mit
M 325
Erstes Blatt
fein."
Dr jur. SB i e n.
Ich kann nicht umhin, öl8 eine ernste Mahnung an die verbündeten Regierungen — ,rrt Hinblick auf die schwebenden, Handelsvertrags- Verhandlungen — hier noch einmal zu wiederholen, was ich im Jahre 1896 dem Deutschen Landwirtschaftsrat am Schluß meiner Ausführungen vorgetragen habe:
„An den für viele Wirtschaften ganz zutreffenden Beispielen sehen wir, daß von Thünen und Thaer noch heute mit ihrem Ausspruch vollkommen Recht haben, daß eine intensive Wirtschaft nur da Erfolg haben kann, wo die Produk- tions- und Absabverhältnisse gut sind. Unsere heutige Politik der Handelsverträge führt daher nicht nur zur Berarmnng der Landlrutr, sondern allmählich zur Entvölkerung de» platten Landes und damit zum Ruin der Nation, da wir auf dem Standpunkt angelangt sind, wo wir zur extensiven Wirtschaft zurückkehren müssen, wie eS tn England schon früher geschehen ist. Auch dort ist eine blühende, intensive Landwirtschaft — grostgrzogrn durch hohe Preise landwirtschaftlicher Produkte — durch den Freihandel zerstört worden. Mögen unsere leitenden Kreise noch in der zwölften Stunde zu der Erkenntnis von der verderbenbringenden Wirkung der jetzige», die Landwirtschaft benachteiligenden Politik gelangen. Roch ist es vielleicht nicht zu spät, bald wird es da» aber
und der Eisenbabnverwöltung gefunden bat und Ende l. M. auch in der Plenarsitzung der städtischen Kollegien in Münden angenommen worden ist, so daß seine Ausführung als gesichert angesehen werden darf.
Nach diesem Plane soll am rechten Ufer der Weser, 300 Meter unterhalb des Zusammen- flusses der Werra und Fulda, ein Umschlagsplatz geschaffen werden, der bei einer Kaimauer von vorläufig 240 Meter Länge die Möglichkeit bietet, daß gleichzeitig 4 Weserkähne ein- und ausladen können, ferner eine Lagerschuvven von 30 Meter Länge und 10 Meter Tiefe, doppelte Gleisanlagen, Dampfkrähne und alle sonstigen modernen Einrnh- hingen für eine Schiffsladestelle erhalten. Bon diesem Umschlagsplatz soll ein Safenbabn, in drei Gleissträngen ausgebend, nach dem Gleis der Staatsbahn Hannover—Kassel und außerdem noch weserabwärts ein zirka 550 Meter langes Auszugsgeleise geführt werden.
Von den Kosten, welche auf 600 000 Mark veranschlagt sind, wird die Stadt Münden 100000 Mark übernehmen (70 000 Mark in bar nebst einem Terrain im Wert von 30 000 Mark), während 500 000 Mark von den an der Weserlchiffakrt interessierten Schiffahrtsgesellschaften (Norddeutscher Lloyd. Hanie, Arg, Neptun, Bremer Ober- weser-Schiffahrtsgesellschaft, die Mindener und Hamelner Schleppschiffahrtsgesellschaft) aufgebracht werden. ,
Zur Abänderung des Fleischbeschau-Gesetzes
hat da- Zentrum den verständigen Antrag im Reichstage eingebracht: die Kosten der Fleftch» beschau den Bundesstaaten aufzuerlegen. Wir wollen hoffen, daß dieser Antrag nicht bloß tak» tischen Rücksichten aus die ländlichen Wähler dienen soll, sondern daß die Zenttumsvartei auf schleuniger Beratung und Durchführung dieses Antrages bestehen wird. An der Unterstützung der konservativen wie aller agrarischen Elemente des Reichstages wird es hierbei nickt fehlen.
