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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und KirWaiu.

Sonntagsbeilage! Uluktrieies Tonntagsblatt.

Jll 304

Vierteljährlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2,25 Mk. <cjcl. Bestellgeld).

Marburg

55$

'"'''mS»"'"* Donnerstag. 26. November 1903.

Erscheint wöchentlich neben mal.

Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, Umvcrsitäts-Buchdruckcrci Marburg, Markt 21. Telephon 55.

38. JahG

Erstes Blatt.

Italien und England.

Das italienische Königspaar ist von stnstits des Kanals in die Heimat zurückgckchrt. Wichtige Besprechungen zwischen den leitenden britischen und> italienischen Ministern staben stattgesunden und der baldige Abschluss eines italienisch-engli­schen Schiedsgerichtsvertrages ist in Aussicht ge­nommen. Der König Viktor Emanuel und die Königin sind in Windsor und London sehr ge- feiert worden. König Eduard und der Lord Mayor von Loudon gedachten in ihren Begru,, ungsreden mit warmem Ton des Besuches, den im Jahre 1855 in den Tagen des Krinikrieges der König Viktor Emanuel H. in London gemacht habe, als die Piemontesen im Vereine mit Eng­ländern und Franzosen vor Sebastopol gegen die Russen kämpften. Mit Genugtuung wurde her- vorgehobcn, das; der kriegerischen Stimmung jener Zeit die Politik des Friedens gefolgt sei, daß England und Italien gegenwärtig in der Erhal­tung des Friedens Zweck und Ziel ihrer gemein- sameil Bestrebungen sähen. König Viktor Ema­nuel aber erwiderte bei dem Festmahl in der Guidhalt:England und Italien sind beides tätige und entschiedene Faktoren deS internationa­len Friedens geworden, ich habe die Gewissheit, das; die beiden Nationen immer vereint aus dem Wege des Fortschritts und der Zivilisation mar­schieren werden.

Als seiner Zeit die berühmt gewordene Extra­tour Italiens im Mittelpunkte des Interesses stand und auch im deutschen Reichstage zu aus­giebigen Debatten führte, da gab es Politiker, die Italiens Austritt aus dem Dreibunde als nahe bevorstehend bezeichneten und rin Einschwen- ken des Apcnninenreichcs in französische Bahnen für selbstverständlich hielten. Wer aber bedenkt, das; sich die weltpolitischen Interessen Italiens von den südamerikanischen Republiken abgesehen auf die Nordküste Afrikas beschränken, wird zu­geben müssen, daß Frankreich in seiner Mittel- meerpolitik ein starkes Italien nie und nimmer brauchen und daß sich deshalb eine Annäherung zwischen Frankreich und Italien immer nur in bescheidenen Grenzen halten kann. Frankreich ist stets bei der Hand gewesen, wenn cs galt, Italiens Einfluß im Mittelmeer zu schwächen. Einst trug mau sich am Tiber mit der Hoffnung auf ein Protektorat über Tunis. Damals meinte man Rücksicht auf Frankreich üben zu sollen, und Frank­reich lohnte diese Rücksicht durch den Abschluß des Vertrages von Kahr-es-Said, der Tunis dem französischen Einfluß auslieferte, ähnlich ging e3 Italien in Abessynien. Dort wollte Italien vor seinem unglücklichen Feldzuge seine Schubherr­schaft aussprechen, Deutschland und England wa­ren damit einverstanden, Frankreich aber erhob Widerspruch. Und nicht anders ist es schließlich auch in Tripolis, auf das die Hoffnungen oller Italiener gerichtet sind. Auch hier kreuzen sich Italiens Wünsche mit denen Frankreichs. Na­mentlich als Einfallpforte nach Aegypten wissen

31 Nachdruck verboten.)

Im Schlosse der Ahnen.

Original-Roman von Otto König-Liebthal.

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Sie billigt meine Wahl nicht, das weiß ich bestimmt," sagte sie,doch wird sie sich damit zu­frieden geben müsten. Jetzt kämpfe ich nicht mehr allein, unsere Liebe wird ihre Vorurteile gegen Dich, Geliebter, besiegen."

Das hoffe ich zuversichtlich, und ich werde mein möglichstes tun, daß dies geschieht. Bis da­hin wäre es das beste, sie erführe noch nichts von der ganzen Sache. Desgleichen kann unsere öffentliche Verlobung für später erfolgen."

Auch Horsten war damit zufrieden und verließ die Liebenden.

