MchM Teilung
mit lern KreiMatt für die Kreise Marburg «uv Kirchhai«.
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Marburg
Freitag. 27. November 1903.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, UmversitatS-Luchdruckerei 38. Jahr,.
Marburg, Markt 21. — Telephon o5.
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* für den Monat Dezember auf die
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Eine Mahnung zum konfejsionellen Frieden.
„Friede oder Schwert? Ein Wort zum konfessionellen Frieden, von einem süddeutschen Geistlichen", so lautet die Aufschrift eines Leitartikels in der, „Kreuzzeitung". der verdient, von den Angehörigen der evangelischen rind katholischen Kirche gelesen zu werden nnd die weitgehendste Beherzigung zu finden. Nach einigen einleitenden Betrachtungen über das Wort Christi (Matthäus 10, 34): „Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei. Friede zu senden ans Erden. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert," welches schon viele Mißverständnisse hcrvorgerufen und die verschiedensten Auslegungen erfahren habe wird weiter ausgeführt:
„Ich bin nicht gekommen. Frieden zu senden, sondern das Schwert." Sollte man es für möglich halten, daß man sich bei den konfessionellen Streitigkeiten auf diese? Heilandswort berufen zu dürfen glaubt? lind doch hat man es getan, das Wort au? dc:n Zusammeubong gerissen und ein Schwert daraus geschmiedet gegen anders- gläubiae Christen. Ganz gegen Sinn und Mei- niina Jesu Christi.
Das ist ja unleugbar: Wo das Christentum oitr den Plan tritt, da geht es nicht ab ohne Kampf Kampf im eigenen -Herzen. Kampf mit der Welt — das ist nun einmal des Christen Losung. Wo irgend daS göttliche Lebenswort in eine Seele dringt, da erweist es sich als Feuer, das da brennt und verzehrt, als ein ...Hammer, der Felsen zer- sebincint." Wo irgend der Gottesgeist einen Menschen in tiefster Seele ergreift, da wird es un- tzulng in ibm und es kommt zum Kanivfe zwischen dem faulen Frieden de? naiürlich-stindiaen Menschen und dem Gollesiricdcn. ivelchen der wobre Melchiicdek Jesus Christus zulebt wirken will. Wie gewaltsam wird doch dann da? .Heilandswort von Friede und Schnarrt gedeutet, wenn man daraus den Febdebrief für konfessionelle Käinvse verleiten will! Wer int Neuen Testament zu Kaust- ist. wer eine Bergpredigt, da? bobepriesterliche Gebet bei dein Abstbied von den Jüngern oder andere Reden Christi liest, wer selber etwa? von dem Geiste Jetu in sich ausgenommen bat, der kann nimmermehr in Zweifel darüber sein, dast Christus, der Begründer und der .Herr seiner Kirche, einer Be- fehdung der Christen unter einander niemals da? Wert spricht. Dast die Religion der Liebe zu einer
Religion des Haffes geworden ist, daran trägt Er keine Schuld. Er weiSsaat von dem Einen Hirten und der Einen Herde. Dio Einbeit im Geist geht ihm über alles. Nicht ander? sein Apostel: „Ein Herr, Ein Glaube, Eine Taute, Ein Gott und Vater unser aller". Nicht anders die Christen der ersten Jahrhunderte, den Heiden eine wunderliche Gesellschaft: Seht, wie sie sich lieben!
Feindschaft im häuslichen Kreis nistet sich fester ein und fristt tiefer, als wenn Fremde sich befehden. Protestanten und Katholiken sind nun einmal als getaufte Christen Geschwister Eines Hauses. Aber wer denkt heute noch daran? Ist nicht das Gesübl dapon heute fast ganz abhanden gekommen? Katholiken und Protestanten sind Zweige eines Baume?. Wer heute dapon spricht, daran erinnert, der wird für charakterlos angesehen. als Verräter bezeichnet.
Als ob es nicht so viele andere Feinde gebe, deren gemeinsame Bekämvsting im Interesse der Kirchs liegt. Wenn der Mawrialismns, den man längst tot wähnte, in einem Lad<-nburg nnaescheut seine Stimme erhebt, um den Schöpfer .Himmels und der Erde von seineni Thron zu stoßen, wenn Stimmen aus der Tiefe immer lauter dröhnen, um die christliche Gastes- und Weltanschauung als veraltet und unbrauchbar zu schildern, wenn Verführer und Verführte des Volkes in unaeeäblten Scharen den Riß zwischen Kirche und Volk immer ntebr erweitern — gibt? da keine gemeinsamen Aufgaben? gibts da nicht zu helfen, zu heilen, zu retten?
