Zur Jubiläumsfeier des kurhessischen Jägerbataillons Nr. 11 in Marburg.
(Schluß).
Ihn die Ausrüstung des Jäger-Bataillons zu keschleunigen, wurde ein Aufruf zur Unterstützung durch freiwillige Waffenlieferung erlassen. Derselbe lautete:
„Die allgemeine Patriotische Gesinnung, wovon die treuen Hessen mehrere Beweise gegeben haben, läßt mich mit Zuversicht hoffen, daß alle Privat- besitzer, Schützen rind Forstbedienten im ganzen Kurland die vorrätigen Büchsen zum einstweiligen Gebrauch der mobilen Armee bis die neubestellten Büchsen von Schmalkalden gekommen, herleihen. Das gelernte Jäger-Bataillon ist jetzt völlig marschfertig bis auf die Waffe und tote sehr es nötig bei dem raschen Vordringen der alli erteil Armee, der Ehre der Hessen entspricht, mit vorzu- rücken, wird jeder deutsche Mann lebhaft fühlen. Diese Ablieferung geschieht an den Major und Kommandeur der gelernten Jäger, v. Bödöker, und wird derselbe darüber Bescheinigung aus- stellen.
Der kommandierende General der kurhess. Armee, Wilhelm, Kurprinz von Hessen.
Durch Dekret des Königs Jerüme von Westfalen, vom 18. Mai 1808, war der später bei der Insurrektion beteiligte Freiherr Will». Caspar Ferdinand von Dörnberg zum Obersten undKom- niandeur des in Marburg zu errichtenden Elite- Bataillons der Jäger-Carabiner ernannt worden. Jir diesem Bataillon wurden nur solche Mäiiner angenommen, die sich dem Forstfach widmen wollten. Nach vorstehendem ist das Jäger-Bataillon Nkr. 11 also nur eine Fortsetzung des int Jahr 1808 in Marburg errichteten Elite-Bataillons, das später nach Kassel verlegt wurde und aus 2 Bataillonen bestand, welche Freiherr von Dörnberg zur Zeit des verunglückten Dörnbergschen Aufstandes, als Kommandeur befehligte. Das Jäger-Bataillon war mit den anderen westfälischen Regimentern in Rußland und kehrte mit dem König Jerüme, der von seinem Bruder Napoleon zurückbeordert worden war, ebenfalls zurück, denn am Geburtstage des Königs, am 15. November 1812 waren sie wieder in Kassel, wo einige neue Regimenter formiert wurden. Bei Gelegenheit dieses Geburtstages fand eine Feier statt, wo folgende Verse nach der Melodie des Schill'schen Reilerliedes gesungen wurden:
Chasseur und Carabiuer.
Wir ziehen vorbei an der Städte Glanz Ilnd hartsen in dunklen Gehegen, Der Dörfer eitiladenden Blüten'kranz Lacht uns nicht mtf einsamen Wegen; Doch bei Verrat und vor dem Feind — 3eigt der „Jäger" wie er's mit dem König meint.
Chasseur von der Garde.
Wir senden die Kugel im flüchtigen Lauf Am Dnjepcr hats mancher empfunden. Die Mutter ach! harret vergebens auf Wie Tage lang sind ihr die Stunden.
Wir kommen, !vir teilen ihren Schmerz, Mitleiden krönet das mutige Herz.
«Nachdruck verboten.)
Der Moos-GabE).
Skizze von Lina Leidl.
- -Sit dies ein abscheuliches Wetter heut', keinen Hund sollst 'nauSjagen!" brummt der große, hagere Mann vor sich hin, indem er sich bemüht, die Fensterläden seines Hauses zu schließen, das hergt, so gut dies bei deren mangelbaftein Zustand möglich ist.
Den Namen „Hans" verdient das überhaupt nicht: es ist bloß eilte Hütte, noch dazu schon halb vermodert, denn die schweren Balken, aus denen sie zusamiiiengefügt ist, sind durch und durch wurmstichig und angefault.
Das schadhafte Holzschindeldach ist mit vielen Granit- und Ziegelsteinen beschwert und zwischen den zahlreichen Lücken wuchert Gras und Unkraut üppig hervor.
„. Das Innere der Hütte entspricht dem äußeren Eindruck vollkommen.