Glück und Unglück wohnen dicht beisammen," murmelte er, als er Werner auf dem Wirtschafts­hof erblickte, wie et langsam nach dem Schlosse ging. Der Todcsengel hatte seine Stirn ge­zeichnet. Sein einziges Kind sollte ihm ver­loren gehen. Aber Horsten klagte nicht.Wie Gott will," damit tröstete er sich.

*

Der Leutnant Karl August von Schwabenstein lag in seinem prachtvoll ausgestatteten Jung- gesellenheim und blies die Wolken, die aus seiner Zigarre entströmten,, weit von sich. Nur selten führte er sie zum Munde: endlich, als er bemerkte, das; sic nicht mehr brannte, warf er sie weg. Man fast es ihm an, daß schwere Sorgen fein Herz Be- drückten. Plötzlich stand er auf und ging mit uicdcrgeseuktem Kopf im Zimmer auf und nieder.

Es geht nicht mehr . . ich bin zu Ende," ^seufzte er und knöpfte den Wasfenrock auf. Es war ihm, als wäre er dem Ersticken nahe. Dann hielt er in seiner Wanderung inne. Wie gcistes-

dic Franzosen Tripolis zu schätzen, und sie werden daher auch künftig alle Mittel anwen­den, um dort ein Wachsen des italienischen Ein­flusses zu verhindern.

Hingegen haben zwischen England und Italien seit langem keinerlei ernstere Differenzen bestan­den. Gewiß sind die Engländer nicht so selbstlos, um den Italienern nur wegen ihrer schönen Augen allerhand Vorteile zuzuschanzen. England wünscht ein starkes Italien nur deshalb, weil cs in ihm wohl oder Übel einen Gehilfen gegen Frankreichs Vorherrschaft int Mittelmeer erblicken muß. Tat­sache ist aber, daß England Italiens Interessen in Abessynien wie an der Küste des roten Meeres stets gesördert, daß es mit ihm gemeinsam gegen den Mhadi gekämpft und daß cs sich jetzt wieder mit ihm im Somalilande gegen den Mullah ver­bündet hat. So ist es leicht erklärlich, daß man in Italien wie in England über das Erscheinen Viktor Emanuels auf britischem Boden hocherfreut war. Aber auch im deutschen Reiche darf man die Reise des Königs von Italien als eine Sicherung und Bürgschaft des Weltfriedens betrachten. Frei­lich wird man bei uns an der Anschauung fest­halten, daß Italien den bedeutsamen Platz, den es heute im Rate der Völker einnimmt, nur als Glied des Dreibundes wird wahren können.

Umschau.

Schiffahrtsabgaben.

DieKönigsb. Hart. Ztg." hatte gemeldet, daß die Erhebung von SchifsahrtSabgaben für Elbe und Weser seitens Hamburgs und Bremens bereits im Werks fei: für die Weser seien die Abgaben durch den Bremer Senat bereits be­schlossen. Dazu schreibt dieWes.-Ztq.": Da fast alle Blätter diese Worte nachdrucken, so sei doch daran erinnert, daß an der Unterweser längst eine Schiffahrtsabgabe besteht, und zwar auf Grund eines eigenen Reichsgesetzes. Ohne die Abgabe wäre die Korrektion der Unterweser gar nicht durchführbar gewesen. Sie ist jedoch nur für die Schiffe von mehr als 8 Meter Tiefgang zu bezahlen, denn diese Waffertiefe war schon vorher ohne die Korrektion vor­handen. Die Abgabe deckt nur die Kosten der Vertiefung auf über 3 Meter. Auch ist in dem allbekannten Mittellandkanalplan in Aussicht genommen, daß Bremen die Weser von Bremen bt8 Minden für seine Rechnung kanalisiere und zur Deckung der Kosten eine Abgabe erhebe. Mit Abgaben auf dem freien, unkorrigierten oder mit gewöhnlichen Mitteln verbefferten Strom hat dies nichts zu tun.

Reorganisation des TrainS.

Der Prozeß Bilfe hat die Aufmerksamkeit auf die Verhältniffe im Offizierkorps des TrainS gelenkt. In den Erörterungen darüber, an denen sich vorzugsweise auch inaktive höhere Offiziere beteiligten, wird übereinstimmend ge­fordert, daß daS Offizierkorps des TrainS kein stetige», sondern ein DurchgangSoffizrerkorpS

abwesend stierte er durch das offene Fenster in den Garten hinaus. Doch nicht lange. Er wandte sich um und ging langsam nach seinem Schreib­tisch. Er öffnete ein Fach und nahm einen Re­volver heraus, den er vor sich niederlegte.