Wann endlich wird man sich entschließen, die konfessionelle Streitart zu begraben? wann wird nian damit aushören, fort und fort den eigenen Leib zu zerfleifchen?
Die religiösen und sittlichen Notstände unserer Zeit schreien gen Himmel: und die Kirchen? sie lasten den Verwundeten liegen und beschäftigen sich mit allem anderen lieber al? mit dein, was ihnen ausgetragen ist. Cs ist aewiß nicht obne des Herrn Zulassung geschah m. daß die Kirche sich gewalten bat. Wir sind dafür nicht verantwortlich, wir haben diese Verhältnisse nicht geschaffen: wir laben sie vielmehr überkommen und müssen uns damit abfinden und darein ergeben. Aber die Laae wird dann nicht besser, wenn di? Flamnteu des Haders fort und fort angzfgcht werden, statt daß man sich bemüht, di? Eigenart des andern Teil? zu verstehen und an die gemeinsamen Aufgaben zu denken.
Prof. Paulsen sagt einmal: ..Ich denke, wir deutschen Evangeli'chen und Katholischen haben überhaupt einen so großen Gemeinbesitz von religiösem und sittlichem Leben, daß wir nicht Ursache haben, immer auf die Gegensätze zu blicken nnd an ihnen uns zu reiben."
Aebnlich Rotbe: Wir Evangelischen haben die äußerste Billigkeit in der Beurteilung des Katholizismus onSzuüben. um die christliche Gemeinschaft mit der katholischen Christenheit festmhglten.
Unvergessen sei auch des deutschen Kaisers herrliche? Bekenntnis (31. -Oktober 1898) ans Anlaß der Einweihung der Erlöserkirche in Jerusalem: „Möge es gelten von uns und auf alle von uns iin Glaubeti getrennten Brüder, möchte es gelten, daß alle Deutschen glauben an Jesnm Christum, der durch sein bittere? Leiden und Sterben nnd durch seine sieghafte Auferstehung das Werk der
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Im Schlosse der Ahnen.
Original-Roman von Otto König» Liebt Hal.
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Ans der Terrasse deS Schlosses saßen die Herrschaften von Eichfeld am Kaffeetisch. Nur der Schloßherr fehlte: er war schon früher nach Potsdam gefahren. !vo heute die gerichtliche Auf- lassung des Gutes Philippstal an den neuen Besitzer erfolgen sollte. Frau Horsten saß still da, und sah mit kummervollen Augen in die Weite. Auch dem neuen Arzt, den Horsten halte rufen lasten, !var der Zustand des einzigen Sohne? des Rittergutsbesitzers sehr bedenklich erschienen; und Frau Horsten verhehlte sich nicht, daß ihr das schlimmste bevorstand. Auch Helmut und Frida wußten die?, und störten sie nicht in ihren Gedanken.
. Ich hätte noch Lust, einen 'kleinen Spazier - zang zu machen," unterbrach Frida das Schweizen. „Wollen Sie mich begleiten, Herr Kraft?" Helmut lächelte vergnügt und warf seiner Gesiebten einen verstohlenen Liebesblick zu.
„Sehr gern, gnädiges Fräulein," erwiderte tr und stand auf, nm Frau Horsten Platz zu machen, die sich wieder zu ihrem kranken Sohne begeben wollte. Sie hatte immer noch keine Ahnung davon, daß ihre Kusine jetzt eine glückliche Braut war, und sich dem Manne zu eigen gegeben hatte, den sie haßte. Aber bald sollte auch sie cs erfahren.
„Helmut, Geliebter," sagte Frida mit glückseligem Lächeln,. als sie beide durch den Park gingen, „wir müssen ihr doch nun wohl von nn- screr Liebe Kenntnis geben. Ich kann das süße
Geheimnis ihr gegenüber nicht mebr länger verbergen. ES wird zwar einen Ssttrm geben, wenn sie aber sicht, daß wir beide nicht von einander lassen, dann wird sie sich beruhigen, und Dich mit der Zeit auch lieb gewinnen."
