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Erscheint wöchentlich sieben mal.
Dmck und Verlag' Joh. Aug. Koch, UniversitätS-Buchdruckerei Marburg, Markt 21. — Telephon öS.
mit »cm Kreisblatt siir die Kreise Marburg un» Kirchhain.
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Vierteljährlicher Bezugspreis; b« 6tr Expedition 2 Mk., *♦<*•♦*♦*
bei alten Postämtern 2,25 Mk. <t$cL Bestellgeld). wtUrvUlQ
*....."Ä“«“*"“* Sonntag. 29. November 1903.
Drittes Blatt.
Die heutige Nummer umfaßt zehn Seiten.
Bestellungen * für den Monat Dezember ■- auf die „Oberheffische Zeitung" nebst ihren Beilagen toetben von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirchhain und Neustadt, sowie von allen Postanstalten und Landbriefträgern entgegengenommen.
Umschau.
Das Tragen und der Verkauf von Waffen.
Das Kammergericht, welches in neuerer Zeit in mehreren Entscheidungen die mit seiner früheren Rechtsprechung und der de8 Reichsgerichts in Widerspruch stehende Rechtkansicht vertreten hatte, daß da8 Tragen und der Verkauf von Waffen in Preußen durch Polizei- Verordnungen nicht geregelt werden dürfe, hat diese Ansicht in einem Urteile vom 5. Oktober d. IS. aufgegeben und nunmehr anerkannt, daß daS Verbot sowohl wie eine Beschränkung deS Tragens und des Verkaufs von Waffen in Preußen durch Polizeiverordnung rechtswirksam erfolgen kann.
Sozialdemokratische Unwahrheiten über die Landwirtschaft.
DaI sozialdemokratische Zentralorgan bemüht sich seit einiger Zeit nachzuweisen, daß die Behauptung, der Landarbeiter werde aus einer durch Verbesserung des Agrarschutzzolles bewirkten günstigeren Lage der Landwirtschaft auch einen entsprechenden Nutzen in Gestalt steigender Löhne ziehen, falsch sei.
Es weist darauf hin, daß Professor Freiherr von der Goltz zugegeben habe, daß im Osten während der Zeit von 1815—48 der Tagelohn nicht gestiegen, von 1840 ab sogar gesunken sei. Der „Vorwärts" nennt diese Zeit eine solche der „höchsten Blüte der ostelbischen Landwirtschaft". Der Junker aber habe trotzdem den Landarbester nicht an seinem Gewinn teilnehmen lassen. Diese Darstellung ist aber absolut falsch. Die Periode von 1815—48 ist vielmehr eine Periode eines ganz außerordentlichen Tiefstandes der Landwirtschaft.
Die furchtbaren Kriegszeiten von 1806—15 hatten die Güter derarftg mit Schulden belastet, das; während dieser ganzen folgenden drei Jahrzehnte der größte Teil der Grundbesitzer fortdauernd vor dem Ruin stand. Ueber Wasser hat damals die Landwirtschaft lediglich der Gewinn gehalten, den sie aus dem Aufschwung der Schafzucht, dem Verkauf von Wolle ziehen konnte.
'Von einem Steig.-n der Getreidepreise ist nicht die Rede. Die Tonne Getreide kostete z. B. in
Halle in Mark:
Weizen Roggen
1 >01-10 188,8 161,4
1811-20 189,9 168,4
1S2I-30 125,0 95,2
1831-40 134,6 101,0
1841-50 156,6 118,8
1851-60 201,2 170,0
1861—70 200,2 162,5
Während der Zeit von 1821—50 sind also die Preise bei Roggen und Weizen erheblich niedriger als in den 20 vorangegangenen Jahren.
