mit dem Kreis-latt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
SonntagS-eila-er JllustrirteS GonntagS-latt.
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M 316
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JnserttonSgebühr: die gespaltene Zeile oder der»« Raum 10 Pfg.
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Marburg
Donnerstag, 10. Dezember 1903.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, UmverMtS-Buchdruckerei Marburg, Markt 21. — Telephon 56.
88. Jahrg,
40 - - - (Nachdruck verboten^
Frau Hadwig.
«ine Strandgeschichte von Ella Lindner.
(Fortsetzung.)
Er vermied es bet dieser Erklärung, den Buchhalter anzusehen. Aber er hätte es getrost gekonnt, denn der brave Osterkanr- war viel zu harmlos, als daß ihm irgend etwa- aufgefallen wäre. Er hatte ja auch keine Ahnung von Frau Hodwigs Existenz.
i Jiirke brachte nun sehr bald in Erfahrung, Ivo seine Reisegefährtin logierte und nichts war Wohl natürlicher, als daß er im selben Hotel auch für sich zwei Zimmer reservieren ließ. Dann dampfte !.t eines Morgens ab. In aller Eile waren zuvor die dringendsten Geschäfte erledigt worden, das andere hatte er in schönem Vertrauen feinem Stellvertreter überlassen. Und während pie Küstenbahn gemütlich durch Ostfriesland bum- hiette und sich an jeder kleinen Station gründlich verschnaufte, malt» sich Jürke zum tausendsten Male aus, was Hadwig wol sagen würde, wenn Ekkehard so Plötzlich in ihrer Nähe austauchte. Sich steuen? Er wagte eS leise zu hosten, und vieS Hoffen hatte ihn auch nicht betrogen, denn sie freute sich loirklich. Erst schon di» Blumen. Sie wußte, ja sofort, wer der Absender war. Rote Geranien, die konnten nur von einem kommen! Und als sie dann in der leuchtenden Blütenpracht die Karte entdeckte mit den großen, klaren Schrift» zügen, da wurden ihre Wangen fast ebenso rot Wie die Blumen, und so zärtliche Fürsorge wie diesmal war noch nie Floras Kindern zu teil geworben. Anne konnte eine spottende Bemerkung nicht unterdrücken.
. „Ach," sagte Hadwig und versuchte möglichst «»befangen ouszusehen, was ihr aber nicht in»
Agrarpolitik und auswärtige Politik
Die Gegner höherer Agrarzölle und die Anhänger de- Industriestaates operiren mit dem kündigen Argumente, daß eine Erhöhung der AöÖe zur Besserung der deutschen Landwirt- fd)aft das Zustandekommen der neuen Handelsverträge unmöglich mache und internationale Schwierigkeiten Hervorrufen werde. Mit Dor» siebe stellen sie sich dabei aus bett Standpunkt! -es Auslandes und drohen mit Represtalien von Beiten anderer Staaten: Rußland und Nordamerika z. B. würden sich nie und nimmer litten deutschen Getreidezoll von auch nur 5 Mk. £- der doch gewiß mäßig ist — gefallen lasten, Deutschland müsse demgemäß in einen schweren Zollkrieg mit diesen Staaten, ja mit der ganzen Eßelt geraten, Zollkonflikt nach Außen, Jndu- Iriekrisen im Innern seien die schwerwiegenden folgen der Schutzzollpolitik. Diese Logik hinkt auf ,eiben Füßen. Dies geht einmal schon aus )er Natur der sogenannten Zollkriege hervor, sie ihren Namen zu Unrecht tragen. Denn, in Zollkriegen gehen die feindlichen Parteien nicht zegeneinander, sie halten sich vielmehr zurück, irschweren den Verkehr und ergreifen Maßregeln, am sich gegenseitig nach Kräften die wechsel- .eitine Ausfuhr zu unterbinden. Daher liegt ,8 im Interesse aller übrigen Staaten, als .ertius gaudens, mit den beiden Zollkrieg» führenden Staaten in möglichst günstigen Handelsbeziehungen zu bleiben oder solche herbei- jusühren und dadurch ihren Angehörigen den zrüßten Anteil des bisherigen Güteraustausches »u erwerben. Diese alte Erfahrung, die bei stdem Zollkriege gemacht wurde, schließt aber: sine Koalition ton mehreren Staaten zu Un zunsten eines einzelnen völlig auS. Und selbst wenn andere Staaten sich zu einem Zollkriege gegen das v-msthe Reich zusammenschlossen, so würden sie sich in'S eigene Fleisch schneiden, da he sich um die Vorteile brächten, die sie sonst pon einer neutralen Stellung zu erwarten haben. Sie würden sich Deutschland als Absatzmarkt -erschließen, gerade in dem Augenblicke, wo' der »eutsche Markt ganz besonders günstige Aussichten für die Eröffnung neuer Handelsbeziehungen bietet. Außerdem ist eine dauernde Eiwirkung durch zollpolitische Absperrung für Deutschland weniger gefährlich, als eS auf den ersten Blick erscheint. Wenn alle Getreideausfuhrstaaten gegen Deutschland wären — eine Undenkbare Hypothese — wäre der internationale Handel doch imstande, nach wie vor Deutschland mit ausreichenden Getreidemengen und anderen Lebens- und Eenußmitteln zu versorgen, und er würde dieses Geschäft mit Vergnügen und höherem Eifer betreiben, da ihm
’ Erstes Blatt
größerer Gewinn in Aussicht steht. Ganz gleich liegen die Verhältnisse inbezug auf die deutsche Ausfuhr.
