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oft aber d.'nkt ein Kunde, der es als sclbslver- siändlich betrachtet, beim Kaufmann und Hand­werker weitreichenden Kredit zu erhalten, nicht daran, das; für den Verkäufer die zinslose Kredit­gewährung eine finanzielle Mehrbelastung be­deutet.

Und das nicht allein, der Kunde, der ferne Einkäufe hat anschreiben oder buchen lassen, be­sinnt sich schließlich seiner Schuld und bittet, um Rechnung. Er erwägt nicht, welche Mühe seinet­wegen der Kaufmann oder Handwerker schon nut der Führung der Bücher gehabt hat, und er er­wägt auch nicht, welche Arbeit der Lieferant zur Aufstellung der Rechnung zu leisten hat, ohne daß ihm dafür ein Pfennig gezahlt wird. So muß sich mancher kleine Kaufmann, der sich einen Buch­halter nicht leisten kann, des Nachts hinsetzen oder er muß seinen freien Sonntag opfern, um die Bücher in Ordnung zu halten und die Rechnungen auszuschreiben. Verrechnet er sich dann zum Schaden des Kunden, dann wird er nur zu oft auf Grobheiten gefaßt sein müssen; verrechnet er sich zu seinem eigenen Schaden, so wird ein Hinweis auf diesen Rechenfehler seitens des Käufers,zu den Ausnahmen gehören. Die Kreditgewährung bringt also für den Kaufmann auch noch unbe­zahlte Mehrarbeit und unausbleiblichen Ausfall mit sich.

Im Interesse der Erhaltung unseres Mittel­standes kann angesichts dieser Zustände nicht dringend genug die Forderungerhoben werden, daß sich jeder einzelne seiner Käuferpslichten be­wußt bleibe oder recht bald bewußt werde. Gewiß kann und muß durch Maßnahmen des Staates und des Reichs noch vieles für unseren Mittelstand geschehen und auch durch SelbsthUfe wird noch manches zu erreichen sein. Daneben muß aber auch das große Publikum mit Hand anlegen und die Mahnungzahlt pünktlich!" ist eins der Mittel, mit dem jeder einzelne dem Mittelstände ber- stehen kann. Die sozialdemokratische Weisheit sagt, daß der Mittelstand unrettbar verloren sei; die Entwicklung treibe dahin, daß es einst nur noch eine Handvoll Reiche und ein Heer von Bettlern gebe; die Besitzenden plündern die Besitzlosen aus, bis schließlich auch die Reihe an sie komme und dieExpropriation der Expropriateure" eintrete. Der revolutionären Partei steht diese Theorie recht wohl an. Wer aber eine solche Entwicklung nicht wünscht, der trage an seinem Teile und an seiner Stelle nach Kräften bei zur Erhaltung un« fcrcS selbständigen Mittelstandes.

rium der öffentlichen Arbeiten mit Darstellungen der Wohlfahrtseinrichtungen für Eiftnbahnarbek- ter, das Ministerium für Handel und Gewerbe mit Schilderungen der preußischen Bergwerksein­richtungen. gleichfalls vornehmlich inbezug auf Arbeiterfürsorge, das Landwirtschastsministerium mit Darlegungen, die das Forstwesen betreffe». Auch aus anberen Einzelslaaten haben sich Be­hörden an der Ausgestaltung verschiedener Ab- teilungsgruppen beteiligt. Vom Reiche werden Reichs-Versicherungsamt und Statistisches Aurt mit einer umfassenden Klarlegung der sozialpolitischen Einrichtungen, wie sie im Lause der letzten Dezen­nien für die deutschen Arbeiter geschaffen sind, vertreten sein. Namentlich auf die möglichst um» fangreiehe Gestaltung der letzteren Darstellung wird amerikauischerseits der größte Wert, gelegt. Dementsprechende Wünsche sind aus Amerika dem deutschen Reichskommissar vielfach übermittelt worden. Jedenfalls geht aus dieser behördliche» Beteiligung hervor, daß den Besuchern der Welt­ausstellung zu St. Louis ein umfassendes Bild der deutschen Arbeiterfiirsorge vorgesührt werden wird.

