfchwenderifch mit Pirolas. Und nun War sie fertig mit allem, und mitten in der Kirche stehend, gerade unter dem zierlichen Schiffsmodell welches vom Gewölbe herniederhing, überschaute sie noch einmal prüfend ihr Werk. Unwillkürlich kam ihr da der eigene Hochzeitstag in den Sinn. Ein halbes Kind war sie noch gewesen, nicht nur in Bezug auf die Jahre, ihr ganzes Denken und Fühlen hatte noch in der Knospe gelegen. Wäre das nicht der Fall getvesen, so hätte sie wohl kaum mit jenem Manne glücklich werden können. Heute tvenigsteiis würde es ihr unmöglich sein, Werner Ottens Weib zu werden, darüber war sie sich klar. Und wider Willen mußte sie an Jürke denken. Sie sah sich im Geist an feiner Hand über all die Blumen nach dein Altar schreiten, sah sich dort niederknien und fromm das'Haupt neigen. Und die Glocken der kleinen Jnselkirche läuten, und die Orgel tont leise mit und der Pfarrer, dieser blonde, breitschultrige Friese mit den hellen Germanenaugen, legt die Hand ans ihren Scheitel und —
„Gnädige Frau!"
Erschrocken wendete sie sich um. Da stand Jürke AllmerS suchend im Dämmerdimkel des Gotteshauses.
des deutschen Zollgebiets betrug in den 11 Monaten Januar bis November d. IS.:
1. Die Einfuhr in Tonnen zu 1000 kgf: 43165160 gegen 40044216 und 41060 764 in den beiden Vorjahren, daher mehr 3120944 und 2104396. Edelmetalleinfuhr: 1160 gegen 1106 und 1161. 31 von 43 Zolltarifnnmmern zeigen eine Einfuhrsteigerung, worunter hauptsächlich Erden, Erze (-s- 1258 303), Holz (4- 774415), Kohlen usw. (> 520221V Abfälle (4- 263931), Getreide (+218494), Erdöl (4- 71907). Eine stärkere Abnahme der Einfuhr bat stattgefunden bei Materialwaren usw. (— 91506 hauptsächlich wegen Nachlassen? der Fleisch-, Rosinen-, Salzheringe-, Reis- und Salzzufuhr bei gleichzeitiger Zunahme der Südfrüchten-, Kaffee-, Dörrobst-, Rohtabakeinfuhr) und bei Drogerie- usw. Waren (— 71122, besonders veranlaßt durch den Ausfall bei Knochenmehl, Quebrackoholz, Chilesalpeter, Superph"»- phat, Schwefelsäure, Eis bei oleickz-ittger Zunahme der Einfuhr von SSO*“!#01!- Gerbstoffen außer Quebrachoholz usw.) "
2. Die Ausfuhr in Tonnen zu 1000 kg: 35164 788 gegen 31892382 und 29459 008 in twi beiden Vorjahren, daher mehr 3272 406 und 5 705 780. Edelmetallaussuhr: 321 gegen 377 und 336. 34 Zolltarifnummern zeigen eine erhöhte Ausfuhr, darunter namentlch Kohlen (3- 2006319), Erden, Erze (Z- 613825), Eisen (-}- 226632), Getreide und andere Landbau- erzeugniffe (4- 215454), Drogerie-, Apotheker- ttnb Farbwaren (+- 67147). Größere AuS fälle zeigen gegen da§ Vorjahr nur Materialwaren (— 24 853) und Abfälle (— 21930). An jenem sind besonders Zocker und Kartoffelmehl beteiligt. Die Zunahme der Mehl- und Salzausfuhr konnte den Ausfall bei anderen Waren nicht ausgleichen.
Da8 Novemberhest hat als Anhang das ge änderte Verzeichnis der Herkunft?- und Bestimmungsländer; von 1904 ab wird danach der Handel mit Cuba, dem australischen Bund, Neu Seeland besonders, mit ganz Südafrika zusammen und derjenige mit Poctoriko unter den Vereinigten Staaten von Amerika nachgewiesen.
