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Einwendungen des sangen Verteidigers gegen­über bei seiner Meinung blieb, rief dieser wütend auS: »Wenn das recht ist, gehe ich nach Hause und werde meine Rechtsbücher zer­reißend »Wäre es nicht bester, Sie gingen nach Hanse und würden Ihre Bücher studieren, Herr Doktor ?' lautete die Erwiderung des Richters, de» heutigen Gouverneurs Pennhpacker von Pennsylvania. (Historisch.) — „@o, mein Engel/ sagte der glückliche jungverheirateto Mann, „jetzt find wir untrennbar ein».* „Wie herrlich!' lautete die Antwort der Holden, „aber nicht wahr, Du wirst nach wie vor Austern für zwei bestellen.'

Den „grißtru und schönsten Bahnhof der Wett, will man, wie englische Blätter berichten, jetzt in Washington errichten. Die Pläne der Archi­tekten für die neue Union-Eisenbahnstation, soeben veröffentlicht worden ist, lasten diese» Streben erkennen. Der Bahnhof wird ungefähr 56 000 000 Mk. kosten. Innen wird das Ge­bäude ein riesiger Platz mit Springbrunnen, Balustraden und Terrassen im romanischen Etil, in Uebereinstimmung mit dem dortigen Kapitol, fein. Das Gebäude soll drei AuSgänge haben, einen besonder» für den Präsidenten und die Gäste deS „Weißen Hauses'; hierfür ist auch eine Flucht von Zimmern bestimmt. Als Neuerung ist auch ein Krankenzimmer aufzu­führen, in dem ein Arzt ständig in Bereitschaft sein soll. E» sollen ferner — eine eminent „praktische' Idee — mehrere Leichenkammern, aber auch ein türkisches Bad und ein Schwimm­bassin angelegt werden.

Wunderbare SalzgeSikde. Sm Virginiastrom in Nevada (Nordamerika) finden sich in meilen­weiter Ausdehnung merkwürdige Salzgebilde. DaS Salz bildet dort Knstallberge und stt so rein und klar, daß man durch eine fußdicke Salzschicht hindurch feinen Druck zu lesen vermag. Vermut­lich ist in jener Gegend früher einmal ein großer Salzsee gewesen, da sich ganz in der Nähe eigen­tümliche Quellen und Gewässer befinden, die so statt salzhalfig sind, daß eine dort badende Per­son ohne Schwimmbewegung wie «n Kork oben auf schwimmt.

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Zur Schulnot.

Wenn ich in meinem vorigen Eingesandt die Erwartung aussprach, durch die „Oberhest. Ztg.' mehr über die württembergischrn Be­strebungen gegen die Hausarbeiten der Schüler zu erfahren, so kann ich selbst mitteilen, daß ein Erfolg bereits in sofern zu verzeichnen ist, al» sich eine der größten Anstalten des Lande«, die Friedrich-Eugens-Realschule in Stuttgart, entschlossen hat, einen Versuch mit dem Unter­richt ohne Hausarbeiten zu machen. Der Auf­satz des Dr. I. im „Schwab. Merkur" hat zu­stimmende Aeußerungen von verschiedenen Seiten hervorgerufen. Ich bin im Besitze eines vom 5. d. M. datierten Briefes eines Ministerial­rat» in Stuttgart, worin sich dieser bereit er­klärt, sich an weiteren Schritten im Sinne jene« Aufsätze» zu beteiligen, und die Beteiligung verschiedener Freunde in Aussicht stellt. — Voraussichtlich wird die Frage auch auf dem 1. Internationalen Kongreß für Schulhygiene zur Verhandlung kommen, der vom 4.- 9. April 1904 unter dem Protektorat des Prinzen Dr. meb. Ludwig Ferdinand von Bayern in Nürnberg tagen wird. Der Kongreß ist von einem Ausschufle vorbereitet, der aus etwa 50 Medizinern und Pädagogen, der verschiedensten Länder besteht. Eine der 9 Abteilungen des KvngreffeS umfaßt die Hygiene der Schuljugend außerhalb der Schule. — Zweierlei möchte ich bei dieser Gelegenheit nochmals betonen: daß die Frage keineswegs nur eine hygienische, sondern eine allgemeine pädagogische ist, und