Du bist jetzt nur noch meine einzige Rettung," murmelte er.Was soll ich noch auf dieser West? Meinen Abschied soll ich einreichen? Ha, ha, hat . . Ja, ich werde Abschied nehmen für immer . . wie ich es mir nie gedacht habe."

Er knöpfte seinen Rock auf, schnallte seinen Degen um und streckte seine Hand nach der Waffe aus, die ihm Erlösung von allen Qualen und Aengsten bringen sollte.

Plötzlich stand Helmut vor ihm.

Mit weitgeöffneten Augen starrte er auf feinen einstigen Freund, nicht fähig ein Wort zu jagen.

Verzeihe, wenn ich hier eingedrungrn bin," sagte Helmut.Ich habe dreimal geklopft, und da man nicht antwortete, so trat ich eben ein. Du hast das Recht, mich hinzuweisen."

Der Offizier antwortete nicht: stumm tvies er mit der Hand auf einen Stuhl. Dann preßte er beide Hände vor das Gesicht und warf sich auf einen Sessel.

Schwabenstein," sagte jetzt 'Helmut, indem er auf die Waffe wies, die noch auf dem Schreibtisch lag.was willst Du tun, was hast Du vor?"

Der Leutnant sprang auf.

Das fragst Du? Du bist es, der mich dazu zwingt, einen Schritt zu tun, jben schon viele vor mir getan haben, weil sie nicht leben konnten und wollten. Und ich? Ich kann es nicht mehr er­tragen . » dieses Leben. Meine Karriere ist zu Ende . . meine Ehre ist dahin .. es ist aus!"

Helmut," schrie er,ich habe großes Unrecht an Dir getan. Glaube mir . . ich Bereue es von ganzem Herzen." - . -

fein sollte, wie bei den Verkehrstruppen. In Anbetracht der Wichtigkeit des Trains im Kriegsfälle und der bedeutenden Anforderungen, die dann an seine Leistungen gestellt werden, schlägt u. a. Generalmajor z. D. Graf Pfeil vor: Es müßten besonders gut empfohlene Offiziere aller Waffen in den Train versetzt werden, wobei man zugleich die Gelegenheit fände, Vorpatentierungen stattfinden zu laffen; diesen Osfizieren müßte gleichfalls die Laufbahn im Generalstab, der höheren Adjutantur und schließlich zu den höchsten Stellen offen stehen. Für den Kriegsfall hätte man dann die Mög­lichkeit, die wichtigen Stellen mit vortrefflichen Offizieren zu besetzen. Durch eine solche ein­schneidende Neuerung würde Lust und Liebe in den Traindienst kommen, zum Vorteil des Dienstes, sowohl wie des Offizierkorps.

Die konservative Partei ist in dem neuen Abgeordnetenhaufe durch die nachstehend verzeichneten Herren vertreten, welche einer Aufstellung der Fraktionsmitglieder in derKreuzzeitung" entnommen find. (Mit einem Stern find die erstmals neugewählten Mitglieder bezeichnet):

