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Zweites Blatt
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eure Hand in bi; Binde ober Bandage eines armen verkrüppelten Soldaten stecken, dem eure Verord« nungen, wenn er infolge seiner Wunde seinen Lebensunterhalt nicht erwerben kann, als Pen« ston einen Sixpence den Tag bewilligen l"
Buddha selbst auf, obwohl in wenig schmucker In« karnation. Das Bild war von Holz und hatte noch Kopf und Arme. Ohne Zweifel war es nun daS Gerippe einer tönernen Statue, die in ge« wöhnlicher Weise geschmückt und bemalt gerne« feit war.
Auf einem Pfosten ist eine ganze Reihe stehen« der Buddhabilder dargestellt, auf einem andere« eine Reihe sitzender; jedes Bild hat über sich einen Heiligenschein, der einem Rundbogen gleicht. In einem Ornamente kommt zwischen Blättern und Ranken ein Fisch vor; seine Kiemendeckel und Schuppen sind vollkommen deutlich. Der Künstler würde nie auf den Gedanken geraten sein, einen so wenig dekorativen Gegenstand wie den Fisch in seinen Schnitzereien zu verwenden, wenn dieses Tier nicht von besonderer Bedeutung stir die Gegend gewesen wäre und eines der wichtigsten Nahrungsmittel der Bevölkerung gebildet hätte. ES wäre ja sonst höchst unmotiviert, statt der Vögel Fische mit Guirlanden und Blättern zu der, flechten. Gäbe es nicht andere, unwiderlegliche Beweise dafür, daß die Dörfer am Ufer eines Sees! gelegen haben, so könnte man eine dahinzielende Vermutung schon ans Grund des Vorkommens des Fisches in der Ornamentik aufwerfen. So wie das Land jetzt aussieht, wäre der Fisch da» letzte Tier, an das man denken würde.
Die Lotosblume bildet in diesen Schnitzereien ebenfalls ein hervorst-elendes, dankbares Motiv, sowohl in langen Reiben auf ziemlich großeff
Die Stellung bet Arbeiter zur Aerztebewegung.
In bett „Soz. Monatsheften" behandelt bet Münchener Arbeitersekretär Johs. Timm die Stellung der Arbeiter zur Aerztebewegung. Et erkennt den wirtschaftlichen Niedergang der Aerzte an und hält, so lange sie auf Privaterwerb ange* wieselt sind, ihre Bestrebungen nach steigender Bezahlung, oder wie er sich ausdrückt, „den Marktpreis ihrer Arbeitskraft in die Höhe zu treiben", für berechtigt. Er kommt zu der Ansicht, daß die bedingt frei Aerztewahl, d. h. der Modus, daß alle Aerzte sich für die Kasseupraxis zur Verfügung stellen, durchführbar sei, daß ferner die Frage der besseren Honorierung ihre volle Würdigung verdiene und anzustreben sei. Ebenso erwärmt er sich für die Forderung der Aerzte, an den Berwaltungssitzungen der Kasse teilzunehmen, soweit ärztliche Fragen zur Beratung und Beschlußfassung stehen. Die Besserstellung der Aerzte ihre größere Unabhängigkeit bedeute für die Arbeiterklasse in jeder Beziehung einen Gewinn. Und weiter läßt er sich auS: „Ein höherer Lohn, bessere Arbeitsbedingungen steigern die Arbeitsfreudigstit und die Arbeitsleistung, beim geistigen Arbeiter ebenso wie bei den körperlich arbeitenden. Die Hebung seiner sozialen Lage wird dem gesamten Äerztestande erst die Möglichkeit verschaffen, energischer als bisher mitzuschaffen an der Lösung des volkswirtschaftlichen Problems, der Hebung der sozialen Verhältnisse der Arbeiterklasse. Bisher sind es immer nur einzelne Pioniere, die das ihnen zur Verfügung stehende Material sostal- hhgienisch durcharbeiten und mit 'entsprechenden Forderungen hervortreten. Ein ungeheurer Stoff, der für die Durchführung sozialpolitischer Maßnahmen von Wichtigkeit wäre, geht im Drange nach Erwerb verloren. Hier liegt noch ein großes Arbeitsfeld brach, das um so eher beackert h erben kann, je mehr es die beteiligten Kassen verstehen, int gemeinschaftlichen Zusammenwirken mit den Aerzten diese zur Mtarbeit zu gewinnen."
MrlmnenlarMes.
