erst einmal festestem fern wird, welche Kosten durch die Versicherung für den einzelnen Hand- Wirker verursacht werden. In dieser Beziehung hat man dock schon recht charakteristische Ersah- rungen gemacht. Bei einer solchen Sachlage ift schwerlich daran zu denken, daß schon m der nach- ften Tagung dem Reichstage eine Novelle zum Jnvalidenversicherungsgesetz, die sich auf das Handwerk bezöge, vorgelcgt werden wird.
Deutsches Reich
^erlfn. 28 Nove-cker.
— Es wird vielfach ausfällig bemerkt, daß das führende Zentrumsorgan am Rhein, die „Köln. Dolksztg.", erklärt, der jetzige Zeitpunkt -sei für die Einbringung eines neuen Militärpcnsionsge- setzes sehr wenig geeignet.
— Zur Frage der Schiffahrtsabgaben erfährt das „Zentralblatt der Walzwerke" au? bester Lnelle, daß tatsächlich in preußischen Regierungs- kreisen diese Frage zum Gegenstand ziemlich umfangreicher Verhandlungen geworden ist. Man fei zunächst bemüht, mit anderen Bundesstaaten Fühlung zu nehmen, um eventuell in Gemeinschaft mit diesen vorgehen zu können. Immerhin seien die Ansichten auch in Preußen noch sehr geteilt, und die ganze Angelegenheit befinde sich im ersten Vorbereitungsstadium.
— Im Reichsjustizamt ist ein Gesetzentwurf über die Haftpflicht der Inhaber von Automobil- fahrzeugen in Vorbereitung.
— Für die Erneuerung des deutsch-griechischen Handelsvertrages haben seit kurzem 58er- Handlungen zwischen beiden Staaten begonnen. Griechenland verlange besonders die Herabsetzung des Einfuhrzolles auf Korinthen.
— Zu den Unruhen in Deutsch-Südwestafrika wird eine beachtenswerte englische Aeußerung laut. Der Direktor einer britischen Gesellschaft in Teutsch-Südwestasrika, Shaw, der kurz vor dem Aufstande in Warmbad war schreibt in einem offenen Briefe an die Zeitungen: „Was auch die Ursache des Aufstandes der Bondelzwarrs war, ick bin überzeugt, daß sie nicht in irgendwelcher Härte oder Ungerechtigkeit der Regierungsbehörden zu suchen ist. Ich glaube nichts daß der Eingeborene in Deutsch-Airika mit weniger Gerechtig. kett und Rücksicht behandelt wird, als seine Brüder in den britischen Kolonien."
— Ein Antrag, der die Bestrafung von Sok- datenmißhandlungen mit der Entfernung aus dem affinen Heere fordert, ist in der bayerischen Kammer unter Zustimmung des Kriegsministers von Asch angenommen worden.
— Der römische Mitarbeiter der „Täglichen Rundschau" behauptet, daß der vielgenannte Bi sckof Korum von Trier sich mit Rücktrittsgedanken trage:
»In geistlichen Kreisen gebt das Gerücht von einer Abdankung Bischof Korums. Da er sich unmöglich gemacht, hätte die Preußische Regierung schon zu Lebzeiten Leos gelegentlich der kaiserlichen Romreise eine dahingehende Zusicherung erhalten. Pavst Pius wünsche jedoch, daß der Rücktritt freiwillig und unauffällig stattfinde. Damit soll dann auch der jüngste Besuch Kardinal Fischers in Trier zusammenhängen."
Ausland.
Rußland. Rußland hat nicht nur auf Ost- afien fein ganzes Interesse zu konzentrieren, son- dem es muß auch Mittelasien überwachen, wo jetzt ein englischer Vorstoß zu erwarten, ist. Die Engländer beabsichtigen eine Eisenbahn von Indien durch Tibet nach China zu legen, wodurch naturgemäß ihr politischer Einfluß bedeutend 6er- mehrt würde.
Nach einem Telegramm des „Bureau Reuter" aus Petersburg erregte dieser englische Vorstoß aus Tibet in politischen Kreisen und in der Presse große Beunruhigung. ES genügt ein Blick auf die Karte von Asien zu werfen, um zu verstehen, eine wie große Veränderung in dem ganzen sozialen, kommerziellen und industriellen Leben
liebt. Dir tausend Versprechungen gemacht. Dir ewige Treue geschworen und dann, ja bann hat er Dich doch verlassen und liegt nun einer anderen zu Füßen! O, ich kenne das ganz genau, Mona, ich habe Deine Geschichte wer weiß wie oft in der Oper gesehen!"