selbst zu tun. Endlich tvar es Jürke Allmers, dec das Schweigen brach. Er sagte Hadwig, daß er sie sehr gut verstünde in Bezug auf die Gräber. Das freute sie. Gerade von denen, die man liebt, möchte man ja so gern verstanden sein in dem, was im Innersten, im Tiefsten unserer Seele er­wacht und zum Leben drängt. Man möchte! Aber wie selten ist es, dies leise Verstehen! Dies Migehen einer anderen Seele auf den verschlun­genen Pfaden der eigenen! Wie selten ist es, doch eben darum beglückt es doppelt, wo man's findet.

Jürke war auch ein Anhänger der Feuerbe­stattung, wie Hadwig. Er erzählte ihr im An­schluß an dies Bekenntnis von Nordica, Michael G. Conrads Nordiea, wo man die Asche der Ver­klärten auf Beete streut, von denenein herrlicher Nosenflor weithin seine Düste sendet, gleich letzten, süßen Liebesgrüßen", und Liebesgarten der Ab­geschiedenen", so nenne das Volk von Nordica diese Erinnerungsstätte.

Das glückliche Nordica!" sprach Hadwig sinilend.Ich möchte dort wohnen, nur um nach meinem Tode mich so ganz in Schönheit auflösen zu können."

Jürke meint, daß nm» nun genug vom Tode geredet habe.Wir wollen 'mal wieder an das Lichen denken und an die Gegenwart. Dadie Burg wird gleich fertig sein."

Ja, nun kann man einziehen."

Erst muß sie getauft werden," entschied er.

Ich hab' schon einen Namen bereit.*

Welchen beim?"

Er klopfte die hölzernen Stufen fest, die zur Plattform hincuifführten und die ehemals Kisten

Deutsches Reich

Berlin, 11. Dezember.

Ihre Majestäten machten am Mittwoch Vor­mittag in Begleitung ihrer Kinder und des Admirals Hollmann einen Spaziergang über die Ocanqcrie und durch Santzsouci. Am Donnerstag hörte Seme Majestät Vorträge des Kriegsministers und des Chefs des Eeneralstabs der Armee.

Das Befinden des Kaisers ist durchaus be­friedigend. Der Monarch ist in b-ster^Stimmung und sieht vortrefflich aus. Auch die Stimme bat wieder einen vollen Klang. In etwa 14 Tagen wird der Kaiser sich in be;ug auf seine Betätigungen keiner- lei Schranken mehr aufzuerlegen brauchen.

Der deutsche Botschafter Frhr. v. Sternburg ist in Amerika angekommen und wurde am Donners­tag vom Präsidenten Roosevelt in Washington emp­fangen, dem er Grüße des Kaisers überbrachte und berichtete über besten Befinden.

Der Seniorenkonvent des Reichstages hat sich wegen der Geschäfte des HauseS dahin schlüssig ge­macht, daß vor den Weihnachtsserien, die vo n 18. De­zember bis 12. Januar dauern, die erste Lesung des Etats und das Handeisprovisorium mit England zur Beratung kommen sollen

Dem Reichstag ist eine Denkschrist über die Entwickelung unserer Schutzgebiete im letzten Ichre zugegangen. Nach ihr hat die Entwicklung wrlerr Fortschritte gemacht, wenn auh das Tempo ein lang­sameres ist, als es wünschenswert erscheint. Der Handel hat mit 64 Mill. Mk. seine bis jetzt hochite Zrffer erreicht. Zu dem Ausstand der Bondelzwnts wird gesagt, daß die Leichtigkeit, mit der er auf einen kleinen Herd beschränkt wurde und die Unterstützung seitens der anderen Stämme für die Grundlage der deutschen Herrschaft spricht. Der Kulturstand der Eingeborenen soll auch fernerhin gehoben werden.