Der Reichstag tvird heute Mittwoch, den 9. b. M., in die 'eigentlichett Verhandlungen ciurre« fett. Auf der Tagesordnung befindet sich der Etat und das neue Finanzgesetz. Vor der Hand sind acht Sitzungstage hierfür und für die Erledigung des Handelsverkragsprovisoriums mit England in Aussicht genommen, da die Weihnachtsferien am 18. beginnen sollen. Im vorigen Jahre erfolgte die Weihnachtsvertagung des Reichstages nach der denkwürdigen Nachtsitzung am Sonntag, den 13. Dezember.
Es ist bereits eine große Zahl von Initiativanträgen eingegmigeu, die Zahl wird sich aber bis zttm nächsten Donnerstag, an welchem der Termin abläuft, bis zu dem alle Anträge als gleichzeitig eingebracht angesehen werden, noch erheblich mehren. Auch Interpellationen sind bereits angekündigt: vor Weihnachten jedoch soll feine davon auf die Tagesordnung gesetzt werden.
Man wird nunmehr darauf gespannt sein können, ob der erfreuliche Zustand lange anhalten wirb, der sich bei den Präsidenten- und Schrift« sührerwahlen zeigte, an denen nur vierzig Mitglieder de- Hauses nicht teilnahmen. Es fällt
und Wasserläufen deS Tarim. Manchmal stehen sie in Linien, manchmal in Hainen. Wo sie fehlen, haben sichtlich Flußarme gelegen oder Seen sich ausgedehnt, und ihre Gruppierttng zeigt den Verlauf der Ufer an. Sonst sind Kamischstoppeln außerordentlich häufig, aber nur 20 Zentimeter hoch. Die Stengel sind so von Staub und Sand burchdrungen, daß sie bei der Berührung wie Ton zerspringen, aber die Blätter, die jedoch seltener noch vorhanden sind, lassen sich noch biegen. Auch das Bauholz ist in dieser Gegend so voll Sand, daß es im Wasser untergcht.
So erreichten wir das Lager vom vorigen Jahre, das an den Kohlenhaufen von unseren Feuern leicht wieder zu erkennen war. Nach ein paar weiteren Kilometern waren wir an OerdekS Fundort. Hier fanden wir 8 Häuser, von denen nur drei so weit erhalten waren, daß ich von ihnen einen Plan aufnehmen konnte. Sie waren angelegt wie ein chinesisches, Damen (Amtslokal): ein Hauptgebäude und zwei große Flügelgebäude. Zwischen ihnen liegt ein viereckiger Hof, den im Südosten ein Plankenzaun mit einer Tür, deren Pfosten noch dalagen, eingefriebigt.
Das ziemlich kleine Hauptgebäude ist entschieden ein Buddhatempel gewesen. . Hier war es, wo Oer bet seinen Fund gemacht hatte; die Spuren seines Pferdes touren noch in einer Vertiefung zu scheu.
Die mitgenommenen Spaten wurden in den Tand gestochen,.. Md nach ein« Weile tauchte
Zur Komplefierung der Feld-Regimenter Landgraf Karl, von Wurmb, zur Errichtung von vier ßanbregimentem sollten die Rekruten auS bett int W erra-Departement disponiblen jungen Mannschaften aus den Jahren 1785—1793 aufgerufen werden. Da sich ergeben hatte, daß die Mannschaften nicht hinreichten, sollten die in den Jahren 1794—1796 geborenen ebenfalls noch ein« gezogen werden.
Am 18. Dezember 1813 wurde ein Aufruf erlassen, zumEintritt in die zu erachtende freiwillige reitende Jäger-Kompagnie. Dieselbe sollte aus Söhnen des Adels, Schriftsässigen, aus jungen Angestellten, Bürgerssöhnen von Bildung und reichen Bauerssöhnen bestehen. Außer dieser Kompagnie wurden Kompagnien für freiwillige Jäger und gelernte Jäger zu Fuß eingerichtet. Da es an Ausrüstung mangelte, bildete sich in Marburg , ein Frauenverein, wecher Beiträge zur Equibierung entgegennahm, und hierzu am 20. Dezember aufforderte. Das Kurftirstliche Kriegs- kollegium machte folgendes bekannt:
„Da Anzeige geschehen ist, daß die Untertan >n einen großen Teil der Effekten bei der Auflösung der westphälischen Armee an sich gebracht haben und zur Bildung des kurhessischen Armeekorps eine bedeutende Anzahl Gewehre und Armaturstücke erforderlich sind, so werden die Einwohner aufgefordert, diese binnen 8 Tagen an die kommandierten Offiziere in Kassel, Marburg und Hanau abzuliefern und die Quittung am 14. Ja- nliar 1814 bei dem Kriegs-Collegio einzureichen. Für ein Gewehr wird 2 Taler, für jeden Tornister, Patrontasche und Czako 15 g. Gr. bezahlt. Diejenigen, bei ivelchen nach Ablauf dieses Termins noch Annaturstiicke gefunden werden, haben sich selbst zuzuschreiben, wenn sie außer Konfiskation einer harten Strafe unterworfen find.