„O nein, Sor Paganini, Sie irren sich verzweifelt stark!" entgegnete Mona mit großer Empörung, die ihres Herrn Mißtrauen in ihres Gio Treue erregt: und die ihr köstlich stand, „verzweifelt .stark, irren Sie sich, Sor Paganini! Erstens ist mein Gio, mein Bräutigam, viel zu treu, um mir einer andern halber untreu zu mer- ten, und zweitens haben wir weder eine Geschickte noch eine Oper, zumal das Dinge sind, die ich Bar nicht kenne!"
Paganini lächelte.
„Aber geweint hast Du doch, Mona?"
„Nun ja, Sor, Wohl habe ich geweint, und ich möchte das Mädchen sehen, das trockene Augen behält, wenn fein Bräutigam von Haus und Hof vertrieben werden soll und es sieht nirgends Hilfe!"
. Und Monas Augen begannen sich aufs neue mit Tränen zu füllen, und das frische Gesicht ver- tzog sich schmerzlich.
(Schluß folgt).
Wissenschaft, Kunst und Leben.
* Vermächtnis. Ter am 2. Juni 1901 fn Rom verstorbene deutsche Maler Professor Gustav Müller bat zugleich im Sinne seines am 89. Dezember 1895 verstorbenen Zwillingsbruders, des Bildhauers Eduard Müller, der „Nordd. Dlllg. Ztg." zufolge dem Deutschen Reiche ein Kadital von 300 000 Lire (etwa 240 000 Mark mit Der Bestimmung vermacht, daß aus den Zinsen vuf den internationalen Kunstausstellungen in Rom Kunstwerke angekauft werden. Die Stiftung Wird vom Deutschen Reich verwaltet. Es sollen abwechselnd Oelgemälde und Werke der Bild- bauerfunft, und zwar das eine Mal Werke deut- scher Künstler, welche Angehörige des Deutschen
Chinas und ganz Ostasiens durch den Bau einet Bahn hervorgerufen werden würde, die Indien durch ein englisiertes Tibet mit dem Jantsetale verbände, das augenblicklich den Engländern zwar von Schanghai aus zugänglich, aber vom Lande aus verschlossen ist. Daß man in Rußland den englischen Plan mit allen Mitteln zu hintertreiben versucht, versteht sich Wohl von selbst. — lieber das Verhältnis Rußlands zu den Vereinigten Staaten namentlich im Hinblick auf die Lage in Öftesten äußert sich der panslawissische „Swjet" folgendermaßen: „Im fernen Osten können wir nur auf uns selbst und unsere Festigkeit rechnen und müssen uns vor allem in acht nehmen, namentlich aber vor den Vereinigten Staaten. DaS ist die unmittelbare Lehre, die mir aus den letzten amerikanischen Ereignisien zu ziehen haben. Ferner darf man nicht vergesten, daß nicht nur auf militärischem, sondern auch auf wirtschaftlichem Gebiet gekämpft wird. Mit der Fertigstellung des Panama-Kanals wird der Handelsweg zwi- schen den Vereinigten Staaten und Asien kürzer werden und zu diesem Zeitpunkt wird die Handelsflotte der Staaten außerordentlich gewachsen sein. Auch wir müssen in dieser Hinsicht arbeiten, damit wir die Möglichkeit haben, zu konkurrieren, statt uns mit gebundenen Händen den triumphierenden Angelsachsen zu ergeben. Kraft der geographischen und historischen Vorbedingungen gehört Asien uns, eher als jedem anderen, und wenn wir unseren historischen Rechten entsagen, haben wir uns selbst entsagt."
Marburg und Umgegend
Marburg, 28. November.
* Stadttheatrr. Um vielseitigen Wünschen zu entsprechen, wird Donnerstag den 3. Dezbr. als 9. Abonnementsvorstellung Otto Ludwig« gewaltiges Schauspiel »Der Erbförster" in Szene geben.
