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M 319

Viertes Blatt

.Was beim?

nichts geschmeckt?

Ricinusöl. Es war in der Limonade."

.Das Um

Hochsckulnachrichten.

An der Universität Tübingen sind irr diesem Semester 1387 Studierende (gegen 1301 Im vorigen Winterhalbjahr) immatrikuliert. Der Staatsangehörigkeit nach sind: 969 Württember­ger, 255 Preußen. 86 Studierende sind Aus­länder. Unter den nicht immatrikulierten Perso­nen sind drei Frauen.

An Stelle des verstorbenen außerordenk- lichen Professors Dr. Immanuel Munk ist der Assistent am psychologischen Institut der Ber­liner Universität, Privatdozeni Dr. PaulSchultz zum Abteilungsvorsteher an diesem Institut er­nannt worden. Gleichzeitig wurde ihm der Pro- fessortttel verliehen.

Stände zu tun hat, muß immer wieder sehe«« wie erschreckend gering die wirtschaftliche Tüchtig« feit unserer Frauen geworden ist. Nicht anders ist es bei den Mädchen tiefer stehender Stände, die nach der Schule gleich in die Fabrik gehe«. Was für eine Hausfrau soll einmal ein solches Fabrikmädchen abgeben l Wird, wer diese Sach­lage übersieht, es übertrieben finden, wenn will annehmen, daß jährlich ungezählte Millionen dem Nattonalvermögen verloren gehen durch man­gelnde wirtschaftliche Tüchttgkeit unserer Heran­wachsenden weiblichen Jugend? Ist dies abetz wahr, dann erfordert es das Wohl des Volkes, daß eingeschritten wird. Hier wäre eine wichtig« und dankbare Aufgabe für die Frauenbewegung, aber diese läßt sie im ganzen ungelöst und un­angerührt. Ja, in gewisser Beziehung verschärft sie den Notstand sogar. Was Haushaltungsschulen und hauSwirttchaftliche Pensionate leisten, unter­schätze ich nicht. Aber solche Veranstaltungen kommen nur einzelnen zu gute. Darum möchte ich auf den Vorschlag des Charlottenburger Schul­direktors Schmidt Hinweisen, der für alle Mäd­chenschulen ein besonderes Schuljahr verlangt, das die grundlegende Ausbildung für die Hauswirt­schaft bietet. In dieser Forderung liegt jeden­falls ein gesunder Gedanke, wenn er auch übe? das zurzeit Mögliche hinausgeht.

Gewisse Statt sterben nicht ans. DaS be­wies wieder eine Verhandlung vor der Berliner Strafkammer. Angeklaat war eine Frau, dis vorgab, mit Sympathie Kranke heilen zu können. Und was sie selbst nicht konnte, bat machte ein »Schäfer in Mecklenburg." 5)et drehte bloS »das goldne Lebensrad", und dis Kranken wurden gesund. Selbst dieser Blöd­sinn fand Gläubige, die Hunderte Mark opferten. Die Angeklagte wollte dem Gerichtshof weiß­machen, sie glaube an ihre Künste, kam aber fchön an. Sie eilj-ett sechs Manats Gefängnis.

Eine Fahrt aus Leben und Tod mußte ein Soldat in Metz machen. Er wurde von einem elektrischen Straßenbahnwagen ersaßt und kam auf da« Kuppelungkeisen zu liegen, auf dem er etwa 40 Meter weit fortgerissen wurde. Er hielt sich an den vorspringenden Teilen deS Wagens fest und zog die Beine hoch, so kam er mit dem Leben davon. Die Zuschauer glaubten jeden Augenblick, der Mann würde das Gleichgewicht verlieren und unter die Räder kommen.

Die heutige Nummer umfaßt sechzehn Seiten.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag' Ioh. Ang. koch, Umvrrfitäts-Buchdruckerei

Marburg, Marti 2L Telephon ob.