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.einflußt wurden. Die Zahl der nötigen Em- writznngen schwankt zwischm 7 und 52. Das Serum verursacht gewöhnlich weder Fieber noch irgend eine örtliche oder allgemeine Reaktion, im Gegenteil schwindet häufig das hekfische Fieber nach mehreren Injektionen. Was die Bedeutung seiner Entdeckung anbelangt, so räumt Marmore? selbst ein, daß erst eine viel größere Reihe von Beobachtungen ein endgiltiges Urteil über bat ißert der Behandlungsmethode gestatten wird. Schon hat sich einer unserer ersten Chirurgen, Prof. v. Mikulicz-Radecki in Breslau, veranlaßt gesehen, öffentlich zu erklären, daß er bisher keine .Erfolge mit dem neuen Serum beobachtet hat; immerhin aber sind Marmoreks Forschungen, falls er gewissenhaft beobachtet hat, ohne Zweifel recht wichtig und bedeuten vielleicht einen wirklicher, erheblichen Fortschritt in unserem Kampfe gegen die verheerende Bolksseuche.

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Neueste Telegramme

Berlin, 9. Dezbr. Dem Reichstag gifff heute ein Antrag deS Abg. Hehl v. Herrnsheim ru-, in welchem die Regierung ersucht wird, iq Erwägungen einzutreten, inwieweit die Ge­winnung einer ausreichenden Zahl von Unter­offizieren für die Armee und die Flotte gei fördert werden könne und in Anbetracht der Neberbürdung infolge ungleichmäßiger Der- tetlung dienstlicher Obliegenheiten und der unzu­länglichen Löhnungsverhältniffe tunlichst Ver- befferungsvorschläge an den Reichstag gelangen zu lassen. Ferner brachte der Abg. Paasche einen Antrag zur Errichtung eines ReiA- arbeitSamteS ein.

BerN«, 9. Dezbr. Als der österreichisch- ungarische Botschafter Graf Szöghenh mit Ge­mahlin gestern Nachmittag spazieren fuhr, rannte eine Automobildroschke in die Equipage hinein. Die Deichsel wurde zersplittert uat? die Fenster zertrümmert. Der Botschafter u»j seine Gemahlin wurden von GlaSsplitteru be­deckt, aber nicht verletzt.

Berltu, S. Dez. Der Seh. Kommerz.-Rat von Hansemann ist heute gestorben. ,

Berlin, 9. Dez. Nach einer in der Zeitschrift .Arbeiterfreund' veröffentlichten Tabelle beliefen sich lm dritten Bierteljahr 1903 die Stiftungen deutscher Arbeitgeber für Angestellte und Arbeiter aus 7178896 Mark.

Kiel, 9. Dez. Hier treffen neue NnglückSnach- kichten auS den dänischen Gewässern ein. Auf den befahrensten Seewegen treiben vielfach Wracks und Gchiffsteile. Am Strande von Harbroere trieben »toei Leichen an. Der Fischerkutter .SlDine" und der Schoner .Waldemar' sind gestrandet.

Esten, 9. Dez. Auf den Personenzug Herden«, Essen wurden letzte Nacht mehrere Revolverschüsse ab­gegeben. Die Passagiere blieben unverletzt.

Prag, 9. Dezember. Die Gerüchte von einem Ehedrama im Hause Windisch - Gr ätz sind aus ein Racheakt eines vom Fürsten entlassenen DienerS zurückzuführen, der die Geschichte erfunden hatte und verbrertete. Der Mann mußte wegen einer In­fektionskrankheit seines Dienstes enthoben werden, war jedoch ausreichend entlohnt.