* Erledigte Schulstellen. Die 2. Lehrerstelle an der evangelischen Volksschule in Löhlbach soll vom 1. April 1904 ab anderweit besetzt werden. — Tie Schul- und Küsterstelle zu Wollrode soll vom 1. April k. I. ab anderweit besetzt werden. — Bewerber um die am 1. Januar k. I. zur Erledigung kommende Schulstelle zu Gewissenruh wollen ihre mit den vorgeschriebenen Ze ignisten versehenen MeldungS- gesuche binnen 3 Wochen an den Ortsfchul- inspektor, Herrn Pfarrer Kurz in Lippoldsberg einreichen. — Die zweite Schulstelle in Sorga wird infolge Versetzung des bishkrigen Inhabers vom 1. Dezember d. I. ab frei. — Die 2. Schnlstelle zu Niederelsungen soll vom 1. Januar 1904 ab anderweit besetzt werden. — Die 2. evangelische Lehrerstelle zu Jestädt, mit welcher Kirchendienst nicht verbunden ist, ist infolge Versetzung deS seitherigen ScelleninhaberS erledigt und soll anderweit besetzt werden.
* An einem Bonbon erstickt. Die Gewohnheit, daß von den Eltern zu irgend einem Einkäufe abgesandten kleinen Kindern irgend eine Süßigkeit verabreicht wird, hat in den letzten Jahren ungemein Verbreitung g sunden, ob mit Recht oder nicht, mag dahingestellt bleiben. Jedenfalls empfiehlt es sich, bei solchen kleinen Geschenken di: notwendige Vorsicht anzuwenden, wie der nachfolgende Vorfall lehrt. Die Gattin eines Metzgermeisters in Offenbach a. M. schickte ihr 3% Jahre altes Töchterchen in die Nachbarschaft. Dem Kind wurde eine verzuckerte Erbfe gegeben. Plötzlich begann die Kleine zu klagen, man holte die Eltern und nun wurde, da alle Versuche, den Gegenstand aus dem Halse zu entfernen, erfolglos blieben, die Kleine in das Hospital befördert. Auf dem Wege dahin ist aber das Kind erstickt. Die nachher an der Leiche erfolgte Operation ergab, daß die Erbse sich im Kehlkopf festgesetzt hatte. Die Familie ist in die tiefste Trauer versetzt.
Reiches sind, das andere Mal Werke italienischer Künstler zum Ankauf gelangen. Falls es an geeigneten Werken deutscher oder italienischer Künstler fehlen sollte, sollen Werke spanischer Künstler erworben werden. Die Werke der deutschen und Panischen Künstler sollen der Nationalgalerie n Berlin, diejenigen der italienischen Künstler i)er Akademie San Luca in Rom zufallen. Die nächste internationale Kunstausstellung in Rom findet in der Zeit von Mitte Januar bis zum 31. Mai 1904 statt. Gelegentlich dieser Ausstellung werden die Zinsen des Vermächtnisses zum ersten Male zur Verwendung gelangen, und zwar zum Ankäufe von Oelgemälden deutscher Künstler.
* D i e Literaturen des Ostens in Einzeldarstellungen. Während die deutsche Literatur als Weltliteratur im eigentlichen Sinne des Worts von jeher wichtigere Erscheinungen ihrer östlichen Schwestern sich ungeeignet hat, und vorzügliche Leistungen deutscher Forschung auf dem Gebiete der romanfischen und angelsächsischen Literaturen vorliegen, fehlen bis heute entsprechende Darstellung östlicher Literaturen fast völlig Dagegen wächst von Tag zu Tag die Bedeutung jener östlichen Länder und Völker, in erster Linie der russischen und polnischen; und jenseits dieser Propyläen des Ostens leuchtet dem geistigen Auge die eigentlich orientalische Welt mit ihren uralten, ehrwürdigen Kulturen und Literaturen geheimnisvoll entgegen. Kein Wunder, daß das Interesse des gesamten gebildeten Deutschlands sich nach dieser Seite immer mehr hinneigt, daß man den lebhaften Wunsch empfindet, den geschichtlichen Zusammenhang, den Hintergrund der Kultur, von dem sich die einzelnen Persönlichkeiten und ihre Schöpfungen abheben, kennen zu lernen, um sie und ihre Eigenart oder Tragweite besser beurteilen und würdigen zu können. Hier einzugreifen, die tatsächlich bestehende Lücke der deutschen Itterarischen Forschung ausfüHen zu helfen, ist der Zweck einer Samm- lung „Die Literaturen des Ostens in Einzeldarstellungen" (Verlag von C. F. Amelang, Leipzig). Die Literaturgeschichten dieser Sammlung wenden sich nicht an gelehrte Kreise, sondern an die Gebildeten. der Ration. Die Darstellung fett keiner.
M SimtShanst«, 26. Nov. Bei dem dunklen stürmischen Weiter rannte hier ein Bierfuhrwerk gegen das Gefährt eine- Landwirts aus Niederasphe Die Insassen de8 letzteren WagmS erlitten einige Haut, absckurkunaen.