Keine Bretterbühne bildet den Boden der un- teren Stube, der bloße, festgestainpfte Lehmbodeit versteht den gleichen Dienst.
_ ^ine alte, gebrechliche Stiege, zwischen bereit sturen man ganz beguem hindurch sehen kann, fuhrt in das obere Gelaß, welches ans der Stube und Kammer besteht.
Weder, Vorhänge noch Blumenstöcke zieren die total erblindeten Fensterscheiben, die von vielen Bleistmtgen durchquert sind.
Was würde es aber auch für einen Zweck ha- 6en, wenn die Gläser rein gehalten würden?
*i Gabor! — Gabriel.
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg vvd Kirchhain.
Coimtofllttireg« Mluftrirt«- SomüoMlatt.
Jß 319
vierteljährlicher Bezugspreis: btt der Expedition 2 Mk» bet allen Postämtern 2,25 Mk. <e$tL Bestellgeld).
JnserttonSgebühr: die gespaltene Zeile oder Deren Raum 10 Pfg, Rcclmnen: die Zeile 25 Psq.
Marburg
Sonntag, 13. Dezember 1903.
Erscheint wichentlich sieben mal.
Dnick unb Verlag- Ioh. Bug. Koch, UnivcrsitätS-Buchdruckerei 38. Jahrg.
Marburg, Markt 21. — Telephon »5.
Erstes Blatt.
Chrvauxleger.
Es kreuzen die Lanzen hoch über dem Roß Wie feuriger Blitz im Gewitter Dem Tartar, Kosak und Kirghisentroß Entfielen die Lanzen wie Splitter, Bei Vulontonia floh ihr Schwarm Wie Spreu auseinander vor unserem Arm.
Grenadiere der Garbe.
Grenadiere die Feier des Tages beginnt, Der uns hat der König gegeben;
Der König der ist uns gnädig gesinnt Drum sind wir ihm innig ergeben. Er ist uns teurer als Ehr und Blut Das ist der Grenadiere Hab und Gut.
Infanterist vom Königin-Regiment. 31$- Zwar find Kameraden die Kleider neu, stißH Das Herz ist das alte geblieben.
Und hebt sich hoch klopfend beim Kriegsgeschrei, Und möcht nicht die Kampfzeit verschieben. Dem Namen zur Ehre, den ihr tragt Um den ihr mit Freuden das Leben wagt,
Linien-Jvfanterist.
Hoch lebe der König wir rücken vor, Es glänzen von fernher die Flammen, Noch über den Mauern von Smolenskys Tor Wir hielten wie Ketten zusammen.
Das Heer der Russen vor uns fleucht, Wie Herden die von dem Wolf gescheucht. U
Jnfanteristloger. 7
Es wähnte der Reiter mit wildem Geschrei, Er hab' uns umringt und gefangen, Da sank er getroffen vom tätlichen Blei, Umringt ist noch lang nicht gefangen. Nun haben wir des Königs Dank Und hoch ertöne der Siegesgesang.
Kürassier.
Bei Moschaiks stritt der Mann mit dem Mann, Es stritt der Geist mit dem Geiste: Was menschliche Einsicht erfand, ersann. Damit sie was möglich, auch leiste. War in der Schlachten Wag gelegt. Die das Wohl und Wehe der Völker wägt.
Husar.
Vergebens war Rettung, des Feuers Glut Verschlang durch Rostoptschins Verbrechen Das herrliche Moskau wie Meeresstut, Rostoptschin die Tat wird sich rächen l Sieh wie dein eigenes Volk dir flucht Und fliehend vor dir bei uns Hilfe sucht.
Artillerist.
Wir führen des Königs letztes Wort, Durch uns wird das Urteil vollzogen, Wenn Falschheit und Tücke bald hier, bald dort Die Welt hat verwirrt und betrogen.
Doch heute gilt unser Donnerruf
Dem Glück des Tages, der den König schuf.
Nach der ersten Flucht von Kassel kehrte Jerüme am 12. Oktober 1813 in seine Residenz zurück. Da es bei dem Einmarsch der Russen in Kassel viele Ueberläufer gegeben hatte, wurde am 15. Oktober 1813 folgender Kriegsministeriums-Beschluß veröffentlicht:
1. Alle Soldaten, welche zu den Grenadieren, Füsilieren von der Garde, zu den Jäger-Carabiner und zur Artillerie gehören, stellen sich ungesäumt in Kassel und melden sich bei den Platz-Kommandanten.