Gotteswillen, mein kleiner Bruder sollte es ja ein- nehmen. Geben Sie mir nur recht schnell eine neue Mischung mit, ich muß mich jetzt wohl beeilen nach Hause zu kommen."

WaS in Briefkasten gefunden wird. Der dieS- maligeBericht über dasGejchästsjahr der englischen Post weist darauf bin, daß sich trotz aller War­nungen die Sorglosigkeit des Publikums in der Behandlung der Postsachen noch gesteigert habe. Die Zahl der unbestellbaren Briefe hat in Groß­britannien letztes Jahr die ungeheuere Ziffer von 1 189 000 erreicht und übersteigt damit um 20 Prozent das vorhergegangene Jahr. Darunter befanden sich 324 403 Briefe, roelaie die Absender wichtig genug hielten, um sie eingeschrieben zu schicken, und die dennoch nicht bestellt werden tonn­ten. Sie enthielten 733 062 Pf. St. (etwa 15 Mill. Mark) in Münzen, Noten, Schecks, Wechseln und Marken. In den Briefkästen fanden sich nicht weniger als 367 519 Sendungen ohne jedeAdresst. Beim Oeffnen stellte es sich heraus, daß auch diese Sendungen Werte enthielten, und zwar 186 Pf. St. in Münzen und Banknoten und 16 195 Pf. St. (etwa 340 000 Mk.) in Schecks usw. Auch loses Geld und andere Gegenstände, welche au8 zu schwachen oder ungenügend verschlossenen Ku­verts herausgefallen waren, wurden den Brief­kästen entnommen. 25 184 Pf. St. (über 500000 Mark) fanden sich in barem Gelds und in Schecks vor, während 93 232 Gegenstände anderer Art ebenfalls zum Vorschein kamen. Welcher Art diese Gegenstände waren, das gibt der Bericht nicht kund. Die Postbeamten aber versichern, daß sich die seltsamsten Sachen darunter befinden. Haar­nadeln, Spielkarten, Streichholzschachteln, Man­schettenknöpfe regen die Beamten nicht weiter auf. Ein Ring im Werte von 800 Mk., der sich vor eini­ger Zeit in einem Briefkasten vorgefunden haben soll, ohne vorn Eigentümer reklamiert zu werden, ist freilich schon kein alltägliches Ereignis. In sechs Monaten, so versichert ein Postbeamter, habe er nicht weniger als sieben Photographien, eine Schere, drei Crayons, einen eben ausgezogenen Zahn, drei Gummibälle und etwa ein Pfund Schokolade und Bonbons den Kästen entnommen, die er täglich zu leeren hat. Die Palme aber ge­bührt seinem Kollegen, welcher seinem Briefkasten einen Gegenstand entnahm, der sich gewiß nicht oft dorthin verirrt: ein falsches Gelaß.Eine alte Dame", so erzählte er,kam vor einiger Zeit in großer Aufregung zu mir, als ich den Kasten leerte und bat mich, ihr das Gebiß herauszugeben, das sie soeben anstatt des Briefes hineingeworfen. Ihr Gebiß? . Ich war sprachlos. War die alte Dome angeheitert? Nun, ich konnte ja jedenfalls mal hineinschauen, und richtig, da lagen die Zähne, und daß sie ihr gehörten, bewies die ohne Ver­zögern vorgenommene praktische Demonstration. Wie aber kamen sie hinein? Das mußte ich alS Finderlohn zu wissen bekommen, und das war freilich komisch genug. Sie kam mit einem Brief zum Kasten, so erklärte die alte Dame, und gerade als sie ihn hineinwerfen wollte, ergriff sie ein so heftiges Niesen, daß die falschen Zähne in die Hand fielen, die den Brief hielt, und in ihrer Auf­regung warf sie dann die Zähne in den Kasten und behielt den Brief in der Hand. So verhielt sich die Sache, und ich war nur froh, daß die Alte Kehrt machte, und ich meinen Lachmuskeln keinen weiteren Zwang anzntun brauchte. Und ich lachte; ich habe lange nicht so gelacht."