Aus dem Wohratal, 24. Nov. Der Förster Lemmer zu Herbelhausen hatte gestern seltenes Jadgglück. In einem zu den Hospitalwaldungen S' Ingen Teil des Lohrs erlegte derselbe einen
er von seltener Größe. Das Tier wog 238 Pfund. — Bei einer Treibjagd im Forstbezirk Densberg brachen Plötzlich 8 Stück Wildschweine hervor, aber nur eines konnte zur Strecke gebracht werden.
* Neustadt. 27. Nov. Auf hiesigem Postamte bewegte sich der Geschäftsverkehr im vorigen Jahre wie folgt: Eingegangene Briefe rc. 99 632, Pakete ohne Wertangabe 8662, Briefe mit Wertangabe 334, Pakete mit Wertangabe 83, aufgegebene Briese rc. 82342, Pakete ohne Wertangabe 5718, Briefe mit Wertangabe 493, Pakete mit Wertangabe 201, eingegangene Post - Nachnahmesendungen 2394, Postauftragsbriefe 324, Betrag der eingezahlten Postanweisungen 561969 Mk., der ausbezahlten Postanweisungen 367 546 Mk., aufgegebene Telegramme 1162, eingegangene Telegramme 1260.
(!) Fraukeuber-, 27. Nov. Die elettr sche Be- leuchtunas-Anlage ist nunmehr fall völlig fertig gestellt. Tag^und Nacht wird an der Zentrale gearbeitet, damit die Stadtverwaltung ihr Nersvrechen, bis zum 10. Dezember die Stadt im elektrischen Licht erstrahlen zu lasten, einlösen kann. Es find bereits soviele Vrivatwohnungen angeschlosten, daß die Rentabilität der Anlage gesichert ist. Man hofft auch, daß noch mehr Einwohner den Anschluß beantragen werden, wenn sie erst persönlich von dem Dorteil der elektrischen gegenüber der bisherigen Beleuchtung sich überzeugen können. Die Stadt Frankenberg steht nun, was Wasterveriorgung und Beleuchtung anbetrifft, anderen Städten nicht mehr nach.
Vermischtes
Auf tragische Weise büßte ein Soldat in Aachen sein Leben ein. Er glaubte, während er aß, eine dienstliche Ehrenbezeigung machen zu muffen. In der Aufregung verschluckte er einen Knochen, der in die Luftröhre geriet und so den Tod beS ManneS herbeiführte.
lei Fackkenntnisse voraus, sondern verlangt nur ein Interesse für das geistige und literarische Leden der östlichen Völker. Als Band X beginnt soeben die „Geschichte der japanischen Literatur" von Dr. Florenz, Professor an der Universität Tokyo, zu erscheinen.
• Aeschylus im modernen Athen. Eine eigen artige Folge hat der Versuch, die alten klassischen Tragödien in modernem Griechisch auf die athenische Bühne zu bringen, gehabt. Die „Oresfie" des Aefchylus wurde im königlichen Theater in einer Uebersetzung von Sotiriades, die sich der deutschen Bearbeitung von Prof, von Wilamowitz-Möllendorf anschließt, ausgeführt. Diese Nebertragung der klassischen Sprache in die moderne griechische Umgangssprache hat anscheinend das Gefühl eines Teiles des athenischen Publikums verletzt. Am letzten Sonntag wurde eine große Protestversammlung in der Universität abgehalten, um gegen den Versuch Einspruch zu erheben, die ^geheiligte Sprache der Tragiker zu korrumpieren". An der großen Versammlung nahmen leitende Staatsmänner, Professoren, zwei berühmte achtzigjährige Gelehrte, die jetzt blind sind, Kontos und Nikolaides, der Ex-Premierminister Delyannis, sowie andere bemerkenswerte Persönlichkeiten und Studenten teil. Professor Mistriotis hielt eine patriotische Ansprache, in der er die Entwürdiger der alten Sprache als „Volksverräter" brandmarkte. Wie weiter aus Athen gemeldet wird, werden die Dramen von Aeschylus und Sophokles nicht mehr im modernen Griechisch gegeben werden. Die Protestversammlung hat allgemeine Zustimmung gefunden, und der Lärm des Publikums, sowie der Aufruf und die Drohungen der Studenten haben die Behörden gezwungen, die Vorstellungen aufzugeben.