Nach der ganzen bisherigen Praxis moderner Handelspolitik kommt eS erst dann zu Zoll- kriegen, wenn ein Staat einen anderen ungünstiger behandelt, als die übrigen Staaten; diese Voraussetzung liegt aber deutscherseits gar nicht vor. Deutschland erhöht seine Zölle doch nur nach Maßgabe des notwendigen Schuhes, den feine nationale Arbeit verlangt. Dabei liegt eS dem Deutschen Reiche durchaus fern, irgend einen Staat ungünstiger als andere Staaten zu behandeln. Wo daher die Überall gewitterte Animosität ihren Grund hernehmen soll, ist nicht ersichtlich. Sollte vorübergehend trotz aller Bemühungen ein vertragsloser Zustand eintreten, der durchaus fein Zollkrieg ä ontrance fein muß, fo würde Deutschland auch in diesem Falle als einer der kräftigsten Wirtschaftsstaaten dabei immer noch nicht am schlechtesten fahren.
Aber auch auS anderen Gründen bedeutet ein erhöhter Zollschutz, wie er von allen vernünftigen Parteien gebilligt wird, keine Bedrohung der Entwickelung der anderen Kulturstaaten. Eine maßvolle Handels» und Wirtschaftspolitik des Deutschen Reiches, die iimerlich kräftig ist durch genügenden Schutz der vitalsten Interessen Deutschlands, der Erhaltung des ackerbautreibenden BevolkerungSteiles, kann auch von anderen Völkern Maß und Ziel beanspruchen; und besonders bei der jetzt fo günstigen internationalen Stellung des Reiches kann die Regierung mit sicherem Erfolg zu Werke gehen, wenn sie fordert, wie sie ihrerseits gewährt: „Wir wollen euch nicht mit unseren Jndustrieprodukten überschwemmen, was unvermeidlich eintreten würde, wenn wir infolge ungenügenden Agrarfchutzes unsere landwirtschaftliche Bevölkerung in die Industrie treiben und bei den dann möglichen ganz billigen Löhnen unsere Industrie zur höchsten Konkurrenzfähigkeit steigern. Weil wir hieraus verzichten, dürfen wir aber von euch verlangen, daß ihr darauf verzichtet, mit eueren Agrarprodukten unseren Markt zu überschwemmen. Wir erhalten durch unsere Politik der Agrarzvlle unfern inneren landwirtschaftlichen Markt für unsere Industrie, ihr erhaltet durch die Verhinderung einer Ueberspannung der Konkurrenz der deutschen Industrie eueren industriellen Markt für euere landwirtschaftliche Produkte/
Aus dieser Linie, der eine verständige Politik folgen muß, wenn sie nicht durch die Ueberspannung der industriellen Entwicklung die unvermeidliche vernichtende Gegenaftion anderer Industriestaaten heraufbeschwören will, liegt der gesunde Fortschritt. Nach den Ideen der reinen JndustriestaatLpolitiker erscheint die normale Entwickelung und Zukunft der Industrie und des Handels und mit ihnen die Existenz des Staates ausss Schwerste gefährdet, während
geringsten gelang, „es ist ja nur, weil ich rote Geranien fo gern habe."