Sie batte sich dabei nach allen Seiten nmgc- schaut. Kein Mensch war in ihrer Nähe, und nun bing sic an seinem Halse und küßte ihn immer nnd immer wieder. Helmut hatte sie umfaßt und erwiderte die Küsse in leidenfchastsicher Liebe.
„Ja, mein süßeS Lieb, Du hast recht," entgegnete er endlich, „mir wollen ihr nicht länger unser Geheimnis verbergen. Wenn ich damals mit Dir in diesem Punkt einverstanden war,, so geschah das aus verschiedenen Gründen, die jetzt aber nicht mehr bestehen. Den Sturm fürchte ich nicht,, ich werde ibn zu bannen wissen mit einem Mittel, da? Euch alle in Staunen versetzen wird."
Frida sah fragend zu ihm auf.
„Ich habe Dich ein wenig neugierig gemacht, nicht, niein Engel?"
„Ich will warten," sagte Frida saust, „und Dich nicht mit Fragen quaken."
Sie schritten weiter, und bald halten sie die kleine Pforte erreicht, durch welche sie auf di? Skraße, die nach Philippstal führte, gelangten. Plötzlich blieb Frida stehn und wies mit der Rechten nach dem auf dec linken Seite des Weges liegenden kleinen Wäldchen.
„Zigeuner!" rief sie entsetzt aus tind schmiegte sich fester an ihren Begleiter.
„Sie tun uns nichts, mein Lieb. Fürchte Dich nicht, ich bin sa bei Dir."
„Weißt Du's noch?" flüsterte sie errötend.
„Ja, ja," entgegnete Helmut. „Der Schurke ist nicht dabei. Er wird sich sobald nicht mehr in diese Gegend wagen. . . .jjfcer sieh dort die
Erlösung vollbracht hat, ... in dem allein das geängstigte Menschenherz Heil, Ruhe und Frieden findet für die Zeit und Ewigkeit . . . Von Jerusalem kam das Licht der Welt, in dessen Glanze itn'er deutsches Volk groß und herrlich geworden ist! Was die germanischen Völker geworden sind, das sind sie geworden unter dem Panier des Kreuzes von Golgatha, des Wahrzeichens der felbstansovsernden Nächstenliebe. Wie vor fast zwei Jahrtaufenden, so soll auch beute von hier der aus der Ruf erschallen in alle, Welt, der unser aller sehnsuchtsvolles Hoffen in sich birat: Friede auf Erden." Dieses Kaiserwort wäre Ki da? fchönste Programm zu gemeinsamem Vorgehen. Beraten und Handeln.
E? fehlt doch wahrlich nicht an so manchen Geistlichen und Bischölen, welche aenau so patriotisch empfinden wie andere gute Deutsche. Man bat nH't den Eindruck, daß sie heucheln, ja es hieße sie arundlas verdächtigen, wenn wir ihnen einen aufrichtig dem Kaffer und Reich, zugewandten Sinn aln'vrechen wallten. Was bindert uns, mit ibnen aemeinfame Sache zu machen, um des Volkes geistliche Not zu mildern nnd zu lindern? AVer man ist sa beute in der Verbitterung io weit gekommen, daß man den Wert lauterer Beweg- gri'nde gar nicht mehr erkennt. Nnd doch ist es noch nicht so lanae her. daß die vaterländisch? und reliaiö'e Begeisterung, welche durch die Freiheitskriege hervoraerusen war, zahlreiche Nord- und Süddeutsche, Protestanten und Katholiken, zusam- menfübrte und sie im Esement der Liebe zu, dec wiedergefundenen irdischen und ewigen Heiniat verband. In der Nachblüte unserer großen Dichtung. in unserer ausblühenden bildenden .Kunst tauschten vrotestansische und katholische Geistes- aaben sich ous. Die großen philosophischen Sv- stenie, die auf Kant gefolgt sind, fanden Nach- ahiuung bei katholischen Forschern. Ja selbst da, wo der konfessionelle Gegensatz sich am unmittelbarsten und schneidendsten geltend machte, auf theoloaffchem Gebiet, brav-Mrdarstumch und Fehde zurück und Arbeit?-. GeisteSacmeinschast dafür ein.