Arendt - Labiau, v. Arnim, v. Bandemer- Selesen, "Bauer, v. Baumbach, *Dr. Beckmann- Beuchelt, v. Bieberstein, v. Blancksnburg- Zimmerhausen, v. Bockelberg, *v. Bodelschwingh, Frhr. v. Bodenhausen-Lebusa, v. Böhlendorff, Kölpin, Döning, v. Sonin, *Bosse, Boysen, v. Bredow, v. Bcockhausen, v. Buch, Frhr. v. Buddenbrock, v. Bülow-Bothkamp, v. Davier, v. Dewitz-Naugard, *o. Dewitz- Oldenburg, Dietrich, v. Ditfurth, Frhr. v. Dobeneck, Eber­hard, *o. Eichel, v. Eisenhart-Rothe, Frhr. v. Erffa, Felisch, Graf v. Finckenstein, Firzlaff, Fischer, *Dr. Gaigalat, v. Glasow, v. Götz, Gottschalk, "Hammer, Graf Harrach, Recken­roth, v. Heimburg, v. Helldorff-Zingst, Henning, Dr. v. Heydebrand und der Lasa, v. Heyden, *v. Heyking, Himburg-Rogätz, Himburg-Rosen­hof, Hirt, *Hoffmeyer, Hogrefe, Holtschke, *LacobSkötter, Dr. Jrmer, Kache, Graf Kanih, Kasch, v. Kessel, v. Kleist-Drenow, *v. Klitzing, v. Kölichen, Dr. v. Korn-Rudelsdorf, v. Kotze, v. Kownacki, Krause-Dawillen, *Kreth, v. Kröcher, Dr. Kropatscheck, *Dr. Krüger-Marienburg, *Kuntze, v. Leipziger, *o. LiereS, Graf zu Lim- burg-Stirum, v. Lingenthal, v. Löbell, v. Löben- stein, v. Luck, v. Lucke-BütenerShof, *Lüdicke, Malkewitz, Frhr. v. Marenholtz, Martini, Mentz, v. Meßling, *Meyenfchein, *Meyer-Bielefeld, *v. Michaelis, v. Negelein, v. Neumann-Grvßen- borau, v. Neumann-Hanseberg, v. Normann, v. Oldenburg, *Pallaske, v. Pappenheim, v. Pappritz, v. Perbandt, Frhr. v. Pletten­berg-Mehrum, PrätoriuS, v. Prittwitz und Gaffron, v. Puttkamer-Treblin, v. Putlitz- Barkewitz, v. Quast, *v. Queis, v. Quistorp, v. Rautter, Reck, Graf v. d. Recke-Dolmerstein,

Ja, ja, Du hast furchtbar gefrevelt mit mei­ner Ehre, mit meinem guten Namen," sagte Hel­mut.Du hast viel gut zu machen, darum mußt Du leben. Was Du mir getan hast, ist ausge­löscht für alle Zeiten. Ich vergebe Dir. Wir wollen nun sehen, was sich für Dich tun läßt. Du sagtest vorhin. Deine Karriere sei zu Ende."

Ja, es ist so, tote ich sagte. Der Kommandeur hat mir eröffnet, daß ich meinen Abschied einzu- teichen habe."

Warum?" sagte Helmut, der den Gxund schon ahnte.

Es ist eine alte Geschichte," antwortete Schwabenstein.Meine ^rangierten pekuniären Verhältnisse sind Schuld daran. Es geht nicht anders. Ich muß den Rock ausziehen, ich weiß weder aus noch ein."

Ich werde mit dem Kommandeur sprechen, Karl August," entgegnete Helmut, zum ersten Male ihn wieder mit feinem Vornamen an- redend.

Das würde nichts helfen. Sein Bescheid war kurz und bündig: Vollständige Regelung meiner Angelegenheiten oder Einreichung des Abschieds. Innerhalb zwei Wochen will er Antwort haben."

Ich will Deine Angelegenheften regeln und zwar sofort. Hast Du eine Liste, wieviel Deine ge-. samten Schulden Betragen?"

Schwabenstein ging nach dem Schreibtisch, öffnete ein Fach und legte ihm ein Verzeichnis feiner Schulden vor. Helmut zählte die Posten zu­sammen, und ohne ein Wort des Erstaunens oder Unwillens zu äußern, reichte er daS Blatt dem Eigentümer desselben zurück.

Mach' Dich fertig, Karl August. Du hast doch Zeit?"

Du willst doch nicht vierzigtausend Mark be­zahlen?"

Reinicke, Frhr. v. Richthosen, v. Riepenha sc', Rudorf, v. Saldern, v. Saucken, v. Schierstadt Frhr. v. Schönaich, * Schulze-Pelkum, Gras v. Schwerin-Löwitz, Scholz, *Sernau, Sieler- mann, Graf zu SolmS - Rödelheim, SpielgieS, Stägenwallner, v. Stauty, Smck- mann, *Stöhr, *Ztroßer. v. Beltheim, v. Walde m- Fürstenau, v. Waldow-Merenthin, *Graf Hins v. Wartensleben - Kammin, Graf v. Warteus- leben-Jerichow, *v. Wenden, v. Wentzel-Belercin, *o. Wiese, v. Wietersheim, Wilckens, Will, von Willert, Frhr. v. Willisen, Winckler, Dr. Wo'ff-' Gorki, Zindler.

Deutsches Reich

Berlin, 25. November.

1 Seine Majestät der Kaiser empfing am Montag noch den Besuch des Prinzen Heinrich, der Dienstag morgens wieder abgcrcist ist. Am Dienstag hörte Seine Majestät Militär- und Marinevorträge.