Der schönen Aussicht halber ist dies nicht von uöten. meint der Bewohner der Hütte, der Moos- Gaberl.
Der dichte Fichtenwald, tvelcher des Gaberls kleine Aecker und Wiesen begrenzt, die sich par- zellenweise rings um die Hütte ziehen und wovon die ersteren zum Teil frisch umgepflügt, zum Teil noch mit Kartoffeln und Krautrübeit bestellt sind, ist ihm das Anschauen nicht wert und das große, weitausgedehnte Torfmoor, das ob seines dunkeln Moorgrundes das „schwarze Moos benannt wurde ebenfalls nicht.
Auch dem Anblick der kümmerlich gewachsenen Birken- und Erlenstauden, die sich gespenstig von dem aus dem Mo aufsteigenden Nebel abheben, sowie der sich jemü'5 des Moores hinziehenden Hügelkette kann er fein Interesse abgewinnen.
. Interessieren tut den Gaberl iiberhaupt nichts, rein gar nichts auf der Welt. Seinetwegen kanns krumm oder grad gehen.
Er kümmert sich um nichts, als um seine Felder und um seine „Bläß". Und auch um ihn hat sich niemand zu kümmern; er ist sein eigener Herr und sein eigener Knecht, alles miteinander, kein Mensch hat ihm was dreinzttreden.
Er möchte es auch niemandem geraten haben, ihm etwas in den Weg zu legen.
Dies fiel aber ohnedem niemandem ein, man ließ den sonderbaren Heiligen, der einem nur in den seltensten Fällen Rede und Antwort stand, oder, toetttt er sich wirklich so weit aufschwang, dies nur in der unwirschesten, mürrischsten Weise tat, ganz gerne ungeschoren.
Ja, viele fürchteten den groben, ungeschlachten Kerl, der iabraiiS. tabrein mit der alten tinitoenat
2. Die Jäger von der Garde und Soldaten von sämtlichen leichten Infanterie-Bataillonen verfügen sich nach Marburg.
3. Die Leute vom 1. bis 8. Linien-Jnfan- terie-Regiment werden in Ziegenhain unter dem Namen Hilssbataillon 1 ein Bataillon formieren.
4. Degl. 4. bis 7. werden in Melsungen zum Hilfsbataillon 2 vereinigt.
5. Das Hilfbataillon 3 wird aus Leuten der Regimenter 8 und 9 in Minden gebildet.
6. Die Kavallerie begibt sich nach Hofgeismar und Grebenstein und die Kürassiere haben sich in Ziegenhain zu stellen.
Es wird bei jedetn Korps eine genaue Liste von den Offizieren angeferttgt werden, welche auf die niederträchtigste Art ihre Pfsicht vergessen, indem sie zum Feind übergingen, dagegen wird mit Genauigkeit ein namentliches Verzeichnis geführt werden, welche in dieser leidigen Krisis ihre Ehre und Pflicht behaupteten.
Kassel am 15. Oktober 1813.
Nach letzterer Bekanntmachung hat das Jäger- Bataillon also noch bestanden.
Bei der Errichtung des Kurhessischen Jäger- Bataillons im Jahr 1813 traten folgende Marburger als Kriegsfreiwillige ein, und gingen mit nach Frankreich:
1. Freiwillige reitende Jäger.
1. Christian Bücking. 2. B. Geckmann. 3. Christian Heß. 4. F. voit Trott. 5. G. L. Merem. 6. G. P. Müller. 7. H. Rieß. 8. G. E. Schlar- baum. 9. F. Bnltejus. 10. P. Weiß. 11. S. Wenderoth.
2. Freiwillige Jäger zu Futz.
1. I. Beck. 2. I. Becker. 3. B. P. Blentter.
4. N. Brauer. 5. E. Eberhard. 6. G. Ende- mann. 7. Dir. Dern. 8. Friedrich Kuntz. 9. E. I. A. Merem. 10. E. Mayer. 11. L. Moll. 12. F. Murhard. 13. W. Rothhamel. 14. G. Runkel. 15. G. H. Ritter. 16. I. Salzmann. 17. Fr. Sälzer. 18. W. Schaaf. 19. B. Schäfer. 20. H. Schmitt. 21. H. Schneider. 22. P. Tasch. 23. M. Weimar. 24. F. Widderstein. M.