Ein wachsender Verlust des Volksvermögens. Man schreibt derNationalzeitung" u. a.: Jahre­lange Beobachtungen machen es mir zur Pflicht, darauf hinzuweifen, daß von Jahr zu Jahr in steigendem Maße unser Volksvermögen eine Ein­buße erfährt, von einer Seite, an die man in öffentlichen Erörterungen nur selten denkt. Ver­mögen wollen nicht blos erworben, sondern auch erhalten jein. Ersteres ist im Familienhaushalt im allgemeinen Sache des Mannes, letzteres Sache der Frau. Dies aber ist der Punkt, an dem, wenn nicht alle Anzeichen trügen, in wachsendem Maße die Fähigkeit nachläßt, das Vermögen zu erhalten und zu mehren. Wer viel mit Fr-n-u

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Hessen-Nassau und Nachbargebiete

Komberg, 11. Dezbr. Ein Kuhschweizer deS Rittergutes Falkenberg, der in der Jagd seines Brodherrn wilderte, wurde am Sonntag früh habet ab gefaßt, als er ein eben erlegtes Reh einpackte, um e8 mit nach Haufe zu nehmen. EltmannShaufen, 11. Dez. Ein schreckliches Unglück hat sich hier ereignet. Der Tagelöhner Heinrich Heckmann, sowie dessen Ehefrau waren zur Arbeit gegangen und hatten ihre beiden Kin­der, Knaben von 6 und 2 Jahren, in der ver­schlossenen Wohnung allein zurückgelassen. Ob nun die Kinder mit Streichhölzchen gespielt ha­ben, sei dahingestellt, kurzum, es entstand in der Stube ein Brand, der schnell um sich griff. Als die Großmutter und andere Leute in die Stube eindrangen, fanden sie den jüngeren Knaben, der allerdings erhebliche Brandwimden an der linken Körperseite aufwies, noch lebend im Bett, der eitere konnte nur tot unter dem Deckbett hervor­geholt werden, und zwar erst dann, nachdem die Feuerwehr den Brand gelöscht hatte. (Eschw. T.)

Bad Orb, 11. Dez. Gestern verunglückte hier am Orbbache beim Fällen einer Weide der Zimmermann August Müller. Der zur Erde stürzende Baum traf den Mann so unglücklich, daß er mehrfache Rippenbrüche, Unterschenkel- ertrümmerung usw. erlitt. Er starb noch am elbigen abend im hiesigen Krankenhause.

Bellersdorf (Kreis Wetzlar), 9. Dez. Vor co. 2 Wochen starb angeblich an einem Herz- schlage die Frau deS Arbeiters Neuhof. Nach der Beerdigung ging das Gerede, daß die Frau eines natürlichen Todes nicht gestorben sei. Am vergangenen Sonnabend wurde die Leiche ausgegraben. Der Ehemann verschwand an demselben Tage.

Herborn, 11. Dez. Das unleidliche Schnee­ballwerfen verlangte am Dienstag ein Opfer. Schüler warfen sich gegenseitig. Dabei wurde einem größeren 14jährigen Schüler mit einem Schneeball, in welchem eine Kohlenschlacke einge­hüllt war, das eine Auge so getroffen, daß er nach Gießen zur Klinik gebracht werden mußte.