Bezeichnend für die Notlage der Landwirtschaft in jener Zeit mag auch das Beispiel einer Provinz sein. Während in Ostpreußen sich in den Besitz von 100 Kühen 1802 nur 379 Menschen zu teilen brauchten, stieg die Zahl der letzteren 1825 auf 548, 1843 auf 565, ein schlagender Beweis für die allgemeine traurige Lage. Dazu kam das stets wachsende Arbeiterangebot, in derselben Provinz vermehrte sich von 1819 bis 1843 die ländliche Bevölkerung um 53 Prozent, die städtische nur um 23 Prozent. Von den durch Kriegsschulden fast erdrückten Landwirten, die mit stark gesunkenen Preisen für ihre Produkte vorlieb nehmen mußten, während auf denk Arbeitsmarkt das Angebot die Nachfrage gaiiL erheblich überschritt, eine Lohnsteigerung zu erwarten, das hieße unmögliches verlangen. Deshalb schwindelt der „Vortt'ärts" seinen unwissenden Genossen vor, daß die Landwirtschaft damals sich in einer glänzenden Lage befunden habe, was wohl zu [einer Tendenz die „Junker als Ausbeuter
der Arbeiter" darzustellen, aber nicht zur historischen Wahrheit paßt. Die Parole der Sozialdemokratie ist, wie es ja auch öffentlich vor kurzem ausgesprochen wurde, die „Unwahrheit gegenüber dem politischen Gegner". Darum auch gegenüber den verhaßten Junkern das alte Rezept: „Ca- lumniare audacter, semper aliquit haeret."
B. L.
Landwirtschaftliches.
Zuviel Kälber werden dem preuß. Land- wirtschaftsminister v. PodbielSki geschlachtet. Er hat die Landwirtschaftskammern darauf aufmerksam gemacht, daß zuviel Kälber geschlachtet werden. Der Minister hält eS für geboten, daß die Kammern durch Belehrung auf die Vieh haltenden und züchtenden Landwirte dahin zu wirken versuchen daß die Mästung und Schlachtung von zur Zucht brauchbaren weiblichen Kälbern eingeschränkt wird und vermehrte Aufzucht Platz greift. Geschehe dies, so stehe zu erwarten, daß nach wenigen Jahren die Erfolge einer derartigen veränderten Betriebsweise sich durch ausreichendes Angebot im Inlands bemerkbar machen werden.
Vermischtes
Blinder Eifer. Don dem englischen Feldmarschall Lord Wolseley, der soeben in einem Buche die Geschichte seines Lebens gegeben hat, wird eine sehr hübsche Anekdote erzählt. Er nahm ein großes Interesse an dem Verpflegungssystem, daß ihm einmal fein Eifer auch einen komischen Streich spielte. Die Soldaten bekamen gerade ihr Mittagsbrot, und die Ordonnanzen eilten mit dampfenden Kübeln voller Suppen hin und her. Lord Wolseley hielt eine an. „Nehmen Sie den Deckel abl" Wie gesagt, so getan. „Lassen Sie mich kosten!" „Aber bitte Euer . . ." „Lassen Sie mich kosten, sage ich!" und damit schmeckte er. „Schändlich! Schmeckt wie Abwaschwasser." — „Bitte, Euer Gnaden," stöhnt der Mann, „das ist eS auch!"
Ein tragischer Fall von Irrsinn, der schon kurz mitgeteilt wurde ,wird von der „Voss. Ztg." aus Paris geschrieben: In einem Hause des Boulevard St. Michael wohnte seit zwei Jahren ein am Ausgang der zwanziger Jahre stehender Graf Korniß aus Budapest, der angeblich philosophisch- ästhettschen Studien oblag, in Wirklichkeit sich aber ausschließlich mit Okkultismus beschäftigte. , Er bezog alleZeitschriften, die sich mft Magie.Spiritts- mus und sonstigen „Geheimwissenschaften" abgeben, er kaufte sich alle alchemystischen, astrologischen und mystischen Schmöker. Die Wände des kleinen Salons seiner aus zwei Stuben bestehenden Studentenwohnung, die fünf Treppen hoch lag, waren mit weiß grundierter Malleinwand überzogen und Graf Korniß hatte die Gewohnheit, sie mit kabillisüschen Kernsätzen in allen möglichen Sprachen, mit Zauberformeln und magischen Zeichnungen vollzuschreiben. Der Graf war in eine junge Dame der ungarischen Aristokratie leidenschaftlich verliebt. Diese Dame war an einen