Die Auftage der Fleischbeickaukosten auf die Produzenten (Landwirte und Fleischer) mußte von Anfang an als grundsätzlich ungerecht empfunden werden. Die Fleischbeschau erfolgt, nicht im Interesse der Produzenten, sondern lediglich im Interesse der Konsumenten. Die Uebernabme der Kosten auf die Allgemeinheit, durck die Zahlung aus den Statskaslen, ist daher ein logisch begründeter Akt. Man hat ursprünglich — beim Erlaß des ReichsgeietzeS über die Fleischbeschau — im Gegensatz zu dieser logischen Erwägung den Produzenten die Kostenlast nur in der Voraussetzung aufgelegt, daß die gegen die ausländischen Fleischeinfuhr durch dieses Gesetz eingeführte sanitäre Kontrolle eine Entlastung des JnlandsmarkteS minderwerftgen ausländischen Fleischvrodukten bewirken würde. Daraus versprach man sich einen Vorteil für die inländische Preisbildung und wegen dieses erwarteten Vorteiles sollten die Viehzüchter und die Fleischer di? neuen Kosten tragen fönnnen. Die Erfahrung hat inzwischen als richtig bestäftgt, was wir schon damals voraussagteu: die Bestimmungen über die Kontrolle des ausländischen Fleisches, besonders des zuberefteten Fleisches, sind nicht geeignet gewesen, minder- wertes Fleisch fernzuhalten. Der Preisstand für
Zn zwölfter Stunde.
Bei den Beratungen deS Deutschen Landwiri- fchaftsrates im Jahre 1896 habe ich einen Vortrag gehalten: „Kann die,Rotlage der deutsche» Landwirtschaft durch eine intensivere Wirtschaftspolitik ebseitigt werden?" In jenem Vorträge habe ich nachgewiesen, daß. wenn der Zucker» xübenpreis auf 80 Pf., der Preis für Cerealien auf 6 Mark prg Zentner sinken würde, eine intensive Rübenwirtschaft trotz großen Aufwandes an Intelligenz, Arbeitskraft und Kapital einen niedrigeren Reinertrag pro Morgen bringen müßte, als eine ganz extensiv betriebene Koppri- wirtschaft. Die Richtigkeit dieser Ansicht ist in- zwischen in landwirtschaftlichen Fachkreisen mehrfach anerkannt und hervorgeb ^- n worden.
Unter diesen Umständen wird die deutsch? Landwirtschaft sehr bald die Konsequenzen auS dieser Rechnung ziehen und zu der viel leichteren und billigeren Wirtschaftsmethode unserer, Vorfahren zurückkehren, zu einigem Vorteil für sich selbst, aber zu größtem Schaden für die Gesamtheit, weil die Folge dieser wirtschaftlichen Maßnahmen ein enormer Rückgang des Kapitalumsatzes zum Schaden des Handels,, eine starke Entwertung der künstlichen Düngemittel (infolge geringerer Nachfrage) und zuletzt ein außerordent- kicher Ausfall an Eisenbabnsrachten sein würde. Eine intensive Zuckerrübenwirtschaft liefert mindestens die vierfachen, wie ein ertenstver Betrieb, und besonders die Preußischen Finanzen würden durch einen solchen Ausfall an Eisenbahnfrachten auf das schwerste betroffen werden. Außerdem würde sich die setzt bestehende Arbeiternot auf dem Lande sehr schnell in das Gegenteft verwandeln, und bt? Arbeitslosigkeit brr wenigen leistungsfähigen Leute, welche die Landwirtschaft heutzu- tage wobl oder übel in Arbeit nehmen muß, zur Folge haben. Ich erblicke darin eine schwere soziale Gefahr.
Wenn bei den zur Zeit schwebenden Handels- dertragsverhandlungen diese Gesichtspunkte genügend gewürdigt werden, so bleibt noch die Hoffnung, daß ausreichende Getreide- und Viehzölle zur Erhaltung solcher Preise für Getreide und Vieh führen werden, daß die Kalamität der Preise in Zucker und Kartofseln ertragen werden kann, ohne gerade den Sin bau dieser Früchte wesentlich einschränken zu müssen.
Aus dem Zahlenmaterial, welches ich im Jahre 1896 gegeben habe, ist ersichtlich, daß eine intensive Wirtschaft allenfalls dann noch lohnt, wenn weniastens zwei der großen Massenartikel, Getreide, Vieh oder Rüben (resp. Kartoffeln) einen ausreichenden Preis haben.
Insbesondere möchte ich darauf aufmerksam machen, daß die verbündeten Regierungen bei Abschluß der neuen Handelsverträge nicht außer Acht lassen dürfen, daß eine Beseitigung der Zuckersteuer bei der derzeitigen Preislage des Zucker? auf dem Weltmärkte während der Geltung der nächsten Handelsverträge jedenfalls erfolgen wird.
„Ich frag' nix darnach — ist mir ein Teufel!* poltert Marti noch zurück und schlägt krachend die Tür hinter sich in» Schloß.
Sausend und mit unheimlichem Pfeifen fährt der Herbststurm über die einsame Mooshütte und entblättert die großen Hollunderbämne, die das Haus fast vollständig überdachen.