Anne nickte und unterdrückte mutig einen Seufzer. Sie wollte nicht neidisch sein — nein — nein!
Zwei Tage später erschien Wirke AllmerS am Strand. Hadwig lag just an den Dünen in der grellsten Sonnenglut, und ein kleiner, bloßbeiniger Bub war emsig bemüht, sie völlig einzubudeln, waS ihm und ihr gleiches Vergnügen zu bereiten schien. Schon von fern hörte Jurks ihr helles Lachen und des Büblein jauchzende Krählaut». Unbemerkt von beiden kam er näher. Der Junge schippte im Schweiße seines Angesichts. Eine Schaufel Sand nach der andern warf er auf sein geduldiges Opfer.
„Ich schaufle Dich ganz zu, gelt?" sagte er in seinem drolligen, süddeutschen Dialekt. „Nur daS Köpfte darf herausschaue."
Und bann?" fragte sie bckrstigt."
„Dann zieh' ich mei' Fähnle neben Dir auf.” «Aber ich bin doch keine Burg," protestierte sie. „Ach, kannst scho' 'mal eine vorstellen," meinte er gemütlich.
In diesem Augenblicke stand Jürke mft dem vergnügtesten Gesicht von der West vor Hadwig und dem Jungen.
„Meine gnädige Frau —"
Sie fuhr empor, grenzenlos verwirrt imb erstaunt.
„Ekkehard!?"
„Ja, Ekkehard!" erwiderte « fröhlich. „Da Frau Hadwig nicht die Gewogenheit hatte, ihn nach Hohentwiel zu entbieten, so nahm er sich die Freiheit und erschien ungeraten, tote Sie sehen. Muß er um Absolution bitten?"
Sie klopfte den Sand von ihrem Stob und hatte sich dabei so weit gefaßt, daß sie auf seine« Scherz einzugehen vermocht».
andererseits eine gesunde und maßvolle Agrarpolitik nicht nur da» Gedeihen der Industrie innerhalb normaler Verhältnisse begünstigt und sichert, damit bet Staat vor Jnbustriekriegen unb sonstigen internationalen Schwierigkeiten bewahrt, fonbern zugleich auch im weitesten Umfange den friedlichen Fortschritt aller Kultur- staaten in dem oben kurz ongebeuteren Sinne ermöglicht. **
Umschau.
UeberdaSVolksschulw'esendeS deutschen Reiches
werden nach den letztjährigen Etatsergebnissen der einzelnen Bundesstaaten folgende statistischen An- Saben mitgeteilt: Die Zahl der öffentlichen VolkS- hulen betrug 58 164; an ihnen unterrichteten 122 145 Lehrer und 22 339 Lehrerinnen. Die Zahl der Schüler und Schülerinnen der öffentlichen Volksschulen belief sich auf 8 829 812. Die gesamten Jahresaufwendnngen für die öffentlichen Volksschul-n betrugen nahezu 413 Mill. Mark; davon wurden von den Staaten rund 120 Millionen beigesteuert. Auf eine Lehrkraft entfielen im Durchschnitt 61 Schüler; jeder Volks- fchüler verursachte einen durchschnittlichen Kostenaufwand von 47 Mark vierteljährlich. Außer den öffentlichen Volksschulen bestanden noch 614 Pri- vatschülen mit Volksschulziel^ die von 89 199 Kindern besucht wurden.
Der Bevölkerungsrückgang in Frankreich.