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legen und Nachts sei er ins Wirttl u . ;c::gen. Um diese Zeit sei sie auch einmal mit ihren Kin- dem nach Sarnau zu ihrem Bruder geflüchtet und habe sich dort 4 Wochen aufgehalten. Später hätten sie sich auf seinen Wunsch wieder ausgesöhnt doch sei bald der alte Streit wieder losgegangen. Auf Befragen, ob sie ihren Mann schon einmal früher verwundet habe, erzählt sie, daß dieser ein­mals Nachts schwer betrunken nach Hause gefom- men und wieder auf sie eingebrungen sei. Sie habe sich mit einem Stück Holz zur Wehr gesetzt und ihm am Kopfe eine solche Verletzung beigebracht, daß sie am anderen Morgen den Arzt geholt hätte. Auf Befragen, toarum sie das getan, antwortete sie, daß sie gedacht habe, es sei eine gefährliche Wunde. Ihr Mann sei nach erhaltenem Schlag ganz mhig gewesen und hätte ihr nichts getan. Gegrollt habe er ihr zwar immer, die Heilung der Wunde hätte acht Tage in Anspruch genommen. Später hätten sie sich noch ost gegenseitig ge­schlagen, sie wäre ost in Not gewesen und hittte sich wehren müssen, wenn er sie und die Kinder mißhandelte. Das Holz, das sie bei der Tat bb nutzt, habe immer in der Stube gestanden, spater hätte sie es ins Kinderbett gesteckt um es zur Hand zu haben, wenn Not vorhanden sei. Am Montag den 16. November sei ihr Mann morgens »och vom Sonntag her betrunken gewesen. Mor­gens seien sie beide weggegangen, er ihrer Mei­nung nach zur Arbett als Maurer und sie ebenfalls dazu und zwar bei der Dreschmaschine. Alsbald habe sie bemerkt, daß ihr Mann wieder inS Hau» ging. Daraufhin sei sie gefolgt und habe ge­sehen, daß er hn Hause alles kreuz und quer warf. Sie sei dann wieder an ihre Arbett und später um 18 Uhr nochmals nach Hause gegangen, um das Vieh zu füttern. Ihr Mann hab« fortwäh­rend geschimpft und ihr die Kaffeekanne an dm Kopf geworfen. Sie fei gleich wieder fort an ihre Arbeit gegangen. Mittlerweile sei es Abmd getoorben und da sei sie wieder mit ihren Kindern ins Haus gegangen. Der Mann habe mitten in der Stube gelegen und fortwährend gesagt: „Ich habe nichts!" Ihrer Meinung nach hätte diese Amßerung ihrm Grund darin gehabt, daß ihr Mann ihr am Sonnabend 10 Mk. Haushaltungs- gelb verabfolgt und sich darüber geärgert habe. Plötzlich sei ihr Mann auf gedrungen, habe die Stube verunreinigt und schließlich die Türe ein­getreten. Sie habe gesagt: „Das tut aber nicht nötig!" worauf ihr Mann sie am Hals und an dm Haarm gepackt hätte. Dann feien sie beide zu Bodm gefallen, er auf dm Rücken und sie auf ihn. Da die zwei Kinder in der Stube getoefen, habe sie gerufen: „Mädchen, hol mir gefchwind was zum schlagen!" Sie hätte dabei an das Holz im Bett gedacht. Wie nun das letztere in ihren Besitz gefommen, wisse sie nicht mehr genau, kurz und gut, ihr Mann hätte plötzlich gerufen: „Du willst mich totschlagen I" Sie habe geantwortet: »Nein Michel, ich will das nicht!" Das Mädchen hätte dann gefchrim: „Mütterchen, laß doch mei­nen Vater gehen!" Daraufhin sei sie aufgeftan- ben, währenb er am Boden auf dem Rücken liegen geblieben wäre. Dann habe sie kräftig mit dem Holze zugeschlagen, weil sie geglaubt, ihr Mann brächte sie jetzt ums Leben. Nach dem erstm Schlage sei dieser auf Händm und Füßen hinter ihr hergekrochen und hab« ihr nach dm Füßen gegriffen, um sie zu Fall zu bringen. In dem Augenblicke hätte sie ihm noch einige derbe Schläge auf dm Hinterkopf gegeben und zwar aus bau Grund«, weil sie geglaubt, ihr Mann stände wie­der auf- (Schluß folgt.)