im Staate Missourimodern". Die Geldbörse war für die Langfinger eine zu bequeme Beute, dagegen ist zwischen dem Knöchel und dem Strumpfband das Geld wohl geborgen, nur die Benutzung auf offener Straße hat ihre Schwie­rigkeiten. So wäre man glücklich wieder zu den Gebräuchen des Lederstrumpfs zurückgekehrt, des­sen Ledergamaschen als Praktische Brieftasche die­nen konnten vorausgesetzt, daß die Nachricht des genannten Blattes zutrifft. Wie es heißt, hat der schwedische Marinemiiüster deutschen An­trägen auf Vornahme von Versuchen mit draht­loser Telegraphie zwischen Kiel und Karlskrona stattgegeben. Die Versuche sollen bald vorgenom­men werden. Tie Newyorker Zentralbahn be­schloß nach eingehenden Versuchen, ihre Tunnel- strecken elektrisch zu betreiben. Die Betriebskraft wird in einer Zentrale erzeugt werden, in der zehn Dampfturbinen-Dynamos mtt je 5000 Kilo­watt (7500 Pferdestärken) Aufstellung finden sollen. Die Kosten sind auf 50 Mill. Mark ver­anschlagt worden. Der Cbes der französischen Militär-Lustschifferabteilung Renard, machte eine Erfindung für Automobilzwecke. Es handelt sich um einen auch auf minder günstigem Boden 25 Kilometer in der Stunde ohne Schienen fahrenden Zug, dessen Maschiene die Kraft den besonders eingerichteten Wagen mitteilt. Die Nobelpreise stellen sich in diesem Jahre auf je 141 357 Kronen. Durch Einbrechen auf dem Eise sind nach einer oberflächlichen Aufstellung innerhalb dreier Tage 15 Menschen in Deutschland ertrunken. Das möge zur Vorsicht dienen. AuS Spielerei erhängt hat sich ein zehnjähriger Knabe in Bremer Neu­stadt. Er hatte versucht, sich auf einer an einem Balken befestigten Wage zu wiegen und zu dem Zweck den Kopf in die Schlinge eines von ihm an der Wage befestigten Bindfadens gesteckt. Auf eigenartige Weise ging ein Lebuser Fischer- meister in den Tod. Er begab sich an die Oder, beschwerte die Arme mit fettgebundenen Steinen, hackte sich den Anker im Rücken des Rockes fest, wickelte sich ins Netz und stürzte sich in den Strom. Als die Söhne ahnungslos den Anker einzogen, fanden sie zu ihrem Entsetzen die Leiche des Va­ters. Liebesgram ließ in Berlin einen Mann auf einer Bank am Spittelmarkt sich eine Kugel in die Brust schießen. Einer der auf den Schuß Herbeigeeilten nahm den Revolver an sich, um ihn zu entladen; man stieß ihn an den Arm, ein zweiter Schuß krachte und die Kugel traf einen jungen Mann. Dieser sowohl wie der Selbst­mordkandidat sind schwer verletzt. Aus der Eisenbahnfahrt gesellte sich in Oderberg zu einer Kaufmannsfrau ein junges Mädchen. Später wurde die Frau bewußtlos aufgefunden und auS ihrer Handtasche waren 800 Mark gestohlen wor­den. Nachforschungen führten zur Verhaftung der Täterin, die sich als Mann entpuppte, der schon seit Wochen in Frauenkleidern reiste und Dieb­stähle ausführte. Der Gothaische Hofkalender ist soeben erschienen. Es ist der 141. Jahrgang. Neues bringt er wenig; unter anderem enthält er die Bildnisse des Königs Georg von Sachsen, des Königs Peter von Serbien und des Papstes Pius X. Das in neuer Zeit mehrfach hervor­getretene Bestreben jung gefürsteter Familien, Aufnahme in den Hofkalender zu erlangen, hat dazu geführt, die Aufnahmebedingungen etwas zu verschärfen.

Eine neue Brikettsorte. Aus Blankenburg a. H. wird berichtet: Von der BraunkohlengrubeHer- cynia" erzählt man ,sich ein launiges Scherzwort. Die Firma hatte eine zeitlang die Anfertigung ihrer Briketts eingestellt. Der Betrieb soll jetzt wieder eröffnet werden und zwar mit der Her- stellung einer neuen Brikettsorte mit dem Ausdruck Bankdirektor". Der neuen Kohle wird nachge- rühmt, daß siegut durchbrennt, ohne irgend­welche Asche (Asche oder Moos Geld) zu hinter- lassen."