Nur mit Mühe hat bei dem anhaltenden Rückgänge der Bevölkerung Frankreichs das Aus- hebuugsgeschäft in den bisherigen Grenzen aufrecht erhalten werden können. Es ist bekannt, daß vielfach, um die Cadres wenigstens nominell auszufüllen, gesungheitlich minbertoertige Leute ausgehoben wurden, die dann nach kurzen Dienstzeit entlassen werden mußten. Dec Erlaß strengerer Vorschriften hat allerdings in der Zeit die Süitoenbimg dieses Auskunftsmittels sehr erschwert. Jetzt aber rückt allmählich der Zeitpunkt heran, wo das erforderliche Nekrutemnaterial schlechterdings nicht mehr aufgebracht werden kann, weil die Geburtenziffer nicht entfernt mehr diejenige Höhe auftveist, auf der seinerzeit die gegenwärtige Präsenzstärke basiert wurde. Wie gelegentlich der Beratung des Entwurfs zum Marineetat für 1904 zur Sprache gebracht wurde, ist die Zahl der männlichen Geburten, die in den Jahren 1879 und 1880 noch 480 000 betrug, stetig zurückgegangen und in 1900 und 1901 auf 430 00 angelangt. Demgegenüber wurden allein in Preußen 670 239 männlicheGeburten im Jahre 1901 gezählt, unb, während die Bevölkerung Frankreichs in den letzten Jahren stagnierte, betrug in Preußen die natürliche Volksvermehrung, d. h. der Ueberschuß der Geborenen 490 343 im Jahre 1900, 546 732 im Jahre 1901 und, trotz der Abnahme der Zahl dec Geborenen, die aber durch eine wesentlich größere Abnahme der Sterbefälle ausgeglichen wurde, 578 393 im Jahre 1902. Dec Berichterstatter des Entwurfs zum fronzösi-
„Ungerufen oder nicht," gab sie zur Antwort, „Ekkehard ist willkommen."
Dabei reichte sie ihm die Hand zum Kuß.
„Dank, hohe Frau!"
Hänschen toarf dem fremden Onkel einen mißbilligenden Blick zu. Was wollte er denn? Guten Tag sagen? Na schön — aber nun hatte er das getan, unb nun würde er sich wohl endlich wieder fort machen. Doch Hänschen sah sich in seinen Erwartugen getäuscht. Der sremde Onkel zeigte nicht bei geringste Lust, sich „fort zu machen" — bewahre' Er schwatzte und schwatzte und schließ, sich beredete er Tante Otten sogar zu einem Spaziergang unb sie — nein — sie tat ihm wirk- den Willen. Um Hänschen kümmerte man sich ganz, bis oben 'rauf — und nun — nein, wirklich, Hänschen war entrüstet! Man sollte nur ja nicht denken, daß Hänschen sich je wieder um solch eine Tante kümmern würde! I wo! Mochte die sick ’rfnbitbeln lassen, von wem sie mochte, er würde keinen Finger rühren — Gott beschütz'! Hänschen überhaupt nicht mehr, den hatte man vollständig vergessen. Der kleine Bursche war entrüstet! Ihn einst ch stehen zu lassen! Wo man ihm doch versprochen hatte, sich von ihm einbubeln zu lassen, schob die Hänbe in die Hosentaschen und stampfte durch den - eichen Sand nach Mutters Strandkorb, um sich dort mit einem ausgiebigen Frühstück zu troffen.
Inzwischen wanderten Hadwig unb Jürke am Strcmb entlang.
„Unb die Blumen haben Ihnen wirklich Freude bereitet?"
„Ja, gewiß," versicherte sie, „weil es doch rote - Geranien waren."
„Natürlich, nur darum —" Er schleuderte mit geschicktem Wurf einen runden Kiesel in die Wellen. Wissen Sie, wie man diese Bluu.cn in der Heimat mein# Mutter nennt?"
scheu Marineetat, Herr Messimy, war also im Recht, daß Frankreich bezüglich des Effektivbestandes der Armee und Marine an, den Grenzen der, Leistungsfähigkeit angelangt sei, unb wenn die französische Regierung, was indes noch keineswegs feststeht, eine gewisse Reduktion der Cadres eintreten lassen sollte, wird es dazu nicht durch beit Wunsch, den Traum eines allgemeinen Friedens verwirklicht zu sehen, sondern einfach durch physisches Unvermögen veranlaßt werden.
Deutsches Reich
? Berlin, 9. Dezember.
— Seine Majestät der Kaiser unternahm am Montag seinen gewohnten Spaziergang und hörte am Dienstag Marine- und militärische Vorträge. Vorher war der Maler Josef Röchling empfangen worden.
— Der Grafregent von Lippe sollte nach ®e- rächten schwer erkrankt sein. Demgegenüber wird von maßgebender Seite mitgeteilt, daß der Regent allerdings infolge einer Erkältung mehrere Tage über das Zimmer hüten müßte, seit zwei Wochen, aber wieder hergestellt ist.