Zum Befinden des Kaisers schreibt die Post", daß die neuerlichen Behauptung, alle Mitteilungen über einen bevorstehenden Aufent­halt des Kaisers im Süden seien unbegrüdet, irt dieser Form nicht richtig sei. Der Plan hat be­standen, wenn er auch nicht fest beschlossen war. Es ist auch nicht ausgeschlossen, daß er im Laufe des Winters noch verwirklicht wird. Sollten keine besonderen Gründe vorlicgen, die des Kaisers An­wesenheit in Berlin und Potsdam erfordern, sa loäre cs nicht ausgeschlossen, daß der Kaiser die rauhesten Wintermonate im milderen Süden ver­bringen würde. Zur Beunruhigung liegt jedoch durchaus fein Grund vor. Wie dieBerl. N. N." versichern können, steht die völlige Heilung der Stimmlippenwunde unmittelbar bevor, so daß nach dem vorliegenden Programm schon in den ersten Tagen des Dezember die Teilnahme deS Kaisers an den Hofjagden zu erwarten ist.

DerReichsanzeiger" veröffentlicht ehr* kaiserliche Verordnung vom 23. d. M., durch welche der Reichstag zum 3. Dezember rinberufeu wird. Das ist einige Tage früher als wir letzt­hin annahmen. In Negierungskreisen scheint man jetzt darauf zu rechnen, daß die Verhand­lungen über die Verlängerung des Zollprovi­soriums mit England doch mehr Zeit in Anspruch nehmen könnten, als man bisher gemeint hatte. In der Tat ist der 3. Dezember der allernächste Termin für den Zusammentritt des Reichstages, wenn außer dem unbedingt notwendigen Zollpro« visorium noch der Etat in erster Lesung erledigt und an die Budgetkommission überwiesen werden soll. Von dem Befinden des Kaisers und dem Wunsche der persönlichen Eröffnung des Reichs­tages durch den Monarchen ist der Einberufungs- termin, tote erst unlängst versichert wurde, niemalß abhängig gemacht worden. Wie schon wiederholt, wird die Thronrede wahrscheinlich auch diesmal! vom Reichskanzler verlesen werden.

Dem Deutschen Kolonialrat, der am 30. November auf etwa zwei Tage in Berlin zm fammentritt, soll eine Verordnung wegen Eine richtung von Gouvcrnementsräten in den Schutz-

Ja, ich will es, mach' Dich fertig!" Schwabenstein fiel Helmut um den Hals.

Ich bin es ja gar nicht wert. Ich kann cS nicht begreifen, daß Du mein Retter werden willst, Ach, Helmut, jetzt erst weiß ich, wie schändlich idg gehandelt habe."

Nach drei Stunden kehrten die Herren zurück« Schwabensteins Gesicht erglänzte vor Glückselig­keit. Und er hatte nun auch Grund dazu. Heh mut hatte alle seine Schulden getilgt, und detz Kommandeur war über die Regelung der Ang« legenbeiten seines jungen Offiziers befriedigt.

Was fall ich nun anfangen?" fragte Schwabenstein.Am liebsten möchte ich Soldat bleiben, aber mit dem geringen . ."

Darüber gräme Dick jetzt nicht," antwoeiett Helmut.Vorläufig bleibe beim Regiment, itfl werde Dir einen monatlichen Zuschuß von 20q Mark gewähren, die Du jedesmal am ersten etnel jeden Monats Beim Justiz rat Nello gegen OuitN tung erheben kannst. Die Anweisung dazu werd; ich dem Herrn schon morgen zustellen. Später, toeitn ich meine Güter selbst übernommen haben werde, kannst Du Pächter von einem werden. In der Landwirtschaft bist Du doch nicht unerfahren." Du mußt doch sehr reich fein!" sagteSchwabem stein erstaunt.Doch gleichviel. Du kannst mii mir machen, was Du willst, ich will Dir gehorchen? Mein Leben gehört Dir."

Nein," erwiderte Helmut,Dein Leben g«z hört einer andern. Karl August, Du hast noL etwas gut zu machen. Denke an Deine verlassend Braut, die Du unglücklich gemacht hast. Weiß; Du noch nicht, was Du tun mußt?"

Ja, ich weiß, was Du meinst. Helmut," eft Widerte der Offizier und sein Gesicht toutbC ernst.Ich möchte auch ihr gegenüber mein tt» recht gut machen . . aber sie kann mich nicht mchi lieben .. sie muß mich verachten."