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Nach dem zur Verlesung gebrauten grifft pungsbefchluß wurde der Genanntm zur Last ge­legt, am 16. November d. I. ihren (Satten, ben Maurw Michael Weiershäuser mtt einer Holz­platte so geschlagen zu haben, baß dessm Tod ein« trat. Die Angeklagte, eine 'klein gewachsene Frau in Hessentracht, ist im Jahre 1866 in Sarnau geboren. Sie war feit 11 Jahren verheiratet und besitzt 2 Kinder. Sie gab an früher hätte sie in Wehrda und dann in Goßfeldm gewohnt. Die Ohe sei von Anfang an eine recht unglückliche ge­wesen, dmn der Mann habe gleich getrunkm. Vor 8 Jahren fei der letztere krank getoefen und in diesem Zustand habe er viel Schnaps getrunkm ynd bann sie und ihre Kinber mit dem Messer bedroht. Bei Tag habe ihr Mann im Bett ge-

«Mrikguischer Humor. „WeShakd hat Wild eine so heftige Abneigung gegen Priester V „Weil einer von ihnm feine Hochzeitszeremonie vorgenommen hat.' — „Weshalb ist die Prima­donna so erregt und unzufrieden V Eie hat doch fünf Bukett» getootfen erhalten.' „DaS ist «S ja eben. Eie hatte sechs bestellt und «;Mt.' — „Haben Eie die prächtigen, neuen Dstirds Mr. Dincle» gesehen?' „Ja, der Mann hat an der Börse gespielt und gewonnen.' „Eie haben doch auch spekuliert — wie ist e» Ihnen ergangen?' „Ich habe die Pferde Mr. Dincle» bezahlen müssen.' — Als der Richter allen

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Marburg, 8. Dezember.

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F« ber Verhandlung gegen den früheren i" Landbriefträger Menge! aus Niederweimar > wegen Amtsvergehen). Die Geschworenen be­jahten nur die Schuldfrage betreffs de» Briese« ün die Katharine Winter, den er bei der Nevifion in seiner Tasche gehabt hatte. Der EtaatSanwalt beantragte hierauf 3 Monate Sefänguis, die gesetzlich zulässige Mindeststrafe. ^DaS Gericht erkannte demgemäß. 2 Wochen -der Untersuchungshaft toexben als verbüßt in ^Anrechnung gebracht. Der Verhandlung, welche xjmit kurzer Unterbrechung bis fast 5 Uhr nach- Mittags dauerte, wohnten zahlreiche Einwohner ! »n» Niederweimar und Umgegend bei.

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Cours-Bericht

von

B. Strauß, Marburg < 1feefe Teurjchr 2LeichLarrIeihe i' i 2 'U • 8»lo , „ 9"/4

< Der Gerichtshof setzt sich heute wie folgt 'lufammen: Landgerichtsdirektor Jeß, Bor- sitzender, Lan'ögrrichtSräte Klingenbiel und Weizsäcker, Beisitzer. Als öffentlicher Avlläger sckungiert Erster Staatsanwalt Savels, wSLrend -die Verteidigung Rechtsanwalt Auth über iwmmen hatte.

Als Geschworene wurden auSgelost: Nerwig, Konrad, Muller, Cölbe Lichtenfels, Heinrich, Landwirt in Treisbach Krauskopf, Theodor Ludwig, Bürgermeister

Königsberg bei Gladenbach Dr. Siebert, Karl, Apotheker in Marburg Kerl, Hermann, Gutspächter in Kalbern e?- Poock, Wilhelm, Architekt in Marburg Kenber, Friedrich, Ackermann in Hachborn Rumpf, Karl, Kürschnermesster in Marburg fifrauer, Kaspar, Metzgermeister zu Marburg Weae, Jakob, Bürqermstr. in Weidenhausen bei i Gladenbach

Doshammer I., Johannes, Landwirt in Klein- l feelbeim

Schultz, Fritz, Glasermeister in Marburg

Der Zeugenaufruf ergab etwa 18 Personen, vbenso waren noch mehrere ärztliche Sachverstän­dige anwesend. Der Zuschauerraum war geraden Überfüllt. Der heutigen Verhandlung lag der traurige Familienzwist von Goßfelden im hiesigen Kreise, bei welchem die Ehefrau Elisabeth WeierS- fcäufer ihren Gatten so mißhandelte, daß dessen fc»b eintrat, zugrunde.

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