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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg «nd Kirchhain.

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Bierteljährlicher BezugSprei»: da 6tr Expedition 2 ML, bet allm Postämtern 2,25 Mk. <exct> Bestellgeld).

JnsertionSgebühr: die gespaltmeZeile oder deren Raum 1üPfg.

Reklamen: die Zeile 25 Psg.

Marburg

Mttwoch, 9. Dezember 1903.

Erscheint »Schentlich Reben mal»

Druck unb Verlag- Job. Ang. Koch, Unwersitätr-Buchbruckerel

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

38. Jahrge

Der konservative Antrag zur Ver­sorgung der Invaliden.

Unter den. Klagen, die seitens alter hilfsbe­dürftiger Kriegsinvaliden erhoben werden, ist eine bet größten die, daß die moralisch so wohl ver­diente Unterstiitzlmg denjenigen alten Kriegsteil­nehmern nach der gegenwärtigen Lage de? Ge­setzes nicht gewährt werden kann, die zwar den Krieg mitgemacht haben, tatsächlich auch an den Folgen der Kriegsstrapazen erkrankt und heute außer Stande sind ihr täglich Brot in ausreichen­der Weise zu erwerben, unglücklicherweise aber ihre Erkrankung nicht rechtzeitig angemeldet ha­ben und daher nicht unter den anerkannten Kriegsinvaliden gezählt werden. Es liegt in dec Natur der Sache, daß die Zahl dieser Hilfsbe­dürftigen nunmehr von Jahr zu Jahr wächst. Der überwiegenden Mehrheit nach sind es Män­ner, die nach Beendigung des Feldzuges im Ver- trauen auf ihre Jugendkrast sich der Hoffnung hingegeben haben, daß die Folge der erlittenen Strapazen sich bald würde überwinden lassen und die erst später zu ihrem schweren Schaden bemerkt haben, wie ernst die Nachwirkungen des Feldzuges fnf ihre Gesundheit sind. Es ist zweifellos ein unwürdiger Zustand, daß der Staat von diesen alten Invaliden nach der geaenwärtigen gesetz­lichen Lage den Nachweis erfordert, daß ihre heu­tige Krankheit als eine Folge der Feldzugsstra- pazen zu betrachten ist. Die Billigkeit sollte viel- mehr dafür sprechen, daß von vornherein jeder, der am Feldzüge teilgenommen hat und heute hilfsbedürftig erscheint, den Anspruch aus die In» ba'idenunterstützung so lange hätte, bis der Staat den Nachweis führt, daß die vorliegende Krank­heit auf andere als Kriegsnrjache zurückzuführen sei. Das -zroße Unrecht tritt praktisch namentlich deswegen in Erscheinung, weil der iveite Jnstan- zenzug, den die Invaliden heute zur Durchfech- tung ihrer Ansprüche erfüllen müssen, ihre Leist­ungsfähigkeit meistens soweit übersteigt, daß diese Schwierigkeit einer vollständigen Verhinderung gleichkommt. Es war daher in hohem Grade zu beklagen, daß bei der letzten Regelung der Jnva- lideuversorgung der von dem konservativen Abg. Nißler eingebrachte Antrag abgelehnt wurde, der diesen Uebelstand im Sinne der vorstehenden Aus­führungen beseitigen wollte. Es steht wohl zu erwarten, daß die Berechtigung dieses Antrages inzwischen bei allen Parteien erkannt ist und es ist deshalb dankenswert und mit Freuden zu be­grüßen, daß der Abg. Nißler gleich bei Beginn der neuen Legislaturperiode mit Unterstützung der konservativen Partei und ihrer Freunde, un­ter denen sich auch Herr Liebermann von Sonnen­berg befindet, diesen Antrag nochmals einaebracht hat. Er lautet:

Der Reichstag wolle beschließen, die Ver­bündeten Regierungen um Vorlegung eines Ge­setzentwurfs zu ersuchen, durch welchen unter Ab­änderung des Art. 1 Ziffer 3 deS Gesetzes vom 22. Mai 1895, betreffend die Gründung und Verwaltung des Reichs-Jnvalidenfonds, aus all- gemeinen Reichsmittel Beträge zur Verfügung ge­stellt, werden behufs sofortiger Gewährung von Beihilfen an solche Personen des Unteroffizier- und Mannschaftsbestandes des Heere? und der

6 Machdruck verboten.)

Frau Hadwig.