Wird cs noch einmal dahin kommen? Es steht nicbt in nuferer Hand. Ter Herr wird, kommen zu seiner Sstiude und mit ihm der Friede, der Friode auch unter den feindlich gestimmten Konfessionen; denn nicht da? Schwert hat er diesen gebracht, nicht das Schwert will er dort sehen, sondern Frieden.
Umschau.
Die polnische Presse und der Kwilecki-Prozeß.
Die polnische Presse kann es sich in ihrer Sorge um die Erhaltung und Förderung der deutsch feindlichen Bewegung des Polentums nicht versagen, auch den noch schwebenden Kwilecki- Prozeß für ihre Zwecke ansznuutzen., Das angeklagte gräfliche Ehepaar hat, wie die in Posen erscheinende „Praca", da? Organ des Verlegers und Güteragenten Bendermann, zu melden weiß, sich dem politischen Leben völlig fern gehalten und im besonderen der Sache des Polentums keinerlei finanzielle Unterstützung gewährt, lieber diese? Verhalten des gräflichen Paares quittiert die „Praca" in folgender Weise: „In dem Palais
Alte, sie hat uns bemerkt und scheint Lust zu haben, mit uns zu plaudern. Komm, laß un? ein wenig näher treten. Oder fürchtest Du Dich?"
„Nein, jetzt nicht mehr," sagte sie, „Dn bist ja bei mir."
Unterdessen war die Zigeunerin schon naher gekommen und stand jetzt dicht vor ihnen.
„Sie brauchen sich nicht zu fürchten, schönstes, gnädiges Fräulein," sprach die Zigeunerin. „Geben Sie mal Ihre Hand her, ich werde Ihnen was Gutes sagen."
Lachend reichte ihr Frida die Rechte, Sinnend betrachtete das Weib die Linien ihrer zarten Hand.
„Sie sind eine glückliche Brant," sagte die Zigeunerin jetzt, „aber große Ueberrascbungen stehen Ihnen und Ihren Hausgenossen bevor."
Helmut reichte der Zigeunerin ein größere? Geldstück, worauf sich dies? mit vielen Dau'keS- worten verabschiedete. Dann kehrten die Liebenden um und gingen munter plaudernd und scherzend nach dem Schloß zurück. Horsten, welcher auf der Freitreppe stand und sic kommen sab, ging ihnen entgegen.
„Schon zurück?" fragte Frida lachend.
„Wie Du siehst," entgegnete Horsten vergnügt, der für den Augenblick allen Kummer um seinen Sobn vergessen batte. „Eino Neuigkeit mutz ich Euch mitteilen. Wißt Ihr, Ivie der Käufer von Philivvstal heißt?"
„Wie können wir da? wissen," sagte Helmut in gleichgültigem Tone.
„Graf von Eichfeld ist cs," erwiderte Horsten. „Ich war ganz erstaunt, als mir der Justizrat Nello, der Dich, Helmut, übrigens grüßen läßt, diese Eröffnung machte. Er ist es auch, der die Seddiner Ziegelei gekauft hat und von mir den Ton haben will."
von Wroblewo hat die Dame von hohem Titel gewirtschaftet, den Ehemann Hut sie von sich abwendig gemacht, sie hat ihn in ein liederliches Leben hineingestoßen . . . Die Fran Gräfin tummelt sich in den Hauptplätzen Europas, die sie mit dem mittels des Polnischen Bauern erworbenen Gelde bereichert . . . Wir wären geneigt, für die An, geklagte einzutrelen und sie zu entschuldigen, wenn man in den Hauptvertretern des Prozesses irgend eine Verbindung mit der Dolksgesamtheit entdecken würde. Vergeblich fragen wir, worin sich jemals der Graf und die Gräfin als Kinder Polens erwiesen haben? . . . Haben sie wenigstens mit einigen Banknoten irgend eine polnische Institution unterstützt? Nichts davon . . . ." Man sieht, die allvolnische Propaganda hat etwas von dem Terrorismus der Sosialdemokratie, an sich: wer nicht mithin will, wird in der unerhörtesten Weise geschmäht und verdächtigt.
Die deutsche Südpolarexpedition.