Fideles Gefängnis. In dem Lissaboner Haupt- gefängnis Portugals wurden kürzlich nichts we­niger als eine Falschmünzer-Werkstatt, eine Kneipe und eine Art von Ballsaal entdeckt, in dem die Gefangenen beider Geschlechter sich in den Nächten ganz gut zu vergnügen pflegten. Die Falsch­münzer-Werkstatt ermöglichte Gefangenen wie Wärtern, die in das Geheimnis cingeweiht wa­ren, gelviß ein recht angenehmes nnd^behäbiges Leben, ja es werden sich fogar manche Sträflinge, wenn sie ihre Zeit abgesessen hatten, mit einem kleinen Vermögen zur Ruhe gesetzt haben. Die Führer der Falschmünzerbande waren ein gewis­ser Caldeira, der gerade wegen Falschmünzerei zu drei Jahren Gefängnis Verurteilt worden war, und ein Gefängniswärter Santos. Letzterer be­schaffte die nötigen Metalle, und sobald es dun­kelte und die höheren Beamten die Strafanstalt verließen, wurde in der Küche ein großes Feuer angemacht, wurden die Pressen aufgestellt, und und man machte sich eifrig an die Herstellung von falschen Silbermünzen, die dann am anderen Tage gegen gutes Geld eingewechselt mürben. Da man natürlich während der Arbeit ungern im Trockenen, faß, so verstand sich die Einrichtung einer Kneipe von selbst, und da der Wein ohne Weib auch nicht auf die Dauer mundet, und man ja über die nötigen Mittel verfügte, so war es

Vermischtes

Allerlei kleine Nachrichten. Die in Reserve liegenden großen KreuzerKaiser" undDeutsch­land" sollen mit einem Kostenaufwande von 700 000 Mark umgebaut und der Klasse den Küstenpanzer eingereiht werden. Das Unter­seeboot der Kieler Germaniawerst machte Ver­suche in der Eckernforder Bucht. Es tauchte zu Backbord des HafenschiffesNeptun" unter und kam an toteuerborbfeite wieber an die Oberfläche. Neptun" geht 7 Meter tief. Die Spielwaren­industrie ist, wie derSangerh. Ztg." aus Thü­ringen geschrieben wirb, von ben Wirkungen der Krise wenig betroffen worden. Ist ber Absatz im Inland auch etwas zurückgegangen, so ist doch die Ausfuhr erheblich gestiegen. Jin ganzen wurden im letzten Jahre für 55,4 Mill. Mark Wa­ren ausgeführt, davon für 20,7 Mill, nach Eng­land und für 15,6 Mill. nach Nordamerika. Die Weihnachtssaison ließ sich recht günstig an. Im Sonneberger Bezirk, der an dem Gesamtversand nahezu zur Hälfte beteiligt ist, und auch anders wo, war der Beschäftigungsgrad bereits feit Sept, recht lebhaft und seit Oktober wurden zahlreiche Ueberstunden gemacht. Die Nachfrage nach Ar­beitskräften Ivar größer als das Angebot. Aller­dings sind die Löhne niedrig. Die Mehrzahl ber Heimarbeiter hat ein jährliches Einkommen von Iveniger als 600 Mark. Familien mit 8 Köpfen muffen mit 10 bis 12 Mark wöchentlich wirtschaf­ten. In kleineren Betrieben fdjlvanft ber Wochen­lohn für Arbeiterinnen zwischen 6 bis 7 Mark bei 11 bis 13 stündiger Arbeitszeit. Für eine Versicherung gegen Elementarschäden trift die Köln. Ztg." ein. Durch die häufigen Stürme der letzten Zeit fei die Aufmerksamkeit wieder auf dis Notwendigkeit einer erweiterten Elementar- schäbenversicherung gelenkt worben. Die Feuer- Versichenmg schließe wohl Explosion und Blitz­schlag ein, nicht aber Sturmschäben. Deshalb und. zur Verstärkung ber Sachversicherung sollte an