Eine Strandgeschichte von Ella Lindner. (Fortsetzung.!

Aber Hadwig, es giebt doch solche Mengen davon! Daß Du da trauerst."

. Ja, ich weiß selbll nicht, weshalb es mir so weh tut! Aber si.w Du. wie der Junge darauf trat und ich das len. >iuiftern hörte, da hätte ich ihn schlagen können! Wahrhaftig! So viel Schön­heit und so mutwillig zerstört!"

IV.

Jürke Allmers ist Frühaufsteher und daS hat seinen besonderen Grund. Der Tag mit seiner reichen Arbeit nimmt ihn dermaßen in Anspruch, daß ihm keine Zeit für irgend einPrivatvergnügen bleibt, und das ist nach Jürke Allmers Ansicht auch gar nicht nötig, denn Tagesstunden sollen Schaffensstunden fein. Und ihm macht das Schaffen Freude, er liebt die Arbeit, die des Man­nes ganze Kraft erfordert. Aber nicht deshalb steht er mit der Sonne auf, nein, so pflichteifrig ift er nun dach nicht, sondern eben eines gewissen Privatvergnügens wegen. Dies sind die langen, einsamen Morgenspaziergänge, die er bei jedem Wetter unternimmt. Selbst der Regen hält ihn davon nur in Ausnahmefällen ab. denn er kennt für sich ja nichts Schöneres, als biuauszuwandern in die erwachende Natur, und wenn er eines da­bei bedauert, so ist es. daß Bremen völlig im Tief- lande liegt, daß er nicht von Bergesböhen die auf- jgebende Sonne grüßen kann. Und gerade heute, als der Mond noch groß. rund, leuchtend am watlblauen Morgenhiminel hängt, und dünnes ssraues Gewölk über dem Horizont lagert, gerade da muß er so lebhaft eines Sonnenaufganges ge-

Marine, welche an den Feldzügen 1870/71 oder an den von deutschen Staaten vor 1870 geführten Kriegen ehrenvollen Anteil genommen haben und deren Erwerb infolge von Alter und Krankheit oder anderen Gebrechen dauernd auf weniger als ein Drittel herabgesetzt ist (vergl. Jnvalidenver- sicherungsgesetz vom 12. Juli 1899, § 4, Abs. 4), soweit sie auf diese Unterstützung Anspruch er­heben, und zwar in der Weise, daß die Aus­zahlung an die Berechtigten vom Tage der An­erkennung ihrer Berechtigung beginnt."

So schlimm auch die Finanzlage des Reiches ist, so steht doch zu hoffen, daß die auskömmliche Versorgung der Invaliden von dem nunmehrigen Reichstage beschlossen werden wird.

Umschau.

Unsere Korn zolle und der Handels- v'ertrag mit Rußland.

Unsere linksliberalen und demokratischen Blät­ter werden nicht müde, den Russen klar zu machen, daß sie sich unmöglich die Erhöhung unseres Korn­zolles bis auf 5 Mk. gefallen lassen, daß sie nie­mals auf solcher Grundlage einen neuen Handels­vertrag mit uns adschließen könnten, ohne ihre Landwirtschaft völlig preiszugeben. Die russischen Handelsvertragsunterhändler werden solche ftimb- gedungen der zwar in Deutschland erscheinenden, aber von jüdisch-internationalem Schachergeist beseelten Pretzorgane wohl eifrig sammeln und sie als wittkomm.'iines Angrisfsmaterial gegen die Position der deutschen HandelsvertragSbevollmäch- tigten auszunutzen versuchen.