England gegen die fremde Viehei n f n h r.
Seit dem Jahre 1866 erstreckt sich in England das Einfuhrverbot für Vieh auf das gesamte nichtbritische Ausland und auf den größten Teil der britischen Kolonien, selbst auf Kanada, obwohl diese Kolonie'gern Vieh nach England einführen möchte und schon seit längerer Zeit von Viehseuchen verschont blieb. Alle Bemühungen Kanadas, von der Viehsperre ausgenommen zu werden, waren bisher erfolglos. Auch die englischen Freihändler sind für die Aufrechterhaltung des Einfuhrverbotes für fremdes Vieh und stehen itt wohltuendem Gegensatz zu ihren Gesinnungsqe- noffeit in Deutschland, die unbedingte Einfuhrverbote gegen fremdes Vieh als hockschukzöll- nerisch, ja als unwahrhaftige Maßregel bekämpfen. Als kürzlich eine Abordnung schottischer
„Verzeihen Sie," er hatte Hadwig endlich entdeckt, „daß ich hier eindringe, ich will nicht lange stören. Rose Willing möchte nur wissen, ob Sie eine Hilfe nötig haben, sonst tvürde Sie selbstredend gern —"
„Danke!" wehrte sie schroff und bückte sich nach einer Blume. „Ich bin fertig. Fräulein Willing braucht sich nickt zu bemühen."
Er betrachtete mit scheinbarem Interesse das Schiffsmodell'und sagte so obenhin: „Das klingt nicht sehr höflich."
„ES soll's auch nickt," erwiderte sie kurz unb schickte sich au, die Kirche zu verlassen. Mit zwei Schritten war er neben ihr.
„Ich — Frau Hadwig — wollen wir nicht nock eine Strandpromenade machen?"
Sie war erstaunt und auch empört über sein Ansinnen. Heute, wo Rose keine Zeit für ihn hatte, weil sie dieselbe für ihre Toilette brauchte, denn das Geschöpfchen war eitel, heute kam er, wollte sich ausnahmstveise mit ihr begnügen.
„Geben Sie mit!" bat er nochmals.
„Nein!"
„Frau Hadwig, es ist heute Annes Hochzeit?^ tag! Wissen Sie nickt mehr, tote toir uns ans beit- selben gefreut haben?"
Daß et sie daran erinnern mußte! Sie zog die Stirn in finstere Falten.
„Unb ich dachte," fuhr er fort, „daß wir uns vielleicht gerade heute mancherlei zu sagen hätten.
Sie klopfte nervös mit der Spitze ihres grauen Strandschuhes auf den Backsteinboden. „Ich wüßte wirklich nicht, Herr Allmers. Und überdies habe ich auch keine Zeit."
Er sah nack der Uhr. „Die Feier ist erfüllt drei Stunden. So lange braucht Iran Hadwig doch nicht zu ihrer Toilette.*
Onslow erschien und um Atsihebu sperre bat, erwiderte nach dem „Re» Minister, das; er unmöglich die A Viehsperre befürworten könne, • für die Mehrheit der, englischen großem Nutzen und in gesundh vorteilhaft für das ganze ennltid habe. Zwar räumte der Minisll nada zur Zeit seuchenfrei fei, der nichts für die Aufhebung der Spu re nm zu können, da auch das Parlament niemals dafür zu haben sein werde. Seit Einführung der Viehein- fuhrvcrbots- und Sperrbestimmungen. im Jahre 1896 fei Mangel an Schlachtvieh oder Fletsch nicht hervorgetreten und somit lasse sich die Anf- Hebung der Viehsperre nicht im ocrirtgften e- gründen.
Deutsches Reich
Berlin. 29 Dezember.