Eine rabenschwarze Nacht war dem trüben, regnerischen Tage gefolgt.--,
Da pocht es laut und kräftig an ine morschen Fensterläden.
Langsame, schlürfende Tritte nähern sich van innen der Haustüre. — Schwer fällt der breite Holzriegel zurück. ,
„Wer ist denn draußen?" fragte eine tiefe Stimme durch di? Spälte.
„Die Obrigkeit," tönt es zurück.
Nun öffnet sich die Haustüre vollends, und der außenstehende Gendarm tritt durch dieselbe und dann in die Stube.
„Unterschreiben!" sagt er kurz, indem er vor dem Moosgaberl ein kleines, blaues Buch auf de» Tisch hingelegt und die Feder in da» mftgebrachte Taschentintenzeug getaucht hat.
Nachdem der Hausbesitzer dem Befehle de» Gendarmen nachgekommen ist und den Namen „Gabriel Wegleitner" an die bezeichnete Stelle gekritzrit hat, erkundigt der Wächter des Gesetzes sich noch:
„Habt Ihr nichts Verdächftges gesehen, die Tage her?" .
„Was sollt' denn etwa ich sehen tn meiner Klausen?" ist die kurze, unwirsche Antwort.
Zwar weiß der Gaberl ganz gut, was bet Gendarm mit feiner Frage bezwecken will, er hätte ihm auch eine ganz andere, befriedigende Auskunft geben können, ober da» tut K nicht« aj
Umschau.
D i e Hebung der Weferschiffahri.
Die Erwartung, man könnte der binnenländischen Weferschiffahri durch Kanalisierung der Fulda von dem am Zusammenfluß von Werra und Fulda gelegenen Münden herauf nach Kastel verlegen, bat sich nicht in vollem Umfange erfüllt. Die Schiffahrt aus der Fulda ist im Winter mit großen Unterbrechungen und mit erheblichen Betriebskosten und Gedübren verknüpft; auch ist die geographische Lage Kastels als Weserhafen nicht sehr günstig für den Verkehr mit dem Hinterlande. Dagegen hat die Schiffahrt auf der Weser von Münden an verhältnismäßig wenig unter Störungen zu leiden und kann zu sehr billigen Frachtsätzen nach und von den Unterweserhäfen befördern; ferner liegt Münden günstiger für den Verkehr mit dem Hinterlande, mit Thüringen, einem Teil Sachsens und dem nördlichen Bayern. Bisher waren die Güter nach und von diesen Gegenden auf dem Main undRbein über Holland gegangen, während nach Schaffung eines günstigen Umschlagsplatzes in Münden zu hoffen ist, daß der überseeische Verkehr dieses großen Interessengebietes über die Weser, also von den hollän- disckLn Hafenplätzen ab auf deutsche Hafenplätze geleitet werden kann.
Deshalb haben sich schon seit längerer Zeit die wichtigsten Weserschiffahrtsinterestenten darum bemüht, daß in Münden ein Umschlagsplatz für Schiffsgüter an der Weser und in Verbindung damit eine Gleisverbindung zwischen diesem Platz und dem Mündener Babnhof hergestellt werde. Nachdem verschiedene Projekte sich als ungeeignet erwiesen hatten, ließ der Norddeutsche Lloyd ein neues Projekt ausarbeiten, daS zunächst die generelle Zusttmmung der Wesersttombauverwaltung
derselben genommen — lieber wäre sie samt mit den Kindern verhungert, als daß sie einen Bissen, von dem Wild angerührt hätte, das ihr Mann nächtlicherweile in den umliegenden Hölzern toeg- vafste, aber er — er konnte niemals genug haben.
Nicht selten traftierte er fein Weib fo lange mit anhaltenden Schlägen, bis sie ihm die sauer verdienten paar Pfennige, die sie sich durch Arbeiten aller Art erwarb, verabfolgte.
Hart war sie, die Strafe, furchtbar hart — aber verdient.
Das mußte sie sich sagen, trotz allem. O, daß sie den Warnungen ihre Eltern gefolgt, den gutmeinenden Worten ihres einftigen Bräutigam- Glauben geschenkt hätte!