Umschau.
Preisausschreiben der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft für Herstellung einer Tätotoierungs- färbe.
Die Deutsche Landwirtschasts-Gesellschast hat ein Preisausschreiben für Herstellung einer Farbe zum Tätowieren schwarzohriger Schweine erlassen Bekanntlich ist das Tätowieren weißohriger Schweine eine vorzügliche Kennzeichnung, die lange Jahre sich hält. Sie ist einfach zu haitd- haben und recht haltbar. Diese Kennzeichnung versagt aber bei einem schwarzen Pigment, da die bisher übliche Färbung dort nicht ersichtbar ist.
Da nun die Kennzeichnung von Schweinen für jede sachgemäße Zucht eine Notwendigkeit ist, so hat die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft sich die Aufgabe gesetzt, die Bereitung einer solchen Farbe durch ein Preisausschreiben herbeizuführen und zu fördern. Es sind zwei Preise in der Gesamthöhe von 500 Mark ausgesetzt. Außerdem sind noch Zuschlagspreise von je 100 Mark vorgesehen, die in jedem Jahre zttr Verteilung kam» men können, sofern die Farbe sich ein weiteres Jahr hindurch nach der Preisverteilung gehalten
Jacke herumaing; eine Größe hatte, wie beinahe der „Riese Goliath" und immer ein Gesicht machte, als wenit er einen fressen wollte, — viele fürchteten ihn und wichen ihm scheu aus.
Und dennoch war der Gaberl gut, ein herzensguter Mensch sogar. Keinem Kind hätte er tvas zu leid tun können!
Er war nur so voll Erbittermtg und so voll Gift auf die Leute, obwohl ihm nicht alle, son- dern nur ein einziges, nein zwei ihm so bitter iveh getan hatten.
Damals, wie er noch ein junger, sauberer Bursche gewesen ist, der seinen Schnurrbart flott aufgedreht hatte und denselben nicht im ganzen Gesicht rundum wachsen ließ, tote er nur mochte, so wie dies jetzt der Fall war.
Wie aus seinen kecken, blauen Augen noch Lust und Freud am Leben geleuchtet haben.
Wie er noch nicht der „Moosgaberl", sondern der „Wegleitner-Sohn" war und sich als solcher ein junges bildsauberes Dirndl, die „Berchten- Htiber-Resei" als Schatz ausgesucht hat.
Wie gern er es gehabt hat, sein Dirndl; das letzte Tröpferl Herzblut hätte er hergegeben dafür!
Und sein Resei hat ihn auch gern gehabt, wenigstens hat er sich das eingebildet.
Es kann auch sein, daß es Tatsache gewesen ist und daß sic ihn wirklich geheiratet hätte, wie sie ihm dies alleweil versprochen hat, wenn — ja, wenn der andere nicht drunter gekommen wäre.
Zlvar hatte er ja gewußt, daß die Resei dabei mehr dem Willen ihrer Eltern nachgegeben hatte, die in der Heirat mit dem reichen Bauernsohn das Glück ihrer Tochter bearündet iaben.