Unseres Erachtens ist glücklicherweise die Stellung eine so feste, daß sie auch durch solche er­bärmlichen Flatterminen dieser deutsch-sprachigen aber deutsch-feindlichen Poliftker nicht erschüttert werden, die sich nicht entblöden, im Handelsver­tragskampfe die Geschäfte der Russen zu besorgen und benen das Wohl der dortigen Landwirte mehr am Herzen liegt als das der deutschen. Wenn unsere deutschen Unterhändler ihrer Aufgabe ge­wachsen sind, werden sie ihre russischen Kollegen einfach an die Tatsache erinneren, daß an unfern Grenzen bereits lange Jahre (18871894) ein Kornzoll von 5 Mk. erhoben worden ist, ohne daß die Lage der russischen Landwirte in diesen Jahren schlechter gewesen wäre als in den letzten bei er­mäßigten Zöllen. Trotzdem Deutschland keines­wegs auf die Zufuhr russischen Korns angewiesen ist, hat es sich auch in jener Zeit stets als der beste Abnehmer besonders des sonst nahezu unverkäuf­lichen russischen Roggens erwiesen.

Wenn Rußland sich jetzt nicht bereit zeigen sollte, auf Grundlage der Wiederherstellung jenes alten deutschen Kornzolles einen neuen Vertrag mit uns abzuschließen, wenn es darüber ztl einem Zollkriege oder auch nur zur Anwendung der bei- berfeitigen autonomen Tarife kommen sollte, dann würde dadurch gerade die rufsische Laiidwirtschast auf da? schwerste getroffen, mit doppelten Ruten geschlagen werden . Es würde ihr einmal der für ihre Haupt frucht, den Roggen, unerfetzliche deutsche Absatz geraubt, andererseits der Bezug der für ihren Wirtschastsbetrieb vorzugsweise geeigneten deutschen Ackergeräte verteuert oder unmöglich ge­macht werden. Für die russischen Landwirte ist aber der möglichst billige Bezug solcher Ackerge­

denken, des letzten, den er kurz vor der Mutter Tod mit jener im Gebirge erleben durfte. Es ist ihm, als sei es gestern erft gewesen und nicht vor drei Jahren, daß sie zusammen auswärts toan- derten über Wurzeln und Gestein. Traumhaft füll war es noch im Tal. Aber schon regte es sich leise im Walde, zwitschernde Stimmen wurden laut, schlanksüßige Rehe grasten im Frühlicht, und ein aufgeschreckter Hase sprang dicht vor ihnen über den Weg und verschwand vor ihnen im Unter- holz. Und indem sie vorwärts klommen, färbten sich allgemach die grauen Wölkchen im Osten, und der Schein wurde tiefer und tiefer, bis sich endlich eine rosenrote Lichtwelle über den ganzen Horizont ergoß. Der alte Felsen, der in der Ferne so stolz- trotzig in die Lüfte ragte, hatte sich urplötzlich mit einem Krönlein aus rotem Gold geschmückt, das schier in märchenhafter Pracht funkelte und gleißte. Dies Funkeln und Gleißen nahm zu, mehr und mehr, und das Krönlein wuchs und wuchs und schoß Feuerblitze nach allen Seiten. Und schließ­lich war es gar fein Krönlein mehr, sondern die Sonne, die droben auf dem Berge stand und lächelnd ins Land grüßte, die Felder und die Wälder küßte und mit ihren Lichthänden den Schleier von den Tälern zog, so daß die Schatten der Nacht, die drunten noch lagerten- erschrocken entflohen. Und höher flieg sie und höher. Tief­blau war der Himmel und nsidifch erblaßte der Mond.