* Eine englische Nordpol-Expedition ist zur ^eit durch Kapt. Drake in der Organisation begriffen. Das zu erbauende Segelschiff mti Dampfkraft wird 380 Tons Rauminhalt messen und mit einer Besatzung von 20 Mann auf ftchr Jahre mit Proviant versehen sein. Kapt. Drake wird London im Dezember 1904 verlassen und geht über Wladiwostok nach Point Narrow nach Alaska, das er im Jtzrli 1905 zu erreichen
Hesfon-Nrrffau und NachbarTebieie
Zwesten, 25. Nov. Auf die zwischen Borken und hier täglich zweimal verkehrende Privatpersonenpost wurde gestern Abend zwischen 9 und 10 Uhr, laut „Gaff. Tgbl." aus dem bei Arnsbach gelegenen Walde ein Schuß abgegeben, der glücklicherweise fehlging. Ob ein Attentat beabsichtigt war ober ob nur ein Schreckschuß abgefeuert worden ist, werben vielleicht die Ermittelungen ber Polizei feststellen. Die im Postwagen sitzenden Passagiere wurden in nicht geringe Aufregung versetzt.
Lpankerrberg, 27. Nov. In einem Zimmer be8 hiesigen Schlosses wurde vom Bmcg- vogt unter ber Tünche der Wand ein Kolossal- aemälbe entdeckt und bloßgelegt, ein riesiges Pferd, auf dem ein gewappneter Ritter auf dem Kopfe steht. Bekanntlich hat auf unterer Burg Otto der Schütz mit seiner Gemahlin, Elisabeth von Cleve, residiert, und jenes Bild wird mit diesem fürstlichen Paar in Verbindung gebracht.
ftanatt, 25. Nov. Bei den Stadtverordnetenwahlen ber britten Wählerklaffe entfielen auf die vereinigten konservativen, liberalen, freisinnigen ufw. Kandidaten 1615, auf die sozialdemokratischen 1550 Stimmen.
Limburg, 25. Nov. In Girod geriet dem »Nassauer Boten" zufolge der Mühlenbesitzer A. Hoffmann in eine Maschine. Er wurde total zerquetscht, sodaß die Leiche entstellt auS ber Maschine heransgezogen werben mußt-.
Neuer Alpendurchstich. In ber Schweiz besteht ber Plan eines neuen Alpendurchstichs. Dem St. ©aller Große Rat liegt ein Antrag vor auf Einleitung einer gemeinsamen Aktion der gesamten Schweiz für den Durchstich bet Bündener Alpen.
Ein berüchtigter Hotel- und Ladendieb, bei aus Galizien stammende, vielfach vorbeftrafti „Kaufmann" Ignatz Horwitz ift in Merlin ver, haftet worden, mit ihm nach bortigen Blättern ein Pfandleiher wegen gewerbsmäßiger Hehlerei. H. ging mit großer Frechheit zu Werke. Einem Berliner Hotelbesitzer gegenüber spielte er sich als bestohlener Zivilingenieur aus Hannover ans und verlangte 4000 Mk. Schad enerstz. Die Polizei stellte aber fest, daß H. Brillanten usw. versetzt hatte. Sie verhafteten ihn trotz seines entrüsteten Einspruchs und auf dem Polizeipräsidium entpuppte er sich als schlimmer Hoteldieb.
Fünfzehn Millionen
Packete Kathreiners Malzkeff.'e kommen jährlich allein in Deutschland zum Berkaus. Diese gewaltige Ziffer sollte doch Jeden, ber aus irgend einem Vorurteil Kathreiners Malzftssee bis jetzt noch nicht versucht bat, nachdenklich und aufmerksam machen. Nur ein Konsmnartikel von wirklich einwandfreier Beschaffenheit kann eine derartige große Verbreitung erlangen. Die Hauptvorzüge, denen Kathreiners Malzkaffee diesen Riesenerfolg verdankt, find: — Wohlgeschmack und Aroma, ganz ähnlich wie bei Bohnenkaffee, Bekömmlichkeit und leicht anregende Wirkung, ohne die geringsten schädlichen Folgen.
„Junen-frisches Aussehen."
Wir versäumen nicht, unsere verehrten Leser und Leserinnen mit Beginn der rauben Jahreszeit auf die Vorzüge von Byrvlin und Byrolin- Srifc aufmerksam zu machen. Es giebt fein anderes Mittel für die Haut und Schönheitspflege, welches sich auch nur annähernd einer gleich glänzenden Bewährung und'Empfehlung seitens aller ärztlichen Autoritäten erfreut.