Kurflirstl. Hess. Kriegskollegium."
Ms zum 16. Januar waren folgende Regimenter errichtet: Regiment „Kurfürst", Standguar- tier: Marburg. Regiment „Kurprinz", Hanau. Regiment „Landgraf Karl", HerSfeld. Regiment „Prinz Solms", Eschwege. Drei Landwehr- Regimenter mit den Standguarfieren: Frankenberg, Homberg und Wolfhagen. Artillerie- und Mineur-Detachement, Standguarfier: Kassel. Gelernte Jäger zu Fuss, reitende Jäger und freiwillige Jäger, Stnndguarfier: Kassel. Leib-Dra, goner-Regiment, Standguartier: Hofgeismar. Husaren-Regiment und Leib-Kurassier-Regiment, Standguartier Kassel.
Das in Marburg errichtete Regiment „Kurfürst" wurde am 16. Januar 1814 von dein Kurprinzen Wilhelm allhier neu gemustert, am 19. Januar erfolgte die Eidesleisfimg und am 20. d. M. rückte dasselbe nach Koblenz ab.
Die Vereidigung erfolgte in der lutherischen Kirche. Superintendent Jnsti sprach über Ps. 60 V. 40: „Mit Gott wollen Ivie Taten tun, er wird unsere Feinde untertreten." Nach beendigtem Gottesdienst wurde auf dem Kirchhof vor der Front des Regiments von dem Kurprinzen ein dreimaliges Hoch auf seinen Vater den Kurfürsten ausgebracht, dieSoldaten brachten dem Kurprinzen ein Vivat!" aus, unter dessen Anführung sie den Ruhm der hessischen Waffen zu verherrlichen gelobten. Am folgenden Morgen wurden die wäh- rend der Nacht angekommenen Fahnen durch dm Konsistorialrat Wachler feierlich geweiht, und unter dem Geläufe der Glocken und mit Musik marschierte daS Regiment von Marburg ab.
(Fortsetzung folgt.)
t für die Kreise Marburg und Kirchhaia.
Sonntagsbeilage» JvnftrirteS SonntagSblatt.
Lord Wolfeley über die britische Heeresverfassung.
Lord Wolseley, der frühere Oberbefehlshaber des britischen Heeres, hat zwei Bände Denk» Würdigkeiten veröffentlicht, worin er feine Erlebnisse in Krieg und Frieden bis zum Ende deS Aschanti-Krieges im Jahre 1874 erzählt, aber auch kritische Bemerkungen über das britische Heer- Wesen macht. So verurteilt er allgemein die auS dem Zivilstaate hervorgegangenen Kriegssekre- täre. In einem Schlußkapitel: „Unsere Unfertig- kett für den Krieg" sagte er: „Wenn ich auf all die Männer zurückblicke, die ich im öffentlichen Leben fennett gelernt habe, muß ich mit Schmerz bekennen, daß nur wenige von ihnen die geiftigen und körperlichen Eigenschaften zusammen besitzen, die von einem großen Feldherrn gefordert wer- ben. Ich habe eine Menge tapferer Männer getroffen, welche ein Regiinent ober eine Beigabe vortrefflich führen konnten, aber absolut ungeeignet waren für ein höheres ober selbst nur unabhängiges Kommanbo. Wir bedürfen eines gut geschulten stehenden Heeres zur Verteidigung unseres Landes, unterstützt von einer starken Reserve geschulter Soldatm, stets felbbereit Das können wir aber nur erreichen durch allgemeine Dienst- pflicht in irgend einer Form. Wir sind niemals kriegsbereit, aber wir haben niemals ein Kabinett, daS eS mögen würde, deut Lande diese Wahrheit zu sagen. Unser gänzlicher Mangel an Kriegsbereitschaft ist allen unseretr benfenben Soldatm bekannt." Wolseley schließt sein Buch mit ben Worten: „Laßt eure Hände von der Armee, ihr unwissmden Zivilisten, die ihr euch in Mlllär- Angelegenheiten eimnischf. Ihr mögt schlaue Politiker sein, aber ihr seid keine Soldaten, und ihr versteht biefe nicht. Sie sind keine Schachfiguren. Ueberlaßt die Leitung unserer Dater- landsverteidiger erfahrenen Soldaten unserer alt- berühmten britischen Armee und macht unS nicht lächerlich, indem ihr in der Oefsentlichkeit in ein« Khafi-Uniform erscheint, Ebensogut könntet ihr
Im Herzell von Asien.