österreichischen Diplomaten verheiratet. Es ist sehr wahrscheinlich, daß Korniß sich auf den Akkultismus warf, weil er sich einbildete, durch die Magie in den Besitz des Weibes zu kommest, das seine Liebe nicht erwiderte, ja vermutlich von ihr nicht einmal eine Ahnung hatte. Er formte Wachsbilder der Begehrten, besprach sie, durchstach sie mit Nadel usw. Nun fügte es sich, daß die Dame starb. Das brachte den jungen Schwärmer um da? letzte Bischen Verstand, das er etwa noch hatte. Er wurde jetzt auch noch Totenbeschwörer. Die Nachbarn wurden in ihrer Nachtruhe gestört. Als ein Ehepaar einmal bei ihm eindrang, fand es ihn am Boden liegen und sich den Kops an das Parkett schlagen, währnd er in halb singendem, halb deklamierendem Tone rief: „So hab' ich Dich, o teurer Schatten, so bist Du da, geliebte Tote!" „Sie werden sich ja den Schädel zerschmettern!" riefen die nächtlichen Besucher ihn an. Er fuhr auf, erhob sein tränenüberströmtes Gesicht nd stammelte: „Ah, Sie sind es! Ich habe Wohl Lärm gemacht? Verzeihen Sie! Sie brauchen nur ar. die Wand zu klopfen, es wird dann sofort Ruhe eintreten!" An diese Abmachung hielt man sich mit gutem Erfolge, bis der Wahnsinn in Tobsucht ausartete. Der Graf schoß in seiner Stube aus Revolvern, wobei er sagte: „Statt meiner Angebeteten erscheinen Sukkuben, die ich mit Schüssen verjagen muß." Mit Ringen, Armbändern und Goldketten bedeckt, verließ er seine Wohnung. Im bicrtcii Stock begegnete ihm ein junger Ingenieur, dem er ein gebieterisches Zeichen machte. Da dies nicht verstanden wurde, feuerte er zweimal. Eine Kugel durchbohrte die abwehrend vorgehaltene Hand. Drei Treppen tiefer stieß er auf ein Dienstmädchen. Sofort gab er wieder Feuer und traf da? arme Geschöpf lebensgefährlich in den Hals. Jetzt tauchte die Pförtnerin auf. Zwei Schüsse in Brust und Unterleib streckten sie z« Boden. Als der Wahn
sinnige aufgefordert wurde, sich zu ergeben, erwiderte er: „Warum? Bin ich etwa ein Verbrecher?" Dann erhob er beide mit je einem Revolver bewaffnete Hände zu seinem Kopfe und drückte los. Zwei Kugeln zerschmetterten ihm den Schädel und er fiel tot zu Boden.
Mgliicksfälle. Auf dem stürmisch bewegten Kieler Hafen schlug die Prinaffe vom Hafenschiff „Neptun" voll Waffer und sank. Die Mannschaft wurde gerettet. — Der portugiesische Ballon „Luzitania" wurde mit drei Insassen vom Winde losgeriffen und verschwand im Ozean. — In Magdeburg wurde ein Schiffer durch den Sturm in die Elbe geschleudert und ertrank. Ferner fand man in Döbeln (Sachsen) in einem Teich einen Ertrunkenen auf, von dem geglaubt wird, daß er vom Sturm hineingeweht wurde. — Die norwegische Bark „Capella" scheiterte an der Westküste von Jütland. Die au« 15 Mann bestehende Besatzung fand den Tod in den Wellen. — Ein seltsamer Unfall ereignete sich in Frankfurt a. M. Ein Arbeiter reichte einem Freunde die Zeitung, wobei da8 Blatt diesem durch da« Auge schnitt; die Sehkraft ist gefährdet. — Auf dem Güterbahn' Hof Hagen (Westfalen) wurde ein Bremser in seinem Häuschen erdrückt, al« ein Zug auf den Prellbock fuhr.
„Halts Maul und fing die Wacht am Rhein!" lautete der Kehrreim eines Liedes, das der Berliner Humorist Otto Reuter vor längerer Zeit vor einer Abendgesellschaft sang, die Finanzminister v. Rheinbaben gab. DaS Lied, daS unter anderem die Sparsamkeit deS Ministers der Lehrerschaft gegenüber satirisch behandelt, fand in der Gesellschaft lebhaften Beifall, selbst Herr v. Rheinbaben lachte. Die Berliner Polizei aber gab daS Lied zum öffentlichen Vortrag nicht frei. Erft jetzt ist da« geschehen, nachdem die höheren Instanzen angerufen worden waren. Und so werden nun die Berliner daS „Maul halten" und die Wacht am Rhein fingen.