Die badische Regierung ließ in dec Kammer auf eine Interpellation wegen der angeblichen Ein­führung von Schisfahrtsabgaben erklären, bau sie an dem Grundsatz der Abgabefreiheit festhalte. U-brig-as habe sie te ne amtliche Kenntnis davon, daß von irgend einer Zentralbehörde oder einem Bundesstaat derartige Abgaben geplant seien. ,

In der bayerischen Kammer der Reicherale erklärte am Donnerstag der frühere Ministerprästdenk Graf Crailsheim, er habe gefühlt, daß seine Uhr nbge- laufen sei und er einer neuen Strömung weichen m r.e Der ehemalige Kultusminister Landmann habe sich selbst gestürzt. Er, Crailsheim, sei stets bestrebt ge­wesen, die Beziehungen zum Reich zu pflegen und die bayerischen Sonderrechte zu wahren. Das habe er

Umschau.

Konservative Wahlhilfe für die Nationalliberalen.

Der nationalliberale Abgeordnete Freiherr Hehl von Herrnsheim hat kürzlich auf dem Verbandstage der hessischen Nationalliberalen zu Frankfurt a. M. folgendermaßen über die den Nationalliberalen von den Konservativen geleistete Hilfe bei den Reichstagswahlen sich geäußert:

Bei den letzten Reichstaaswahlen haben die Nationalliberalen in 25 Wahlkreisen Unter­stützung durch die Konservativen und nur in 10 Wahlkreisen durch die Linksliberalen ge­funden; auch bei dem jetzigen Wahlkampfe zum preußischen Landtag haben wir 25 Wahlkreise

«Nachdruck verboten.)

Frau Hadwig.

Eine Strandgoschichts von Ella Lindner.

Eine soziale Pflicht.

Das Weitz nach isfosi. auf das jetzt die Gedanken nicht nur der Kinder von Tag zu Tag wehr ge­lichtet sind, sieht mancher Heine Handwerker und gewerbetreibende nicht als Fest der Freude nahen. Auch er soll nicht allein seinen Kindern, sondern mich seinen Lehrlingen und Gehilfen Geschenke machen, und die Wünsche sind bei dem heute so verwöhnten Geschmack ost nicht bescheiden. Fleißig hat er gearbeilet nicht selten bis in die Nacht hinein, und doch entspricht der Betrag in seiner Kasse lange nicht seinen Leistungen. Ein Teil seines Verdienstes liegt in Außenständen, und er hat nur geringe Hoffnung, diese Anßen- stäude bis zum Feste hereinzubekommen.