— Vorn Kaiserlichen Hofe ist zu be- richten: Am 1. Feiertag Vormittag gingen Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin, sotote die Kaiserlichen Kinder zum Gottesdienst nach der Friedenskirche und kehrten auch zu Fuß nack dem Neuen Palais zurück. An der Familteusruh- stiickstafel nahmen die in Potsdam und Bertm weilenden Mitglieder d-S Königlichen Hauses, sowie der Erbprinz von Hohenzollern und Prinz Carl von Hohenzollern mit Gemahlinnen teil. Nachmittags unternahm die Kaiserliche Famtste einen Spaziergang im Park von Sanssouci. Am 2. Feiertag vorniittaas machten beide Majestäten eine Promenade int Park von Sanssouci. Nachmittags arbeitete der Kaiser allein. Am Sonntag arbeitete der Kaiser längere Zeit allein.
— Dis Uebersiedelung des kaiserlichen Hof- lagers von Potsdam nach Berlin findet Mitte Januar statt. ®(breitet die Erboltmg des Kaisers in der bisherigen Weiss fort. soll keine Reise unternommen werden nach dem Süden.
— lieber das Weibnachtssest am Katserhose wird nock berichtet, daß der Kaiser fröhlichster Stimmung war und viel scherzte. Aus den kaiserlichen Besitzungen in Kadinen. Rominten, und Urbllte sanden besondere Weihnachtsfeiern statt. An 450 Personen wurden mit Gaben bedacht.
— Der Kaiser schenkte zuin Weihnacktsseste dem Reichskanller Grasen von Bülow eine in Bronze auSgesührte, ans marmornem Sockel stehende Statuette Kaiser Wilhelms des Kroßen. Der ehrtvürdige Herrscher ist in der bekannten Haltung dargestellt, toie er Vorträge entgegen.;»- nehmen pflegte, im Jnfanferieinterimsrock mit dem Vergrößerungsglas itt der Hand.
— Der Groß Herzog von Mecklenburg-Schwerin dankte in einem Erlaß für die freudige Anteilnahme an feiner Verlobung.
— Die Zuckereinfuhr nach Deutschland hat sick im November weiter gesteigert. FnSae- santf sind jetzt seit dem Inkrafttreten der Brüste- lerKonvention 107 000 Zentner Zucker citw führt gegen 22 000 Zentner im Voriabr. Bei dieser Einfuhr ist Kolonialzucker mit 83 000 Ztr. beteiligt.
— Nach dem Verwtltungsberichte des Kaiser Wilhelm-Kanals für das Etatjahr __ ----- -------------------- —- ==9
Sie lächelte kaum merklich. „Was weiß Ekkehard davon?" Der Name, der alte, liebe, war ihr über die Lippen geglitten, ohne daß sie es gewollt. Nun wurde sie rot und blickte noch abweisender drein, als zuvor. In seinen Auge» aber leuchtete es freudig auf.
„Haben Sie vergessen, daß Ekkehard einmal auf dem Hohentwiel gelebt bat? Dort lernte er manches, auch, sich für die Kleider schöner Frauen interessieren."
„Dann bringen Sie Ihre Sachkenntnis mit anderweitig an — bei Fräulein Willing vielleicht — die wird das mehr anerkennen als ich "
Sie neigte svöttisch-hochmüttg daS Köpfchen und trat ins Freie.
Die Ziviltrauunz sand in dein festlich hergerichteten Lesezimmer vor ganz wenig Zeugen statt. Hadwig nahm nickt teil. Sie benutzte die Zeit — viel toat ihr ohnedies nicht geblieben — zum Umkleiden. Und toie sie nun vor dem Spiegel stand und die Weiße Seide des faltigen Emvire- gewandes silberschimmernd an ihr h-rniederstoß, da nickte sie mit einem weben Lächeln ihrem eigenen Bilde zu. Jung war sie und schön -- aber für wen?
Es klopfte. Ein Strauß roter Geranien wurde für sie abgegeben. Sie erbleichte und griff nut bebenden Fingern nack der Karte, die in den Bl»"' ten steckte. Herbart!
„Ich konnte nichts besseres auf treiben,* er dazu. „Die einzige " würdig ist, die
Zorip'
Tisch'