Sieh, Akutter," sagte Jürke damals,der Nachtwandler kann die Sonne nicht ertragen."

Ja, mein Junge," o, er meint noch der Mutter Stimme zu hören,so geht es wohl all denen, die nicht die Kraft haben, ans sich selbst heraus zu leuchten."

Die Mutter mar eine Sonnennatur getoefen, sieghaft unb mild zugleich, und obschon er, Jürke.

rate, welche die bärtige Industrie bei weitem nicht in gleicher Güte liefern- kann von aller­höchster Bedeutung. Der Ackerbau krankt im all­gemeinen in Rußland heute noch immer viel mehr an den niedrigen Erträgen der schlecht beackerten Felder als an niedrigen Kornpreisen. Schnelle und große Fortschritte in der Bodenkultur und dementsprechende Ertragssteigerung kann aber bei den ungenügenden Leistungen der russischen Jn- landSinoustrie nur durch möglichste Erleichterung des Bezuges ausländischer Landwirftchaftsgeräte erzielt werden. Auf diesem Gebiete ist aber Deutschland ebenso der beste Lieferant, wie es der beste Abnehmer für russisches Korn auch bei einem 5 Mark-Zoll bleiben würde. B. L.

Die Beschlüsse der internationalen SanitatSkonferenz.

Ueber den Inhalt der am 3. Dezember,, in Paris unterzeichneten internationalen Sanitäts­konvention wird gemeldet: Der Titel 1 enthält Vorschriften, die sogleich beim Auftreten der Pest zu beobachten sind, und Abwehrmaßregeln gegen das versuchte Gebiet. In Bezug auf Schiffe ist die Ansteckungsfrist von 12 auf 7 Tage herabge­setzt worden. Unter die Desinfizieningsmaß- nahmen ist die Vernichtung der Ratten ausge­nommen. Tstel 2 enthält Bestimmungen, die vor­nehmlich das Rote Meer, den Suezkanal und den Persischen Golf angehen. Titel 3 stellt Vorschrif­ten für die Wallfahrten nach Mekka auf. Titel 4 besagt, daß die Regierungen, welche die Konven­tion unterzeichnet haben, übereinfommen, bet der Türkei dahin vorstellig zu werden, daß diese den getroffenen Vereinbarungen über das Gesnnd- heitswese beitrete, da die Beschlüsse der Konferenz sonst unwirksam bleiben. Die Konvention ist von 20 Regierungen unterzeichnet, das sind 8 mehr, als die Beschlüsse der letzten Konferenz unterzeich­net haben. In der Schlußsitzung hiät der Vor­sitzende, der französische Botschafter in Rom, Barrdre, eine Ansprache, worin er die Wohl­taten hervorhob, die der Allgemeinheit ans den Beschlüssen der Konferenz erwachsen. Das ge­schlossene Abkommen sei dazu bestimmt, der Ge­sundheit und dem Handel der Welt die kostbarsten Dienste zu erweisen; es bilde den letzten Ver- teidigungswall gegen die Epidemien und einen öffentlichen Ehrentitel für affe, die zu ihm beige- trägen hätten. Ansprachen hielten noch der Ver­treter Italiens, Santo Liquida, und der Ver­treter Deutschlands, Legationsrat von der Gröben.

Deutsches Reich

fBttlhi, 8 Dezember.

Seine Majestät der Kaiser unternahm am Samstag die gewohnten Spaziergänge und hörte nm Nachmittag Vorträge. Am Sonntag machten beide Majestäten einen Spaziergang in der Um­gebung des Neuen Palais. Am gestrigen Mon- tag hörte Seine Majestät den Vortrag des Chefs des Zivilkabinetts und empftng den Kapitän zur See Grafen Baudissin, der atis China zurück­kehrte.