Ihres Bräutigams! Daran durfte sie schon gar nicht denken, an den braven guten Gaberl. — Nein, an den nicht, wenn fit nicht noch rasend werden wollte! — Und dennoch kehrten ihre Gedanken immer wieder darauf zurück. WaS hatte fi? sich durch die Aufgabe des goldtteuen HerzenS für Glück verscherzt! Auch nicht den entferntesten Vergleich hielt ihr Taugenichts von einem Manne mit dem Gaberl aus, zu sündigen müßte sie fürchten, wenn sie überhaupt an einen solchen denken würde.
"Bleib daheim heut'!" sagte das Weib nochmals bittend, obwohl e» sich dazu Zwang antun muß.
Die Resei hat heute ein? so düstere Ahnung, als wenn sich was zuttagen würde, was Grausiges — Schreckliches.
Das will sie verhindern um der Schande willen — ihre Kinder sollen wenigsten» einen ehrliche» Namen haben.
Auf d' Letzt blüht Dir was heuf, weil d Dir gar so viel geht um daS Fortgehen.*
«Nachdruck Verbote».)
Der Moos-Gaberl.
Skizze von Lina Leidl.
(Schluß).
„Willst 'leicht Du nochmal fort beut’, Marti?" fragt ein bleiches, abgezehrtes Weib, dem der Hunger und die Sorge aus den unheimlich "großen, wunderbar schonen, tiefblauen Augen blicken.
Die Augensterne sind auch das einzige, woran die ehedem so schmucke, herzige Berchtenhuber-Resei noch zu erkennen ist.
Zuviel ist über die Arme während ihrer Ehejahre hinweggestürmt, als daß es spurlos hätte an ihr vorübergehm können.
Deshalb klingt auch die Frage, welche sie an ihren, schon die Türklinke in der Hand haltenden Mann richtet, mehr gleichgültig als besorgt, ttotz- dem sie das letztere hätte fein dürfen wegen be§ furchtbaren Unwetters, das draußen herrscht.
Aber das Bangen und Sorgen um ihn, um seine Person, das hat sie verlernt; vielmehr, das hat er ihr verleidet, der rohe, gefühllose Mensch dort, der durch seine Lüderlichkeit es so weit gebracht hat, daß sie mit ihren fünf Kindern in dem elenden Gemeindestübchen sitzen muß und nicht weiß, wohin sie daS sechste, bald ankommende, betten soll!
Der sie, wenn sie es wagte, ihnr gerechte Vor würfe zu machen, nach Noten schlug und sie mir Füßen trat.
Nein, um einen solchen bangt man nicht!
Und dennoch wäre ec- ihr lieber gewesen, wenn ec heut? daheim geblieben wäre. Sie wußte, daß er schlimme Wege ging, schon lange.
Sie selbst hatte freilich nie von dem Ergebnis
Erscheint wöchentlich siede» mal.
Druck und Verlag' Joh. Big. Koch, Universität S-Buchdruckerei 38.
Marburg, Markt 2L — Telephon 55.
gutes, gesundes Schlachtvieh ist au5 besonderen Ursachen zur Zeit im Ausland hoher, wie im Inland: die starke Einfuhr und das völlige Angebot ausländischen Pökelfleisches im Jnlande ist daher nur daraus zu erklären, daß es sich um Präparate von Vieh handelt, das lebend oder tn frtsch geschlachtetem Zustande die sanitäre Kontrolle nicht bestehen würde.
Nach dem Wortlaut des Zentrumsantrages bezieht sich die fünftige Uebernahme der Beschau- kosten durch dm Staat nur auf die 1 und 23 des Gesetzes, also nur auf das im Jnlande geschlachtete Vieh und Fleisch. Es bleibt davon unbe- rührt die Bestimmung des § 22, Absatz 3 über die Kosten für die Untersuchung des ausländrschen Fleisches. Auch das ist logisch berechtigt. Dte tn- ländische Kontrolle ist absolut wirksam; sie wird am lebenben wie am geschlachteten Stück ansge- übt und es erhält hierdurch der Konftiment die volle Garantie, so daß die Tragung der Kostm durch die Allgemeinheft sich hieraus rechtfertigt. Anders beim ausländischen Fleisch. Der Mangel der Lebendbeschau macht die Kontrolle schon beim frischen Fleisch sehr zweifelhaft, beim zubereiteten aber ganz ungenügend. Für eine so wenig wirk- same Kontrolle obendrein noch di? Kosten zu Gunstm des ausländischen Importeurs bet Staatskasse auf zuerlegen, daß wäre durch nichts gerechtfertigt.
Lohnzahlung bei Dienst-
- Versäumnis.