Wer sich für den kommenden Tag oder für die kommende Woche seine Zigarren holt, wer sich die Zu einer Reise notwendige Fahrkarte löst, tver sich auf der Post Marken kauft oder wer töricht genug jst, ins Warenhaus zu laufen, jeder legt ohne Murren die für den Erlör der Ware erforderliche Stimme auf den Tisch. In allen diesen Fällen wird das sofortige Zahlen als unauffällig und ^selbstverständlich betrachtet; der Leistung entspricht die Gegenleistung. Wie anders aber Verfahren nur zu viele gegenüber dein Kanfniann, dem Bäcker, dein Schuhmacher oder Schneider. Da wird gebucht und angeschrieben, und der Lieferant hat geduldig zu warten, bis sich der Käufer herbei- läßt, seiner Zahlungspflicht nachznkommeii. Der Beamte erhält am ersten des Monats sein Gehalt, der Arbeiter am Sonnabend seinen Wochenlohn. Wie oft aber ist der selbständige Handwerker und Geiverbetreibende nicht in der Lage, so fleißig er auch gearbeitet und so bescheiden er auch gelebt hat. zu bestimmter Frist mit bestimmten Ein­nahmen zu rechnen und am Zahlungstermin, wo seine Lieferanten mit offenen Händen vor ihn 11 in treten, deren Forderungen gerecht zu werden. Gewiß wird sich jeder Kaufmann und, Hand­werker damit einverstanden erklären, daß die Zah- ftiirg der von ihm bezogenen Waren am verein­barten Termine int ganzen erfolgt, am Sonn­abend ober beim Monatsanfang. Aber oft genug muß er es leider auch erleben, daß gut gestellte Familien, die jeden Pfennig und jede Mark mühelos sofort entrichten könnten, ihn rücksichts­los Wochen- und monatelang warten lassen. Hier mib ba geht ein Käufer sogar soweit, baß er bem Kaufmann ober Hanbwerker, wenn bieser ber Not gehorchenb eine Mahnung ober Quittierte Sied? ui!ih] schickt, von Stunb an bie Kunbschaft ent­zieht. Der eine ober ber anbere von bieten ehren­werten Kilnben läuft bann tnS Warenhaus, ist mit schlechterer Ware ziifrieben unb bezahlt sie sofort, was er anberen gegenüber als unnötig betrachtete.

Ten selbstänbigeir Hanbiverker unb Gewerbe« treibenden hat bas Geschäftsleben unb bie öffent­liche Moral gleichsam unter ein Ausnahmegesetz 'gestellt. Wirb sonst im Geschäftsleben eine zu einem bestimmten Zeitpunkte fällige Summe nicht gezahlt, bann werben alsbalb fein säuberlich auf Heller unb Pfennig Zinsen berechnet. Die Außen- fiänbe bes Kaufmanns unb Hanbwerkers aber werben nicht verzinst. Wie brückenb dieser Zu- stai'.b ist, weiß ber kleine Mittelstanbsmann am besten. Sein Sorgen gebt barauf hinaus, wenn irgend möglich seine Lieferanten pünktlich be­zahlen zu können; beim kann et es nicht, so muß er bie schuldig gebliebene Summe verzinsen. Wie

in Preußen zählen können, in denen ein Kom­promiß mit der konservativen Partei tatsächlich vorhanden gewesen ist. ES ist deshalb äußerst bedauerlich, daß einzelne liberale Zeitungen Nationalzeitung"Hanrover'scher Courier" einen Feldzug gegen die Konservativen ge­führt haben, der eine solche Verbitterung in Preußen zuwege gebracht hat, daß eS schwer für uns sein wird, im Reichstage mit den Fraktionen, mit welchen wir früher im Wahl­kartellverhältnis standen, wieder gemeinsam arbeiten zu können. ..."

Freiherr von Hehl betrachtet das Verhältnis zwischen Konservativen und Nationalliberalen aber insofern noch in einem zu günstigen Lichte, als er nur die beiden von ihm genannten Zeitungen für dieVerbitterung" verantwort­lich zu machen scheint. Tatsächlich aber war eS in erster Linie der Führer der nationalliberalen Reichstagsfraktion, Dr. Sattler, der sich in einer so gehässigen Weise gegen die Konser­vativen ausgesprochen hat, wie eS seither seitens des Führers einer uns doch immerhin bis dahin noch nahestehenden Partei noch niemals ge­schehen ist. Die Kriegserklärung war also eine durchaus parteioffizielle und ist auch stets als eine solche aufgefaßt und von der national­liberalen Parteipresse ausgenommen worden.

Die gewerkschaftliche Machtprobe in Crimmitschau.