Nichi durch marktschreierische Reklame, sondern durch ihren wirklichen Wert haben Byroliu und die Byrolin-Scife sich in Palast und Hütte bei Arm und Reich Eingang zu verschaffen gewußt.
Wer einmal Byroliu und Byrolin-Srcfe versuchte, verwendet sie ständig. Falls in einschlägigen Geschäften nicht erhältlich, wende man sich direkt bezüglich Zusendung von Prospekten über die bewährten Dr. Grafischen Präparate an die Fiyma Dr. Graf it. Comp., Kgl. rumänische Hoflieferanten, Berlin O. 112.
‘Utttr‘Innen.
Von eminent praktischer Bedeutung sind die vom Rustinischcn Lchrinftilut in PotsÄun bcraus- gegebenen SclbstunterrichtSwerke der Methode Russin, welche in ihnen verschiedenen Abteilungen allen denjenigen, die sich als Autodidakten aus- und fortbilben, unschätzbare Lehrmittel darbieten. Durch bas Studium der Werke erlangt man nicht allein dasjenige Wissen, dessen man zur erfolgreichen Ablegung ber Abschlußprüfung an einem Progymnasium, Realprogymnasium, Handelsschule, höheren Töchterschule rc. bedarf, sondern sie geben auch eine allgemeine, abgerundete, den Bedürfnissen der heutigen Zeit entsprechende Bildung. Ferner bereitet die Methode Russin auch das Einjährig-Freiwilligen-Eramen erfolgreich vor, tote auch strebsamen jungen Kaufleuten in den Werken „Handelsschule" und „Der gebildete Kaufmann" neben den allgemeinen die für sie ungemein wichtigen und wertvollen Handllswissen- schäften bargeboten werden. (Wir verweisen auf den der heutigen Postauflage beiliegenden Pro- spekt).____ ____
;H p t o 11on 4 orng
3>etantroortfirh tüt tue .'Hehodion
Dr Doerkes-Bapnar^ in i!?r-r^urn.
hofft. Den Winter 1905/6 will Kapt. Drake auf Patrickland zubringen und dann 1906 versuchen, mit seinem Schiff so weit nach Norden als möglich, bis znm 86. Gr., vorzudringen.
D. Das Goethe» Denkmal in Wien hat man nicht mit Unrecht mit dem Klinger'scher Beethoven verglichen, ja in gewisser Hinsicht über ragt es dieses Bildwerk, das nicht überall nnge teilte Anerkennung gesunden hat. Den ausdrucks vollen Kops Goethes hat Pros. Edmund Hellmer der Direktor der Wiener Kunst-Akademie, nad diesem Denkmal auf einem Kunstblatt festgehalten das unstreitig eines der besten Brustbilder bei großen Dichters sein bürste. Die Wiedergabe ge schab durch Kupferätzung in der bekannten gra phifchen Kunst- und Verlagsanstalt von Heue! & Kirmse, Berlin W.-Halensee, welche in die fer Heliogravüre ein künstlerisches Erzeugnis vot hervorragendem Wert geschaffen hat. Die wirk ungsvolle Beleuchtung und die außergewöhnlich, Feinheit der technischen Ausführung lassen dir Gravüre in beinahe plastischer Gegenständlichkeit erscheinen. Der Preis von 3 Mark für F»!io- format (Chinapapier) ermöglicht es jedem Goethe- Verehrer, dieses neueste Porträt zu erwerben; für Liebhaber ist noch eine besondere größere Ausgabe auf Büttenpapier zum Preise von 10 Mark für das Blatt hergestellt worden. Die rührige Verlagsanstalt, ans ber schon so viele Kunstwerke her« vorgegangen sind, hat sich mit diesem neuesten Werk ein nicht hoch genug anzuschlagendes Verdienst erworben.
* Ottomar Anschütz' Werk „Cadinen", welches zum Besten der Ueberschwemmten und unter huldvoller Mitbeteiligung der deutschen Kaiserin vor erst zwei Monaten seinen Weg in die Oessentlichkeit nahm, ist in seiner ersten Auslag: bereits vergriffen. Der Reinertrag ergab 8000 Mark. Soeben erschien das Werk in zweiter Auslage und bietet sich in doppeltem Sinne als „Liebesgabe" für den Wihnacktstisch an. Es erscheinen 2 Ausgaben: Ein Prachtwerk zum Preise von 6 Mark, eine Volksausgabe für 2 Mark, die vom Herausgeber (Berlin W. 66) oder durch Buchhandlungen zu beziehen sind.