Das von dem berühmten schwedischen Asienfor- fiber Sven von Hedin unter obiger Bezeichnung bvrau§gegebene Buch') ist ein klassisches Reisewerk mit hochinteressantem Inhalt und überaus reich- balttger und fesselnder illustrativer Ausstattung Die schwierigste Aufgabe, die sich Hedin auf feiner mehr als drei Jahre in Anspruch nehmenden Reise gestellt hatte, war die Durchquerung Tibets, des mächtigsten Gebirgslandes der Erde. Die Schilderung dieser Wanderungen erfüllt den Leser mit der größten Bewunderung. Dort bewegte sich der Forscher mit feiner außergewöhnlich großen Sara- inane in Höhen, die weit über dem Mont Blanc ttegen, und in einem Klima der widerwärtigsten Art Die Gefahren, die dem Reisenden sowohl durch bte unwirtliche Natur des Landes, als auch durch den Menichen entgegengestellt wurden, wa- rett derart, daß Hedin ausruft, er wolle lieber zehnmal durch die mörderischste Wüste ziehen als noch einmal durch Tibet! Leichen von Menschen und Tieren bezeichnen den Leidensweg des For- schers durch Tibet, aber der Gewinn dieser Reiie rur die Wissenschaft, für die Menschheit ist anßer- orbentltch groß.
So entdeckte man auch die Reste einer ehs- mangen Niederlassung, wobei durch Ausgrabun- » -J? Hsdin, Im Herzen von Asien. 2 reich illu. ftnerte Bande, r'.eg. geb. 20 Ml. Verlag von F. A. »locthaue, Leipzig
gen eine Reihe kulturhistorisch wertvoller ®egen- stande zu Tage gefördert wurden.
Der Forscher nennt diese Episoden Ausgrabungen in einem Pompeji der Wüste, und wie sich aus feinen Darstellungen ergiebt, hat er mit dieser Bezeichnung nicht Unrecht. Der Verfasser berichtet über die Entdeckungen folgendermaßen:
Der 7. März sollte zur Untersuchurtg des letz- teren benutzt werden. Um 8 Uhr setzte ich mich mit allen Männern, außer Kutschuk, der für daS Signalfeuer sorgen sollte, in Marsch. Schagdur ivar unser Führer.
Der Weg ging genau südlich von dem Sager- turnte vom 3. März, in dessen Nähe wir eine tiefe Einsenkung kreuzten, die einem alten Kanäle glich. Ein neues „Tora" irurbe entdeckt. Beinahe in jedem Dorfe der Gegend gibt es einen Lehm- turm; hier und dort liegen Balken umber, die von deut Vorhandensein ehemaliger Häuser Kunde geben. Ein solcher Balken hatte 7,8 Meter Länge und 35 X 17 Zentimeter Stärke. Hier sind also in früheren Zeiten ebenso prächtige Pappeln ge- wachsen wie nur irgendwo in den Urwäldern des Tarim.
s Das Terrain, auf welchem wir jetzt ivanderten ist sehr interessant und verdient eine flüchtige Beschreibung. Wir gehen nach Westnordwest und kreuzen alle Lehmterrassen auf und ab im Zickzack. Inn kleinen Gruppen stehen uralte Pappeln; ihre Gruppierung ist genau dieselbe wie am Kara-köll, am Tschiwillik-köll und an den unteren Armen
Umschau.
Konservative Fnitiativ-Anträge.
Aus der konservativen Fraktion sind bis jetzt folgende Jnitiativ-Anttäge im Reichstage eingebracht worden:
1. Antrag Dietrich und Genossen, betreffend Unfallfürsorge für die bei Rettung und Bergung von Personen oder Sachen verunglückter Personen, insbesondere der freiwilligen Feuer- und Wasierwehren.
2. Antrag Freiherr v. Richthofen-Damsdorf und Genosien, betreffend Pensionsveisticherung der Privatbeamten.
3. Anttag Freiherr v. Richthofen-Damsdorf und Genossen, betreffend obligatorische Versicherung aller Handwerker gegen Krankheit, Invalidität und Unfälle.
4. Antrag v. Treuenfels und Genossen, betreffend Abänderung der Bestimmttngen wegen Schaden, die durch Tiere verursacht werden.
5. Antrag Dr. Dröscher und Genossen, betreffen b Verschärfung der Bestimmungen über die Befugnis zur Anleitung von Handwerkslehrlingen.