lieber das Befinden des Kaisers will die Frks. Ztg." auS unanfechtbarer Quelle erfahren haben, daß volle Sicherheit besteht, daß der Kaiser

viel von der Mutter hat, ist es doch recht dunkel geworden im Haus, seit sie nicht mehr darinnen waltet. Dem Hanse fehlt die Herrin. Jetzt, nach­dem Hadtvig in sein Leben getreten war. kommt ihm das erst voll zum Bewußtsein. Und mm wußte er nicht einmal ihren Namen. Wußte nicht, ob sie überhaupt frei, Wtwe vielleicht, oder noch gebunden! Wer ihm das hätte sagen können! Aber Jürke Allmers ist ein Mann der Tat, und so gab er sich nicht lange unnützen Grübeleien hin, sondern schrieb kurz entschlossen an das Bade- kommissariat zu Langeoog und fragte an, wer an dem und dem Tage auf der Insel eingetroffen sei. Er bat sehr höflich um genaue Namens­angabe der betreffenden Personen. Die Antwort erschien denn auch umgebend. Heule, als Jürke von dem gewohnten Spaziergänge zurückkehrt, liegt sie unter anderen Postsachen auf seinem Schreibtische. Hastig reißt er den Umschlag auf und lieft die wenigen Zeile.,!. Die Hand, mckffe das Blatt hält, zittert merklich,.

Am genannten Tage," liest er halblaut,nur zwei Damen, Fräulein Anne Cönitz, Lehrerin, und Frau Hadwig Otten, Witwe des bekannten Malers."

Jürke ist versucht, trytz der ihm anerzogencn Selbstbeherrschung einen Luftsprung zu machen. Witwe! Also doch! Frei ist sie, diese entzückende Frau! Er braucht Zeit, um das zu fasse,,. Ihm ist, als habe das Glück ihm je(jt so recht kräftig und kameradschaftlich die Hand geschüttelt. Was Wunder, wenn da einer etwas außer Fassung gerät! Jürke sitzt am Schreibtisch und starrt selig auf das weiße Papier. Und dabei träumt er, und all die verführerischen Gedanken, die feit der Be­gegnung mit Hadwig in feiner Seele wach ge­worden sind, die tauchen nun weiter und weiter empor, heben sehnend daS Haupt und spinnen mit

in zwei bis drei Wochen wieder im ungehinderten Besitz seiner Stimme sein wird. Es unterliege nnichl dem geringsten Zweifel, daß der Kaiser den Landtag persönlich eröffnen kann. Ebenso ist der gutartige Charatter der Erkrankung mit allei wissenschaftlicher Sicherheit feftgeftefft.

Der Kronprinz begiebt sich heute nach Ocl? in Schlesien zur Jagd.

Die Untersuchung des Großherzogs von Oldenburg durch Medizinalrat Reyher in Dresden hat Herzerweiterung bei sonst gutem Ausgleich des alten Klappenfehlers ergeben. Die Krank« heilserscheinungen düsten in wenigen Wochen be« fertigt fein.

Der dem preußischen Landtag vorzulegende Entwurf für die Schutzwasserregulierung in Schle­sien wird nach einem Breslauer Blatt die Kosten auf 8 Millionen Mark beziffern. Neben dem Staat hätten sich der Provinzialverband und di« Stadt Breslau an der Aufbringung der Summ« zu beteiligen.

Die Ausprägung von Silbergeld war im letzten Monat größer als die von Goldmünzen. Es wurden geprägt fiir 3 465 180 Mk. Doppel- kronen, für 2 186 840 Mk. Kronen, für 5 979 508 Mark Zweimarkstücke, für 579 994 Mk. Einmark­stücke und für 67 014,40 Mk. Zweipfennigstücke.

Die deutsch-italienischen Handelsvertrags- Verhandlungen durften demnächst aufgenommen werden. Nach Besprechung mit dem Finanz­minister Luzzatti hat sich der Deputierte Pantano bereit erklärt, die Verhandlungen auf italienischer Seite zu leiten.