Gewaltiges Aufsehen ruft eine Broschüre deS hiesigen Philosophie-Proseffors Dr. AdickeS hervor, in der er nachweist, daß sein hiesiger Kollege, Prof. Dr. Kappes, seine Schriften auS allen möglichen Werken anderer Autoren zusammengestoppelt und Plagiat über Plagiat begangen hat. In drei Tagen waren 10 000 Exemplare der Schrift vergriffen. Auch für die freundwilligen Rezensenten der KappeS'schen Werke sind die Enthüllungen von AdickeS im höchsten Grade blamabel. Gegen Prof. Kappe« soll die Disziplinär-Untersuchung eingeleitet sein, beim Kultusminister war er schon auf dessen Aufforderung hin, sich zu verantworten.
Richt alS Märchen, sondern als Tatsache teilen Wiener Blätter mit, daß sich ein Sprvß- ling auS einem der ältesten und reichsten Adelsgeschlechter, der in Wien wohnende Graf Stephan Ghulai, mit einer Schönheit auS dem Volke, der Tochter eines armen Schuhmachers, verlobt hat.
Eine entmenschte Schwester. Der „Hlas Na- roda" meldet aus Vrschwitz bei Laun: Die Häus- lerin Maria Heylik hielt ihren schwachsinigen Bruder Anton Wagner seit Pfingsten in einem Schweinestall eingesperrt. Im Orte selbst glaubte man, der Brender, der eines Tages spurlos verschwunden war, sei fortgezogen, und habe nichts mehr von sich Horen lassen. Dieser Tage wurde der zum Skelett abgemagerte Wagner von der Gendarmerie im Schweinestall entdeckt, und aus seiner schrecklichen Gefangenschaft befreit.
Vom Büchermarkt.
** C. Viebig: Wen die Götter lieben. — VorTauund Tag. Novellen. Illustriert von Rens. Preis geh. 2 Mark, in Leder band 3.50 Mark. Verlag von Carl Krabbe, Stuttgart. Eine geistreiche, fesselnde Lektüre spricht zu uns aus diesem modernen Buche oder auch mehr: cS wird ganz am Leser selbst liegen, ob er Tieferes sich dort herausholen will. Neben den: poetischen Dust vergißt die Autorin auch nicht das Leben, wie es sich tatsächlich abspielt und gerade in dieser ihrer Naturfreue, mit welcher sie auch das tieffte Herzens- und Seelenleben wiederzugeben weiß, zeigt sie sich als Meisterin.
** „Harriet Blich", ein Roman von Nils Collett Vogl, ist schon dem Stoff- nach eines bet interessantesten und bedeutungsvollsten Frauenbücher. (Verlag der Franen-Rundschau, Leipzig, 1903. Preis 2.50). Das Erwachen der Seele eines jungen Mädchens, die Kinder- und Schuljahre mit ihren intensivsten seelischen Erlebnissen, die herben Schatten, die sich schon bei den ersten gesellschaftlichen Erfahrungen über dieses zarte Wesen legen — alles das ist eindringlich und poetisch geschildert, „Durch welche Schicksale und
Erfahrungen man zum Frauentum reift", so könnte man den Roman auch überschreiben.
* * Dr. M. Alsberg hat unter Zugrundelegung feines in der 75. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte zu Kassel gehaltenen Vortrages eine Broschüre über Erbliche Entartung bedingt durch soziale Einflüsse veröffentlicht, die Fragen behandelt, welche für die Zukunft der gesamten Kulturmenschheit und besonders für das Wohlergehen unserer Nation vo» besonderer Wichtigkeit sind, und daher die allgemeinste Beachtung verdienen. Verlag von Th. G. Fisher u. Co., Kastel und Leipzig, Preis 80 Pfg.
** Franz Mehrtng als Historiker. Von Prof. Dr. Georg Adler, Kiel. 1903. Lip- sius u. Tischler, Kiel und Leipzig. 26 Seiten. 30 H. Franz Mehring, der in der letzten Zeit viel genannte „offizielle" Schriftsteller der Sozialdemokratie, wird in der kleinen Schrift seinem wirklichen wissenschaftlichen Wert nach dargestellt. Die Waffen, mit denen mau Mehring die tiefe Unwahrhaftigkeit seines Wesens und aller feiner schriftstellerischen und journalistischen Aeußerun, gen nachwies, sind den Kritiken entnommen, die der Kieler Professor der Staatswissenschaften, Dr. Georg Adler, an Mehrings Hauptwerk, der „Geschichte der deutschen Sozialdemokratie", übte. Die Schrift ist ein Beitrag zur Kennzeichnung der Korruption des modernen Litteratentums und der Sozialdemokratie und verdient deshalb weitgehendste Beachtung.