Aelle der ausschließlichen Feuerversicherung bie Elementarversicherung treten, bie alle Beschädig- ttrtgeit umfaßt, bie Immobilien ober Mobilien öurd) ein Unwetter zugefügt werben könnten. D/r Strumpf als Damenbörse ist nach einer New-

Meldung derMist uh. Allg. Zeitung" jetzt

Vierteljährlicher Bezugspreis, vrr ver Expedition 2 ML, bet allen Postämtern 2,25 Mk. cexcl. Bestellgeld). *****

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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage, JünstrirteS SonntagSblatt.

Wissenschaft, Kunst und Leden.

x Eine berühmte Kathedrale i Gefahr. Aus Madrid wird berichtet: Am 4. Dezember fiel in ben frühen Morgenstunden Gips von dem Bogen herab, der das Mittelschiff bet Kathedrale von Toledo überspannt, und dabei wurden einige beträchtliche Risse im Mauerwerk sichtbar. Dieser Zufall, der an sich keine besondere Bedeutung hat, ist jedoch eine ernste Warnung. Man hat auch unverzüglich eine Untersuchung dec Gewölbe angeordnet. Lange Zeit hatte man es verabsäumt, selbst die rwttvendigsten Ausbesserin» gen zu machen, und die Folge ist, daß breite Spalten sich im Mauerwerk Vom zweiten Stock des Turmes gebildet haben. Die Eisenklammern, die die Südwand ber Kathebrale ziisammenhielteiij haben sich Verbogen, unb das Dach der herrlichen^ Kapelle von Santiago hat infolgedessen ein toel«' lensörmiges Ansehen bekommen und droht ein­zustürzen. Die Presse verlangt, daß fofortige' Maßregln getroffen werden, um dieses historisch« Gebäude vor Unglück zu schützen. Die Regierung hat vor einigen Tagen nahezu 100 000 Mark' für Restaurierungsarbeiten ausgesetzt, unb matt meint baß einige Teile der Kirche gänzlich neu- gebaut werden, Ivie cs mit ben Kathedralen von Leon, Sevilla, unb Cordoba geschehen ist. Die' berühmte Kathedrale steht im Herzen ber mittel«' alterlichsten Stadt Spaniens und ist von vielen Kirchen und Klostern umgeben. Ihr Bau wurde im Jahre 1227 von Padro Perez begonnen.

* Ausländische Dramen auf de, deutschen Bühne. Wie wenig berechtigt bi« oft gebrauchte Redensart von derBeherrschung der deutschen Bühne durch das Ausland" ist, daj re-bt d-mtsich der vor kurzem erschienen«^

eigentlich auch nur natürlich, daß man eine Ver­bindung mit der Frattenabteflung herstellte und gemeinsam einige gemütliche Stunden verbrachte. Dieses angenehme und sorglose Leben hatte lange Zeit ungestört fortgedauert, bis es schließlich zu viele Eingeweihte gab und ein zurückgesetzter Spießgenosse beim Vorsteher eine Anzeige erstat­tete. Sofort wurden mehrere Wächter in Eisen gelegt und gegen die angeschuldigten Gefangenen strenge Untersuchung eingeleitet, die die obener­wähnten lustigen Zustände bestätigte.

Angenehme Medizin. Eine junge Dame kommt in eine Apotheke:Herr Apotheker, kann matt nicht Ricinusöl einnehmen, ohne daß man es schmeckt?"Nichts leichter als das, mein Fräu­lein. Ich werde Ihnen gleich das nötige prä­parieren. Bitte nehmen Sie Platz und trinken Sie inzwischen bei der Hitze heute eine Himbeerlimo- nabe." «Sie sind sehr gütig, mein Herr." (Nach einer geraumen Zeit.) Bekomme ich jetzt das Ricinusöl, Herr Apotheker?"Sie haben