6. Antrag Nißler und Genossen, betreffend sofortiger Gewährung von Veteranrnbeihilfen für Feldzugsteilnehmer.
7. Antrag Rettich und Genossen, betreffend Aufhebung des § 34 des Gewerbe-Unfallversicherungs-Gesetzes und Wiederherstellung der Be- ftimmungen über Ansammlung eines Reservefonds. ____________
gm Jubiläumsfeier des kurhesfischen Wgerbataillons Nr. 11 in Marburg.
Man schreibt uns: Am 5. Dezember feierte im» Baitailwn den 90. Jahrestag seines Be- •reiieus. Dieser Tag ist durch Allerhöchste Ka- tHiir-tttoeiMv festgesetzt worden.
„Nachstehende Auszüge au3 den Departements- blättern des Werra-Departements geben vielleicht nähere Auskunft über die Neuerrichtung des Bataillons. Unter der westfälischen Zwiscltenberr- schaft hat schon ein Jäger-Bataillon bestanden, das am 18. Mai 1808 in Marburg errichtet tottrbe und bis zur Auflösung deS Königreichs Westfalen noch vorhanden Ivar. Nach der Rückkehr in sein angestammtes Hessenland erließ am 10. Dezember 1813 Kurfürst Wilhelm I. folgende Proklamation an feine Untertanen:
„Zerbrochen sind mit Gottes sichtbarer Hülfe durch die siegreichen der gegen Frankreich verbündeten Mächte die Fesseln, welche seit sieben Jahren nudj Euch, Meine geliebten Untertanen, drückten. Der Besitz Meiner gewaltsain entrissenen Staaten ist Mir wieder eingeräumt und durch feierliche Traktate gesichert, daß Ihr gerne .unter Meine Führung zurückkehrt — dafür bürgt Mir die den biederen Hessen immer eigen gewesene treue Anhänglichkeit an ihr Regentenhaus, die jubelnde Freude, womit Ihr bei Meinem Einzug Md sonst allenthalben Mich empfangen habt. Doch Ihr werdet diese Eure Gesinnungen lveiter zu belvähreu aufgefordert. Ein schwerer Kampf steht uns noch bevor — indem es mit der gegenwärtigen Abwerfung des französischen Jochs picht genug, sondern notwendig ist, den feindlichen Uebermacht ein festes Ziel zu setzen, um Deutschlands Unabhängikeit auch in Zukunft sicher zu stellen. Nach dem Vorgang der Preußen und fast aller Deutschen aus den schon befreiten Ländern, mit Ihnen Eure An- Zrengung zu vereinigen, zur Vollendung dieses heiligen Kampfes, werdet Ihr gewiß keinem an- dem Volke im Eifer nachstehen. — Auf also! die Ihr berufen werdet in die Reihen der Streiter .einzutreten, sammelt Euch deswegen willig zu den Fahne», um unter der Anführung Meines ein- zigen inniggeliebten Sohnes durch standhaften Mut zu zeigen, daß Ihr Deutsche, daß Ihr Hessen — Eurer Vorfahren würdig seid! Mit eben so zuversichtlichem Vertrauen erwarte ich aber zugleich von Meinen übrigen getreuen Untertanen, dar, sie auch ihrerseits durch alle von ihnen ahän- geilen Erleichterungen und Opfer hierzu will- wbrig mitwirken — des Endes, für jetzt bis ich die fremdartigen Einrichtungen, zu vertilgen und die alte vaterländischeVerfassung wiederherzustellen vermag, den provisorisch beibehaltenen Obrig- ketten und Beamten gebührend Folge zu leisten, fortfahre, besonders aber auch alle von gefordert werdenden Abgaben oder sonstigen Lasten, welche ich Ihnen zu erleichtern such? r-t'-'rtoeigcclidj zu entrichten und zu tragen — nicht 'n (zieh en werden. Der Allmächtige wird Eure palriofischen Anstren- giiugen segnen und nach erfolgtem Frieden wird ('3 Euren Fürsten — Eures immer nur auf Euer Glück bedachten Vaters — angelegendste Sorge sein,. die durch ben Krieg geschlagenen Wunden zu heilen und bte Opfer zu vergelten, welche Ihr dem Vaterlande brachtet.
Kassel, den 10. Dezember 1813. " f
Wilhelm, Kurfürst."
i|ß bet allen Postämtern 2,25 Mk. zexel. Bestellgeld). 1 Marburg Erscheint wöchentlich sieben mal.
M 31b Donnerstag, 1». Dezember 190S. 88.30^.