** Drei Tondichter. Karl Maria vo« Weber. Franz Schubert. Felix Mendelssohn- Bartholdy. In biographischen Erzählungen von Gustav Häcker. Mit drei Porträts. Elegant gebunden Mk. 3.—. Glogau, Carl Flemming, Verlag, Buch- und Kunstdruckerei, A. G. — In dem früheren Werke desselben Verfassers: „Das große Dreigesfirn" wurden die Lebensgeschichten befl Konheroen Haydn, Mozart und Beethoven erzählt. In dem vorliegenden Buche sind in gleicher Weise diejenigen ihrer Nachfolger, die an Genialität am nächsten kommen, zu einem Dreiblatt vereinigt! Weber, Schubert und Mendelssohn-Bartholdy. Der Verfasser hat sich auf die Darstellung des äußeren Lebensganges beschränkt. Den Lebensgang, die Erlebnisse dieser drei Tondichter schildert der Verfasser in wahren Lebensbildern, die Jeder» Jung ober Alt, ber für Musik, ihre Entwicklungsgeschichte unb ihre großen Meister Sinn hat, besonders aber vor ober nach ber Aufführung einer ber großen Opern eines dieses Künstler, gern wieder unb toieber gelesen wirb.
** Töchter-Album. Begründet vo» Thekla von Gumpert. Herausgegeben von Berta Wegner-Zell. Jahrgang 1903. (49. Band des ganzen Werkes.) Mit 10 Farbenbruckbitdern, 3 Beilagen unb zahlreichen Abbildungen im Text. Elegant gebunden Mk. 7.50. Ein Jahrbuch, das sich nun fast ein halbes Jahrhundert auf der Hohe erhalten unb alle Konkurrenzunternehmungen stets siegreich ans dem Felde geschlagen, bedarf eigentlich feiner besonderen Empfehlung mehr. All die gut deutschen Familien des In- und Auslandes, in denen es sich nun seit Generatioen eingebürgert, wissen am besten, welch „einen Schatz' an Unterhaltung, Belehrung und Förderung deS Gemütslebens unserer Heranwachsenden Jugend jeder dieser umfangreichen Bände bietet.
** Herzblättchens Zeitvertreib. Begründet von Thekla von Gumpert. Herausgegeben von Berta Wegner-Zell. Jahrgang 1903. (48. Band des ganzen Werkes.) Mit 19 Farben- brnckbildern, 2 Beilagen und zahlreichen Abbildungen im Tert. Elegant gebunden Mk. 6.—. DaS kleine Völkchen, dessen erste Geistesnahrung in so vielen Familien aus dem altbekannten und beliebten „Herzblättchenbuch" geboten wird, pflegt all weihnachtlich mit Sehnsucht auf den neuesten Band zu warten, selbst wenn es allmählich über das Alter hinausgewachsen, dem das Buch in erster Linie gilt. Es ist daher anerkennenswert, daß ber Inhalt reich unb vielseitig genug gestaltet ift, um den verschiedenen Altersstufen von 4—IQ, ja bis zu 12 Jahren Fesselndes zu bieten.
Mark rc. betragen^
8t ot attonsOtud.
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Lotterie. Wie aus dem Inseratenteil unseres Blattes ersichtlich ist, findet unwiderruflich schon vom 2. bis 9. Januar 1904 die Gewinnziehnnz der ersten großen Lotterie zugunsten ber'(st. Rochnskirche in Düffeldors statt. Das Neinerträgnis dieser Lotterie dient zur Freihaltung eine« der schönsten Bauwerke der Rheinprovinz. Die Lotterie bietet bei nur 160 000 Losen a 2 Mark 15 379 Gewinne über 120 000 Mark, so daß schont durchschnittlich auf 11 Lose ein Gewinn entfällt. Wie wir erfahren, werden sämtliche bei ber St. Rochus-Lotterie zur Verlosung gelangenden Gold« und Silbergewinne mit 90 Prozent des Plan« wertes hont Lieferanten zuriickgekaust. Mit nutz 2 Mark Einsatz fönnen bei der St. Rochus-Lot« tcrie daher hohe Geldbeträge gewonnen werden, indem die Hauptgewinne 30 000, 10 000, 500Q
Deränlworrlich für Oie Redaktion; 1
Dr. Doerkes-Bovvord in Marburg.