Der große Textilarbeiter-Streik in Crimmit­schau dauert nun schon fast siebzehn Wochen. Etwa 80 Betriebe mit 7500 Arbeitern sind lahmgelegt. Der Lohnausfall für die Arbeiter beträgt für die Woche rund 100 000 Mark, bis jetzt also zusammen schon nahe an zwei Millionen Mark! Noch immer aber schürt die Sozialdemokratie den Kampf, sie ist eifrig am Werk, um Gelder zur Unterstützung der Streiken­den zu sammeln. Man kann sich leicht berechnen, welche Summen durch die sozialdemokratischen Arbeiter und die bürgerlichen Gönner der Re­volutionspartei aufgebracht werden muffen, um die siebentausend mutwillig Arbeitslosen samt ihren Familien auch nur notdürftig über Wasser zu halten.

Aber der Kampf der Sozialdemokratie in Crimmitschau ist kein eigentlicher Lohnkampf, sondern eine Machtprobe auf dem Boden des KlastenkampfeS. Es handelt sich darum, den dortigen Fabrikanten ein für allemal das ge­werkschaftliche Joch aufzulegen und einen Vor­gang zu schaffen, nach welchem dann schrittweise auch andere Industrien unterjocht werden sollen. Der Crimmitschauer Kamps ist demnach nicht etwa von bloß lokaler Bedeutung, sondern er geht die gesamte Industrie, ja die Allgemein­heit an. Ein sozialdemokratischer Sieg in der sächsischen Fabrikstadt würde nur daS Signal zu weiteren sozialdemokratischen Machtproben fein.

Weltausstellung 1904.

In ber beutfdjen Abteilung auf der Weltaus­stellung zu St. Louis 1904 werden von preußi­schen Behörden vertreten sein: Das Kultusmi­nisterium in der Ilnterrichtsgrnppe, daS Ministe-

mcin Haus? Ach, das hat so wenig von mir. Das war meines ManneS Keim nicht das meine. Nach bem sehne ich mich auch nicht."

BiS jetzt hatte sie il,n nicht angeblickt, nun hob sie bas Antlitz, hob bie Wimpern.

Vielleicht denken Sie an bie Gräber meiner Eltern, meines Mannes, baß bie ber Ort fein müßten, nach bem ich mich sehnen konnte. Aber bas ist nicht ber Fall," sie schaute an ihm vorbei ins Weite,ich halte das Andenken meiner Ver« klärten hoch, doch solch ein Grab, ber armselige lleberreft einer irdischen Hülle, sagt mir nichts. Wozu gräbt man bas ein? Würnierfraß Puh ekelhaft!" sie schüttelte sich.Wie viel schöner ist bas Verbrennen! Der Leib von den Flammen aufgezehrt, bie Asche in alle Winde zerstreut, den Elementen wieder vermählt. Wenn Sie mich NUN für herzlos halten, für pietätlos, fo"

So wirb Ihnen bas nicht sehr viel Schmerz bereiten"

O boch!" entfuhr es ihr schnell.

Wirklich?" Ec ergriff nochmals bie schmale Hanb, bie sich nervös in ben Sanb vergrub.Liegt Frau Habwig etwas an Ekkeharbs Meinung?"

DaS müßte Ekkeharb selbst wissen."

Ja er will 'es aber ans Ihrem Munde hören . Nun, Frau Habwig?"

2ie wenbete baS Köpfchen zur Seite.Warum quälen Sie mich fo?"

Quälen? Ich wußte nicht, baß ich bas lat.'* Er brang nicht weiter in sie.

Fast gleichzeitig griffen sie bann zum Spate» unb arbeiteten barauf los, als feien sie ange­wiesen, bas tägliche Brob mit Sanbschippen zu ber« bienen. Keiner sprach, es hatte jeher mit sich

gewesen lvareu, welche man müln.'lig .mummten- gesucht unb herangeschleppt hatte.Für Fra» Habwigs Burg kommt nur ein Raine in Frage.

6, ba bin ich boch wirklich neugierig l" , Hohentwiel wirb sie genannt!"

Noch ein letzter, lauter Schlag, bann war bas Werk volleubet. Jürke richtete sich auf.Gefällt er Ihnen nicht, bieser Name?"