Wie aus Kiel berichtet wird, ist da? deutsche Südpolarfchiff „Gauß" wohlbehalten in der Hol- tenauer Schleuse anaekommen. Am Mittwoch fand an Bord eine Begrüßungsfeier statt. Vom Reichs- amt des Innern war UnterstaatSsekretär Dr. Hopf erschienen, der di? Mitglieder namens der StaatS- regierung begrüßte. Prof v. DrpgolSkp dankte und schilderte in kurzen Zügen den Verlauf der Fahrt. Der Rektor der Kieler llniverfftät, Prof. Baumaorten, hieß die Mitglieder im Namen der Universität. der Stadt und der Bürgerschast will- kommen, Prinz Heinrich von Preußen unterhielt sich längere Zeit mit dem Führer und besichtigte die inneren Räume des Schiffes. Abends war Festmahl im Gasthaus Düsternbroo. Die Erpc-, dition war am 11. Ananst 1901 von Kiel aus gefahren und hat, wie bekannt, ein glänzende? Ergebnis gehgbt. Zur Heimkehr fdireiht hie „Nordd. Allg. Zta." u. g.: Ein freudiges Willkommen ruft das deutsche Volk den wackeren Landsleute« zu, die zum erstenmal das Banner deutscher Wissenschaft in da? Gebiet der Antarktis getragen haben. Mit welch' gusopfernnasvoller Hinaabe, mit welch' schönen Erfolgen sie unter großen Schwierigkeiten an den mannigfachen Aufgaben gearbeitet haben, die ihnen gestellt waren, haben dem deutschen Volke bereits Bericht? gemeldet. Daß der Leiter dec Kerguelstation, Dr. EnzenS- perger, furchtbarer Krankheit erlag, wirft einen Schatten in die Freude über di: Heimkehr seiner Genossen. ___________
Bon der Neichsk> ank.
Der wesentliche Punkt des Ausweises der Reichsbank über die dritte Rovemb-rmoche ist die Zunahme des Effektenkontos um 72,08 Mill. Mark (i. D. 17,07 Mill. Mk.) infolge der in1 diesem Betrage diskontierten Schatzfcheine. Einen Einfluß auf den Status der Bank hat diese vorläufig lediglich buchmäßige Belastung roch nicht gehabt, da, wie die Zunahme der täglich fälligen Berbindlichkeit um 128.53 Mill. Mark (59.09 Mill. Mark) zeigt, die erlöste Summe noch auf Giro-Konto belassen worden ist. Bei Beurteilung der recht günstig erscheinenden Besserung im Status muß man jedoch berück-
„Hast Du den Grafen gesehen und gesprochen?" fragte Helmut, ohne di: geringste Aufregung zu zeigen.
„Nein; das ist ja eben das, was mich so in Erstaunen setzt. Er kauft von mir da? Gut, ohne persönlich sichtbar zu werden. Auf meine Fragen nach ihm hatte Nello nur ein Achselzucken. „Sie werden ihn schon noch kennen lernen," sagte ct mit einem geheimnisvollen Lächeln. Nun, er mag unsichtbar bleiben oder nicht . . den Ton gebe ich nicht her. Wer weiß, was er bezweckt. Ich glaube, er wird auch seine Hand noch nach Eichfeld aus- strecken, um das frühere Besitztum seiner Vorfahren wieder an sich brinaen. Die Mittel hat et ja dazu, aber ich kann mich nicht von hier trennen und wenn er mir seine ganzen Millionen dafür bietet."
„Und wenn er da? täte! Könntest Du ihm da) verargen?" fragte Helinut mit -itternder Stimme „Ist es nicht einfach seine Psticht, mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln das frühere Erbwil seiner Väter tvieder zu erringen? Freilich, Dn bist jetzt rechtmäßiger Eigentümer von Eichseld uni kein Mem'ch kann es Dir mit Gewalt nehmen. Doch bitte ich Dich, zu bedenken, daß Dn Eichfeld ans die Dauer dach nicht wirst halten können, und darum würde ich an Deiner Stelle das etwaigt Anerbieten des Grafen, ihm Eichfeld zu überlassen, nicht ohne weitere? von der Hand weisen, zumal Du nicht weißt, wie lange noch Werner ..." , ■
„Ich weiß, was Du sagen willst, Helmut,^ unterbrach ihn Horsten und ein tiefer Seufzet entrang sich seiner Brust. Sollte Werner unS genommen werden . . dann freilich rst die Sachs anders. Mein Schaffen und Arbeiten wäre dann zwecklos. Und Du hast recht. Hier muß ein Mann her, der Geld in den Fingern hat, bet