Das preußische Staatsministerium hat dem Vernehmen nach an dem Entwürfe des Militär- penfionsgesetzes wesentliche Aendernngen borge« nommen. Insbesondere soll die ursprüngliche Forderung, die Pension für eine Dienstzeit von 10 Jahren auf die Hälfte des Einkommens zu :r- höheii, abgelehnt worden sein.

In einem Artikel über die deutsche Grenz­sperre gegen Viehseuchen schreibt das Hauptorg.ur des Zentrums, dieKöln. Volkszlg.", sie hoffe zuversichtlich, daß die deutsche Regierung der For­derung Rußlands auf Aufhebung der Grenzsperre ein unbeugsames Nein entgegensteffen werde.

In dem Wahlkreise Osnabrück, der durch den Tod des welfischen Abgeordneten Freiherrn von Scheele-Schelenburg erledigt ist, soff von den Nationalliberalen der frühere Abgeordnete Basser« mann als Kandidat ausgestellt werden.

Das Reichsmarineamt bat, wie aus dem neuen Marinetat hervorgebt. die Verlegung der Marineschule von Kiel nach Mürwirk an der Flensburger Föhrde beschlossen. Die Marine­schule Hai die Aufgabe, die Fähnriche zur See in Ergänzung der einjährigen Ausbildung auf den Seekadettenschulschiffen in wissenschaftlicher und beriifstechnischer Beziehung für die Seeoffiziers- Prüfung vorzubereiten. Der Kursi.s dauert 12 Monate.

Um zu verhüten, daß die Gymnasialschiiler zur Ablegung ihres Abiturienteneramens erst mit 23 bis 25 Jahren befähigt sind, hat der Kultus­minister angeordnet, daß fortan für die anszu- nehmenden Schüler folgende Altersgrenzen ftreng innezuhalten sind: Für die Serta 12 Jahre, stir die Quinta 18 Jahre, für die Quarte 14 Jahr«. Grgiebt sich nach der Prüfung, daß der aufzu­nehmende Schüler die bezügliche Grenze über«

Weißen Fingern schimmernde Traumfäden. Und diese Traumfäden schingen sich heimlich zum Netz, und in diesem Netz liegt das Glück das wunder« holdeste gefangen.

Das erste, was Jürke Allmers tat, nachdem er an diesem denkwürdigenMorgen wieder einiger­maßen zur Besinnung gekommen war, bestand darin, daß er einen Korb voll der schönsten, bren­nendroten Geranien nach Langeoog sandte.

Ekkehard und seine Klause grüßen Frau Hadwig," schrieb er dazu.

Dann im Laufe des Tages entdeckte et aller­hand Leiden, die ihn mit einem Male quälten. Er redete sich ein, daß er bereits hochgradig nervös sei und unbedingt ein Seebad zur Kräftigung nötig habe. Selbst menn daS liebet noch nicht sehr toeit um sich gegriffen hatte, war doch Vorbeugen schließlich das beste lind klügste. Auch der alte Buchhalter Jürke übernahm ihn bereits vom Vater mußte das einsehen, obschon er beim besten Willen nichts Beängstigendes in Bezug auf seines jungen Herrn Gesundheitszustand zu ent­decken vermochte. Im Gegenteil! Kaum je war Herr Jürke Allmers so frisch und so aufgeräumt gewesen, wie eben jetzt. Aber warum denn nicht einmal ansspannen? Gewiß, das konnte einem Gesunden nicht schaden. Also in Gottesnamen l Mochte der Herr nur reifen. Wohin es denn gehen sollte , erlaubte sich der alte zu fragen.

Wohin?" Jürke spielte mit dem silbernen Papiermesser.Ja, Osterkanip, darüber bin ich mir selbst noch nicht klar. Eine kleine,, stille Insel wissen Sie Spiekeroog vielleicht oder nein, Langeoog, das liegt mir am be­quemsten*

(Fortsetzung folgt.)