Gewiß, sehr sogar. Ich überlegte eben nur, ob bie Schwabens«rftin nicht and) noch andere Schlösser besessen haben könnte."

'Sicher. Aber uns kann bas gleich sein. Ober will Fran Habwig nicht auf bemHohent­wiel" hausen?"

Doch, sie brennt barauf, eiiizuzieheu in ihr stolzes Heim. Man beeile sich also mit ber Voll­endung.»Sann wollen wir jetzt Muschel» suchen für ben Namenszug." I

Unb Ivie sie nun am Strande entlang gingen, eifrig sammelnd, kant ihnen beiben die frohe Laune wieder zurück. Hadwig lachte fo sorglos, als fei niemals von Heiniatlosiok.it und Gräber» die Siebe gewesen. Scnr ganz im Grunde ihres Her­zens zitterten noch bie letzten Svitren ber gewal­tigen Erregung.Nur Weiße Muscheln. 5rau Habwig," erinnerte Jürke.Natürlich! S» klug bin ich schon! Sie dachten bas wohl niujt ?

Unb einer wollte mm dem anderen zuvor« kommen beim Sammeln, und rocht wie zwei Kin­der brüsteten sie sich mit jedem Fund, todnuec beladen gelangten sie wieder bei der Burg an. Jürke Allmers übernahm eS, bie Muschel» regel- recht in ben Sand aneinanber zu fügen, unb Hab- roig kniete baitebeit, reichte ihm bie blanken Diugey und fritificcte fein Merk. (Forts, folgt.) i

Was möchte» Sie beim sein, Frau Hab­wig. wenn Sie frei wählen bürsten?" fragte er. Ach," sie vergaß allen Zorn,ein Zigeuner- tinb! Wisse» Sie, eines, um bas sich niemanb flimmert, bas tun unb lassen kann, was es will, wandern unb bleiben, wo unb wie es ihm gefällt, bem bie ganze Welt zu eigen gehört, bas überall daheim ist" tiefaimenb schwieg sie.

Unb bas denken Sie sich nun schön? Ueberall und nirgenbs! Ueberall daheim unb nirgends eine Heimat, Frau Hadwig? Ich weiß bod; nicht, ob bas Ihnen auf bie Dauer gefallen würbe. Jrgenbwo muß man zur Stube kommen können, irgenbtoo muß es auf Erben ein Fleckchen geben, nach bem man sich sehnen kann braußen in ber Welt, bas einem lieb ist. wie nichts sonst."

Sie kippte langsam ben Eimer um.Ja," sagte sie unb begann ihn von neuem zu füllen, wenn man solch einen Ort nun aber nicht besitzt, was bann?"

Er nahm ihr bas Gefäß ab und faßte habet ihre Hand.Besitzt Frau Habwig kein Heim, nachbem es sie zuweilen verlangt?" <Nein," sie machte fick leise frei.

7 sie schüttelte ben Kopf.Wenn Sie ahnten, wie ich immer kämpfen muß gegen bie zärtliche» Nerwcmbten! Man betrachtet mich noch stets als Kind. Und ich bin ihnen doch längst über ben Kopf gewachsen. Da, wo bie wohnen, bin ich nie heimisch gewesen, Unb meine Wohnung1

mit dem KreMlatt s

Sonntags-eilage» SUufteitftS Sonntagsblatt.

Erscheint wöchentlich sieben mttL

Druck und Verlag- Joh. Auz. Koch, UniversttätS-BuchbruckerÄ 38. JstW-

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Vierteljährlicher Bezugspreis: bet ver Expedition 2 Mk^ bet allen Postämtern 2,25 Mk. <t$ci. Bestellgeld). *** °

Jnserlionsgebühr: die gespaltene Zeile oder seren Raum 10 Psg. Sonnabend, 12. Dezember 1903.

Rcclamen: die Zelle 2o Psg. .....

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