hat. Es sind also nicht ttnbeträchtliche Mittel hierfür in Aussicht genommen. Der Anmeldetermin wird am 1. Januar 1905 geschlossen. Die Bedingungen sind von der Deutschen Landwirt-, schafts-Gesellschast in Berlin SW. 11, Dessauerstraße 14, zn beziehen. _
Zur Frage der Schiedsgerichte schreibt die „Neue Züricher Zeitung" mit bered)- tigtem Spott: „Es ist ganz seltsam, daß die heutigen Erobererstaaten, das sind die Vereinigten Staaten, England, Frankreich unb Rußland, am meisten mit der Frage der Schiedsgerichte zu tun haben, und daß die Presse dieser Länder der friedfertigsten Großmacht der Welt, Deutschland, einen Vorwurf daraus macht, weil sie der Schiedsgerichtsidee sehr kühl gegenübersteht. Welche Frie- denshymneit sind in diesen letzten Tagen nicht wieder in Paris gesungen worden, in demselben Paris, wo der geringste Anlaß die Revanchelust und das Kriegsfieber hervormft. Frankreich will den Frieden, aber vorerst tvill es Elsaß- Lothringen und womöglich das ganze linksseitige Rheinuser zurückerobert haben, und erst dann soll der allgemeine Frieden beginnen. Diesen Vorbehalt machen alle Franzosen bei bett Friedensge- fötigen, die sie anstimmen. Und auch den Engländern siegt der Gedanke durchaus fern, sich mit dein heutigen Kolonialbesitze zu begnügen. Sie wollen weiter und weiter erobern. Darum setzen wir allen englisch-fraitzösischen Friedensversicherungen unsere Zweifel entgegen. Am weniosten leuchtet uns ein, daß die Heinen Staaten Europas sich unter den Schutz des englisch-französischen Schiedsgerichtsverbandes, also gewissermaßen unter die Schutzherrschaft dieser beiden Länder stellet: sollten. Es ist eine Lieblingsidee der Franzosen, schon von Heinrich IV. Zeiten her, ihr: schützende Hand über die kleinen Staaten zu halten. Wie gut diese dabei gefahreit sind, das haben sie unter Napoleons Herrschaft erfahren, der diese Ideale verwirklicht hatte. Am besten ist immer, wenn die kleinen Staaten sich auf sich selbst verlassen. Uttd wer bürgt ihnen, daß die Schtttzrnächte nicht selbst trotz Schiedsgerichtsver- trag einander in die Haare geraten, etwa wegen Marokkos oder wegen eines der vielen übrigen Streitpunkte?
Zur
Feuersgefahr der Warenhäuser.
Die Negierung in Münster hat eine nette Bauordnung erlassen, nach welcher Warenhans-V-r- kaufsräuine nur auf das erste und zweite Stockwerk beschränkt bleiben sollen, die etwa darüber liegenden Stockwerke aber toeber zn diesem Zweck, noch als Wohn- oder Werkstattränme benutzt werden dürfen. Liberale Blätter meinen, daß bei dieser Verordnung nicht berechtigte Fürsorge für die Sicherheit der Warenhattsbefucher bei etwaigen Feuersansbrnch, sondern das verwerfliche Bestreben, auf Umwegen Sozialpolitik zu treiben, be> stimmend gewesen sein müsse. Feuer könne in jedem Stockwerk, im Erdgeschoß so gut als in den höchsten Etagen auskommen und wenn nur für die nötigen massiven Treppenhänser gesorgt sei, könnte von einer ernstlichen Gefahr für die Besucher und Angestellten des Warenhauses nicht wohl die Rede fein. Deshalb erhoffen die liberalen Schützer der Warenhäuser, daß das Ministerium die betreffenden Regierungsbauorditungen
Dies hatte das Dirndl ihm in einer vertraulichen Stunde einst selbst eingestanden.
Aber grad weil ihm ihre aufrichtige, offenherzige Art so gut gefallen hat, hat er an dem keinen Anstoß genommen und zudem hat er gemeint, feine großmächtiae Siebe, die er zu dem Dirndl gehabt hat, langt für alle zwei und trägt sich mit der Zeit auch aus die Resei über.
Aus keinen Fall hätte er eine Fehlheirat gemacht, fo ein fleißiges, häusliches braves Leut hätl er nicht leicht wieder erwischen können und dies ist doch schon immer die erste Hauptfach' für eine richtige Bäuerin! Und so hat sich der Gaberl halt schon ans die Hochzeit gefreut wie ein kleines Kind.
Da — auf einmal ist zum Rackersöder Bauern ein neuer Knecht hingekonunen.
Kein Mensch hat's gewußt, wo er eigentlich her ift; die einen haben gesagt, daß er vom Oester- reichischeir herübergekommen, die andern, daß er ein „Wäldler" ist.
Nur dies hat man beitimmt geivußt, daß der Knecht „Maril" hieß, und weiter nichts fein eigen nannte, als ivas er aus dem Leibe trug.
Das war. aber selten was gescheites, weil ec sein bißl Geld, das er sich als Bauernknecht verdiente. brauchte zum Gnrgelfüllen und zmn Kar- tensvielen.
Aber das mußte wahr bleiben: ein Bursch ist er gewesen, daß man nicht leicht einen sauberen treffen hält' können.
Den ganzen Kopf voll dicht geschneckelter, nußbrauner Haare, ein ebenso gefärbtes, flottes Schnnrrbärtl und ein Paar Augen — wie Kohlen so schwarz und so glühend.