Der prmßische Minister der öffentlichen Arbeiten hat über die Weiterbezahlung des Lohnes anEisenbahnarbeiter in Fällen unverschuldeter Dienswerhinderung folgenden Erlaß an die königlichen Eisenbabndirektionen gerichtet: 1. Arbeiter, die mindestens ein Jahr ununterbrochen im Dienste der Verwaltung beschäftigt sind, erhalten bei mftitäriscken Hebungen von nicht mehr als 14 Tagen zwei Drittel des Lohnes, wenn sie verheiratet oder überwiegend, Ernährer von Familienangehörigen sind. Bei länger als 14 Tage dauernden Hebungen soll der bezeichnete Teilbetrag des Lohnes nur für die ersten 14 Tage gezahlt werden. 2. Allen Arbeitern wird bei Arbeitsversäumnis infolge von Teilnahme an Kon- trollverfammlungen, Aushebungen und Musterungen, infolge von Erfüllung staatsbürgerlicher Pflichten (Schossen-, Geschworenendienst, Waln> nehmung von Terminen als Zeuge, Sachverständiger, Vormund uiw., Feuerloschdicnst auf Grund öffentlich-rechtlicher Verpflichtung, Teilnahme an Reichstags-, Landtags- und Kommnnalwablen) der Lohn für die Dauer der notwendigen Abwesenheit toeitergetoäbrt; die etwa für dm Zeitverlust anderweit gewährten Entschädigungen sind anzu- redmen. 3. In anderen Fällen, namentlick bei Arbeitsversäumnis wegm dringender persönlicher Angelegmbeiten bleibt es dem Ermessen ■ Ver- waltung überlassen, den Lohn zu gewä!' dem Arbeiter steht ein Anspruch hierauf nicht ’i . Die vorstehenden Bestimmungen finden , auf alle im Arbeiterverhältnis beschäftigten Bediensteten Anwendung, welche nicht ausdrücklich nur zu vorübergehenden Zwecken angenommm worden sind. Arbeitern der letztern Art (Gelegenheitsarbeitern) werdm bei persönlichen Verhinderungen _ der Dienstleistung Lohnvergütungen nickt gewährt.
Dm Angeber macht er nicht, schon deswegen nicht, weil er der Resei ihr Kreuz, das sie zu schleppen hat, und von dem er, trotz seiner Welt- abgeschiedenheit schon mehrmals Kenntnis hat nehmen können, nicht noch schwerer machen will. Das wäre aber der Fall, wenn er auSiagen tät, was er zeitweise zu sehen Gelegmheit bat.
Da käme der Marti, der Resei ihr Mann, nicht gut dabei weg.
Erst heute, vor gut Ding einer Stunde hat er ihn gesehen, wie er gleich den anderen vor» beigeschlichen ist an seiner Hütte, dem „Zunft« piabl" zu.
Viele, viele waren ihrer — lauter große, stämmige Gestalten, das Gesicht mit Ruß geschwärzt, die einen mit Flinten, die anderen mit Dreschflegeln, Schaufeln, alten Pfannen, Hafendeckeln, Peitschen usw. bewaffnet.
O ja, er hätte dem Gendarmen die Noch« forschungen ganz bedmtend erleichtern können, toenn er demselben gesagt hätte, er solle in dem vielleicht eine halbe Stunde entfernten Schuppen, in welchem zur Zeit des TorssticheSdie Ärbe.leü ihre Werkzeuge usw. ausbewahtt hielten. Nach« schau k alten.
„Aber das tun wir Hit gelt Bläß!" redet bec’ Gaberl mit seiner Kuh, zu weicher er sich nach oeS Gmdarmen Weggang in den Stall begeben batte. Tas Tier ist sozusagen seine einzige Freundin« Haferl voll ist, lauft'» schon von sich selber uber«j gelt ia?" ... , . . J
Damit streichelt und liebkost der Gaberl icrndj Bläß und als hätte das »luge Tier seine R:dck wohl begriffen, liefe eS unter verstandm-mmgentz Anklotzm ein lautes, langgedehntes „Rtiiy er« ^Nein —- das würde er niemals tun! — Trotzdem er puf dm wilden „Marti" f» großes
Vierteljährlicher da der Expedition 2 Mt, SÄdtbtttrt
da allen Postämtern 2,25 Mk. vQtL Lestcllgeld). ** ’’
JnserttonSgedühr: die gespaltene Zelle oder deren Raum 10 Psg. SgllNlUÜ 20. SCKUlbCt 1903.
Rett-men: die Zeile 25 P»a. __