— Das- Auswärtige Amt konnte am 8. d. M. auf eine 175 jährige Existenz zurückblicken. Bereits unter Kurfürst Friedrich Wilhelm war. um der Gesammtheit des Staatsrats den Einblick in die Geheimnisse der hohen Politik zu verschließen,, die Bearbeitung der politischen Sachen einen! bestimmten Mitgliede des am 13. Dezember 1604 gegründeten Geheimen Etatsrats durch Jnstrultiou vom 4. Dezember 1651 übertragen worden. Aus Vorstellung König Friedrich Wilhelms I. verfaßte der damals als Leiter der preußischen Politik mir-' keude Heinrich Rüdiger von Ilgen ein Denkschrift' über die „Affaires publiaues am besten zu sich-, rende Art". Diese Denkschrift führte bann, wie die „Nordd. Allg. Ztg." berichtet, zu der am 8< Dezember 1728 vom Könige vollzogenen Instruktion „auf wes Arth die Affaires etrangbres. unb Reichssachen sollen geführt und traktiert toer«{ den". Nach den Erfahrungen des preußischen Hoshistoriographen unb Professors Koser ist diese Instruktion als die „konstituierende Akte" des- Äuswärtigen Amtes anznsehen, so daß auf den. 8. Dezember ds. Js. der 175jährige Gedenktag- der Gründung des Auswärtigen Amtes ge-; sollen ist.
— Im Ausschuß des deutschen Handelslages berichtet nach der „Nat.-Ztg." Präsident Frentzel, über die Erhebung von Schiffahrtsabgaben auf; freien Strömen, daß nach einer ihm amtlich ge-: wordenen Auskunft die deutsche Regierung nichts beabsichtige, eine solche Vorlage einzubringen. _■
— Der Gedanke einer Reichswehrsteuer ist! nicht mehr neu. Er ist soeben von den Freikonser- vativeu wieder ausgenommen tvorden, die iiw Reichstag einen Antrag betr. Einführung einer Wehrsteuer eingebracht haben. Wir haben unL zu diesem Steuerprojekt,' dessen Erträge in jeden? Falle nur äußerst bescheiden sein würden, schock wiederholt geäußert. Wir erinnern hier nny daran, daß der Generalfeldmarschall Graf Mol k^ ein Gegner dieser Steuer war. •
Nein, sie wußte es nicht, : '
„Brennende Liebe." "
„Ach, wie sonderbar!"
„Nicht wahr? Wie sonderbar!" Wiede? schlug ein Kiesel klatschend ins Wasser. !
Daß man sich so oft in Momenten tiefster Erj regung nach außen gleichgültig zeigt, ruhig, toi» das Meer bei Windstille! Eine kalte, regungH lose Fläche. Aber man kann nicht auf den Grimii sehen. Da schläft der Riese Sturm. Unter seinen; gewaltigen Atemzügen zittert das Herz be$ Meeres. , 1
„Wie haben Sie eigentlich nur meinen Namen erfahren?" fragte sie nach einer eiwa-q schwülen Pause im Weitergehen. Er erjtattte ihz Bericht.
„Es ist ja möglich, daß S,e mm zürnens gnädige Frau. •
Aber das fiel ihr gar nicht ein. Warum sollte sie denn? Sie mochte seinen kecken Wage« mut wohl leiden. Und sie konnte ihm doch au« nicht verbieten, sich hier aufzuhalten — unb selbst wenn sie es gekonnt hätte, mürbe sie es nicht ge/ tan haben. Sie war so glücklich über sein Eh scheinen! Das Verstecktspiel in Bremen hatte fa längst bereut. Damals amüsierte es sie — abe( nun — es war doch schade, baß sie lveder feinem noch er ihren Namen wußte. Dieses entzückend« Wiedhrsinden mußte eine Episode bleiben -j leider — und durch ihre Schuld. Daran, da? Ekkehard ihr nach Langeoog folgen könnte, hat!» sie mit feinem Aiemzug gedacht. Und nun wo» dies doch der Fall, unb es war noch gar nicht aus? gemocht, ob die Begegnung eine bloße Episodj bleiben würde. j
Mit Anne und dem Professor ist Jürke schnel bekannt geworden. Dem Blinden bringt er bÜ wärmste Teilnahme entgegen, imb Anne Cönij interessiert ihn, weil sie Hadwig? Freundin ist. '